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Schubzentrifuge Die Erfindung bezieht sich auf eine Schubzentrifuge,
insbesondere zum Entwässem und Waschen von waschflüssigkeitlösliche Feststoffe
enthaltenden Schleudergütern, mit mehreren koaxial ineinander angeordneten Schleudertrommeln
und eine gemeinsame Schubstange aufweisenden Schubböden sowie einer Waschvorrichtung,
die von mehreren Strahlrohren und diesen zugeordneten Ablaufkammern eines in diese
unterteilten Auffanggehäuses gebildet ist.
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Bei den bekannten Schubzentrifugen dieser Art wird das Schleudergut
in die innere Schleudertrommel eingetragen und der über das Austragende ausgestoßene,
Gutfeststoff durch eine Rutsche vor den Schubboden der radial nach außen folgenden
Schleudertrommel übertragen, um wiederum zum Austragende dieser Trommel durch
den Schubboden vorgeschoben und in die gegebenenfalls nächste Schleudertrommel übertragen
zu werden. In jeder Schleudertrommel ist ein Strahlrohr angeordnet, durch das eine
reine Waschflüssigkeit auf die Gutschicht aufgesprüht wird. Die mit dem Filtrat
vermischte Waschflüssigkeit wird nach dem Abschleudern je einer Ab-
laufkammer
des Auffanggehäuses zugeführt.
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Abgesehen davon, daß durch die Beaufschlagung der Gutschicht jeder
Schleudertrommel mit frischer Waschflüssigkeit der Bedarf an dieser Flüssigkeit
verhältnismäßig groß ist, wird bei der Verwendung von waschflüssigkeitlösliche Feststoffe
aufweisenden Schleudergütern nicht nur die Mutterlauge von diesen Feststoffen abgewaschen,
sondern es werden gleichzeitig auch beträchtliche Mengen des Feststoffs aufgelöst.
Schließlich lohnt sich die Wiedergewinnung der von der Waschflüssigkeit mitgeführten
Mutterlauge infolge des großen Verdünnungsgrades dieser Lauge nur selten.
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Bei einer weiteren bekannten Schubzentrifage mit vier relativ zueinander
bewegten Trommelstufen sind in zwei von diesen Waschvorrichtungen angeordnet, die
mit frischer Waschflüssigkeit beschickt werden. Für Schleudergüter, deren Feststoffe
in der Waschflüssigkeit löslich sind, ist diese Zentrifuge jedoch nicht geeignet,
weil durch das zweimalige Waschen mit frischer Waschflüssigkeit beträchtliche Feststoffverluste
durch Auflösen entstehen und bei der Verwendung von mit dem Feststoff bereits angereicherter
Waschflüssigkeit noch weitere Trommelstufen mit Waschvorrichtungen zum Erzielen
des gewünschten Reinheitsgrades des Feststoffs vorgesehen werden müssen, wodurch
infolge der großen Trommellänge Austragschwierigkeiten auftreten.
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Schließlich ist eine einstufige Schubzentrifuge mit fünf axial hintereinander
angeordneten Waschvorrichtungen bekannt, bei der sich die Waschflüssigkeitskegel
in der Gutschicht überschneiden. Um die durch Auflösen des Gutfeststoffs in der
Waschflüssigkeit entstehenden Feststoffverluste zu vermindern, wird die aus jeder
nachfolgenden Waschzone ablaufende Waschflüssigkeit teilweise der vorhergehenden
zugeführt. Indessen sind die Feststoffverluste noch recht beträchtlich.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Schubzentrifuge der
eingangs beschriebenen Art so weiterzubilden, daß bei geringstem Aufwand an Waschflüssigkeit
die durch Auflösen hervorgerufenen Feststoffverluste weitgehend vermindert werden.
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Die Lösung dieser Aufgabe besteht gemäß der Erfindung darin, daß am
Austragende der äußeren Schleudertrommel eine den Gutfeststoff in die innere Schleudertrommel
übertragende Fördervorrichtung angeordnet und das dem Austragende der inneren Schleudertrommel
benachbarte Strahlrohr an einem Behälter für die Waschflüssigkeit angeschlossen
ist sowie die nachfolgenden Strahlrohre in an sich bekannter Weise in umgekehrter
Reihenfolge mit den Ablaufkammern über Pumpen verbunden sind. In vorteilhafter Weise
ist die Fördervorrichtung mit einer am Austragende angeordneten Auffangrinne und
mit einem in Abwurfrichtung des Gutfeststoffs angeordneten übertragungsrohr versehen,
das in ein rohrförmiges Gehäuse einer diesen Feststoff vor den Schubboden eintragenden
Förderschnecke einmündet.
