-
Stabilisierung von 1,2,3,4,7,7-Hexachlorbicyclo-(2,2, 1)-2-hepten-5,6-bis-hydroxymethylensulfit
Die Erfindung betrifft die Stabilisierung von 1,2,3,4,7,7-Hexachlorbicydo-(2,2,1)-2-hepten-5,6-bishydroxymethylensulfit,
welches auch als 6,7,8,9,10,10-Hexachlor- 1,5,5a,6,9,9a-hexahydro - 6,9 -methano
-2,4, 3-benzodioxathiepin-3-oxyd oder im folgenden als Thiodan bezeichnet werden
kann.
-
Die Strukturformel dieser Verbindung ist wie folgt:
Thiodan findet in erster Linie als herbizides, fungizides und insektizides Mittel
Verwendung. Es kann aber auch zum Schutz von Holz, Papier, Textilien und Leder oder
als Desinfektionsmittel verwendet werden.
-
Handelsübliches Thiodan ist ein Feststoff, welcher sich bei der Lagerung
unter normalen Bedingungen leicht zersetzt. Thiodan unterscheidet sich von anderen
chlorierten insektiziden Mitteln vom Diels-Alder-Typ dadurch, daß es einen Sulfitring
enthält. Diese Tatsache stellt hinsichtlich seiner Stabilisierung besondere Probleme.
Die Zersetzungsgeschwindigkeit variiert zwischen einer unbedeutenden Menge und mehreren
Prozenten je Woche. Zu den Zersetzungsprodukten gehören 1,4,5,6,7,7-Hexachlor-2,3-bis-(hydroxymethyl)-bicyclo-(2,2,1)-hepten-5,
welches auch als 1,4,5,6,7,7-Hexachlorbicyclo-(2,2,1)-hept-5-en-2,3-dimethanol bekannt
ist, und Schwefeldioxyd. Manchmal gibt Thiodan auch Chlorwasserstoff ab. Die Bildung
von 1,4,5,6,7,7-Hexachlor-2,3-bis-(hydroxymethyl)-bicyclo-(2,2,1)-hepten-5 ist wegen
der geringen Löslichkeit dieser Verbindung in den im allgemeinen für die Herstellung
von Thiodanpräparaten verwendeten Lösungsmitteln und die Bildung von Schwefeldioxyd
und Chlorwasserstoff wegen des unangenehmen Geruches dieser Verbindungen unerwünscht.
Darüber hinaus zerstört der Chlorwasserstoff die Behälter, welche üblicherweise
zur Lagerung des Thiodans verwendet werden. So sind beispielsweise faßartige Behälter
aus Fibermaterial, wenn sie mit handelsüblichem Thiodan gefüllt sind, schon nach
30 Tagen derart beschädigt, daß das Thiodan ausfließt und die mit einem Lackanstrich
versehenen Metalldeckel der Behälter stark korrodiert sind.
-
Erfindungsgemäß wird nun 1,2,3,4,7,7-Hexachlorbicyclo-(2,2,1)-2-hepten-5,6-bis-hydroxymethylensulfit
gegen Zersetzung in 1,4,5,6,7,7-Hexachlor-2,3-bis-(hydroxymethyl)-bicyclo-(2,2,1)-hepten-5,
Schwefeldioxyd und bzw. oder Chlorwasserstoff dadurch stabilisiert, daß man diese
Verbindung mit wenigstens 5 Gewichtsprozent Wasser bei einer Temperatur von 30 bis
170"C innerhalb 5 Minuten bis 25 Stunden in Berührung bringt, danach das Wasser
mit Hilfe üblicher physikalischer Methoden abtrennt und gegebenenfalls 0,01 bis
etwa 15 Gewichtsprozent eines Monoamids der allgemeinen Formel
oder einer Harnstoffverbindung der allgemeinen Formel
oder eines Diamids der allgemeinen Formel
zusetzt, wobei Rl, R2, R3 und R4 Wasserstoffatome oder Alkyl-, Cycloalkyl-, Aryl-,
Arallcyl- oder Acylreste darstellen und n eine ganze Zahl zwischen 0 und 8 bedeutet,
und im Falle des Zusatzes eines Monoamids auch zwei der R-Substituenten unter Ringschluß
zusammentreten können.
