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DE1203729B - Verfahren zur Gewinnung von Gas und Koks aus backenden staubfoermigen Brennstoffen - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Gas und Koks aus backenden staubfoermigen Brennstoffen

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Publication number
DE1203729B
DE1203729B DEST13356A DEST013356A DE1203729B DE 1203729 B DE1203729 B DE 1203729B DE ST13356 A DEST13356 A DE ST13356A DE ST013356 A DEST013356 A DE ST013356A DE 1203729 B DE1203729 B DE 1203729B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
fuel
gas
degassing
anoxidation
stage
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEST13356A
Other languages
English (en)
Inventor
Dipl-Ing Ernst Schuster
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Steinkohlen Elektrizitat AG
Hitachi Zosen Inova Steinmueller GmbH
Original Assignee
L&C Steinmueller GmbH
Steinkohlen Elektrizitat AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by L&C Steinmueller GmbH, Steinkohlen Elektrizitat AG filed Critical L&C Steinmueller GmbH
Priority to DEST13356A priority Critical patent/DE1203729B/de
Priority to GB199059A priority patent/GB914955A/en
Publication of DE1203729B publication Critical patent/DE1203729B/de
Pending legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10BDESTRUCTIVE DISTILLATION OF CARBONACEOUS MATERIALS FOR PRODUCTION OF GAS, COKE, TAR, OR SIMILAR MATERIALS
    • C10B49/00Destructive distillation of solid carbonaceous materials by direct heating with heat-carrying agents including the partial combustion of the solid material to be treated
    • C10B49/02Destructive distillation of solid carbonaceous materials by direct heating with heat-carrying agents including the partial combustion of the solid material to be treated with hot gases or vapours, e.g. hot gases obtained by partial combustion of the charge
    • C10B49/04Destructive distillation of solid carbonaceous materials by direct heating with heat-carrying agents including the partial combustion of the solid material to be treated with hot gases or vapours, e.g. hot gases obtained by partial combustion of the charge while moving the solid material to be treated
    • C10B49/08Destructive distillation of solid carbonaceous materials by direct heating with heat-carrying agents including the partial combustion of the solid material to be treated with hot gases or vapours, e.g. hot gases obtained by partial combustion of the charge while moving the solid material to be treated in dispersed form
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10BDESTRUCTIVE DISTILLATION OF CARBONACEOUS MATERIALS FOR PRODUCTION OF GAS, COKE, TAR, OR SIMILAR MATERIALS
    • C10B47/00Destructive distillation of solid carbonaceous materials with indirect heating, e.g. by external combustion
    • C10B47/18Destructive distillation of solid carbonaceous materials with indirect heating, e.g. by external combustion with moving charge
    • C10B47/22Destructive distillation of solid carbonaceous materials with indirect heating, e.g. by external combustion with moving charge in dispersed form

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Combustion & Propulsion (AREA)
  • Dispersion Chemistry (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Solid Fuels And Fuel-Associated Substances (AREA)
  • Production Of Liquid Hydrocarbon Mixture For Refining Petroleum (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Gas und Koks aus backenden staubförmigen Brennstoffen Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Gewinnung von Gas und Staubkoks aus backenden staubförinigen Brennstoffen, wobei der nach der Entgasung erhaltene Staubkoks zur Dampferzeugung dienen soll.
  • Schon vor Jahren ist vorgeschlagen worden, die Gaserzeugung und die Strom- bzw. Dampferzeugung in der Weise zu koppeln, daß in den Kraftwerken, in denen bisher nur elektrischer Strom erzeugt wurde, gleichzeitig Gas gewonnen wird.
  • Die in den hierfür in Frage kommenden Kraftwerken vorhandenen Kesselanlagen sind mit Staubfeuerung ausgestattet. Bei der Kopplung einer solchen Kesselanlage mit einer Gaserzeugungsanlage müßte der für die Feuerung bestimmte Brennstoff wie bei normalen Dampfkesseln in einer Mahlanlage gemahlen werden. Da das Mahlen von Koks jedoch mit sehr hohem Verschleiß verbunden und deshalb praktisch undurchführbar ist, muß der Brennstoff vor der Zuführung zu der Entgasungsanlage gemahlen werden. Zur Sicherung der Wirtschaftlichkeit müßte weiterhin darauf geachtet werden, daß der erzeugte Koksstaub mit möglichst geringem Wärmeverlust in den Feuerraum des Kessels gelangt oder anderweitig industriell verwendet werden kann. Könnte man außerdem von dem erzeugten Gas und den sonstigen Wertprodukten wenigstens die Hälfte der fühlbaren Wärme zurückgewinnen, so wäre zum Entgasen von 1 kg Brennstoff nur etwa ein Drittel des Wärmebedarfs der bisher üblichen Entgasungsverfahren erforderlich.
  • Seit Jahren sind viele Vorschläge zur Durchführung eines solchen Verfahrens gemacht worden. Bisher hat jedoch keiner dieser Vorschläge zu einer technischen Anwendung geführt.
