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Auslöse-Vorrichtung Die Erfindung betrifft eine für Belastungsminen
od.dgl. bestimmte Auslösevorrichtung. Es ist bei Auslösevorrichtungen für Minen
zum Sprengen von in Feindesland zurückzulassenden größeren Objekten bekannt, Uhrwerke
anzuwenden. In einem bekannten Fall finden zwei hintereinander angeordnete Uhrwerke
Anwendung, von denen das erste eine Stellscheibe zur Regelung einer Sicherheitszeit
und das zweite eine Exzenterscheibe zum Steuern des Freigabeschiebers eines Schlagbolzens
bewegt. Diese Auslösevorrichtung ist wegen der zwei hintereinander angeordneten
Uhrwerke und Steuerscheiben samt Zubehör zu vielteilig, sperrig und teuer. Der Aufwand
ist nur bei den dafür bestimmten größeren Objekten von geringerer Anzahl angebracht.
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Bei Belastungsminen handelt es sich jedoch um verhältnismäßig kleine
Gegenstände, in denen wenig Raum zur Verfügung steht und die in größerer Anzahl
angewendet werden und deren Einrichtung daher billig sein muß.
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Es sind auch Auslösevorrichtungen mit nur einem Uhrwerk und einer
Sperrscheibe bekannt. Dabei ist auch ein in einem Gehäuse längsgeführter Schieber
vorgesehen, der mit seinem äußeren Ende in den Weg eines zu sperrenden Teiles ragt
und mit seinem inneren Endteil unter Federwirkung an den Umfang einer mit ihm in
gleicher Ebene liegenden Sperrscheibe anliegt, welche je einen Umfangsteil
von größerem und kleinerem Durchmesser aufweist. Infolge der einfachen Gestalt der
Sperrscheibe umfassen deren Teile von kleinem und großem Durchmesser nur etwa
180 0 und sind daher nur zum Schalten einer entsprechend kurzen Sicherheitszeit
geeignet. Bei der Auslösevorrichtung nach der Erfindung soll jedoch ein möglichst
großer Sicherheitszeitablauf erreicht bzw. derselbe leicht änderbar sein. Außerdem
soll auch nach längerer Vorratshaltung bzw. Auslegezeit innerhalb weiter Temperaturgrenzen
ein sicherer An- und Ablauf der Auslösevorrichtung gewährleistet sein.
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Gemäß der Erfindung weist eine auf der Werkfederachse unter Friktion
sitzende Sperrscheibe konzentrische, bogenförmige Unterschneidungen auf, in deren
Bereich ihre Umfangsteile von größerem und kleinerem Durchmesser sich gegenseitig
überfassen und dadurch beide jeweils einen Winkel von mehr als 180 bis etwa
3001 umfassen können, wobei in der Bahn der Bogenschlitze ein fester Anschlag
derart angeordnet ist, daß derselbe bei einer Voraufziehdrehung der Werkfederachse
im Uhrzeigerdrehsinn durch Anschlag mit dem entgegengesetzten Ende der einen Unterschneidung
die Sperrscheibe am Abgleiten des Startendes ihres Teiles von größerem Durchmesser
vom Hinterende des Sperrschiebers abhält.
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Durch den bis etwa 300 1 großen Winkel des Teiles von größerem
Durchmesser der Sperrscheibe kann eine entsprechend lange Sicherheitszeit für die
die Mine auslegende Mannschaft erreicht werden, oder man kann, durch Auswechseln
gegen eine Sperrscheibe mit weniger großem Winkel ihres Teiles von größerem Durchmesser,
die erwähnte Sicherheitszeit den jeweiligen Bedürfnissen entsprechend abkürzen.
Durch das Abhalten der Sperrscheibe vom Abgleiten des Startendes ihres Teiles von
größerem Durchmesser wird verhindert, daß der Sperrschieber hinter das Startende
gelangt und später das Ablaufen der Sperrscheibe im Gegenuhrzeigerdrehsinn hindert.
