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Fördergefäß Die Erfindung betrifft ein Fördergefäß für die Bergwerksförderung
mit druckmittelgespeisten Antriebszylindern zum Bewegen des Verschlusses, einer
Gutschonklappe, eines Spaltdichters od. dgl. und mit einer das Druckmittel liefernden
Pumpe, welche durch eine an einer schachtseitigen Reibschiene sich abwälzenden Reibrolle
antreibbar ist.
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Bei einem der obigen Gattung zugehörigen Fördergefäß ist es bekannt,
für die Antriebsreibrolle einer den Antriebszylinder einer Gutschonklappe speisenden
Pumpe im Bereich der Füllstelle des Gefäßes eine besondere Reibschiene begrenzter
Länge vorzusehen. Dabei ist entweder die Reibschiene in den Fahrbereich der anzutreibenden
Reibrolle parallel zu sich selbst verstellbar ausgebildet, oder aber es wird die
Reibrolle gegen die Reibschiene ausgeschwenkt. In beiden Fällen ist ein verhältnismäßig
großer Aufwand an störungsanfälligen Steuer- und Betätigungsgliedern erforderlich.
Ferner bedarf es einer besonderen, aufwendigen Ausbildung der Reibschiene dahingehend,
daß zur Erzielung einer bestimmten Anzahl an Umdrehungen der Reibrolle schlupffreier
Ablauf für die Reibrolle gewährleistet ist.
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Die Erfindung ist darauf gerichtet, die bekannte Vorrichtung wesentlich
zu vereinfachen und so auszubilden, daß sie unter anderem auch für die Verschlußbetätigung
verwendet werden kann. Das wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß als Reibschiene
eine Spurlatte oder ein Führungsseil der Gefäßführung dient. Dabei kann vorteilhafterweise
eine Führungsrolle als die Pumpe antreibende Reibrolle dienen.
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Durch die Ausnutzung des gesamten Fahrweges zur Erzeugung der für
den Antrieb derHilfseinrichtungen notwendigen Energie ergeben sich Vorteile beim
Betrieb derartiger Skipgefäße. Infolge der großen Anzahl von Umdrehungen der Rolle
zwischen zwei Haltestellen des Fördergefäßes ist nur eine sehr geringe Pumpenleistung
erforderlich, um die bei jedem Förclerzu(; nur einmal notwendigen Verschluß- und
Schonklappenbewegungen durchzuführen. Da die Leistung der Hydraulikpumpe außerordentlich
gering (in der Größenordnung von 100 bis 500 Watt) gehalten werden kann, bedarf
es nur eines schwachen Anpreßdruckes, um die Mitnahme der Antriebsrollen sicherzustellen.
Es ist daher völlig ausreichend, wenn der Anpreßdruck etwa 5 bis 10 kp beträgt.
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Nach einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung für den Fall der
Betätigung des Gefäßverschlusses durch einen druckmittelgespeisten Arbeitszylinder
ist die durch die Fahrbewegung angetriebene hydraulische Pumpe in einen aus einem
Sammelbehälter, einem Druckspeicher und einem Steuerventil bestehenden Kreislauf
eingeschaltet und der Antriebszylinder zum Öffnen und Schließen des Verschlusses
in Abhängigkeit von von außen auf das Ventil wirkenden Verstellimpulsen durch die
vom Druckspeicher gelieferte Druckflüssigkeit beaufschlagbar.
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Soll nach einer anderen Ausführungsform die Erfindung zur Bewegung
einer Schonklappe vorgesehen werden, so ist die Einschaltung eines Druckspeichers
nicht unbedingt erforderlich. Demgemäß besteht die so ausgebildete Anordnung darin,
daß mittels der bei Fahrbewegung von der Spurlatte angetriebenen Reibrolle bzw.
Pumpe ein auf den Kolben des Antriebszylinders für die Schonklappe wirkender Druck
ausübbar ist, der in der Füllstellung von einem von außen auf ein Entlastungsventil
wirkenden Impuls in einen Sammelbehälter ablaßbar ist.
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In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele für die Erfindung
schematisch dargestellt und im folgenden näher erläutert. Es zeigt F i g. 1 ein
Skipgefäß mit der erfindungsgemäßen Einrichtung zur Betätigung des Verschlusses,
F i g. 2 ein Skipgefäß mit der erfindungsgemäßen Einrichtung zur Betätigung einer
Schonklappe.
