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Spannbarer, elastischer Lochsiebboden aus Vollmaterial Die Erfindung
betrifft einen Lochsiebboden mit runden oder quadratischen Sieböffnungen aus besonders
verschleißfestem, elastischem Materig der eine eingebettete Bewehrung mit Spannkanten
besitzt, die den Einbau des Lochsiebbodens in für Quer- oder Längsspannung eingerichtete
Siebmaschinen ermöglicht 'und eine ständige Längung durch die Spannkraft verhindert.
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Zur Siebklassierung von Massenschüttgütern, wie technisch nutzbaren
Gesteinen, Erzen und Kohlen, sind insbesondere bei sehr harter, schleißender Körnung
verschleißfeste Siebböden erforderlich, die den Wechselbiegebeanspruchungen und
den bei spannbaren Böden zusätzlichen ständigen Zugbeanspruchungen möglichst lange
standhalten, damit die Siebbodenkosten pro klassierter Gewichts- oder Raumeinheit
möglichst klein werden.
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Die bisher aus metallischen Werkstoffen (z. B. Stahl oder Federstahl)
gefertigten Loch- und Drahtäi6bböden mit Rund- oder Quadratöffnungen entsprachen
nicht immer den Verschleißbeanspruchungen. Die Standzeiten waren zu kurz. Zur Standzeitverlängerung
wurden Siebböden aus metallischen Werkstoffen mit Gummi oder Kunststoff beschichtet
bzw. ummantelt, weil die Elastizität und gute Verschleißfestigkeit der Schutzschichten
eine Verbesserung versprach. Hierbei bestehen sämtliche Stege zwischen den Sieböffnungen
aus beschichtetem Metall, und der Boden ist daher entsprechend starr, so daß die
erwünschte Wirkung der Schutzschichten nicht auftreten konnte, weil die Schichten,
von harter Körnung trommelartig beansprucht, mangels Elastizität der Metallträger
vorzeitig durchschlagen und abgerieben wurden. Harfensiebböden aus ummantelteÜ Drähten
mit spaltförmigen Sieböffnungen besaßen die' erforderliche Gesamtelastizität, doch
ermöglichten die Spalten keine ausreichend genaue Klassierung, weil längliche, splittrige
Kornanteile mit in den Durchlauf wandern konnten. Da eine genaue Klass#erung fast
immer notwendig ist, beschränkte sich die Anwendung der Harfensiebböden mit ummantelten
Drähten auf Einzelfälle, bei denen nicht die Klassierung im Vordergrund stand.
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Der übergang auf Gummi- oder Kunststoff-Vollmaterial ohne Metalleinlage
bei runden oder quadratischen Sieböffnungen führte zu einem Teilerfolg. Für plane
Siebmaschinen-Siebdecks werden bei sehr schleißendem Aufgabegut heute bevorzugt
LochsiebbÖden aus Gummi mit eingestanzten oder in' einer entsprechenden Form einvulkanisierten
Sieböffnungen'#ingesetzt, wobei je nach Plattendicke und Beanspruchung die
ringsherum aufliegenden und be# festigten Siebplatten zwischen diesen Auflagen im
Feld ein oder mehrere Male linienförmig unterstützt werden, ohne Befestigung an
diesen Stellen. Auch sind linienförmige Unterstützungen, z. B. aus hochkant angeordneten
Flachschienen mit oder ohne U-förmigen Gummiauflagen, durch anvulkanisierte Gurnrnistege
ersetzt -wärden, wobei sich zwischen diesen Stegen ein, zwei oder mehr Sieböffnungsreihen
befanden. Infolge der ständigen Wechselbiegebeanspruchungen durch die Beschleunigungskräfte
der Maschine und die Schwellbiegebeanspruchung durch das Siebgut wurden die entsprechenden
Gurtzonen der Unter- bzw. Oberseiten der Gummiplatten auf Zug beansprucht, und sie
längten sich entsprechend der Gummiqualität unter der Beanspruchung, weil Kunststoffe
und Gummi keine metalrahnlichen technologischen Eigenschaften besitzen und durch
das schlechte Zeitstandverhalten im Sinne des sogenannten »kalten Flusses« unter
der Last kriechen, d. h. ständig länger werden. Diese Längung führt im Laufe
der Einsatzzeit zum Durchhängen der Platten zwischen den Unterstützungen und bei
der Wurfbewegung der Maschine zum Abheben.
