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Die Erfindung bezieht sich auf eine Rohrpostanlage mit drei oder
mehr Einzelstationen, die an ein gemeinsames Hauptförderrohr angeschlossen sind,
wobei mindestens an den Endstationen Druck und/oder Saugluftgebläse vorhanden sind,
wobei ferner an den Anschlußstellen der Abzweigförderrohre für die Einzelstationen
an dem Hauptförderrohr hosenförmige Abzweigrohrstücke vorgesehen sind und wobei
eine Umsteuerung des Treibluftstromes zur Förde rung zwischen beliebigen Stationen
vorgesehen ist.
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Es sind zahlreiche verschiedene Arten von Rohrpostanlagen bekannt,
die nach verschiedenen Ge sichtspunkten je nach Anzahl der Einzelstationen oder
nach Art der Verlegung der Rohrleitungen oder nach dem Grad der Automatisierung
in Gruppen aufgeteilt werden können.
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Erstrebenswert ist es, Rohrpostanlagen zu schaffen, in welchen von
jeder einzelnen Station wahlweise zu jeder anderen Einzelstation gefördert werden
kann, wobei die Förderung vollautomatisch erfolgen sollte.
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Es sind beispielsweise schon Rohrpostanlagen bekannt, bei welchen
eine Stammrohrleitung vorgesehen ist, an welche Zweigrohrleitungen angeschlossen
sind, so daß die Übersendung von Rohrpostbüchsen von jeder beliebigen Station zu
jeder anderen beliebigen Station möglich ist. Ferner sind Rohrpostanlagen bekannt,
bei welchen an einem Förderrohr in Reihe liegende Nebenstellen vorgesehen sind.
Bei einer solchen Anlage kann zum Empfang einer Büchse die betreffende gewünschte
Nebenstelle durch einen Mehrwegeauswählschalter bestimmt werden. In diesem Zusammenhang
sind auch schon elektrische Schaltungen vorgeschlagen worden, die mit Zeitrelais
sowie mit einem an der Hauptstelle angeordneten Linienwähler ausgestattet sind.
Bekannt ist ferner, den Treibluftstrom durch Druck- oder Sauggebläse zu erzeugen.
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Der Treibluftstrom kann wechselweise wirksam sein, d. h., es können
Umschaltvorrichtungen vorgesehen werden, welche eine Änderung der Förderrichtung
der betreffenden Gebläse gestatten.
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Alle bisher bekannten Rohrpostanlagen mit drei und mehr Einzelstationen,
insbesondere diejenigen Anlagen, die mit einem einzigen Hauptförderrohr arbeiten,
weisen den Nachteil auf, daß an den Abzweigstellen für die betreffenden Abzweigrohre
bzw.
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Einzelstationen Weichen vorgesehen werden müssen, die mit mechanisch
bewegten Bauteilen, insbesondere Zungen oder Ablenkorganen ausgestattet sein müssen,
wodurch bewirkt wird, daß die Hülsen die gewünschte Förderrichtung nehmen. Nachteilig
ist ferner, daß die elektrische Steuerung bzw. die Schaltung außerordentlich kompliziert
ist und jeweils abhängig von der Anzahl der betreffenden Stationen ist, so daß nicht
eine beliebige Zahl Stationen unabhängig von dem eigentlichen Steuerungsteil nach
Baukastenweise einfach zusammengesetzt werden kann.
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Auch die zu Anfang erläuterte bekannte Rohrpostanlage, von welcher
die Erfindung ausgeht, weist an allen Abzweigstellen besondere Weichen auf, die
durch die Steuerung betätigt und jeweils umgestellt werden müssen. Die bekannte
Steuerung als solche ist also nicht in der Lage, einen zwangläufigen Förderweg für
die zu befördernde Rohrposthülse entsprechend dem angewählten Sendevorgang einzustellen,
vielmehr sind dazu zusätzliche Weichen erforderlich.