  • So ist vorgeschlagen worden, Brennstoffstaub mit vorgewänntem Trägergas in einen vertikalen Raum nach oben einzublasen, in dem sich der Strahl des eingeblasenen Gases nach einer gewissen Strecke auflöst und umkehrt. Der Brennstoff wird dabei durch die Wärme des Einblasegases aufgewärmt und teilentgast. Nach der Teilentgasung wird der heiße Brennstoff am Unterteil, das Einblasegas mit dem Entgasungsgas am Oberteil des Raumes abgezogen. Der aus dem ersten Raum abgezogene teilentgaste Brennstoff wird mit vorgewärmtern Trägergas in der gleichen Weise in einen zweiten Raum eingeblasen. Hierbei setzen die fühlbare Wärme des Trägergases und die Begrenzung der Trägergasmenge durch die Schwebegeschwindigkeit des mittleren Korns (etwa 0,2 m/s) die Belastungsgrenze fest, die so niedrig liegt, daß die Anlage unwirtschaftlich wird. Ab- gesehen davon können nur nichtbackende Brennstoffe als Ausgangsstoffe verwendet werden, weil keine Maßnahmen gegen das Zusammenbacken der Brennstoffteilchen vorgesehen sind.
  • Nach einem anderen Verfahren werden backende staubförmige Brennstoffe zunächst anoxydiert und dann entgast. Oxydation und Entgasung werden dabei in getrennten Vorrichtungen vorgenommen. Bei diesem Verfahren läßt man den Brennstoff im Gegenstrom zu einem heißen Luftstrom durch einen Schacht nach unten fallen, wozu etwa 30 Sekunden als erforderliche Zeit angegeben werden. Der Wärmebedarf zum Aufheizen und Anoxydieren des Brennstoffes wird durch die fühlbare Wärme der Luft gedeckt. Der so anoxydierte, nunmehr »praktisch« nicht mehr backende Brennstoff wird in einen zweiten Schacht übergeführt, in dem er ebenfalls im Gegenstrom zu heißen Gasen entgast wird.
  • Die für eine völlige Entgasung erforderlichen Aufenthaltszeiten sind für Anlagen größerer Durchsätze viel zu hoch. Außerdem ist in beiden Schächten nur eine Belastung bis zu etwa 0,4 kg/Nm3 möglich, die viel zu klein ist, um wirtschaftlich zu sein. Als weiterer Nachteil kommt hinzu, daß nur schwach backende Brennstoffe durchgesetzt werden können, wobei sich nach eingehenden Versuchen ergeben hat, daß diese »praktisch« nicht mehr backenden Brennstoffe noch so viel Backfähigkeit aufweisen, daß kein kontinuierlicher Betrieb möglich ist. Auch die Art der Brennstoffeinführung kann ein Anbacken an die Wände nicht verhindern.
  • Bei anderen Verfahren hat man versucht, Anbackungen durch mechanische Einrichtungen, wie Kratzer, Schnecken usw., zu beseitigen. Der dabei auftretende Verschleiß und die sehr grob werdende Körnung machten auch diese Verfahren nicht verwendbar.
  • Am bekanntesten wurde in den letzten Jahren ein Entgasungsverfahren, das mit Hilfe umlaufender, fester Wärmeträger (Koks) arbeitet. Die Wärmezufuhr durch umlaufende, feste Wärmeträger (auch Koks) ist an sich seit langem bekannt und wurde auch schon bei anderen Verfahren technisch angewandt. Bei diesem Entgasungsverfahren wird eine ,erhebliche Menge von Koks in Umlauf gehalten (etwa 15 bis 25 kg Koks je Kilogramm Rohkohle). Dieser Koks wird während seiner pneumatischen Förderung durch Teilverbrennung mit Luft auf eine bestimmte Temperatur, z. B. 1100' C, aufgeheizt. Der heiße Koks wird nach seiner Abscheidung von dem entstandenen Rauchgas einem Schneckengehäuse zugeführt, in das gleichzeitig der zu entgasende frische Brennstoffstaub eintritt. Die Schnecke hat die Aufgabe, den heißen und den kalten Brennstoffanteil zwecks Wärmeaustausches zu mischen. Außerdem erhoffte man sich von ihr eine Beseitigung der Anbackungen.
  • Der große Kokszusatz bewirkt zwar eine fühlbar-. Magerung des Rohbrennstoffes. Es läßt sich aber nicht vermeiden, daß trotzdem Zusammenbackungen auftreten. Die entstandenen Klumpen müssen durch die Mischschnecke wieder zerkleinert werden. Da indessen eine Schnecke nicht in der Lage ist, mit der Feinheit einer Mühle zu mahlen, tritt aus dem Schneckengehäuse ein Gemisch mit einem größeren Körnungsbereich aus, als ihn der Rohbrennstoff aufgewiesen hatte. Der zum Teil gröber gewordene Koks bereitet einmal bei der Verfeuerung des Staubes, zum anderen bei der pneumatischen Förderung der Wärmeträger und deren Teilverbrennung erhebliche Schwierigkeiten, ganz abgesehen von der außergewöhnlichen Belastung der Mischschnecke. Nach der Nachentgasung wird ein Teil des Kokses einer Feuerung zugeleitet, während der Rest von neuem als Wärmeträger umläuft. Aus den genannten Gründen ist diese Anlage, wenn überhaupt, dann nur für nichtbackende oder außerordentlich schwach backende Brennstoffe geeignet.
