[go: up one dir, main page]

DE1202989B - Verfahren zur Herstellung von Titan durch Schmelzflusselektrolyse - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Titan durch Schmelzflusselektrolyse

Info

Publication number
DE1202989B
DE1202989B DEL36708A DEL0036708A DE1202989B DE 1202989 B DE1202989 B DE 1202989B DE L36708 A DEL36708 A DE L36708A DE L0036708 A DEL0036708 A DE L0036708A DE 1202989 B DE1202989 B DE 1202989B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
titanium
cathode
molten electrolyte
electrolyte
molten
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEL36708A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Gottfried Truempler
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Lonza AG
Original Assignee
Lonza AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Lonza AG filed Critical Lonza AG
Publication of DE1202989B publication Critical patent/DE1202989B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C25ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
    • C25CPROCESSES FOR THE ELECTROLYTIC PRODUCTION, RECOVERY OR REFINING OF METALS; APPARATUS THEREFOR
    • C25C3/00Electrolytic production, recovery or refining of metals by electrolysis of melts
    • C25C3/26Electrolytic production, recovery or refining of metals by electrolysis of melts of titanium, zirconium, hafnium, tantalum or vanadium
    • C25C3/28Electrolytic production, recovery or refining of metals by electrolysis of melts of titanium, zirconium, hafnium, tantalum or vanadium of titanium

