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DE1294690B - Schweregefesselter Kreiselkompass - Google Patents

Schweregefesselter Kreiselkompass

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Publication number
DE1294690B
DE1294690B DE1964A0046916 DEA0046916A DE1294690B DE 1294690 B DE1294690 B DE 1294690B DE 1964A0046916 DE1964A0046916 DE 1964A0046916 DE A0046916 A DEA0046916 A DE A0046916A DE 1294690 B DE1294690 B DE 1294690B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
rotor
axis
weight
gyro compass
compass according
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE1964A0046916
Other languages
English (en)
Inventor
Hintze
Dipl-Ing Johannes
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Raytheon Anschuetz GmbH
Original Assignee
Anschuetz and Co GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Anschuetz and Co GmbH filed Critical Anschuetz and Co GmbH
Priority to DE1964A0046916 priority Critical patent/DE1294690B/de
Publication of DE1294690B publication Critical patent/DE1294690B/de
Pending legal-status Critical Current

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    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01CMEASURING DISTANCES, LEVELS OR BEARINGS; SURVEYING; NAVIGATION; GYROSCOPIC INSTRUMENTS; PHOTOGRAMMETRY OR VIDEOGRAMMETRY
    • G01C19/00Gyroscopes; Turn-sensitive devices using vibrating masses; Turn-sensitive devices without moving masses; Measuring angular rate using gyroscopic effects
    • G01C19/02Rotary gyroscopes
    • G01C19/34Rotary gyroscopes for indicating a direction in the horizontal plane, e.g. directional gyroscopes
    • G01C19/38Rotary gyroscopes for indicating a direction in the horizontal plane, e.g. directional gyroscopes with north-seeking action by other than magnetic means, e.g. gyrocompasses using earth's rotation

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Environmental & Geological Engineering (AREA)
  • General Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Geology (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Radar, Positioning & Navigation (AREA)
  • Remote Sensing (AREA)
  • Vibration Prevention Devices (AREA)

Description

  • Die Erfindung betrifft einen schweregefesselten Kreiselkompaß mit schwebend gelagertem Kreiselläufer.
  • Kreiselkompasse dieser Art sind in der Patentliteratur schon vor Jahrzehnten beschrieben worden, haben jedoch bisher keinen Eingang in die Praxis gefunden, obwohl die schwebende Lagerung des Kreiselläufers besondere Vorteile hinsichtlich Genauigkeit und Empfindlichkeit hätte bieten können.
  • Die Ursache für die bisher ausgebliebene praktische Verwirklichung eines solchen Kreiselkompasses dürfte darin liegen, daß die Maßnahmen zur Fesselung der Läuferachse an die Waagerechte und damit zur Erzielung der meridiansuchenden Wirkung unzulänglich waren. Die einschlägige Patentliteratur schweigt sich über eine physikalische Begründung für das angebliche Eintreten einer meridiansuchenden Wirkung gänzlich aus.
  • Nach der Erfindung wird bei einem Kreiselkompaß der genannten Art eine wirkungsvolle und physikalisch klar durchschaubare Schwerefesselung dadurch erreicht, daß der Kreiselläufer ein in der Richtung seiner Läuferachse bewegliches Gewicht enthält, das durch eine Rückstellkraft in einer Ausgangsstellung gefesselt ist.
  • Zu dieser Ausbildung eines schweregefesselten Kreiselkompasses mit schwebend gelagertem Kreiselläufer konnte ein anderer bekannter Kreiselkompaß, bei dem die Schwerefesselung durch eine federnde Verschiebbarkeit des gesamten Kreiselläufers erzielt wird, keine unmittelbare Anregung geben, weil bei jenem Kreiselkompaß der Kreiselläufer nicht schwebend, sondern kardanisch gelagert ist und somit für eine Schwerefesselung durch Gewichtsverlagerung ganz andere, und zwar durchaus einfachere Voraussetzungen gegeben waren.
  • Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung besteht das bewegliche Gewicht aus einer flüssigen Masse, die eine zur Läuferachse gleichachsige Bohrung des Läufers teilweise ausfüllt.
  • Wenn der erfindungsgemäße Kompaß als Schiffskompaß verwendet werden soll, muß der Schlingerfehler bekämpft werden, der mangels besonderer Vorkehrungen dadurch bedingt ist, daß durch die Verschiebung des beweglichen Gewichts in Richtung der Läuferachse sich der resultierende Schwerpunkt vom Mittelpunkt des kugelförmigen Kreiselläufers entfernt und daher unter dem Einfluß der Schlingerbeschleunigungen ein störendes Stützmoment ausüben könnte.
