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DE1218451B - Verfahren zur Abtrennung und Gewinnung von heterocyclischen Verbindungen aus Steinkohlenhochtemperaturteerfraktionen - Google Patents

Verfahren zur Abtrennung und Gewinnung von heterocyclischen Verbindungen aus Steinkohlenhochtemperaturteerfraktionen

Info

Publication number
DE1218451B
DE1218451B DEU4779A DEU0004779A DE1218451B DE 1218451 B DE1218451 B DE 1218451B DE U4779 A DEU4779 A DE U4779A DE U0004779 A DEU0004779 A DE U0004779A DE 1218451 B DE1218451 B DE 1218451B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
dimethyl sulfoxide
separation
heterocyclic compounds
extract
coal tar
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEU4779A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Fritz Huebenett
Gert Altena
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Union Rheinische Braunkohlen Kraftstoff AG
Original Assignee
Union Rheinische Braunkohlen Kraftstoff AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Union Rheinische Braunkohlen Kraftstoff AG filed Critical Union Rheinische Braunkohlen Kraftstoff AG
Priority to DEU4779A priority Critical patent/DE1218451B/de
Publication of DE1218451B publication Critical patent/DE1218451B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D307/00Heterocyclic compounds containing five-membered rings having one oxygen atom as the only ring hetero atom
    • C07D307/77Heterocyclic compounds containing five-membered rings having one oxygen atom as the only ring hetero atom ortho- or peri-condensed with carbocyclic rings or ring systems
    • C07D307/78Benzo [b] furans; Hydrogenated benzo [b] furans
    • C07D307/79Benzo [b] furans; Hydrogenated benzo [b] furans with only hydrogen atoms, hydrocarbon or substituted hydrocarbon radicals, directly attached to carbon atoms of the hetero ring
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D209/00Heterocyclic compounds containing five-membered rings, condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom
    • C07D209/02Heterocyclic compounds containing five-membered rings, condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom condensed with one carbocyclic ring
    • C07D209/04Indoles; Hydrogenated indoles
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D311/00Heterocyclic compounds containing six-membered rings having one oxygen atom as the only hetero atom, condensed with other rings
    • C07D311/02Heterocyclic compounds containing six-membered rings having one oxygen atom as the only hetero atom, condensed with other rings ortho- or peri-condensed with carbocyclic rings or ring systems
    • C07D311/04Benzo[b]pyrans, not hydrogenated in the carbocyclic ring

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Production Of Liquid Hydrocarbon Mixture For Refining Petroleum (AREA)

