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Die Erfindung bezieht sich auf eine Rohrpostanlage mit drei oder
mehreren Einzelstationen, die an ein gemeinsames Hauptförderrohr angeschlossen sind,
wobei mindestens an den Endstationen Druck-und/oder Saugluftgebläse vorhanden sind,
wobei ferner an den Anschlußstellen der Abzweigförderrohre für die Einzelstationen
hosenförmige Abzweigrohrstücke ohne bewegliche Leitorgane vorgesehen sind, wobei
außerdem an der einen Endstation mindestens ein Druckluftgebläse, an der anderen
Endstation ein Saugluft- und Druckluftgebläse angeschlossen ist, und wobei schließlich
die Steuerung derart ausgestaltet ist, daß die Gebläse mittels Rohrschaltern im
Bereich der hosenförmigen Abzweigungen für jeden Sendevorgang einen ganz bestimmte,
sich mit Druckluft und Saugluft ergänzenden Förderluftstrom für ein dem Sendevorgang
entsprechendes beliebiges Durchfahren der hosenförmigen Abzweigungen in allen sechs
Richtungen und Zwangsführung der Rohrposthülse von der Sende- zur Empfangsstation
erzeugen und daß alle nicht zu dem jeweils gewählten Förderweg zusammenwirkenden
Förderrohre mittels Klappen an den Stationen Austrittsöffnungen und diese betätigenden
Klappankermagneten abgeschlossen sind, nach Patentanmeldung P 1289 793.7 (deutsche
Auslegeschrift 1289 793).
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Es sind bereits zahlreiche verschiedene Arten von Rohrpostanlagen
bekannt, die nach unterschiedlichen Gesichtspunkten je nach Anzahl der Einzelstationen
oder nach Art der Verlegung der Rohrleitungen oder nach dem Grad der Automatisierung
in Gruppen aufgeteilt werden können.
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Erstrebungswert ist es, Rohrpostanlagen zu schaffen, in welchen von
jeder einzelnen Station wahlweise zu jeder anderen Einzelstation gefördert werden
kann, wobei die Förderung voll automatisch erfolgen soll.
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Es sind beispielsweise schon Rohrpostanlagen bekannt, bei welchen
eine Stammrohrleitung vorgesehen ist, an welche Zweigrohrleitungen angeschlossen
sind, so daß die Übersendung von Rohrpostbüchsen von jeder beliebigen Station zu
jeder anderen beliebigen Station möglich ist. Ferner sind Rohrpostanlagen bekannt,
bei welchen an einem Förderrohr in Reihe liegende Nebenstellen vorgesehen sind.
Bei einer solchen Anlage kann zum Empfang einer Büchse die betreffende gewünschte
Nebenstelle durch einen Mehrwegeauswählschalter bestimmt werden. In diesem Zusammenhang
sind auch schon elektrische Schaltungen vorgeschlagen worden, die mit Zeitrelais
sowie mit einem an der Hauptstelle angeordneten Linienwähler ausgestattet sind.
Bekannt ist ferner, den Treibluftstrom durch Druck- oder Sauggebläse zu erzeugen.
Der Treibluftstrom kann wechselweise wirksam sein, d. h., es können Umschaltvorrichtung
vorgesehen werden, welche eine Änderung der Förderrichtung der betreffenden Gebläse
gestattet.
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Alle bisher bekannten Rohrpostanlagen dieser Art, insbesondere diejenigen
Anlagen, die mit einem einzigen Hauptförderrohr arbeiten, weisen den wesentlichen
Nachteil auf, daß an den Abzweigstellen für die betreffenden Abzweigrohre bzw. Einzelstationen
Weichen vorgesehen werden müssen, die mit mechanich bewegten Bauteilen, insbesondere
Zungen oder Ablenkorganen ausgestattet sein müssen, wodurch bewirkt wird, daß die
Hülsen die
gewünschte Förderrichtung nehmen. Nachteilig ist ferner, daß die elektrische
Steuerung bzw. die Schaltung außerordentlich kompliziert ist und jeweils abhängig
von den betreffenden Stationen ist, so daß nicht eine beliebige Zahl Stationen unabhängig
von dem eigentlichen Steuerungsteil nach Baukastenweise einfach zusammengesetzt
werden kann.