  • Die Lösung dieses Problems wird durch eine solche Dämpfung des Gewichts mit Bezug auf die Schlingerfrequenz des Schiffs erzielt, daß eine längs der Läuferachse verlaufende Komponente der Schlingerbeschleunigung eine Hin- und Herbewegung des Gewichts mit einer Phasenverschiebung von etwa 900 bewirkt.
  • Dient als bewegliches Gewicht eine flüssige Masse, so läßt sich diese Dämpfung dadurch erreichen, daß die Bohrung des Läufers durch mindestens eine Querwand in Kammern unterteilt ist, die durch eine Drosselverbindung kommunizieren.
  • Um bei dem erfindungsgemäßen Kreiselkompaß die Schwingungen der Läuferumlaufachse um die Hochachse durch den Meridian hindurch zu dämpfen, wird auf die an sich bekannte Maßnahme zurückgegriffen, das dämpfende Stützmoment auf den Kreiselläufer durch Kippen des Antriebmomentvektors zu erzeugen.
  • Das kann in der Weise geschehen, daß der das Läuferantriebsmoment erzeugende Motorständer um eine waagerechte, den Antriebsmomentvektor rechtwinklig schneidende Achse durch einen Hilfsantrieb in Abhängigkeit von der Neigung der Kreiselläuferachse verstellbar ist. Letzteres ist dadurch erreichbar, daß ein auf den Motorständer wirkender Kippantrieb unter Steuerung durch eine Libelle steht, die durch Nachlaufantriebe parallel zur Kreiselläuferachse gehalten wird.
  • Die Erfindung sei nunmehr im einzelnen an Hand einiger Ausführungsbeispiele erläutert, die in der Zeichnung wiedergegeben sind. In dieser zeigt F i g. 1 einen Aufriß der wesentlichen Teile des Kreiselkompasses, teilweise im Schnitt, F i g. 2 eine andere Ausführungsform des Kreiselläufers im Querschnitt und F i g. 3 eine dritte Ausführungsform des Kreiselläufers im Querschnitt.
  • Ein kugelförmiger Kreiselläufer 10 ist als Kurzschlußanker eines Drehstrommotors ausgebildet, dessen Ständer 11 nur schematisch ohne seine Wicklungen dargestellt ist. Diese werden mit einem Wechselstrom von Tonfrequenz erregt und erzeugen ein Drehfeld, in welchem der Läufer 10 um seine Hauptträgheitsachse 15 umläuft, die ungefähr mit der Ständerachse 12 zusammenfällt. In dem Spalt zwischen dem Ständer 11 und dem Läufer 10 wird ein Druckluftkissen aufrechterhalten, auf dem der Läufer 10 schwimmt. Zu diesem Zweck ist der Ständer 11 mit ringförmigen Kanälen 13 versehen, welche die Achse 12 gleichachsig umgeben und in denen ein Luftdruck durch eine Pumpe mit nicht näher veranschaulichten Schlauchanschlüssen aufrechterhalten wird. Diese Ringkanäle 13 sind mit dem Luftspalt durch Drosselbohrungen 14 verbunden. Sucht der Läufer 10 unter dem Einfluß der Erdbeschleunigung oder anderer Beschleunigungen seine konzentrische Lage im Ständer 11 zu verlassen, so daß sich der Luftspalt an irgendeiner Stelle verengt, dann sinkt die Strömungsgeschwindigkeit und infolgedessen auch der Druckabfall in den dort mündenden Drosselöffnungen 14.
  • Das führt aber dazu, daß dort der im Luftspalt herrschende Druck steigt und sich dem in den Ringleitungen 13 herrschenden Überdruck nähert, was einer Verengerung des Luftspalts entgegenwirkt. Dadurch wird verhindert, daß eine Berührung zwischen dem Läufer 10 und dem Ständer 11 eintritt.
  • Bekanntlich stellt sich der Läufer 10 im Betrieb so ein, daß er um seine Hauptträgheitsachse 15 umläuft.
  • Um diese zu schaffen, besteht er aus zwei aufeinanderliegenden Scheiben 16 und 17 von besonders hohem spezifischen Gewicht, die auf der Achse 15 lotrecht stehen, und aus zwei Kugelkalotten 18 und 19 von geringerem spezifischem Gewicht. Gleichachsig zur Achse 15 hat der kugelförmige Läufer eine ebene Spiegelfläche 20, die dem Zweck dient, eine die Lage des Ständers 11 bestimmende Nachlaufeinrichtung so zu steuern, daß die Achse 12 des Ständers 11 ständig mit der Hauptträgheitsachse 15 des Läufers 10 zusammenfällt.