-
Beispiele für Monoamide sind Formamid, Acetamid, Capronsäurearmd,
Caprinsäureamid, Åcrylsäureamid, Ölsäureamid, Zimtsäureamid, Cyclopentancarbonsäureamid,
Phenylacetamid, N-Methylformamid, N-Cyclohexylcaprinsäureamid, Acetanilid, Stearinsäure-p-toluidid,
Phenylacetanilid, N,N-Diphenylacetamid, Succinimid, Glutarimid, Maleinimid und 1,2Cyclohexandicarb
oximid.
-
Beispiele für Harnstoffverbindungen sind Harnstoff selbst und Methylharnstoff,
Symtr-Diallylharnstoff, Tetrabenzylharnstoff, Tetra-p-tolylharnstoff, N,N'-Dip-tolyl-N,N'-dibenzylharnstoff,
Cyclohexylharnstoff, Phenylharnstoff und n-Octadecylharnstoff.
-
Beispiele für Diamide sind Oxalsäurediamid, Bernsteinsäurediamid,
Malonsäuredianilid, N,N'-Dimethyloxalsäurediamid, Adipinsäurediamid, Malonsäurediamid,
Äthylmalonsäurediamid, a,a-Dimethylpimelinsäurediamid und Sebacinsäurediamid.
-
In der erfindungsgemäßen Weise stabilisiertes Thiodan spaltet bei
der Lagerung keine oder nur sehr geringe Mengen der Gase, beispielsweise Schwefeldioxyd
und Chlorwasserstoff ab, so daß es ohne Gefahr einer Beschädigung der für die Lagerung
des Thiodans verwendeten Behälter gelagert werden kann.
-
Weiterhin behält das in erfindungsgemäßer Weise stabilisierte Thiodan
während der Lagerung seine herbizide, fungizide und insektizide Wirkung. Es kommt
ferner bei der Lagerung des in erfindungsgemäß er Weise stabilisierten Thiodans
nicht mehr zur Bildung des in den meisten Lösungsmitteln für das Thiodan unlöslichen
1,4,5,6,7,7-Hexachlor-2,3-bis-(hydroxymethyl)-bicyclo-(2,2, l)-hepten-5.
-
Erfindungsgemäß wird das Wasser vorzugsweise in Dampfform verwendet.
Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dann
gegeben, wenn das 1,2,3,4,7,7-Hexachlorbicyclo-(2,2,1)-2-hepten-5,6-bis-hydroxymethylensulfit
in einem unter den Reaktionsbedingungen inerten Lösungsmittel gelöst der Wasserbehandlung
unterworfen wird.
-
Als ein solches unter den Reaktionsbedingungen inertes Lösungsmittel
ist beispielsweise Toluol geeignet. Es können aber auch Benzol, Xylol oder Tetrakohlenstoff
als Lösungsmittel verwendet werden.
-
Als gut wirksame und leicht erhältliche Stabilisatoren werden gemäß
der Erfindung vorzugsweise Harnstoff, Formamid, Acrylsäureamid und Acetanilid verwendet.
-
Das erfindungsgemäße Verfahren wird an Hand der Beispiele näher erläutert.
-
Beispiel 1 Es wurden 150 g stark rauchendes und stark nach Chlorwasserstoff
und Schwefeldioxyd stinkendes Thio--dan verwendet. Diese Probe enthielt nur eine
Spur von in Xylol unlöslichen Anteilen, und die Analyse ergab einen Gehalt von 95,6
O/o Thiodan. Diese Probe
wurde geschmolzen, auf einer Temperatur zwischen 100 und
105"C bei einem Druck von ungefähr 600 bis 700 mm gehalten und mit Wasserdampf geblasen.
-
Der Dampf wurde nach seinem Eintritt in das Vakuumsystem, jedoch vor
seiner Berührung mit der Probe auf eine Temperatur von ungefähr 1000 C vorgewärmt.
