-
Elektrische Antriebsvorrichtung zum öffnen und Schließen und zum Abdichten
des Flügels eines Schiebefensters Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum öffnen
und Schließen und zum Abdichten des Flügels eines Schiebefensters mit einem elektrischen
Antrieb für das öffnen und Schließen des Flügels und mit einem zweiten elektrischen
Antrieb für das Abdichten des Flügels.
-
Bei den bekannten Vorrichtungen der fraglichen Art werden der Antrieb
zum öffnen und Schließen des Flügels und der Antrieb für das Abdichten des Flügels
getrennt voneinander betätigt. Dies hat den Nachteil, daß zum öffnen, zum Schließen
oder zum Feststellen des Flügels in einer Zwischenstellung zwischen den beiden Endstellungen
zuerst der Antrieb zum Lösen der Abdichteinrichtung eingeschaltet, sodann - nach
dem Abschalten dieses Antriebs - der Antrieb für das öffnen oder Schließen des Flügels
betätigt und anschließend - ebenfalls nach dem Abschalten dieses zweiten Antriebs
- der erstgenannte Antrieb zum Abdichten des Flügels erneut betätigt werden muß.
Diese Maßnahmen sind umständlich und zeitraubend.
-
Außerdem haben die bekannten Vorrichtungen den weiteren Nachteil,
daß ein Anhalten des Flügels in einer beliebigen Zwischenstellung zwar in einigen
Fällen erfolgen kann, jedoch das Abdichten des Flügels in dieser Stellung nicht
möglich ist, da die Antriebe für das Abdichten meist nur in den Endstellungen des
Flügels in Tätigkeit treten können.
-
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die Betätigung der
eingangs beschriebenen Vorrichtung zu vereinfachen.
-
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die beiden
Antriebe durch eine Schaltung derart in Wechselwirkung zueinander stehen, daß nach
Betätigen eines Schalters für das öffnen oder eines Schalters für das Schließen
des Flügels selbsttätig zunächst nur der für das Abdichten bestimmte Antrieb eingeschaltet
und die Abdichtung durch ihn gelöst wird, daß nach dem Lösen der Abdichtung selbsttätig
auf den dem öffnen oder Schließen des Flügels dienenden Antrieb umgeschaltet wird,
daß nach dem vollständigen öffnen oder Schließen des Flügels selbsttätig wieder
auf den für das Abdichten bestimmten Antrieb umgeschaltet und daß nach bewirkter
Abdichtung automatisch der Antrieb für das Abdichten abgeschaltet wird.
-
Mit dieser Ausbildung ist ein vollautomatisch wirkender elektromotorischer
Antrieb erzielt, da der Benutzer nur einen einzigen Schalter zu betätigen braucht,
um die Reihenfolge der selbsttätig wirkenden Antriebsarten, nämlich Lösen der Abdichtung,
öffnen oder Schließen des Flügels und Schließen der Abdichtung, in Gang zu setzen.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung kann man während der Bewegung des Flügels
in einer beliebigen Zwischenstellung durch Betätigen eines weiteren Schalters den
Antrieb für das öffnen und Schließen des Flügels abschalten und auf den Antrieb
für das Abdichten umschalten, worauf nach bewirkter Abdichtung der zugehörige Antrieb
ebenfalls selbsttätig abschaltet.
-
Vorteilhaft kann der Antrieb so eingerichtet sein, daß während der
Bewegung des Flügels in einer beliebigen Zwischenstellung durch die Betätigung eines
der beiden Schalter für das öffnen und für das Schließen des Flügels die Umsteuerung
in die andere Bewegungsrichtung ohne Anhalten des Flügels erfolgt, d. h., daß der
Antrieb für das Abdichten in Tätigkeit gesetzt wird. Das ist beispielsweise wesentlich,
wenn der Flügel über die beabsichtigte Stellung hinausgelaufen ist, da man sonst
erst den Flügel anhalten und den hierbei selbsttätig eingeschalteten Antrieb für
das Abdichten ablaufen lassen müßte, bevor die entgegengesetzte Bewegungsrichtung
eingeschaltet werden könnte, wobei dann zuerst der Antrieb für die Abdichtung sich
einschalten und diese lösen müßte, ehe der Flügel in der entgegengesetzten Richtung
zu laufen beginnen könnte.
-
Um einen einwandfrei dichten Verschluß des Flügels zu gewährleisten,
kann das selbsttätige Abschalten des Antriebes für das Abdichten druckabhängig sein
und erst nach dem Erreichen eines nach Wunsch einstellbaren Anpreßdruckes der Abdichtung
erfolgen.