  • Zu diesem Zweck ist der Ständer 11 an einem ihn umgebenden Ring 24 befestigt, der oben in der Symmetrieebene des Ständers 11 einen lotrechten Zapfen 22 trägt, mit dessen Hilfe die Kompaßrose 26 am Ring 24 und dem Ständer 11 befestigt ist. Der Ring 24 ist durch Lagerkugeln 28 in einem gleichachsigen Ring 30 drehbar gelagert und mit einem Zahnkranz versehen, der um seine Achse mittels eines am Ring 30 angebrachten Nachlaufmotors 38 und eines Getriebes 31, 40 drehbar ist. Ein am Ring 30 sitzender lotrechter Zapfen 32 ist in einem Ständer 34 drehbar gelagert, dessen Achse 36 durch den Mittelpunkt des Ständers 11 hindurchgeht und dort von der Achse der Ringe 24 und 30 geschnitten wird.
  • Auf dem Ständer 34 ist ein Nachlaufmotor 44 befestigt, dessen Läufer ein Ritzel 46 trägt, das mit einem am Ring 30 gleichachsig zu dessen Achse 36 bebestigten Zahnkranz 48 kämmt.
  • Am Ring 24 ist eine ProjektionslampeSO angebracht, die ein Strahlenbündel 52 auf die ebene Spiegelfläche 20 des Läufers 10 wirft. Das durch den Spiegel 20 zurückgeworfene Strahlenbündel bildet einen Lichtfleck auf einem am Ring 24 befestigten Strahlenempfänger 54, der mit vier im Kreise angeordneten lichtelektrischen Zellen versehen ist. Je nachdem, ob der Lichtfleck auf dem Empfänger 54 auf oder ab oder nach rechts oder nach links wandert, werden verschiedene dieser Zellen beeinflußt und steuern über eine Verstärkerschaltung die beiden Nachlaufmotoren 38 und 44 derart, daß diese den Ring 24 und den an ihm befestigten Ständer 11 jeweils in die Lage zurückfi} hren, in der die Hauptträgheitsachse 15 des Kreiselläufers mit der Achse 12 des Ständers zusammenfällt.
  • Um nun zu erreichen, daß jede Neigung der Hauptträgheitsachse 15 ein Stützmoment erzeugt, dessen Vektor auf der Zeichenebene lotrecht steht, enthält der Kreiselläufer 10 ein in der Richtung seiner Läuferachse 15 bewegliches Gewicht, das durch eine Rückstellkraft in einer Ausgangsstellung gefesselt ist.
  • Bei der in F i g. 2 veranschaulichten Ausführungsform ist zu diesem Zweck zwischen den beiden Scheiben 216 und 217, die den Scheiben 16 und 17 der F i g. 1 und 3 entsprechen, eine dünne, aus federndem Werkstoff bestehende Membran 60 eingespannt, deren Ebene auf der Hauptträgheitsachse 15 lotrecht steht.
  • Die dieser Membran 60 zugewandten Flächen der beiden Scheiben 216 und 217 sind jedoch so ausgespart, daß die Membran nur an ihrer Randzone eingespannt ist und in ihrem Mittelteil in Richtung der Achse 15 durchfedern kann. In ihrer Mitte trägt die Membran ein an ihr befestigtes Gewicht62. Neigt sich die Trägheitsachse 15 zur Waagerechten, dann bewegt sich das Gewicht 62 auf der Achse 15 abwärts. Das hat aber zur Folge, daß der Schwerpunkt des Läufers 10 von dessen geometrischem Mittelpunkt abweicht und die Erdbeschleunigung daher das gewünschte Stützmoment erzeugt. Durch dieses erfährt der Läufer eine Präzessionsbewegung, die seine Läuferachse in den Meridian wandern läßt. Da der Ständer 11, durch die beiden Nachlaufmotoren 44 und 38 angetrieben, diese Wanderung mitmacht, dreht sich auch die Kompaßrose 26 in den Meridian. Da indessen das Stützmoment, das die Kreiselläuferachse in den Meridian wandern läßt, noch weiter wirkt, wenn die Meridianlage erreicht ist, schwingt die Kreiselläuferachse durch den Meridian hindurch. Die weitere Erddrehung führt dann dazu, daß das abwärts geneigte Ende der Trägheitsachse 15 aufwärts kippt, bis die Achse 15 wieder waagerecht steht und sich schließlich entgegengesetzt neigt und daher das Gewicht 62 in die entgegengesetzte Richtung wandern läßt. Dadurch entsteht ein Stützmoment, das dem bisher wirksamen entgegengesetzt wirkt und daher die Kreiselläuferachse wieder zurückpräzedieren läßt.