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An sich ist auch bereits eine Rohrpostanlage mit zwei sich gabelnden
Förderrohren bekanntgeworden, wobei im Bereich dieser Gabelung keine beweglichen
Leitorgane
bzw. Weichen vorgesehen sind, jedoch ist bei dieser bekannten Rohrpostanlage eine
Förderung von Rohrpostbüchsen im Bereich der Gabelung nur in zwei Richtungen möglich.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Nachteile der oben
erläuterten bekannten Rohrpostanlagen zu vermeiden und eine Rohrpostanlage zu schaffen,
bei welcher keine Weichen mit beweglichen Um- bzw. Ablenkorganen erforderlich sind.
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Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die
hosenförmigen Abzweigungen in an sich bekannter Weise ohne bewegliche Leitorgane
ausgebildet sind, daß an der einen Endstation ein Druckluftgebläse, an der anderen
Endstation ein Saugluft- und Druckluftgebläse angeschlossen ist und daß die Steuerung
derart ausgestaltet ist, daß die Gebläse mittels Rohrschaltern im Bereich der hosenförmigen
Abzweigungen für jeden Sendevorgang einen ganz bestimmten, sich mit Druckluft und
Saugluft ergänzenden Förderluftstrom für ein dem Sendevorgang entsprechendes beliebiges
Durchfahren der hosenförmigen Abzweigungen in allen sechs Richtungen und Zwangsführung
der Rohrposthülse von der Sende- zur Empfangsstation erzeugen und daß alle nicht
zu dem jeweils gewählten Förderweg zusammenwirkenden Förderrohre mittels Klappen
an den Stationenaustrittsöffnungen und diese betätigenden Klappankermagneten abgeschlossen
sind.
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Auf diese Weise ergibt sich der wesentliche Vorteil, daß das Hauptförderrohr
mit den hosenförmigen Abzweigrohrstücken, im Gegensatz zu allen bisher bekannten
Anlagen, ohne Rücksicht auf eine Wartung der Abzeigrohrstücke verlegt werden kann,
da eine Wartung dieser Teile praktisch nicht mehr erforderlich ist, weil keinerlei
bewegliche Ablenkorgane vorhanden sind. In diesem Zusammenhang ist weiterhin von
Vorteil, daß die Montage äußerst einfach durchgeführt werden kann und praktisch
keine Reparaturen erforderlich sind. Durch die Erfindung ist es gelungen, alle Teile,
die einer Überwachung und Wartung bedürfen, in den Bereich der Einzelstationen zu
verlegen, die leicht zu erreichen sind.
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Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung zur Erleichterung und
Vereinfachung der Bedienung wird dadurch erzielt, daß jede Einzelstation mit einer
Sendetaste, einer Auslösetaste, einer Sendelampe, einem Wahlschalter mit Zeiger
für die Wahleinstellung der anzusprechenden Zielstation, einem Klappankermagneten,
einem Klappenhaltemagneten für eine Verschlußklappe ausgestattet sowie jeder Station
drei Rohrschalter zugeordnet sind.
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In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung im Schema
dargestellt, und zwar zeigt F i g. 1 eine Rohrpostanlage mit drei Einzelstationen,
F i g. 2 eine schematische Darstellung einer Rohrpostanlage mit einer größeren Anzahl
Einzelstationen, F i g. 3 einen Längsschnitt durch ein hosenförmiges Abzweigrohrstück,
Fig. 4 eine perspektivische Ansicht einer Einzelstation, F i g. 5 einen Längsschnitt
durch eine Einzelstation, wobei die Schnittfläche senkrecht zu der Befestigungswand
der Einzelstation verläuft, F i g. 6 eine Einzelstation als Endstation mit einer
zusätzlichen Speicherstation, Fig. 7 eine schematische Darstellung einer Speicherstation,
Fig.