  • Es ist ferner ein Verfahren bekanntgeworden, nach dem pulverisierte Kohle mittels einer Förderschnecke in eine kurze zylindrische Wirbelkammer a ge fördert wird. Gleichzeitig wird Luft mit einer Ternperatur von 2001 C in einer solchen Menge tangential eingeblasen, daß die Kohleteilchen von dem entstehenden Luftwirbel mitgerissen und gewirbelt werden können. Schließlich wird in den Rotationswirbel Zusatzluft eingedrückt, die auf 430 bis 6500 C erhitzt wird, so daß ein Kohle-Luft-Verhältnis von 1: 1 bis 1: 4 resultiert, was einer Belastung von etwa 0,775 bis 0,193 kg/Nm3 entspricht. Die Temperatur in dir Kammer wird bis auf 1000' C gesteigert, und die hierbei aus den Kohleteilchen ausgetriebenen Gase verbrennen mit der überschußluft, wobei sie die notwendige Temperatur aufrechterhalten. Die Verweilzeit der Teilchen in der Wirbelkammer liegt zwischen 1/-i bis 20 Sekunden. Von einer Beseitigung der Backfähigkeit der pulverförmigen Kohle ist nichts ausgesagt.
  • Bei der vorliegenden Erfindung wurde von dem Gedanken ausgegangen, daß die Entgasung des Brennstoffstaubes nur dann wirtschaftlich durchführbar ist, wenn die Backfähigkeit vor der Entgasung beseitigt wird, d. h. wenn die Ursachen der Backfähigkeit beseitigt werden. Die Entgasung wird dabei zweckmäßig in der Schwebe durchgeführt, und zwar in zwei aufeinanderfolgenden Stufen, wobei in der ersten Stufe den Brennstoffteilchen die Backfähigkeit genommen und in der zweiten Stufe die Entgasung des vorbehandelten Brennstoffes durchgeführt wird. Die Beseitigung der Backfähigkeit kann durch eine Anoxydation in einem Trägergasstrom erfolgen. Dieser Träggergasstrom. kann aus Luft oder aus Gas oder aus Dampf mit Zusatz einer bestimmten Luftmengbestehen.
  • Die Erfindung besteht darin, daß in beiden Stufen bei einer Menge des pro Normalkubikmeter Trägergas zugesetzten Kohlenstaubes von mehr als 1 kg/Nm3 zuerst der Brennstoffstaub bei einer Verweilzeit unter 4 Sekunden und bei einer Temperatur von 320 bis 4201 C anoxydiert und dann der anoxydierte Brennstoffstaub in einer Zeit von maximal 6 Sekunden entgast wird.
  • Der Heizwertverlust je Kilogramm Brennstoff bei der Anoxydation ist abhängig von der Brennstoffart, der Belastung, der Aufenthaltszeit, der Temperatur und dem Kömungsbereich. Für einen gegebenen Brennstoff und Körnungsbereich sind die anderen Einflußgrößen voneinander abhängig.
  • Bei einer Kokskohle A ist zur Beseitigung der Backfähigkeit für eine Aufenthaltszeit von z. B. 2 Sekunden und einer Belastung von 1 kg/Nm3 eine Temperatur von 4201 C erforderlich, wenn dabei ein normaler Körnungsbereich einer Kohlenstaubfeuerung (20 bis 25'% über Sieb DIN 70) behandelt wird. Der Heizwertverlust des Brennstoffes beträgt dabei etwa 5%, für das gesamte System jedoch nur etwa 20/9, da die fühlbare und gebundene Wärine der aus dem Brennstoff bei der Anoxydation austretenden Bestandteile zurückgewonnen wird.
  • Eine Erhöhung der Belastung erfordert eine Erhöhung der Temperatur und/oder der Aufenthaltszeit. Der Heizwertverlust wird -rößer. Die Temperaturerhöhung ist durch die Zündgrenze nach oben beschränkt, es bleibt dann nur die Vergrößerung der Aufenthaltszeit. Dies aber bedingt eine Vergrößerung der Anlage. Die günstigste Aufenthaltszeit wurde durch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung festgestellt, sie liegt unter 4 Sekunden.
  • Auf der entgegengesetzten Seite des Brennstoffgebietes liegt z. B. die Gasflammkohle B. Bei 2 Sekunden Aufenthaltszeit kann die Anoxydationsluft mit mehr als 4 kg/Nm3 belastet werden, wobei etwa j301 C erforderlich sind. Bei einer Erhöhung der Belastung kann bei gleicher Aufenthaltszeit die Temperatur gesenkt werden, bei gleicher Temperatur wird die Aufenthaltszeit vergrößert, d. h. bei diesem Brennstoff liegen völlig andere Verhältnisse vor als bei der Kohle A, woraus sehr deutlich die Bedeutung der Brennstoffart hervorgeht. Der Heizwertverluft bei normalem Körnungsbereich beträgt hier hn Vergleich zur Kohle A (5 1/o, 1 kg/N:m3) nur etwa 2 % (4 kg/Nms), von denen ebenfalls ein Großteil für das System zurückgewonnen wird.
  • Zwischen diesen beiden Kohlensorten liegt praktisch der Bereich der Gasflammkohle bis Kokskohle. So hat z. B. die Gasflammkohle C, die ein ähnliches Verhalten wie die Kohle B zeigt, einen Heizwertverlust von etwa 2,511/o (2,5 kg/Nm3). Die mögliche Belastung ist etwas kleiner als für die Kohle B, die erforderlichen Temperaturen liegen etwas höher. Die Belastbarkeit der Luft bei der Anoxydation richtet sich vor allem nach dem Sauerstoffgehalt der Brennstoffreinsubstanz und nach der Art, wie er in dieser Substanz vorliegt. Mit steigendem Sauerstoffgehalt kann die Belastung höher gefahren werden. So betragen z. B., bezogen auf die Reinsubstanz, die Sauerstoffgehalte bei Kohle A etwa 3,5 1% (maximale Belastung 2 kg/Nm3), Kohle B etwa 8,3 % (größer als 4 kg/Nm3) (größer als C), Kohle C etwa 7,0% (größer als 4 kg/Nm3).