Description

  • Verfahren zur Abtrennung und Gewinnung von heterocyclischen Verbindungen aus Steinkohlenhochtemperaturteerfraktionen Heterocyclische Verbindungen haben als Ausgangsprodukte für Farbstoffe, Pharmazeutika und Duftstoffe technische Bedeutung. Die wichtigsten Vertreter werden hauptsächlich aus entsprechenden Fraktionen des Steinkohlenhochtemperaturteers gewonnen. Ihre Abtrennung von den Begleitstoffen ähnlicher Siedelage gestaltet sich jedoch in den allermeisten Fällen sehr schwierig. Beispielsweise werden die Heterocyclen mit einem aziden Wasserstoffatom, win Indol, üblicherweise in ihre Kaliumverbindungen übergeführt, die sich dann von den Begleitstoffen trennen lassen. Andere Heterocyclen lassen sich als Pikrate abtrennen; oft müssen auch andere chemische Umsetzungen, wie Bromierung, Mercurierung, Sulfonierung, durchgeführt werden, denen die Heterocyclen meist leichter zugänglich sind als ihre Begleitstoffe, um dann eine Abtrennung zu ermöglichen. In speziellen Fällen ist es möglich, Heterocyclen durch physikalische Trennungsmethoden, wie azeotrope Destillation, Extraktion oder Kristallisation, zu gewinnen, wobei auch mehrere dieser Methoden kombiniert werden können. So ist z. B. die Extraktion von stickstoffhaltigen Verbindungen aus Mineralölen mit Hilfe von Äthylenglykolen beschrieben (USA.-Patentschrift 2741 578). Mit diesen Lösungsmitteln kann man auch Diphenyl und Indol aus Steinkohlenteerfraktionen gewinnen (deutsche Patentschrift 832 155), wobei allerdings im Falle der Indolabtrennung dieses erst angereichert werden muß. Bei dieser Arbeitsweise und auch bei dem in der deutschen Patentschrift 42053 beschriebenen Verfahren, bei dem Anthracen durch Umfällen aus stickstoffhaltigen Basen gereinigt wird, sind periodische Arbeitsgänge, wie Kristallisieren und Filtrieren, unerläßlich. Zur Konzentrierung von Anthracen bzw. zu dessen Abtrennung von den begleitenden Stoffen, wie Phenanthren oder Carbazol, wurde ferner die Behandlung mit Dialkylsulfoxyden oder Dialkylformiden vorgeschlagen (deutsches Patent 1 002).
  • Es wurde nun gefunden, daß sich heterocyclische Verbindungen aus Steinkohlenhochtemperaturteerfraktionen durch Extraktion mit Dimethylsulfoxyd in einfacher Weise und in guten Ausbeuten abtrennen und gewinnen lassen, wenn man die Teerfraktionen gleichzeitig mit Dimethylsulfoxyd und mit Kohlenwasserstoffen vom Benzinsiedebereich behandelt.
  • Vorzugsweise wird ein Wasser enthaltendes Dimethylsulfoxyd verwendet. Infolge seines ausgezeichneten Lösungsvermögens für die heterocyclischen Verbindungen, vor allem aber der überraschend hohen Selektivität, ist Dimethylsulfoxyd wesentlich vorteilhafter als sonstige bisher verwendete polare Lösungsmittel, z. B. Äthylen- oder Diäthylenglykol. Die Kohlenwasserstoffe vom Benzinsiedebereich sind weniger polare Lösungsmittel mit schlechtem Lösungsvermögen für Heterocyclen und gutem Lösungsvermögen für die Begleitstoffe.
  • Welche Kombinationen von Lösungsmitteln im Einzelfalle eingesetzt werden müssen, hängt von den Eigenschaften der zu isolierenden heterocyclischen Verbindungen und dem Einsatz ab. Beispielsweise hat sich für die Gewinnung von Indol die Kombination Dimethylsulfoxyd und Wasser einerseits und ein paraffinisches Benzin andererseits bewährt. Die Trennung von Carbazol und Phenanthren gelingt z. B. leicht mit wasserhaltigem Dimethylsulfoxyd und aromatischen Kohlenwasserstoffen, wie Toluol oder Xylol, die gegebenenfalls mit gesättigten Kohlenwasserstoffen vermischt sein können. Cumaron läßt sich von seinen hauptsächlichsten Begleitstoffen, den Cg-Aromaten, wie Hemellithol, durch Behandlung mit wasserhaltigem Dimethylsulfoxyd einerseits und beispielsweise Petroläther andererseits sehr vorteilhaft trennen. Auch Thionaphthen läßt sich durch ähnliche Kombinationen anreichern.
  • Für die Extraktion von Chinolinbasen, insbesondere Chinolin bzw. Isochinolin, hat sich ein etwa gleichteiliges Gemisch aus Dimethylsulfoxyd und Wasser als polares Lösungsmittel bewährt.
  • Die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann so vorgenommen werden, daß die heterocyclische Verbindungen enthaltende Steinkohlenhochtemperaturteerfraktion in einer Rührapparatur mit den beiden Lösungsmitteln bzw. Lösungsmittelgemischen bei normaler oder erhöhter Temperatur, gegebenenfalls auch bei erhöhtem Druck, innig vermischt und dann in einem Absetz- gefäß in Extrakt- und Raffinatphase getrennt wird.
  • Die Extraktphase besteht aus dem polaren Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch und enthält die gewünschten Heterocyclen, während in der Raffinatphase in dem weniger polaren Lösungsmittel bzw.