8 ein Rohrende für den Anschluß an das äußere Ende eines Gebläses, Fig. 9 eine schematische
Darstellung einer praktischen Verlegungsart der Rohrleitungen für eine Rohrpostanlage
mit sechs Einzelstationen und F i g. 10 das Schaltschema für die elektrische Steuerung
an einer vollautomatisch arbeitenden Rohrpostanlage mit beispielsweise elf oder
einer beliebigen anderen Zahl von Einzelstationen.
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Das in F i g. 1 dargestellte Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Rohrpostanlage weist drei Einzelstationen 1, 2, 3 auf, welche durch ein Hauptförderrohr
4, 5 sowie Abzweigrohrstücke 6, 7, 8 miteinander verbunden sind. Der Anschluß der
mittleren Einzelstation 2 an das Hauptförderrohr erfolgt mittels eines hosenförmigen
Abzweigrohrstückes 9, welches weiter unten noch im Zusammenhang mit der F i g. 3
näher erläutert ist. Jeder Einzelstation sind drei Rohrschalter 10, 11, 16 zugeordnet,
deren Wirkungsweise weiter unten noch ausführlich erläutert ist. Diese Rohrschalter
sind der Einfachheit halber nicht bei sämtlichen Einzelstationen eingezeichnet.
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Jede Einzelstation weist eine Klappe 12 auf, die an ihrem oberen
Ende an einem Scharnier um eine waagerechte Achse nach außen schwenkbar gelagert
ist und die zugleich zum luftdichten Abschluß des betreffenden Förderrohrendes dient.
In Schließstellung wird jede Klappe durch einen Klappenhaltemagneten oder eine andere
geeignete Vorrichtung festgehalten, so daß ein Öffnen der Klappe während des Betriebes
der Rohrpostanlage nicht möglich ist, solange eine Hülse in der Anlage bewegt wird,
mit Ausnahme der Klappe an der Empfangsstation, wie weiter unten noch näher dargelegt
wird. Jede Einzelstation trägt ferner zwei Wahlschalter, im Ausführungsbeispiel
der F i g. 1 als Drucktasten 13 a ausgebildet, zum Vorwählen der Station 2 oder
3 von der Station 1 usw. Mit 13 b ist eine Tastenreihe bezeichnet, die aus einer
Sendetaste, einer Sendelampe und einer Auslösetaste besteht. Die beiden Endstationen
1 bzw. 3 sind mit den Gebläsen ausgestattet, und zwar ist über das Rohrstück 14
bei der Station 1 ein Druckluftgebläse 15 angeschlossen, welches seinerseits am
unteren Ende durch eine Luftklappe 17 mit nicht gezeichnetem Luftklappenmagneten
verschlossen werden kann; die Endstation 3 ist über das Rohrstück 18 sowohl mit
einem Saugluftgebläse 19 als auch einem Druckluftgebläse 20 ausgestattet, die in
Reihe hintereinandergeschaltet sind.
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Die Wirkungsweise der soeben erläuterten Rohrpostanlage ist im wesentlichen
folgende: Wenn beispielsweise von der Station 1 eine Hülse nach der Station 3 gefördert
werden soll, so wird in Station 1 der Wahlschalter 13 a entsprechend Station 3 gegedrückt
bzw. eingeschaltet. Sodann wird nach Anheben der Klappe 12 die Büchse eingeschoben,
die Klappe 12 geschlossen und die Sendetaste bei 13 b gedrückt. Die elektrische
Schaltung sorgt nun dafür, daß das Saugluftgebläse 19 eingeschaltet und die Luftklappe
17 mittels Luftklappenmagneten geöffnet wird, wobei außerdem auch noch das Druckluftgebläse
15 eingeschaltet werden kann, so daß die Hülse durch die Fahrrohrstücke 6, 4, 9,
5, 7 bis zur Station 3 gelangt, dort durch Rohrschalter die Anlage wieder ausschaltet
und unter Öffnen der Klappe aus der Station 3 herausfällt und in einen Auffangbehälter
trifft.
