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DE1179012B - Verfahren zur Herstellung von Titan durch Schmelzflusselektrolyse - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Titan durch Schmelzflusselektrolyse

Info

Publication number
DE1179012B
DE1179012B DEN19806A DEN0019806A DE1179012B DE 1179012 B DE1179012 B DE 1179012B DE N19806 A DEN19806 A DE N19806A DE N0019806 A DEN0019806 A DE N0019806A DE 1179012 B DE1179012 B DE 1179012B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
titanium
cathode
anode
deposition
melt
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEN19806A
Other languages
English (en)
Inventor
Lawrence John Reimert
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
New Jersey Zinc Co
Original Assignee
New Jersey Zinc Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by New Jersey Zinc Co filed Critical New Jersey Zinc Co
Publication of DE1179012B publication Critical patent/DE1179012B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C25ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
    • C25CPROCESSES FOR THE ELECTROLYTIC PRODUCTION, RECOVERY OR REFINING OF METALS; APPARATUS THEREFOR
    • C25C7/00Constructional parts, or assemblies thereof, of cells; Servicing or operating of cells
    • C25C7/06Operating or servicing

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Electrochemistry (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Electrolytic Production Of Metals (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Titan durch Schmelzflußelektrolyse Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von Titan durch Elektrolyse einer Titandichlorid und Titantrichlorid enthaltenden Halogenidschmelze.
  • Bei der elektrolytischen Gewinnung von grobkörnigem Titan wird das Titan auf der anodenfernen Kathodenfläche abgeschieden. Dabei wird Titantetrachlorid einem mit der anodenfernen Kathodenfläche in Berührung stehenden und vom Anodenraum durch eine durchlässige Titanabscheidung auf der Kathode getrennten Kathodenraum der Schmelze zugeführt. Ein derartiges Verfahren ist in den USA.-Patentschriften 2 848 397, 2 900 318 und 2 908 619 beschrieben.
  • Der erfolgreiche Betrieb der Elektrolysezelle bei diesem Verfahren hängt von der raschen anfänglichen Abscheidung und nachfolgeirden Aufrechterhaltung einer durchlässigen Schicht metallischen Titans an der Kathode ab, um eine wesentliche Diffusion von Titanionen aus dem Katholyten in den Anolyten zu verhindern. In der USA.-Patentschrift 2 908 619 ist der Zusatz von sauerstoffhaltigem, pulverförmigem Titan zum Katholyten als Hilfsmittel zur Beschleunigung der Bildung dieser porösen Titanschicht an der Kathode beschrieben, während das deutsche Patent 1 115033 die Verwendung einer Hilfskathode in Kontakt mit dem Katholyten betrifft, die dazu dient, niedrigerwertige Titanionen im Katholyten anzureichern, wodurch sich die durchlässige Titanschicht an der Kathode abscheidet und erhalten bleibt.
  • Wenn die gewünschte Konzentration an niedrigerwertigen Titanionen im Kathodenraum erreicht worden ist, kann der Betrieb der Zelle hinsichtlich der Polarisationsspannung nach der USA.-Patentschrift 2848397 erfolgen. Dabei muß aber durch sorgfältige Steuerung der Arbeitsbedingungen die Polarisationsspannung innerhalb bestimmter Grenzen gehalten werden. Sie darf nicht niedriger als etwa 2,6 V sein. Bei einer Polarisationsspannung von 2,4 V findet bereits eine so starke Diffusion von Titanionen durch die poröse Kathode in den Anolyten statt, daß sich an der anodenfernen Kathodenfläche kein Titan mehr abscheidet, während sich bei einer Polarisationsspannung über etwa 3,1 bis 3,2 V, die einem Elektrodenpotential von etwa 1,4 V entspricht, bereits Alkalimetalle an der Kathode abscheiden und mithin die Stromausbeute beeinträchtigt wird. Nun ist aber die Kathodenstromdichte ein Maß für die Leistung der Zelle, indem eine Erhöhung der Kathodenstromdichte zu einer Zunahme der Zellenausbeute führt. Da nun aber bei dem bekannten Verfahren die Verstärkung des Zellenstromes nicht nur zu einer Erhöhung der Kathodenstromdichte, sondern auch zu einer entsprechenden Zunahme der Polarisationsspannung führt, ist bei diesem Verfahren eine sorgfältige Steuerung der Verfahrensbedingungen erforderlich, um die maximale Kathodenstromdichte zu erreichen, die noch mit einer 3,1 bis 3,2 V nicht übersteigenden Polarisationsspannung vereinbar ist.
