DE1102157B - Verfahren zur Herstellung von ungesaettigten Acylaminomethyl-aminen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von ungesaettigten Acylaminomethyl-aminenInfo
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- C07D295/04—Heterocyclic compounds containing polymethylene-imine rings with at least five ring members, 3-azabicyclo [3.2.2] nonane, piperazine, morpholine or thiomorpholine rings, having only hydrogen atoms directly attached to the ring carbon atoms with substituted hydrocarbon radicals attached to ring nitrogen atoms
- C07D295/12—Heterocyclic compounds containing polymethylene-imine rings with at least five ring members, 3-azabicyclo [3.2.2] nonane, piperazine, morpholine or thiomorpholine rings, having only hydrogen atoms directly attached to the ring carbon atoms with substituted hydrocarbon radicals attached to ring nitrogen atoms substituted by singly or doubly bound nitrogen atoms
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- C07C233/01—Carboxylic acid amides having carbon atoms of carboxamide groups bound to hydrogen atoms or to acyclic carbon atoms
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Description
DEUTSCHES
Es ist bekannt, daß gesättigte Verbindungen, die die CO — NH-Gruppe im Molekül enthalten, mit Formaldehyd
und sekundären Aminen unter den Bedingungen der Mannich-Reaktion in Verbindungen übergehen, die
eine tertiäre Aminogruppe aufweisen. Auch das eine relativ geringe Neigung zur Polymerisation zeigende 01-säureamid
ist bekanntermaßen einer solchen Umsetzung unterworfen worden. Diese Reaktion kann bei Verwendung
eines Dialkylamins als sekundäres Amin durch das Schema
—CO—NH + CH2O + HNR2
I
I
• > -CO-N-CH2-NR2
Verfahren zur Herstellung
von ungesättigten Acylaminomethyl-
von ungesättigten Acylaminomethyl-
ammen
Anmelder:
Farbenfabriken Bayer Aktiengesellschaft, Leverkusen-Bayerwerk
Dr. Erwin Müller, Leverkusen-Schlebusch,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
wobei R Alkyl bedeutet, dargestellt werden.
Es wurde nun gefunden, daß Acryl- und Methacrylsäureamid mit Formaldehyd und sekundären Aminen zu
ungesättigten Acylaminomethylaminen, in denen die nicht acylierte Aminogruppe tertiär ist, reagieren, obwohl
zu erwarten gewesen wäre, daß eine Anlagerung des sekundären Amins an die polymerisationsfähige Doppelbindung
erfolgen würde. Es ist nämlich bekannt, daß sich sekundäre Amine in Abwesenheit von Formaldehyd
sehr leicht an aktivierte Doppelbindungen addieren (vgl. z. B. Angewandte Chemie, Bd. 61 [1949], S. 234). Diese
Addition wird jedoch unerwarteterweise durch die Anwesenheit von Formaldehyd verhindert, indem durch
Reaktion desselben mit der CO—-NH2-Gruppe die
Bildung der entsprechenden Methylolverbindung eintritt,
die mit dem sekundären Amin unter Wasserabspaltung und Bildung der obenerwähnten Acylaminomethylaminverbindung
reagiert, noch ehe eine Anlagerung des Amins an die Doppelbindung erfolgen kann.
Sekundäre Amine, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren mit dem Acryl- oder Methacrylsäureamid und
Formaldehyd umgesetzt werden können, sind aliphatische Amine, wie z. B. Diäthylamin, aromatische Amine, wie
z. B. N-Methyl-anilin, cycloaliphatische Amine, wie ζ. Β.
N-Methyl-cyclohexylamin, und gesättigte heterocyclische
Amine, wie Piperazin und Morpholin.
Das neue Verfahren läßt sich sowohl in wäßriger Lösung als auch in organischen Lösungsmitteln durchführen.
Praktisch kann man z. B. so verfahren, daß man Formaldehyd in Form einer wäßrigen Lösung oder — bei
wasserfreiem Arbeiten —· als Paraformaldehyd zu der
Lösung des Acryl- oder Methacrylsäureamids zugibt und dann das sekundäre Amin hinzufügt. Die Mengenverhältnisse
werden zweckmäßig so gewählt, daß auf eine CO — NH2-Gruppe etwa 1 Mol Formaldehyd und 1 Mol
sekundäres Amin zur Anwendung gelangen. Die Umsetzung verläuft exotherm und ohne Zugabe eines Katalysators.
Es empfiehlt sich, die Umsetzung nach Abklingen der Hauptreaktion durch Erwärmen auf eine Temperatur
im Bereich von 50 bis 100° C zu Ende zu führen.
Die durch die Erfindung zugänglich gewordenen ungesättigten, eine tertiäre Aminogruppe aufweisenden Verbindungen
stellen infolge der in ihnen enthaltenen reaktionsfähigen Doppelbindung wertvolle Zwischenprodukte
für die organische Synthese, z. B. für die Herstellung von Farbstoffen, Arzneimitteln und Kunststoffen, dar.
In 1 1 Tetrachlorkohlenstoff, in dem 1 g Hydrochinon gelöst ist, werden 85 g Methacrylsäureamid suspendiert.
Nach der Zugabe von 30 g Paraformaldehyd werden unter
Rühren in mehreren Portionen 75 g Diäthylamin hinzugefügt, wobei ein Temperaturanstieg auf etwa 40 bis 5O0C
erfolgt. Man erwärmt nun 3 Stunden auf 60 bis 70° C. Inzwischen ist eine klare Lösung entstanden. Zeitweise
bildet sich auf dem Tetrachlorkohlenstoff eine dünne Ölschicht, die aus unverändertem Methacrylsäureamid
besteht und abgetrennt wird. Die klare Lösung wird nun im Vakuum eingedampft und der Rückstand im Hochvakuum
destilliert. Man erhält HOg des Amins der Formel
CH3
C2H=
CH2 = C-CO
NH-CH2-NC
Kp.0,3 820C.
