DE1227669B - Pneumatisches Messgeraet - Google Patents
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. Cl.:
GOIb
Deutsche Kl.: 42 b-26/03
Nummer: 1227 669
Aktenzeichen: S 79919 IX b/42 b
Anmeldetag: 15. Juni 1962
Auslegetag: 27. Oktober 1966
Die Erfindung betrifft ein strömungsmittelbetätigtes Meßgerät, insbesondere ein pneumatisches
Dickenmeßgerät für die Kontrolle einer Abmessung bei seriengefertigten Teilen.
In derartigen Meßgeräten wird im allgemeinen eine Begrenzungsfläche des zu prüfenden Werkstückes
aus einer Meßdüse angeblasen. Die Meßdüse wird aus einer Quelle konstanten Druckes über eine
Drosselstelle mit Strömungsmittel, normalerweise Luft, versorgt. Der Druck, der sich zwischen Dros- j ο
seistelle und Meßdüse einstellt, ist ein Maß für den Abstand zwischen der Austrittsöffnung der Meßdüse
und der ihr gegenüberstehenden Fläche des gerade geprüften Werkstückes. Man kann die Messung auch
nach einer Nullmethode ausführen, wobei zwei Düsen mit je einer vorgeschalteten Drosselstelle verwendet
werden und die Druckdifferenz gemessen wird, die sich zwischen den beiden Düsen-Speiseleitungen
bildet, wenn einer der beiden Düsen (der Meßdüse) ein Werkstück gegenübergestellt wird,
während die andere Düse (die Vergleichsdüse) ungestört bleibt.
Um die Meßgeräte eichen, d. h. eine bestimmte Beziehung zwischen der gemessenen Druckgröße
und der sie verursachenden Abmessung des gemes- $enen Werkstückes herstellen zu können, kann man
in bekannter Weise parallel zur Meßdüse oder parallel zur Vergleichsdüse ein im Austrittsquerschnitt
verstellbares Leckventil anordnen oder die Vergleichsdüse selbst verstellbar gestalten. Beim Eich-Vorgang
wird an Stelle eines zu messenden Werkstückes ein Normal mit genau bekannter Abmessung
vor die Meßdüse gerückt und das Leckventil bzw. die verstellbare Vergleichsdüse so eingestellt, daß
am Druckmeßgerät eine vorbestimmte Anzeige erzeugt wird.
Um zuverlässige Meßergebnisse zu erhalten, muß das Meßgerät von Zeit zu Zeit mit dem Normal
nachgeeicht werden. Dies bedingt jedesmal eine Unterbrechung der gerade laufenden Meßserie und
pinen relativ umständlichen, von Hand ausgeführten Arbeitsgang.
Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, die Nacheichung zu automatisieren und insbesondere so
zu gestalten, daß die Betätigung eines Druckknopfes .oder Schalters genügt, um den Eichvorgang selbsttätig
ablaufen zu lassen. Besonders bei Meßgeräten, die zur Toleranzkontrolle von seriengefertigten Teilen
eingesetzt werden, läßt sich dadurch eine merkliche Erhöhung der pro Zeiteinheit gemessenen
Stückzahlen bei gleichzeitig stark herabgesetzten Wartungsansprüchen erzielen. Es ist zwar bei pneu-Pneumatisches
Meßgerät
Anmelder:
The Sheffield Corporation,
Dayton, Ohio (V. St. A.) '
Vertreter: ■
Dr.-Ing. H. Negendank, Patentanwalt,
Hamburg 36, Neuer Wall 41
Hamburg 36, Neuer Wall 41
Als Erfinder benannt:
William Fred Gesell, Dayton, Ohio (V, St. A.)
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 16. Juni 1961 (117 643) - -
matischen Dickenmeßgeräten bekannt, die Eichung mittels einstellbarer Düsen vorzunehmen und mit
Überströmventilen das Auftreten eines Überdruckes zu verhindern, doch ist eine mit derartigen Mitteln
arbeitende automatische Eichung von strömungsmittelbetätigten Dicken- oder Längenmeßgeräten
bisher nicht bekanntgeworden.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß an die Speiseleitung einer Düse ein in Abhängigkeit
von dem vor der Meßdüse herrschenden Druck gesteuertes Leckventil angeschlossen ist, das
mit einer ein- und ausschaltbaren Arretiervorrichtung versehen ist, und daß Vorrichtungen für die
Ein- und Ausrückbewegung des Normals und Vorrichtungen für die Kopplung der Arretiervorrichtung
mit der Lage des Normals vorgesehen sind.
