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Die Erfindung betrifft ein photographisches Diffusionsverfahren, bei
dem ein belichtetes, eine oder mehrere lichtempfindliche Silberhalogenidemulsionsschichten
enthaltendes Aufzeichnungsmaterial mit einer gegebenenfalls einen Farbstoffentwickler
und gegebenenfalls eine zweite Entwicklersubstanz enthaltenden Entwicklerflüssigkeit
entwickelt und mit einer Bildempfangsschicht in Berührung gebracht wird, wobei der
bei der Entwicklung nicht oxydierte, bildmäßig verteilte Farbstoffentwickler aus
den nicht belichteten Bildteilen auf die Bildempfangsschicht übertragen wird.
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Es ist bekannt, farbige Ubertragungsbilder nach dem Silbersalzdiffusionsverfahren
herzustellen (vgl. die USA.-Patentschriften 2 559 643, 2 661293 und 2 698
798), wobei verschiedenartige Entwickler zur Anwendung gelangen.
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Die deutsche Patentschrift 1 196075 beschreibt ein Verfahren
zur Herstellung von ein- und mehrfarbigen Bildern nach einem Diffusionsverfahren,
bei dem ein belichtetes lichtempfindliches Aufzeichnungsmaterial entwickelt, eine
Bildempfangsschicht mit diesem lichtempfindlichen Aufzeichnungsmaterial in Berührung
gebracht wird und die bei der Entwicklung nicht oxydierten, bildmäßig verteilten,
durch Hydroxyl-, Amino- oder substituierte Aminogruppen substituierten Farbstoffentwickler
auf die Bildempfangsschicht übertragen werden. Gemäß dieser deutschen Patentschrift
kann die Entwicklerlösung zusätzlich noch einen der bekannten photographischen Entwickler
enthalten.
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Die Farbstoffentwickler des vorstehend genannten Verfahrens sind Farbstoffe,
die im gleichen Molekül funktionelle Gruppen zur Entwicklung von belichtetem Silberhalogenid
sowie ein chromophores System eines Farbstoffs aufweisen. Eine besonders wertvolle
Klasse derartiger Farbstoffentwickler sind diejenigen, die eine Hydrochinonylfunktion
enthalten. Andere geeignete Entwickler dieser Art enthalten o-Dioxyphenyl- und o-
und p-Aminooxyphenylgruppen. Beispiele für typische Farbstoffentwickler sind in
den deutschen Patentschriften 1 196 075 und 1036 640 beschrieben.
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Bei diesem Verfahren wird ein lichtempfindliches Aufzeichnungsmaterial,
das eine Silberhalogenidemulsion enthält, belichtet und mit der flüssigen Behandlungslösung
im Dunkeln benetzt und das belichtete lichtempfindliche Aufzeichnungsmaterial vor,
bei oder nach dem Benetzen auf die Bildempfangsschicht gelegt. Die flüssige Behandlungslösung
durchdringt die Emulsion und leitet die Entwicklung des darin enthaltenen durch
die Belichtung erzeugten latenten Bildes ein. Der Farbstoffentwickler wird infolge
der Entwicklung dieses latenten Bildes an den belichteten Stellen unlöslich, d.
h. diffusionsfest gemacht. Dieses Unlöslichwerden ist einerseits auf eine Änderung
der Löslichkeitseigenschaften des Farbstoffentwicklers bei Oxydation, insbesondere
seiner Löslichkeit in alkalischen Lösungen, zurückzuführen und kann ferner teilweise
auf einer Gerbwirkung des oxydierten Entwicklers auf die Emulsion beruhen. An unbelichteten
und nur teilweise belichteten Stellen der Emulsionsschicht ist der Farbstoffentwickler
nicht oxydiert und noch diffusionsfähig, so däß eine bildmäßige Verteilung des nicht
oxydierten Farbstoffentwicklers in Abhängigkeit von der an den einzelnen Stellen
erfolgten Belichtung der Silberhalogenidemulsionsschicht erhalten wird. Mindestens
ein Teil dieses bildmäßig verteilten, nicht oxydierten Farbstoffentwicklers wird
durch Diffusion in die darüberliegende Bildempfangsschicht übertragen, wobei der
oxydierte Anteil des Farbstoffentwicklers von dieser Ubertragung ausgeschlossen
ist. In das Bildempfangsmaterial diffundiert aus der entwickelten Emulsionsschicht
die nicht oxydierte Farbstoffentwicklersubstanz unterschiedlich tief ein, ohne daß
deren bildmäßige Verteilung erheblich gestört wird. Es entsteht ein positives Farbbild
des entwickelten Bildes auf dem Bildempfangsmaterial. Die Bildempfangsschicht kann
geeignete Mittel enthalten, um den nicht oxydierten Farbstoffentwickler zu fixieren.
