DE1202282B - Verfahren zur Herstellung von aliphatischen Diaminen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von aliphatischen DiaminenInfo
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- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
- C07C209/00—Preparation of compounds containing amino groups bound to a carbon skeleton
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. α.:
C07c
Deutsche Kl.: 12 q-1/01
Nummer: 1202282
Aktenzeichen: F 38073IV b/12 q
Anmeldetag: 18. Oktober 1962
Auslegetag: 7. Oktober 1965
Die Erfindung betrifft ein chemisch eigenartiges Verfahren zur Herstellung von aliphatischen Diaminen,
die eine längere Alkylenbrücke aufweisen.
Bisher sind noch keine Verfahren bekannt, bei denen man die Schiffschen Basen von aliphatischen
Diaminoketonen in einer Stufe und in guter Ausbeute in die entsprechenden freien Diamine überführt.
Es wurde gefunden, daß man aliphatische Diamine der Formel
in welcher η ganze Zahlen von 3 bis 7 bedeutet, erhält, wenn man die Schiffschen Basen von Diaminoketonen
der Formel
C-(CH2V-NH2
Verfahren zur Herstellung von aliphatischen
Diaminen
Diaminen
Anmelder:
Farbenfabriken Bayer Aktiengesellschaft,
Leverkusen
Als Erfinder benannt:
Dr. Günter Nawrath, Dormagen
in welcher η für ganze Zahlen von 3 bis 7 bedeutet, mit Hydrazin oder Semicarbazid in Gegenwart von
starken Basen bei Temperaturen zwischen 100 bis 300°C umsetzt.
Bei der erfindungsgemäßen Umsetzung wird Stickstoff entwickelt.
Es ist als ausgesprochen überraschend zu bezeichnen, daß bei der erfindungsgemäßen Umsetzung
eine Aufspaltung des Ringes der cyclischen Schiffschen Basen unter gleichzeitiger Hydrierung der Ketimidgruppe
erfolgt. Besonders überraschend aber ist, daß sowohl die Aufspaltung, als auch die Hydrierung ohne
Nebenreaktion ablaufen, so daß man in einer einzigen Stufe die Umwandlung der Schiffschen Base des
Diaminoketons in das freie aliphatische Diamin in Ausbeuten bis zu 100 % erzielen kann.
Die Ausgangsstoffe für das erfindungsgemäße Verfahren sind bekannt (vgl. z. B. die französische
Patentschrift 1268 848 und »Angewandte Chemie«, Bd. 72 (1960) S. 1002.) Da die Ausgangsstoffe in
einfacher Weise aus technisch leicht zugänglichem Material hergestellt werden, sind sie auch selbst leicht
zugänglich.
Die erfindungsgemäßen Ausgangsstoffe werden nach dem vorbekannten Verfahren zweckmäßig durch
Erhitzen von Lactamen, Aminocarbonsäuren oder Polyamiden in Gegenwart von Erdalkalioxyden hergestellt.
Als Ausgangsstoffe, die für das erfindungsgemäße Verfahren besonders geeignet sind, seien im einzelnen
genannt:
Die Schiffschen Basen des l,7-Diaminoheptanons-(4), des l,ll-Diaminoundecanons-(6) und des 1,13-Diaminotridecanons-(7).
J5 Die Verwendung von Lösungsmitteln ist bei dem
erfindungsgemäßen Verfahren nicht erforderlich.
Das als hydrierendes Reagens verwendete Hydrazin kann in reiner Form verwendet werden, aber auch in
der üblichen 80%igen bzw. 24%igen wäßrigen Lösung.
Analoges gilt für das Semicarbazid.
Als starke Basen kommen für das erfindungsgemäße Verfahren alle anorganischen Basen in Frage, aber
auch metallorganische Verbindungen. Im einzelnen seien genannt:
Alkalihydroxyde, wie Kaliumhydroxyd, Natriumhydroxyd, Erdalkalihydroxyd, wie Calciumhydroxyd,
Bariumhydroxyd. Es eignen sich auch die Oxyde der Erdalkalimetalle. Als metallorganische Verbindungen
kommen insbesondere die Alkoholate der Alkalimetalle und der Erdalkalimetalle in Frage. So eignen
sich z. B. Natriumäthylat, Natriummethylat, Kaliumbutyrat und Calciumäthylat.