  • Die Belastung der Entgasungsanlage wird mit gleichem oder höherem Durchsatz als bei der Anoxydation gefahren. Erfolgen beide Vorgänge in einem Durchgang, so bleibt die gleiche Belastung, erfolgt eine Abtrennung zwischen Anoxydation und Entgasung, so kann mit höheren Belastungen entgast werden. Findet keine Teilverbrennung statt, so bestimmt z. B. der Endheizwert die Größe der Belastung, oder sie kann beliebig gewählt werden. Findet eine Teilverbrennung statt, so muß ein bestimmter Mindestdurchsatz eingehalten werden, um den gewünschten Heizwert von z. B. 4000 kcal/Nm3 zu erreichen, da durch die Teilverbrennung eine Heizwertminderung des Trägergases eintritt. Normalerweise wird man mit einer Teilverbrennung von etwa 511/o der Gesamtträgergasmenge fahren, wozu bei den genannten Brennstoffen etwa eine Belastung von 6 bis 8 kg/Nm-3 bei der Entgasung erforderlich ist.
  • Versuche haben ergeben, daß bei einer Entgasung bei gegebener Entgasungstemperatur durch eine längere Aufenthaltszeit als 6 Sekunden kein nennenswerter Gasgewinn mehr zu erzielen ist und die bei längerer Zeit zu gewinnenden Mengen die Anlagekosten sehr rasch unwirtschaftlich ansteigen lassen.
  • Die Anlage zur Durchführung des beschriebenen Verfahrens besteht aus zwei Stufen: L Anoxydations- und 11. Entgasungsstufe. Ob diese beiden Stufen unmittelbar hintereinander oder über eine Abscheidevorrichtung durchströmt werden, hängt von dem Stickstoffgehalt des Transportmittels in Stufe I ab.
  • a) Bei schwach backenden Brennstoffen werden beide Stufen unmittelbar nacheinander durchströmt, d. h., der Brennstoff wird in Stufe I bis zur Backtemperatur aufgeheizt, wobei das Transportmittel Gas oder Wasserdampf sein kann. Diesem Transportmittel kann eine ganz bestimmte Luftmenge zugesetzt werden, deren Sauerstoff bei der Anoxydation in den Brennstoff übergeht, deren Stickstoff aber mit in die Entgasungsstufe übernommen wird. Der mitgeführte Stickstoff darf einen bestimmten Wert des Endgases nicht überschreiten.
  • b) Bei stärker backenden Brennstoffen wird Stufe 1 mit Luft oder einem Trägermittel mit einem solchen Luftzusatz gefahren, daß wegen des hohen Stickstoffgehaltes des Transportmittels dieses vor der Entgasung vom Brennstoff getrennt und der Brennstoff mit einem neuen Trägergas (z. B. Stadtgas) in die Entgasungsstufe geführt werden muß.
  • Der Stickstoffgehalt des Transportmittels bestimmt also die Verfahrensweise. Die Aufenthaltszeiten und Temperaturen sowie die Belastung in der Anoxydationsstufe sind für einen gegebenen Brennstoff mit einer bestimmten Körnungsgrenze festgelegt. Wird z. B. eine Belastung von 1 kg/Nm3 bei 2 Sekunden Aufenthaltszeit und 420' C für Kohle A in der Anoxydationsstufe gefahren, so ist für diese Verhältnisse bis zu den Körnungsgrößen von 90 g die Backfähigkeit beseitigt, während die gröberen Teile noch eine gewisse Restbackfähigkeit aufweisen. Eine Erhöhung der Temperatur oder der Aufenthaltszeit oder beides gemeinsam würde zwar die Restbackfähigkeit für einen weiteren Körnungsbereich, z. B. 120 g, beseitigen, aber dabei wären die feineren Teile der Anoxydation zu lange ausgesetzt, wodurch der Heizwertverlust je Kilogramm Brennstoff zu groß würde. Deshalb werden die Grobteile über einer bestimmten Komgröße abgeschieden und getrennt von dem Feinstaub in den Strahlraum der Entgasungsstufe oder in den Kessel eingeblasen oder zur Mühle zurückgegeben. Die Restbackfähigkeit der Grobteile, auch wenn diese nur einen geringen prozentualen Anteil der Gesamtbrennstoffmenge bilden, würde zu Anbackungen in der Entgasungsstufe führen.
  • Vor der Zugabe des Brennstoffes zur Anoxydationsstufe wird der Brennstoff gemahlen. Diese Mahlung kann nach an sich bekannter Weise mit Rauchgas, Luft oder Dampf geschehen. Bei der Mahlung (Trocknung ist immer mit eingeschlossen) mit Rauchgas muß der Brennstoff zwischengebunkert werden, d. h., Rauchgas und Brennstoff werden getrennt. Von der Zwischenbunkerung aus wird der Brennstoff mit einem Trägermittel zur Anoxydationsstufe gefördert. Dieses Trägermittel kann Luft, Gas, Dampf oder auch Gas bzw. Dampf mit Luftzusatz sein.