Wenn die Farbe der übertragenen Farbstoffentwicklersubstanz durch pH-Änderungen
des Bildaufnahmeelementes beeinflußt wird, kann dieser pH-Wert in bekannter Weise
so eingestellt werden, daß die gewünschte Farbe entsteht. Das positive Bild wird
freigelegt, indem das Bildempfangsblatt nach Beendigung der Diffusion vom lichtempfindlichen
Aufzeichnungsmaterial abgezogen wird.
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Aufgabe der Erfindung ist, ein Entwicklerfarbstofh diffusionsverfahren
anzugeben, das farbige Übertragungsbilder mit verbessertem Kontrast, verbesserter
Dichte und verbesserter Farbtrennung liefert.
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Der Gegenstand der Erfindung geht von einem photographischen Diffusionsverfahren,
bei dem ein belichtetes, eine oder mehrere lichtempfindliche Silberhalogenidemulsionsschichten
enthaltendes Aufzeichnungsmaterial mit einer gegebenenfalls einen Farbstoffentwickler
und gegebenenfalls eine zweite Entwicklersubstanz enthaltenden Entwicklerflüssigkeit
entwickelt und mit einer Bildempfangsschicht in Berührung gebracht wird, wobei der
bei der Entwicklung nicht oxydierte, bildmäßig verteilte Farb-Stoffentwickler aus
den nicht belichteten Bildteilen auf die Bildempfangsschicht übertragen wird, aus
und ist dadurch gekennzeichnet, daß eine Entwicklerflüssigkeit verwendet wird, die
zusätzlich ein 3-Pyrazolidonderivat enthält.
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Durch die Erfindung wird erreicht, daß bei mit Farbstoffentwicklern
arbeitenden Diffusionsverfahren in Gegenwart eines 3-Pyrazolidonderivats in der
Entwicklermischung Farbübertragungsbilder mit verbessertem Kontrast, verbesserter
Dichte, verbesserter Wiedergabe der Spitzlichter und - bei mehrfarbigen Bildern
- verbesserter Farbtrennung erhalten werden.
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Der Erfindungsgegenstand wird im folgenden in Verbindung mit der Zeichnung
erläutert F i g. 1 zeigt in einem Querschnitt die Verarbeitung einer Silberhalogenidemulsionsschicht
zu einem monochromatischen Übertragungsbild. Ein belichtetes lichtempfindliches
Aufzeichnungsmaterial 10, das aus einem Schichtträger 12 und einer Silberhalogenidemulsionsschicht
14 besteht, wird mit dem Entwicklergemisch 16 behandelt, während es sich
auf einem Bildempfangsmaterial1S befindet, das aus einem Schichtträger 22 und einer
Bildempfangsschicht 20 besteht. Die Entwicklermischung besteht aus der Farbstoffentwicklersubstanz,
der zweiten Entwicklersubstanz und dem Pyrazolidonderivat. Die Entwicklermischung
durchdringt die Silberhalogenidemulsionsschicht 14 und verteilt die Farbstoffentwicklersubstanz
gleichmäßig in derselben. An belichteten Stellen der Silberhalogenidemulsionsschicht
14 wird der Farbstoffentwickler infolge der Entwicklung
des
latenten Bildes diffusionsfest gemacht. An unbelichteten Stellen bleibt der Farbstöffentwickler
beweglich, so daß eine bildmäßige Verteilung der beweglichen Farbstoffentwicklerteilchen,
die der Ubertragung auf die darüberliegende Bildempfangsschicht 20 zugänglich sind,
erfolgt. Das Bildempfangsmaterial18 wird von dem daraufliegenden lichtempfindlichen
Aufzeichnungsmaterial 10 getrennt, nachdem mindestens ein Teil des Farbstoffentwicklers
in bildmäßiger Verteilung übertragen worden ist.