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Bekannt ist ferner eine Rohrpostanlage mit zwei sich gabelnden Förderrohren,
wobei das eine dieser Förderrohre ausschließlich zum Hinsenden, das andere dagegen
ausschließlich zum Rücksenden benutzt wird. Das eine Förderrohr ist dabei gekrümmt
oder schräg geneigt ausgeführt und an seiner konkaven Seite mündet das andere Förderrohr
schräg ein. Diese Gestaltungsweise ist bei der bekannten Rohrpostanlage zu dem Zweck
getroffen worden, die aus dem Hauptförderrohr kommende Rohrpostbüchse infolge der
Flieh- oder Schwerkraft in das zum Hinsenden benutzte Rohr zu leiten, ohne daß das
Rücksenderohr durch eine Weichenzunge od. dgl. abgeschlossen werden muß. Nachteilig
ist bei dieser bekannten Rohrpostanlage, daß die Rohrpostbüchsen in jedem Förderrohr
nur in einer einzigen Richtung gefördert werden können, daß die zwei sich gabelnden
Förderrohre also nur insgesamt zwei Förderrichtungen zulassen. Demgemäß ist auch
die gesamte Rohrpostanlage in bezug auf die Gebläse und die Steuerung nur auf die
beiden Förderrichtungen ausgelegt. Daraus folgt, daß bei einer Rohrpostanlage mit
mehr als zwei Stationen zahlreiche Zusatzleitungen belegt werden müssen und daß
trotzdem nicht jede Station mit jeder beliebigen anderen Station korrespondieren
kann.
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Es wurde bereits in der zu Anfang erläuterten Patentanmeldung P 12
89 793.7 (deutsche Auslegeschrift 1 289 793) eine Rohrpostanlage mit mehreren Einzelstationen
vorgeschlagen, die an ein einziges Hauptförderrohr angeschlossen sind, wobei keinerlei
Weichen mit beweglichen Um- bzw. Ablenkorganen erforderlich sind und wobei trotzdem
jede Station mit jeder beliebigen anderen Station korrespondieren kann.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Rohrpostanlage gemäß
der Hauptpatentanmeldung wesentlich zu verbessern und weiter zu entwickeln, so daß
das hosenförmige Verteilerrohrstück in allen denkbaren räumlichen Lagen, beispielsweise
waagerecht oder senkrecht oder in allen Schräglagen, mit äußerster Zuverlässigkeit
und Sicherheit arbeitet.
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Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die
hosenförmigen Abzweigrohrstücke in an sich bekannter Weise derart leicht gebogen
ausgeführt sind, daß die Krümmungsmittelpunkte auf der Seite des Hauptförderrohres
liegen, auf welcher die Abzweigförderrohre jeweils an dem Hauptförderer angeschlossen
sind, und daß die Innenkante an der Übergangsstelle von dem Hauptförderrohr und
dem Abzweigförderrohr abgerundetist.
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Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung wird dadurch erreicht,
daß das hosenförmige Abzweigrohrstück aus zwei Halbschalen mit außenliegenden Flanschen
zusammengesetzt ist, so daß die Berührungsfläche der Flansche in der gemeinsamen
Mittelebene des Abzweigrohrstückes liegen, und daß die Flansche luftdicht miteinander
verbunden sind.
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In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung im Schema
dargestellt, und zwar zeigt
F i g. 1 eine Seitenansicht auf ein
Verteilerrohrstück und F i g. 2 ein Schema einer Rohrpoststation mit drei Einzelstationen
mit drei eingebauten Verteilerrohrstücken.
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Wie F i g. 1 deutlich zeigt, sind die Förderrohre im Bereich des
Verteilerrohrstückes 1 derart leicht gebogen ausgeführt, daß die Krümmungsmittelpunkte
der Förderrohrbogen 2, 3 auf der Seite des Hauptförderrohres entsprechend dem Kreisbogen
2 liegen, auf welcher das Abzweigförderrohr, entsprechend dem Kreisbogen 3 an dem
ersteren angeschlossen ist, d. h. im Bild der F i g. 1 mit Abstand unterhalb des
dargestellten Verteilerrohrstückes, jedoch in der Bildebene. Das Verteilerrohrstück
1 besteht aus zwei Halbschalen, die symmetrisch zur Bildebene der F i g. 1 zueinander
ausgebildet sind. Die beiden Halbschalen, die zweckmäßigerweise aus Kunststoff bestehen,
erweisen an ihren beiden Längskanten Flansche 4, 5 auf, die dicht aufeinanderliegen
und in geeigneter Weise luftdicht miteinander verbunden sind, z. B. durch Verschweißen
unter Hitze- und Druckanwendung oder durch Zusammenkleben.
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Weitere Flansche 6 sind im Bereich zwischen den Anschlußrohrstutzen
7, 8 vorgesehen, die gleichzeitig zur Verstärkung dienen.
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Das aus den beiden Halbschalen zusammengesetzte Verteilerrohrstückl
weist außer den beiden Anschlußrohrstutzen 7, 8 noch einen dritten Rohrstutzen 9
auf, so daß das Hauptförderrohr der Rohrpostanlage an die beiden Rohrstutzen 7 und
9, ein Abzweigförderrohr zur Verbindung mit einer Einzelstation dagegen an den Rohrstutzen
8 angeschlossen werden können.
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Die Anschlußrohrstutzen 7 bis 9 sind entsprechend den Förderrohren
im Querschnitt kreisförmig gestaltet, während das Verteilerrohrstück im Bereich
zwischen den Rohrstutzen im Querschnitt oval erweitert ist, wie sich ohne weiteres
aus F i g. 1 ergibt.