Die erfindungsgemäße Umsetzung kann in einem großen Temperaturbereich vorgenommen werden. Es
hat sich als zweckmäßig erwiesen, bei Temperaturen zwischen 100 und 350° C, insbesondere bei Temperaturen
zwischen 150 und 2500C, zu arbeiten.
Bei der erfindungsgemäßen Umsetzung hat es sich als zweckmäßig erwiesen, auf 1 MoI der Schiffschen
Base etwa 1 bis 2 Mol Hydrazin, vorzugsweise 1 bis 1,3 Mol Hydrazin, einzusetzen.
Die starken Basen werden bei dem erfindungsgemäßen Verfahren in Mengen von 2 bis 50 %>
bezogen auf die Schiffsche Base, verwendet. Es ist jedoch möglich, mit geringeren oder größeren Mengen
zu arbeiten.
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann man z. B. so vorgehen, daß man die
drei Reaktionspartner in ein Reaktionsgefäß gibt und die Reaktionsmischung zunächst unter Rückfluß
einige Zeit z. B. einige Stunden kocht. Es ist zweckmäßig, das Erhitzen so lange durchzuführen, bis sich
509 690/466
praktisch kein Stickstoff mehr entwickelt. Bei dieser Umsetzung ist es wichtig, daß der Katalysator möglichst
gut verteilt wird, was in üblicher Weise, z. B. durch Rühren erreicht werden kann.
Im Prinzip ist es auch möglich, die Umsetzung in einem geschlossenen Gefäß unter Überdruck durchzuführen.
In diesem Fall kann auch die Temperatur über den Siedepunkt hinaus gesteigert werden.
Nachdem die Stickstoffentwicklung beendet ist, wird das entstandene freie Diamin abdestilliert. Dabei
arbeitet man zweckmäßigerweise im Vakuum, etwa zwischen 10 und 500 mm Quecksilbersäule.
Aus der deutschen Auslegeschrift 1 058 062 ist es bekannt, ω,ω'-Diamine aus Laktimäthern durch
katalytische Hydrierung in Gegenwart von Ammoniak zu gewinnen.
Bei den Laktimäthern handelt es sich um Imidoäther, also um Derivate, die sich aus der tautomeren
Form der Säureamide ableiten. Nach der deutschen Auslegeschrift 1058 062 werden diese Laktimäther
bei der katalytischen Hydrierung in Gegenwart von Ammoniak unter Ringöffnung in die entsprechenden
Diamine verwandelt.
Demgegenüber stellt das erfindungsgemäße Verfahren ein bequemes Verfahren zur Herstellung ins- «5
besondere langkettiger aliphatischer «,eo'-Diamine dar,
da als Ausgangsstoff für die Herstellung der Diamine
Ketimidderivate verwendet werden, die ohne katalytische Hydrierung allein durch die reduzierende
Wirkung des Hydrazins mit guter Ausbeute in Diamine übergeführt werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren weist daher eine Reihe von Vorteilen auf. Es geht von einfachen
Ausgangsstoffen aus, verwendet nur einfach zugängliche Hilfsstoffe, wird unter einfachen Reaktionsbedingungen
durchgeführt und führt zu hohen Ausbeuten. Die reduzierende Wirkung des Hydrazins
ist also ausschließlich auf die Ketimidgruppe beschränkt. Die erhaltenen Diamine liegen in hoher
Reinheit vor. ' ^o
Die erfindungsgemäßen Diamine sind zum Teil neu und stellen wertvolle Zwischenprodukte für die
Herstellung von verschiedenartigen Endprodukten, wie Kautschukhilfsmittel, Textilhilfsmittel und Insektizide,
dar. Sie sind besonders geeignet als Ausgangsprodukte für die Herstellung von Polyamiden und
Polyharnstoffen. Zu diesem Zweck werden die Diamine mit Dicarbonsäure bzw. mit Harnstoff polykondensiert.
