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Schlauchleitung, insbesondere für Dampframmen Die Erfindung bezieht
sich auf eine flexible Schlauchleitung aus zwei unter Verwendung von Füllstoff homogen
vereinigten, mit Bewehrungslagen verstärkten Schläuchen unterschiedlichen Querschnitts.
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Insbesondere soll die erfindungsgemäße Schlauchleitung für Dampframmen
oder dergleichen dampfbetriebene Maschinen verwendet werden.
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Die bisher gebräuchlichen Pfahlrammen sind zumeist als Dampframmen
ausgebildet, die als Rammbären einen beispielsweise an einer senkrechten Schiene
eines entsprechenden Gestells geführten oder am Ausleger eines Derrick-Kranes aufgehängten
Dampffiammer aufweisen, der von oben gegen den einzurammenden Pfahl, Träger od.
dgl. fallen gelassen und anschließend durch den Druck des zugeführten Dampfes wieder
angehoben wird; der Dampfhammer folgt dabei mit jedem Schlag den Einsenkbewegungen
des Pfahles, bis dieser die gewünschte Stellung einnimmt. Der Dampf wird dem Dampfhammer
durch einen Schlauch oder eine flexible Leitung zugeführt, die nicht nur hohen Temperaturen
und hohen Drücken, sondern insbesondere auch dea an Baustellen vorkommenden rauhen---B#e-tife-#sbeanspruchungen
gewachsen-,sein-muß.-Der Dampfliammer wird- in der Regel von einem Dampf zylinder
aus betätigt, in dem ein von einem Ventilsystem her gesteuerter Kolben hin- und
herverschoben wird. Dabei bewegen sich die verschiedenen Teile mit verhältnismäßig
hohen Geschwindigkeiten und benötigen deshalb eine ständige wirkr same Schmierung,
wenn ihr fortlaufender Betrieb gesichert sein soll. Die Wichtigkeit einer zuverlässigen
Schmierung hat sich im übrigen bei Dampframmen aus zahlreichen praktischen und wirtschaftlichen
Gesichtspunkten heraus ergeben. Sollte eine bestimmte Rammenarbeit etwa durch eine
auf eine mangelhafte Schmierung des Dampfhammers zux-ückzuführende Störung unterbrochen
werden, so kann dadurch unter Umständen eine ganze weitere Bautätigkeit verzögert
werden, bis der Dampfhammer wieder instand gesetzt ist.
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Wenn auch bereits mehrere, Vorschläge zur Erzielung einer zuverlässigen
Schmierung von Dampfhämmern gemacht worden sind, so konnte doch keine ,der bisher
bekannten Schmierungen als wirklich zuverlässig angesehen werden. Man hat z. B.
Schmiervorrichtungen unmittelbar am Dampfliammer angebracht, von denen jedoch auf
die Dauer keine den an dein ständig aufschlagenden Dampfhammer auf-,tretenden rauhen
Beanspruchungen gewachsen war. .Weiterhin hat man vorgeschlagen, das Schmierö
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-unmittelbar in die zum Dampffiammer führende Dampfleitung einzuspritzen.
Dieses Verfahren ergibt zwar zunächst eine befriedigende Schmierung der verschiedenen
Teile des Dampfliammers, birgt aber neue in sich- Die üblichen Dampfleitungen sind
aus verstärktem elastomerem Material her--gestellt, das sich bei der vorgesehenen
Verwendung mit Dampf trotz der dabei auftretenden hohen Drücke, hohen Temperaturen
und nicht zuletzt rauhen Beanspruchungen gut bewährt hat. Wird jedoch Schmieröl
in diese Leitungen mit eingebracht, so ruft das öl in Verbindung mit dem
Dampf ein Entpolymerisieren und Aufweichen des elastomeren Materials hervor, wodurch
die Haltbarkeit und Lebensdauer der Leitung beträchtlich verringert wird. Dabei
ist noch zu berücksichtigen, daß auch ein entsprechend häufigeres Auswechseln des
Dampfschlau:-ches nachteilig ist, weil diese Schläuche wegen der genannten Beanspruchung
Spezialausführungen darstellen und entsprechend teuer sind. Ein häufigeres Auswechseln
des Schlauches würde sich deshalb in den Unterhaltungskosten der Dampframme
sehr ungünstig auswirken.
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Bei einer vorgenannten öleinspritzung in die übliche Dampfleitung
kommt aber zu der beträchtlichen Verkürzung der Lebensdauer des Schlauches noch
ein weiterer Faktor, der berücksichtigt werden muß. Brechen nämlich aus dem Schlauch
durch die Einwirkung des öls gelöste Teile aus, so werden solche Teile in den Dampfzylinder
des Dampfhammers mitgerissen und können dort zu empfindlichen Störungen führen.
