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Schaltungsanordnung für Fernmelde-, insbesondere Fernsprechwählanlagen
mit Koppelfeldern Die Erfindung bezieht sich auf eine Schaltungsanordnung für Fernmelde-,
insbesondere Fernsprechwä'hlanlagen mit koordinatenförmig in Zeilen und Spalten
aufgebauten Koppelfeldern, in denen an jedem Kreuzpunkt von Zeilenleitungen und
Spaltenleitungen zwischen diese die einzige Wicklung je eines Relais in Reihe mit
einem kreuzpunktindividuellen, an einen Anschluß der Relaiswicklung angeschlossenen
Gleichrichter geschaltet ist und in denen diese Relais individuell über je eine
der beiden Arten von Leitungen an zwei Anschlüsse einer Betriebsspannungsquelle
anschaltbar sind und über einen relaiseigenen Kontakt und dieselbe Wicklung einen
Haltestromkreis bilden.
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Derartige Schaltungsanordnungen dienen unter anderem zur Steuerung
von Relaiskopplern, Speichern u. dgl. Allgemein besteht die Aufgabe, Relais, die
über je eine Zeilen- und Spaltenzuleitung erregt wurden und angesprochen sind, über
einen von den Zeilen und Spalteneinschaltekontakten unabhängigen Haltestromkreis
erregt zu halten.
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Eine durch die deutsche Auslegeschrift 1047 851 bekannte derartige
Schaltungsanordnung weist hierfür nur einen einzigen jeweils relaiseigenen Haltekontakt
auf und gestattet es, zum Halten dieselbe einzige Wicklung wie für das Ansprechen
zu verwenden. In dieser Schaltungsanordnung, in welcher zwecks Kennzeichnung jeweils
eines bestimmten von den Koppelrelais eines Koppelfeldes beide Wicklungsanschlüsse
eines Koppelrelais an je eine Kennzeichnungsleitung angeschlossen sind, sind zwei
Spannungsquellen jeweils zur Bildung des Ansprech-und des Haltestromkreises, welche
über die gleiche einzige Relaiswicklung verlaufen, untereinander spannungssummierend
in Reihe geschaltet. Die aneinander entsprechenden Wicklungsenden angeschalteten
Kennzeichnungsleitungen der einen Art, z. B. die, welche auch als Ordinaten- oder
Spaltenzuleitungen bezeichnet werden, sind dabei unabhängig von Kennzeichnungskontakten
über den Spaltenleitungen individuelle Gleichrichter und Haltekontakte an die miteinander
verbundenen Anschlüsse der beiden Spannungsquellen angeschaltet. An diese Kennzeichnungsleitungen
ist der andere, freie Anschluß einer der beiden verbundenen Spannungsquellen über
Kennzeichnungskontakte anschaltbar. Die genannten Gleichrichter wirken dabei für
diesen freien Anschluß sperrend.
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An die Kennzeichnungsleitungen der anderen Art, z. B. an die, welche
als Abszissen- oder Zeilenzuleitungen bezeichnet werden, sind die verbundenen Anschlüsse
der beiden Spannungsquellen über andere Kennzeichnungskontakte anschaltbar. Die
Koppelrelais sind mit diesen Kennzeichnungsleitungen über kreuzpunktindividuelle
Gleichrichter verbunden. Durch Schließen von Kennzeichnungskontakten an Kennzeichnungsleitungen
der einen und der anderen Art werden die an den Kreuzpunkten derselben liegenden
Koppelrelais erregt und sprechen an. Zur Bildung jeweils eines Haltestromkreises
über die zum Ansprechen erregte einzige Wicklung eines Koppelrelais ist der andere,
freie Anschluß der anderen der beiden Spannungsquellen an das mit dem individuellen
Gleichrichter verbundene Wicklungsende eines Koppelrelais über einen relaiseigenen
Arbeitskontakt anschaltbar. Der mit diesem Koppelrelais in Reihe geschaltete individuelle
Gleichrichter wirkt dabei sperrend und wird so lange in Sperrichtung beansprucht,
wie die Kennzeichnungskontakte an den Kennzeichnungsleitungen der letztgenannten
Art noch geschlossen sind.
