DE1216245B - Verfahren zum tiegelfreien Zonenschmelzen - Google Patents
Verfahren zum tiegelfreien ZonenschmelzenInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. Cl.:
BOIj
Deutsche Kl.: 12c-2
Nummer: 1216 245
Aktenzeichen: S91801IVc/12c
Anmeldetag: 1. Juli 1964
Auslegetag: 12. Mai 1966
Das tiegelfreie Zonenschmelzen wird in großem Maße zum Einkristallzüchten und zum Reinigen verschiedener
Materialien verwendet, insbesondere zum Herstellen von einkristallinem Halbleitermaterial. Der
zu behandelnde stabförmige Körper wird an seinen beiden Enden lotrecht gehalten, und es wird an einer
Stelle eine Schmelzzone erzeugt, die dann durch Bewegung der Heizquelle längs der Stabachse durch
den Stab hindurchgeführt wird. Man kann beispielsweise den Stab in einem mit Schutsgas gefüllten oder
evakuierten Raum anordnen und die Schmelzzone mit Hilfe von Wärmestrahlung, Elektronenstrahlen
oder beispielsweise auch induktive Beheizung erzeugen. In diesem Falle umgibt den Halbleiterstab eine
Hochfrequenzheizspule, die mit Strömen höherer Frequenz, beispielsweise von 0,5 bis 5 MHz gespeist
wird. Das zu behandelnde Material wird induktiv angekoppelt und durch Wirbelströme bis zur flüssigen
Phase beheizt. Durch Verschieben der Heizspule längs der Stabachse wird der stabförmige Körper von
der so erzeugten Schmelzzone durchzogen.
Es zeigte sich nun, daß im Vakuum elektrische Überschläge zwischen der Heizspule und dem stabförmigen
Körper, beispielsweise einem Siliciumstab, auftraten. Bei einem Verfahren zum tiegelfreien
Zonenschmelzen eines stabförmigen Körpers, der in einem evakuierten Raum an seinen Enden gehalten
und von einer der Länge nach durch induktive Beheizung mittels einer längs der Stabachse verschiebbaren
Hochfrequenzheizspule erzeugten Schmelzzone durchzogen wird, können diese Störungen beseitigt
werden, indem erfindungsgemäß zwischen der Hochfrequenzheizspule und dem stabförmigen Körper
während der Beheizung eine elektrische Potentialdifferenz mit dem stabförmigen Körper als Pluspol
und von einer der Amplitude der hochfrequenten Heizspulenspannung zumindest annähernd gleichen
Höhe erzeugt wird.
Die vorerwähnten elektrischen Überschläge wurden zunächst darauf zurückgeführt, daß der Zwischenraum
zwischen Heizspule und Schmelzzone, der wegen der Ankopplung verhältnismäßig klein gewählt
werden muß, für eine Isolation durch das Vakuum nicht mehr ausreichte. Wenn man nun eine spiralig
gewickelte Flachspule verwendet, wodurch sich beispielsweise eine geringere Schmelzzonenlänge erreichen
läßt, so kann man die innere Windung der Heizspule und den Halbleiterstab auf das gleiche Potential
legen, also beispielsweise erden. Hierdurch wird erreicht, daß kein Durchschlag zwischen diesen beiden
Teilen auf Grund einer Potentialdifferenz auftreten kann. Lediglich zwischen den äußeren Windungen
Verfahren zum tiegelfreien Zonenschmelzen
Anmelder:
Siemens-Schuckertwerke Aktiengesellschaft,
Berlin und Erlangen,
Erlangen, Werner-von-Siemens-Str. 50
Als Erfinder benannt:
Otto Schmidt, Erlangen
Otto Schmidt, Erlangen
der Flachspule und dem Halbleiterstab besteht noch eine Potentialdifferenz.
Die auch noch nach Durchführung dieser Maßnahme beobachteten Durchschläge können nun darauf
zurückgeführt werden, daß die Schmelzzone im Vakuum als Glühkathode wirkt und mit jedem beliebigen
anderen metallenen Teil, z. B. auch mit der Heizspule, eine Kathodenröhre bildet, die bekanntlich
Gleichrichterwirkung zeigt. Dies kann zu einer Gleichrichtung des der Heizspule zugeführten Hochfrequenzheizstromes
führen, der dann zwischen der als Anode wirkenden Heizspule und der als Kathode wirkenden Schmelzzone fließt. Durch die Messung
des Stromes zwischen einem isoliert aufgestellten Graphitstab und einer diesen örtlich erwärmenden
Heizspule wurde diese Annahme bestätigt.