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In F i g. 1 ist das Skipgefäß 1 mit einer um die Achse A schwenkbaren
Bodenklappe 2 versehen, an welcher der Kniehebel 3 angelenkt ist. Der Kniehebel
3 ist mit dem in Punkt B des Gefäßes gelagerten Kipphebel 4 und mit der verlängerten
Kolbenstange 5 des in Punkt C drehbar gelagerten hydraulischen Zylinders 6 in Verbindung.
Beim Rückhub der verlängerten Kolbenstange 5 knickt das Kniehebelgelenk 3, 4 ein
und öffnet die Klappe. Der Zylinder 6 steht über die Druckmittelleitungen
7 ca, 7 b mit dem Steuerventil 8 in Verbindung.
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An dem Gefäß ist der Druckmittelspeicher 9 angeordnet, der das Druckmittel
über die Leitung 10 an das Steuerventil 8 abgibt. Die Speisung des Druckspeichers
9 erfolgt durch die Druckmittelpumpe 11
über die Leitung 12. Die
Ds uckmittelpumpe 11 saugt das Druckmittel aus dem Sammelbehälter
13 über die Leitung 14 an. Das aus dem Zylinder 6 verdrängte
Druckmittel wird über die Leitung 15 dem Sammelbchälter 13 zugeführt. Die
Druclcn?itt-zlpumpc 11 wird durch die Führungsrolle 16 des Skipgefäße:i angetrieben.
-Die Steuerung der Bewegungen der Verschlußklappe 2 geschieht in an -sich bekannter
Weise über ein Gestänge 17 mit einer Rolle 18, auf welche eine an der jeweiligen
Entladestelle im Schacht ortsfest angebrachte Schaltschiene 19 einwirkt.
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In F i g. 2 ist das Skipgefäß 1 mit einer Schonklappe 20 versehen,
die um die Achse D schwenkbar angeordnet ist. Zum Eintrieb der Schonklappe
20 dient ein hydraulischer Zylinder 21, dessen Kolbenstange
22 bei E an der Schonklappe 20 angreift. Der hydraulische Zylinder
21 ist in F schwenkbar gelagert.
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Zum Erzeugen des Druckes für den Antrieb der Schonklappe ist eine
Druckmittelpumpe 23 so angeordnet, daß eine der Führungsrollen
24 auf die Pumpenwelle arbeitet. Die Pumpe 23 saugt über die Leitung
25 aus einem Sammelbehälter 26 das zu verdichtende Druckmittel an
und drückt es über die Leitung 27 in den hydraulischen Zylinder 21. Dadurch wird
während der Abwärtsfahrt infolge des aufgebauten Druckes in der Leitung
27 die Schonklappe 20 angehoben und befindet sich bei der Füllstellung
des Gefäßes in ihrer oberen Endlage.
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Die Leitung 27 steht mit dem Leitungsteil 28 in Verbindung,
welcher durch ein Entlastungsventil 29
geschlossen gehalten wird. Das Ventil
29 ist gleichzeitig ein Druckbegrenzungsventil, welches bei überschreiten
eines .eingestellten Höchstdruckes das Druckmittel in den. Leitungsteil
30 entweichen und dem Sammelbehälter 26 zufließen läßt.
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Zur Einleitung des Füllvorganges wird zwischen der Meß- bzw. Fülltasche
31 und der Füllöffnung des Gefäßes der Spaltdichter 32 eingefahren, welcher mittels
eines Ansatzes. 33 einen Kontakt 34 des Entlastungsventiles 29 betätigt und das
Ventil öffnet. Dadurch wird der Leitungsteil 28 mit der Leitung
30
verbunden und das Druckmittel kann aus dem Zylinder 21 entweichen, wobei
die Abflußgeschwindigkeit durch den vom Ventil 29 freigegebenen Querschnitt
geregelt wird. Hierbei ist auf die richtige Senkgeschwindigkeit zu achten, weil
bei zu langsamem Absenken das Gefäß nicht gefüllt werden kann. Durch verschiedene
Einstellung des Querschnittes am Ventil 29 kann ein ganz allmähliches Herabsenken
der Schonklappe erzielt werden.
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Beim anschließenden Aufwärtsfördern kann entweder die Pumpe auf Leerlauf
geschaltet sein, so daß kein Druckmittel gefördert wird. Es ist aber auch möglich,
durch eine selbsttätige Umstellung die Pumpe auch auf Förderung bei umgekehrter
Drehrichtung zu schalten. In diesem Fall würde sich im Leitungsteil 27, 28 wiederum
der eingestellte Höchstdruck ergeben, bei dessen Überschreiten durch das Entlastungsventil
29 das System auf Umlauf geschaltet würde.