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F i g. 2 zeigt in einem Querschnitt die Verarbeitung eines photographischen
Materials, das aus einem mehrschichtigen lichtempfindlichen Aufzeichnungsmaterial,
einem Bildempfangsblatt und einem entfernbaren Behälter mit der Entwicklermischung
besteht.
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Der Schichtträger 66 trägt eine Schicht 54, die einen blauen Farbstoffentwickler
enthält, eine Schicht 62 aus einer rotempfindlichen Silberhalogenidemulsion, eine
Trennschicht 60, z. B. aus Gelatine oder Polvinylalkohol, eine Schicht 58, die einen
Purpur-Farbstoffentwickler enthält, eine Schicht 56 aus einer grünempfindlichen
Silberhalogenidemulsion, eine Trennschicht 54, eine Schicht 52, die
einen Gelb-Farbstoffentwickler enthält, und eine äußerste Schicht 50 aus einer blauempfindlichen
Silberhalogenidemulsion. Unter Umständen kann es erwünscht sein, ein Gelbfilter
vor der grünempfindlichen Emulsionsschicht anzubringen; ein solches Gelbfilter kann
der Trennschicht einverleibt werden. Wenn der Gelb-Farbstoffentwickler die geeignete
Farbe besitzt und so als Gelbfilter wirken kann, kann das zusätzliche Gelbfilter
entfallen.
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In F i g. 2 ist das mehrschichtige lichtempfindliche Aufzeichnungsmaterial
46 noch von dem Bildempfangsblatt 40 (wie z. B. während der Belichtung) getrennt,
das einen zerbrechbaren Behälter 48 mit der Entwicklermischung trägt. Das
Bildempfangsblatt besteht aus einem Schichtträger 42 und einer Bildempfangsschicht
44. Nach dem Belichten wird das Bildempfangsblatt 40 über das mehrschichtige
lichtempfindliche Aufzeichnungsmaterial 46 gelegt und der zerbrechbare Behälter
48 durch Druckanwendung, z. B. durch Hindurchführen zwischen ein (nicht gezeigtes)
Walzenpaar, zerbrochen, wodurch sich eine Schicht der flüssigen Entwicklermischung
zwischen den übereinanderliegenden Materialien ausbreitet. Nach einer angemessenen
Durchdringungszeit, während der mindestens ein Teil des an den unbelichteten Stellen
von jeder der Emulsion befindlichen diffusionsfähigen Farbstoffentwicklers auf das
darüberliegende Bildempfangsmaterial übertragen wird, wird letzteres unter Freilegung
des Bildes abgetrennt. Obwohl bei der in F i g. 2 gezeigten Ausführungsform die
zweite Entwicklersubstanz und das 3-Pyrazolidonderivat in dem zerbrechbaren Behälter
48 enthalten sind, kann eine dieser Entwicklersubstanzen oder können auch
beide von Anfang an in entsprechenden Schichten des mehrschichtigen lichtempfindlichen
Aufzeichnungsmaterials enthalten sein, z. B. in einer Emulsionsschicht und/oder
in einer Schicht, die einen Farbstoffentwickler enthält. Ferner kann ein Teil einer
Entwicklersubstanz oder beide der genannten Entwicklersubstanzen in dem (entweder
einfarbigen oder vielfarbigen) lichtempfindlichen Aufzeichnungsmaterial und der
Rest in der Entwicklermischung vorliegen. Das erfindungsgemäß in der Farbstoffentwicklerflüssigkeit
verwendete 3-Pyrazolidonderivat wird durch folgende Strukturformel wiedergegeben:
in der R1, R2, R3, R-1 und R5 Substituenten, wie Wasserstoff, Aryl- oder Alkylgruppen,
einschließlich substituierter Alkyl- und Arylgruppen, bedeuten. Die Alkylgruppen
enthalten bevorzugt 1 bis 4 Kohlenstoffatome. Eine große Anzahl von Entwicklern
dieser Klasse sind in der Literatur beschrieben (vergleiche z. B. die USA.-'Patentschriften
2 289 357 und 2 731 300). Eine besonders wertvolle Entwicklersubstanz dieser Art
ist 1-Phenyl-3-gyrazolidon.