  • Zweckmäßig werden die Größe des Gewichts 62, das Maß der Verstellung dieses Gewichts und der Drall des Kreiselläufers so bemessen, daß die Schwingungszeit in bekannter Weise 84 Minuten beträgt. Das hat dann zur Folge, daß Beschleunigungen des mit dem Kreiselkompaß ausgerüsteten Schiffs keine störenden Schwingungen auslösen.
  • Die Schwingungen des Kreiselläufers durch den Meridian hindurch müssen gedämpft werden. Zu diesem Zweck muß ein dämpfendes Stützmoment auf den Kreiselläufer ausgeübt werden. Das geschieht beim beschriebenen Ausführungsbeispiel dadurch, daß das Dämpfungsmoment auf den Kreiselläufer durch Kippen des Antriebsmomentvektors erzeugt wird. Zu diesem Zweck ist der das Läuferantriebsmoment erzeugende Motorständerll an dem Ring 24 nur dessen Achse 75 drehbar gleitend geführt. Diese Achse 75 verläuft waagerecht und schneidet rechtwinklig den Antriebsmomentvektor. Um diese Achse ist der Motorständer durch einen Hilfsantrieb 76 verstellbar, und zwar in die eine oder die andere zweier gestrichelt angedeuteter Schrägstellungen. Bei dem Antrieb 76 kann es sich um eine Magnetspule handeln, in der ein Anker in Achsenrichtung verschiebbar geführt ist. Die Magnetspule ist am Ring 24 und der Magnetanker am Ständerll gelenkig befestigt.
  • Gesteuert wird die Magnetwicklung durch eine Libelle 77, die an dem Ring 24 befestigt ist und die daher durch die beiden Nachlaufantriebe 31, 38, 40 und 44, 46, 48 ständig parallel zur Kreiselläuferachse 15 gehalten wird.
  • Der Ständer 11 nimmt daher die bei A' gestrichelt angedeutete Lage ein, solange die Kreiselläuferachse 15 zur Waagerechten in dem einen Sinne geneigt ist.
  • Der Ständer 11 wird aber in die Lage B' verstellt, sobald die Achse 15 die Waagerechte erreicht und sich dann im anderen Sinne zur Waagerechten neigt.
  • Das Kippen des Motorständers 11 um die Achse 75 hat zur Folge, daß der Vektor des vom Drehfeld erzeugten Antriebsmoments in zwei Komponenten auflösbar wird, deren eine mit der Achse 15 zusammenfällt und den Umlauf des Kreiselläufers entgegen der Luftreibung aufrechterhält, während die andere Komponente durch einen etwa lotrechten Vektor dargestellt werden kann und die Kreiselläuferachse 15 aufrichtet und daher die Dämpfung bewirkt.
  • Wie man mit Hilfe einer Libelle ein elektrisches Stützmoment steuern kann, ist bekannt. Darum bedarf es keiner näheren Erläuterung, in welcher Weise die Libelle 77 die Erregung der Magnetspule 76 steuert.
  • Indessen wirkt die Steuerung durch die Libelle nur so lange genau, als der Kompaß keinen erheblichen einseitig wirkenden Beschleunigungen unterliegt. Aus diesem Grunde empfiehlt es sich, die Libelle 77 von der Magnetspule 76 in Abhängigkeit von der Nord-Süd-Komponente der Fahrtbeschleunigung abzuschalten. Die Fahrtbeschleunigung wird mit Hilfe des Logs gemessen.
  • Bei der in F i g. 3 gezeigten Ausführungsform der Erfindung hat der Kreiselläufer 10 eine mit seiner Hauptträgheitsachse 15 zusammenfallende Sackbohrung 64, deren offenes Ende durch einen Stopfen 66 verschlossen ist und die eine flüssige Masse, z. B.
