DE3044989C2 - Verfahren zur trockenen Kokskühlung - Google Patents
Verfahren zur trockenen KokskühlungInfo
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Description
50
Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Gattungsbegriff des Anspruchs 1.
Ein solches Verfahren ist in der nach § 3, Abs. 2 i. V. m. §4, Abs. 2 PatG 1981 zu berücksichtigenden DE-OS
00 808 vorgeschlagen. Bei dem älteren Vorschlag sind die beiden übereinander angeordneten Behandlungszonen
als zwei mechanisch durch eine Schleuse voneinander getrennte Stufen vorgesehen, welche
Schleuse eine weitgehend gasdichte Trennung schaffen soll. Diese kann aber die kontinuierliche Führung des
Verfahrens beeinträchtigen. Der oberen Behandlungszone wird als Kühlgas das dem Verkokungsprozeß
eigene Kohleentgasungsrohgas zugeführt. Als Wärmeträgergas für die zweite Zone ist beispielsweise
Rauchgas des Verkokungsofens und/oder ein dem Verkokungsprozeß fremdes Inertgas, wie Gichtgas,
vorgeschlagen. Es ist also eine weitere Gasquelle für die
Ausführung des Verfahrens erforderlich.
Aus der US-PS 38 95 448 ist es an sich bekannt, die trockene Kokskühlung in einem Reaktor auszuführen,
der zwei trennungslos ineinander übergehende Zonen aufweist, wobei ein als Wärmeträger- und Kühlgas
wirkendes Umlaufgas in dem Obergangsbereich der beiden Zonen in den Reaktor eingeführt wird. Dadurch
körnite der bereits mit dem Verfahren nach der DE-OS
30 100 808 angestrebte Reinigungseffekt für das Kohleentgasungsrohgas
nicht erreicht werden.
Aus der DE-OS 28 08 804 ist ein Verfahren zur trockenen Kokskühlung mit zwei getrennten Kühlgaskreisläufen
mit zwei sich trennungslos aneinander anschließenden Kühlzonen bekannt Dabei ist, um einen
wirkungsvollen Kühlvorgang von Koks unter gleichzeitiger Gewinnung von Gas, das als nutzbare Bestandteile
Wasserstoff und Kohlenmonoxid enthält, wie sie für die Belange des Hochofenbetriebes verwendbar sind,
vorgesehen, daß in der obersten Zone zunächst der eigentlich zu kühlende Koks erhitzt und dann von einem
Kohlenwasserstoff-Wasserdampf-Gemisch zur Kühlung durchspült wird. Der durch die untere Zone
geführte Gaskreislauf ist unabhängig von dem oberen. Dort wird ein verfahrensfremdes Koksofengas eingesetzt
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, das bereits früher vorgeschlagene Verfahren zur trockenen Kokskühlung
dahingehend zu verbessern, daß bei einer weiteren Vereinfachung der Verfahrensführung gleichwohl
eine wirksame Nutzung der fühlbaren Wärme und eine wirksame Reinigung des Kohleentgasungsrohgases
möglich wird.
Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst.
Aufgrund der erfindungsgemäßen Lehre ist also eine weitere Gasquelle für die Ausführung des bereits früher
vorgeschlagenen Verfahrens nicht erforderlich, da das Kohleentgasungsrohgas selbst direkt oder indirekt als
Wärmeträgergas einsetzbar ist. Das Verfahren kann ferner auf einfache Weise kontinuierlich ausgeführt
werden, weil die erste obere Zone, die überwiegend als Reinigungszone fungiert, und die zweite untere Zone,
die im wesentlichen als Kühlzone fungiert, trennungslos ineinander übergehen, so daß der durch das Eigengewicht
bedingte Koksfluß von oben nach unten in einem die beiden Zonen aufnehmenden Reaktor nicht
unterbrochen zu werden braucht. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren bleibt auch der Vorteil der vollen
Nutzung der zur Verfügung stehenden Kokswärme erhalten, die beispielsweise bei der an sich bekannten
Kopplung der trockenen Kokskühlung mit der Kohlevorerhitzung alleine nicht möglich ist.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren entzieht das Kohleentgasungsrohgas dem heißen Koks der ersten
Zone aufgrund der Endothermie von Spaltvorgängen die Wärme. Durch diese Spaltvorgänge verliert das
Kohleentgasungsrohgas gleichzeitig die leicht kondensierbaren Bestandteile.
Eine indirekte Verwendung des gereinigten Kohleentgasungsgas als Wärmeträgergas ist in Anspruch 2
vorgeschlagen.