-
Man ließ den Dampf 50 Minuten in Blasen durch die Probe treten, wobei
eine große Wassermenge an den Wandungen des Reaktionsbehälters kondensierte und
in Form von kleinen Tropfen mit dem Thiodan in Berührung kam. Es sammelten sich
ungefähr 290 ml Wasser. Der Dampfstrom wurde dann unterbrochen, und man leitete
einen Strom von trockenem Stickstoff ~dadurch dãs Thiodan, wobei man den Druck auf
ungefähr 55 bis 60 mm erniedrigte und die Temperatur auf 105 bis 110"C hielt. Der
Stickstoff wurde ungefähr 30 Minuten durch die Probe geleitet, um letzte Spuren
von Wasser abzutrennen.
-
Das auf diese Weise stabilisierte Thiodan mit einem Gehalt von 93,4?in
enthielt keine in Xylol unlöslichen Anteile und gab keine Chlorwasserstoffdämpfe
ab.
-
Beispiel 2 Es wurden 66 g stark rauchendes und stark nach Chlorwasserstoff
und Schwefeldioxyd riechendes Thiodan verwendet. Diese Probe enthielt 95,8 °/o Thiodan.
-
Die Chlorprobe ergab einen Gehalt von 1300 Teilen je Million Chlorionen.
Der Gehalt des Thiodans an Chlorionen wurde hierbei wie auch stets sonst dadurch
bestimmt, daß ungefähr 80 g Thiodan, 50ml Toluol und 50 ml Wasser 30 Minuten bei
80 bis 90"C gerührt wurden, worauf nach Trennung der beiden Schichten die wäßrige
Schicht mit Salpetersäure angesäuert und eine Bestimmung der Chlorionen nach Vo
1 h a r d durchgeführt wurde. In dieser Thiodanprobe waren nur Spuren von in Xylol
unlöslichen Anteilen enthalten. Die Probe wurde geschmolzen, auf einer Temperatur
zwischen 90 und 93°C und einem Druck von 200 mm gehalten und mit Wasserdampf geblasen.
Der Dampf wurde nach seinem Eintritt in das Vakuumsystem, aber vor seiner Berührung
mit der Probe auf ungefähr 100"C vorgewärmt. Der Dampf kondensierte, und es sammelte
sich eine Menge von 2700 ml Wasser an. Nach 6 Stunden wurde der Dampfstrom unterbrochen
und ungefähr 30 Minuten ein Luftstrom durch das Thiodan geleitet, um letzte Spuren
von Wasser abzutrennen.
-
Das auf diese Weise stabilisierte Thiodan mit einem Gehalt von 96,0
0/o enthielt 298 Teile je Million Chlorionen. Das Thiodan enthielt nur Spuren von
in Xylol unlöslichen Anteilen und gab keine Chlorwasserstoffdämpfe ab.
-
Beispiel 3 Es wurden 100 g stark rauchendes und stark nach Chlorwasserstoff
und Schwefeldioxyd riechendes Thiodan verwendet. Diese Probe enthielt 96,7 0/o Thiodan
und keine in Xylol unlöslichen Anteile. Der Gehalt an Chlorionen betrug 1400 Teile
je Million. Die Probe wurde geschmolzen, auf einer Temperatur von 100"C gehalten
und mit 25 ml heißem Wasser versetzt. Das Gemisch wurde hierauf 5 Minuten mäßig
gerührt.
-
Dann leitete man einen Stickstoffstrom durch die Probe, wobei man
die Temperatur auf 110"C erhöhte und Unterdruck anwendete, um das Wasser während
eines Zeitraumes von 15 Minuten langsam abzudestillieren. Nach Erreichen des vollen
Vakuums wurde das Durchleiten des Stickstoffstromes bei einer Temperatur
von
110 bis 120"C noch eine halbe Stunde fortgesetzt, um die letzten Spuren von Wasser
abzutrennen.
-
Das auf diese Weise stabilisierte Thiodan wies einen Gehalt von 96,2°/o
auf. Dieses Thiodan enthielt keine in Xylol unlöslichen Anteile. Es gab keine Chlorwasserstoffdämpfe
ab und hatte einen Gehalt von 90 Teilen je Million Chlorionen.