-
Um bei Ausfall des Stromes oder einer Störung im elektrischen Antrieb
den Flügel bedienen zu können, können für das öffnen und Schließen sowie das Abdichten
des Flügels zusätzliche Handantriebe vorgesehen sein, die mit den elektrischen Antrieben
durch Keilriemen gekuppelt sind, wobei diese mittels einrastbarer Motorwippen gelöst
oder gespannt werden können. Nach Lösen der Keilriemen kann der Antrieb
rein
mechanisch mit Hilfe von Handkurbeln erfolgen, nach Spannen der Keilriemen wieder
elektrisch.
-
Zweckmäßig kann der Antrieb mittels je eines Schalters für Aufwärts-
und Abwärtsbewegung (bzw. bei seitlicher Verschiebung für- Links- und Rechtsbewegung)
und eines Halt-Schalters eingeschaltet werden. Die Schalter für die elektrischen
Antriebe können mit Hilfe einer vom Einschalten bis zum vollständigen Ablauf jeder
Bewegung leuchtenden Kontrolllampe als Fernbedienung angeordnet sein.
-
Sind mit dem Flügel Zusatzteile verbunden, die die Bewegung des Flügels
hemmen können, z. B. eine in einen großen Schiebeflügel eingebaute Tür, so darf
der Flügel nicht bewegt werden, bevor diese Zusatzteile nicht in ihrer Ausgangsstellung
sind, beim Beispiel die Tür nicht ganz geschlossen ist. Um ein Bewegen des Flügels
in diesem Falle auszuschließen, können zwischen dem Zusatzteil und dem Flügel Trennkontakte
vorgesehen sein, die nur in den vorgesehenen Stellungen der Zusatzteile, z. B. bei
geschlossener Tür, den Stromkreis schließen.
-
Soll sichergestellt werden, daß der Flügel z. B. von Kindern nicht
unbefugt bewegt wird, kann für die elektrischen Antriebe mindestens ein Schalter
als Schlüsselschalter ausgebildet sein. Die Schalter können dann nur von Personen
bedient werden, die im Besitz des entsprechenden Schlüssels sind.
-
In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Antriebsvorrichtung
nach der Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigt A b b. 1 ein einflügeliges
Versenkfenster in der Ansicht, A b b. 2 das Versenkfenster nach A b b. 1 in einem
lotrechten Schnitt, A b b. 3 das Versenkfenster nach A b b. 1 in einem Querschnitt,
A b b. 4 die Antriebsvorrichtungen in schematischer Ansicht und A b b. 5 bis 7 die
Abschalteinrichtung an einer Keilriemenscheibe in einem Längsschnitt und in zwei
Querschnitten.
-
Die A b b. 1, 2 und 3 zeigen ein einflügeliges Versenkfenster mit
vollautomatischem Elektroantrieb im Aufriß, im lotrechten Schnitt und im Querschnitt.
-
Neben der bekannten Ausführung des Fensters mit Versenkflügel und
beidseitigen Gegengewichten zeigen die A b b. 1 und 3 an der rechten Seite neben
dem Fenster den in die Wand versenkten Einbauschrank a, der sowohl die beiden Elektromotore
b, c, als auch die gesamte Elektrosteuerung enthält. A b b. 2 zeigt noch die verschiebbare
Abdichtung e sowie den Flügelantrieb l und die Dichtschlußvorrichtung
m.
-
Aus A b b. 4, die eine schematische Zusammenstellung der Antriebe
l und m zeigt, ist zu ersehen, daß der Elektromotor b mittels Keilriemen
auf den Flügelantrieb 1, der Motor c mittels Keilriemen auf den Antrieb in für die
Abdichtung e einwirkt. Die beiden Keilriemen können durch Anheben von Motorwippen
d entspannt werden, wodurch die normale Kurbelbetätigung des Fensters freigegeben
wird. Das Ein-, Um- und Ausschalten der Elektromotore b und c wird durch vier Hebelschalter
bewirkt, von denen drei mittels Seilzügen die auf der Steuerung aufgebauten Endschalter
betätigen, während der vierte unmittelbar auf einen Endschalter einwirkt.
-
Für die Betätigung der Elektroantriebe sind in einem an beliebiger
Stelle angeordneten Schaltkasten in bekannter Weise drei Schaltknöpfe und eine Kontrollampe
vorgesehen. Die Schaltung selbst erfolgt gleichfalls in bekannter Weise über Schaltschütze.
