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Verfahren zur Herstellung von buten Ornament-Verbundfensterscheiben
aus Kunststoff Die Erfindung bezieht sich auf ein neuartiges Herstellungsverfahren
von bunten Ornament-Verbundfensterscheiben aus Kunststoff, d. h. also von Scheiben,
die aus einer inneren und einer äußeren Schicht mit eingeschlossenen Lufträumen
bestehen. Es ist bereits bekannt, einfache Ornament-Fensterscheiben aus Kunststoff
herzustellen, bei denen die die Konturen der Unterteilung bildenden Streben zusammen
mit dem äußeren Rahmen als Baueinheit hergestellt sind und in die durch diese Streben
entstehenden Fläcne als Füllung ein noch nicht ausgehärteter Kunststoff in einer
oder verschiedenen Farben eingegossen wird. Im weiteren wurde auch schon vorgeschlagen,
die Konturen der Ornamente durch Trennwände aus Aluminium, Messing oder Kunststoff
herzustellen, die in die untere, noch nicht ausgehärtete Schicht hineingedrückt
werden, wobei gegebenenfalls in den Trennwänden Durchbrechungen vorgesehen sind,
um eine bessere Verbindung zwischen den nebeneinanderliegenden Feldern zu erzielen.
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Diese Verfahren weisen jedoch den Nachteil auf, daß infolge der starken
wetterabhängigen Temperaturdifferenzen und der unterschiedlichen Dehnungskoeffizienten
von Trennwänden und Kunststoffschichten sich letztere von den rennwänden lösen und
dadurch Risse entstehen, die bei Eindringen von Feuchtigkeit und Frost leicht zur
Zerstörung des Fensters führen können. Abgesehen von diesen Mängeln lassen sich
diese Verfahren aber auch nicht zur Herstellung von Verbundscheiben verwenden.
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Für Verbundscheiben wird nach der Erfindung ein neuartiges Verfahren
aufgezeigt, bei welchem zunächst in bekannter Weise in eine Form eine Schicht aus
noch nicht ausgehärtetem, durchsichtigem oder durchscheinendem Kunststoff, z. B.
Polyester, gegossen und in diese Schicht vor dem Aushärten die trennenden Konturen
für die gewünschte Scheibenunterteilung gelegt und nach dem Aushärten auf die @rste
Schicht in die entstandenen Felder eine zweite, gleichartige Schicht in beliebiger
Farbe aufgegossen @ird und erhärtet.
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Nach der Erfindung wird jedoch für die Bildung lieser Konturen ein
Band aus hochporösem, dem @erwendeten Kunststoff freundlichem Werkstoff be-@utzt,
welches sich beim Gießen des Kunststoffes inolge der Kapillarwirkung vollsaugt,
so daß nach @em Guß praktisch keine Trennwände mehr vorhan-@en sind, sondern eine
einheitliche, homogene chicht entsteht, aus der an den Ornamentkonturen @as poröse
Band etwas herausragt.
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Die so vorbereitete Platte wird sodann nach Drehen um 180° in eine
der ersten Schicht gleiche, noch nicht ausgehärtete Schicht hineingelegt und vorzugsweise
unter leichtem Druck in dieser bis zum Aushärten der Schicht festgehalten. Bei diesem
Vorgang saugt sich der noch herausstehende Teil des hochporösen Bandes beim Einlegen
in die noch nicht ausgehärtete Kunststoffschicht ebenfalls voll und erhärtet dann,
so daß bei der fertigen Platte das vorher hochporöse, labile Band ein fester Teil
der Platte wird. Bei dem umgekehrten Auflegen der vorbereiteten Platte entstehen
in den einzelnen Feldern Luftkissen, die durch die innige Verbindung der unteren
Schicht mit em sich in die porösen Bänder einsaugenden Kunststoff einwandfrei luftdicht
abgeschlossen werden. Die Stärke der Lufträume kann dabei durch das herausstehende
Maß der porösen Bänder und auch durch den ausgeübten Druck beliebig bemessen werden.
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Um einer oder beiden Außenschichten dieser Doppelscheibe eine ornamentartige
Struktur zu geben, kann nach einem weiteren Merkmal der Erfindung vor dem Eingießen
der Schicht in die Form eine kleine Menge von Glasfasern auf dem Formboden verstreut
werden, die bei Durchsicht durch die fertige Platte den Anschein einer ornamentalen
Oberflächenstruktur erwecken. Wird für eine oder beide Schichten der Scheibe eine
echte Oberflächenstruktur gewünscht, so kann dies leicht dadurch erreicht werden,
daß vor dem Guß der Schicht auf den Formboden eine mit bekannten Trennmitteln bestrichene
Formplatte mit beliebiger Oberflächenstruktur aufgelegt wird, die als Vaterform
für die aufgegossene
Kunststoffschicht dient. Die Kunststoffscheiben
erhalten dann die umgekehrte Struktur der Formplatte.