Nach der Erfindung wird während des Eichvorganges die Zuleitung zur Steuerkammer selbsttätig
geöffnet und nach Beendigung des Eichvorganges wieder geschlossen, so daß der für die Einstellung
des Steuergliedes maßgebende Eichdruck erhalten bleibt und die Arretiervorrichtung entlastet wird.
Schließlich werden nach der Erfindung die bei der Eichung nötigen Vorgänge, nämlich Einrücken des
Normals, Öffnen der Zuleitung zur Druckkammer und Lösen der Verriegelung des Stellgliedes, durch
Schließen eines elektrischen Schalters bewirkt. Da-
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durch wird eine bedeutende Vereinfachung der Bedienung pneumatischer Meßgeräte und eine größere
Zuverlässigkeit dieser Geräte erzielt. Da eine Eichung nur einen Knopfdruck erfordert, ist sie nicht so lästig
wie eine von Hand auszuführende Eichung und wird dementsprechend öfter vorgenommen werden.
Die Erfindung sei im folgenden an Hand der
Zeichnungen an drei Ausführungsbeispielen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigt
Fig. 1 die schematische, teilweise geschnittene Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels der
Erfindung,
Fig. 2 einen vergrößerten Schnitt durch das LeckventilB1 des Apparates nach Fig. 1,
F i g. 3 die schematische Darstellung eines weiteren Ausführungsbeispiels der Erfindung, das nach
dem Nullverfahren arbeitet,
F i g. 4 die schematische Darstellung eines dritten, ebenfalls nach dem Nullverfahren arbeitenden Ausführungsbeispiels
der Erfindung und
F i g. 5 einen Schnitt durch das in dem Ausführungsbeispiel nach Fi g. 4 verwendete Leckventil.
Die Prinzipien der Erfindung lassen sich auf alle mit Strömungsmitteldruck arbeitenden Apparate anwenden,
bei denen der Druck eine Funktion einer Kenngröße eines Teiles ist und bei denen eine diesen
Druck messende Vorrichtung periodisch wieder eingestellt oder geeicht werden soll.
Die Erfindung wird im folgenden an dem in den Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel in
ihrer Anwendung auf einen Dimensionsmeßapparat beschrieben. Ein Druckregler 12 ist einerseits mit
einer. Druckluftquelle 10 und andererseits über eine Leitung 16 mit einer Meßdüse A verbunden. Die
Meßdüse A kann sowohl mit einem Normal G als auch mit einem zu messenden Werkstück W zusammenarbeiten.
Die Leitung 16 ist mit einer Drosselstelle 14 versehen, so daß zwischen dieser Drosselstelle
14 und der Meßdüse-4 eine Gegendruckzone 8 entsteht. Der Druck dieser Gegendruckzone 8 ändert
sich als Funktion des Abstandes zwischen der Innenwand des Normals oder des Werkstückes und
den Mündungen 27 der Düse A. Der Druck in der Gegendruckzone A wirkt auf eine Druckmeßvorrichtung,
z. B. ein Manometer 18 mit beweglichem Zeiger und geteilter Skala oder einen-druckabhängigen
Schalter 22, ein. Falls es gewünscht wird, kann auch ein weiteres Manometer 20 an den vor der Drosselstelle
14 liegenden Teil der Leitung 16 angeschlossen werden.
Wie aus der bisherigen Beschreibung hervorgeht, mißt der Apparat die Druckdifferenz zwischen dem
Druck in der Zone 8 und dem Atmosphärendruck. Durch geeignete Einstellung der Drosselstelle 14
und des Reglerausgangsdruckes 12 läßt sich Übereinstimmung zwischen der Skalenteilung des Manometers
18 und der Dimension des zu messenden Teiles erreichen. Die erforderlichen Einstellungen
werden unter Verwendung eines Normals G mit maximalen oder minimalen Abmessungen zur Be-Stimmung
des entsprechenden Maximums oder Minimums auf der Skala des Manometers 18 vorgenommen.