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Electrochemistry (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Electrolytic Production Of Metals (AREA)
  • Manufacture And Refinement Of Metals (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Titan durch Schmelzflußelektrolyse Die Erfindung betrifft ein Verfahren zu Herstellung von Titan durch Reduktion von Titantetrachlorid, Lösung der Reduktionsprodukte in einem schmelzflüssigen Elektrolyten, der wenigstens ein Alkali- und/ oder Erdalkalichlorid enthält, und elektrolytische Abscheidung des Titans aus diesem Elektrolyten.
  • Es ist ein diskontinuierliches, zweistufiges Verfahren dieser Art bekannt. Bei diesem Verfahren wird in der ersten Stufe Titantetrachloriddampf in den schmelzflüssigen Elektrolyten geleitet und dadurch zu Titantri- und/oder Titandichlorid reduziert, welches im Elektrolyten in Lösung geht. Nach hinreichender Anreicherung des Tri- bzw. Dichlorids im Elektrolyten wird dann das Titan aus diesem elektrolytisch abgeschieden. Da die Reduktionsgeschwindigkeit in der ersten Stufe infolge der niedrigen Sättigungskonzentration des Titantetrachlorids im schmelzflüssigen Elektrolyten begrenzt ist und in der zweiten Stufe die Konzentration der niederen Chloride während der Elektrolyse abnimmt, ist die Leistungsfähigkeit dieses Verfahrens begrenzt.
  • Es sind auch kontinuierliche Verfahren dieser Art bekannt.
  • Bei einem solchen Verfahren wird flüssiges Titantetrachlorid unter Druck in den schmelzflüssigen Elektrolyten geleitet und gleichzeitig Titan elektrolytisch abgeschieden. Die Nachteile dieses Verfahrens folgen ebenfalls aus der niedrigen Sättigungskonzentration des Titantetiachlorids im schmelzflüssigen Elektrolyten.
  • Bei einem anderen, bekannten, kontinuierlichen Verfahren werden Titantetrachloridgas und Wasserstoff gleichzeitig in den schmelzflüssigen Elektrolyten geleitet und Titan an der Kathode abgeschieden. Dieses Verfahren hat außer der niedrigen Sättigungskonzentration des Titantetrachlorids im Elektrolyten den Nachteil, daß der das Titantetrachlorid zu niederen Chloriden reduzierende Wasserstoff in einer getrennten Anlage hergestellt und der bei dieser Reduktion auftretende Chlorwasserstoff laufend vom Katholyten entfernt werden muß.
  • Es ist auch bekannt, Titantetrachlorid zur unmittelbaren Erzeugung von Titan mit Alkali- und Erdalkalimetallen, die durch Elektrolyse eines deren Chloride enthaltenden schmelzflüssigen Elektrolyten entstanden sind, zur Reaktion zu bringen. Dabei wird Titantetrachloridgas an der Kathode in den schmelzflüssigen Elektrolyten geleitet. Das Titan sammelt sich am Boden des den Elektrolyten enthaltenden Gefäßes. Da auch bei diesem Verfahren die Reduktionsgeschwindigkeit durch die Sättigungskonzentration des Titantetrachlorids im schmelzflüssigen Elektrolyten wesentlich mitbestimmt wird, unterliegt dieses Verfahren ebenfalls dem Nachteil der geringen Löslichkeit des Titantetrachlorids im schmelzflüssigen Elektrolyten.
  • Bei dem vorliegenden Verfahren zur Herstellung von Titan durch Reduktion von Titantetrachlorid, Lösung der Reduktionsprodukte in einem schmelzflüssigen Elektrolyten, der wenigstens ein Alkali- und/ oder Erdalkalichlorid enthält, und durch elektrolytische Abscheidung des Titans aus diesem Elektrolyten wird erfindungsgemäß mindestens ein Alkalimetall, Erdalkalimetall oder Titan oder Titandichlorid aus dem schmelzflüssigen Elektrolyten in dünner Schicht an wenigstens einer Teilfläche einer oder mehrerer Kathoden elektrolytisch abgeschieden und in periodischer Wiederholung die Abscheidung an der Kathodenfläche in einem Gasraum mit darin enthaltenem Titantetrachlorid unter Reduktion des letzteren chemisch umgesetzt und die Chlor und Titan enthaltenden Umsetzungsprodukte in dem schmelzflüssigen Elektrolyten gelöst und wieder eines der genannten Metalle bzw. Titandichlorid an der Kathodenfläche elektrolytisch abgeschieden.
  • Wenn z. B. Titan an der Kathodenfläche abgeschieden wird, bildet dieses einen unmittelbar an dieser haftenden Niederschlag. Titandichlorid jedoch haftet (ebenso wie z. B. Alkalimetall) nicht an der Kathodenfläche. Da die Kathodenfläche aber, wenn sie in den Gasraum gebracht wird, unvermeidlich mit schmelzflüssigem Elektrolyten benetzt ist, gelangtTitandichlorid mit diesem in den Gasraum, wenn es an der Kathodenfläche gebildet wurde. Ob und in welchem Maße das der Fall ist, hängt wesentlich vom Potential der Kathodenfläche ab. Voraussetzung für die Bildung von Titandichlorid an der Kathodenfläche ist natürlich, daß der schmelzflüssige Elektrolyt Titantetrachlorid oder Titantrichlorid enthält. Titantrichlorid entsteht bei der chemischen Reduktion des Titantetrachlorids und wird anschließend im schmelzflüssigen Elektrolyten gelöst, so daß es in diesem enthalten ist und an der Kathode zu Titandichlorid reduziert werden kann, nachdem das Verfahren z. B. zunächst mit Abscheidung von Lithium und Kalium in Gang gesetzt wurde. Da Titantetrachlorid im schmelzflüssigen Elektrolyten löslich ist, ist es bei der vorzugsweisen, weiter unten ausführlicher beschriebenen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei welcher ein an den schmelzflüssigen Elektrolyten unmittelbar angrenzender Gasraum verwendet wird, von vornherein im schmelzflüssigen Elektrolyten enthalten.