Besonders günstige, einander nicht störende Strömungsverhältnisse in den beiden Zonen erhält man
dann, wenn eine Weiterbildung des Erfindungsgedankens gemäß Anspruch 3 vorgesehen ist. Durch den
Abstand der beiden Ringkanäle kann eine genügend hohe Koksschicht zwischen den beiden Zonen definiert
werden, die aufgrund des eintretenden Druckverlustes
einen Gasübertritt von der einen in die andere Prozeßstufe weitgehend verhindert.
Man kann aber auch gemäß Anspruch 4 mit einem einzigen Ringkanal für beide Zonen als Abzug
auskommen. s
Mit der Maßnahme des Anspruchs 5 wird erreicht, daß allenfalls gereinigtes Kohleentgasungsgas oder
Inertgas von der unteren Zone in die obere Zone eintritt, nicht jedoch ungereinigtes Kohleentgasungsrohgas
in umgekehrter Richtung. ι ο
Anhand der Zeichnung werden nachfolgend Ausführungsformen von Anlagen zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens näher erläutert.
Es zeigt
F i g. 1 ein Anlagenschema zur Veranschaulichung einer Ausführungsform der Erfindung,
Fig.2 ein Anlagenschema gemäß einer weiteren
Ausgestaltung nach dem Erfindungsgedanken, und
Fig.3 eine dritte Ausführungsform eines das
Erfindungsprinzip veranschaulichenden Anlagenschemas.
Nach Fig. 1 wird der zu kühlende heiße Koks über eine obere öffnung 1 in einen Reaktor gefüllt und über
untere Austrittsöffnungen 3 wieder, z. B. quasi kontinuierlich abgezogen.
Durch eine obere Öffnung 2 des Reaktors wird ferner heißes Kohleentgasungsrohgas mit etwa 7000C in eine
obere Zone 19 des Reaktors geleitet. Die Zone 19 ist so groß bemessen, daß die zwangsläufig diskontinuierliche
Füllweise sowie kurze Betriebsstörungen auf der Batterie ausgeglichen werden können. Im Mantel des
Reaktors befindet sich ein oberer erster Ringkanal 22, über welchen das gereinigte Kohleentgasungsgas mit
etwa 850 bis 9000C aus der oberen Zone 19 abgezogen wird. Dieses gereinigte Kohleentgasungsgas wird über J5
einen Dampfkessel 11, aus welchem über eine Leitung 6 der entstehende Dampf abgeführt wird, zur Ausnutzung
der fühlbaren Wärme und über einen Speisewasservorwärmer 12, durch welchen das Speisewasser für den
Dampfkessel 11 über eine Leitung 7 geleitet wird, einer
Wasserkühlstufe 13 zugeleitet und nach Verdichtung in einem Kompressor 14 auf etwa 50 bis lOOmbar von
unten in eine untere Zone 20 des Reaktors zurückgeführt. Die den Innenraum des Reaktors bildenden Zone
19 und 20 gehen trennungslos ineinander über. Das zurückgeführte gereinigte Kohleentgasungsgas wird auf
diese Weise in der unteren Zone 20 des Reaktors als Wärmeträgergas verwendet. In der Zone 20 wird der
heiße Koks dadurch auf etwa 200°C abgekühlt. Über einen zweiten Ringkanal 21, der im Abstand unterhalb
des ersten Ringkanals 22 im Mantel des Reaktors angeordnet ist, wird das Wärmeträgergas aus dem
Reaktorinnenraum abgezogen und einem Dampfkessel 15 zur weiteren Ausnutzung der fühlbarer: Wärme des
Kokses zugeführt. Der dort entstehende Dampf wird 5ί
ebenfalls über die Leitung 6 abgeführt. Für das als Wärmeträgergas fungierende gereinigte Kohleentgasungsgas
folgt nach dem Dampfkessel iS ebenfalls ein Speisewasservorwärmer 16 mit einer Speisewasserleitung
8. Vor einer Verdichtung in einem weiteren Kompressor 18 und der teilweisen Rückführung des
Wärmeträgergases als Kühlgas in die Verbindungs'eitu;ig
zwischen Kompressor 14 und der unteren Zone 20 kann das Wärmeträgergas in einem Kühler 17
besonders gekühlt werden. Eine teilweise Rückführung des Wärmeträgergases ist zweckmäßig, um die gesamte
fühlbare Wärme des heißen Kokses abführen zu können. Das nicht rückgeführte gereinigte Kohleentgasungsgas
wird über eine Leitung 4 abgegeben.
Anstelle der Wärmenutzer 11, 12, 15 und 16 kann auch eine Kohlevorerhitzungsanlage treten.
