DE1445680B - Verfahren zur Herstellung von 3-Aminopyrazol aus 3-Amino- Delta hoch 3-pyrazolin - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von 3-Aminopyrazol aus 3-Amino- Delta hoch 3-pyrazolinInfo
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Description
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren, das
die technische Herstellung von 3-Aminopyrazol aus 3-AiHiIiO- !"'-pyra/.olin ermöglicht.
Hs ist bekannt, daß sich Pyrazoline durch Sulfonylierung
und anschließende Abspaltung von Sullinat in s Pyrazole überführen lassen. So liefert die p-ToIuolsulfonierung
von in 5-Stellung unsubslituierlen oder
einfach substituierten Pyrazolinen, z. B. von 2-Pyrazolinen-3,4-dicarbonsäurcdimcthylestcr,die
entsprechenden N-p-ToIuoIsulfonylpyrazoline, deren Behandlung |0
mit Basen in organischen Lösungsmitteln zur Abspaltung von p-toluolsullinsaurem Salz und Pyrazolbildung
führt (vgl. Tetrahedron Letters, 1963, Nr. 25,
S. 1665 und 1666). Dieses Herstellungsverfahren ist auf Verbindungen beschränkt, in denen der vom in
3-Slellung befindlichen Kohlenstoffatom abzuspaltende
Wasserstoff durch elektronenanziehende Substituenten, z. B. einen Phenylrest oder eine Carbonylgruppierung,
gelockert ist, wodurch die SuKinatabspaltung erleichtert wird. Ein Nachteil des Verfahrens
besieht darin, daß das Arbeilen mit Basen in organischen Lösungsmitteln, z. B. mit Kalilauge in
Glykol, technisch recht aufwendig ist.
Es ist weiterhin aus HeIv. Chim. Acta, 41 (1958),
S. 306 bis 309, bekannt, daß l-Phenyl-5-aminopyrazolin
nach Kondensation mit p-Acetylaminobenzolsulfochlorid
beim Behandeln mit Natronlauge 1-Phenyl-5-p-aminobenzolsulfonamidopyrazol
liefert.
Die Sulfonylierung von 1 -Phenyl-5-amino-pyrazolin
ergab ein Reaktionsprodukt unbekannter Struktur, aus dem mit 2n-NaOH l-Phenyl-5-p-aminobcnzolsulfonamidopyrazol
entstand. Diese Reaktion hat den Nachteil, daß bei der Umsetzung mit NaOH neben dem genannten Pyrazolderivat 15 bis 20% eines
Sulfamids durch eine teilweise Abspaltung der 5-Aminogruppe gebildet werden, d. h., sie verläuft
nicht eindeutig, sondern liefert ein Gemisch. Das bedeutet unter anderem eine wesentliche Ausbeuteminderung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Weg zur technisch einfachen Überführung von
3-Amino- l-'-pyrazolin in 3-Aminopyrazol zu linden,
der in möglichst hoher Ausbeute zum Endprodukt Rihrt und die Nachteile der bisher bekannten Verfahren
vermeidet.
Erfindungsgemäß wird 3-Amino-. lJ-pyrazolin mit
der molaren Menge eines Arylsulfochlorids in Wasser und/oder einem organischen Lösungsmittel unter
Zusatz eines halogcnwasserstoffbindenden Mittels, vorzugsweise eines Alkalihydrogcncarbonats, umgesetzt
unddaserhaltene l-Arylsulfonyl-3-amino- l'-pyrazolin
mit einem geringen Überschuß eines Alkalioder Erdalkalihydroxids, Alkalicarbonats oder mit
einem basischen Austauscher in wäßrigem Milieu unter Erwärmen zu je 1 Mo] 3-Aminopyrazol und
Arylsulfiiiat aufgespalten.
Das Ausgangsprodukt 3-Amino- l'-pyrazolin (I) isl
aus Acrylnitril und Hydrazin in Wasser sehr leicht zugänglich. Es wurde gefunden, daß die Verbindung
der Formel I, obwohl sie mindestens drei reaktions- (>o fähige, durch Arylsulfonylrestc ersetzbare Wasserstoffatome
besitzt, unter den angegebenen Reaktionsbedingungen in ausgezeichneter Ausbeute die bisher
unbekannten monosulfonylierten Verbindungen der allgemeinen Formel II liefert. Als Arylsulfochloride
können solche verwendet werden, die als technische Nebenprodukte billig anfallen, wie p-ToIuolsulfochlorid.