  • Es wurde nun gefunden, daß. es gelingt, die Stromdichte an der anodenfernen Kathodenfläche wesentlich zu erhöhen, ohne gleichzeitig auch die Polarisationsspannung zu erhöhen, wenn erstens der Katholyt metallisches Titan enthält, das nicht an der Kathode abgeschieden ist, zweitens die Zufuhr von Titantetrachlorid unterbrochen wird, wenn die Titananreicherung im Katholyten einen Höchstwert erreicht hat, und drittens während dieser Unterbrechungsperiode der Titanzufuhr dem normalen Abscheidungsstrom ein zusätzlicher Abscheidungsstrom mit Hilfe einer Elektrode überlagert wird, die sich im Katholyten befindet und gegenüber der anodenfernen Kathodenfläche anodisch ist.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung von Titan durch Elektrolyse einer Titandichlorid und Titantrichlorid enthaltenden Halogenidschmelze zwischen einer Anode und einer Kathode, bei der Titantetrachlorid einem mit der anodenfernen Kathodenfläche in Berührung stehenden und vom Anodenraum durch eine durchlässige Titanabscheidung auf der Kathode getrennten Kathodenraum der Schmelze zugeführt wird, und der Anodenraum der Schmelze vollständig an Titanionen erschöpft ist und die Elektrolyse in Gegenwart von nicht an der Kathode abgeschiedenem metallischem Titan durchgeführt wird, besteht darin, daß die Zufuhr von Titantetrachlorid zur Schmelze zeitweilig unterbrochen, ein zusätzlicher, zwischen der Kathode und einer im Kathodenraum der Schmelze befindlichen Anode fließender Abscheidungsstrom, der bis etwa 3501, des Gesamtabscheidungsstromes beträgt, dem normalen Abscheidungsstrom mindestens während des Zeitraumes der Unterbrechung der Titantetrachloridzufuhr überlagert und Titantetrachlorid erst dann wieder zugeführt wird, wenn die Titankonzentration im schmelzflüssigen Katholyten bis unter etwa 1 Gewichtsprozent gesunken ist.
  • Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die Zufuhr von Titantetrachlorid in das Bad unterbrochen, wenn die Anreicherung des Titans im Schmelzelektrolyten mindestens etwa 2 Gewichtsprozent erreicht hat.
  • Ein weiteres bevorzugtes Merkmal der Erfindung besteht darin, daß in dem Katholyten freies metallisches Titan in feinverteilter pulvriger Form aus einer früheren Kathodenabscheidung eingesetzt wird.
  • Vorzugsweise wird die Aufnahme des Titantetrachlorides vom Bad mittels eines Hilfsstromes zwischen der Kathode und einer Hilfskathode unterstützt, die im Kathodenraum angeordnet ist und auf der sich etwas freies Titan bildet.
  • Im Rahmen der Erfindung kann ferner zur Aufrechterhaltung der Porosität der Titanabscheidung auf der anodenfernen Kathodenfläche zwischen der Anode und der Abscheidungskathode eine Polarisationsspannung von 2,4 bis 3,2 V aufrechterhalten werden.
  • Während der Unterbrechung der Titantetrachloridzufuhr wird vorzugsweise zwischen der Anode und der Abscheidungskathode eine Polarisationsspannung von nicht mehr als etwa 3,2 V angewendet.
  • F i g. 1 ist eine Schnittansicht im Aufriß einer zur Durchführung der Erfindung geeigneten Elektrolysezelle und F i g. 2 ein Schaltbild für die Zelle unter den Betriebsbedingungen gemäß der Erfindung.
  • Die zur Durchführung der Erfindung geeigneten Salzschmelzen sind die gleichen, die auch gemäß Patent 1 115 033 angewandt werden.
  • Die Zuführung des Titantetrachlorides erfolgt vorzugsweise direkt in die Halogenidschmelze, gegebenenfalls unter Verwendung eines Trägergases, wie Argon. Die Zellenatmosphäre soll so unterteilt sein, daß die Räume über dem Badteil, in den das Titantetrachlorid eingeführt wird, und dem Badteil, aus dem sich an der Anode Chlor entwickelt, voneinander getrennt bleiben. Außerdem ist die Zelle zweckmäßig dicht geschlossen.