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Wenn beispielsweise die Hülse von der Station 1
zu der Station 2 gefördert
werden soll, so wiederholen sich die soeben geschilderten Vorgänge sinngemäß, jedoch
bewirken die angesprochenen Rohrschalter, daß die Hülse zunächst aus der Station
1 in das Hauptförderrohr gesaugt und/oder gedrückt wird, so lange, bis sie das Abzweigrohrstück
9 überfahren hat; sodann werden beide Druckluftgebläse der beiden Endstationen in
Tätigkeit gesetzt, so daß sich die Hülse wieder in Richtung auf das Abzweigrohrstück
9 zurückbewegt und infolge des beiderseitigen Luftdruckes in das Abzweigförderrohr8
gedrückt wird und unter Öffnen der Klappe in der Station 2 aus dieser herausfällt.
Der Fördervorgang von der Station 2 zu der Station 1 erfolgt in der Weise, daß die
Hülse zunächst bis in das Hauptförderrohrstück 5 angesaugt und sodann durch Wirkung
des Druckluftgebläses 20 geradeaus durch das Abzweigrohrstück 9 und das Hauptförderrohrstück
4 nach der Station 1 hin gefördert wird. Da durch Wirkung der Rohrschalter die Klappe
der Station 2 mit Beendigung des Saugvorganges geschlossen und verriegelt wird,
kann die Hülse in diesem Falle nicht wieder nach dem Abzweigförderrohr 8 hin abgedrängt
werden. Sinngemäß vollzieht sich auch der Fördervorgang von der Station 3 zur Station
1 durch Wirkung des Druckluftgebläses 20.
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Fig. 2 zeigt eine Rohrpostanlage mit sieben eingezeichneten Einzelstationen
22 bis 28, die in der oben erläuterten Art an ein Hauptförderrohr 29 über Abzweigförderrohre
30 bis 32 angeschlossen sind. Es sei hierbei bemerkt, daß weder das Hauptförderrohr
29 noch die Abzweigförderrohre nur waagerecht bzw. senkrecht verlegt werden müssen,
sondern die Verlegung kann in bekannter Weise auch in allen anderen geeigneten Richtungen
vorgenommen werden. Den einzelnen Stationen sind wieder Rohrschalter 33 bzw.
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39 zugeordnet. Ferner sind die beiden Endstationen wieder einerseits
mit einem Druckluftgebläse 34 und einer Luftklappe 35 mit nicht gezeichnetem Luftklappenmagnet,
die andere Endstation 28 mit Saugluftgebläse 36 und Druckluftgebläse 37 ausgerüstet.
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F i g. 3 zeigt ein hosenförmiges Abzweigrohrstück 40 im Längsschnitt
mit den beiden Abzweigen 41,42, deren beiden Mittelachsen unter einem möglichst
spitzen Winkel 45 zueinander verlaufen, welcher in F i g. 3 der Deutlichkeit halber
etwas vergrößert gezeichnet ist. An der Übergangsstelle der beiden Abzweige 41,
42 sind beiderseits Schrägflächen 43 vorgesehen, die eine Sicherheit für das Übergleiten
der Hülse 44 in die jeweils gewünschte Richtung gewährleisten.
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F i g. 4 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Rohrpoststation
mit aufrechtem rechteckigem Gehäuse 46, in welches von oben her ein Förderrohr 47
mündet. Auf der Vorderseite des Gehäuses ist eine Klappe 50, wie oben schon erläutert
wurde, vorgesehen. Oberhalb der Klappe befindet sich ein Wahlschalter 51, dessen
Schaltergriff durch Drehen von Hand die jeweilige Empfangsstation auszuwählen gestattet.