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Die zweite in der Entwicklerflüssigkeit verwendete Entwicklersubstanz
kann als benzoide Entwicklersubstanz bezeichnet werden. Im allgemeinen enthalten
Entwicklersubstanzen dieser Art einen in o-oder p-Stellung zueinander durch Hydroxyl-
und/ oder Aminogruppen, einschließlich substituierter Aminogruppen, substituierten
Benzolkern, und dieser Kern kann außerdem andere kernständige Substituenten tragen,
z. B. Alkyl-, Aryl-, Arylthiogruppen usw. Als Beispiele für geeignete Entwicklersubstanzen
dieser Gruppen seien genannt: 1. 2,4-Diaminophenol, 2. Toluhydrochinon, 3. 2,5-Bis-äthyleniminohydrochinon,
4. p-Benzylaminophenol, 5. p-Anilinophenol, 6. Xylohydrochinon, 7. p-Toluthiohydrochinon,
8. 2-Amino-4-phenylphenol, 9. 5,8-Dihydro-1,4-naphthohydrochinon, 10. o-Toluthiohydrochinon,
11. 5,6,7,8-Tetrahydro-1,4-naphthohydrochinon, 12. 2-Methoxy-4-aminophenol, 13.
Phenylhydrochinon, 14. p-Aminophenylhydrochinon, 15. 4-Amino-3-äthylphenol, 16.
4-Amino-3,5-dimethylphenol, 17. 4-Amino-2,3-dimethylphenol, 18. 4-Amino-2,5-dimethylphenol,
19. 6-Aminothymol, 20. Thymolhydrochinon, 21. 2,6-Dimethylhydrochinon.
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Erfindungsgemäß kann auch eine Entwicklermischung angewendet werden,
die zwei oder mehrere der vorstehend aufgeführten Entwicklersubstanzen enthält.
Ein Beispiel für eine solche Kombination besteht aus 1-Phenyl-3-pyrazolidon, Toluhydrochinon
und 2,4-Diaminophenol.
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Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung wird als zweite Entwicklersubstanz
eine Entwicklersubstanz der Benzolreihe, die in o- und p-Stellung zueinander Hydroxyl-,
Amino- oder substituierte Aminogruppen enthält, verwendet.
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Die bei den erfindungsgemäßen Verfahren angewendeten Farbstoffentwickler
können dem lichtempfindlichen
Aufzeichnungsmaterial z. B. in, auf
oder hinter einer Silberhalogenidemulsionsschicht einverleibt werden, oder sie können
als Bestandteil der flüssigen Entwicklermischung dienen oder in dem Bildempfangsmaterial
enthalten sein, wenn einfarbige Bilder erwünscht sind. Der Farbstoffentwickler ist
bevorzugt in einer Schicht vor oder hinter der Silberhalogenidemulsionsschicht enthalten
und kann in einer Beschichtungsflüssigkeit, die etwa 0,5 bis 8 Gewichtsprozent Farbstoffentwickler
enthält, als Schicht aufgebracht werden, wenn der Farbstoff entwickler als Bestandteil
der flüssigen Entwicklermischung angewandt wird.
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Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird ein Aufzeichnungsmaterial
verwendet, das zwei oder mehrere übereinander angeordnete lichtempfindliche Silberhalogenidemulsionsschichten
enthält, wobei jede dieser Emulsionsschichten selektiv gegenüber verschiedenen Teilen
des Spektrums sensibilisiert und der Farbstoffentwickler in jeder dieser Emulsionsschichten
enthalten ist.
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Mehrfarbige Bilder können erhalten werden, indem eine lichtempfindliche
Silberhalogenidemulsionsschicht verwendet wird, die aus mindestens zwei Arten von
selektiv sensibilisierten, winzigen lichtempfindlichen Teilchen besteht, die in
der Form eines lichtempfindlichen Rasternetzes angeordnet sind. Ubertragungsverfahren
dieser Art sind in der deutschen Patentschrift 1066'092 beschrieben.
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Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird ein Aufzeichnungsmaterial
verwendet, das eine gegenüber verschiedenen Teilen des Spektrums sensibilisierte
Mischkornemulsionsschicht enthält.
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Das 3-Pyrazolidonderivat und die zweite Entwicklersubstanz können
nicht nur als Bestandteile der flüssigen Entwicklermischung verwendet werden, sondern
eine dieser Entwicklersubstanzen kann auch in der den Farbstoffentwickler enthaltenden
Schicht oder in der Silberhalogenidemulsion angewendet werden. So kann eine dieser
Entwicklersubstanzen in der flüssigen Entwicklermischung und die andere in der Silberhalogenidemulsion
oder in der den Farbstoffentwickler aufweisenden Schicht enthalten sein.
