DE1204445B - Vorrichtung zum Schutz von Pfluegen und anderen Bodenbearbeitungsgeraeten gegen UEberlastung - Google Patents
Vorrichtung zum Schutz von Pfluegen und anderen Bodenbearbeitungsgeraeten gegen UEberlastungInfo
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. Cl.:
AOIb
Deutsche KL: 45 a-61/04
Nummer: 1 204 445
Aktenzeichen: R 37195III/45 a
Anmeldetag: 13. Februar 1964
Auslegetag: 4. November 1965
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Schutz von Pflügen und anderen Bodenbearbeitungsgeräten
gegen Überlastung, bei der eine federbelastete Klinke über eine Rolle auf das schwenkbar gelagerte
Werkzeug einwirkt und es in seiner Arbeitsstellung festhält.
Überlastsicherungen mit Rollen sind in vielfachen Ausführungen bekanntgeworden. Allen Ausführungen
ist gemeinsam, daß die Rollen auf Rollenbolzen gelagert sind. Die Auslösekraft ist deshalb in
großem Maß von den Schmierungsverhältnissen zwischen Rollenbolzen und Rolle abhängig. Da die
Rollen große Kräfte aufnehmen müssen, haben die Rollenbolzen einen verhältnismäßig großen Durchmesser.
Naturgemäß sind die Rollen verhältnismäßig klein, so daß das Verhältnis von Bolzendurchmesser
zu Rollenaußendurchmesser groß ist und deshalb wechselnde Reibungsverhältnisse zwischen Bolzen
und Rolle einen sehr starken Einfluß haben. Gerade bei landwirtschaftlichen Geräten, die oft schlecht gepflegt
werden und sehr stark Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, können ganz verschiedene Schmierungsverhältnisse
auftreten. So kann z. B. einmal die Rolle gut mit Fett geschmiert sein, während sie ein
anderes Mal ohne jede Schmierung ist, ja sogar festgerostet sein kann.
Für eine Überlastsicherung ist es von großem Nachteil, wenn die Auslösekräfte in einem großen
Bereich schwanken. Legt man nämlich die Auslösekräfte für gute Schmierverhältnisse aus, so werden
sie bei schlechter Schmierung zu groß, d. h. es kann schon vor der Auslösung ein Teil des Pfluges beschädigt
werden. Legt man hingegen die Auslösekraft für schlechte Schmierverhältnisse fest, so
findet bei guter Schmierung die Auslösung schon bei geringer Kraft statt, d. h. die Auslösevorichtung
spricht häufig unnötigerweise an, wodurch unerwünschte Arbeitspausen entstehen.
Durch die Erfindung soll eine Auslösevorrichtung der eingangs genannten Gattung so ausgebildet
werden, daß wechselnde Schmierverhältnisse keinen Einfluß auf die Auslösekraft haben. Die erfindungsgemäße
Auslösevorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, daß am Werkzeug bzw. am Werkzeughalter
und an der Klinke einander gegenüberliegende Wälzflächen vorgesehen sind und zwischen diesen Wälzflächen
eine Rolle derart frei gelagert ist, daß sie während des Auslösevorganges frei auf den Wälzflächen
abrollen kann.
Bei einer solchen Vorrichtung tritt keine gleitende Reibung mehr auf, sondern ausschließlich rollende
Reibung. Rollende Reibung ist kaum von den Vorrichtung zum Schutz von Pflügen und
anderen Bodenbearbeitungsgeräten gegen
Überlastung
anderen Bodenbearbeitungsgeräten gegen
Überlastung
Anmelder:
Rabewerk Heinrich Clausing,
Linne über Bohmte (Bez. Osnabrück)
Als Erfinder benannt:
Ferdinand Zach,
Dipl.-Ing. Karlheinz Fröde, Bad-Essen
Schmierverhältnissen abhängig, so daß sich die Auslösekraft bei wechselnder Schmierung nur in ganz
geringem Maße ändern kann. Die Erfindung bringt den Vorteil, daß stets eine sichere Auslösung bei
einer genau definierten Kraft erreicht wird.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung
ist die Rolle mit an dieser angebrachten Zapfen in Ausschnitten gehalten. Die Ausschnitte
haben eine solche Form, daß die Rolle in der ausgelösten Stellung des Werkzeuges die Sperrklinke in
der Stellung hält, die sie beim Auslösevorgang einnimmt. Mit Hilfe solcher Ausschnitte kann die Rolle
geführt werden, ohne daß reibende Lagerkräfte auftreten.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Sperrklinke einschließlich
der Auslösefeder und mindestens eines Lenkers um einen ideellen oder reellen Schwenkpunkt
gelagert und die Angriffsflächen der auslösenden Kraft an der Sperrklinke so gestaltet sind, daß
die Kraft in bezug auf den genannten Schwenkpunkt keinen oder nur einen geringen Hebelarm hat, daß
aber dieser Hebelarm bereits nach einer geringen Schwenkbewegung der Sperrklinke so stark wächst,
daß das genannte, aus Klinke, Lenker und Feder bestehende System eine den Grindel freigebende
Schwenkbewegung ausführt. Hiermit wird erreicht, daß die Federspannung zu Beginn des Auslösevorganges
nur um einen kleinen Wert ansteigt.
Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung sind im folgenden an Hand der Zeichnungen beschrieben,
in diesen zeigt
A b b. 1 eine Seitenansicht eines Pflugschares mit einer Schutzanordnung gemäß der Erfindung in der
Arbeitsstellung des Schares,
Abb. 2 einen Teil der Abb. 1 in der Stellung
nach dem Auslösen des Schares,
509 720/120
A b b. 3 und 4 Vorrichtungen zur Einstellung der Auslösekraft,
A b b. 5 ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung
mit einer abgeänderten Sperrklinke und
A b b. 6 und 7 zwei Anordnungen, bei denen ein nennenswertes Spannen der Sperrklinkenfeder während
des Auslösevorganges vermieden ist.
In A b b. 1 bezeichnet 1 den teilweise dargestellten Pflugkörper, dessen Grindel 2 um einen Zapfen 3
schwenkbar gelagert ist. Dieser Zapfen sitzt in zwei Blechen 4, die zu beiden Seiten des Pflugrahmens 5
befestigt sind. In A b b. 1 ist das vordere Blech fortgelassen. Die beiden Bleche 4 tragen weiter einen
Zapfen 6. Um diesen schwenkbar ist die Lagerbuchse 7 einer Sperrklinke 8, die als dreiarmiger
Hebel ausgebildet ist. Der eine Hebelarm bildet eine Nase 9, ein zweiter Hebelarm bildet ein Widerlager
für eine Stange 10 mit einem Federteller 11. Mit diesem Teller drückt der genannte Hebelarm auf eine
Feder 12, die sich auf einem Widerlager 13 abstützt, das an einem Ende der Bleche 4 befestigt ist. Ein
dritter Hebelarm bildet ein Widerlager 14 für das obere Ende 15 des Grindels 2, das ähnlich dem Zahn
eines Zahnrades ausgebildet ist. Zwischen dem Ende 15 und der Nase 9 sitzt eine Rolle 16, die an der
Nase 9, dem Kopf 15, der Stirnfläche 17, der Klinke 8 und einer Schraube 19 im Arm 20 des Grindels 2 anliegt
und in der Stellung der A b b. 1 nur durch die genannten Teile gehalten ist. Die Rolle ist zusätzlich
beidseitig mit Zapfen 21 in kurvenförmigen Ausschnitten 22 der beiden Bleche 4 gehalten, um ein
Herausfallen der Rolle in der Stellung nach A b b. 2 zu verhindern. Mit der Stellschraube 19 kann der
Abstand des Angriffspunktes der Kraft am Kopf 15 und damit die Länge des Hebelarmes verändert werden,
an dem die auslösende Kraft an der Sperrklinke 8 angreift. Die Anlageflächen des Kopfes 15
und der Nase 9 an der Rolle 16 haben eine solche Form, daß bei einer Bewegung des Kopfes 15 ein
freies Abwälzen der Rolle auf den genannten Anlageflächen stattfindet, von der Schraube 19 und der
Stirnfläche 17 hebt sich die Rolle sofort ab, wenn der Kopf 15 eine Bewegung ausführt.