  • Die Zellenelektroden sollen aus einem Werkstoff bestehen, der nicht zur Einführung von Fremdelementen in die Badschmelze führt. So hat sich eine nichtmetallische Anode, z. B. aus Graphit oder Kohle, bewährt. Als Kathoden sind solche aus Nickel, vorzugsweise aus korrosionsbeständigen Nickellegierungen, geeignet.
  • Anode und Kathode sollen in der Salzschmelze eine solche Lage zueinander haben, daß an der Anode entwickeltes Chlor im Anolyten hochsteigt, ohne in den Katholyten zu gelangen, der Anolyt und der Katholyt miteinander über eine Vielzahl von Durchlässen in Verbindung stehen und der Abstand zwischen der Anode und der ihr zugewandten Kathodenfläche und damit der Widerstand des Bades zwischen diesen Flächen so klein ist, daß in diesem Teil des Bades eine elektrolytische Erschöpfung an Titan erfolgen kann.
  • Derartige Anoden- und Kathodenanordnungen sind in den Zeichnungen der USA.-Patentschrift 2 848 397 dargestellt. Eine für die Durchführung der Erfindung bevorzugte Zellenanordnung zeigt F i g. 1.
  • Die Zelle 1, Salzschmelze 2, Seitenwand 3, der Boden 4, die Öffnungen 7 und das Drahtnetz 8 ähneln den entsprechenden Teilen gemäß Patent 1 115 033. Im vorliegenden Falle erstreckt sich jedoch der undurchlässige obere Wandteil s bis zu einem Isolierelement 6 und ist auf diesem durch den Deckel der Zelle gelagert.
  • Die in die Salzschmelze 2 eintauchende Chlorhaube9 besteht aus einem korrosionsbeständigen Metall, wie Nickel, in Form eines Hauptrahmens 10, der eine mit feuerfestem Zement festgelegte Innenauskleidung 11 aus Aluminiumoxydsteinen trägt. Die Haube ist am Zellendeckel befestigt, der auch die Graphitanode 13 trägt, die sich in die Zelle durch Isolierstücke 12 und nach unten in das Innere der zylindrischen Kathode erstreckt. Der Zellendeckel weist einen Auslaß 14 zum Abziehen des Chlors, eine Einlaßleitung 15 zur Einführung von Titantetrachlorid und gegebenenfalls dem inerten Trägergas in den unteren Teil des Hauptteils B der Salzschmelze und einen Auslaß 16 zum Austritt von nicht absorbiertem Titantetrachlorid und Trägergas auf. Der Raum zwischen der oberen Seitenwand 5 der Kathode und der Chlorhaube 9 kann mit einem inerten Gas, wie Argon, gespült werden, welches durch 17 zu- und durch 18 abgeführt wird. Wenn eine gesonderte Hilfselektrodenanordnung verwendet wird; wird sie im Kathodenraum B angeordnet. Diese Anordnung besteht vorteilhaft aus einem zylindrischen Teil 19, der von einer stromführenden Stange 20 getragen wird, die sich in die Zelle durch deren Deckel erstreckt. Der Körper 19 der Hilfselektrode besitzt vorzugsweise eine große Fläche und besteht daher aus Nickeldrahtnetz mit einem Drahtdurchmesser von 2 mm und einer Maschenweite von 4,75 mm. Es können jedoch auch andere Arten von mit Durchbrechungen versehenem leitendem Material als Hilfskathode verwendet werden, vorausgesetzt, daß die Öffnungen nicht so fein sind, daß sie durch Titan verstopft werden. Eine Zellenwand mit einer glatten oder sogar einer gewellten Oberfläche ist ebenfalls als Hilfskathode wirksam.
  • Bei der Elektrolyse steigt das Chlor im Raum C der Haube 9 auf. Titantetrachlorid wird dem Raum D zugeführt und im Teil B des Bades absorbiert, so daß es nur von dem Teil des Bades aufgenommen wird, der mit der Hilfskathode und der anodenfernen Fläche der Abscheidungskathode in Berührung steht. Der Teil A des Bades wird bei der Elektrolyse praktisch vollständig an Titanionen erschöpft gehalten. Das Argon wird aus dem Raum D durch die Auslaßleitung 16 abgezogen.
  • Die Elektrolysierbedingungen, unter denen im Teil A der Salzschmelze zwischen der Anode und der dieser zugewandten Kathodenfläche eine Erschöpfung an Titan aufrechterhalten wird, sind die gleichen wie gemäß Patent I 115 033.