  • Die Mahlung mit Luft ist von den Kesselbetrieben her bekannt. Dort wurde die Luftmahlung wegen der direkten Einblasung des Brennstoffes in den Feuerraum durchgeführt, während im Fall der vorliegenden Erfindung die Luftmahlung eine gewisse Anoxydation bewirkt, deren Vorteile bisher nicht erkannt wurden. Bei der Mahlung mit Luft kann der Brennstoff direkt zur Anoxydationsstufe gebracht werden, jedoch ist auch eine Zwischenbunkerung möglich, wodurch die Wahl des Trägermittels durch die Anoxydationsstufe offenbleibt. Es kann also auch in diesem Fall Gas und Dampf bzw. Gas und Dampf mit Luftzusatz als neues Trägermittel verwendet werden. Dies käme vor allem für schwach backende Kohle in Frage, da dort die Anoxydation wesentlich kleiner ist als bei stark backender Kohle.
  • Bei der Mahlung mit Dampf kann ebenfalls von der Mühle der Brennstoff direkt zur Anoxydationsstufe gefördert werden, wobei auch eine gewisse Luftmenge zugesetzt wird. Diese Dampfmahlung käme vorwiegend für schwach backende Brennstoffe in Frage.
  • Bei der Anoxydation ist für einen Brennstoff mit bestimmter Aufenthaltszeit und Temperatur die Belastung vorgegeben. Diese Brennstoffbelastung pro Normalkubikmeter Anoxydationsmittel sollte, vor allem bei Luft, möglichst genau eingehalten werden. Sie kann kurzzeitig mit + 501% schwanken. Da die Temparturregelung verhältnismäßig langsam anspricht, werden zur Brennstoffzuteilung mehrere Zuteiler eingesetzt, die getrennt voneinander in eine gemeinsame Leitung fördern. Dadurch wird vermieden, daß beim Leerlaufen eines Zuteilers (Schwierigkeiten des Brennstoffstaubauslaufs) eine zu große Belastungsschwankung und damit Temperaturerhöhung bei der Anoxydation herbeigeführt wird.
  • Die beiden Verfahrensstufen sind in den Ab b. 1 und 2 dargestellt.
  • Die Ab b. 1 zeigt das Verfahren der Anoxydation und Entgasung für den Fall, daß Anoxydation und Entgasung in einem Durchgang erfolgen. Der Brennstoff gelangt von dem Bunker 1 über eine, Zuteilung zur Mühle 2, wo er auf die gewünschte Mahlfeinheit (0 bis 25 11/o über Sieb DIN 70) gemahlen wird. Die Mahlung und Trocknung kann mit Luft oder Rauchgas durchgeführt werden. Erfolgt sie mit Luft, so wird diese entweder im Kessel oder in einem besonderen Vorwäriner auf Temperaturen von etwa 4500 C aufgeheizt, Hinter der Mahlanlage ist ein Abscheider 8 mit einem Zwischenbunker 9 angeordnet. Von dort wird der Brennstoff über eine Zuteilung einem Trägergas zugegeben, das in einem Vorwärmer 3' auf Temperaturen bis 450' C aufgeheizt worden ist. Dieses Trägergas fördert die Kohle über die Leitung 4' zur Anoxydationsstufe 5. Das Trägergas kann von dem erzeugten Gas entnommen werden und wird in diesem Fall hinter der Gasreinigung 26 abgezweigt und über die Leitungen 27 und 49 dem Vorwäriner Y zugeführt. Das Trägergas kann aber auch aus dem genannten Gas und einem bestimmten Luftzusatz bestehen, wobei aber die Luft kalt oder in einem Vorwärmer vorgewärint erst kurz vor Eintritt in die Stufe 5, also nach der Kohlenzugabe, zugegeben wird.
  • Eine andere Möglichkeit ist die Förderung mit Dampf, dem eine bestimmte Luftmenge zugesetzt wird, wobei beide Teile entsprechend vorgewärint wurden. Der Luftzusatz erfolgt hierbei so unmittelbar an der Zuteilung, daß der Dampf nicht mit der eigentlichen Zuteilung in Berührung kommt.
  • Der Vorwärmer 3' wird durch Rauchgas aus dem Kessel oder aus einer sonstigen Anlage oder durch abzukühlende Bestandteile des Verfahrens, z. B. des eigenen erzeugten Gases, beheizt. Die Brüden aus dem Abscheider 8 gehen in der üblichen Weise zum Kessel.
  • Die Anoxydationsstufe 5 besteht aus einem von außen beheizten Rohrbündel 10, in dem das Brennstoff-Anoxydationsmittel-Gemisch mit Belastungen von größer als 1 ka/Nm3, vorzugsweise 4 bis 8 kg/Nm-3, auf die erforderliche Anoxydationstemperatur oder bis dicht darunter aufgeheizt wird. Wegen der hohen Belastungen besteht eine sehr große Sicherheit gegen örtliche Überhitzungen. Das Rohrbündel hängt entweder in einem ausgemauerten runden oder rechteckigen Schacht oder in einem entsprechenden Stahlrohr. Wird mit Luftüberschuß gefahren, so wird in diesem Rohrbündel bereits die Anoxydation erreicht. Aus dem Rohrbündel 10 gelangt der Brennstoff dann über die Leitung 50 unmittelbar zur Einblasedüse 23 des Schachtes 24 der Entgasungsstufe. Der Entgasungsschacht 24 besteht aus mehreren Teilen. Der obere Teil ist der zylindrische Strahlraum 25, in den der Brennstoff im Strahl eingeblasen wird. Um diesen Strahl findet eine Teilverbrennuno, einer weiteren Trägergasmenge zur Beseitigung einer unter Umständen noch vorhandenen Restbackfähigkeit statt. Die Teilverbrennung beginnt beim Eintritt des betreffenden Träolergases und des Teilverbrennungsmittels in den S rahlraum. Das erforderliche Träger-,gas wird nach der Gasreinigung 26 über die Leitung 32 über beheizte Vorwärmer 28 und 33 nach Aufheizung auf Temperaturen von 700 bis 8001 C dem Strahlraum zugeführt. Das Teilverbrennungsmittel, z. B. Luft, sauerstoffangereicherte Luft oder Sauerstoff, kommt über die Leitung 34 und die Vorwärmer 28 und 33 zur gleichen Stelle. Die Führung des Träger.gases und des Oxydationsmittels aus den Leitungen 32 und 34 mit ihrer Teilverbrennung im Strahlraum kann axial in Richtung des Strahles (Mittelachse) und um diesen oder tangential senkrecht zur Mittelachse oder in einem bestinin ten Winkel zu dieser Mittelachse geschehen, wobei aber die Beweau ngsrichtung mit der des Strahles übereinstimmt.