Die Feder 12 ist so bemessen, daß die üblicherweise am Schar auftretenden Kräfte ein Auslösen der
Sperrklinke 8 nicht bewirken können. Werden aber diese Kräfte wesentlich überschritten, z. B. dann,
wenn das Schar gegen einen Stein im Boden trifft, so schwenkt der Grindelkopf 15 entgegen dem Uhrzeigersinn.
Dabei wälzt sich die Rolle 16 auf den Anlageflächen der Nase 9 und des Kopfes 15 bis zu seiner
Freigabe ab. Der Grindel 2 schwenkt dann in die in Abb. 2 gezeichnete Lage. Die Rolle 16 wird
durch ihre Zapfen 21 in den Ausschnitten 22 so festgehalten, daß der Kopf 15 wieder bei einer Rückbewegung
des Schares einrasten kann. Wie die Abb. 2 gleichzeitig erkennen läßt, kann das Einrücken
durch ein Zurückschwenken des Schares vorgenommen werden. Die Rolle 16 gelangt dabei von
selbst wieder in die in A b b. 1 gezeichnete Sperrlage. Die Nase 9 wird dabei durch die Feder 12 nach unten
gedrückt und faßt wieder hinter die Rolle 16.
Die Schraube 19 dient wie erwähnt zur Einstellung des Hebelarmes der auslösenden Kraft. Diese Einstellung
kann nach Abb. 3 auch mit Hilfe einer Schraube 23 vorgenommen werden, die auf das hintere
Ende der Sperrklinke 8 einwirkt und in einem an den Blechen 4 befestigten Arm 18 sitzt oder nach
A b b. 4 mit einer Schraube 24, die in der Klinke 8 sitzt und sich auf der Rolle 16 abstützt und den Abstand
der Nase 9 von der Rollenachse einstellt. Für alle drei gezeigten Einstellmöglichkeiten gilt, daß
kein Spiel zwischen der Rolle 16, der Nase 9 und dem Grindelkopf 15 auftritt. Das Schar 1 ist stets
spielfrei gehalten, das gilt auch beim Zurückstoßen des Schares im Boden. Es werden Zug- und Druckkräfte
gleichmäßig aufgenommen.
ίο Das Ausführungsbeispiel nach A b b. 5 unterscheidet
sich von dem nach den A b b. 1 und 2 im wesentlichen durch die Ausbildung der Sperrklinke. Die mit
25 bezeichnete Sperrklinke bildet wieder die Nase 9 und die Stirnfläche oder Flanke 17. Mit beiden liegt
die Klinke an der Rolle 16 an. Der Grindel 2 hat annähernd dieselbe Gestaltung wie in Abb. 1, d. h.
einen zahnartigen Kopf 15 und eine vorspringende Schulter 20, nur ohne Stellschraube. Zur Belastung
der Klinke dient eine Feder 26, die in einer Führung
ao 27 untergebracht ist. Die Feder stützt sich am Boden 28 der Führung 27 ab. Die Federkraft wird auf die
Klinke über einen Federbolzen 29 übertragen. Zur Einstellung der Federkraft dient eine an den
Blechen 4 befestigte Stellschraube 30. Der Grindel 2 liegt an einer Stellschraube 31 an, um die Kräfte
beim Zurückstoßen des Schares aufzunehmen. Zur Einstellung der Auslösekraft wird hier allein die
Federkraft geändert.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach A b b. 6 bildet die Sperrklinke 32 einen doppelarmigen Hebel, der
um einen Zapfen 33 schwenkbar ist. Dieser Zapfen sitzt in zwei Laschen 34. Sie sind um einen Zapfen
35 schwenkbar, der in den Blechen 4 befestigt ist. Die Rolle 16 liegt zwischen den Stirnkanten der Teile
15 und 20 des Grindels 2, der Laschen 34 und der Nase 9, die einen Hebelarm der Klinke 32 bildet.
Die die Sperrklinke 32 belastende Feder ist mit 36 bezeichnet. Sie sitzt auf einem Bolzen 37, der um
einen in den Blechen 4 befestigten Zapfen 38 schwenkbar ist. Der Gewindebolzen 37 durchsetzt
den Kopf 39 der Sperrklinke 32. Dieser Kopf liegt zwischen dem Federteller 40 und einer Stellmutter
41. Mit Hilfe einer weiteren Mutter 42 kann die Federspannung eingestellt werden. Die Zapfen 33, 35,
38 und der Kopf 39 der Klinke 32 bilden die vier Gelenkpunkte eines Gelenkviereckes. Der ideelle
Drehpunkt der Koppel 32 ist in der Abbildung mit D bezeichnet. Die von der Rolle 16 auf die Stirnkante
der Nase 9 übertragene Kraft hat eine solche Richtung, daß sie durch den Drehpunkt oder angenähert
durch den Drehpunkt D geht, d. h., diese Kraft kann ein Verschwenken der Laschen 34 nicht herbeiführen.