  • Quecksilber, enthält, welche die Bohrung 64 teilweise ausfüllt. Durch die Fliehkraft wird beim Umlauf des Läufers 10 diese flüssige Masse nach außen geschleudert und bildet einen Innenmantel 68, dessen Flüssigkeitsspiegel unter dem Einfluß der Fliehkraft eine zylindrische Gestalt anzunehmen sucht. Neigt sich aber die Hauptträgheitsachse 15, dann verlagert sich die Flüssigkeit nach dem einen Ende der Bohrung 64 hin, so daß der Flüssigkeitsspiegel eine kegelförmige Gestalt anzunehmen sucht. Der Schwerpunkt der flüssigen Masse fällt dann nicht mehr mit dem Mittelpunkt des Kreiselläufers zusammen, sondern ist auf der Achse 15 seitlich verschoben, wodurch in der beschriebenen Weise die Präzessionsbewegung erzeugt wird.
  • Kreiselkompasse mit einem einzigen Kreiselläufer unterliegen bekanntlich bei Anordnung auf einem schlingernden Schiff dem Schlingenfehler, der dadurch entsteht, daß die auf den Läuferschwerpunkt wirkende Schlingerbeschleunigung ein störendes Stützmoment erzeugt.
  • Dieser Mangel ist nun dadurch ganz oder teilweise behoben, daß die Verschiebung des Gewichts in Richtung der Achse 15 in bestimmter Weise gedämpft ist.
  • Diese Dämpfung ist auf die Schlingerfrequenz des Schiffs derart abgestimmt, daß die längs der Achse 15 verlaufende Komponente der Schlingerbeschleunigung eine Hin- und Herbewegung des Gewichts 62 oder 68 mit einer Phasenverschiebung um etwa 900 bewirkt.
  • Bei der Ausführungsform der F i g. 2 ist das dadurch erreicht, daß die beiderseits der Membran 60 durch die Aussparungen der Scheiben 216 und 217 gebildeten Kammern, die durch eine axiale Bohrung 70 des Läufers vergrößert werden können, durch Drosselbohrungen 72 miteinander verbunden und mit einer Flüssigkeit gefüllt sind. Bei jeder Verschiebung des Gewichts 62 in Richtung der Achse 15 muß die Flüssigkeit aus der einen Kammer verdrängt und durch die Drosselbohrungen 72 in die andere Kammer gedrückt werden. Dadurch läßt sich die Verschiebung des Gewichts 62 in Richtung der Achse 15 in der gewünschten Weise dämpfen.
  • Ähnlich erfolgt die Dämpfung bei der Ausführungsform der F i g. 3. Dort ist die Bohrung durch eine zwischen den Scheiben 16 und 17 eingeschaltete steife Trennwand 174 in zwei Kammern unterteilt, die durch Drosselbohrungen 176 in Verbindung stehen. Diese Bohrungen befinden sich dicht am Umfang der Bohrung 64, so daß sie beim Umlauf des Kreiselläufers mit der Flüssigkeit gefüllt sind.
  • Das beschriebene Ausführungsbeispiel der Erfindung läßt sich in mannigfacher Hinsicht abwandeln.
  • Um sicherzustellen, daß der Vektor des vom Drehfeld auf den Läufer 10 ausgeübten Drehmoments mit der Achse 12 des Ständers zusammenfällt - anderenfalls würde ein störendes Stützmoment auf denKreiselläufer ausgeübt werden -, kann der Ständer 11. statt am Ring 24 befestigt zu sein, in diesem um die Achse 12 drehbar gelagert sein und mit vergleichsweise niedriger Drehzahl in Umlauf versetzt werden, z. B. durch Rücktoßdüsen, die mit den Druckluftkanälen 13 in Verbindung stehen.
  • Ferner kann der Läufer 10 mit einem Kurzschlußkäfig versehen sein, der in der bei Drehstrommotoren üblichen Weise aus Kupferstäben und Kupferringen besteht. Der Ständer 11 kann in der üblichen Weise aus lamelliertem Blech bestehen. Der Ständer 34 kann bei Ausgestaltung des Kompasses als Schiffskompaß kardanisch aufgehängt sein.
  • Es besteht auch die Möglichkeit, den Motorständer so auszugestalten, daß er nicht auf elektrische Weise durch Erzeugung eines Drehfelds das Antriebsmoment erzeugt, sondern auf pneumatische Weise auf den Kreiselläufer wirkt und zu diesem Zweck Düsen trägt, die tangentiale Luftstrahlen auf die Oberfläche des Läufers richten.
  • Ferner kann der Kreiselläufer anders gestaltet sein.