Durch die gemäß der Erfindung eingeführte Potentialdifferenz kann die Gleichrichterwirkung der als
Glühkathode wirkenden Schmelzzone verhindert werden. Man kann z. B. eine äußere Gleichspannungsquelle anschließen. Die angelegte Gegenspannung
sollte zweckmäßig so hoch sein wie die Amplitude der Hochfrequenzheizspannung an der Spule. Die Spannung
zwischen innerer und äußerer Windung einer Flachspule beträgt in der Amplitude beispielsweise
2000 bis 3000V, so daß eine Gegenspannung von 2500 V Gleichspannung zweckmäßig erscheint. Der
Halbleiterstab wird hierbei als Pluspol und die Erdung als Minuspol ausgebildet. Wenn die Heizspule
als zylinderförmig gewickelte Spule ausgebildet ist, so wird zweckmäßig das geerdete Ende der Zylinderspule
an den negativen Pol der Gleichspannung angelegt.
Beim Zonenschmelzen unter Schutzgas ist die erflndungsgemäß
angebrachte Gegenspannung wirkungslos. Sie führt aber auch zu keinem Nachteil. Bei der
Durchführung des Zonenschmelzens im Vakuum kann die Gleichrichterwirkung auch durch andere
Maßnahmen, z. B. durch die Höhe des erreichten
609 568/361
Vakuums, beeinflußt werden. Hierbei muß aber berücksichtigt werden, daß z. B. durch plötzliche Gasausbrüche
zumindest zeitweise ungünstigere Bedingungen eintreten können, welche den elektrischen
Durchschlag der Vakuumstrecke zwischen Heizspule und behandeltem Material begünstigen. In diesen
Fällen zeigen dann die erfindungsgemäßen Maßnahmen ihre Wirkung.
Gegebenenfalls kann auch eine äußere Spannungsquelle zum Erzeugen der Zusatzgleichspannung ganz
wegfallen. Man kann nämlich einfach den zu behandelnden Körper isoliert einspannen. In diesem Falle
bildet er den einen Pol eines Kondensators, dessen anderer Pol beispielsweise durch die Wand der Vakuumkammer
gebildet wird. Wenn die Schmelzzone erzeugt wird, wird dann durch Elektronenfluß der
stabförmige Körper derart aufgeladen, daß sich zwischen ihm und seiner Umgebung die gewünschte
Potentialdifferenz einstellt.
Claims (2)
1. Verfahren zum tiegelfreien Zonenschmelzen eines stabförmigen Körpers, der in einem evakuierten
Raum an seinen Enden gehalten und von einer durch induktive Beheizung mittels einer
längs der Stabachse verschiebbaren Hochfrequenzheizspule erzeugten Schmelzzone der Länge
nach durchzogen wird, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Hochfrequenzheizspule
und dem stabförmigen Körper während der Beheizung eine elektrische Potentialdifferenz
mit dem stabförmigen Körper als Pluspol und von einer der Amplitude der hochfrequenten Heiz-,
spulenspannung zumindest annähernd gleichen Höhe erzeugt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der stabförmige Körper gegen
die Heizspule isoliert eingespannt wird.
609 568/361 5.66 © Bundesdruckerei Berlin
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES91801A DE1216245B (de) | 1964-07-01 | 1964-07-01 | Verfahren zum tiegelfreien Zonenschmelzen |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES91801A DE1216245B (de) | 1964-07-01 | 1964-07-01 | Verfahren zum tiegelfreien Zonenschmelzen |
| DE1964S0091804 DE1259839B (de) | 1964-07-01 | 1964-07-01 | Antrieb einer Halterung beim tiegelfreien Zonenschmelzen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1216245B true DE1216245B (de) | 1966-05-12 |
Family
ID=25997694
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES91801A Pending DE1216245B (de) | 1964-07-01 | 1964-07-01 | Verfahren zum tiegelfreien Zonenschmelzen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1216245B (de) |
-
1964
- 1964-07-01 DE DES91801A patent/DE1216245B/de active Pending
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