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Es wird angenommen, daß die bevorzugte Oxydation und das damit verbundene
Diffusionsfestwerden des Farbstoffentwicklers darauf zurückzuführen sind, daß er
das am wenigsten lösliche Oxydationsprodukt bildet und daß der Farbstoffentwickler
als Folge einer Reaktion, z. B. einer Energieübertragungsreaktion, mit dem Oxydationsprodukt
einer Entwicklungseinheit des 3-Pyrazolidonderivats oder der zweiten Entwicklersubstanz
oxydiert und unbeweglich gemacht werden kann, wobei die letzteren Entwicklersubstanzen
direkt durch Entwickeln des belichteten Silberhalogenids oxydiert werden. Eine solche
Umsetzung von oxydierten Entwicklersubstanzen mit nicht oxydiertem Farbstoffentwickler
würde die ersteren zur weiteren Umsetzung mit belichtetem Silberhalogenid regenerieren.
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Die erfindungsgemäß verwendete Entwicklerflüssigkeit enthält mindestens
eine wäßrige Lösung einer alkalischen Verbindung, z. B. Diäthylamin, Natriumhydroxyd
oder Natriumcarbonat. Da die flüssige Entwicklermischung auf die Silberhalogenidemulsion
als verhältnismäßig dünne, gleichmäßige Schicht aufgebracht werden soll, kann sie
eine die Viskosität erhöhende Verbindung enthalten, die aus einem Bindemittel besteht
und nach dem Ausbreiten und Trocknen der Mischung eine verhältnismäßig feste und
beständige Schicht bildet. Bevorzugt wird ein filmbildendes Polymerisat, z. B. ein
polymerer, wasserlöslicher Äther, das gegenüber einer alkalischen Lösung inert ist,
so z. B. eine Hydroxyäthylcellulose oder Natriumcarboxymethylcellulose. Andere Bindemittel
oder Verdickungsmittel, deren Fähigkeit zur Erhöhung der Viskosität praktisch unbeeinflußt
bleibt, wenn sie lange Zeit in Lösung sind, können ebenfalls verwendet werden. Das
Bindemittel ist in der Entwicklermischung bevorzugt in solchen Mengen enthalten,
daß es dieser Mischung eine Viskosität von mehr als 1000 cP bei ungefähr 24"C, bevorzugt
etwa 1000 bis 200 000 eP, verleiht. Unter bestimmten Umständen kann es erwünscht
sein, eine flüssige Entwicklermischung auf das lichtempfindliche Aufzeichnungsmaterial
vor der Belichtung gemäß dem in der deutschen Patentschrift 1020 865 beschriebenen
Verfahren aufzubringen.
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Die Erfindung kann auch ohne Anwendung eines Bindemittels in der flüssigen
Entwicklermischung erfolgreich ausgeführt werden.
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Die Farbstoffentwicklersubstanzen werden bevorzugt nach ihrer Fähigkeit
ausgewählt, Farben zu liefern, die bei der Ausführung der subtraktiven Farbenphotographie
verwendet werden können, d. h. Cyanblau, Purpurrot und Gelb. Auch die Verwendung
von Gemischen von Farbstoffentwicklern - um eine gewünschte Farbe, z. B. Schwarz,
zu erhalten - ist möglich.
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Bei allen Ausführungsformen der Erfindung wird bevorzugt von der Emulsionsseite
her belichtet. Es ist deshalb erwünscht, das lichtempfindliche Aufzeichnungsmaterial
und das Bildempfangsmaterial an einem Ende durch geeignete Befestigungsmittel in
solcher Weise zusammenzuhalten, daß das lichtempfindliche Aufzeichnungsmaterial
und das Bildempfangsmaterial während der Belichtung aus ihrer übereinanderliegenden
Stellung auseinandergeklappt werden können. Eine zur Verarbeitung von Rollfilm dieser
Art geeignete photographische Kamera ist Gegenstand der USA.-Patentschrift 2 435
717.
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Zerbrechbare Behälter, wie der in F i g. 2 gezeigte, sind z. B. aus
den USA: Patentschriften 2 543 181 und 2 643 886 bekannt.
