DE1229517B - Verfahren zur Herstellung von Acetylencarbinolen - Google Patents
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. Cl.:
C07c
Deutsche KL: 12 ο -19/03
Nummer: 1229 517
Aktenzeichen: H 54895IV b/12 ο
Anmeldetag; 19. Januar 1965
Auslegetag: !.Dezember 1966
Die Erfindung hat ein Verfahren zur Herstellung von Acetylencarbinolen der allgemeinen Formel
RH2C —- C G — CHg -■— CH
CH3 R
CH-CH2-CH-C-CH
CH3
OH
(I)
worin R ein Wasserstoffatom oder eine niedere Alkyljgruppe
bedeutet--und die gestrichelte Bindung auch hydriert sein kann, zum Gegenstand, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß man einen Aldehyd der allgemeinen Formel
... RHoC — G C — CHo —— GH» -^-—^--——
CH3 R
CH-CH,-CHO
CH3
(II)
worin R und die gestrichelte Bindung dasselbe wie oben bedeuten, in an sich bekannter Weise äthinyliert.
Die Äthinylierung der Ausgangsaldehyde der Formel II kann durch Umsetzung mit Acetylen bzw.
mit einem Acetylid vorgenommen werden (vgl. zum Beispiel A. W. J ο h η s ο n:_ Acetylenic Compounds,
Vol. I, Edward Arnold & Co., London, 1946, S. 11 bis 16).
Zweckmäßig erfolgt die Kondensation des Ausgangsaldehyds mit dem Acetylen in Gegenwart eines
Lösungsmittels. Ein besonders geeignetes Lösungsmittel ist flüssiger Ammoniak. Es kommen jedoch
auch andere Lösungsmittel in Frage, wie Äther, Acetale und Amine. Als Kondensationsmittel können
beispielsweise verwendet werden: Alkali- und Erdalkalimetalle, wie Lithium, Natrium, Kalium oder
Calcium, sowie deren Amide, Acetylide, Hydride, Alkoholate oder Hydroxyde. Das Kondensationsmittel kann in stöchiometrischer oder in nur katalytischer
Menge eingesetzt werden. Die Äthinylierungsreaktion kann auch unter Druck vorgenommen werden,
z. B. einem Druck bis zu 30 atü. Die Anwendung von Druck empfiehlt sich vor allem beim Arbeiten mit
katalytischen Mengen an Kondensationsmitteln. Als Kondensationskatalysatoren kommen auch Ionenaustauscherharze
in Frage. Die Äthinylierung kann auch durch Umsetzung des Ausgangsaldehyds mit Verfahren zur Herstellung von
Acetylencarbinolen
Acetylencarbinolen
Anmelder:
F. Hoffman — La Roche& Co.
Aktiengesellschaft, Basel (Schweiz)
Aktiengesellschaft, Basel (Schweiz)
Vertreter:
Dr. G. Schmitt, Rechtsanwalt,
Lörrach (Bad.), Friedrichstr. 3
Als Erfinder benannt:
Dr. Roman Marbet, Riehen (Schweiz)
Beanspruchte Priorität:
Schweiz vom 2. April 1964 (4159)
einer Acetylen-Grignardverbindung, z. B. mit Acetylenmagnesiumbromid,
vorgenommen werden.
Die erfindungsgemäß erhältlichen neuen Acetylencarbinole der Formel I, insbesondere das 3-Hydroxy-5,9-dimethyl-8-decen-l-in (1-Äthinyl-citronellol), be-.sitzen besondere, vorteilhafte Riechstoffeigenschaften. Ihr Geruch ist im allgemeinen fein, blumig-fruchtartig und langhaftend. Die Verfahrensprodukte können dementsprechend als Riechstoffe in Riechstoffkompositionen, wie Parfüms, und parfümierten Produkten verwendet werden. Sie eignen sich besonders als Fixateure und Basisriechstoffe.