Da die Schaltknöpfe beim Beispiel nur »aufwärts«, »abwärts« und »halt« vorsehen,
ist die elektrische Aneineinanderreihung der Funktionen der gesämten Antriebsvorrichtung
derart vorgesehen, daß zunächst die. Abdichtung e, beim Ausführungsbeispiel eine
Fensterbank (oder Schwelle, falls der Flügel in den Fußboden versenkt wird), durch
Anlaufen des Elektromotors c über den Antrieb m gelöst und dann nach Beendigung
dieses Vorgangs durch selbsttätiges Anziehen des Hebelschalters f der Stromkreis
für den Elektromotor b für die Flügelbewegung eingeschaltet wird, und zwar jeweils
nach Vorwahl für »aufwärts« oder »abwärts«. Das Abschalten des Elektromotors b für
die Flügelbewegung erfolgt selbsttätig in der Schließstellung des Flügels durch
Betätigen des Hebelschalters g durch den Flügel und in der Offenstellung durch Betätigen
des Hebelschalters h durch das hochgezogene Gegengewicht. Gleichzeitig wird hierbei
der Elektromotor c für die Abdichtung e in umgekehrter Drehrichtung eingeschaltet.
In jeder gewünschten Zwischenstellung des Flügels kann das Umschalten des dem Flügelantrieb
dienenden Elektromotors b auf den dem Antrieb m für die Abdichtung e dienenden Elektromotor
c durch Drücken der »halt«-Taste vorgenommen werden. Der Elektromotor c schaltet
selbsttätig durch die Erhöhung der durch das Andrücken der Abdichtung e, hier Fensterbank,
an den Flügel bewirkten einstellbaren Arbeitsbelastung eines Überlastschalters sich
selbst und gleichzeitig die gesamte Anlage ab. Dieses Abschalten erfolgt über eine
Keilriemenscheibe j mit einer vorgespannten Schraubenfeder n; bei Überlastung
des Antriebes m wird die Scheibe j unter weiterem Anspannen der Schraubenfeder
n in axialer Richtung verschoben und der Schaltvorgang im Endschalter k über einen
Trennkontakt unterbrochen.
-
Wie aus den A b b. 5 bis 7 hervorgeht, weist die Nabe der Keilriemenscheibe
j ein schneckenförmiges Gewinde auf, das mit einem im angepaßten Gewinde am Umfang
einer fest mit der Antriebswelle q des Elektromotors c verbundenen Buchse o im Eingriff
steht. Zwischen der mit der Antriebswelle q drehfest verbundenen Buchse o der Keilriemenscheibe
j ist die Schraubenfeder n angeordnet, die mit ihren Enden einerseits an der Keilriemenscheibe
j und andererseits an der Antriebswelle q und der Buchse o befestigt ist: Die Federspannung
ist so bemessen, daß bei normaler Arbeitsbelastung während des Bewegens der Abdichtung
die Keilriemenscheibe j um das schneckenförmige Gewinde über die Buchse o bis zum
Anliegen an einen Anschlag gezogen wird (vgl. die in A b b. 5 dargestellte Stellung).
In dieser Stellung wird die Bewegung der Antriebswelle q über ihre Buchse o und
die Schraubenfeder n direkt auf die Keilriemenscheibe j übertragen. Durch die beim
Anpressen der Abdichtung (Fensterbank) an den Flügel auftretende größere Arbeitsbelastung
wird beim Weiterdrehen der Antriebswelle q mit der Buchse o die Keilriemenscheibe
j auf dem schneckenförmigen Gewinde der Buchse o entgegen der Wirkung der Schraubenfeder
n in axialer Richtung aus der Buchse o herausgedreht. Für einen an der Antriebswelle
z befestigten Stift ist in der Keilriemenscheibe feine dem Gewindegang entsprechende,
spiralförmige Ausfräsung von bestimmter Länge vorgesehen, so daß der Stift sowohl
in Federzugrichtung als auch beim weiteren Spannen der Schraubenfeder n
und
axialen Verschieben der Keilriemenscheibe j als Begrenzungsstift wirkt. Dabei wird
am Endschalter k der Stromkreislauf unterbrochen, so daß der Elektromotor c abschaltet.
-
Alle anderen Schaltvorgänge werden durch handelsübliche Seilzugendschalter
ausgelöst, welche in bekannter Weise nach einem entsprechenden Schaltschema mit
den entsprechend vorbereiteten Anschlußklemmen der Montageplatte verbunden werden.
Vorteilhaft sind die Endschalter zusammen mit den Anschlüssen innerhalb des Wandschrankes
a angeordnet, so daß zum Nachregulieren der Endschalter lediglich die Schranktür
geöffnet werden muß.