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Periskop zur Beobachtung des Inneren eines geschlossenen Beobachtungsraumes
Die Erfindung betrifft ein Periskop zur Beobachtung des Inneren eines geschlossenen
Beobachtungsraumes, insbesondere eines geschlossenen Druckraumes, beispielsweise
eines Kernreaktorgefäßes, wobei das Periskop aus feststehenden optischen Systemen
mit relativ geringer Wartungshäufigkeit und beweglichen optischen Systemen, Bildaufnahme-
und Beleuchtungsvorrichtungen sowie zugehörigen elektrischen Steuergeräten mit relativ
großer Wartungshäufigkeit besteht.
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Es ist vielfach erforderlich, das Innere von geschlossenen, unter
Druck stehenden Räumen oder das Verhalten der in diesen Räumen befindlichen Gegenstände
zu beobachten.
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Bisher sind dazu Periskope verwendet worden, die wenigstens ein in
den zu beobachtenden Raum hineinführbares Teleskoprohr mit optischen Abtasteinrichtungen
enthalten. Derartige Periskope sind ferner mit Einrichtungen versehen, die das Verschieben
des Teleskoprohres, insbesondere zur Scharfeinstellung des Bildes, sowie das Verstellen
beweglicher, optischer Einrichtungen zur Auswahl des Bildes ermöglichen. Damit weisen
derartige Periskope auch elektromechanische Einrichtungen, Beleuchtungs- sowie die
damit erforderlichen Kühleinrichtungen, ferner Bildaufnahmegeräte mit den verschiedensten
elektrischen und elektronischen Hilfseinrichtungen auf.
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Die bekanntgewordenen Periskope zeigen den Nachteil, daß eine einwandfreie
Instandhaltung der störanfälligen oder in besonderem Maße dem Verschleiß unterworfenen
Teile des Periskopes ohne Druckentlastung des zu untersuchenden Raumes nicht möglich
ist.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Periskop anzugeben,
dessen Teile mit einer relativ häufigen Wartung, wie vor allem die bewegbaren Optiken
mit ihren elektromechanischen Stelleinrichtungen, die Beleuchtungs- und Bildaufnahmegeräte
ausbaufähig sind, ohne daß dadurch eine Druckentlastung des Beobachtungsraumes erforderlich
wird. Weitere Teile des Periskopes mit einer geringeren Wartungshäufigkeit sollen
zumindest bei nicht vollständiger Druckentlastung des Beobachtungsraumes auswechselbar
sein.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß derart gelöst, daß die Teile relativ
großer Wartungshäufigkeit in einem feststehenden Hohlkörper des Periskopes und die
Teile geringerer Wartungshäufigkeit in bzw. an einem Teleskoprohr angeordnet sind,
wobei das Teleskoprohr mit seinem rückseitigen Ende zwischen dem Periskopkörper
und dem Hohlkörper zur Scharfeinstellung verschiebbar ist, während der Hohlkörper
an seinem vorderen, zum Beobachtungsraum hinweisenden Ende durch ein Fenster abgeschlossen
ist und an seinem rückseitigen offenen Ende mit einem Flanschring versehen ist,
der mit einem entsprechenden Flanschring am rückseitigen Ende des Periskopkörpers
verbolzt ist, und daß am Ende des Teleskoprohres zwischen der Innenwand des Periskoprohres
und der Außenwandung des Hohlkörpers eine ringförmige Gleitdichtung angeordnet ist,
die nur in völlig zurückgezogener Stellung des Teleskoprohres vom Beobachtungsort
wirksam ist.
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Die Erfindung wird an Hand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert
und beschrieben. Die Zeichnung zeigt einen Längsschnitt durch ein erfindungsgemäßes
Periskop.
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Mit 1 ist eine äußere Wand eines Druckgefäßes 2 bezeichnet, das beispielsweise
ein Kernreaktorgehäuse darstellen kann. Ein rohrförmiger Periskopkörper 3 ist an
der Wand 1 befestigt. Der Durchmesser des Periskopkörpers 3 ist in der Nähe der
Wand 1 verringert und weist an seinem offenen, rückwärtigen Ende einen Flanschring
5 auf. In dem rückwärtigen Periskopkörper ist eine rohrförmige Hülse 7 von geringerer
axialer Länge als der Periskopkörper 3 eingesetzt. Diese Hülse 7 vermag dem
Innendruck
des Beobachtungsraumes standzuhalten (beispielsweise 20 atü) und ist an ihrem -zurr
Beobachtungsraum 2 hinweisenden Ende 15 durch ein Fenster 18 druckdicht abgeschlossen.