  • Eine Besonderheit des Verfahrens besteht darin, daß Alkalimetall, Erdalkalimetall, Titan und/oder Titandichlorid an einer Art Kreisprozeß teilnehmen, indem sie an der Kathodenfläche abgeschieden, bei der chemischen Umsetzung im Gasraum chloriert, danach in der Schmelze gelöst und wieder als Alkalimetall, Erdalkalimetall, Titan und/oder Titandichlorid erneut an der Kathodenfläche abgeschieden werden.
  • Im Gegensatz zu dem bisherigen Verfahren wird das Titantetrachlorid nicht im schmelzflüssigen Elektrolyten, sondern im Gasraum zu niederen Chloriden reduziert, wobei die Reduktionsgeschwindigkeit nicht durch die niedrige Sättigungskonzentration des Titantetrachlorids im schmelzflüssigen Elektrolyten begrenzt ist.
  • Das Verfahren kann beispielsweise so durchgeführt werden, daß die Kathode, an welcher mindestens ein Alkalimetall, Erdalkalimetall oder Titan oder Titandichlorid abgeschieden und im Gasraum chemisch umgesetzt wird, abwechselnd in den schmelzflüssigen Elektrolyten getaucht und in dem zweckmäßig über diesem angeordneten Gasraum gehoben wird. Beispielsweise werden zwei Kathoden gegenläufig so bewegt, daß jeweils eine Kathode im schmelzflüssigen Elektrolyten und die andere gleichzeitig im Gasraum ist. Bei einer anderen Ausführungsform wird eine rotierende Kathode verwendet, welche teilweise in den schmelzflüssigen Elektrolyten taucht, während der restliche Teil sich im angrenzenden Gasraum befindet.
  • Das herzustellende Titan kann an einer anderen Kathode aus dem schmelzflüssigen Elektrolyten abgeschieden werden, und zwar zwecks Erzielung stationärer Verhältnisse in derselben Menge, in welcher gleichzeitig im Titantetrachlorid enthaltenes Titan zu den niederen Chloriden reduziert wird, die im schmelzflüssigen Elektrolyten gelöst werden.
  • Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens an Hand der Zeichnung beschrieben. Die einzige Figur zeigt eine beispielsweise Ausführung eines Apparates zur Herstellung von Titan durch Reduktion von Titantetrachlorid, Lösung der Reduktionsprodukte in einem schmelzflüssigen Elektrolyten und elektrolytische Abscheidung des Titans aus dem Elektrolyten.
  • Der dargestellte Apparat hat einen gasdicht geschlossenen Becher B aus beständigem Stoff, wie z. B. keramischem Material, hochschmelzendem Glas, Quarz, Graphit oder eine Speziallegierung. Der Becher B ist mit einer (nicht dargestellten) elektrischen Heizvorrichtung versehen. In den Becher B ragt ein Rohr C zentral hinein. Das Rohr C besteht aus einem elektrisch isolierenden, beständigen Material, z. B. aus Quarz oder hochschmelzendem Glas. Das Rohr C enthält zwei aus Graphit bestehende Kathoden K, und KZ und eine aus Graphit oder Titanmetall bestehende Kathode K3.
  • Die Anschlußleitungen E der Kathoden Ki, KZ, K3 sind gasdicht durch einen Verschluß am oberen Ende des Rohres C hindurchgeführt. Die Kathoden K, und KZ haben Rillen an ihrer Oberfläche, und ihre Anschlußleitungen sind im Verschluß am oberen Ende des Rohres C längsverschiebbar. Durch den Verschluß am oberen Ende des Rohres C sind außerdem eine Zuleitung F für Titantetrachloridgas, eine Zuleitung G für Argon und eine Ableitung H für Titantetrachlorid und Argon dicht hindurchgeführt. Die Leitungen G und H gehören zu einer im einzelnen nicht dargestellten Schleuse, mittels welcher die Kathode K3, auf welcher das gewonnene Titanmetall abgeschieden wird, unter Schutzgas (Argon) aus dem Rohr C herausgenommen werden kann. Das Rohr C ist am unteren Ende mittels eines aus körnigem keramischem Material, Quarz, Graphit oder Glas mit hohem Schmelzpunkt bestehenden Diaphragmas D geschlossen. Außerhalb des Rohres C ragen in den Becher B mehrere Graphitanoden A hinein (von denen in der Zeichnung nur eine dargestellt ist). Außerdem ist außerhalb des Rohres C eine Ableitung L für Chlor aus dem Becher herausgeführt.