Zu dem häufigen Auswechseln des Dampfschlauches können deshalb auch noch zusätz-,liche
Reparaturen am Dampfhammer selbst kommen,
die kostspielig und zugleich zeitraubend
sind.
Schlauchleitungen der eingangs genannten Art sind an sich
bekannt. So hat man schon einen größeren und einen kleineren Schlauch, die jeweils
Bewehrungslagen aus Textilgeflecht aufweisen, mit seitlichem Abstand voneinander
angebracht und durch einen Füllstoff einmal derart voneinander getrennt und umhüllt,
daß sich eine Schlauchleitung mit etwa eiförmigem Querschnitt ergibt. Der kleinere
Schlauch dient dabei zur Führung von Druckluft oder Druckflüssigkeit für die Betätigung
eines Schalters zur Steuerung eines durch den Schlauch mit größerem Querschnitt
geförderten Mediums. Die Verwendung einer solchen Schlauchleitung für Dampframmen
ist jedoch nicht ohne weiteres möglich, da durch den größeren seitlichen Abstand
zwischen den Schläuchen eine solche Isolierung entsteht, daß das im kleineren Schlauch
möglicherweise zu führende Schmieröl leicht unterkühlt werden kann. Außerdem ist
die unregelmäßige Querschnittsfonn nachteilig für eine Ankupplung der Schlauchleitung.
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Bei einer anderen bekannten flexiblen Schlauchleitung sind zwei mit
Bewehrtingslagen verstärkte Schläuche unterschiedlichen Querschnitts unter Verwendung
von selbständigen Füllstoffkörpern durch einen umschließenden Geflechtmantel zusammengefaßt,
wobei die Bewehrungslagen durch die jeweils sie umgebenden elastomeren Schlauchwandlagen
voneinander wärmeisolierend getrennt verlaufen, so daß eine Wärmebeeinflussung vom
einen zum anderen Schlauch unterbunden wird.
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Ferner hat man schon zwei mit Bewehrungslagen verstärkte Schläuche
unter Verwendung von Füllstoff homogen zu einer einzigen flexiblen Schlauchleitung
vereinigt, wobei die Verstärkungslagen als Gewebeumlagen ausgebildet sind, die durch
Zwischenlage #on Füllstoff voneinander wärmeisolierend getrennt sind, und wobei
die etwa gleichen Ouerschnitt aufweisenden Schläuche von einem elastomeren Mantel
unischlossen sind.
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Schließlich ist auch eine flexible Schlauchleitung mit einem Schlauch
größeren Querschnitts ohne Bewehrungslagen und mehreren mit einem elektrisch isolierenden
Mantel umgebenden Leitungen kleineren Querschnitts bekannt, die durch eine sichelförmige
Gestaltung der Schlauchwand in ihrem die Leitungen kleineren Querschnitts aufnehmenden
Teil zu einer Schlauchleitung kreisrunden Querschnitts homogen vereinigt sind, die
von einem kreisrunden Metallschlauch umschlossen ist.
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Aufgabe. der Erfindung ist es, eine zur Förderung nur kleiner Schmierölmenge
dienende, im Querschnitt entsprechend kleine Leitung, die bei ihrer vorzugsweise
im Freien erfolgenden Anwendung leicht nachteilig unterkühlt werden kann, so mit
einer gleichlaufenden Dampfleitung zu vereinigen, daß trotz Vermeidens jeder nachteiliger
gegenseitiger Stoffbeeinträchtigung von Dampf und Schmieröl ein vorteilhafter Wärmeaustausch
zwischen beiden Medien gewährleistet wird.
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Diese Aufgabe wird bei einer flexiblen Schlauchleitung der eingangs
geschilderten Gattung effindungsgemäß dadurch gelöst, daß die beiden in an sich
bekannter Weise mit Drahtgeflechtbewehrung verstärkten Schläuche in der Schlauchleitung
mit ihren Drahtgeflechtsbewehrungen zwecks Wärmeübertragung unmittelbar nebeneinander
verlaufen. Der Schlauch kleineren Querschnitts ist vorteilhafterweise ein an sich
bekannter, von der Dralitgeflechtsbewehrung zusätzlich umgebener Metallschlauch,
der durch heißes öl nicht angegriffen werden kann. Außerdem können die beiden
Schläuche nebst dem beiderseits des Schlauches kleineren Querschnitts sichelförinig
anschli * eßenden Füllstoff in an sich bekamiter Weise von einem elastomeren
kreisrunden Mantel umschlossen sein.