Auf der Vorderseite des Gehäuses, und zwar rechts oben neben der Klappe 50, befinden
sich von unten nach oben die Sendetaste 52, die Sendelampe 53 und die Auslösetaste
54. An die vordere Unterkante des Gehäuses schließt sich ein Auffangbehälter 48
an, hinter welchem unterhalb des Gehäuses 46 genügend Platz für die Unterbringung
des Gebläsemotors 49 vorhanden ist, wenn es sich in dem betreffenden Fall um eine
Endstation handelt.
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Einen Längsschnitt durch eine Einzelstation gemäß Fig. 4 zeigt die
Fig. 5. Hieraus ist ersichtlich, daß das Förderrohr 55 in einen flachen Bogen 56
nach der Vorderseite des Stationsgehäuses 57 übergeht.
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Das Ende des Rohrbogens 56 ist in einer vertikalen Fläche so abgeschnitten,
daß die Klappe 61 die ovale Öffnung abdichtet. Die übrigen Teile sind mit den gleichen
Bezugszeichen wie in F i g. 4 versehen.
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F i g. 6 zeigt schematisch eine Endstation 64 mit anschließendem
Förderrohr 70, wobei wiederum ein Saugluftgebläse 65 und ein Druckluftgebläse 66,
erforderlichenfalls auch eine Luftklappe 67 vorgesehen sind. Bei dieser Station
ist noch eine Speicherstation bzw. Speicherstelle 68 mit einer Verriegelungseinrichtung
69 vorgesehen. Diese in Fig. 7 etwas deutlicher gezeichnete einfache Speicherstelle
besteht im wesentlichen aus einem Förderrohr 70 b, welches an das Hauptförderrohr
70 angeschlossen ist und welches eine geeignete luftdichte Verriegelung, z. B. an
sich bekannte Klappenverriegelung in einem Gehäuse 70c aufweist. Das untere Ende
des Rohrstückes 70 b ist durch eine Platte 70 d abgeschlossen, und im übrigen ist
ein Teil der Seitenfläche mit einer Öffnung 70a versehen. Dieses Rohrstück ist von
einem durchsichtigen Zylinder 68 a dicht umgeben, der ein Stück aufwärts verschoben
werden kann, so daß eine Hülse 71 durch die Öffnung 70a eingeschoben werden kann.
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Nach Absenken des Zylinders 68 a kann die Hülse 71 zur gewünschten
Zeit nach Entriegelung des Luftweges in der Rohrleitung 70b abgesendet werden.
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Diese Speicherstelle hat den Zweck, daß schon alle für die Absendung
einer Hülse erforderlichen Maßnahmen und Einstellungen an der betreffenden Station
vorgenommen werden können zu einer Zeit, in der die Anlage noch durch eine andere
Hülse belegt ist.
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F i g. 8 zeigt eine vorteilhafte Gestaltung des Anschlußrohres an
ein Gebläse, und zwar auf dessen Außenseite. Das Anschlußrohr 85 geht in einen rechtwinkligen
Krümmer 86 über, an den sich wieder ein kurzes Rohrstück 87 anschließt, an dessen
senkrecht abgeschnittenen Stirnseite eine um eine Drehachse 89 schwenkbare Klappe
88 anliegt, die ihrerseits durch einen Luftklappenmagneten 90 in geöffnete Stellung
gebracht und gehalten werden kann.
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Fig. 9 zeigt schließlich eine Rohrverlegung bzw.
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Installation einer Rohrpostanlage mit sechs Einzelstationen 73, 75
und 77 bis 80, wobei wiederum die beiden Endstationen mit Gebläsen 74, 76 ausgestattet
sind, während die Zwischenstationen 77 bis 80 über hosenförmige Abzweigrohrstücke81
bis 84 an das Hauptförderrohr 72 angeschlossen sind.