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Das Bildempfangsmaterial besteht aus einer Bildempfangsschicht aus
undurchsichtigem oder durchsichtigem Material, das flüssigkeitsdurchlässig und aus
alkalischen Lösungen färbbar ist. Das Bildempfangsmaterial kann jedoch auch aus
einem Schichtträger bestehen, auf dem sich mindestens eine flüssigkeitsdurchlässige
und färbbare Schicht befindet. Der Schichtträger kann eine erste wasserundurchlässige
Schicht tragen, auf die die Bildempfangsschicht aus durchlässigem und färbbarem
Material aufgebracht ist.
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Ein bevorzugtes Material für die Bildempfangsschicht ist Polyamid,
bevorzugt N-Methoxymethylpoiyhexamethylenadipinsäureamid. Andere für Bildempfangsschichten
geeignete Substanzen sind teilweise hydrolysiertes Polyvinylacetat, Polyvinylalkohol
in Gegenwart oder Abwesenheit von Weichmachern, Barytpapier, Celluloseacetat mit
Füllstoffen.
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Bei der Verwendung von bestimmten Pyrazolonderivaten kann eine vorübergehende
Fleckenbildung auf der Bildempfangsschicht zu beobachten sein. Diese Flecken verschwinden
innerhalb kurzer Zeit
oder können sofort durch Waschen oder Spülen
mit einer schwach sauren Lösung entfernt werden. Eine solche vorübergehende Fleckenbildung
kann ausgeschaltet werden, wenn die Entwicklersubstanzen dem lichtempfindlichen
Aufzeichnungsmaterial, z. B. der Emulsionsschicht oder einer Schicht hinter der
Emulsionsschicht, einverleibt werden.
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In den nachfolgenden Beispielen beziehen sich die Prozentangaben der
Bestandteile auf das Gewicht. Beispiel 1 Dieses Beispiel erläutert die Ergebnisse,
die bei Einfarbenverfahren erfindungsgemäß erzielt werden können, wobei der Farbstoffentwickler
in der Entwicklermischung angewendet wird.
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Ein lichtempfindliches Aufzeichnungsmaterial wird in gleicher Weise
wie im Beispiel 44 der deutschen Patentschrift
1036 640 hergestellt. Eine
Bildempfangsschicht aus Polyvinylalkohol wird auf einen Schichtträger aufgebracht,
anschließend eine Abziehschicht und eine Silberhalogenidemulsionsschicht. Das lichtempfindliche
Aufzeichnungsmaterial wird belichtet und mit einer wäßrigen Entwicklerflüssigkeit
behandelt, die folgende Bestandteile enthält:
| Natriumcarboxymetliylcellulose ........ 4,50/0 |
| Natriumhydroxyd .................... 4,0% |
| Kaliumbromid ...................... 0,20/0 |
| Natriumcarbonat..................... 4,0% |
| 1-Phenyl-3-pyrazolidon ............... 0,20/() |
| 2,5-Bis-äthyleniminohydrochinon ...... 0,30/,) |
| 5-Amino-4-(2',5'-dimethoxy-4'-[p-(2",5"- |
| dioxyphenyl)-plienylazo]-phenylazo)- |
| 1-naphthol........................ 5,00/0 |
Das Bildempfangsmaterial wird nach 2 Minuten Einwirkungszeit abgetrennt und zur
Entfernung aller Spuren der Entwicklerflüssigkeit kurz gewaschen. Das erzielte bräunlichschwarze
Positivbild ist wesentlich besser als das unter den gleichen Bedingungen bei Verwendung
einer gleichen Entwicklerflüssigkeit, die kein 2,5-Bis-äthyleniminohydrochinon aufweist,
erhaltene. Das Bild hat erheblich größere Dichte und höheren Kontrast wie auch bedeutend
reinere Spitzlichter. Beispiel 2 Das folgende Beispiel zeigt die Ergebnisse, die
mit Mehrfarben-Diffusionsverfahren gemäß der Erfindung erhalten werden.
