DE1228133B - Trockenes Vollmilchaustauschpraeparat fuer die Kaelbermast - Google Patents
Trockenes Vollmilchaustauschpraeparat fuer die KaelbermastInfo
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Description
- Trockenes Vollmilchaustauschpräparat für die Kälbermast Die Erfindung bezieht sich auf ein trockenes Vollmilchaustauschpräparat für die Kälbermast.
- In letzter Zeit ersetzt man beim Füttern von Jungkälbern Vollmilch durch Austauschpräparate, weil Vollmilch in der Regel für die Kälbermast zu teuer kommt.
- Diese Vollmilchaustauschpräparate bestehen gewöhnlich aus Magermilch, in welcher anstatt Butterfett ein anderes Fett oder Fettgemisch, z. B. Pahnkernöl oder Schmalz, in dem gewünschten Prozentsatz mit Hilfe von einem oder mehreren Emulgiermitteln dispergiert worden ist und die mit Stärkeumsetzungsprodukten zur Stabilisierung der Dispersion und anderen, dem gesunden Wachstum von Kälbern zuträglichen Bestandteilen versetzt worden ist. Es sind auch Trockenvolhnilchaustauschpräparate bekannt, die aus einem innigen Gemisch von Magermilchpulver, Ölen oder Fetten, einem Emulgator, einem wasserlöslichen Stabilisator und gegebenenfalls Mineralstoffen und Vitaminen bestehen. Zur Verabreichung an die Tiere werden diese Trockenpräparate meistens mit Wasser von ungefähr 40 bis 50° C verrührt und auf die gewünschte Konzentration verdünnt. Das Verhältnis, in dem die einzelnen Bestandteile im Trockenpräparat vermischt werden, kann einigermaßen variieren. Sie können z. B.. 65 bis 75 % Magermilchpulver, 10 bis 20 % Fett und 5 bis 15 % Stärkeprodukte und/oder Zucker neben geringeren Mengen weiterer Zusatzstoffe, wie z. B, Emulgiermittel, Mineralstoffe und Vitamine, enthalten.
- Es ist in der Fachwelt bekannt, daß diese trokkenen Vollmilchaustauschpräparate bei der Kälberfütterung, insbesondere bei der Mast von Kälbern, oft Fütterungsstörungen hervorrufen, die gewöhnlich mit Durchfall und schwerer Wachstumsverzögerung verbunden sind und manchmal den Tod der Kälber herbeiführen. Bei seinen diesbezüglichen Versuchen ist der Erfinder zu der Ansicht gelangt, daß diese Fütterungsstörungen wahrscheinlich dem Trockenmilchpulver zuzuschreiben sind. Durch die Erhitzung beim Konzentrieren und Trocknen der Magermilch werden nämlich die Milcheiweißstoffe mehr oder weniger denaturiert, wodurch eine Änderung in dem Gerinnungsverhalten eintritt. Das durch Lösen in Wasser erhaltene flüssige Austauschpräparat hat dementsprechend eine längere Gerinnungszeit als die Frischmilch, und auch die Art des Bruches ist verschieden.
- Es wurde nun gefunden, daß diese Schwierigkeiten dadurch vermieden werden können, daß man in den trockenen Milchaustauschpräparaten bestimmte unschädliche organische Säuren mitverwendet, und zwar in einer solchen Menge, daß beim Lösen des Präparates das Milchcasein in sehr feinverteilter Form ausge$ockt anfällt. Der ungünstige Einfuß des denaturierten Eiweißes wird dadurch ausgeschaltet.
- Gegenstand der Erfindung ist dementsprechend ein trockenes Vollmilchaustauschpräparat für die Kälbermast auf der Grundlage eines innigen Gemisches aus Magermilchpulver, Ölen oder Fetten, einem Emulgator, einem wasserlöslichen Stabilisator und gegebenenfalls Mineralstoffen und Vitaminen, das gekennzeichnet ist durch einen Gehalt von 1,5 bis 4 °/o, berechnet auf das Trockenpräparat, an Citronensäure, Weinsäure, Adipinsäure, Fumarsäure und/oder Milchsäure.