Verwendet man an Stelle des Methacrylsäureamids die äquivalente Menge Acrylsäureamid, so erhält man das
entsprechende monoacylierte Diamin in gleich guter Ausbeute. Kp.0j3 76° C.
Analog der im Beispiel 1 angegebenen Vorschrift werden aus 85 g Methacrylsäureamid, 1 1 Tetrachlorkohlenstoff,
109 530/516
1 g Hydrochinon, 30 g Paraformaldehyd und 85 g Piperidin 80 g eines bei 135°C/0,5mm siedenden wasserlöslichen
Öls erhalten, das beim Erkalten erstarrt und aus Benzol umkristallisiert. Man erhält 64 g des reinen Produktes
der Formel
CH,
kristallisiert schmilzt das Produkt bei 82 bis 84° C und
besitzt folgende Konstitution:
CH3
. j ,CH2—CH2,.
. j ,CH2—CH2,.
CH2 = C — CONH. CH2 - N
Schmelzpunkt 108 bis 1100C.
Verwendet man an Stelle des Methacrylsäureamids die äquivalente Menge Acrylsäureamid, so erhält man das
entsprechende monoacylierte Diamin in gleich guter Ausbeute.
85 g Methacrylsäureamid werden in 200 ecm Wasser suspendiert und 1 g Hydrochinon zugesetzt. Nach Zugabe
von 120 ecm 30°/,jiger Formaldehydlösung fügt man allmählich 87 g Morpholin hinzu, wobei ein Temperaturanstieg
auf 50 bis 60° C erfolgt. Man erwärmt nun 3 Stunden auf 60 bis 70° C, nitriert von eventuell ausgeschiedenen
unlöslichen Anteilen ab und dampft die klare Lösung im Vakuum ab. Danach destilliert man im Hochvakuum.
Kp.0>5 134 bis 138°C. Der Vorlauf besteht aus
unverändertem Methacrylsäureamid. Aus Benzol umCH2 = C-CO-NH-CH2-N
CH2-C _ Ausbeute: 138g.
Verwendet man an Stelle des Methacrylsäureamids die ίο äquivalente Menge Acrylsäureamid, so erhält man das
entsprechende Acylamiriomethylamin in gleich guter Ausbeute. Es geht bei 136 bis 138°C/0,6 mm über.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von ungesättigten Acylaminomethylaminen, dadurch gekennzeichnet, daß man Acryl- oder Methacrylsäureamid mit Formaldehyd und einem sekundären Amin umsetzt.In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 727 203, 563 202; USA.-Patentschrift Nr. 2 162 971; Angew. Chemie, Bd. 61, S. 229 ff. (1949) ; J. Indian. Chem. Soc, Bd. 12, S. 441 ff. (1935); Frz. Krezil, Kurzes Handbuch der Polymerisationstechnik, Bd. 1, S. 553/554 (1940).
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEF16305A DE1102157B (de) | 1954-12-04 | 1954-12-04 | Verfahren zur Herstellung von ungesaettigten Acylaminomethyl-aminen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEF16305A DE1102157B (de) | 1954-12-04 | 1954-12-04 | Verfahren zur Herstellung von ungesaettigten Acylaminomethyl-aminen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1102157B true DE1102157B (de) | 1961-03-16 |
Family
ID=7088174
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEF16305A Pending DE1102157B (de) | 1954-12-04 | 1954-12-04 | Verfahren zur Herstellung von ungesaettigten Acylaminomethyl-aminen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1102157B (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1235896B (de) * | 1963-11-27 | 1967-03-09 | Bayer Ag | Verfahren zur Herstellung primaerer oder sekundaerer Aminoalkylestersalze der Acryl-, Methacryl-, Croton-, Itacon- oder Fumarsaeure |
| EP0002254A1 (de) * | 1977-12-02 | 1979-06-13 | The Dow Chemical Company | Herstellung von alpha,beta-äthylenisch ungesättigten N-Aminomethyl-Carboxamiden, deren Polymeren sowie deren quatenären Derivate |
| US4288390A (en) * | 1977-12-02 | 1981-09-08 | The Dow Chemical Co. | Preparation of N-(aminomethyl)-α,β-ethylenically unsaturated carboxamides and their polymers |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| US2162971A (en) * | 1938-05-27 | 1939-06-20 | Armour & Co | Polycarboxylic acid and process of preparing the same |
| DE727203C (de) * | 1934-09-20 | 1942-10-29 | Ig Farbenindustrie Ag | Verfahren zur Herstellung von Kondensationserzeugnissen aus Saeureamiden, Formaldehyd und Aminoverbindungen |
-
1954
- 1954-12-04 DE DEF16305A patent/DE1102157B/de active Pending
Patent Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE563202C (de) * | 1929-08-11 | 1932-11-10 | I G Farbenindustrie Akt Ges | Verfahren zur Herstellung hochmolekularer Produkte durch Polymerisation |
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| US4166828A (en) * | 1977-12-02 | 1979-09-04 | The Dow Chemical Company | Preparation of N-(aminomethyl)-α,β-ethylenically unsaturated carboxamides and their polymers |
| US4288390A (en) * | 1977-12-02 | 1981-09-08 | The Dow Chemical Co. | Preparation of N-(aminomethyl)-α,β-ethylenically unsaturated carboxamides and their polymers |
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