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Durch diese Maßnahme wird erreicht, daß das in die äußere Schleudertrommel
eingetragene Einlaufgut mit der von der inneren Schleudertrommel abgeschleuderten
und mit dem Filtrat vermischten Waschflüssigkeit vorgewaschen wird, die infolge
ihrer
hohen Konzentration nur ein geringes Lösungsvermögen für den
Feststoff aufweist. Der hierauf in die innere Schleudertrommel übergeführte Feststoff
wird durch mehrere in Austragrichtung hintereinander ausmündende Waschflüssigkeiten
zunehmenden Reinheitgrades aussprühende Strahlrohre nachgewaschen, wodurch ein von
der Mutterlauge weitgehend befreiter Feststoff ohne große Feststoffverluste erhalten
wird. Bei der übertragung des Feststoffs aus der äußeren in die innere Schleudertrommel
wird die Bewegungsenergie des vom Austragende der äußeren Schleudertrornmel abgeschleuderten
Feststoffs zur überleitung des Gutfeststoffs in die innere Schleudertrommel ausgenutzt,
so daß lediglich der geringe Energiebedarf der Förderschnecke zur Feststoffüberleitung
aufzubringen ist.
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Die Schubzentrifage nach der Erfindung kann auch zum Entwässern und
Waschen von waschflüssigkeitunlöslichen Schleudergüte#n verwendet werden und bietet
hierbei durch das Vor- und Nachwaschen den Vorteil einer intensiven Reinigung des
Gutfest-Stoffs.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
schematisch dargestellt. Es zeigt Ab b. 1 einen Längsmittelschnitt durch
die Schubzentrifuge und A b b. 2 eine Teilansicht der Auffangrinne mit dem
überleitungsrohr.
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Die Schubzentrifuge ist mit zwei koaxial ineinander angeordneten Schleudertrommeln
1 und 2 versehen, deren offene Enden auf der gleichen Trornmelseite liegen.
Die äußere Schleudertrommel 1 weist in der üblichen Weise eine als Hohlwelle
ausgebildete Trommelwelle 3 auf, die mit der Trommelstimwand 4 verbunden
ist und innerhalb dieser Trommel bis zur Stimwand 5 der inneren Schlendertrommel
2 reicht sowie an dieser befestigt ist. Im Hohlraum der Trommelwelle 3 ist
eine Schubstange 6 geführt, die durch einen in der Zeichnung nicht dargestellten
Antrieb in hin- und hergehende Bewegung versetzt wird. Der zwischen den Stimwänden
4 und 5 verlaufende Teil der Trommelwelle 3 weist einen Schlitz
7 auf, durch den ein Keil 9 führt, der die Schubstange 6 mit
dem Schubboden 8 der äußeren Schleudertrommel 1 verbindet. Die Stirnwand
5 der inneren Schleudertrommel 2 weist mehrere im Abstand von der Trommelwelle
3 angeordnete Bohrungen 10 auf, durch welche die Schubböden
8 und 11 verbindende Stege 12 führen.
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Zum Eintragen des Schleudergutes in die äußere Schleudertrommel
1 dient ein koaxial zur Schleudertrommel 1 im Schleuderraum dieser
Trommel angeordnetes Einlaufohr 13, das durch je eine zentrale
Bohrung 14 im Schubboden 11 und in der Stirnwand 5 der inneren Schleudertrommel
2 führt und in den Hohlraum 15 der Trommelwelle 3 ragt.