  • Im Betrieb ist der Becher B etwa zur Hälfte mit einem schmelzflüssigen Elektrolyten J gefüllt, welcher aus einer annähernd eutektischen LiCI-KCI-Mischung besteht, deren Temperatur mittels einer Heizvorrichtung auf etwa 600°C gehalten wird. Die Kathoden K, und KZ erhalten zunächst eine zum Niederschlagen von Lithium und Kalium ausreichende Spannung von beispielsweise -5 V in bezug auf die Anoden A. Die Kathode K3 erhält eine zum Niederschlagen von Titan geeignete, aber zum Niederschlagen von Lithium und Kalium nicht hinreichende Spannung von beispielsweise -3,5 V in bezug auf die AnodenA. Die geeigneten Kathodenspannungen hängen natürlich nicht nur von den Vorgängen, sondern auch von der Schmelze und von den Abmessungen des Apparates ab. Durch die Leitung F wird Titantetrachloridgas unter einem Druck von etwa einer Atmosphäre zugeführt. Dieses Gas füllt den Raum im Rohr C oberhalb des Niveaus des schmelzflüssigen Elektrolyten J.
  • Die Kathoden K, und KZ werden im Rohr C abwechsend in den- schmelzflüssigen Elektrolyten J getaucht und aus diesem heraus in den Titantetrachlorid enthaltenden Gasraum oberhalb des schmelzflüssigen Elektrolyten gehoben, und zwar derart, daß jeweils eine der Kathoden K,. und KZ in den schmelzflüssigen Elektrolyten J getaucht ist und die andere dieser Kathoden sich im Gasraum befindet. Die Dauer des jeweiligen Aufenthaltes jeder der Kathoden Ki und K2 sowohl im schmelzflüssigen Elektrolyten J als auch im Gasraum beträgt etwa 5 Minuten.
  • Dabei finden folgende Vorgänge statt: In der in der Figur dargestellten Lage der Kathoden Kx und K, scheidet der von den Anoden A durch den schmelzflüssigen Elektrolyten J zur Kathode K2 fließende Strom an dieser Kathode Lithium und Kalium in dünner Schicht ab und entwickelt an den Anoden A Chlor, welches durch die Leitung L abgeleitet wird. Sobald die Kathode Kz im Rohr C irr den Gasraum oberhalb des schmelzflüssigen Elektrolyten J gebracht wird, reagieren das auf dieser Kathode K2 niedergeschlagene Lithium und Kalium mit dem in diesem Raum enthaltenen Titantetrachloridgas, wobei auf der Kathode K$ Titantri- und -dichlorid gebildet und das Lithium und das Kalium chloriert werden. Wenn die Kathode K2 dann wieder in den- schmelzflüssigen Elektrolyten J getaucht wird, gehen diese Chloride in diesem in Lösung. Außerdem werden dann wieder Lithium und Kalium aus dem schmelzflüssigen Elektrolyten J auf die Kathode K, niedergeschlagen, und der soeben beschriebene Vorgang beginnt von neuem.
  • In derselben Weise werden auch auf die Kathode K, Lithium und Kalium aus dem schmelzflüssigen Elektrolyten J niedergeschlagen, anschließend mit dem Titantetrachloridgas zur Reaktion gebracht, dabei auf der Kathode K, Titantri- und -dichlorid gebildet und das niedergeschlagene Lithium und Kalium chloriert, die Chloride danach im schmelzflüssigen Elektrolyten gelöst und wieder erneut Lithium und Kalium auf die Kathode K, niedergeschlagen. Während abwechselnd je eine der Kathoden K,, und K2 in den schmelzflüssigen Elektrolyten getaucht und die andere in den Gasraum, gebracht wird, wird der schmelzflüssige Elektrolyt mit Titantri- und -dichlorid, also mit Titan-Chlor-Verbindungen niedrigerer Chlorierungsstufe als Titantetrachlorid, angereichert.
  • Nachdem der Gehalt des schmelzflüssigen Elektrolyten an Titantrichlorid und Titandichlorid einen bestimmten Betrag erreicht hat, ist es aus weiter unten dargelegten Gründen zweckmäßig, die Spannung zwischen den Kathoden K, und K2 und den Anoden A auf beispielsweise 3,5 V herabzusetzen, um anschließend kein Lithium und Kalium, sondern nur Titan auf diese Kathoden niederzuschlagen. Dieses Titan übernimmt dann die vorher von Lithium und Kalium ausgeübte Funktion des auf das Titantetrachlorid im Gasraum reduzierend wirkenden Stoffes, wobei es selbst chloriert wird.
  • Die folgende Tabelle zeigt ein Beispiel für den zeitlichen Verlauf des Titantri- und -dichloridgehaltes des schmelzflüssigen Elektrolyten.
    Probenahme nach Stunden
    1 I 2 I 3 I 4 I 5 6 I 7 I 8
    Gewichtsprozent TiC13 . . . . . . . . . . 4,10 14,95 23,43 30,47 34,87 36,02 36,03 41,05
    Gewichtsprozent TiC13 . . . . . . . . . . 6,04 4,21 4,97 4,81 3,95 5,30 5,52 5,90
    Diesem Beispiel liegt ein Versuch zugrunde, bei welchem die Spannung zwischen den Anoden A und den Kathoden K, und K2 während der ersten Betriebsstunde 5 V (bei 1 bis 1,5 A) und während der anschließenden weiteren Stunden 3,5 V betrug und im übrigen wie oben im Zusammenhang mit der Zeichnung erläutert verfahren wurde.
