DE19902706C1 - Gelenklager zwischen zwei Bauelementen, vorzugsweise für Wirkmaschinen - Google Patents
Gelenklager zwischen zwei Bauelementen, vorzugsweise für WirkmaschinenInfo
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Abstract
Ein Gelenklager (8) ist zwischen zwei Bauelementen angeordnet, von denen das eine mit einem Gelenkauge (17) und das andere mit einem Gelenkzapfen (20) verbunden ist. Es gibt einen in das Gelenkauge (17) eingepreßten Außenring (28), einen zwischen Gelenkzapfen (20) und Außenring (28) angeordneten Käfig (30) mit zylindrischen Wälzkörpern (31) sowie Anschlägen (34) zur axialen Führung des Käfigs (30). Der Außenring (28) ist so dünnwandig, daß nach dem Einpressen sein Innenumfang nachbearbeitet werden muß. Der Außenring (28) erstreckt sich nur etwa über die Länge der Wälzkörper (31). Die Anschläge (34) sind getrennt vom Außenring (28) am Gelenkauge (17) angebracht. Ferner kann der Gelenkzapfen (20) als Rohr (19) ausgebildet sein. Das zugehörige Bauelement (Hebel 9) liegt von außen am Rohr (19) an. Mittels mindestens einer aus dem Rohrinnenraum nach außen ragenden Schraube (21) ist das zugehörige Bauelement an der Rohrwand festgeklemmt. Auf diese Weise wird die bewegte Masse des Gelenklagers erheblich reduziert.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Gelenklager zwischen
zwei Bauelementen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1
bzw. des Anspruchs 9.
Für die Maschenbildung an Wirkmaschinen sind unter an
derem Schwenkbewegungen von Wirkelementen notwendig.
Diese Bewegungen werden z. B. von Koppelgetrieben im Ma
schinenbett erzeugt und über Stößel an Wirkelemente
tragende Hebel übertragen. Weil die Stößel in Zug- und
Druckrichtung belastet werden, müssen sie über Gelenke
mit den Hebeln verbunden werden. Diese Problematik
tritt auch bei anderen Maschinen, beispielsweise Druck
maschinen, auf.
Bei bekannten, auf dem Markt befindlichen Wirkmaschi
nen, z. B. der Kettenwirkmaschine HKS-2 der Anmelderin
(Werkstattzeichnung-Nr. HKS-2-2-605-POS-004), werden
handelsübliche Nadel-Wälzlager in das Gelenkauge einge
setzt. An sich sind diese Lager für eine Rotationsbewe
gung ausgelegt. Bei Wirkmaschinen werden sie
aber nur über einen kleinen Winkelbereich von rund 10°
geschwenkt. Sie unterliegen einer hohen Wechselbela
stung (Beschleunigung über 1.000 m/s2). Damit sie nicht
zerstört werden, müssen sie spielfrei ausgelegt sein.
Dies geschieht dadurch, daß der Außenring des Gelenkla
gers in das Gelenkauge eingepreßt wird derart, daß im
Ruhezustand eine Vorspannung vorhanden ist. Damit hier
durch die Rundheit des Innenumfangs des Außenringes
nicht beeinträchtigt wird, muß dieser eine verhältnis
mäßig große Wandstärke haben. Im bekannten Fall hat der
Außenring an beiden Enden einen nach innen ragenden An
schlag, der die axiale Lage des Wälzlager-Käfigs si
cherstellt. Der Hebel wird mit Hilfe eines Klemmdec
kels, der außen am Gelenkzapfen anliegt, mit diesem Ge
lenkzapfen verbunden. Wegen der hohen Beschleunigungen
ist es auch wichtig, daß die bewegte Masse minimal ist.
Dies hat man hauptsächlich durch die Verwendung von
Leichtmetall zu erreichen versucht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Ge
lenklager der eingangs beschriebenen Art die bewegte
Masse möglichst gering zu halten.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1
gelöst.
Durch die geringe Wandstärke und die verkürzte Länge
des Außenringes wird seine Masse kleiner. Darüber hin
aus können auch die Abmessungen des Gelenkauges und da
mit dessen Masse kleiner gehalten werden.
Allerdings ist nicht mehr sichergestellt, daß der Au
ßenring wegen der geringen Wandstärke nach dem Einpres
sen noch absolut rund ist. Daher ist eine Nachbearbei
tung erforderlich. Diese ist sehr leicht zu bewerkstel
ligen, da lediglich eine durchgehende Zylinderfläche zu
bearbeiten ist. Da der Außenring am Gelenkauge abge
stützt ist und aus einem dauerhaften Material bestehen
kann, weist das Gelenklager eine hohe Tragzahl auf und
hat eine lange Lebensdauer.