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Durch die Erfindung ist einmal sichergestellt, daß zunächst die Dampfleitungen
selbst frei von jeglichem öl bleiben und damit eine höhere Lebensdauer erreichen.
Das öl wird vom Dampf her stets durch eine wärmeleitende Berührung der Drahtgeflechtsbewehrungen
aufgeheizt und genügend dünnflüssig gehalten, so daß eine laufende Schmierung des
Dampfhammers auch bei größerer Kälte ewährleistet ist. C 9
Die gemeinsame
Schlauchleitung mit kreisrundem Querschnitt kann durch übliche genormte Kupplungsteile
angeschlossen werden und läßt sich leicht so widerstandsfähig und haltbar ausführen,
daß sie trotz einer gleichzeitigen Verwendung für heißen Pampf und Schmieröl eine
selbst unter den bei Dampframmen auftretenden rauhen Betriebsbedingungen geraume
Zeit betriebssicher bleibt.
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In der Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise veranschaulicht;
es zeigt F i g. 1 die erfindungsgemäße Schlauchleitung in einer schematisch
gehaltenen ausschnittweisen Seitenansicht, F i g. 2 dieselbe Schlauchleitung
in einem Querschnitt nach der Linie 2-2 der F i g. 1,
F i g. 3 einen
gleichen Querschnitt wie F i g. 2, bei dem die einzelnen Bestandteile der
Schlauchleitung jedoch noch nicht vulkanisiert sind.
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Die dargestellte Schlauchleitung 10 weist einen im wesentlichen
kreisrunden Querschnitt auf und enthält innerhalb ihrer nachstehend noch näher beschriebenen
Ummantelung in Längsrichtung der Leitung nebeneinander verlaufend je einen
im Durchmesser verhältnismäßig großen Dampfkanal 12 und einen im Durchmesser wesentlicli--kleineren
ölkanal 14.
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Der ölkanal 14 ist durch -ei-hen, flexiblen Metallschlauch
16 gebildet, der von einem rohr-förmigen Drahtgeflecht 18 eingeschlossen
ist, das zur Annierung und zugleich zur Verankerung des Metallschlauches
16 im Schlauchkörper der Schlauchleitung 10 dient.
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Der Dampfkanal 12 wird von einem Schlauch 20 aus elastomerem Material
gebildet, um den herum z. B. zwei rohrförmige Schichten eines Drahtgeflechtes 22
angeordnet sind.
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Der Schlauch 20 und die Drahtgellechte 22 sind weiterhin von einem
oder mehreren geeignet geformten Füllstoffen 24 teilweise umschlossen, die aus einem
geeigneten elastomeren Material bestehen und insgesamt - im Querschnitt der
Schlauchleitung -
eine etwa sichelförmige Gestalt aufweisen. An ihrer dicksten
Stelle lassen die Füllstoffe eine kanalförmige, parallel zum Schlauch 20 verlaufende
öffnung frei, in der der Metallschlauch 16 mit seiner Drahtgeflechtummantelung
aufgenommen ist. Sowohl der durch die Metallgellechte 22 verstärkte Schlauch 20
als auch der durch das Metallgeflecht 18 verstärkte Metallschlauch
16 und die Füllstoffe 24 sind gemeinsam von einer Schicht 26 elastomeren
Materials umgeben. Um diese Schicht 26 herum ist ein Drahtgeflecht
28 angeordnet. Darauf folgt wiederum eine zweite elastomere Schicht
30, die von einem weiteren Drahtgeflecht 32 umgeben ist, das sodann
von einer
dritten elastomeren Schicht 34 umgeben ist, auf welche
eine hitzebeständige Asbestummantelung 36
folgt, die schließlich von einem
äußeren Mantel 38
umgeben ist, der wiederum aus elastomerem Material besteht.
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Durch das Vulkanisieren der Schlauchleitung werden die verschiedenen
Schichten und Geflechte innig und fest miteinander verbunden und ergeben einen festen,
dichten und trotzdem aber auch flexiblen Schlauchkörper, der selbst zwischen den
Maschen der verschiedenen Drahtgeflechte frei von Lufteinschlüssen ist. Ein Vergleich
der F i g. 2 und 3 zeigt deutlich, wie sich der Vulkanisationsvorgang
auf das Gefüge des ganzen Schlauchkörpers auswirkt. F i g. 3 zeigt die Schlauchleitung
nach ihrer in der vorstehend beschriebenen Weise vorgenommenen Zusammenfügung noch
vor dem Vulkanisiervorgang, während F i g. 2 dieselbe Schlauchleitung nach
der Vulkanisation zeigt und deutlich erkennen läßt, wie die verschiedenen Schichten
durch diese Behandlung zu einem einheitlichen Körper vereinigt worden sind.