  • Der Vorteil, zunächst Lithium und Kalium (an deren Stelle auch eines oder mehrere andere Alkalimetalle oder Erdalkalimetalle treten können) abzuscheiden, besteht darin, daß dadurch der Anstieg der Konzentration des Titantrichlorids und Titandichlorids im schmelzflüssigen Elektrolyten zunächst beschleunigt wird. Dabei geht aber in der Schmelze Alkalimetall leicht kolloidal in Lösung und scheidet Titanmetall in äußerst feiner Zerteilung aus, was meist unerwünscht ist. Wenn der Titantrichlorid- bzw. Titantetrachloridgehalt des schmelzflüssigen Elektrolyten einen bestimmten Wert (z. B. 20 Gewichtsprozent Titantrichlorid bei einer K-Li-Chlorid-Schmelze von 500 bis 600°C) überschreitet, kristallisiert das betreffende Chlorid im Elektrolyten. Solche übermäßige Chloridgehalte der Schmelze können durch ein geeignetes Verhältnis der den Kathoden K, und KZ und der Kathode K3, an welcher das erzeugte Titan abgeschieden wird, zugeführten Stromstärken vermieden werden.
  • Das Verhältnis zwischen dem Titantrichloridgehalt und dem Titandichloridgehalt der Schmelze kann durch die Dauer des Eintauchens der Kathoden K, und KZ in den schmelzflüssigen Elektrolyten und die Dauer des Aufenthaltes dieser Kathoden im Gasraum des Rohres C beeinflußt werden. Diese beiden Aufenthaltsdauern können gleich oder verschieden sein.
  • Es kann auch von vornherein nur Titan auf die Kathoden K, und K2 niedergeschlagen werden, indem deren Potential bereits bei Einleitung des Verfahrens auf beispielsweise -3,5 V gehalten wird. Da Titantetrachlorid im schmelzflüssigen Elektrolyten löslich ist (Löslichkeit unter 10/,), enthält die Schmelze von vornherein Titantetrachlorid, welches aus dem angrenzenden Gasraum stammt. Das Verfahren kann daher auch, wenn auch langsam, von diesem Gehalt an Tetrachlorid ausgehend, von Anfang an mit Titan als Reduktionsstoff gestartet werden.
  • Das erzeugte Titan wird an der Kathode K3 abgeschieden, das Verfahren kann aber auch so durchgeführt werden, daß dieses Titan an den Kathoden K, und KZ angereichert wird. Nach optimaler Anreicherung von Titantrichlorid und/oder Titandichlorid wird so viel Titan aus dem Titantri- und -dichlorid im schmelzflüssigen Elektrolyten auf die Kathoden K, und K, niedergeschlagen, wie in dem Titantetrachlorid enthalten ist, welches gleichzeitig im Gasraum reduziert und danach im schmelzflüssigen Elektrolyten gelöst wird.
  • Wenn die Kathode oder Kathoden durch eine hin und her gehende Bewegung abwechselnd mit dem schmelzflüssigen Elektrolyten und mit dem Titantetrachlorid im Gasraum in Berührung gebracht werden, können an Stelle von Durchführungen mit Stopfbüchsen od. dgl. vorteilhaft Hohlfederkörper verwendet werden, die pneumatisch betätigt sind und eine Automation erleichtern.
  • Zwecks Anwendung einer Drehbewegung an Stelle einer hin und her gehenden Bewegung (der Kathoden K, und K,) können beispielsweise eine Scheiben- oder zylinderförmige Kathode oder mehrere solche Kathoden teilweise in den schmelzflüssigen Elektrolyten tauchen, während der restliche Teil sich im angrenzenden Gasraum befindet, und um eine horizontale Achse gedreht werden. Auf diese Weise kann das Verfahren mit kontinuierlicher Bewegung der Kathode bzw. Kathoden durchgeführt werden. Dabei hängt das Verhältnis der Zeiten, während denen die einzelnen Flächenelemente der Kathode sich im schmelzflüssigen Elektrolyten und im Gasraum befinden, vom Abstand der Drehachse vom Niveau des Elektrolyten ab.
  • Die Kathode oder Kathoden, an denen der unter Reduktion des Titantetrachlorids chemisch umzusetzende Stoff niedergeschlagen wird, können auch stationär angeordnet und der schmelzflüssige Elektrolyt und das an diesen angrenzende Gas zusammen so bewegt werden, daß diese Kathode bzw. Kathoden abwechsenld mit dem Elektrolyten und dem Gas in Berührung kommen.
  • Das erzeugte Titanmetall hat relativ lockere Konsistenz und kann von der Kathode (K3) leicht abgeschlagen oder abgekratzt werden, wenn diese aus Graphit besteht. Die Kathode bzw. Kathoden, auf denen Titanmetall niedergeschlagen wird, können jedoch auch aus Titanblech bestehen und bei sehr starken Niederschlägen gegebenenfalls mit diesem zusammen weiterverarbeitet werden.
  • Der Katholyt kann auch zwischen zwei Elektrolyseuren dauernd zur Zirkulation gebracht werden, wobei einer dieser Elektrolyseure wenigstens eine der Kathode K3 entsprechende Kathode und wenigstens eine dieser Kathode zugeordnete Anode, der andere Elektrolyseur eine oder mehrere Kathoden, die den Kathoden K,. und K2 entsprechen, und eine oder mehrere diesen Kathoden zugeordnete Anoden enthält. Zur Zirkulation des Katholyten kann eine Pumpe dienen, oder es kann das Thermosiphon-Prinzip angewandt werden. In dem Elektrolyseur, dessen Kathode der Kathode K3 entspricht, befindet sich über dem schmelzflüssigen Elektrolyten ein Schutzgas (z. B. Argon), und dieser Elektrolyseur hat eine Schleuse, mittels welcher seine Kathode unter Schutzgas entnommen werden kann. In dem Elektrolyseur, dessen Kathode oder Kathoden den Kathoden K,. und KZ entsprechen, befindet sich über der Schmelze der Gasraum mit dem Titantetrachloridgas.