  • Da zum Beginn der Teilverbrennung Temperaturen von 1000 bis 13001 C auftreten, ist der Strahlraum mit feuerfestem Material ausgemauert. Gegebenenfalls geschieht dies nur mit dem obersten Teil 35 (etwa 0,5 m), während der untere Teil 36 des Strahlraumes aus einem außenbeheizten Stahlrohr besteht. Der Strahlraum 25 hat eine Mindestlänge von 2 m, wobei der Brennstoff mit etwa 8 bis 18 m/s Geschwindigkeit eingeblasen wird und die zur Teilverbrennung mit zutretende Trägergas- und TeiIverbrennungsmittelmenge etwa die gleiche bis mehrfache Eintrittsgeschwindigkeit hat, je nach der Einführungsart. Die Teilverbrennung beträgt bis zu 6 % der gesamten eingeführten Gasmenge ohne Oxydationsmittel, die Belastung, auf diese Gasmenge, mehr als 5 kg/Nm3, vorzugsweise 6 bis 10 kg/Nm3.
  • Dem Strahlraum schließt sich der mittlere Teil 37 des Entgasungsschachtes an, der aus einem außenbeheizten Rohrbündel besteht, das in einem ausgemauerten 0 runden oder rechteckigen Schachtteil eingehängt ist. In diesem Teil wird das Brennstoff-Trägergas-Gemisch auf die Entgasungstemperatur, z. B. 8001 C, aufgeheizt, wozu etwa 1 Sekunde erforderlich ist, da die Eintrittstemperatur, vom Strahlraum kommend, schon bei etwa 450' C liegt. Die einzelnen Rohre des Rohrbündels können axial oder tangential durchströmt werden, wenn am Rohreintritt Lenkbleche eingesetzt sind.
  • Der untere Teil 38 des Entgasungsschachtes besteht aus einer wesentlich kleineren Anzahl von Rohren, die wie Teil 37 in einem gemauerten Schacht eingehängt sind, aber im Durchmesser bedeutend größer gehalten werden als die vom Teil 37. In diesen auch von außen beheizten Rohren soll der Brennstoff bis zu 6 Sekunden bei der Entgasungstemperatur gefördert werden, wobei die Wärmezufuhr von außen nur noch den Wärrnebedarf der bei dieser Temperatur erfolgenden Entgasung zu decken hat.
  • Die Beheizung der Schachtteile 38, 37 erfolgt durch Rauchgas aus dem Kessel, das bei 39 zutritt und im Gegenstrom bis zum Austritt 40 einen Teil seines Wärmeinhalts abgegeben hat und über die Leitung 41 zur Beheizung der Anoxydationsstufe gelangt, von wo aus das Rauchgas über die Leitung 42 entweder zurück zum Kessel oder bei genügend niedriger Temperatur zum Kamin geleitet wird. Das Rauchgas zur Beheizunc, der beiden Stufen kann natürlich auch in einer besonderen Verbrennungsvorrichtung durch Verbrennen von Koks oder Kohlenstaub, öl oder Gas erzeugt werden. Hierfür kann minderwertiges Gas benutzt werden, das aus der Vergasung eines Anteils des erzeu-ten Koksstaubes oder aus sonstigen gasabgehenden Anlagen anfällt.
  • Die einzelnen Teile des Entgasungsschachtes 24 können über- oder nebeneinander angeordnet, im letzteren Fall z. B. auch in einem einzigen Mauerwerksblock eingesetzt werden. Weiterhin können die Schachtteile 37 und 36 eine Vibrationseinrichtung erhalten, wodurch das Ansetzen noch nicht restlos anoxydierter einzelner, besonders grober Brennstoffkörner verhindert werden soll.
  • Koksstaub, Trägergas und Entgasungsgas gelangen über die Leitung 43 zu einem Abscheider 44, aus dem der Koksstaub eventuell über einen Zwischenbunker 45 oder Nachentgasungsraum und der Leitung 46 seiner weiteren Verwendung, wie z. B. Verfeuerung im Kessel oder Vergasung in einer Staubvergasungsanlage, zugeführt wird. Das Gas gelangt über die Leitung 47 und den Wärmeaustauscher 28 zur Gasreinigung 26 und von dort über die Leitung 48 zur weiteren Verwendung. Der bei der Gasreinigung anfallende Koks- und Teeranteil wird zur Verfeuerung in den Kessel eingeführt.