Kurzes Erwärmen der Verbindungen der allgemeinen Formel 11 in Gegenwart von Wasser und
den obengenannten Basen ergibt deren quantitative Aufspaltung in 3-Aminopyrazol der Formel III und
Sullinat der allgemeinen Formel IV.
Der quantitative Verlauf der Spaltung ist deshalb sehr überraschend, weil sich sulfonicrte Pyrazolidinsysteme
normalerweise im wäßrigen Milieu unter Stickstoffentwicklung zersetzen.
H,N
NH -■
NH
N —SO,R ^
N — SO,R
III
Die überführung der l-Arylsulfonyl-3-aminopyrazoline
der allgemeinen Formel II in 3-Aminopyrazol kann so durchgeführt werden, daß z. B. mit einem
geringen Überschuß eines Alkali- oder Erdalkalihydroxids pro Mol der Verbindung der allgemeinen
Formel II oder eines Alkalicarbonats in wäßrigem Milieu bis zur Lösung der Verbindung der allgemeinen
Formel Il erwärmt wird, das überschüssige Alkali neutralisiert und die Verbindung der Formel III nach
Abdestillieren der Hauptmenge des Wassers mit einem organischen Lösungsmittel, vorzugsweise Tetrahydrofuran
oder Isopropanol. extrahiert wird. Auf diese Weise kann die Synthese von 3-Aminopyrazol über 1
auch im »Eintopfverfahren« durchgeführt werden.
Eine andere, ebenfalls überraschend einfache Ausführungsform der Spaltung von Verbindungen der
allgemeinen Formel II besieht darin, daß man diese in wäßrigem Milieu mit einem basischen Ionenaustauscher
erhitzt. Man erhält dann eine wäßrige, praktisch nur die Verbindung der Formel III enthaltende
Lösung, während die entsprechende SuIiInsäure
im Austauscher gebunden wird. Aus diesem wird sie bei der Regenerierung als Sullinat herausgelöst und
kann gegebenenfalls aus,,der Sulfinatlösung nach üblichen Methoden gewonnen werden. Durch Einengen
der wäßrigen Lösung erhält man 3-Aminopyrazol in ausgezeichneter Ausbeute.
Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich durch große Einfachheit aus. Es benutzt das in
wäßrigem Milieu leicht zugängliche Ausgangsprodukl der Formel I und führt dieses in wäßrigem Milieu in
ausgezeichneter Ausbeute in das 3-Aminopyrazol über. Das Verfahren kann auch als Eintopfverfahren
unter Verwendung billiger technischer Nebenprodukte durchgeführt werden.
Das nach dem erfindungsgemäßeh Verfahren jetzt technisch leicht zugängliche 3-Aminopyrazol isl ein
wertvolles Zwischenprodukt zur Herstellung von Farbstoffen und Arzneimitteln.
1 445 880
Die folgenden Beispiele veranschaulichen die Windung:
H e i s ρ i e I I
Zu 15.S g3-Amino- l'-pua/olindihydrochlorid und
28.5 g p-Toluolsulfochlorid in 150 ml Melhylenchlorid
werden unter Rühren bei 5 bis K) C 25,3 g Trialh\I-amin
zugetropft, dann wird 20 Stunden bei Raumtemperatur nachgerührt. Pas mit Triäthylaminhydiochlorid
zusammen ausgefallene Monosulfonylierungsprodukt wird abgesaugt und mit Wasser und Äther
oiler Benzol oder Methylenchlorid uewaschen: man erhalt 19.5 g = 81.5°,, der Theorie: F. 186 bis 187 C.