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Des weiteren besteht die Erfindung darin, daß von der Werkfederachse
ein Radialstift abragt, in der Bahn des Radialstiftes ein Anschlag liegt, der Radialstift
bei der Vorspannstellung des Uhrwerkes an der einen Fläche des Anschlages im Gegenuhrzeigerdrehsinn
anliegt, dadurch das Uhrwerk und mit demselben die Sperrscheibe am Ablaufen im Gegenuhrzeigerdrehsinn
hindert, jedoch unter Überwindung der Friktion gegenüber der festgehaltenen
Sperrscheibe eine zusätzliche Aufziehdrehung im Uhrzeigerdrehsinn um etwa
300 ' bis zum Anschlag des Radialstiftes an der anderen Seite des Anschlages
ermöglicht und danach das Ablaufen des Uhrwerkes und das Drehen der Sperrscheibe
im Gegenuhrzeigerdrehsinn bis zum Ab-
lauf ihres Teiles von größerem Durchmesser
vorn Hinterende des Sperrschiebers erlaubt, worauf durch Anschlag zwischen dem in
dieser Drehrichtung sich bewegenden Ende der anderen Unterschneidung mit dem dort
eingelaufenen Anschlag die Sperrscheibe angehalten wird.
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Durch die zusätzliche Aufziehdrehung wird dem Uhrwerk eine entsprechende
zusätzliche Spannung erteilt und sein leichtes An- und Ablaufen und damit das der
Sperrscheibe gefördert.
Weiter sitzt gemäß der Erfindung die Sperrscheibe
mit elastischer Spannung auf der Werkfederachse, wozu die Sperrscheibe mit radialen
Schlitzen versehen ist.
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Infolge des gekennzeichneten Sitzes der Sperrscheibe auf der Werkfederachse
kann dieselbe trotz in Aufziehdrehrichtung festgehaltener Sperrscheibe eine zusätzliche
Aufzichdrehung unter übwindung der Friktion der Sperrscheibe vollführen. Andererseits
ist durch den elastischen Sitz der Sperrscheibe ein leichtes Auswechseln derselben
gegen eine andere ermöglicht.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Auslösevorrichtung in sechs Ab-
bildungen dargestellt, es zeigt
A b b. 1 die gesamte Auslösevorrichtung in Draufsicht bei Horizontalschnitt
unmittelbar unterhalb der Gehäusedecke, A b b. 2 dieselbe in einem senkrechten
Längsschnitt, Ab b. 3 dieselbe in einem senkrechten Schnitt in der Reihenfolge
der Achsen des Laufwerkes, A b b. 4 die in dem Gehäuseboden liegenden Teile
in Draufsicht, Ab b. 5 für die Aufziehdrehung der Achse der Antriebsfeder
in Draufsicht, A b b. 6 ein Teil der Gangregelung in Draufsicht. Die
Auslösevorrichtung ist ein einem Gehäuse 1
untergebracht, mit dem sie zum
Einbau in eine Belastungsmine od. dgl. bestimmt ist. Das Gehäuse 1
(A b
b. 2 und 3) besteht aus dem Boden 2, den Umfangswänden 3 und der
mit den letzteren aus einem Stück bestehenden Decke 4. Die Gehäuseteile 2 bis 4
sind mittels durch ineinander übergreifende Ansätze (A b b. 4) geführter
Schrauben 5 miteinander verbunden.
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In Längsnuten 6 im Boden 2 ist ein Sperrschieber
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geführt (Ab b. 2 und 4), der mit seinem äußeren Endteil
7' mit abgebogener Vorderkante 7" bei seiner Sperrlage aus dem Gehäuse
1 heraus in den Weg eines nicht dargestellten Auslöseteiles der Belastungsmine
od. dgl. ragt. In einem zwischen den Nuten 6
befindlichen Hohlraum 2' des
Bodens 2 ist eine V-förmige Feder 8 angeordnet, deren beide Schenkel
S', 8" infolge entsprechender Vorspannung gegeneinander federn. Der eine
Federschenkel 8' liegt quer zum Sperrschieber 7 und ist mit seinem
Ende in einem entsprechend angeordneten Schlitz 9 des Bodens 2 befestigt.