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Da Kunststoffplatten, gleichgültig um was für einen Kunststoff es
sich handelt, eine relativ weiche Oberfläche haben, besteht bei stark beanspruchten
Scheiben, z. B. durch Staubeinwirkung und häufiges Putzen, leicht eine Verschrammung
und damit eine blinde Oberfläche. Um dies zu vermeiden, kann es im Rahmen der Erfindung
zweckmäßig sein, in den Boden der Form lose eine dünne Glasscheibe einzulegen und
eine oder beide Schichten auf eine solche dünne Glasscheibe aufzugießen. Bekanntlich
gehen Glas und Kunststoff eine sehr innige Klebverbindung miteinander ein. Durch
die bekannten Elastizitätseigenschaften der Kunststoffe erhält die Glasscheibe eine
hervorragende Stabilität sowohl in bezug auf Biege- als auch Schlagfestigkeit, während
die Oberflächenhärte der Scheibe durch die dünne Glasschicht erzielt wird. Selbst
bei Verbundfenstern mit den größten in der Praxis vorkommenden Ausmaßen genügt für
diesen Oberflächenschutz eine Glasscheibe von 1,5 bis 2 mm, da sie ausschließlich
der Oberflächenhärte dient. Das vorerwähnte Konturenband besteht vorzugsweise aus
einem handelsüblichen Band aus einem Glasfasergewebe oder auch aus einem hochporös
aufgeschäumten Kunststoff des gleichen Typs, aus dem die Schichten bestehen. Nach
dem aufgezeigten Verfahren können sowohl gleiche Muster in Serienfabrikation als
auch Einzelausführungen, z. B. mit künstlerischen Darstellungen, leicht hergestellt
werden, indem die Konturen für die gewünschte Feldaufteilung oder die figürlichen
Darstellungen vor dem ersten Guß auf dem Boden der Form z. B. mittels einer Schablone
aufgezeichnet oder, wenn Oberflächenschutzscheiben aus Glas verwendet werden, eine
entsprechende Schablone zwischen Glasscheibe und Formboden lose eingelegt wird.
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In der Zeichnung ist die Durchführung des Verfahrens schematisch dargestellt.
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Gemäß I wird zunächst in eine Form 1 eine dünne Schicht 2 von noch
nicht ausgehärtetem Kunststoff eingegossen. Gegebenenfalls kann gemäß Ia vor dem
Gießen eine Anzahl von Glasfasern 3 lose in den Formboden eingestreut werden. Solange
die Schicht 2 noch nicht erhärtet ist, wird gemäß II das hochporöse Band 4 in den
gewünschten Konturen in die Schicht 2 eingelegt, wobei dieses Band auch den gesamten
Rand der Schicht 2 umschließt. Nunmehr läßt man die Schicht mit den eingelegten
Bändern erhärten, was in der Praxis etwa ½ Stunde dauert.
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Sodann wird gemäß III je nach der gewünschten Farbverteilung in einzelne
der durch das Band 4 abgeteilten Felder eine dünne Schicht farbigen Kunststoffes
eingegossen. Es entsteht nun eine Unterplatte gemäß IV, bei der beispielsweise die
Felder 2 klar durchsichtig bleiben, das Feld 5 blau, das Feld 6 gelb, das Feld 7
grün und das Feld 8 rot erscheint.
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Nach Erhärten der farbigen Eingüsse wird die Platte 2, 4 aus der Form
herausgenommen und gemäß V eine neue Schicht 9 eingegossen. Unmittelbar nach diesem
Eingießen, also vor dem Aushärten, wird die Platte gemäß III um 180° gedreht und
in die Schicht 9 eingelegt, wobei sich die oberen Ränder des Bandes 4 vollsaugen.
In dieser Lage wird die Schicht 2 unter leichtem Druck bis zum Aushärten der Schicht
9 festgehalten. Es entsteht nunmehr die fertige Doppelscheibe 11 gemäß VI mit den
völlig
dicht eingeschlossenen Lufträumen 12. Hier sei erwähnt, daß - wie bereits
eingangs beschrieben und gemäß V und VI dargestellt - eine Formplatte 10 unter die
Gußschicht gelegt werden kann, um eine ornamentierte Oberfläche zu erzielen. In
gleicher Weise kann beim Guß der Schicht 2 und/oder beim Guß der Schicht 9 eine
dünne Glasplatte in den Formboden eingelegt werden, die sich beim Guß innig mit
dem Kunststoff verbindet.
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Die nach dem geschilderten VErfahren hergestellte doppelscheibe 11
kann rings um ihren Rand 14 herum gemäß VII in eine Metallschiene 13 gefaßt werden,
die beispielsweise mit Mauerdübeln fest in eine Wand eingebaut werden kann. In gleicher
Weise kann die Scheibe 11 natürlich auch in den Falz von Türen und Fenstern eingesetzt
werden.