Als Ausgangsmaterialien für das erfindungsgemäße Verfahren eignen sich besonders auch rohe citronellalhaltige ätherische Öle, wie Citronellaöl. Diese Öle haben bekanntlich einen wenig angenehmen, durchdringenden Geruch mit einer ranzig-fettigen Nebennote, die besonders unangenehm im Nachgeruch zur
Die erfindungsgemäß erhältlichen neuen Acetylencarbinole der Formel I, insbesondere das 3-Hydroxy-5,9-dimethyl-8-decen-l-in (1-Äthinyl-citronellol), be-.sitzen besondere, vorteilhafte Riechstoffeigenschaften. Ihr Geruch ist im allgemeinen fein, blumig-fruchtartig und langhaftend. Die Verfahrensprodukte können dementsprechend als Riechstoffe in Riechstoffkompositionen, wie Parfüms, und parfümierten Produkten verwendet werden. Sie eignen sich besonders als Fixateure und Basisriechstoffe.
Als Ausgangsmaterialien für das erfindungsgemäße Verfahren eignen sich besonders auch rohe citronellalhaltige ätherische Öle, wie Citronellaöl. Diese Öle haben bekanntlich einen wenig angenehmen, durchdringenden Geruch mit einer ranzig-fettigen Nebennote, die besonders unangenehm im Nachgeruch zur
Geltung kommt. Durch die Äthinylierung erhalten
diese Öle einen frischen, rosenähnlichen Geruch, der sich durch ausgezeichnete Haftfestigkeit auszeichnet.
So ergab z. B. ein Vergleich der Geruchsqualitäten
von Formosa-Citronellaöl folgende Resultate:
Das unbehandelte (noch nicht äthinylierte) Citronellaöl roch nach Melisse und hatte einen unangenehm
fettigen und leicht ranzigen Nebengeruch. Bei einer Probe war dieser Nebengeruch auch nach 24 Stunden
noch vorhanden, während der Melissengeruch nach dieser Zeit nur noch schwach in Erscheinung trat.
Nach der Äthinylierung war der Geruch viel feiner
(frischblumig, citronen-rosenartig, ohne die unan-
609 729/422
3 4
genehme Fettnote). Dieser feine Geruch war bei einer Man versetzt 24 g Magnesium mit 700 ml Tetra-Probe,
etwas abgeschwächt, auch nach 24 Stunden noch hydrofuran und 109 g Äthylbromid bei 20 bis 40°.
vorhanden und sogar nach 36 Stunden noch immer Nach 2 Stunden Rühren läßt man die so gewonnene
nachweisbar, ohne daß dabei unangenehme Neben- Äthyhnagnesiumbromidlösung im Verlauf einer halben
noten in Erscheinung traten. 5 Stunde in 400 ml Tetrahydrofuran eintropfen, nach-
Durch die Äthinylierung erfährt somit das rohe dem dieses vorher mit acetonfreiem Acetylengas ge-
Citronellaöl eine deutliche Veredelung, die seine. An- sättigt wurde. Man leitet noch 1 Stunde lang Acetylen
Wendung in der Feinparfümerie erlauben. ein (3 l/Min.) und versetzt dann bei 20 bis 30° mit
In den folgenden Beispielen sind die Temperaturen 77 g Citronellal (0,5 Mol) in 77 ml Tetrahydrofuran,
in Celsiusgraden angegeben. io Nach weiteren 5 Stunden Rühren gießt man das Produkt
auf ein Gemisch von Eis und 70 ml Eisessig und
Beispiel 1 extrahiert das ausgeschiedene Acetylencarbinol mit
a) In einen 4-1-Kolben füllt man 21 flüssiges Am- Äther. Nach Aufarbeitung und Destillation, wie oben
moniak ein -und versetzt unter Stickstoffbegasung beschrieben, erhält man 68 g reines 3-Hydroxy-5,9'di-
mit 80 g Kalium. Dazu fügt man eine Spatelspitze 15 methyl-8-decen-l-in in einer Ausbeute von rund 75 %·
Eisen(III)-nitrat und rührt 1 bis 2 Stunden, bis die
tiefblaue Farbe der Lösung in Grau umschlägt. Nun . ... Beispiel 2