  • Der Zwischenbunker 45 wird auch als Nachentgasungsraum verwendet. Dazu wird z. B. aus dem Schachtteil 36 oder 37 des Entgasungsschachtes ein Teil des Brennstoff-Gas-Gemisches entnommen (nicht gezeichnet) und der Koksstaub in dem Nachentgasungsraum 45 abgeschieden. Der andere Teil des Brennstoff -Gas-Gernisches durchläuft den Entgasungsschacht 24 bis zum Ende und gelangt über die Leitung 43 dann ebenfalls zu dem Nachentgasungsraum, der für diesen ganz entgasten Staubanteil nur als Zwischenbunker dient.
  • Der nach Teil 36 oder 37 aus dem Entaasungsschacht entnommene und in den Nachentgasungsraum 45 abgeschiedene Brennstoff ist aber erst teilentgast. Durch Wärmezufuhr (nicht gezeichnet) erfolgt die restliche Entgasung, wobei ein für das Verfahren besonders geeignetes Träger- und Teilverbrennungsgas abgegeben wird.
  • Der Wärmeinhalt von Gas und Koks wird weitgehend zur Aufheizung von Trägergas, Teilverbrennungsgas, Teilverbrennungsluft usw. benutzt. Alle wärmeseitig noch verwendbaren Rauchgasmengen gehen zum Kessel oder einem sonstigen für andere Zwecke benutzten Wärmeaustauscher.
  • A b b. 2 zeigt das Verfahren der Anoxydation und Entgasung mit der Abtrennung des Brennstoffes vom Trägermittel zwischen den beiden Stufe. Bei diesem Verfahren gelangt der Brennstoff von dem Bunker 1 über eine Zuteilung zur Mühle 2, wo er auf die gewünschte Mahlfeinheit gemahlen wird. Auch bei diesem Verfahren kann mit Luft, Rauchgas oder Dampf gemahlen werden. Erfolgt die Mahlung mit Luft, so wird diese entweder im Kessel oder in einem besonderen Vorwärmer 3 auf Temperaturen bis 4500 C aufgeheizt und fördert den Brennstoff nach der Mahlung unmittelbar über die Leitung 4 zur Anoxydationsstufe 5. Erfolgt die Mahlung mit Rauchgas, so wird dieses über die Leitung 6 aus dem Kessel rückgesaugt und fördert nach Mahlung den Brennstoff über die Leitung 7 und den Abscheider 8 zu dem Zwischenbunker 9. Von diesem wird der Brennstoff über eine Zuteilung dem Oxydationsmittel (Luft, Gas oder Dampf mit einem jeweils bestimmten Luftzusatz) zugegeben, das im Kessel oder in einem besonderen Vorwärmer 3' auf Temperaturen bis 4501 C vorgewärmt worden ist und die Brennstoffe über die Leitung 4' zur Anoxydationsstufe 5 fördert. Die Vorwärmer 3 und 3' werden durch Rauchgase aus dem Kessel oder einer sonstigen Anlage oder durch abzukühlende Bestandteile des Verfahrens, z. B. des eigenen erzeugten Gases, beheizt. Die Brüden aus dem Abscheider 8 gehen wie beim Verfahren nach Ab b. 1 zum Kessel.
  • Die Anoxydationsstufe 5 besteht aus zwei Teilen 10 und 11. Teil 10 ist ein durch Rauchgas von außen beheiztes Rohrbündel, in dem das Brennstoff-Anoxydationsmittel-Gemisch auf die erforderliche Temperatur oder bis dicht darunter aufgeheizt wird. Das Rohrbündel hängt entweder in einem ausgemauerten runden oder rechteckigen Schachtteil oder in einem entsprechenden Stahlrohr.
  • Der Brennstoff tritt aus dem Rohrbündel 10 durch eine Düse 12 in den Teil 11 ein, der wie Teil 10 ausgemauert sein kann oder lediglich aus einem oder mehreren Stahlrohren besteht. Dieser Schachttell hat die Aufgabe, den Brennstoff für eine bestimmte Zeit auf der erforderlichen Anoxydationstemperatur zu halten, wobei die niedrigste Fördergeschwindigkeit von 4 bis 5 m/s nicht unterschritten werden sollte. Je nach der Brennstoffart wird um die Düse 1-2 eine weitere Oxydationsmittelmenge mit Temperaturen bis 4500 C durch die Leitung 13 zugegeben, die bis zum Vierfachen der in den Schachttell 10 eingeführten Menge betragen kann. Dadurch wird die Belastung von z. B. 4 kg/Nm3 auf 1 kg/Nm3 gesenkt. Diese starke Belastungssenkung nach der Aufheizung wird vor allem bei sehr stark backenden Brennstoffen durchgeführt, da z. B. mit Luft als Anoxydationsmittel bei der Kohle A theoretisch nur mit Werten kleiner als 2 kg/Nm3 Luft überhaupt die vollständige Beseitigung der Backfähigkeit erreichbar ist. Die Aufheizung im Teil 10 und die Temperatur der bei 13 zugegebenen weiteren Oxydationsmittelmenge werden so eingestellt, daß der Brennstoff zu Beginn des Schachtteils 11 etwa 10 bis 151 C über der erforderlichen Anoxydationstemperatur liegt, so daß am Ende der Anoxydationsstufe durch die Abstrahlverluste die Temperatur so weit abgesunken sein darf, daß über die gesamte Strecke die erforderliche Anoxydationstemperatur erreicht ist. Der Schachtteil 11 kann unter Umständen in einem solchen Maße von außen beheizt werden, daß gerade die Abstrahlverluste gedeckt werden können. Die bei 13 zugegebene Anoxydationsmittelmenge, z. B. Luft, kann im angeschlossenen Kessel oder einem eigenen Vorwärmer 14 mit einer Beheizung wie bei 3 bzw. 3' auf die erforderlichen Temperaturen gebracht werden.