Gemäß Anspruch 2 werden die Dichtringe einer häufig
vorhandenen Schmiervorrichtung ausgenutzt, um die An
schläge zu bilden. Diese Anschläge haben eine sehr viel
geringere Masse als die bisher am Außenring ausgebilde
ten Anschläge.
Bei der Weiterbildung nach Anspruch 3 werden die Dicht
ringe und damit die Anschläge in ihrer Lage durch
Schutzringe gesichert.
Die Schmiervorrichtung gemäß Anspruch 4 erlaubt es, daß
das Gelenklager einen relativ großen Fettvorrat auf
nimmt, so daß man mit langen Wartungsintervallen aus
kommt. Der ringförmige Fettvorratsraum nutzt den durch
die Verkürzung des Außenringes gewonnen Platz. Mit sei
ner Hilfe wird das Fett gleichmäßig über alle Wälzkör
per verteilt. Beim Nachschmieren kann das überschüssige
Fett leicht abgewischt werden, da es bei gefüllten
Ringnuten aus dem Fettausgang austritt.
Mit den Ringnuten gemäß Anspruch 5 kann der Aufnahme
raum für den Fettvorrat noch vergrößert werden.
Das in Anspruch 6 erwähnte Ventil sorgt dafür, daß die
Fettvorratsräume vollständig gefüllt sind, ehe der
Fettausgang öffnet.
Anspruch 7 zeigt, daß ein sehr einfach aufgebautes Ven
til für diesen Zweck geeignet ist.
Die Austauschbarkeit der Bauteile für den Fetteingang
und für den Fettausgang gemäß Anspruch 8 trägt zur Re
duzierung der Typenvielfalt bei.
Die Merkmale des Anspruchs 9 lösen ebenfalls die ge
stellte Aufgabe. Sie sind besonders vorteilhaft in Ver
bindung mit den Gelenklagern der vorangehenden Ansprü
che, führen aber auch selbständig zu einer erheblichen
Verbesserung.
Denn das Rohr hat eine wesentlich geringere Masse als
ein Gelenkzapfen aus vollem Material. Und die im Innern
des Rohres angeordnete Schraube hat eine sehr viel ge
ringere Masse als ein außen am Gelenkzapfen anliegender
Klemmdeckel.
Die Weiterbildung nach Anspruch 10 zeigt, daß sehr ein
fache Maßnahmen genügen, um das Rohr mit dem zugehöri
gen Bauelement zu verbinden.
Die Ausgestaltung nach Anspruch 11 macht es sehr ein
fach, den Gelenkzapfen an anderer Stelle des zugehöri
gen Bauelements zu positionieren. Hierbei kann die
zweite Position sehr nahe an der ersten Position lie
gen, sogar in einem Abstand, der kleiner ist als der
Durchmesser des Gelenkzapfens.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der
Zeichnung dargestellten bevorzugten Ausführungsbei
spiels näher beschrieben. Hierin zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht, teilweise im Schnitt ei
nes Teils einer Kettenwirkmaschine,
Fig. 2 einen Längsschnitt durch ein Gelenklager ge
mäß der Erfindung,
Fig. 3 einen Querschnitt durch das Gelenklager der
Fig. 2 und
Fig. 4 eine Vergrößerung der Einzelheit Z in Fig. 1.
Die veranschaulichte Kettenwirkmaschine 1 weist ein Ma
schinenbett 2 auf, aus dem Stößel 3, 4, 5 und 6 hervor
treten, die durch ein im Maschinenbett 2 angeordnetes
Koppelgetriebe hin und her bewegt werden, wie dies
durch den Pfeil 7 angedeutet ist. Der Stößel 3 treibt
über ein Gelenklager 8 einen Hebel 9 an, der um eine
feste Achse 10 schwenkt und zwei Legebarren 11 und 12
im Arbeitsbereich 13 der Kettenwirkmaschine hin und her
schwenkt. In ähnlicher Weise treibt der Stößel 4 einen
Hebel 14 für einen Stechkamm, der Stößel 5 einen Hebel
15 für die Wirknadeln und der Stößel 6 einen Hebel 16
für die Schieber der Wirknadeln an.