leitet man 1 Stunde lang acetonfreies, trockenes Ace- '
tylen ein (3 l/Min,), worauf man innerhalb von 20 g Kalium werden in 500 ml flüssigem Ammoniak
30 Minuten eine Lösung von 308 g Citronellal (2 Mol) 20 unter Zugabe einer Spür Eisen(III)-nitrat gelöst. Dann
in 400 ml Äther zufließen läßt. Mit verminderter Ge- wird acetonfreies Acetylen eingeleitet und 84 g 3,7-Di-
schwindigkeit (etwa-1 l/Min.) leitet man noch 4 Stun- methyl-6-nonen-l-al in 100 ml Diäthyläther zugefügt,
den lang Acetylen ein und neutralisiert dann durch Nach Aufarbeitung mit 50 g Ammoniumchlorid und
portionenweise Zugabe von 200 g Ammoniumchlorid. Destillation erhält man.S-Hydröxy-S^-dimethyl-S-un-
Das Gemisch wird nun abgenutscht. Nach gründ- 25 decen-1-in als farbloses Öl in einer Ausbeute von
lichem Nachwascheh wird die Ätherlösung einmal etwa 55 g. Kp. = 76 bis 7770,07 mm; nff = 1,4694.
mit 10°/0iger Schwefelsäure ausgeschüttelt, über Na- Der Geruch ist fruchtartig-fettig, etwas blumig (rosen-
triumbicarbonat getrocknet und abgedampft. Als artig) und von guter Haftfähigkeit.
Rückstand verbleiben 350 g eines angenehm riechenden Der als Ausgangsmaterial verwendete Aldehyd kann
Öls, das durch Destillation weiter gereinigt wird. Die 30 z. B. durch partielle, katalytische Hydrierung von
Ausbeute an reinem 3-Hydroxy-5,9-dimethyl-8-de- 3,7-Dimethyl-2,6-nonadien-l-al gewonnen werden»
cen-l-in beträgt etwa 300 g, entsprechend etwa 83 % Β · · ■
der Theorie. Kp. = 66 bis 67°/0,l mm; n*S = 1,4744. B e 1 s ρ 1 e 1 3
•Das so erhalteneί 3-Hydroxy-5,9-dimethyl-8-decen-l-in Man behandelt "20 g Kalium in 500 ml flüssigem
hat einen frischen, feinen fruchtartigen Geruch nach 35 Ammoniak mit Acetylengas und fügt zum Gemisch
Citrone und Bergamotte mit einer blumig-grünen Note 84 g 3,6,7-Trimethyl-6-octen-l-al in. 100 ml Diäthyl-
nach Maiglöckchen. Auffallend ist der langanhaftende äther. Nach Aufarbeitung erhält man reines 3-Hydroxy-
rosenartige Nachgeruch. 5,8,9-trimethyl-8-decen-l-in als farbloses Öl in einer
■ b) Zur gleichen Verbindung gelangt man auch durch Ausbeute von 62 g (64% der Theorie). Kp. = 83°/
Äthinylieren von Citronellal mit Natrium in flüssigem 4° 0,1mm; «0° = 1,4744. Feiner, frischer und zarter
Ammoniak wie folgt: Blumengeruch (Rose, Maiglöckchen) mit fruchtartiger
Man versetzt 21 flüssiges Ammoniak mit 46 g Na- Nebennote und guter Haftfähigkeit,
trium und leitet so lange Acetylen ein, bis die Lösung Der als Ausgangsmaterial verwendete Aldehyd kann
farblos ist. Nachdem man eine weitere Stunde Acetylen z. B. durch partielle katalytische Hydrierung von
eingeleitet hat, fügt man 308 g Citronellal in 400 ml 45 S^J-Trimethyl^e-octadien-l-al (ε-Methylcitral) her-
Äther zu und arbeitet das Produkt auf, wie oben be- gestellt werden,
schrieben. Man erhält neben etwa 125 g nicht um- Beisoiel 4
gesetztem Citronellal und 25 g öligem Rückstand
gesetztem Citronellal und 25 g öligem Rückstand
etwa 165 g reines S-Hydroxy-S^-dimethyl-S-decen-l-in. 102 g 3,7-Dimethyl-octanal (Dihydrocitronellal) wer-
c) Die Äthinylierung von Citronellal kann auch 50 den in eine mit Acetylen behandelte Lösung von
unter Druck wie folgt durchgeführt werden: 26 g Kalium in 650 g flüssigem Ammoniak eingetropft.