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Die Innenkante an der Übergangsstelle von dem Rohrstutzen 7 für den
Anschluß des Hauptförderrohres zu den Rohrstutzen 8 ist mit besonderem Vorteil abgerundet.
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Bei dem Ausführungsbeispiel einer Rohrpostanlage mit drei Einzelstationen
11, 12, 13 gemäß F i g. 2 sind drei Verteilerrohrstücke 14, 15, 16 an das Hauptförderrohr
17 sowie drei Abzweigförderrohre 18, 19, 20 angeschlossen, wobei die letzteren zu
den genannten Einzelstationen führen, während die Enden des Hauptförderrohres 17
mit Druckluftgebläsen 21, 22 sowie Saugluftgebläsen 23, 24 verbunden sind. Jede
Einzelstation ist in an sich bekannter Weise mit einer Klappe für den luftdichten
Abschluß des jeweiligen Abzweigförderrohres versehen. Ferner sind an geeigneten
Stellen der Förderrohre elektrische Schalter vorgesehen, welche symbolisch bei den
Bezugszeichen 25 dargestellt sind.
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Die Wirkungsweise der Rohrpostanlage gemäß F i g. 2 ist im wesentlichen
folgende. Wenn beispielsweise eine Rohrbüchse von der Station 11 zu der Station
13 gefördert werden soll, so wird die Büchse unter Anheben des Verschlußdeckels
der Station 11 in das Förderrohr eingeführt und die Station 13 in üblicher Weise
durch Betätigen einer Drucktaste elektrisch angewählt. Damit werden die Gebläse
eingeschaltet, und zwar zunächst beide Saugluftgebläse 23, 24, bis die Rohrpostbüchse
den elektrischen Kon-
takt 28 überfahren hat, welcher das Saugluftgebläse 23 abschaltet
und das Druckluftgebläse 21 zuschaltet. Der Schalter 28 ist so kurz vor dem Verteilerrohrstück
14 angeordnet, daß die Büchse vor dem Umschalten mit Sicherheit in das Hauptförderrohr
geführt wird. Sie unterliegt nun der Wirkung des Druckluftgebläses 21 und des Saugluftgebläses
24 und wird damit in dem Hauptförderrohr bis zu dem Verteilerrohrstück 16 gefördert.
Während der gesamten Förderzeit sind die Verschlußklappen der Stationenll und 12
geschlossen, während die Klappe der Station 13 geöffnet bleibt. Nach Durchfahren
des Verteilerrohrstückes16 in Richtung von links nach rechts wird nunmehr das Saugluftgebläse
24 abgeschaltet und das Druckluftgebläse 22 zugeschaltet, so daß beide Strömungen
in Anbetracht der offenstehenden Klappe der Station 13 bewirken, daß die Rohrpostbüchse
das Verteilerrohrstück 16 erneut durchführt, nun aber nicht den oberen Rohrteil,
sondern den Anschluß an das Abzweigförderrohr 20. Ein Kontakt 25 schaltet die Steuerung
und insbesondere die Gebläse wieder ab.
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Die elektrische Schaltung bzw. Steuerung kann auch so ausgebildet
werden, daß zunächst beide Saugluftgebläse eingeschaltet werden; nach Durchfahren
eines entsprechenden elektrischen Kontaktes, und zwar sobald die Rohrpostbüchse
in das Hauptförderrohr gelangt ist, werden beide Saugluftgebläse abgeschaltet und
dafür die beiden Druckluftgebläse eingeschaltet, so daß die Rohrptstbüchse mit Sicherheit
zu der angewählten station gelangt.
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Weitere Möglichkeiten bestehen darin, zunächst nur ein Saugluftgebläse
und in der zweiten Stufe dafür beide Druckluftgebläse oder aber in der ersten Stufe
ein Saugluftgebläse, in der zweiten Stufe nur ein Druckluftgebläse und schließlich
zum Austragen wieder beide Druckluftgebläse einzuschalten. Die Wahl der betreffenden
Steuerung hängt von den Gegebenheiten, z. B. der Länge der Rohrleitungen ab.
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Durch einfache elektrische Steuerung kann man auch beispielsweise
von der Station 12 zu der Station 11 fördern oder von jeder anderen beliebigen Station
zu jeder weiteren Station.
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Jedes Verteilerrohrstück gemäß F i g. 1 kann also wahlweise in jeder
der sechs möglichen Förderrichtungen von Rohrpostbüchsen durchfahren werden.
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Es hat sich gezeigt, daß die Rohrpostbüchsen mit Sicherheit in die
gewünschte Richtung umgelenkt werden können.
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Es hat sich als möglich erwiesen, die Verteilerrohrstücke gemäß der
Erfindung nicht nur waagerecht, wenn auch waagerecht mit besonderem Vorteil, sondern
auch senkrecht oder in einer anderen beliebigen Stellung anzuordnen.