Der andere Schenkel 8" ist vor einen Widerlagerstift 10 an der Unterseite
des Sperrschiebers 7 gespannt.
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Durch die Wirkung der Feder 8 ist der Sperrschieber
7 mit seinem inneren Ende 7... gegen den Umfang einer Sperrscheibe
11 gedrängt (A b b. 2 und 4), die in einem zweiten Hohlraum T' des
Bodens 2 untergebracht ist und auf der Achse 12 der Antriebsfeder 13 eines
Zahnräderlaufwerkes sitzt. Die Sperrscheibe 11 weist eine - Umfangshälfte
11' von größerem Durchmesser und eine solche, 11", von kleinerem Durchmesser
auf. Bei den Abfallstellen zwischen den Umfangshälften 11' und lY' sind die
Umfangshälfte 11' unterschneidende, konzentrische Bogenschlitze
14, 15 vorgesehen. Im Bereich der Bogenschlitze 14 und 15 können
die Umfangsteile 11' von größerem und lY' von kleinerem Durchmesser der Sperrscheibe
11 jeweils einen Winkel von mehr als 180 bis etwa 300 1 umfassen
und eine entsprechend lange Sperrzeit steuern. Die tiefsten Stellen der Bogenschlitze
14, 15 sind bei einer durch Vorspannen der Antriebsfeder
13 bestimmten Ruhestellung der Sperrscheibe 11 bzw. bei einer durch
zusätzliches Aufziehen der Feder 13 bestimmten Sperrstellung der --Sperrscheibe
11 -jeweils mit einem Stift 16 - in Anschlag, welcher diametral gegenüber
dem inneren Endteil 7... des Sperrschiebers 7 auf der Unterplatine
30 des Zahnräderlaufwerkes sitzt. Die Sperrscheibe 11 sitzt unter
Friktion, z. B. durch radiale Schlitze 17 gespalten und gegen Widerstand
auf die Achse 12 aufgeschoben, auf der letzteren.
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Das Zahnräderlaufwerk (Ab b. 1 und 3) weist außer dem
auf der Federachse 12 sitzenden Zahnrad 21 die beiden Triebradpaare 22 und
23, 24 und 25,
26 und 27 auf. Das letzt Zahnrad
27 ist ein Gangzahnrad und wirkt mit einem Rüddelanker 28 zusammen,
auf dessen Achse eine Schwungscheibe 29
sitzt. Das ganze Laufwerk 21 bis
29 ist mit seinen Achsen in zwei Platinen 30 und 31 gelagert,
die durch Säulen 32 in Abstand gehalten und miteinander verbunden sind. Das
Triebradpaar 22, 23 ist mit seiner Achse in Schlitzen 33 der beiden
Platinen 30 ' 31 gelagert, die konzentrisch zur Federachse 12 angeordnet
und der Eingriffsrichtung mit dem Trieb 24 entgegengesetzt gerichtet sind. Durch
diese Lagerung können bei der Aufziehdrehung Trieb 22 und Rad 23 in die Schlitze
33 ausweichen, und das letztere kann außer Eingriff mit dem folgenden Trieb
24 gelangen, so daß sich die Aufziehbewegung nicht auf die folgenden Teile 24 bis
26 des Laufwerkes und die Gangregelung 27 bis 29 auswirken
kann. Zum Zurückführen des Triebradpaares 22, 23 aus der Ausrückstellung,
bei welcher das Rad 23 etwas über den Rand des Platinen 30, 31- vortritt,
ist zwischen diesen und der Gehäusewand 3 eine Blattfeder 34 mit ihren Enden
eingelegt (Ab b. 1), die in eine Aussparung 35 der Gehäusewand
3 ausweichen kann, wenn der Umfang des Rades 23 gegen sie anläuft.