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Fig. 10 zeigt die elektrische Schaltung für die Steuerung einer Rohrpostanlage
mit beispielsweise elf Einzelstationen. Die elektrische Schaltung ist aber auch
für jede geringere Anzahl oder für mehr als elf Einzelstationen, beispielsweise
für dreißig oder vierzig oder mehr Stationen, zu verwenden. Wie Fig. 10 zeigt, besteht
die elektrische Schaltung im wesentlichen aus der rechts im Bild gezeichneten Steuerzentrale
mit Netzteil, welche vorteilhaft an der einen Endstation, im vorliegenden Fall an
der Station 11, angeordnet ist. Die andere Endstation, bei dem gezeichneten Ausführungsbeispiel
an der Station 1, ist an ein kleines Steuerteil angeschlossen. Jede Station umfaßt
die Teile, die in den einzelnen schmalen, von einer strichpunktierten Linie begrenzten
Rechteckflächen dargestellt sind. Es versteht sich, daß die einzelnen Stationen
nicht unmittelbar nebeneinander-
liegen, sondern daß diejenigen elektrischen Leitungen,
die über die strichpunktierten Trennlinien zwischen je zwei Stationsflächen gehen,
in einem Kabel zusammengefaßt sind und auf diese Weise die betreffenden, beliebig
weit voneinander entfernt angeordneten Stationen verbinden. Es versteht sich ferner,
daß die nachfolgend erläuterten Rohrschalter an den Förderrohren angeordnet sind,
die ihrerseits in der Zeichnung der F i g. 10 nicht dargestellt sind.
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Die Steuerzentrale, die gleichzeitig für die Stromversorgung der
gesamten Anlage sorgt, weist einen Druckluftmotor rechts (im Bild rechtsseitig)
DM-r sowie einen Saugluftmotor SM, einen Transformator U mit Gleichrichter Gl, ein
Trennrelais TR, ferner ein Ausschaltrelais ASR, ein Saugluftmotor-Relais SMR und
schließlich ein Druckluftmotor-Relais rechts DMR-r auf. Die einzelnen Schalter der
Relais sind mit kleinen Buchstaben und Indexzahlen bezeichnet, die auf die Zugehörigkeit
zu dem jeweiligen Relais hindeuten.
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Das kleine Steuerteil im Bild links unten enthält demgemäß den Druckluftmotor
links DM-1, einen Luftklappenmagneten LKM sowie ein Druckluftmotor-Relais links
DMR-I. Es versteht sich, daß die Anschlußleitung zu dem Motor, ebenso wie in der
Steuerzentrale, mit einer Sicherung Si-M für den Netzstrom, die Steuerzentrale auch
noch mit einer Sicherung für den Steuerstrom Si-S ausgestattet ist.
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Jede Rohrpoststation umfaßt schaltungsmäßig eine Sendetaste ST, einen
Wahlschalter W, eine Sende-bzw. Kontrollampe SL, einen Klappenankermagneten KM,
der erforderlichenfalls die Klappe der Station offenhält, ferner einen Klappenhaltemagneten
HM, der die Klappe in geschlossener Stellung hält, drei Rohrschalter RS und schließlich
zwei Relais I bis XI sowie 1 a bis XI a. Die Bezeichnung der einzelnen Schalter
weisen wiederum auf die Zugehörigkeit zu den Relais hin. Im übrigen geben die Indexzahlen
nochmals die Zugehörigkeit der betreffenden elektrischen Teile zu der Rohrpoststation
an. Der Vollständigkeit halber sei noch bemerkt, daß die in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel
vorgesehenen elektrischen Geräte, z. B. die Elektromagneten, auch durch andere,
sinngemäß arbeitende Teile bzw. Geräte ersetzt werden können.