Claims (6)

  1. Patentansprüche: 1. Verfahren zur Herstellung von Titan durch Reduktion von Titantetrachlorid, Lösung der Reduktionsprodukte in einem schmelzflüssigen Elektrolyten, der wenigstens ein Alkali- und Erdalkalichlorid enthält, und durch elektrolytische Abscheidung des Titans aus diesem Elektrolyten, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Alkalimetall, Erdalkalimetall oder Titan oder Titandichlorid aus dem schmelzflüssigen Elektrolyten in dünner Schicht an wenigstens einer Teilfläche einer oder mehrerer Kathoden elektrolytisch abgeschieden und in periodischer Wiederholung die Abscheidung an der Kathodenfläche in einem Gasraum mit darin enthaltenem Titantetra= chlorid unter Reduktion des letzteren chemisch um. gesetzt wird und die Chlor und Titan enthaltenden Umsetzungsprodukte in dem schmelzflüssigen Elektrolyten gelöst werden und wieder eines der genannten: Metalle bzw. Titandichlorid an der Kathodenfläche elektrolytisch abgeschieden wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zuerst während mehreren Perioden durch Anwendung eines zum Niederschlagen von Alkalimetall ausreichenden Kathodenpotentials von vorzugsweise -5 V überwiegend Alkalimetall und während der anschließenden Perioden durch Anwendung eines weniger negativen, zum Niederschlagen von Alkalimetall nicht hinreichenden Kathodenpotentials von vorzugsweise -3,5 V Titan niedergeschlagen wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß nach einer optimalen Anreicherung der Umsetzungsprodukte in dem schmelzflüssigen Elektrolyten während jeder Periode ebensoviel Titan auf die Kathodenfläche niedergeschlagen wird, wie im Titantetrachlorid enthaltenes Titan in die Umsetzungsprodukte übergeführt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß an einer zusätzlichen, nur dem schmelzflüssigen Elektrolyten ausgesetzten Kathode während jeder Periode ebensoviel Titan niedergeschlagen wird, wie im Titantetrachlorid enthaltenes Titan in die Umsetzungsprodukte übergeführt wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Katholyt in einem durch zwei Elektrolysezellen führenden Kreislauf zur Zirkulation gebracht wird, wobei in einer dieser Elektrolysezellen wenigstens eine Kathode periodisch abwechselnd mit dem schmelzflüssigen Elektrolyten und mit dem Gas in Berührung gebracht und in der anderen Elektrolysezelle Titan elektrolytisch abgeschieden wird.
  6. 6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß abwechselnd der schmelzflüssige Elektrolyt und das Titantetrachloridgas während je einer vorbestimmten Zeit zur Berührung mit wenigstens einer ortsfesten Kathode gebracht werden. In Betracht gezogene Druckschriften: Britische Patentschriften Nr. 678 807, 682 919, 698 151; USA.-Patentschrift Nr. 2 880156; japanische Patentschrift Nr. 3 859 (vom 26. 9.1952).
DEL36708A 1959-07-31 1960-07-30 Verfahren zur Herstellung von Titan durch Schmelzflusselektrolyse Pending DE1202989B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
CH1202989X 1959-07-31