Es ist auch möglich, nur ein einziges Normal G zu verwenden, das entweder den mittleren
Teil der Skala öder einem der Extremwerte entspricht.
Eine Leitung 24 verbindet die Gegendruckzone 8 bei 38 mit einer Kompensationsvorrichtung B1.
Diese Kompensationsvorrichtung ist z. B. ein Leckventil. Dieses Ventil wird derart betätigt, daß während
des normalen Betriebes des Apparates eine kleine Menge des Strömungsmittels ausströmt, so
daß die von dem Manometer 18 oder dem Druckschalter 22 gemessene Variable sich aus der Ausströmung
durch das Ablaßventil B1 und der Ausströmung durch die Meßdüse A zusammensetzt. Ist
die Ausströmung durch das Leckventil B1 konstant,
so kann nach entsprechender Eichung auf der Skala des Manometers direkt die Abmessung des gemessenen
Werkstückes abgelesen werden. Die von dem Leckventil B1 abgegebene Strömungsmittelmenge
wird von Zeit zu Zeit selbsttätig durch ein druckempfindliches Element kontrolliert, das zwischen
der Meßdüse A und der Drosselstelle 14 derart mit der Leitung 16 verbunden ist, daß — sobald die
Meßdüse A in Verbindung mit dem Normal G gebracht wird — der Meßapparat selbsttätig geeicht
und dabei die Öffnung des Leckventils B1 so eingestellt
wird, daß Übereinstimmung zwischen der Abmessung des gemessenen Teiles und dem auf der
Skala des Manometers 16 abgelesenen Wert erreicht wird. Die in den durchströmten Teilen der Apparatur
vorliegenden Bedingungen können sich allmählich durch die fortschreitende Abnutzung der Meßdüse
durch Ablagerungen in den Leitungen, Temperaturschwankungen oder Kennlinienverschiebungen
des Druckreglers verändern. Es ist deshalb erforderlich, die Eichung von Zeit zu Zeit zu wiederholen.
Bei dem Meßapparat gemäß der Erfindung werden nun diese Nacheichungen außerordentlich schnell
und genau durchgeführt. Die Eichung kann sich unter Benutzung eines Normals mit maximaler oder
minimaler Abmessung auf den Anfangs- oder Endpunkt der Skala des Manometers 18 oder unter Verwendung
eines entsprechenden Normals auch auf einen mittleren Punkt auf der Skala des Manometers
beziehen.
Das Leckventil B1 kann verschieden ausgebildet
sein. Das in F i g. 2 dargestellte Leckventil umfaßt
einen ringförmigen Ventilsitz 30, der in den axialen Rohrstutzen 32 einer Hülse 34 eingepreßt ist. Das
über die Leitung 24 (F i g. 1) zugeführte Strömungsmittel strömt durch eine öffnung 36 in einer Menge
aus, die von der Lage des Endes 40 einer Steuerstange 42 abhängt, das, wenn es vollständig in die
Öffnung 36 eingetreten ist, das Ausströmen verhindert.
Während des normalen Betriebes des Apparates ist jedoch das genannte Ende 40 von der entsprechenden
Fläche des Ventilsitzes 30 hinreichend weit entfernt, so daß über den Kanal 50 ein dauerndes
Ausströmen des Strömungsmittels zur Atmosphäre erfolgt.
Die axiale Verschiebung der Steuerstange 42 wird durch eine Buchse 44 geführt, die an einem der
Enden des Ventilkörpers 34 befestigt ist. Eine Feder 48 drückt normalerweise den Kolben 42 nach rechts.
Die Hülse 34 kann im Inneren eines ringförmigen Hohlraumes 46 im Gehäuse des Kompensator B
verschoben werden und wird durch eine Schraube 52 in einer geeigneten Lage festgehalten.