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Die Wirkungsweise der Steuerung sei nun an Hand des Schaltschemas
für das Beispiel erläutert, daß eine Rohrposthülse von der Station 1 zur Station
11 gesendet werden soll. Es sind bei jedem Sendevorgang vier Phasen zu unterscheiden,
die aufeinander folgen, nämlich: 1. Aufbau der elektrischen Verbindung, 2. Saugluftbetrieb,
3. Druckluftbetrieb, 4. Abschalten.
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Aufbau und Verbindung Wenn, wie gesagt, von der Station 1 zur Station
11 gesendet werden soll, wird der Wahlschalter W1 von Hand durch Drehen des Handgriffes
auf die Zahl 11 eingestellt, wo der Handgriff stehenbleibt. Es wird nunmehr die
SendetasteSTi gedrückt. Es kann nun vom dem Pluspol des Gleichrichters Gl über den
Kontakt trl, die geschlossene Sendetaste ST1, den Wahlschalter W1 und die betreffende
angesprochene Verbindungsleitung zu dem Wahlschalter sowie weiter über den Fußpunkt
des Kontaktes 11 a und über das
Relais XI zurück zu dem Minuspol
des Gleichrichters ein Strom fließen. Das Relais XI zieht an, womit der Arbeitskontakt
11 a geschlossen wird. Auf diese Weise erhält das Trennrelais TR Spannung, womit
die Kontakte trl und tr2 umschalten. Der erste Kontakt ist als Folgeumschaltkontakt
ausgebildet, d. h., er schaltet auf der einen Seite eher ein, als er auf der anderen
Seite ausschaltet. Auf diese Weise hält sich das Trennrelais TR ebenso wie das Relais
XI an Spannung.
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Durch Wirkung des Kontaktes tr2 leuchten sämtliche Sende- bzw. Kontrollampen
SL, bis SLll auf.
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Saugluftbetrieb Mit dem oben erläuterten Einschalten der Sendetaste
STl erhält auch das Relais Ia Spannung, so daß der Kontakt 1A1 anzieht und damit
das Relais 1 a auch nach Loslassen der Sendetaste ständig an Spannung hält. Wie
das Schaltbild zu erkennen gibt, liegt die fünfte Steuerader von oben an dem Minuspol
des Gleichrichters an, während die sechste Steuerader von oben über die geschlossenen
Kontakte tr2 und trl am Pluspol angeschlossen ist. Auf diese Weise liegt auch der
Klappankermagnet KM1 einerseits am Pluspol und andererseits nach Schließen des Kontaktes
1A2 des RelaisIa am Minuspol. Gleichzeitig ist aber auch der Kontakt 1AS geschlossen
worden, so daß das Saugluftmotor-Relais SMR Spannung erhält. Das Saugluftmotor-Relais
SMR schaltet über seine Kontakte smr1 und smr2 den Saugluftmotor SM ein. Die Hülse
wird also durch den Saugluftmotor von der Station 1 abgesaugt und gelangt in das
Hauptfahrrohr. Dort befindet sich der Rohrschalter RS1, der von der vorbeifahrenden
Rohrposthülse geöffnet wird, so daß das Relais 1 a abfällt und damit auch wieder
den Klappankermagneten KM1 sowie das Saugluftmotor-Relais SMR abschaltet.
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Druckluftbetrieb Wie oben beschrieben wurde, hält sich das Relais
XI an Spannung, womit der Kontakt 11 b geöffnet ist.
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Der Klappenhaltemagnet HM11 in der Station 11 hat also keinen Strom,
so daß die Klappe in dieser Station nicht gehalten wird und später durch die herausfallende
Hülse geöffnet werden kann.