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Die Schwingweite der Platten vergrößerte sich also ständig, und das
zu klassierende Korn wurde hicht mehr - wie theoretisch zur Erzielung optimaler
Leistungen erforderlich - von Sieböffnung zu Sieböffnung geworfen, sondern
als sogenanntes »Springkom« über mehrere Sieböffnungen hinweg. Die Aussiebung war
folglich nicht befriedigend; denn es befand sich zu viel Unterkorn im überlauf,
das eigentlich durch die Sieböffnungen hätte hindurchtreten müssen. Um den nachteiligen
»kalten Fluß« einzuschränken, setzte man die Unterstützungen enger, dehnte die Platten
beim Aufbringen auf* die planen Unterstützungen und/oder verbreiterte die Stege
zwischen den Si6böffnungen. Da diese Siebböden
aus elastischem
Ypllmaterial bezogen auf die Verschleißfestigkeit im#"Dürchsäinitf- etwa
6- bis 8mal so lange wie Metallsiebböden halten, wirkt auch die Zugbeanspruchung
bei durch Verschleiß ständig abnehmenden Stegquerschnitten entsprechend, länger,
so daß sich die Böden7immer mehr ddhnen 'und in vielen Fällen iii#ht-.#Yig"iuiii
biidgültigen Verschleiß auffiegen Viele Siebnias# -en, insbesondere solche für kleinere
Körnungen uiit,6i"15eispiel#weise 50 mm, w6rden aber nicht mit planen
Siebdecks gebaut, sondern mit üb#rhöhten Unterstützungstraversen für Längs- oder
Querspannung. I-Iierbei muß der Siebboden mit -Spannkanten, -bestehend aus Spannfalzen,
umgebogenen Drahtenden, umgebogenen Blechrändern oder angeschw.eißten -H
. enblechen ..versehen sein, weil - eK11.. Z #
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durch das Spannen und der vorhandenen überhöhung der Unterstützungen
Anpreßkräfte entstehen, müssen, ,die ein Abheben des-13-odens.von den Unterstützungen
durch die Beschleunigungskräfte der Maschine verhindern, so daß -der Siebboden nicht
auf den Traversen »schlagen« kann:tjüd. Jurch Schwingungsbräche vorzeitig
d
ebar wir .
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Wenn bei planen Siebinaschinendecks die aus der Blegebeanspruchung
hervorgerufenen Zugkräfte in den Ober- und Untergurten der Siebböden schon zu ständigen
--L*aing*eng#de'r.uii'gen mit den geschilderten Nachteilen führefi, kann ein Kunststoff-.
oder Gummi-Lochsiebboden -auf -Maschinen mit überhöhten Traversen für Längs-
oder Querspannung ohne entsprechende Armierung nicht eingesetzt -werden, weil infolge
der ständig wachsenden Länge zwischen,den Spannkanteg ein ordnungsgemäßes Spannen
und Nachspannen. während- der Betriebszeit unmöglich
.ist.
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Wegen dieser Erkeinitnis werden Lochsiebböden ,aus 3ioHem Kunststoff
oder Gummi auf eine-Spannarmierung-"aüs Mätgll.aufgelegt und mit dieser be" festigt.
Die Spannkräfte -nehmen hierbei die Metallbänder äuf, und" die -Böden aus Volfinaterial
sind zugentlastet, -doch tteten nach wie vor ähnliche Erscheinungen auf %#W, bei
derartigen Böden für plane Siebdecks oder,-plane Wechselrahmen, ohne eingeleiteteSpaunkräfte
zumAnpressen an überhöhte Traversen. Spännarmierung und Siebboden bilden nicht eine
Einheit, Ünd! durch die Spannarmierung sowie ihre-Bdfe§tigungmit der Siebplatte
geht wirksame Siebfläche verloreii.