-
Beispiel 4 Es wurden 151 g stark rauchendes und stark nach Chlorwasserstoff
und Schwefeldioxyd riechendes Thiodan verwendet. Diese Probe wies einen Gehalt an
Chlorionen von 2300 Teilen je Million auf. Das Thiodan wurde durch Erhitzen in 200
ml Toluol gelöst und zusammen mit 200 ml Wasser bei 80 bis 90"C 1 Stunde heftig
gerührt. Nach dem Absetzen wurde die Toluollösung von Thiodan abgezogen und daraus
das Toluol und letzte Wasserspuren durch Vakuumdestillation entfernt.
-
Das auf diese Weise stabilisierte Thiodan entwickelte geringe Mengen
an Schwefeldioxyd, jedoch keine Chlorwasserstoffdämpfe. Es enthielt keine in Xylol
unlöslichen Anteile und wies einen Gehalt an wirksamem Chlor von 90 Teilen je Million
auf.
-
Beispiel 5 Es wurden 160 g stark rauchendes und stark nach Chlorwasserstoff
und Schwefeldioxyd riechendes Thiodan eingesetzt. Diese Probe enthielt keine in
Xylol unlöslichen Anteile. Sie wies einen Gehalt an Chlorionen von 1400 Teilen je
Million auf. Das Thiodan wurde durch Erhitzen in 100 ml Toluol gelöst und mit 100
ml Wasser versetzt. Das Gemisch wurde 15 Minuten bei 80 bis 90"C heftig gerührt.
Die Wasserschicht wurde abgetrennt und die Behandlung mit je 100 ml frischem Wasser
sechsmal in der oben beschriebenen Weise wiederholt. Es wurden die folgenden Chloridmengen,
berechnet auf Basis von Thiodan, in den sechs aufeinanderfolgenden Wasserschichten
ermittelt: 910, 330, 78, 33, 27, 29 Teile je Million. Das Toluol wurde dann unter
vermindertem Druck vom Thiodan abdestilliert.
-
Das auf diese Weise stabilisierte Thiodan verblieb ohne stechenden
Geruch und frei von Chlorwasserstoffdämpfen. Es enthielt keine in Xylol unlöslichen
Anteile.
-
Das stabilisierte Thiodan enthielt nach der 90 Minuten dauernden
Behandlung 95,90/0 Thiodan und 4,1 0/o Verunreinigungen. Das Thiodan vor der Stabilisierung
enthielt 96,70/o Thiodan und nur 3,3 0/o Verunreinigungen. Dieser Versuch zeigt,
daß der größte Teil der Chlorionen, welche während der Behandlungen mit Wasser entfernt
werden, aus instabilen Verunreinigungen und nicht aus dem Thiodan selbst stammt.
Dieser Versuch zeigt ferner, daß die Stabilisierung nicht durch eine Reinigung des
Thiodans erreicht wird, da im vorliegenden Falle das stabilisierte Thiodan einen
höheren Gehalt an Verunreinigungen aufwies als das nicht stabilisierte Thiodan.
Es wird angenommen, daß durch das erfindungsgemäße Verfahren die instabilen und
schädlichen Verunreinigungen in stabile und unschädliche Verunreinigungen umgewandelt
werden, wobei komplizierte Reinigungsmethoden, wie beispielsweise ein Umkristallisieren,
wie bisher angewandt, vermieden werden. Durch Entfernung der Verunreinigungen, wobei
der Anteil an reinem Thiodan im Produkt bis knapp an 1000/o
gebracht wird, kann zwar
ebenfalls eine Stabilisierung erreicht werden. Dies stellt jedoch ein kostspieliges
und umständliches Verfahren dar, welches außerdem noch mit hohen Verlusten an Thiodan
verbunden ist.
-
Die Behandlung mit aufeinanderfolgenden Anteilen an heißem Wasser
ist einer kontinuierlichen Gegenstrombehandlung mit heißem Wasser sehr ähnlich und
zeigt, daß die Stabilisierung auch durch die Verwendung derartiger kontinuierlicher
und dem Fachmann bekannter Verfahren durchgeführt werden kann.