  • Bei der Elektrolyse bildet sich feinverteiltes metallisches Titan, das nicht an der Kathode haftet und in der Zelle eine schlammartige Masse bildet. Auch auf der Hilfskathode scheidet sich etwas metallisches Titan ab. Dieses freie metallische Titan steht zum Verbrauch durch den zusätzlichen Abscheidungsstrom zur Verfügung, wenn die Titantetrachloridzufuhr zur Zelle unterbrochen wird.
  • Die Zufuhr von Titantetrachlorid unter Elektrolysebedingungen führt zur Anreicherung von Titan in der Lösung. Das gelöste Titan hat die Form von Titantrichlorid und Titandichlorid. Die Konzentration an gelöstem Titan soll groß genug sein, damit die Abscheidung von Titan auf der anodenfernen Kathodenfläche in poröser und grobkristalliner Form erfolgt. Eine zu hohe Konzentration an gelöstem Titan kann aber zur Diffusion in den Anodenraum und zur Abscheidung von Titan in den Poren der Kathodenabscheidung und somit zur Verringerung von deren Porosität führen. Daher beträgt die Konzentration an gelöstem Titan während der Aufbauperiode mindestens etwa 1 Gewichtsprozent und im allgemeinen mindestens etwa 2 Gewichtsprozent. Eine Konzentration von etwa 3 Gewichtsprozent und mehr kann mit Vorteil bei geeigneter Lenkung anderer Zellenbetriebsbedingungen, wie Stromdichte, Zellenform, Zellengröße, wirksamer Kathodenfläche, durchschnittlicher Wertigkeit des gelösten Titans, erfolgen.
  • Wenn sich die Anreicherung an gelöstem Titan im Kathodenraum vollzogen hat, wird die Zufuhr von Titantetrachlorid zur Salzschmelze unterbrochen. Da jedoch der Elektrolysierstrom zwischen Anode und anodenferner Kathodenfläche weiterfließt, nimmt die Abscheidung des porösen Niederschlages von metallischem Titan auf dieser Fläche zu. Die Stromdichte an der Abscheidungskathode wird daraufhin erfindungsgemäß dadurch erhöht, daß dem Elektrolysierstrom ein zusätzlicher Abscheidungsstrom überlagert wird, der von einer Elektrode aus fließt, die im Kathodenraum angeordnet und gegen die anodenferne Kathodenfläche anodisch ist. Dieser zusätzliche Abscheidungsstrom fließt nicht durch den Elektrolyten in der Titanabscheidung an der Kathode und trägt daher nicht zu einem meßbaren Spannungsabfall durch diesen Niederschlag und die Kathode hindurch bei. Der zusätzliche Abscheidungsstrom erhöht nur den Gesamtabscheidungsstrom zur Oberfläche der Titanabscheidung und damit auch den elektrolytischen Abscheidungsstrom, er erhöht jedoch nicht die Polarisationsspannung; diese steigt vielmehr erst am Ende der Betriebsperiode an, wenn die Titankonzentration im Katholyten beträchtlich gesunken ist.
  • Der zusätzliche Abscheidungsstrom kann durch eine beliebige, im Kathodenraum angeordnete Elektrode zugeführt werden, die gegen die Abscheidungskathode anodisch gemacht wird. Ein Schaltbild für eine für das erfindungsgemäße Verfahren geeignete Elektrolysezelle ist in F i g. 2 dargestellt. Die Zelle 1 enthält eine Abscheidungskathode 3, eine Anode 13 und eine Hilfskathode 19. Der Elektrolysierstrom wird durch die Stromquelle 21 zugeführt, deren negative Seite sowohl mit der Abscheidungselektrode 3 als auch mit der Hilfselektrode 19 verbunden ist. In der Leitung zur Hilfselektrode ist der Schalter 22 angeordnet, der während der Periode der Anreicherung an gelöstem Titan normalerweise geschlossen ist, und die Stromverteilung zwischen der Anode und der Abscheidungs-und Hilfskathode wird durch den Regelwiderstand 23 geregelt. Die positive Seite der Stromquelle 21 ist unmittelbar mit der Anode und außerdem über den Regelwiderstand 24 und einen zweiten Schalter 25 mit der Hilfskathode 19 verbunden. Nachdem die gewünschte Anreicherung an gelöstem Titan im Kathodenraum erreicht worden ist, wird der Schalter 22 geöffnet, worauf der zweite Schalter 25 geschlossen werden kann, um die Hilfskathode 19 gegen die Abscheidungskathode 3 anodisch zu machen. Diegleichen Verbindungen können jedoch auch mit der Wand 1 der Zelle statt mit der Hilfskathode 19 hergestellt werden, oder die Zellenwand und die Hilfskathode können gemeinsam als Hilfskathode verwendet werden. In jedem Falle wird der Betrag des zusätzlichen Abscheidungsstromes durch den zweiten Regelwiderstand 24 in der Weise geregelt, daß die richtige Lenkung der durchschnittlichen Wertigkeit des gelösten Titans im Katholyten aufrechterhalten wird.