- Es konnte festgestellt werden, daß beim Verfüttern dieser Vofmilchaustauschpräparate an Jungkälber Verdauungsstörungen, wie Durchfall, vermieden werden und daß die Jungkälber ausgezeichnet wachsen. Auch wird bei Jungkälbern, bei denen das Wachstum infolge auftretender Fütterungsstörungen bei der Verfütterung frischer Vollmilch oder gewöhnlicher Milchaustauschpräparate ins Stocken geraten ist, rasch und vollständig ein normales Wachstum wiederhergestellt, wenn den Jungtieren das Milchaustauschpräparat nach der Erfindung verabreicht wird. Die Aufarbeitung der Trockenpräparate nach der Erfindung mit Wasser von ungefähr 40 bis 50° C geht äußerst leicht vonstatten, weil das Trockengemisch fast keine Klumpen bildet, wenn es mit dem Wasser verrührt wird und eine stabile homogene Dispersion ergibt, die aus feinverteiltem Fett und ausgeflocktem Casein besteht. Anstatt Wasser oder zusätzlich zu diesem -kann auch Magermilch verwendet werden. :-Die Trockenpräparate lassen sich in verschiedener Weise erhalten. Nach einer bevorzugten Ausführungsform werden das Magermilchpulver, das wasserlösliche Stabilisiermittel, die organische Säure, die Mineralstoffe und Vitamine innig vermischt. Das Fett oder Fettgemisch wird geschmolzen, und das Emulgiermittel oder Emulgiermittelgemisch wird zu dem geschmolzenen Fett gegeben. Das flüssige Gemisch wird dann --Yängsam zu dem Grundgemisch gegeben und damit innig vermischt.
- Es ist auch möglich, den gewünschten Prozentsatz des flüssigen zuzusetzenden Fettgemisches und das Emulgiermittel in frischer Magermilch fein zu verteilen. Das so erhaltene flüssige Gemisch wird in bekannter Weise, z.,B. im Sprühtrockenverfahren, in trockene Form übergeführt. Das Trockenprodukt wird anschließend innig mit dem wasserlöslichen Stabilisierungsmittel, der geeigneten Menge der organischen Säure und gegebenenfalls mit den Mineralstoffen und Vitaminen vermischt. Es ist auch möglieh, einen Teil oder;die ganze Menge des Stabilisierungsmittels zu- dem; flüssigen Gemisch zu geben, bevor dieses durch Versprühen in Trockenform gebracht wird. Der Prozentsatz an Magermilchpulver soll in dem endgültigen Präparat 60 bis 85% betragen. Ein geringer Teil des Magermilchpulvers kann durch Buttermilchpulver ersetzt werden.
- Die öle oder Fette können vegetabilischer oder animalischer Herkunft - sein. Beispiele geeigneter pflanzlicher Fette sind: Kokosnußöl, Pahnkemöl und hydrierte öle, z. B. hydriertes Palmöl oder Sojabohnenöl. Geeignete tierische Fette sind Schmalz und Talg. Das Fett oder Fettgemisch enthält zweckmäßig, geringe Mengen eines geeigneten Antioxyda= tionsmittels, z. B. Dddecylgallat, Butylhydroxytoluöl oder Butylhydroxyanisol. Die Fettmenge in dem fertigen Präparat soll 10 bis 30 %, vorzugsweise 10 bis 20 0/0, betragen.
- Anzuwendende Emulgiermittel, die die Dispergierbarkeit dieser Fette fördern, sind z. B. Lecithin, Glycerinmonostearat und Sorbitmonostearat oder Gemische derselben. Von den oben angegebenen Säuren wird in der Praxis vorzugsweise Citronensäure verwendet.
- Der stabilisierende Einfluß des wasserlöslichen Stabilisierungsmittels soll derart sein, daß Ablagerung des ausgeflockten Caseins in dem flüssigen Milchaustauschpräparat vermieden wird.
- Außerdem unterdrückt das Stabilisierungsmittel die Neigung des Milchaustauschpräparates, eine Fettschicht auf der Flüssigkeit zu bilden. Als Stabilisierungsmittel kommen in Betracht assimilierbare wasserlösliche Polysaccharide oder Polysaccharidderivate, z. B. Quellstärke, kaltquellende Mehle, Tragantgummi, Johannisbrotgummi und Guargummi. Der Prozentsatz dieser Produkte in dem Trockenpräparat kann von 1 bis etwa 12 % variieren.
- Die Trockenpräparate können auch untergeordnete Mengen Kohlenhydrate enthalten, die sich für Nährzwecke eignen, z. B. Dextrose, Stärkezucker, Trockenstärkesirup und Lactose. Die Lactose kann in dem Trockenpräparat in Form von getrockneten Molken mit ungefähr 65 % Lactosegehalt enthalten sein. Beispiele von Mineralstoffen, die den neuen Präparaten einverleibt werden können, sind unter anderem Dicalciumphosphat, Magnesiumoxyd und Spuren von Kupferverbindungen.
- Die wichtigsten zuzugebenden Vitamine sind Vitamin A, D 3 und E, aber es ist auch erwünscht, daß B-Vitamine und Vitamin C zugesetzt werden. Es können auch Antibiotica, wie Aureomycin oder Oxytetracyclin, zugegeben werden.