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Bei dieser bekannten Schaltungsanordnung stellt der Aufwand zweier
in Reihe geschalteter Spannungsquellen bzw. einer Spannungsquelle mit Mittelanzapfung
einen erheblichen Nachteil dar.
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Die Aufgabe der Erfindung, Nachteile bekannter Schaltungsanordnungen
zu vermeiden, wird dadurch gelöst, daß der andere der beiden Anschlüsse jeder der
Wicklungen über je einen zweiten kreuzpunktindividuellen Gleichrichter an die Zeilenleitung
bzw. Spaltenleitung angeschlossen ist, daß die mit den Spaltenleitungen verbundenen
Anschlüsse der Relaiswicklungen außerdem über dritte kreuzpunktindividuelle Gleichrichter
entkoppelt an pro Zeile vorgesehene
Zeilenhilfsleitungen angeschlossen
sind, die ihrerseits an denselben Anschluß der Betriebsspannungsquelle anschaltbar
sind wie die Spaltenleitungen, und daß die mit den Zeilenleitungen ver-, bundenen
Anschlüsse der -Relaiswicklungen außerdem über die relaiseigenen Kontakte an denselben
Anschluß der B.etriebsspannungsquelle anschaltbar sind wie die Spaltenleitungen,
und daß die Zeilen-und Spaltenleitungen einerseits und -die Zeilenhilfsleitungen
andererseits alternativ an die Betriebsspannungsquelle anschaltbar sind.
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Der Vorteil der Erfindung besteht in der Möglichkeit, unter Vermeidung
von Spannungsteilern und ähnlichen Hilfsmitteln die Relais in einem kreuzfeldartigen
Schaltfeld zu erregen und erregt zu halten unter Verwendung einer einzigen zweipoligen
Spannungsquelle. -In der-Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung nur
-in wesentlich zu ihrem Verständnis betragenden Bestandteilen dargestellt.
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Eine Anzahl von Funktionsrelais, z. B. Koppelrelais, Speicherrelais
od. dgl., sind in Koordinaten--form angeordnet- Sö -sind z. B. die Relais
A 11, A 12
bis A 18 je einer Zeile und die Relais
A 11,A 21 usw. je einer Spalte zugeordnet. Jeder Zeile ist je eine
Zeilenleitung, z. B. .21, und eine Zeilenhilfsleitung, z. B. zh
1, zugeordnet. Ferner ist jeder Spalte eine Spaltenleitung, z: @B..
-sp 1, zugeordnet. An jedem Kreuzpunkt je einer Zeilenleitung. und einer
Spaltenleitung liegt ein Funktionsrelais, so z. B. an dem mit P bezeichneten
Kreuzpunkt das Relais A 22. Die Funktionsrelais an den Kreuzpunkten sind
an die ihnen. zugeordneten Zeilen- und Spaltenleitungen mit je einem Anschluß über
je einen Gleichrichter angeschaltet. So ist z. B. das Funktionsrelais A 22 über
die Gleichrichter G22 und Gl22 an die Zeilenleitung z2 und die Spaltenleitungsp2
angeschlossen. Jedes Funktionsrelais ist einschaltbar, indem die zugeordnete Spalten-
und Zeilenleitung an die. Speisespannung angeschaltet wird. So ist z. B. das Funktionsrelais
A 22 einschaltbar, indem der Zeilenkontakt s 2
-und der Spaltenkontakt
t2 geschlossen werden. Das Relais A 22 kann dann in folgendem Stromkreis ansprechen:
1. Erde, t2, sp 2, Gl22, A 22, G22, z 2, s 2, -. Bei jeglichen
Schaltvorgängen, welche durch die Zeilenkontaktes 1, s 2 usw. und durch die Spaltenkontakte
t1, t2 usw. und die Zeilenhilfskontakte shl, sh2 usw. ausgelöst werden, arbeiten
der Zeilenkontakt und der Zeilenhilfskontakt je einer Zeile gleichzeitig in der
Weise, daß bei Öffnen des Zeilenkontaktes, z. B. s 2, der Zeilenhilfskontakt sh
2 geschlossen wird und umgekehrt. Dies kann in einfacher Weise durch Verwendung
von Kontakten ein und desselben Relais geschehen, die so justiert sind, daß sich
geringe Kontaktzeitdifferenzen ergeben.