Das aus der Buchse 44 herausführende Ende des Kolbens endet in einem Kopf 86, der durch ein
druckempfindliches Steuerglied 60 bewegt wird. Eine Feder 48 hält den Kopf 86 in Kontakt mit dem sogenannten
Steuerglied 60.
Obwohl es möglich ist, nur eine flexible Membran zu verwenden, werden doch vorzugsweise für das
druckempfindliche Steuerglied 60 zwei Membranen 54 und 56 aus imprägniertem Kautschuk verwendet,
die durch ein Abstandsstück 58, das Steuerglied 60, einen Ring 62 und eine Schraube 64, die diese Elemente
in ihren Lagen hält, auf Abstand gehalten werden. Die Außenfläche der Membran 54 ist in
bezug auf ein Ende des Gehäuses des !Compensators in ihrer Lage unveränderlich. Die Außenfläche der
Membran 56 ist zwischen einem Zwischenstück 66 und einem Endstück 68 des Gehäuses befestigt. In
dem Körper des Kompensators B befindet sich ein Hohlraum 70 mit einem großen Durchmesser, in
dem eine Feder 82 angeordnet ist, die, wie F i g. 1 zeigt, das druckempfindliche Steuerglied nach rechts
preßt. Sobald der durch die beiden Membranen begrenzten Steuerkammer 72 ein Druck zugeführt
wird, übt die Membran 54, deren Abmessungen größer sind als die der Membran 56, eine nach
links gerichtete Kraft aus, welche die nach rechts gerichtete Kraft der Feder 82 ausgleicht.
Der Ring 62 ist mit einem Stift 76 geringeren Durchmessers verbunden, dessen axiale Bewegung
durch eine Bohrung 74 in dem Teil 68 des Kompensatorgehäuses geführt wird. Ein ebenfalls im
Teil 68 des Gehäuses angeordneter Kanal stellt eine Verbindung zwischen der rechten Fläche der Membran
56 und der Atmosphäre her. Das steuerempfindliche Steuerglied 60 verschiebt sich somit axial unter
der Wirkung des Luftdruckes in der Druckkammer 72 zwischen den Membranen und den gegenwirkenden
Federn.
Die Steuerdruckkammer 72 ist mit einem Ventil 80 verbunden, über das sie mit der Leitung 24 verbunden
werden kann. Selbstverständlich kann ein mechanisches Ventil verwendet werden, vorzugsweise
wird jedoch das Ventil 80 elektrisch über eine Magnetwicklung betätigt, bei deren Erregung das
Ventil öffnet und bei deren Entregung es schließt. Wird der mit der genannten Wicklung verbundene
Schalter 108 geschlossen, so öffnet das Ventil und verbindet die Gegendruckzone 8 direkt mit der
Steuerkammer 72.
Um Störungen durch einen etwaigen Druckabfall im Inneren der Steuerdruckkammer 72 während des
Meßvorganges (bei geschlossenem Ventil 80) zu verhindern und um die Eichung sicher aufrechtzuerhalten,
ist es wünschenswert, ein zusätzliches Verriegelungsmittel für den Kolben oder das Steuerglied 60
vorzusehen. Diese Verriegelung wirkt direkt auf den fest mit dem Ring 62 verbundenen Stift 76. Die Verriegelungsvorrichtung
umfaßt eine Reibungsvorrichtung 88 mit einem Kolben 90, der an seinem Umfang einen Ring 92 trägt, der einen dichten Abschluß
gegen die Wand eines Hohlraumes 94 im Teil 68 des Kompensatorgehäuses sicherstellt. Über eine
Öffnung 96 geringen Durchmessers steht der Hohlraum 94 mit dem quer verlaufenden Hohlraum 74
in Verbindung. Der Kolben 90 ist mit einem Arretierstift in Form einer Verlängerung 98 geringen Durchmessers
versehen, der durch die Öffnung 96 hindurchtritt und an dem Stift 76 anliegt. Eine an dem
Kopf des Kolbens 90 anliegende Schraubenfeder wirkt dessen Bewegung in Richtimg des Stiftes 76
entgegen. Die Arretierung des Stiftes 76 kann somit durch auf die Außenfläche des Kolbens 90 wirkende
Druckluft bewirkt werden. Diese Druckluft kann von der Leitung 24 abgenommen werden. Sie wird Jedoch vorzugsweise von der den Druckregler 12
speisenden Hochdruckleitung abgenommen. Diese Steuerdruckluft wird der Arretiervorrichtung über
ein elektromagnetisch betätigtes Dreiwegeventil 102 zugeführt, daß eine Leitung 104 entweder mit der
Atmosphäre oder der Druckluftleitung 106 verbindet. Bei der in Fig. 1 gezeigten Stellung des
Ventils 102 steht die Leitung 104 in Verbindung mit
ίο der Druckluftleitung 106. Sobald die Erregerwicklung
dieses Ventils vom Strom durchflossen wird, wird die Leitung 104 mit der Atmosphäre verbunden.