  • Der zusätzliche Abscheidungsstrom an der mit dem Katholyten in Berührung stehenden, nunmehr anodischen Fläche löst auf dieser vorhandenes metallisches Titan und oxydiert zweiwertige zu dreiwertigen Titanionen im Katholyten. Diese dreiwertigen Titanionen reagieren mit dem freien Titan unter Bildung von weiterem zweiwertigem Titan (in Form von Titandichlorid). Daher soll der Betrag des zusätzlichen Abscheidungsstromes unter den jeweiligen Bedingungen nicht so hoch sein, daß das dreiwertige Titan sich schneller bildet, als es durch das metallische Titan zu zweiwertigem Titan reduziert werden kann. Es wurde gefunden, daß der zusätzliche Abscheidungsstrom bis etwa 30 bis 35 °/o des Gesamtabscheidungsstromes betragen kann, ohne daß die durchschnittliche Wertigkeit des gelösten Titans so weit ansteigt, daß die Beschaffenheit des elektrolytisch abgeschiedenen Titans dadurch beeinträchtigt wird.
  • Wenn die Zufuhr von Titantetrachlorid zum Katholyten unterbrochen und der zusätzliche Abscheidungsstrom eingeschaltet worden ist, arbeitet man unter diesen Bedingungen weiter, bis der Gehalt des Katholyten an gelöstem Titan unter etwa 1 Gewichtsprozent und im allgemeinen auf etwa 1/4 bis 1/$ Gewichtsprozent gesunken ist. Durch diese Anwendung des zusätzlichen Abscheidungsstromes wird es ermöglicht, wenn der Gehalt des Katholyten an gelöstem Titan innerhalb der angegebenen Höchst- und Mindestgrenzen liegt, die Dichte des elektrolytischen Kathodenstromes bei einer solchen Zusammensetzung des Katholyten zu erhöhen, daß die grobkristalline poröse Kathodenabscheidung erhalten bleibt. Wenn die Konzentration an gelöstem Titan unter etwa 1 Gewichtsprozent, jedoch nicht unter etwa 1/4 Gewichtsprozent, abgesunken ist, wird die Zufuhr von Titantetrachlorid zum Katholyten wieder aufgenommen. Gleichzeitig wird der zusätzliche elektrolytische Strom abgeschaltet, und die Anreicherung an gelöstem Titan im Katholyten wird fortgesetzt, bis der Zyklus wiederholt werden kann. Die Zahl solcher Zyklen wird nur dadurch begrenzt, daß die Kathodenabscheidung schließlich ein solches Ausmaß annimmt, daß sie gewonnen werden muß. Unter Umständen kann es jedoch erforderlich sein, eine oder mehrere Erschöpfungsperioden dieser Zyklen ohne Anwendung des zusätzlichen Abscheidungsstromes durchzuführen.
  • Beispiel Die Zellenanordnung entspricht F i g. 1 und die Schaltanordnung F i g. 2 mit der Ausnahme, daß die kathodischen und anodischen Verbindungen zur Hilfskathode 19 durch ähnliche Verbindungen zu den metallischen Zellenwänden ergänzt sind und diese Wände daher während der Perioden der Titananreicherung und der Titanerschöpfung als zusätzliche Hilfskathode wirken. Jeder Versuch besteht aus drei Zyklen, jeder Zyklus aus einer Anreicherungsperiode und einer Erschöpfungsperiode. Bei allen Versuchen wird die Titantetrachloridzufuhr während der Erschöpfungsperioden unterbrochen und während der Anreicherungsperioden fortgesetzt. Bei den Versuchen A und C wird ohne zusätzlichen Abscheidungsstrom in den Erschöpfungsperioden gearbeitet. Beim Versuch B wird ein zusätzlicher Abscheidungsstrom nur in der zweiten und dritten Erschöpfungsperiode angewandt, während beim Versuch D der zusätzliche Abscheidungsstrom in allen drei Erschöpfungsperioden angewandt wird. Bei den Versuchen A und B wird der Zelle kein pulverförmiges Titan zugeführt, während bei den Versuchen C und D dem Katholyten pulverförmiges Titan während der ersten Anreicherungsperiode jedes Versuches zugesetzt wird.