Die Verfahrens- und Anlagevariante nach Fig.2
unterscheidet sich von der nach F i g. 1 dadurch, daß in der unteren Zone 20 ein Inertgas eingesetzt wird. Das
Inertgas wird durch stöchiometrische Verbrennung eines über eine Leitung 9 zugeführten Brenngases,
vorzugsweise einem Teilstrom des gereinigten Kohleentgasungsgases, in einer Brennkammer 10 erzeugt
Die fühlbare Wärme des Inertgases kann entsprechend F i g. 1 in einem Dampfkessel 11 und einem Speisewasservorwärmer
12 genutzt werden. Das gereinigte Kohleentgasungsgas, welches der oberen Zone 19 des
Reaktors über den oberen Ringkanal 22 entzogen wird, wird in diesem Fall über den Dampfkessel 15 und den
Speisewasservorwärmer 16 zur Nutzung der fühlbaren Wärme geleitet. Nach Kühlung in einem Kühler 17 und
Verdichtung in einem Kompressor 18 wird es entweder über die Leitung 4 abgegeben oder über eine
Verbindungsleitung 23 teilweise in die Leitung 9 zurückgeführt.
Da der Koks in dem Reaktor etwas nachentgast und das erzeugte Inertgas nicht vollkommen inert sein kann,
finden einige Reaktionen am heißen Koks auch noch in der unteren Zone 20 statt, die es erforderlich machen
können, ständig etwas Inertgas als Abgas über eine Leitung 5 aus dem Kreislauf abzuführen. Im gleichen
Maß ist frisches Inertgas dem Kreislauf zuzuführen. Dieses Abgas, das einen Heizwert von 1500 bis
2000 KJ/mn3 hat, kann auch über eine Leitung 24 dem gereinigten und gekühlten Kohleentgasungsgas der
Leitung 4 zugegeben werden.
Gemäß F i g. 3 werden abweichend von F i g. 1 das gereinigte Kohleentgasungsgas der oberen Zone 19 und
das als Wärmeträgergas verwendete Kohleentgasungsgas der unteren Zone 20 über einen einzigen
gemeinsamen Ringkanal 21 des Mantels im Obergangsbereich der Zone 19, 20 abgezogen und über den
Dampfkessel 11, den Speisewasservorwärmer 12, den Wasserkühler 13 und den Kompressor 14 ein Anteil in
die untere Zone 20 zurückgeführt und ein Anteil über die Leitung 4 aus der Anlage abgegeben. Hierdurch
entsteht eine wesentliche Vereinfachung der Anlage.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Verfahren zur trockenen Kokskühlung bei der Verkokung vorerhitzter Kohle, wobei der Koks in
zwei Zonen, und zwar in einer ersten Zone mittels des dem Verkokungsprozeß eigenen Kohleentgasungsrohgases
unter Reinigung des Kohleentgasungsrohgases und in einer zweiten Zone mittels eines Wärmeträgergases, gekühlt wird, dadurch
gekennzeichnet, daß das in der ersten Zone (19) gereinigte Kohleentgasungsgas nach Nutzung
seiner fühlbaren Wärme zur Dampferzeugung oder Kohlevorerhitzung direkt oder indirekt als Wärmeträgergas
in der sich trennungslos an die erste Zone is (19) anschließenden zweiten Zone (20) verwendet
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das gereinigte Kohleentgasungsgas in einer Brennkammer (10) in ein Inertgas verwandelt
und als solches in der zweiten Zone (20) als Wärmeträgergas verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Kohleentgasungsrohgas
von oben in eine obere erste Zone (19) eingeführt sowie das gereinigte Kohleentgasungsgas der
oberen ersten Zone (19) über einen ersten Ringkanal (22) abgezogen wird, und daß es als Wärmeträgergas
von unten in eine untere zweite Zone (20) eingeführt sowie aus der unteren zweiten Zone (20) über einen
zweiten, im Abstand unterhalb des ersten Ringkanals (22) in dem Mantel des Reaktors angeordneten
Ringkanal (21) abgezogen wird (F i g. 1 und 2).
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Kohleentgasungsrohgas
von oben in eine obere erste Zone (19) eingeführt sowie das gereinigte Kohleentgasungsgas der
oberen ersten Zone (19) über einen Ringkanal (21) abgezogen wird, und daß das gereinigte Kohleentgasungsgas
als Wärmeträgergas von unten in eine untere zweite Zone (20) eingeführt sowie aus der
unteren Zone (20) über denselben Ringkanal (21) abgezogen wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Druck in der
unteren zweiten Zone (20) geringfügig höher gehalten wird als in der oberen ersten Zone (19).
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