-
Zu Vergleichszwecken wurde folgender Versuch durchgeführt: Man ging
von 607 g Thiodan aus, welches stark rauchte und einen starken Geruch nach Chlorwasserstoff
und Schwefeldioxyd aufwies. Diese Probe wurde geschmolzen und bei einem Druck von
ungefähr 35 mm auf einer Temperatur zwischen 150 und 160"C gehalten, wobei in mäßigem
Strom trockener Stickstoff 1 Stunde durch das Thiodan geleitet wurde.
-
Es zeigte sich, daß dieses Thiodan genau so stark rauchte wie vor
seiner Behandlung und daß der entwickelte Chlorwasserstoff den Metalldeckel des
Gefäßes stark korrodierte. Dies zeigt deutlich, daß ein Erhitzen oder das Austreiben
von flüchtigen Produkten, ohne daß das Thiodan mit Wasser in Berührung gebracht
wird, nicht zu einer Stabilisierung des Thiodans führt.
-
In den folgenden Beispielen wird die verbesserte Stabilisierungswirkung
des mit Wasser behandelten Thiodans durch Amide beschrieben.
-
Beispiel 6 Es wurden 400 g Thiodan verwendet, welches stark rauchte
und einen starken Geruch nach Chlorwasserstoff und Schwefeldioxyd aufwies. Die Analyse
ergab einen Gehalt von 94,0 0/o Thiodan und von 7200 Teilen je Million an Chlorionen.
Diese Thiodanprobe wurde geschmolzen, bei einem Druck von ungefähr 35 mm auf einer
Temperatur zwischen 100 und 105"C gehalten und mit Wasserdampf geblasen. Der Dampf
wurde nach seinem Eintritt in das Vakuumsystem, aber vor seiner Berührung mit der
Probe auf eine Temperatur von ungefähr 1000 C erhitzt. Nach 2 Stunden wurde die
Dampfeinleitung abgebrochen und 35 Minuten unter den gleichen Bedingungen trockener
Stickstoff durch das Thiodan geleitet.
-
Die Analyse des auf diese Weise stabilisierten Thiodans ergab einen
Gehalt von 95,30/0 Thiodan, einen Gehalt an 723 Teilen Chlorionen je Million und
keine in Xylol unlöslichen Anteile. Nach Zusatz von 0,5 Gewichtsprozent Formamid
verblieb dieses Thiodan frei von Chlorwasserstoffdämpfen und wies keinen stechenden
Geruch auf.
-
Beispiel 7 Es wurden 300 g stark rauchendes und stark nach Chlorwasserstoff
und Schwefeldioxyd riechendes Thiodan eingesetzt. Diese Probe enthielt 98,50/, Thiodan
und keine in Xylol unlöslichen Anteile. Der Gehalt dieser Probe an Chlorionen betrug
1540 Teile je Million. Das Thiodan wurde durch Erhitzen in 200 ml Toluol gelöst
und mit 30ml Wasser versetzt. Das Gemisch wurde nun eine halbe Stunde bei einer
Temperatur von 80 bis 90"C gerührt. Hierauf wurde ein Stickstoffstrom durch das
geschmolzene Thiodan geleitet, während die Temperatur erhöht wurde und ein solcher
Unterdruck angewandt wurde, um das Toluol und das Wasser von der Probe langsam abzudestillieren.
Die
Probe wurde schließlich auf 110 bis 120"C unter vollem Vakuum erhitzt, um die letzten
Feuchtigkeitsspuren zu entfernen. Der einen Hälfte des auf diese Weise stabilisierten
Thiodans wurden 0,5 Gewichtsprozent Formamid zugegeben. Die andere Hälfte, welcher
kein Formamid zugesetzt worden war, gab bei der Lagerung geringe Menge an Chlorwasserstoff-
und Schwefeldioxyddämpfen ab. Die mit Formamid versetzte Hälfte verblieb im wesentlichen
geruchlos und frei von Dämpfen. Beide Anteile enthielten im wesentlichen dieselbe
Menge an wirksamem Chlor, und zwar 135 bzw. 125 Teile je Million.