  • Lösungsmittelgemisch vorwiegend die begleitenden Kohlenwasserstoffe dieser heterocyclischen Verbindungen vorliegen. Es ist zweckmäßig, die Extrakt-und/oder Raffinatphase in der gleichen oder weiteren Apparaturen noch ein oder mehrere Male mit dem Lösungsmittel bzw. Lösungsmittelgemisch nachzubehandeln, das mit der jeweiligen Phase nicht mischbar ist. Praktischer ist die Gewinnung von Extrakt-und Raffinatphase in einer Extraktionssäule. Hierzu führt man das aufzutrennende Gemisch ungefähr in die Mitte der Extraktionssäule ein, am oberen Ende der Kolonne das Dirnethylsulfoxyd, am unteren Ende die Kohlenwasserstoffe und zieht die Raffinatphase am Kopf, die Extraktphase am Fuß der Extraktionssäule ab. Es ist aber auch möglich, die Lösungsmittel gemeint am mit dem aufzutreunenden Gemisch der Säule zuzuführen. Bei Verwendung von Lösungsmittelgemischen können die Bestandteile desselben der Säule getrennt zugeführt werden. Bei Verwendung eines Dimethylsulfoxyd-Wasser-Gemisches kann man beispielsweise das Wasser am oberen Ende der Kolonne aufgeben und das Dimethylsulfoxyd mit dem zu trennenden Gemisch zwischen die vorgesehenen Stutzen für das Behandlungsgut und für das Wasser einbringen.
  • Die Aufarbeitung von Extrakt- bzw, Raffinatphase zur Gewinnung der heterocyclischen Verbindungen bzw. der Begleitstoffe erfolgt meistens durch Destillation bzw. Rektifikation, wobei die zurückgewonnenen Lösungsmittel, die gegebenenfalls auch azeotrop mit übergegangene Bestandteile enthalten, im Kreislauf zur Extraktion zurückgeführt werden. Ist die zu gewinnende heterocyclische-Verbindung in Wasser schwer löslich, z. B. bei der Carbazolgewinnung, so ist es möglich, sie durch Zugabe von Wasser aus der Extraktphase auszufällen und das Lösungsmittel nach Abdestillieren des zugesetzten Wassers in die Extraktionskolonne zurückzuführen, da das verwen dete Dimethylsulfoxyd wasserlöslich ist.
  • Es ist häufig. bei Arbeiten in einer Extraktionssäule zweckmäßig, die Trennung der heterocyclischen Verbindung von den Begleitstoffen in mehr als einem Extraktionsvorgang durchzuführen. Bei der Idolgewinnung aus Gemischen mit niedrigem Idolgehalt kommt man mit geringen Lösungsmittelmengen und damit geringen Energiekosten aus, wenn man das Indol in einer ersten Stufe im Extrakt anreichert, dann die Extraktphase ohne-oder nach teilweiser Entfernung des Lösungsmittels einer zweiten Extraktionssäule zuführt, wobei man in die Säule oben weiteres in seiner Selektivität gegebenenfalls durch Zusatz von Wasser verändertes Dimethylsulfoxyd und unten niedrigsiedende Paraffine zuführt. Bei der Indolgewianung mit einem 109/o Wasser enthaltenden Dimethylsulfoxyd und einem aus geradkettigen Paraffinen bestehenden Benzin kann die zweite Extraktion auch durch eine Rektifikation ersetzt werden Unter entsprechenden Lösungsmittel-. verhältnissen bei der Extraktion kann man nämlich erreichen, daß das mit Indol azeotrop übergehende Diphenyl in dem zu destillierenden Extrakt nur noch in geringer Konzentration vorliegt, so daß daraus das Indol von den anderen verbliebenen Begleitstoffesl, wie den Naphthalinderivaten, destillativ abgetrennt werden kann. Dabei wird eilt das restliche Diphenyl enthaltender Vorlauf abgenommen, den man wieder mit dem Einsatz der ersten Stufe vereinigt. So läßt sich eine sehr hohe Indolausbeute erreichen.
  • Beispiel 1 In eine 3 m hohe, mit Drahtwendeln gefüllte Extraktionssäule werden in der Mitte eine von Basen und Phenolen befreite Teerfraktion mit 50/0 Indol und 8°/9 Diphenyl, am Kopf ein 100/o Wasser enthaltendes Dimethylsulfoxyd und am Fuß eine Heptanfraktion im Volumenverhältuis 1;2;3,9 eingeführt. Der am Fuß der Säule abgenommene Extrakt enthält 94,20/0 des mit dem Indolöl eingeführten Indols, das am Kopf abgezogene Raffinat 89 O/o des eingeführten Diphenyls. Der lösungsmittel freie Extrakt enthält 51 $1°/o Indol.
  • Der weitgehend von Lösungsmitteln befreite Extrakt wird, wie oben beschrieben, ein zweites Mal behandelt. Dabei wird ein Verhältnis Extrakt zu Dimethylsulfoxyd t 15 O/o Wasser zu Heptanfraktion wie 1:0,75:6 eingehalten. Der hierbei am Fuß abgezogene Extrakt ergibt nach dem Entfernen des Lösungsmittels ein 900/oiges Indol. Die Ausbeute beträgt 780/0. Durch Rektifikation läßt sich daraus ein Indol vom Erstarrungspunkt 52Q C gewinnen.
  • Beispiel2 In eine 3 m hohe, mit Drahtwendeln gefüllte Extraktionssäule wird in der Mitte eine von Basen und Phenolen befreite Teerfraktion (Siedebereich 165 bis 1740 C mit 12 Gewichtsprozent Cumaron, Restprozent Trimethylbenzolen und Spuren schwefelhaltiger Begleiter), am Kopf ein 10 0/o Wasser enthaltendes Dimethylsulfoxyd und am Fuß eine Leichtbenzinfraktion im Volumenverhältnis 1;1:0,5 eingeführt.
  • Nach Abnahme des Extraktes und des Raffinats wird der Extrakt mit Wasser versetzt und die ölige Schicht abgetrennt. Die Rückgewinnung der Benzinfraktion erfolgt destillativ in üblicher Weise. Nach Abtrennung des Lösungsmittels aus dem Extrakt beträgt der Cumarongehält 800/o. Durch Rektifikation läßt sich eine weitere Reinigung erzielen. Kp. 172 bis 1730 C.