Das Gelenklager 8 weist ein Gelenkauge 17, das über ein
Schraubgewinde 18 mit dem Stößel 3 verbunden werden
kann, sowie einen als Rohr 19 ausgebildeten Gelenkzap
fen 20, der über Schrauben 21 mit dem Hebel 9 verbunden
ist, auf. Das Rohr 19 besitzt an beiden Enden je eine
kleinere Querbohrung 22 für den Durchtritt des Schrau
benschaftes 23 und - in Verlängerung davon - eine grö
ßere Querbohrung 24 für den Durchtritt des mit In
nensechskant versehenen Schraubenkopfes 25. Zwecks An
passung an den Außendurchmesser des Rohres 19 besitzt
der Hebel 9 eine etwa halbkreisförmige Aussparung 26.
Zwecks Anpassung an den inneren Umfang des Rohres 19
sind Profilstücke 27 vorgesehen, die vom Schrauben
schaft 23 durchsetzt werden.
Eine zweite etwa halbkreisförmige Aussparung 26' ist
neben der Aussparung 26 am Hebel 9 vorgesehen. Der He
bel 9 kann daher in einer gegenüber Fig. 4 versetzten
Position am Gelenkauge 8 befestigt werden. Hierzu brau
chen lediglich zwei Schrauben 21 gelöst und nach Umset
zen des Gelenkzapfens 20 in der zugehörigen Gewindeboh
rung wieder fest gezogen zu werden. Die Schrauben 21
verhindern es nicht - im Gegensatz zu den bekannten,
außerhalb des Gelenkzapfens verlaufenden, den Klemmdec
kel festhaltenden Schrauben - die Position soweit anzu
nähern, daß der Zwischenraum zwischen zwei Aussparungen
26, 26' kleiner als der Durchmesser des Gelenkzapfens
20 ist.
Das Gelenklager 8 besitzt einen Außenring 28, der in
die Bohrung 29 des Gelenkauges 17 eingepreßt ist. Er
hat eine so geringe Wandstärke, daß beim Einpressen die
genaue Rundheit verloren geht, so daß eine Nachbearbei
tung erforderlich ist. Typische Wandstärken betragen
1,5 bis 3,5 mm, bevorzugt 2 bis 3 mm.
Zwischen dem Gelenkzapfen 20 und dem Außenring 28 be
finden sich in einem Käfig 30 gehaltene zylindrische
Wälzkörper 31 (Nadeln). Dichtringe 32 aus reibungsarmem
Kunststoff, z. B. aus Polytetrafluoräthylen, sind durch
metallische Schutzringe 33 im Gelenkauge 17 gehalten
und bilden Anschläge 34 zur axialen Führung des Käfigs
30. Der dünnwandige Außenring 28 erstreckt sich ledig
lich über die Länge der Wälzkörper 31. Die durch die
Dichtringe 32 gebildeten Anschläge 34 haben eine viel
geringere Masse als die bekannten, am Außenring ausge
bildeten Anschläge.
An beiden Enden des Käfigs 30 gibt es je einen Ringraum
35 und 36 zur Aufnahme eines Fettvorrats. Die Ringräume
werden durch die Dichtringe 32 und den Außenring 28 be
grenzt und sind durch eine Ringnut 37 im Gelenkauge 17
vergrößert. Der Ringraum 35 steht mit einem Fetteingang
im Schmiernippel 38 in Verbindung. Der Ringraum 36
steht über einen Ausgangskanal 39 mit einem bei Über
druck im Schmiersystem öffnenden Ventil 40 in Verbin
dung. Dieses Ventil 40 weist einen in einer Ringnut 41
angeordneten O-Ring 42 auf, der sich vom Nutengrund ab
hebt, wenn über den Ausgangskanal 39 Fett unter Druck
austritt.
Wenn demnach Fett über den Schmiernippel 38 zugeführt
wird, füllt sich zunächst der Ringraum 35. Das Fett
verteilt sich gleichmäßig über den Bereich der Wälzkör
per 31, füllt anschließend den Ringraum 36 und gelangt
dann über den Ausgangskanal 39 zum Ventil 40. Sobald
sich dieses Ventil öffnet und etwas Fett austritt, wird
der Füllvorgang beendet und das ausgetretene Fett kann
bequem abgewischt werden.
Die Dichtringe 32 können beliebige Form haben, bei
spielsweise Labyrinthdichtungen, Simmerringe o. dgl.
darstellen. Besonders ist eine Lippendichtung geeignet.
Fig. 3 zeigt die tatsächliche Anordnung von Schmiernip
pel 38 und ausgangsseitigem Ventil 40, während in Fig.
2 diese Teile nebeneinander veranschaulicht sind.