47.8 g des so erhaltenen Monosulfonylicrungsproduktes werden mit 8 g Natriumhydroxid in 50 ml Wasser
5 Minuten auf 1K) bis 100 C erhitzt. Aus der erhaltenen
klaren Lösung wird im Vakuum das Wasser abdestilliert und aus dem als Rückstand erhaltenen Gemisch
von Natriuin-p-toluolsulnnat und 3-Aminopyrazol
letzteres mit Isopropanol oder Tetrahydrofuran ausgewaschen. Die alkoholische 3-Aminopyrazollösung
kann gegebenenfalls mit etwas Aktivkohle aufgehellt werden. Nach Abdestillieren des Lösungsmittels erhält
man 3-Aminopyrazol als viskoses, gelbliches öl. das
nur noch Spuren von Natrium-p-toluolsuliinat enthält,
die durch erneutes Lösen in Isopropanol, Absaugen und Einengen des Filtrats leicht entfernt
werden können. Auf diese Weise erhält man ein bereits sehr reines 3-Aminopyrazol in quantitativer
Ausbeute. Es kann durch Destillieren nochmals iiereiniüt werden. KpHMP · 101 bis 103 C: Oxalat.
F. 245 bis 246 C.
Zu einem Gemisch aus 15,8 g 3-Amino- l3-pyrazolindihydrochlorid
in 300 ml Wasser und 20,9 g p-ToIuolsulfochlorid in 50 ml Benzol werden 26,4 g Natriumhydrogenearbonat
gegeben, dann wird 2 Stunden bei Raumtemperatur kräftig gerührt. Das ausgefallene
Mono-sulibnylierungsprodukt ist dasselbe wie das gemäß Beispiel 1 gewinnbare und kann durch Absaugen
isoliert werden; man erhäh"23,5g = 98,4",,
der Theorie. Es kann aber auch ohne Zwischenisolierung durch Zugabe von 4,0 g Natriumhydroxid
und nachfolgendes Erhitzen auf 90 bis 100' C (5 Minuten) gespalten werden. Man isoliert aus der so erhaltenen
Reaktionslösung in quantitativer Ausbeute analog Beispiel 1 Natrium-p-toluolsulfinat und 3-Aminopyrazol.
B e i s ρ i e I 3
47.8 g des gemäß Beispiel 1 oder 2 gewonnenen Mono-sulfonylierungsproduktes. 100 ml Wasser und
300 ml eines Anionenaustauschers werden 3 Stunden
ίο zum Sieden erhitzt. Dann wird der Austauscher
abgesaugt, mit Wasser ausgewaschen und die erhaltene wäßrige Lösung von 3-Aminopyrazol im Vakuum
eingeengt. Man erhält rohes 3-Aminopyrazol in quantitativer
Ausbeute. Bei der Spaltung entsteht pro VIoI 3-Aminop'yrazol 1 Mol p-Toluolsulfinsäure. die am
Austauscher gebunden wird und aus diesem mit 2n-NaOH eluiert werden kann.
B e i s ρ i e I 4
Analog Beispiel 1 oder 2 werden aus 1 Mol 3-Aminol'-pyrazolindihydrochlorid
und 1,1 Mol p-Chlorbenzolsulfoehlorid bzw. Benzolsulfochlorid 3-Aminol-(p-chlorbenzolsulfonyl)-l'-pyrazolin
(F. 171 bis
172 C) bzw. 3-Amino-l-benzolsulfonyl-P-pyrazolin
(F. 167 bis 168 C) in Ausbeuten um 95",,, der Theorie
gewonnen. Beide Mono-sulfonylierungsprodukte liefern 3-Aminopyrazol in praktisch quantitativer
Ausbeute, wenn sie analog Beispiel 2 oder 3 gespalten werden.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von 3-Aminopyrazol aus 3-Amino- l3-pyrazolin, dadurch ge-kennzeichnet, daß man 3-Amino- l'-pyrazolin mit der molaren Menge eines Arylsulfochlorids in Wasser und oder einem organischen Lösungsmittel unter Zusatz eines halogenwasserstoffbindenden Mittels umsetzt und das erhaltene l-Arylsulfonyl-3-amino- l^-pyrazolin mit einem geringen Überschuß eines Alkali- oder Erdalkalihydroxids, Alkylicarbonats oder mit einem basischen Austauscher in wäßrigem Milieu unter Erwärmen zu je I Mol 3-Aminopyrazol und Arylsulfinat aufspaltet.
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