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Ein lichtempfindliches Aufzeichnungsmaterial aus mehreren zusammenhängenden
Schichten, ähnlich wie das in F i g. 2 gezeigte, wird in gleicher Weise wie im Beispiel
2 der deutschen Patentschrift 1 151 176 hergestellt. Dieses lichtempfindliche Aufzeichnungsmaterial
besteht aus den folgenden Schichten, die in der angegebenen Reihenfolge auf einen
geeigneten Schichtträger, z. B. einen mit einer Gelatine-Haftschicht versehenen
Schichtträger, aufgebracht werden 1. eine Schicht aus einem Cyanblau-Farbstoff entwickler,
nämlich 1,4-Bis-[ii-(2',5'-dioxyphenyl)-propylamino]-anthrachinon, 2. eine rotempfindliche
Silberhalogenidemulsionsschicht, ' 3. eine Polyvinylalkoholschicht als Trennschicht,
4. eine Schicht aus einem Purpur-Farbstoffentwickler, nämlich 2-[p-2',5'-dioxyphenäthyl)-phenylazo]-4-n-propox%,-1-naphthol,
5. eine grünempfindliche Silberhalogenidemulsionsschicht, 6. eine Polyvinylalkoholschicht
als Trennschicht, 7. eine Schicht aus einem Gelb-Farbstofferitwlckler, nämlich 1-Phenyl-3-N-n-hexylcarboxamido-4-[p-(2",5"-dioxyphenäthyl)-phenylazo]-5-pyrazolon,
B. eine blauempfindliche Silberhalogenidemulsionsschicht.
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Die Wirkung des Zusatzes verschiedener Entwicklersubstanzen kann unter
Verwendung einer wäßrigen Entwicklerlösung, die folgende Bestandteile enthält:
| Natriumcarboxymethylcellulose ........ 4,5°/o |
| Natriumhydroxyd .................... 3,0% |
und der eine geeignete Menge der zu untersuchenden Entwicklersubstanz zugesetzt
wird, festgestellt werden.
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Zur Untersuchung der Wirkung jeder Entwicklersubstanz wird das obige
lichtempfindliche Aufzeichnungsmaterial belichtet und dann in Verbindung mit einem
daraufliegenden Bildempfangsmaterial, das aus einer Schicht von N-Methoxymethylpolyhexamethylenadipinsä
ureamid und einem mit Cellutoseacetat überzogenem Barytpapier als Schichtträger
besteht, weiterverarbeitet. Das Bildempfangsmaterial wird nach einer Durchdringungszeit
von ungefähr 6 Minuten von der lichtempfindlichen Schicht abgezogen.
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Eine Reihe von Versuchen wurde ausgeführt, bei denen die folgenden
Mengen an Entwickler in der Entwicklerflüssigkeit enthalten waren:
| Versuch 1: 1-Plienyl-3-pyrazolidon ....... 1,00/0 |
| Versuch 2: 2,5-Bis-äthyleniminohydro- |
| chinon ..................... 1,0% |
| Versuch 3: p-Benzylaminophenol ........ 1,00/0 |
| Versuch 4: 1-Phenyl-3-pyrazolidon ....... 0,60/0 |
| p-Benzylaminophenol ........ 0,40/0 |
| Versuch 5: 1-Phenyl-3-pyrazolidon ....... 0,60/0 |
| 2,5-Bis-äthyleniminohydro- |
| chinon ..................... 0,4"/o |
| Versuch 6: 1-Plienyl-4,4-dimethyl- |
| 3-pyrazolidon ................ 0,6"/o |
| 5,6,7,8-Tetrahydro-1,4-napht.ho- |
| hydrochinon................. 0,20/0 |
Ein Vergleich der bei den obigen Versuchen erhaltenen positiven mehrfarbigen Ubertragungsbilder
zeigt, daß die bei den Versuchen 4 und 5 mit einer Kombination von Entwicklersubstanzen,
von denen eine ein 3-Pyrazolidonderivat ist, erhaltenen Bilder eine deutlich überlegene
Farbtrennung, erhöhte Dichte, verbesserte Schwarz- und Grautöne und reinere Spitzlichter
zeigten als die bei den Versuchen 1, 2 und 3 bei getrennter Verwendung der gleichen
Entwicklersubstanzen erhaltenen Bilder. Das bei Versuch 6 erhaltene positive Bild
zeigt die erwähnten überlegenen Eigenschaften im Vergleich zu Bildern, die nur mit
einem 3-Pyrazolidonderivat erhalten wurden.
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Die Menge des bei den Versuchen 1 bis 5 zugesetzten Entwicklers wurde
konstant bei l0/0 gehalten. Dies zeigt, daß die erhaltenen verbesserten Ergebnisse
der vorgenommenen Kombination der Entwicklersubstanzen zuzuschreiben sind und nicht
etwa einer Änderung ihrer Menge.