  • Der Brennstoff und das Anoxydationsmittel, z. B. Luft, verlassen über die Leitung 15 die Anoxydationsstufe und werden bei feinem Korn des Brennstoffes (bis 5 1/o über Sieb DIN 70) zu dem Abscheider 16, bei gröberem Korn (5 bis 25 1/o über Sieb DIN 70) dem vorgeschalteten Grobascheider 17 zugeführt. Ist letzteres der Fall, so werden die Grobtelle in einem Zwischenbunker 18 gesammelt; der Feinanteil geht über die Leitung 19 zum Feinabscheider 16. Die Feinteile werden in den Zwischenbunker 20 abgeschieden, das abgetrennte Oxydationsmittel, z. B. Luft, geht über die Leitung 21 z. B. zur Kesselfeuerung. Die in den Zwischenbunker 20 abgeschiedenen Feinteile des anoxydierten Brennstoffes werden über eine Zuteilung einem heißen Gasstrom, der aus der eigenen Erzeugung abgezweigt wurde, zugeteilt und über die Leitung 22 zur Einblasedüse 23 des Entgasungsschachtes 24 gefördert, wo sie im Strahl in den oberen Teil des Entgasungsschachtes 24, den Strahlraum 25, eingeblasen werden. Dieses Einblasegas wird nach oder vor der Gasreinigung 26 abgesaugt und über die Leitung 27 durch von Rauchgas oder erzeugtem Gas oder anderen abzukühlenden Verfahrensprodukten beheizten Vorwärmern28 bis 29 auf Temperaturen von 700 bis 800' C gebracht und der Leitung 22 zu gedrückt. Die abgeschiedenen Grobteile werden von dem Zwischenbunker 18 entweder zum Kessel, zur Mahlanlage zurück oder über die Leitung 30 zur Düse 31 gefördert und in den Strahlraum 25 eingeblasen. Dabei ist die Düse 31 ringförmig um die Düse 23 gelegt, so daß der Grobteilstrahl gewissermaßen den Feinteilstrahl umschließt und ihm im Strahlraum durch die dort stattfindende Teilverbrennung seine Restbackfähigkeit entzogen wird. DasEinblasegas dazu kann z. B. aus der Leitung 22 abgezweigt werden.
  • Die Belastung in der Anoxydationsstufe 5 wird so hoch gewählt, daß in der Entgasungsstufe, bezogen ';> C auf die Gesamtmenge, wieder eine Belastung von 6 bis 10 1.g/Nm3 entsteht. Für die Wärmeausnutzung, C Rauchgasver,.vendung und -erzeugung usw. gilt das C C gleiche, was zu Ab b. 1 gesagt wurde.

Claims (2)

  1. Patentanspräche: 1. Verfahren zur Herstellung von Gas und Koks aus backenden staubförmigen Brennstoffen durch Anoxydation und nachfolgende Entgasung im Gasstrom, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer Menge des pro Normalkubikmetet Trägergas zugesetzten Kohlenstaubes von mehr als 1 kg in beiden Stufen zuerst der Brennstoffstaub bei einer Verweilzeit unter 4 Sekunden und bei einer Temperatur von 320 bis 4201 C anoxydiert und dann der anoxydierte Brennstoffstaub in einer Zeit von maximal 6 Sekunden entgast wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Entgasungsstufe die Menge des pro Normalkubikmeter Trägergas zugesetzten Kohlenstaubes gegenüber der Anoxydationsstufe erhöht wird. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmezufuhr für die Entgasungsstufe teils durch Teilverbrennung des Trägergases und teils durch Außenbeheizung erfolgt. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem zweiten Teil der Entgasungsstufe mindestens bei einem Teil des Brennstoff-Gas-Gemisches das Gas von dem aufgeheizten Brennstoff getrennt und der Brennstoff in einem von der Entgasungsstufe getrennten Nachentgasungsraum längere Zeit unter weiterer Wärmezufuhr nachentgast wird und daß das hierbei aewonnene Gas als Trägergas und/ oder als Teilverbrennungsgas benutzt wird. 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der der Entgasungsstufe zugeführte Brennstoffstaub eine Komgröße von unter 120 um, aufweist, wobei die diese Größe überschreitenden gröberen Teile, höchstens 5 Gewichtsprozent des Einsatzgutes, entweder in den Teil der für die Teilverbrennung vorgesehenen Entgasungsstufe oder zur Mühle oder zum Kessel geleitet werden. 6. Verfahren nach Ansprach 5, dadurch gekennzeichnet, daß die in den Strahlraum der Entgasungsstufe eingeblasenen Grobteile die Feinteile konzentrisch umschließen. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Anoxydation in der aus mehreren aufeinanderfolgenden Teilen bestehenden Anoxydationsstufe unter verschiede, nen Belastungen vorgenommen wird. C In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 745 623; »Chemikerzeitung«, 80 (1956), Nr. 4, S. 100/101.
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DE745623C (de) * 1940-06-28 1944-11-30 Vorrichtung zur Schwelung staubfoermigen Gutes, insbesondere von Steinkohlenstaub

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