  • Er kann einen Hohlraum und eine in diesen hineinragende kleine Kugel aufweisen, welche in einer Pfanne läuft, deren Tragarm längs der Achse 12 in den Hohlraum hineinragt und am Ständer 11 befestigt ist. Dann kann der Luftspalt zwischen der äußeren Kugelfläche des Läufers und dem Motorständer größer bemessen werden, so daß dort die Luftreibung niedriger wird.
  • Ferner kann der Hilfsantrieb 76 so ausgestaltet sein, daß er den Ständer 11 um einen Winkel kippt, welcher der Neigung der Libelle 77 zur Waagerechten verhältnismäßig gleich ist. Das hat dann zur Folge, daß das Dämpfungsmoment mit abnehmender Schwingungsamplitude sinkt. Auch kann der Ständer 11 statt um die Achse 75 schwenkbar zu sein, um die Achse des Zapfens 22 schwenkbar am Ring 24 gelagert und durch Antrieb 76 gedreht werden.
  • Statt durch ein Luftkissen kann der kugelförmige Kreiselläufer auch durch elektrostatische Kräfte in der Schwebe gehalten werden.
  • Bei der in F i g. 2 gezeigten Ausführungsform wird die Rückstellkraft, die das Gewicht 62 in seiner Ausgangsstellung fesselt, von der Federkraft der Membraun 60 gebildet. Diese Ausgangsstellung ist dabei diejenige Stellung, in welcher der Schwerpunkt des Gewichts 62 mit dem Mittelpunkt des Läufers zusammenfällt. Jedoch bestünde auch die Möglichkeit, das Gewicht 62 in einem gewissen Abstand vom Mittelpunkt des Läufers anzuordnen, sofern nur durch ein Gegengewicht dafür gesorgt wird, daß der Gesamtschwerpunkt des Läufers mit seinem geometrischen Mittelpunkt zusammenfällt, solange die Membran entspannt ist.
  • Bei der in F i g. 3 gezeigten Ausführungsform wird die Rückstellkraft durch die Fliehkraft gebildet.
  • Die Drosselkanäle 72 und 176 können temperaturabhängig, etwa durch Bimetall bewegte Ventile, gesteuert werden.

Claims (7)

  1. Patentansprüche: 1. Schweregefesselter Kreiselkompaß mit schwebend gelagertem Kreiselläufer, d a du r c h gekennzeichnet, daß der Kreiselläufer (10) ein in der Richtung seiner Läuferachse (15) bewegliches Gewicht (62, 68) enthält, das durch eine Rückstellkraft in einer Ausgangsstellung gefesselt ist.
  2. 2. Kreiselkompaß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das bewegliche Gewicht aus einer flüssigen Masse (68) besteht, die eine zur Läuferachse (15) gleichachsige Bohrung (64) des Läufers (10) teilweise ausfüllt.
  3. 3. Schiffskreiselkompaß nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine solche Dämpfung des Gewichts (62, 68) mit Bezug auf die Schlingerfrequenz des Schiffes, daß eine längs der Läuferachse (15) verlaufende Komponente der Schlingerbeschleunigung eine Hin- und Herbewegung des Gewichts mit einer Phasenverschiebung von etwa 900 zur Schlingerbewegung bewirkt.
  4. 4. Schiffskreiselkompaß nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Bohrung (64) durch mindestens eine Querwand (174) in Kammern unterteilt ist, die durch eine Drosselverbindung (176) kommunizieren.
  5. 5. Kreiselkompaß nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß er in an sich bekannter Weise mit einer die Schwingungen der Läuferumlaufachse (15) um die Hochachse durch den Meridian hindurch dämpfenden Einrichtung versehen ist, die das dämpfende Stützmoment auf den Kreiselläufer durch Kippen des Antriebsmomentvektors erzeugt.
  6. 6. Kreiselkompaß nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der das Läuferantriebsmoment erzeugende Motorständer (11) um eine waagerechte, den Antriebsmomentvektor rechtwinklig schneidende Achse (75) durch einen Hilfsantrieb (76) in Abhängigkeit von der Neigung der Kreiselläuferachse (15) verstellbar ist.
  7. 7. Kreiselkompaß nach AnspruchS, dadurch gekennzeichnet, daß der auf den Motorständer wirkende Hilfsantrieb (76) unter Steuerung durch eine Libelle (77) steht, die durch Nachlaufantriebe (31, 38, 40 und 44, 46, 48) parallel zur Kreiselläuferachse (15) gehalten wird.
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