Wie in F i g. 1 dargestellt, wird die Wicklung dieses Ventils 102 erregt, wenn der Schalter 108 geschlossen
ist. Der Schalter 108 wird weiter dazu verwendet, um über eine Leitung 109 eine Magnetwicklung
111 zu erregen, deren beweglicher Kern direkt mit dem Normal G verbunden ist, so daß das Normal
über den Meßkopf A geschoben wird, wenn das
ao Ventil 80 geöffnet und die Arretiervorrichtung gelöst ist. Die Rückführung des Normals- in die in
den F i g. 1 bis 4 dargestellte Lage kann mit Hilfe einer (nicht gezeigten) Feder erfolgen.
Durch die soeben beschriebene Vorrichtung kann
Durch die soeben beschriebene Vorrichtung kann
as eine Nach- oder Neueichung des Meßapparates
außerordentlich einfach und augenblicklich durch einfaches Schließen und Öffnen des Schalters 108
durchgeführt werden. Beim Schließen des Schalters 108 wird nach Endarretierung des Steuergliedes 60
eine Verbindung zwischen der Gegendruckzone 8 und der Steuerkammer 72 geschaffen und das Normal
G in Verbindung mit der Meßdüse A gebracht. Durch die Zuführung des in der Gegendruckzone 8
herrschenden Druckes wird das Steuerglied 60 selbsttätig so eingestellt, daß das Leckventil B1 den richtigen
Leckfluß einregelt, bei dem das Manometer 18 wieder den korrekten Wert anzeigt. Beim Öffnen
des Schalters 108 wird das Ventil 80 sofort geschlossen und die Kammer 72 abgesperrt. Gleichzeitig wird
über das Ventil 102 die Arretiervorrichtung betätigt, die das Steuerglied festhält und somit seine
Lage von etwaigen Änderungen des Druckes in der Kammer 72 unabhängig macht. Die Meßdüse A kann
dann wieder eine gewisse Zahl von Messungen durchführen, bevor zu einem beliebigen Zeitpunkt
wieder eine neue Nacheichung durchgeführt wird.
Bei dem bisher beschriebenen Ausführungsbeispiel der Erfindung wird mit dem Gegendruck im Inneren
einer einzigen Leitung gearbeitet. Es ist jedoch auch möglich, eine Nullmethode zu verwenden. Fig. 3
zeigt schematisch einen entsprechenden Meßapparat. In diesem Fall werden mehrere Gegendruckzonen
verwendet, von denen die eine mit der Meßdüse A' verbunden ist. Die andere Gegendruckzone ist mit
einer verstellbaren Vergleichsdüse 120 verbunden. Eine Druckquelle 10' speist über einen Druckregler
12', eine Leitung 16' und zwei Strömungswiderstände 121 und 122 parallel beide Gegendruckzonen. Zwischen
die beiden Gegendruckzonen sind ein Druckschalter 22' und ein Manometer 18' als Differenzinstrumente
geschaltet. Die Vergleichsdüse 120 wird während des normalen Betriebes so eingestellt, daß
die durch sie ausströmende Strömungsmittelmenge gleich der durch die Meßdüse A' und das mit der
Gegendruckzone 8' verbundene Leckventil D ausströmenden Strömungsmittelmenge ist. Dieses Druckgleichgewicht
bleibt aufrechterhalten, wenn die Abmessung des zu messenden Werkstückes W gleich
der Abmessung des Normals G' ist. Unter diesen Umständen zeigt das Anzeigeinstrument 18' den
Wert Null an, da die Drücke in den beiden Gegendruckzonen gleich sind. Unterscheiden sich die
beiden Drücke voneinander, so zeigt das Instrument die Differenz in bezug auf die gewünschten Abmessungen
an.