Durch Rückfedern der Blattfeder 34 wird das Rad 23
wieder in Eingriff gerückt.
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Bei der Ruhestellung steht der Sperrschieber 7 mit seinem hinteren
Endteil an der um etwas mehr als 18011 gegenüber Ab b. 4 im Uhrzeigergegendrehsinn
gedrehten Sperrscheibe 11 vor dem Ausgang des Bogenschlitzes 15 auf
der Umfangshälfte lY' von kleinerem Durchmesser an. Bei dieser Stellung hat die
Werkfeder 13 bereits eine gewisse Vorspannung. Das Laufwerk 21 bis
29 ist aber am Ablaufen gehindert, weil die Sperrscheibe 11 mit dem
Grund ihres Bogenschlitzes 14 am Stift 16 anschlägt. Zum Gebrauch der Auslösevorrichtung
wird nach Vorziehen des Sperrschiebers 7, was durch Erfassen seines abgebogenen
Vorderrandes 7" erleichtert ist und gegen die Wirkung der Feder
8 erfolgt, durch Drehen der Achse 12 im Uhrzeigerdrehsinn, also unter zusätzlichem
Spannen der Antriebsfeder 13, die Sperrscheibe 11 in die in
A b b. 4 gezeichnete Stellung gebracht, bei welcher der alsdann wieder freigegebene
Sperrschieber 7 mit seinem inneren Ende 7... an dem durch diese Drehung
erreichten hinteren Ende des Umfangsteiles 11' von größerem Durchmesser ansteht
und mit seinem vorderen Ende 7' aus dem Gehäuse 1 heraus in die Bahn
eines zu sperrenden Teiles der Belastungsmine od. dgl. ragt und damit deren Zündung
verhindert. Dabei ist, vermöge der Friktion zwischen der Sperrscheibe
11 und der Achse 12, die zusätzliche Spannung der Feder 13 nicht auf
die durch den Anschlag 16 beschränkte Drehung der Sperrscheibe
11 begrenzt,
sondern durch den Freiwinkel bestimmt, den der
Radialstift 20 zwischen den beiden Flanken des in die Bohrung 18 einspringenden
Ringsektors 19 beschreiben kann. Nach dieser zusätzlichen Aufziehdrehung
kommt infolge des leicht anlaufenden Rüttelankers 28 das Laufwerk 21 bis
29 sofort in Gang, und die Sperrscheibe 11 dreht sich nun im Uhrzeigergegendrehsinn
mit ihrem Umfangsteil 11" größeren Durchmessers am Hinterende 7...
des Sperrschiebers 7 entlang und daran vorbei. Dadurch gleitet der Sperrschieber7
unter Wirkung seiner Feder8 mit seinem inneren Ende7... auf den Umfangsteil lY'
kleineren Durchmessers der Sperrscheibell ab und wird mit seinem äußeren Ende
7' von dem durch ihn gesperrten Teil der Belastungsmine od. dgl. abgezogen.
Dieselbe ist dann zur Auslösung durch eine äußere Einwirkung auf die Belastung freigegeben.
Die durch den Ablauf der Sperrscheibe 11 gegebene Zeitspanne dient dem Schutz
der das Gerät auslegenden Mannschaft während der Auslegung und ihres Wegganges.
Diese Sperrzeit kann durch Auswechseln unterschiedlich gestalteter Sperrscheiben
11, durch entsprechend größere oder kleinere Bemessung der Schwungscheibe
29 bei Herstellung der Auslösevorrichtung vorausbestimmt werden. Durch Bemessung
des Freiwinkels zwischen den Flanken des Ringsektors 19 kann auch das Maß
der zusätzlichen Aufziehbewegung der Antriebsfeder 13 und die Zugkraft derselben
vorausbestimmt werden. Infolge des leichten Anlaufens des Laufwerkes durch den Rüttelanker
28 und seiner Gangregelung 27 bis 29 hat die Auslösevorrichtung
innerhalb sehr großer Temperaturgrenzen stets eine sichere Wirkung.