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In dem Hauptfahrrohr befindet sich nun noch ein weiterer Rohrschalter
RSA (die entsprechenden Rohrschalter der übrigen Stationen sind fortlaufend mit
RSB bis RSK bezeichnet). Dieser Rohrschalter RSA liegt direkt etwa in Hülsenlänge
hinter dem Rohrschalter RS1 in dem Hauptfahrrohr. Wenn der Rohrschalter RSA von
der Hülse betätigt wird, und zwar durch kurzes Drücken, wird das Druckluftmotor-Relais
rechts DMR-r eingeschaltet und damit dessen Kontakte dmr-rl und dmr-r2, so daß sich
dieses Relais selbst an Spannung hält, wobei außerdem das Druckluftmotor-Relais
links DMR-I und der LuftklappenmagnetLKM eingeschaltet werden. Der Luftklappenmagnet
bewirkt, daß die Klappe vor dem Ansaugstutzen des Druckluftmotors links DMR-1 in
geöffneter Stellung gehalten wird. Mit Einschalten der soeben erläuterten beiden
Relais werden auch die beiden Druckluftmotoren DM-l und DM-r eingeschaltet. Durch
den eingeschalteten Kontaktdmr-r4 werden die Klappenhaltemagneten HM1 bis HMlo eingeschaltet,
lediglich der Klappenhaltemagnet HM11 ist ausgeschaltet und damit die Klappe der
Station 11 geöffnet, wie oben bereits erläutert wurde, weil der Kontakt 11 h durch
das Relais XI geöffnet ist.
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Durch Wirkung der beiden Druckluftmotoren wird nun die Hülse zwangläufig
zu derjenigen Station geführt, deren Klappe geöffnet ist, an deren Klappe also die
Druckluft und damit auch die Hülse austreten kann. Es hat sich in der Praxis erwiesen,
daß irgendwelche beweglichen Steuerorgane für die Hülse nicht erforderlich sind.
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Abschalten Sobald die Hülse die gewünschte Station erreicht hat,
wird in dieser Station der Rohrschalter RSK betätigt, der öffnet und gemäß Schaltplan
umschaltet.
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Damit wird dem Relais XI der Anschluß an den Minuspol des Gleichrichters
genommen, so daß dieses Relais einschließlich seiner Kontakte abschaltet bzw. in
den Ruhezustand zurückgeht. Das Umschalten des Rohrschalters RSK verursacht einen
kurzen Minus-Impuls an das AusschaltrelaisASR, welches anzieht und die Kontakte
asrl und asr9 öffnet. Durch den ersten Kontakt wird der gesamten Anlage der Pluspol
genommen. Der Kontakt asr2 trennt die beiden Druckluftmotor-Relais DMR-r und DMR-l
sowie den Luftklappenmagneten LKM. Die Kontakte der Relais besorgen nun wieder,
daß auch die Druckluftmotoren auf beiden Seiten abgeschaltet werden.
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Es kann vorkommen, daß die Sendetaste sowie der Wahlschalter versehentlich
eingeschaltet bzw. der Wahlschalter in eine falsche Stellung gebracht worden ist,
so daß die Anlage sofort wieder abgeschaltet werden soll. Zu diesem Zweck ist ein
Abschalten von Hand möglich durch die Auslösetaste A T1 bis A T11, und zwar jeweils
für die in Bedienung befindliche Station. Durch den oben erläuterten Aufbau der
Verbindung wird das Relais 1 a und damit auch dessen Kontakt 1A4 eingeschaltet.
Wenn nun die Auslösetaste A T1 gedrückt wird, erhält das Ausschaltrelais ASR Spannung,
so daß sich der soeben erläuterte normale Ausschaltvorgang, ähnlich wie durch Betätigen
des Rohrschalters in der Zielstation, vollzieht.
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Es sei noch bemerkt, daß durch das Umschalten des Kontaktes trl sämtliche
Sendetasten der Stationen, einschließlich der vorher betätigten Sendetaste an der
Sendestation, stromlos gemacht werden, d. h., die Sendetasten können während des
Fördervorganges niedergedrückt werden, ohne daß sie irgendeine Wirkung auslösen
könnten.
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Die oben an Hand eines Beispiels erläuterten Vorgänge, die übrigens
in einer außerordentlich kurzen Zeit ablaufen, wiederholen sich sinngemäß bei jedem
anderen Sendevorgang, gleichgültig, von welcher Station zu welcher anderen Station
gesendet werden soll.