An ihrem anderen rückseitigen Ende ist die Hülse 7 mit einem Flanschring 6 versehen,
der mit dem Flanschring 5 des Periskopkörpers druckdicht verbolzt ist. Um gegenüber
dem Beobachtungsraum 2 eine vollständig dichte Verbindung zwischen der Hülse 7 und
dem Periskopkörper 10 zu erzielen, befindet sich zwischen den Flanschringen 5 und
6 eine Hochdruckdichtung. In der Hülse 7 sind die einer relativ großen Wartungshäufigkeit
unterliegenden elektrisch-, elektromechanischen -- Einrichtungen und bewegbaren
optischen Einrichtungen des -Periskops angeordnet, die in der Zeichnung allgemein
mit C bezeichnet sind; da sie nicht zur Erfindung gehören, sind sie in der Zeichnung
auch nicht näher dargestellt. Die Hülse 7 ist rückseitig mit einem Deckel 8 verschließbar,
der jederzeit abnehmbar ist, so das der Zutritt zu den verschiedenen Teilen in der
Hülse ohne Druckentlastung des Beobachtungsraumes 2 ermöglicht ist.
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In dem Periskopkörper 3 ist weiterhin ein Teleskoprohr 10 angeordnet,
das zwischen der Innenwandung des Periskopkörpers 3 und der Außenwandung der Hülse
7 verschiebbar ist. Das zum Beobachtungsraum 2 hinweisende vordere Teil 10 a des
Teleskoprohres 10 ist entsprechend dem Periskopkörper 3 in der Nähe der Wandung
1 in seinem Durchmesser verringert. Am vorderen Ende des in dem Beobachtungsraum
2 hineinragenden Teleskoprohres 10 ist ein Prisma A angeordnet. Innerhalb des Periskoprohres
befinden sich in der Zeichnung allgemein mit B bezeichnete Linsen 16 a,16 b,16 c
und 27. Dabei handelt es sich hier um optische Einrichtungen, die wegen ihrer starren
Anordnung einer relativ geringeren Wartungshäufigkeit unterliegen als die Einrichtungen
in der Hülse 7.
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Am hinteren Ende 10 b des Teleskoprohres 10 ist zwischen der Innenwand
des Periskopkörpers 3 und der Außenwandung der Hülse 7 eine ringförmige Gleitdichtung
21 angeordnet, die in der Zeichnung nicht näher dargestellt ist. Diese Gleitdichtung
21 ist jedoch nur in völlig zurückgezogener Stellung des Teleskoprohres 10
vom Beobachtungsraum 2 als Niederdruckdiehtung wirksam. Dabei ist die Dichtung 21
beispielsweise gegen einen gleichfalls nicht näher dargestellten innenwandig angeordneten
ringförmigen Vorsprung am Ende des Periskopkörpers 3 druckbar.
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In dieser Stellung vermag die Dichtung 21-wenigstens einen Teil des
Innendruckes des Beobachtungsraumes 2 (beispielsweise 1,4 kg/cm2) standzuhalten,
so das eine weitergehende Druckentlastung nicht erforderlich ist, um nach dem Ausbau
der Hülse 7 auch die in dem Teleskopröhr 10 angeordneten Linsen B warten zu können.
Dabei können im einzelnen die Linsen 16 ä, 27,16 b in einer Hülse
26 als Baueinheit angeordnet sein, wie es in der Zeichnung nur schematisch dargestellt
ist. Das Prisma A, das der relativ geringsten Wartungshäufigkeit unterliegt, ist
jedoch nur bei vollständiger Druckentlastung des Beobachtungsraumes auswechselbar.
Während Lies Betriebes befindet sich das Teleskoprohr 10 im all= gemeinen nicht
in seiner völlig zurückgezogenen Stellung. Dabei ist die Gleitdichtung 21 am Ende
10 b des Teleskoprohres 10 als Dichtung unwirksam, also durchlässig. Das hat den
Vorteil, das langsame Druckschwankungen im Beobachtungsraum 2 zu keiner Verstellung
des Teleskoprohres führen, da auf diese Weise über die durchlässige Gleitdichtung
21 ein Druckausgleich zwischen dem Beöbachtuugs= rauen 2 und dem Raum im Periskopkörper,
in dem sich das Teleskoprohr bewegt, ermöglicht ist.
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In den freien Ringraum sind zur kolbenartigen Verstellung des Teleskopkörpers
zwischen dem Peri= skopkörper 3 und der Hülse 7 sowie in den freien Raum am unteren
Ende des Periskopkörpers mit dem größeren Durchmesser Druckmittelleitungen 12 zugeführt,
die über ein Steuerventil 14 mit einer Druck= mittelquelle 13 in Verbindung stehen.