Der Kompensator E in F i g. 3 entspricht in allen Punkten dem Kompensator B in Fig. 1. Er wird
über den Schalter 108' elektrisch gesteuert, um die Arretiervorrichtung zu lösen, die über eine Leitung
104 direkt von der Druckluftquelle oder — wie in
Fig. 3 gezeigt — von der Gegendruckzone8' mit
Luft gespeist wird. Zwischen der Gegendruckzone und der Steuerdruckkammer im Inneren des Kornpensators
E wird, sobald der Schalter 108' geschlossen ist, eine Verbindung geschaffen. Über den Schalter
108' und die Leitung 109' wird gleichzeitig die Magnetwicklung 111' erregt, deren Kern das Normal
G' vor die Meßdüse Ä' schiebt.
Die Wirkungsweise dieses Meßapparates entspricht der des. in F-ig. 1 dargestellten Ausrührungsbeispiels.
Der in der Gegendruckzone 8' herrschende Druck wirkt also nach Betätigen des Schalters auf das
Steuerglied 60 des Kompensators E, so daß das Leckventil D automatisch nachgestellt und dadurch
der Druck in der Gegendruckzone auf den richtigen Wert zurückgeführt wird. Hierdurch wird das
Gleichgewicht zwischen den Drücken in den beiden Gegpndruckzonen wiederhergestellt und das Manometer=
IS^sglbsttätig geeicht.
Fig. 4 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel der
Erfindung, dessen einzelne Elemente mit Ausnahme des Kompensators F den Elementen in dem Ausführungsbeispiel
nach Fig. 3 entsprechen. Der Kornpensatori",
der in seinen anderen Teilen den KompensatorenD und E vergleichbar ist, ist mit einem
Leckventil H versehen, dessen Einzelheiten Fig. 5
zeigt und das entgegengesetzt wie das Leckventil .B1 wirkt, d. h., sein Kolben verschiebt sich von rechts
nach links und verschließt die Öffnung, anstatt sie wie bei den vorhergehenden Ausführungsbeispielen
zu öffnen.
Die Steuerdruckkammer dieses Kompensators F ist mit der Gegendruckzone 208 vor der Meßdüse A'
verbunden, während das Leckventil H an die Speiseleitung der Vergleichsdüse 125 angeschlossen ist.
Durch den Druck in der. Steuerdruckkammer wird das Steuerglied und damit das Leckventil H wieder
so eingeregelt, daß das Meßinstrument 209 einen vorgegebenen Wert (meist Null) anzeigt, wenn die
Meßdüse A' vor dem Normal G' oder einem Werkstück von genau gleichen Abmessungen steht. Bei
dieser - Ausführungsform wird die selbsttätige Eichung durch Eingriff in die Vergleichsströmung
erzielt und nicht wie in dem vorher beschriebenen Äusführungsbeispiel durch Eingriff in die Meßströmung.
Claims (12)
1. Strömungsmittelbetätigtes Dickenmeßgerät, bei dem eine Meßdüse, vor die wahlweise ein
zu messender Prüfling oder ein Normal geführt werden kann, und eine Vergleichsdüse parallel
über eine gemeinsame Drosselstelle oder einzeln
über;je eine Drosselstelle ari eine Druckleitung angeschlossen sind und ein Druckfühler vor der
Meßdüse oder ein Differenzdruckfühler zwischen Meß- und Vergleichsdüse an die Speiseleitungen
für die Düsen angeschlossen ist, dadurch gekennzeichnet, daß an die Speiseleitung
(24, 8', 126) einer Düse ein in Abhängigkeit von dem vor der Meßdüse herrschenden
Druck gesteuertes Leckventil (S1, D, H) angeschlossen
ist, das mit einer ein- und ausschaltbaren Arretiervorrichtung (B3) versehen ist, und
daß Vorrichtungen für die Ein- und Ausrückbewegung des Normals (G, G') und Vorrichtungen
für die Kopplung der Arretiervorrichtung mit der Lage des Normals vorgesehen sind.