Die Kraft wird von der Feder 36 aufgenommen, wobei sie im Verhältnis der beiden Hebelarme der
Sperrklinke 32 übersetzt wird. Steigt die auf den Grindel ausgeübte Kraft über ein bestimmtes Maß
hinaus, so ändert sich mit der Schwenkbewegung der Sperrklinke 32 die Richtung der auf die Nase 9 ausgeübten
Kraft. Ihre Richtung schwenkt nunmehr im Uhrzeigersinn, so daß die Kraft nicht mehr durch
den Drehpunkt D geht, sondern in bezug auf diesen einen Hebelarm erhält. Das so entstehende Moment
dreht das zuvor genannte Gelenkviereck schlagartig im Uhrzeigersinn, d. h. der Grindel 2 wird ebenso
schlagartig freigegeben.
Die A b b. 7 zeigt, daß der Drehpunkt D auch ein reeller Drehpunkt sein kann, also beispielsweise mit
der Achse des Zapfens 35 zusammenfallen kann. In
diesem Fall muß der Zapfen 35 eine solche Lage haben, daß die anfänglich auf die Sperrklinke 32
übertragene Kraft durch den Zapfen 35 oder angenähert durch diesen geht. In diesem Fall erhalten die
Laschen 34 einen Arm 43, der unmittelbar zur Ab-Stützung des Gewindebolzens 37 mit der Feder 36
dient.
Claims (3)
1. Vorrichtung zum Schutz von Pflügen und anderen Bodenbearbeitungsgeräten gegen Überlastung,
bei der eine federbelastete Klinke über eine Rolle auf das schwenkbar gelagerte Werkzeug
einwirkt und es in seiner Arbeitsstellung festhält, dadurch gekennzeichnet, daß am Werkzeug bzw. am Werkzeughalter und an
der Klinke einander gegenüberliegende Wälzflächen vorgesehen sind und zwischen diesen
Wälzflächen eine Rolle derart frei gelagert ist, daß sie während des Auslösevorganges frei auf
den Wälzflächen abrollen kann.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rolle (16) mit an dieser
angebrachten Zapfen (21) in Ausschnitten (22) gehalten ist und die Ausschnitte selbst eine solche
Form haben, daß die Rolle (16) in der ausgelösten Stellung des Werkzeuges die Sperrklinke
(8) in der Stellung hält, die sie beim Auslösevorgang einnimmt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sperrklinke (32) einschließlich
der Auslösefeder (36) und mindestens eines Lenkers (34) um einen ideellen oder reellen
Schwenkpunkt (D) gelagert und die Angriffsflächen der auslösenden Kraft an der Sperrklinke
so gestaltet sind, daß die Kraft in bezug auf den genannten Schwenkpunkt (D) keinen oder nur
einen geringen Hebelarm hat, daß aber dieser Hebelarm bereits nach einer geringen Schwenkbewegung
der Sperrklinke (32) so stark wächst, daß das genannte, aus Klinke (32), Lenker (34)
und Feder (36) bestehende System eine den Grindel (2) freigebende Schwenkbewegung ausführt.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 1091375, 1090 895;
deutsche Gebrauchsmuster Nr. 1 805 883,
1777567;
1777567;
französische Patentschriften Nr. 1 304 137,
036;
036;
französische Zusatzpatentschriften Nr. 77712, 316 zur französischen Patentschrift Nr. 1256 036.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
509 720/120 10.55 © Bundesdruckerei Berlin
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE1204445B true DE1204445B (de) | 1965-11-04 |
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ID=7405129
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| DER37195A Pending DE1204445B (de) | 1964-02-13 | 1964-02-13 | Vorrichtung zum Schutz von Pfluegen und anderen Bodenbearbeitungsgeraeten gegen UEberlastung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1204445B (de) |
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