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Bekanntlich kann durch einfache Maßnahmen sichergestellt werden, daß
Relais, z. B. die hier verwendeten Funktionsrelais, während gewisser Kontaktzeitdifferenzen
nicht wirksam beeinflußt werden. Durch Verwendung elektronisch arbeitender Schalter,
z. B. von Transistoren, kann das Problem von Kontaktzeitdifferenzen ohnehin gegenstandslos
gemacht werden, da die Reaktionszeiten und Differenzen von Reaktionszeiten solcher
Schalter gegenüber der Reaktionszeit von Relais vernachlässigbar klein sind. Das
entsprechende Funktionsrelais A22 bereitet über seinen Kontakt a22 den Haltestromkreis
2. Erde, sh2, zh2, Gr22, A22, a22, -
vor, welcher geschlossen wird, wenn der
Zeilenhilfskontakt sh2 wieder geschlossen wird; der Zeilenkontakt s2 wird dabei
zugleich wieder geöffnet.
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Soll das in einer Zeile angesprochene Funktionsrelais, z. B. A
22, wieder abgeworfen werden, so wird der dieser Zeilenleitung zugeordnete Zeilenhilfskontakt
sh 2 kurzzeitig geöffnet und so zugleich der Haltestromkreis 2 geöffnet, so daß
das betreffende Relais wieder abfällt. Daß hierbei der entsprechende Zeilenkontakt,
z. B. s2, kurzzeitig geschlossen wird, hat keine Wirkung, sofern kein Spaltenkontakt
zugleich geschlossen ist, was beim bloßen Abwerfen von Funktionsrelais einer Zeile
der Fall ist.
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Es ist möglich, in einer Zeile zugleich mehrere Funktionsrelais einzuschalten,
z. B. zum Zwecke der Speicherung eines Mehrelementen-Codezeichens. Ist ein Funktionsrelais,
z. B. A 22, angesprochen und in seinem Haltestromkreis erregt und wird anschließend
in einer anderen Spalte und Zeile ein Funktionsrelais, z. B. A 18; auf gleiche
Weise, wie beschrieben, eingeschaltet, so kann das Funktionsrelais an dem Kreuzpunkt
derselben Spalte und- derjenigen Zeile, in der ein anderes Funktionsrelais in seinem
Haltestromkreis erregt ist, nicht ansprechen, weil das Minuspotential, welches über
den Arbeitskontakt, z. B. a22, zu dem im Haltezustand befindlichen Funktionsrelais
A22 gelangt, infolge Sperrwirkung des ihm zugeordneten Entkopplungsgleichrichters
G22 nicht auf die- zugeordnete Zeilenleitung z 2 durchgreifen kann.
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Sollen die in einer Zeile befindlichen Funktionsrelais, z. B. das
Relais A 22, abgeworfen werden, so wird die dieser Zeile zugeordnete Zeilenhilfsleitung
zh 2 durch öffnen des Zeilenhilfskontaktes sh 2 von Erdpotential abgetrennt.
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Sollen in einer Zeile, in der einige Funktionsrelais, z. B. A 21 und
A 22, erregt sind und sich im Haltezustand befinden, zum Teil andere Funktionsrelais
erregt werden und von den zuvor erregten einige abgeworfen werden, so wird wie folgt
verfahren: Sind z. B. die Funktionsrelais A 21 und A 22 im individuellen Haltestromkreis
über ihre eigenen Kontakte a21, a22 erregt und soll anstatt des Funktionsrelais
A 21 das Funktionsrelais A 28 erregt werden, so werden zugleich der
Zeilenkontakt s 2 und die Spaltenkontakte t2 und t8 geschlossen und der Zeilenhilfskontakt
sh 2 geöffnet. Infolgedessen spricht das Funktionsrelais A 28 an;
das Funktionsrelais A 21
wird stromlos und fällt ab.