Aufgrund der geringen Wandstärke des Außenringes 28
verringert sich nicht nur dessen Masse im Vergleich zu
den bekannten Gelenklagern, sondern auch dessen Außen
durchmesser. Infolgedessen kann auch der Außendurchmes
ser des Gelenkauges 17 geringer werden und dessen Masse
entsprechend reduziert werden. Eine weitere Verringe
rung der Masse ergibt sich durch die Verkürzung des Au
ßenringes und durch die Ausbildung des Gelenkzapfens
als Rohr 19 und durch den Fortfall eines außen am Ge
lenkzapfen 20 anliegenden Klemmdeckels, wie er bisher
üblich war. Es läßt sich eine Gewichtsersparnis von
20% und mehr erreichen.
Insgesamt ergibt sich daher ein Gelenklager mit gerin
ger Masse, kleiner Baugröße, geringem Preis und beson
derer Montagefreundlichkeit.
Claims (11)
1. Gelenklager zwischen zwei Bauelementen, von denen
das eine mit einem Gelenkauge und das andere mit
einem Gelenkzapfen verbunden ist, vorzugsweise für
Wirkmaschinen, mit einem in das Gelenkauge einge
preßten Außenring, einem zwischen Gelenkzapfen und
Außenring angeordneten Käfig mit zylindrischen
Wälzkörpern und Anschlägen zur axialen Führung des
Käfigs, dadurch gekennzeichnet, daß der Außenring
(28) eine Wandstärke von 1,5 bis 3,5 mm hat und
sein Innenumfang nach dem Einpressen nachbearbei
tet worden ist, und daß der Außenring (28) sich
nur etwa über die Länge der Wälzkörper (31) er
streckt und die Anschläge (34) getrennt vom Außen
ring am Gelenkauge (17) angebracht sind.
2. Gelenklager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß eine Schmiervorrichtung vorgesehen ist,
deren zu beiden Enden des Käfigs (30) angeordneten
Dichtringe (32) die Anschläge (34) bilden.
3. Gelenklager nach Anspruch 2, dadurch gekennzeich
net, daß die Dichtringe (32) an ihren Außenseiten
durch am Gelenkauge (17) gehaltene Schutzringe
(33) abgestützt sind.
4. Gelenklager nach Anspruch 2 oder 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Schmiervorrichtung an beiden
Enden des Käfigs (30) einen Ringraum (35, 36) zur
Aufnahme eines Fettvorrats aufweist, von denen der
eine mit einem Fetteingang und der andere mit ei
nem Fettausgang verbunden ist.
5. Gelenklager nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich
net, daß die Ringräume (35, 36) durch Ringnuten
(37) am Innenumfang des Gelenkauges (17) vergrö
ßert sind.
6. Gelenklager nach Anspruch 4 oder 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Fetteingang durch einen
Schmiernippel (38) gebildet ist und der Fettaus
gang ein bei Überdruck in der Schmiervorrichtung
öffnendes Ventil (40) aufweist.
7. Gelenklager nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich
net, daß das Ventil (40) einen O-Ring (42) auf
weist, der in einer Ringnut (41) angeordnet ist,
in die ein Fettausgangskanal (39) mündet.
8. Gelenklager nach einem der Ansprüche 4 bis 7, da
durch gekennzeichnet, daß die den Fetteingang und
die den Fettausgang aufweisenden Bauteile gegen
einander austauschbar sind.
9. Gelenklager zwischen zwei Bauelementen, von denen
das eine mit einem Gelenkauge und das andere mit
einem Gelenkzapfen verbunden ist, für
Wirkmaschinen, insbesondere nach einem der Ansprü
che 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Ge
lenkzapfen (20) als Rohr (19) ausgebildet ist und
daß das zugehörige Bauelement (Hebel 9) mit einer
Aussparung (26) von außen am Rohr anliegt und mit
tels mindestens einer aus dem Rohrinnenraum nach
außen ragenden Schraube (21) an der Rohrwand fest
geklemmt ist.
10. Gelenklager nach Anspruch 9, dadurch gekennzeich
net, daß das Rohr (19) zu beiden Seiten des Ge
lenkauges (17) je eine kleinere Querbohrung (22)
zum Durchtritt des Schraubenschaftes (23) und - in
Verlängerung hiervon - eine größer Querbohrung
(24) zum Durchtritt des Schraubenkopfes (25) auf
weist und daß ein der Innenfläche des Rohres (19)
angepaßte Profilstück (27) ein Widerlager für die
jeweilige Schraube (21) bildet.
11. Gelenklager nach Anspruch 9 oder 10, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Bauelement (Hebel 9) minde
stens zwei Aussparungen (26, 26') nebeneinander
aufweist.
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