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Der Schubboden 8 der äußeren Schleudertrommel 1 ist
zur Stimwand 4 dieser Trommel durchgewölbt und bildet hierdurch einen Einlauftrichter
für das durch das Einlaufrohr 13 und den Schlitz 7
der Trommelwelle
3 vor den Schubboden 8 einfließende Schleudergut. Durch diesen Boden
erfolgt bei dessen Hin- und Herbewegung der Vorschub des Gutfeststoffs zum Austragende
16 der äußeren Schleudertrommel 1. An diesem Ende ist eine am Zentrifugengestell
17 befestigte Auffangrinne 18 für den Gutfeststoff angeordnet, an
der ein Leitrohr 19
in Abwurfrichtung des Gutfeststoffs angeschlossen ist,
das bogenförmig zum Endteil 20 eines aus dem Schleuderraum durch das Austragende
16 herausragenden rohrförmigen Gehäuses 21 trichterför.Mig einmündet. In
diesem Gehäuse ist eine in der Trommelachse angeordnete Förderschnecke 22 geführt,
Das andere Ende dieses Gehäuses ragt in einen am Schubboden 11 mittels Stegen
23 befestigten Einlauftrichter 24. Die Antriebwelle der Förderschnecke wird
von dem einen Teil des Einlaufrohres 13 gebildet, das frei fliegend am Zentrifugengestell
17 gelagert und mit dem übrigen Teil des Einlaufrohres 13
durch eine
die Drehung des inneren Einlaufrohrteiles ermöglichende Rohrkupplung 25 verbunden
ist. Zum Antrieb der Schnecke ist auf dem Einlaufrohr 13 eine Keilriemenscheibe
26 angeordnet, die über einen in der Zeichnung nicht dargestellten Riementrieb
mit einem Motor verbunden ist. Durch diese Vorrichtung wird das Austraggut der äußeren
Schleudertrommel 1
vor den Schubboden 11 der inneren Schleudertrommel
2 geführt und von diesem über den Trommelmantel zum Austragende 27 der inneren
Schleudertrommel 2 vorge-schoben. Dieses Ende überragt die äußere Schleudertrommel
1 und gewährleistet hierdurch ein ungehindertes Austragen des Gutfeststoffs
in das Auffanggehäuse 28.
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Zum Reinigen des Gutfeststoffs von der Mutterlauge während des Entwässerns
in beiden Schleudertrommeln dient eine Waschvorrichtung. Diese besteht aus mehreren
im Schleuderraum der inneren Schleu-dertrommel 2 angeordneten Strahlrohren
29 bis 31,
deren mit Sprühdüsen 32 versehene Enden in verschiedene
Zonen des inneren TrommeIrrinntels 33
reichen.
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Das im Bereich des Austragendes 27 der inneren Schleudertrommel
2 endende Strahlrohr 29 ist an einem in der Zeichnung nicht dargestellten
Behälter für die reine Waschflüssigkeit angeschlossen. Die Waschflüssigkeit durchdringt
nach dem Aufsprühen auf die Gutschicht der inneren Schleudertrommel 2 deren Siebmantel
33 und beaufschlagt hierauf die Gutschicht der äußeren Schleudertrommel
1, um nach dem Abschleudern in einer Ablaufkammer 34 des mehrfach unterteilten
Auffanggehäuses 35 gesammelt zu werden. Die mit dem Filtrat des Schleudergutes
vermischte Waschflüssigkeit wird aus dieser Kammer über eine Rückführleitung
36 mittels einer in der Zeichnung nicht dargestellten Pumpe in das Strahlrohr
30 gefördert, das in einer in Richtung des Gutausschubes vor dem Strahlrohr
29 liegenden Zone mündet. Die mit dem Filtrat vermischte Waschflüssigkeit
wird nach dem Durchdringen der Gutschichten beider Schleudertrommeln in einer Ablaufkarnmer
37
aufgefangen, die gleichfalls über eine Pumpe mit dem Strahlrohr
31 verbunden ist. Die Mündung dieses Strahlrohres ist in einer an die vorgenannte
Zone anschließenden Zone angeordnet, die sich bis zum Schubboden 8 erstreckt.
Zum gleichmäßigen Beaufschlagen der Gutschicht dieser Zone, insbesondere solcher,
die aus in der Waschflüssigkeit leicht löslichem Feststoff bestehen, ist an dem
Außenrand des Einlauftrichters 24 eine Siebrinne 38 angeordnet, die gleichzeitig
als Kalibrierorgan für das Einlaufgat dient und in die das Strahlrohr
31 mündet. Die Stimwand 5 der inneren Schleudertrommel 2 weist ein
Kalibrierorgan 39 auf, das jedoch nicht als Siebrinne ausgebildet ist.
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Wenn in dieser Schubzentrifuge Schleudergüter mit nicht in der Waschflüssigkeit
löslichen Feststoffen
entwässert und gewaschen werden sollen, so
kann das mit dem Behälter für die Waschflüssigkeit verbundene Strahlrohr29 auch
in den trichterförmigen Teil 40 des überleitungsrohres 19 eingeleitet werden.