    Versuch A B C D
    °/o der Gesamtzufuhr als Ti-Pulver . . . . . . . . . . . . . . . . 0 0 9,9 10,0
    Zusätzlicher Strom, % der Gesamtamperestunden... 0 9,3 0 8,8
    Durchschnittliche Titananreicherung, °/o
    am Ende der Anreicherungsperiode . . . . . . . . . . . . . 2,53 2,33 2,58 2,46
    am Ende der Erschöpfungsperiode .... ... . ..... . 0,80 0,54 0,36 0,52
    Durchschnittliche Ti-Wertigkeit
    am Ende der Anreicherungsperiode . . . . . . . . . . . . . 2,46 2,44 2,19 2,38
    am Ende der Erschöpfungsperiode . . .. ..... . . .. . 2,09 2,24 - 2,25
    Durchschnittliche Abscheidungsstromdichte*), A/cm2 0,35 0,39 0,38 0,39
    Rückgewinnung an der Abscheidungskathode, °/o der
    Gesamtzufuhr ................................ 82,5 93,8 77,4 86,9
    Stromausbeute (netto TiC14 und Elektrolysierstrom). . 93,0 92,5 89,2 91,6
    Kristallisationsgrad, °/o**) ....................... 88,5 88,9 89,5 93,7
    Brinellhärte, kg/mm2, des durch Umschmelzen herge-
    stellten Titanblocks . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79 80 79 72
    *) Berechnet durch Dividieren der Gesamtzahl der Amperestunden durch das Produkt aus der Gesamtzeit in Stunden und der
    wirksamen Kathodenfläche in Quadratzentimeter.
    **) Prozentsatz des metallischen Titans mit Korngrößen über 0,074 mm im gesamten, als Kathodenabscheidung gewonnenen Metall.

Claims (6)

  1. Patentansprüche: 1. Verfahren zur Herstellung von Titan durch Elektrolyse einer Titandichlorid und Titantrichlorid enthaltenden Halogenidschmelze zwischen einer Anode und einer Kathode, bei der Titantetrachlorid einem mit der anodenfernen Kathodenfläche in Berührung stehenden und vom Anodenraum durch eine durchlässige Titanabscheidung auf der Kathode getrennten Kathodenraum der Schmelze zugeführt wird und der Anodenraum der Schmelze vollständig an Titanionen erschöpft ist und die Elektrolyse in Gegenwart von nicht an der Kathode abgeschiedenem metallischem Titan durchgeführtwird,dadurch gekennzeichnet, daß die Zufuhr von Titantetrachlorid zur Schmelze zeitweilig unterbrochen, ein zusätzlicher, zwischen der Kathode und einer im Kathodenraum der Schmelze befindlichen Anode fließender Abscheidungsstrom, der bis etwa 35 °/o des Gesamtabscheidungsstromes beträgt, dem normalen Abscheidungsstrom mindestens während des Zeitraumes der Unterbrechung der Titantetrachloridzufuhr überlagert und Titantetrachlorid erst dann wieder zugeführt wird, wenn die Titankonzentration im schmelzflüssigen Katholyten bis unter etwa 1 Gewichtsprozent gesunken ist.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zufuhr von Titantetrachlorid in das Bad unterbrochen wird, wenn die Anreicherung des Titans im Schmelzelektrolyten mindestens etwa 2 Gewichtsprozent erreicht hat.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Katholyt freies metallisches Titan in feinverteilter, pulveriger Form aus einer früheren Kathodenabscheidung eingesetzt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahme des Titantetrachlorids vom Bad mittels eines Hilfsstromes zwischen der Kathode und einer Hilfskathode unterstützt wird; die im Kathodenraum angeordnet ist und auf der sich etwas freies Titan bildet.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Aufrechterhaltung der Porosität der Titanabscheidung auf der anodenfernen Kathodenfläche zwischen der Anode und der Abscheidungskathode eine Polarisationsspannung von 2,4 bis 3,2 V aufrechterhalten wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß während der Unterbrechung der Titantetrachloridzufuhr zwischen der Anode und der Abscheidungskathode eine Polarisationsspannung von nicht mehr als etwa 3,2 V angewendet wird.
DEN19806A 1960-03-29 1961-03-28 Verfahren zur Herstellung von Titan durch Schmelzflusselektrolyse Pending DE1179012B (de)

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