Man versetzt 46 g Natrium in einem Druckgefäß Nach Aufarbeitung gemäß den Angaben im .Beiunter
Eiskühlung bei 0 bis 5° mit 1,21 flüssigem Am- spiel 1, a) erhält man 63 g 3-Hydroxy-5,9-dimethylmoniak.
Es resultiert dabei ein Druck von 5 atü. Nun 1-decin, das nach fraktionierter Destillation folgende
preßt man unter Rühren bei 0 bis 5° Acetylen ein, bis 55 Eigenschaften aufweist: Kp. = 72°/0,l mm; κ??
ein Totaldruck von 9 atü erreicht ist. Nach etwa = 1,4488. Der Geruch ist fruchtartig (nach Stachel-15
Minuten ist die Ammoniaklösung farblos geworden. beeren), leicht blumig, herb fettig und weist gute
Hierauf werden 308 g Citronellal in 300 ml Äther in Haftfähigkeit auf.
das Druckgefäß eingepumpt. Man läßt noch 30 Minu- Das als Ausgangsmaterial verwendete Dihydro-
ten Acetylen einwirken, worauf das Reaktionsgemisch 60 citronellal wurde durch katalytische Hydrierung von
in der oben beschriebenen Weise mit Ammonium- Citronellal in praktisch quantitativer Ausbeute ge-
chlorid aufgearbeitet wird. Bei der Destillation erhält wonnen. -
man neben etwa 10 g Rückstand und einem citronellal- Beisoiel 5
haltigen Vorlauf etwa 270 g 3-Hydroxy-5,9-dimethyl- P
8-decen-l-in (Ausbeute 75 %)· 65 80 g Kalium werden nach Zusatz einer Spur Eisen-
d) Die Äthinylierung kann auch unter Verwendung nitrat unter Rühren in 21 flüssigem Ammoniak bei
einer Acetylen-Grignardverbindung wie folgt vor- etwa —30° gelöst. Sobald nach etwa 20 Minuten der
genommen werden: .' Blauton des Reaktiönsgemisches verschwunden ist,
Claims (1)
- 5 6leitet man während einer Stunde einen starken Ace- 300 g eines braungelben Öles, das einen angenehmentylengasstrom durch das Gemisch und versetzt dann frischen Rosengeruch mit einer krautigen Spitzennotemit einer Lösung von 300 g trockenem Citronellaöl von ausgezeichneter Haftfestigkeit aufweist.in 400 ml Diäthyläther. Man rührt während 2 Stunden «bei aufgesetztem COa-Rückflußkühler und versetzt 5 Patentanspruch:dann mit 200 gAmmoniumchlorid. Nach Aufarbeitung 1. Verfahren zur Herstellung von Acetylencar-gemäß den Angaben im Beispiel 1 erhält man etwa binolen der allgemeinen FormelRH2C-C-C-CH2-CH2-Ch-CH2-CH-C = CH (I)CH3 R CH3 OHworin R ein Wasserstoffatom oder eine niedere Alkylgruppe bedeutet, und die gestrichelte Bindung auch hydriert sein kann, dadurch gekennzeichnet, daß man einen Aldehyd der allgemeinen FormelRH2C — O C — CH2 — CH2 — CH — CH2 — CHU (A*/CH3 R CH3worin R und die gestrichelte Bindung dasselbe wie oben bedeuten, in an sich bekannter Weise äthinyliert.609 729/422 11.66 © Bundesdruckerei Berlin
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