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE1202989B true DE1202989B (de) 1965-10-14

Family

ID=4562797

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEL36708A Pending DE1202989B (de) 1959-07-31 1960-07-30 Verfahren zur Herstellung von Titan durch Schmelzflusselektrolyse

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE1202989B (de)

Citations (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
GB678807A (en) * 1950-05-12 1952-09-10 Shawinigan Water & Power Co Process for the production of titanium metal
GB682919A (en) * 1950-03-20 1952-11-19 Titan Co Inc A new or improved process for the production of metallic titanium
GB698151A (en) * 1951-08-24 1953-10-07 Ici Ltd Electrolytic production of titanium
US2880156A (en) * 1951-06-23 1959-03-31 Nat Res Corp Production of metals

Patent Citations (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
GB682919A (en) * 1950-03-20 1952-11-19 Titan Co Inc A new or improved process for the production of metallic titanium
GB678807A (en) * 1950-05-12 1952-09-10 Shawinigan Water & Power Co Process for the production of titanium metal
US2880156A (en) * 1951-06-23 1959-03-31 Nat Res Corp Production of metals
GB698151A (en) * 1951-08-24 1953-10-07 Ici Ltd Electrolytic production of titanium

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1101773B (de) Verfahren zur kontinuierlichen Gewinnung von reinem duktilem, grobkristallinem Titan durch Schmelzflusselektrolyse
DE975587C (de) Verfahren und Anordnung zur Herstellung von Titan in einer Elektrolysezelle
DE2145504B2 (de) Verfahren zur Gewinnung von sei tenen Erdmetallen aus ihren Oxyden durch Elektrolyse einer Salzschmelze, und elektroiytische Zelle zur Durch fuhrung dieses Verfahrens
DE2818971A1 (de) Verbesserte vorrichtung und verbessertes verfahren zur abtrennung eines metalles aus einem salz
DD288184A5 (de) Verfahren und vorrichtung zur elektrolytischen herstellung eines mehrwertigen metalls
DE2539137B2 (de) Verfahren zum elektrolytischen Gewinnen von Nickel und Zink sowie Elektrolysezelle hierfür
DE2434819A1 (de) Verfahren zur extraktion von gallium aus aluminatlaugen
DE1202989B (de) Verfahren zur Herstellung von Titan durch Schmelzflusselektrolyse
DE860281C (de) Verfahren zur Herstellung von Beryllium
AT203225B (de) Halbkontinuierliches elektrolytisches Verfahren zur Herstellung von hochschmelzenden, reaktionsfähigen Metallen der IV., V. Gruppe des periodischen Systems
DE2105816A1 (de) Verfahren zur Entfernung von Eisenverunreinigungen aus Nitrisierungssalzbädern
DE1907523C3 (de) Verfahren zur extraktiven Elektrolyse von Zink aus seinen schwefelsauren Lösungen
DE82148C (de)
DE2114555C3 (de) Verfahren zum elektrolytischen Abscheiden von Schichten aus Niob, Vanadium, Molybdän oder Wolfram oder deren Legierungen
DE277157C (de)
DE1139985B (de) Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von reinem, duktilem Titan durch Schmelzflusselektrolyse
AT213077B (de) Verfahren zur Gewinnung von Niob- und Tantalmetall auf elektrolytischem Wege und Vorrichtung hiezu
DE54219C (de) Trennung von Gold und Antimon
DE410550C (de) Verfahren zur Herstellung von Elektrolyteisen aus sulfidischen Eisenerzen
DE460456C (de) Verfahren zur elektrolytischen Raffination von Kupfer oder Kupferlegierungen unter Verwendung eines kupferchloruerhaltigen Elektrolyten
DE1179012B (de) Verfahren zur Herstellung von Titan durch Schmelzflusselektrolyse
DE3022597C2 (de) Verfahren zur Herstellung von Reinstindium
DE1162575B (de) Verfahren zur Herstellung von reinem Natrium durch Schmelzflusselektrolyse
DE1036833B (de) Verfahren zur Gewinnung von elementarem Bor durch Elektrolyse
DE238608C (de)