Es ist bereits bekannt, daß sich Polyharnstoffe, welche auf diese Weise hergestellt sind, besonders
gut zur Herstellung von Fasern eignen. Die Diamine können auch in bekannter Weise zur Herstellung von
hochmolekularen Polyurethanen verwendet werden. Auch diese Stoffe haben in der letzten Zeit ein erhebliches
Interesse zur Herstellung von Fasern, Filmen und Folien gewonnen.
370 g (2MoI) der Schiffschen Base des 1,11-Diamino-undecanon-(6),
(aus Caprolactam, vgl. »Angewandte Chemie«, Bd. 72 (1960) S. 1002) werden mit etwa 2,5 bis 3 Mol Hydrazin in Form der üblichen
80°/oigen wäßrigen Lösung vermischt und auf dem
siedenden Wasserbade unter Wasserstrahlvakuum so lange erwärmt, bis das Gewicht des Kolbeninhaltes
noch etwa 450 g beträgt. Das Wasser ist abdestilliert.
Man gibt in einen Dreihalskolben (21), der mit einem
Rührer, Rückflußkühler mit aufgesetztem Tropftrichter, sowie mit einem Gasableitungsrohr versehen
ist, 200 g Kaliumhydroxyd in Plätzchenform und 100 g von dem obigen Ansatz. Beim Erhitzen mittels
eines Ölbads, das langsam bis auf 2000C aufgeheizt
wird, beginnt das Gemisch im Reaktionskolben bei etwa 1700C Stickstoff zu entwickeln. Sobald die
Stickstoffabspaltung etwas nachläßt, gibt man, jeweils in kleinen Portionen, die übrigen 250 g des obigen
Ansatzes hinzu. Nach etwa 8 bis 10 Stunden Reaktionszeit hört die Stickstoffentwicklung auf. Man prüft
mittels Nitroprussidnatrium auf etwa noch nicht umgesetztes Aminoketon und destilliert, sobald die
Aminoketonprüfung anzeigt, daß nur noch Spuren desselben vorhanden sind, das Produkt direkt aus dem
Reaktionskolben ab. Man erhält auf diese Weise etwa 340 g Rohbase, die bereits ziemlich rein ist.
Kp. des Diamins: Kp.^ = 149 bis 152° C.
Das Diamin läßt sich in Form der freien Base am besten durch Destillation weiterreinigen.
Das Undecamethylendiamin stellt eine weiße, wachsartige Masse mit leichtem Amingeruch dar.
Es zieht begierig Wasser und Kohlendioxyd an. Analysenformen sind:
1. Das Dihydrochlorid, das nicht hygroskopisch ist und das sich leicht aus absolutem Äthanol Umkristallisieren
läßt. Äquivalentgewicht auf Grund des Chloridgehaltes: Berechnet 129,45, gefunden^ 129,2.
2. Das Benzoylderivat, aus Methanol bzw. Äthanol umkristallisiert hat einenSchmelzpunkt vonF. = 122°C.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von aliphatischen Diaminen, dadurch gekennzeichnet,
daß man Schiffsche Basen von aliphatischen Diaminoketonen der Formel
, -C-(CHa)n-NH8
1 N
in welcher η für eine ganze Zahl zwischen 3 und 7
steht, mit Hydrazin oder Semicarbazid in Gegenwart von starken Basen bei 100 bis 3000C umsetzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Schiffsche Basen solche von
l,7-Diaminoheptanon-(4) oder 1,11-Diaminoundecanon-(6)
verwendet.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man das Hydrazin in konzentrierter wäßriger Lösung verwendet.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als starke Basen Alkalihydroxyde,
Erdalkalihydroxyde, Erdalkalioxyde oder Alkoholate verwendet.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1 058 062.
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1 058 062.
509 690/466 9.65 © Bundesdruckerei Berlin
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Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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