-
In den folgenden Tabelle sind die Ergebnisse von Zersetzungsversuchen
unter verschärften Bedingungen wiedergegeben, wobei gemäß Beispiel 6 mit Wasser
behandeltes und mit verschiedenen Stabilisatoren versetztes Thiodan verwendet wurde.
Die erfindungsgemäß stabilisierten Thiodanproben wurden bei diesen Versuchen entweder
in dünner Schicht auf Glasplatten mit UV-Licht bestrahlt oder bei erhöhten Temperaturen
gehalten und in Zeitabständen analysiert. Für die Versuche wurden verschiedene Thiodanproben
verwendet.
-
Tabelle I
| O/o Thiodangehalt (°/0) |
| Beispiel Formamid Ultraviolettbestrahlung (Wochen) |
| zusatz 0 1 3 1 6 1 13 1 17 |
| Blind- |
| versuch 0 97 93 82 64 58 |
| 8 1,0 97 97 96 96 93 |
| 9 0,5 97 96 96 91 85 |
| 10 0,2 97 96 91 87 81 |
Tabelle II Thiodanproben mit einem Gehalt von 0,5°/0 an verschiedenen Amiden nach
verschieden langer Bestrahlung mit Ultraviolettstrahlung.
| Thiodangehalt (O/o) |
| Beispiel Stabilisator Ultraviolettbestrahlung (Wochen) |
| 0 1 6 1 12 19 32 |
| Blind- |
| versuch - 97 94 67 49 - |
| 11 Harnstoff 97 96 93 90 87 |
| 12 Formamid 97 97 92 82 67 |
| 13 Acrylsäure- |
| amid ... 97 96 92 84 67 |
| 14 Acetamid 97 95 91 78 63 |
| 15 N-Methyl- |
| formamid 97 97 89 73 1 |
| 16 Acetanilid 97 94 88 85 : 79 |
| 17 Succinimid 97 92 87 67 - |
| 18 Phenylacet- |
| amid . . . 97 97 86 75 41 |
| 19 Adipin- |
| säure- |
| diamid 97 92 84 75 52 |
| 20 Capron- |
| säure- |
| amid ... 97 95 77 63 - |
Tabelle III Thiodanproben mit einem Gehalt von 0,5 °/0 Formamid nach verschieden
langer Lagerung bei 70"C.
| Thiodangehalt (°/0) |
| Beispiel Lagerung bei 700 C (Wochen) |
| 0 1 18 1 31 |
| Blindversuch 1 94 | 94 | 88 |
| 21 .. 94 1 94 94 |
Patentansprüche: 1. Stabilisierung von 1,2,3,4,7,7-Hexachlorbicyclo - (2,2,1) -
2 - hepten - 5,6 - bis - hydroxymethylen -sulfit gegen Zersetzung in 1,4,5,6,7,7-Hexachlor-2,3
-bis-(hydroxymethyl)-bicyclo-(2,2,1)-hepten-5, Schwefeldioxyd und bzw. oder Chlorwasserstoff,
g e k e n n z e i c h n e t durch Inberührung mit wenigstens 5 Gewichtsprozent Wasser
bei einer Temperatur von 30 bis 170"C innerhalb 5 Minuten bis 25 Stunden, Abtrennen
des Wassers mit Hilfe üblicher physikalischer Methoden und gegebenenfalls Zusatz
von 0,01 bis etwa 15 Gewichtsprozent eines Monoamids der allgemeinen Formel
oder einer Harnstoffverbindung der allgemeinen Formel
oder eines Diamids der allgemeinen Formel
wobei Rt, R2, R3 und R4 Wasserstoffatome oder Alkyl-, Cycloalkyl-, Aryl-, Aralkyl-
oder Acylreste darstellen und n eine ganze Zahl zwischen 0 und 8 bedeutet und im
Falle des Zusatzes eines Monoamids auch zwei der R-Substituenten unter Ringschluß
zusammentreten können.