Claims (2)

  1. Patentansprüche: 1. Verfahren zur Abtrennung und Gewinnung von heterocyclischen Verbindungen aus Steinkohlenhochtemperaturteerfraktionen durch Extraktion mit Dimethylsulfoxyd, d a d u r c h g e -kennzeichnet, daß man die Teerfraktionen gleichzeitig mit Dimethylsulfoxyd und mit Kohlenwasserstoffen vom Benzinsiedebereich behandelt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Wasser enthaltendes Dimethylsulfoxyd verwendet.
    In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 42 053, 832 155; USA.-Patentschrift Nr. 2741 578.
    In Betracht gezogene ältere Patente: Deutsches Patent Nr. 1 046 002.
DEU4779A 1957-09-05 1957-09-05 Verfahren zur Abtrennung und Gewinnung von heterocyclischen Verbindungen aus Steinkohlenhochtemperaturteerfraktionen Pending DE1218451B (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3040975A1 (de) * 1979-11-02 1981-05-14 Asahi Kasei Kogyo K.K., Osaka Verfahren zur abtrennung von indol

Citations (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE42053C (de) * CHEMISCHE FABRIKS - ACTIEN-GESELLSCHAFT in Hamburg Verfahren zur Reinigung des Rohanthracens
DE832155B (de) 1950-07-02 1952-01-24 Gesellschaft für Teerverwertung m. b. H., Duisburg-Meiderich Verfahren zur Gewinnung von Diphenyl und/oder Indol aus Steinkohlenteerölfraktionen
US2741578A (en) * 1952-04-21 1956-04-10 Union Oil Co Recovery of nitrogen bases from mineral oils
DE1046002B (de) 1957-03-19 1958-12-11 Union Rheinische Braunkohlen Verfahren zur Reinigung von Rohanthracen mit Loesungsmitteln

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