- Die Trockenpräparate nach der Erfindung _ sind längere Zeit stabil. Sollen sie verfüttert werden, so werden sie durch bloßes Anrühren mit warmem Wasser oder Magermilch in einem Verhältnis von 1 Gewichtsteil Trockenpulver zu 6 bis 8 Gewichtsteilen Flüssigkeit. aufgearbeitet. Das so erhaltene Milchaustauschpräparat ist äußerst stabil, sowohl in bezug auf die Aufrahmung der Fetteilchen wie: ih bezug auf die Ablagerung des ausgeflockten Caseiüs: Die neuen Milchaustauschpräparate haben sich sehr gut bewährt, sogar bei sehr jungen Kälbern. Bemerkenswert ist, daß die Kälber bei - einer nur aus dem Milchaustauschpräparat bestehenden Diät gut wachsen und @es sich somit erübrigt, auch frische Vollmilch zu verabreichen.
- Die Erfindung wird an Hand nachstehenden Bei= spieles erläutert: Beispiel In einem Mischer wurden folgende Bestandteile homogen vermischt: Magermilchpulver . . . . . . . . . . . . . 60,0 kg Süßmolkenpulver . . . . . . . . . . . . . . 12,0 kg Quellstärke : . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9,0 kg Gepulverte Citronensäure ...... 2,0 kg Dicalciumphosphat . . . . . . . . . . . . 0,3 kg Dinatriumphosphat . . . . . . . . . . . . 0,2 kg Magnesiumoxyd . . . . . . . . . . . . . . 0,15 kg Kochsalz (jodiert) . . . . . . . . . . . . . 0,1 kg Kupferoxyd .................. 0,005 kg Vitamin A, D 3, E, C, B Vormischung . . . . . . . . . . . . . . . 0,25 kg Zu dem erhaltenen Gemisch wurden 14,4 kg durch Erhitzen verflüssigtes, partiell hydriertes Palmfett, das 1,6 kg Emulgator enthält, zugesetzt, und die Masse wurde weiterverarbeitet, bis eine einwandfreie Vermischung gewährleistet war.
- Das auf diesem Wege erhaltene trockene Voll= milchaustauschpräparat wurde bei einem Gehalt von 150 g Präparat je 11 Austauschmilch jedesmal erst unmittelbar vor der Verfütterung mit Wasser von etwa 40 bis 45° C verrührt. Beim Anrühren fand keine Klumpenbildung statt, und es bildete -sich immer eine stabile Dispersion von Fetteilchen und fein ausgeflocktem Casein.
- Acht Versuchskälber wurden einige Tage nach der Geburt lediglich mit der erfindungsgemäßen Milchaustauschtränke gefüttert. Die Kälber wurden täglich zweimal jeweils bis zur Sättigung getränkt, und zwar morgens und abends. Die Versuchsdauer betrug 70 Tage. Die Gewichtszunahme je Kalb betrug durchschnittlich 78,9 kg, was 1,127 kg je Tier und je Tag entsprach. Der durchschnittliche Futterverbrauch je Kalb betrug 103,0 kg. Der Futterverbrauch je Kilogramm Zuwachs war somit 1,305 kg des trokkenen Vollmilchaustauschpräparates. Bei Beurteilung dieser Ergebnisse ist zu berücksichtigen, daß während der gesamten Versuchsdauer im Kälberstall sehr niedrige Temperaturen herrschten. Dennoch wies keines der Tiere Verdauungsschwierigkeiten auf. Die Ausschlachtung ergab, daß alle Kälber den vom Markt an Mastkälber der höchsten Schlachtwertklasse zu stellenden Anforderungen entsprachen. Die durchschnittliche Schlachtausbeute betrug 66,7 0/0. Die Nieren waren sehr gut in Fett eingebettet, und auch die Menge Auflagefett war als gut zu bezeichnen.
Claims (2)
- Patentansprüche: 1. Trockenes Vollmilchaustauschpräparat für die Kälbermast auf der Grundlage eines innigen Gemisches von Magermilchpulver, Ölen oder Fetten, einem Emulgator, einem wasserlöslichen Stabilisator und gegebenenfalls Mineralstoffen und Vitaminen, gekennzeichnet durch einen Gehalt von 1,5 bis 4 %, berechnet auf das Trockenpräparat, an Citronensäure, Weinsäure, Adipinsäure, Fumarsäure und/oder Milchsäure.
- 2. Vollmilchaustauschpräparat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es eine zusätzliche Menge Dextrose, Stärkezucker, Trokkenstärkesirup, Lactose und Molkenpulver enthält. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 888 352; deutsche Auslegeschriften Nr. 1073 845, 1050 163, 1075 417; österreichische Patentschrift Nr. 198114; französische Patentschrift Nr. 825 341; belgische Patentschrift Nr. 510144; Kirsch, Splittgerber, Fangauf, »Die Fütterung der landwirtschaftlichen Nutztiere«, 1954, S.65/66.
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