2. Pneumatisches oder hydraulisches Dickenmeßgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß Vergleichsdüse und Leckventil identisch sind.
3. Gerät nach Anspruch' 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuervorrichtung für
das Leckventil eine Steuerdruckkammer (72) aufweist, die mit der Steuerdruckleitung (24)
über ein Absperrventil (80) verbunden ist, und daß Vorrichtungen (108, 108'; 109) für die Betätigung des Absperrventils unter Kopplung mit
der Lage des Normals (G, G') und/oder der Arretierung (D3) vorgesehen sind. -
4.' Gerät nach" Ansprüchen Γ, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Arretiervorrichtung
(B3) einen vom Strömungsmittel über eine Zuleitung (104)' beaufschlagbaren Kolben (90),
einen Arretierstift (98), der vom Kolben (90) gegen einen für die Einstellung des Leckventils
maßgebenden Stift (76) gedrückt werden kann, und eine am "Arretier stift angreifende und gegen
den Strömungsmitteldruck wirkende Feder (100) enthält.
5. Gerät nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Steüerdruckkammef (72)
an zwei gegenüberliegenden Enden durch Mem-, branen (54, 56) mit verschiedenem Durchmesser
abgeschlossen ist. "'"'-_.
6. Gerät nach Anspruch 5," dadurch gekennzeichnet, daß ein bewegliches Steuerglied (60)
unter Zwischenlegung eines Abstandhalters (58) mit einem in axialer Richtung in einer Bohrung
(74) gleitbar gelagerten Stift (76) fest verschraubt ist und innere Kreisabschnitte der Membranen
(54, 56) zwischen Steuerglied (60) und Abstandhalter (58) bzw. zwischen Abstandhalter (58) und
Stift (76) abdichtend festgeklemmt sind.
7. Gerät nach Ansprüchen 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß das Leckventil (B1, D, H)
eine Steuerstange (42) aufweist, die durch die Kraft einer Feder (48) gegen das Steuerglied (60)
gedrückt wird.
8. Gerät nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine Feder (82) vorgesehen
ist, die am Steuerglied (60) gegen die vom Steuerdruck in der Steuerdruckkammer (72) auf
das Steuerglied ausgeübte Kraft angreift.
9. Gerät nach Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine elektromagnetische
Ein- und Ausrückvorrichtung (111, 111') für das
Normal (G, G') vorgesehen ist, die an eine über einen Schalter (108, 108') mit einer elektrischen
Stromquelle verbundene elektrische Leitung (109,109') angeschlossen ist.
10. Gerät nach Ansprüchen 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß in der Strömungsmittelzuführleitung
(104) der Arretiervorrichtung (B3)
ein elektromagnetisch betätigtes Dreiwegeventil (102) vorgesehen ist.
11. Gerät nach Ansprüchen 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Absperrventil (80) in
der Steuerdruckleitung (24) ein elektromagnetisch betätigtes Ventil ist.
10
12. Gerat nach Ansprüchen 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Dreiwegeventil (102)
und das Absperrventil (80) an die elektrische Leitung (109,109') angeschlossen sind.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Wiemer, »Pneumatische Längenmessung«, 1960, S. 72, 82, 85.
Wiemer, »Pneumatische Längenmessung«, 1960, S. 72, 82, 85.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US117643A US3065628A (en) | 1961-06-16 | 1961-06-16 | Gaging apparatus with calibrating means |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1227669B true DE1227669B (de) | 1966-10-27 |
Family
ID=22374028
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES79919A Pending DE1227669B (de) | 1961-06-16 | 1962-06-15 | Pneumatisches Messgeraet |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
| US (1) | US3065628A (de) |
| DE (1) | DE1227669B (de) |
| GB (1) | GB946518A (de) |
Cited By (6)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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