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- Da die SpannarInierung normälerweise nicht verschleißt könnten
hierahf theoretisch mehrere Lochsiebböd6n aus elastischem Material verschlissen
*erden. Die -Piaxis zeigt aber, daß bei Standzeiten von etwa 6 bis
8 Monaten die Spannarmierung stark verrottet und teilweise'sdhon während
der normalen Aufliegezeit erneuert bzw. ausgebessert werden muß. Ein' befriedigende
Lösung ist hiermit also auch nicht gegeblen.
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. Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, eifien elastischen
Lochsiebboden 'aus Vollmaterial für schleiffende Ma#s§enschüttgütär zu schaffen,
der ohne Verlust an wirksärüef* Siebflächä spannbar ist, der sich unter Mitwirkung
der-Bewehrungen- als Spann;--elem8nte-auch im Dauerb#frieb bis zum endgültigen Verschleiß
in gleichwirkende elastische Siebbereiche unterteilen läßt und bei dem die Spannmittel
im Sinne ein6r Federelästizität d'esganzen Siebboderis -wählbar mit der Kuiiststoff-#rbiW.
Gumini#EIastizität, der einzelnen, untereinairder-.-"lgl#idhwertigen Siebbodenbereiche
derart zusammenwirken, daß auch und gerade stark schleißende Massengüter wie Basalt,
Erz, Koks, im Dauerbetrieb auch bei Wind und Wetter im Freien von Sieböffnung zu
Sieböffnungen geworfen werden, derart, daß bei vollständig freier Siebfläche ohne
Grenzkorneinklemmungen und Anbackungen feuchten Feingutes sowie geringstem Verschleiß
ei n' hoher und gleichmäßiger Wirkungsgrad erreicht -wird, bei sehr leichter und
Übersichtlicher Nachspannbarkeit.
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Diese Aufgabe löst die Erfindung dadurch, daß in einen spannbaren,
elastischen Lochsiebboden aus Vollmaterial nach Art einer Bewehrung Metalldraht-oder
Metallitzeneinlagen form- und kraftschlüssig eingebettet sind, die zwischen sich
elastische, schwingfähige Bereiche belassen und deren Enden mindesiens'in Diner
Richtung-zum regelbaren Spannen des Gesamt:bodens'dienen.
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. Nach einer Verbes#erüng ist der Vollboden aus zwei'Platt6n
gebildet, derenuntere, einfachere und billigere die Bewehrung enthält und deren
obere eine Verschleißplätte ist. In #eiären Fällen ist es zweckmäßig, daß die Verschleißplatte
kleinere Sieböffaün-# gen hat als die Trägerplatte. Die Bewehrurig -Wird C
C2
v . orzugsweise in Spannrichtung, quer zu den Spannkanten eibgebettet,
wobei. -die aus demLochsiebboden hervorsteliehden Drähte 'ad8r Litzen durch Auer-
zur Spaniirich#tiing"dicht nebeneinander öder mit einem bestimmteii Abständ angeordnete
Drähte oder Litzän vgrstärkt'sein können.' Die Bewehrtiiig als solche kann zu Spannkanten
hakenförmig um9615ogen und/oder durch aus Formblechstücken bestehenden Hakenblech8n.-oder
Falz6n versfärkt'seih.' . Um die Flächenpressung am* Austritt der Bewehrung
aus der -elastischen Platt8 kle#in zu halten, -ist insbesondere längs der-Spannkanten
die Einböttung Xion Sehutzstegen möglich, welche mit'der Bewährung verschweißt oder
nach anderen Verfahren verbunden sind.
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Zur"reg61baren Spannung-des Siebbodens können -die Bewehrungsdrähte
glatt, gekröpft oder gewellt -sein', damit diese Delinre-serven eine Anpassung an
die Einsatzbediiigungen ermöglich#ii.
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Der erfihdungsgemäße spa-nnbare, elastische LochziebbO'den aus Vollmat#rial
kann auch für Siebmaschinen mit' fflanen Decks Verwendung finden, wenn der Boden'duf
einem auswechselbaren Spannrahmen mit überhöhten Traversen aufgespannt. wird, -so
daß beide Bauteile als eine Einheit in die Maschine eingelegt werden können. Der
Einsatz von Siebböden gemäß dieser neuen Erfindung ist ohne das Einbringen vonSpannkräften
auf #lanenSiebniaschiiiendecks, immer'dann möglich,. wenn die Bewehrung für
die
auftretenden BiegekYäfte dünensioniert wird. In solchänFällen könhertohneMaschinenumbauten
denErfordernissen entsprechend bewehrte, elastische Lochsiebböden aus Vollmaterial
an Stelle der herkömmlichen Loch- und Drahtsiebböden erfolgreich, bei .voller NÜtzung
der Verschleißfestigkeit, Verwendung finden.
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- -- Die neud Erfindung ist in der Zeichnung -in einer
-beispielsWeisen, aber-'be7v(irzugten Ausführung dargästellt.
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Ffg. 1 ist die schematische Draufsicht auf eine Ausfühl#ung
des: neuen spannbaren gurnunielastischen Lochsiebbodens fütSchleißer(de Güter;
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F i g. 2 ist. ein Schnitt nach- H,II der F i. g. 1;
F
i g. 3 ist eine Einzelheit.
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Man erkennt in F i g. 1 einen Lochsiebboden 1 mit einem
gummielastischen Boden 7 und einer Bewehrung 8 in Gestalt von in den
Boden eingebetteten Metalldraht- oder Metallitzeeinlagen. Die Bewehrang endet an
zwei einander gegenüberliegenden Enden 2, im Ausführungsbeispiel in Spannfalzen
3.
Die Zugrichtung für das Verspannen des Bodens verläuft im Fall des Ausführungsbeispiels
quer in der Bildebene. Die Spannfalze 3 sind im Ausführungsbeispiel durch
Querdrähte 5 verstärkt. Diese Querdrähte belassen innerhalb des Siebbodens
zwischen sibh Längsabstände 6 als gummielastische, schwingfähige Bereiche.
Diese sind in Querrichtung, ün Ausführtingsbeispiel durch Querdrähte 4, begrenzt.
Die gummielastischen Bereiche 6 enthalten wahlweise Löcher 9.
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Bei SNben von großen Abmessungen können die Querdrähte durch Bänder
oder andere in der Siebtechnik bekannte Verstärkungsglieder ersetzt sein, in denen
Löcher für Befestigungselemente angeordnet sind.
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F i g. 3 zeigt einen Querschnitt durch den vollwandigen Teil
eines gummielastischen Siebbödens nach der Erfmdung, bei dem die Bewehrung
8 zwischen eine obere Verschleißplatte 7 und eine untere Trägerplatte
10 aus weicherem Gummi eingebettet ist. Diese Verschleißplatte
7 kann kleinere Sieböffnungen haben als die Trägerplatte 10. F i
g. 3 zeigt ferner eine zweckmäßige Ausführung der Siebbodenkante längs der
Spannkante mittels in die Böden 7 und 8 eingebetteter Schutzstege
11. Diese Schutzstege, die sich also längs der Spannkante hinziehen und diese
begrenzen, bestehen aus einem Winkeleisen, dessen kürzerer Schenkel 12 durch die
Schweißung 13 fest mit der Bewehrung 8 verbunden ist.
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Bei allen Ausführungen nach der Erfindung ergibt sich ein solcher
spannbarer gummielastischer Lochsiebboden für schleißende Güter, dessen Spannbarkeit
von der Bewehrung übernommen wird und dessen wählbare Gummielastizität den
gummielastischen schwingfähigen Bereichen vorbehalten bleibt.