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DE3016500A1 - Kreiselkompass - Google Patents

Kreiselkompass

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Publication number
DE3016500A1
DE3016500A1 DE19803016500 DE3016500A DE3016500A1 DE 3016500 A1 DE3016500 A1 DE 3016500A1 DE 19803016500 DE19803016500 DE 19803016500 DE 3016500 A DE3016500 A DE 3016500A DE 3016500 A1 DE3016500 A1 DE 3016500A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
rotor
gyro
axis
frame
compass according
Prior art date
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Granted
Application number
DE19803016500
Other languages
English (en)
Other versions
DE3016500C2 (de
Inventor
Rüdiger Dr. 2300 Kiel Haberland
Hartmut Karnick
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Raytheon Anschuetz GmbH
Original Assignee
Anschuetz and Co GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
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Publication date
Application filed by Anschuetz and Co GmbH filed Critical Anschuetz and Co GmbH
Priority to DE19803016500 priority Critical patent/DE3016500C2/de
Publication of DE3016500A1 publication Critical patent/DE3016500A1/de
Application granted granted Critical
Publication of DE3016500C2 publication Critical patent/DE3016500C2/de
Expired legal-status Critical Current

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    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01CMEASURING DISTANCES, LEVELS OR BEARINGS; SURVEYING; NAVIGATION; GYROSCOPIC INSTRUMENTS; PHOTOGRAMMETRY OR VIDEOGRAMMETRY
    • G01C19/00Gyroscopes; Turn-sensitive devices using vibrating masses; Turn-sensitive devices without moving masses; Measuring angular rate using gyroscopic effects
    • G01C19/02Rotary gyroscopes
    • G01C19/34Rotary gyroscopes for indicating a direction in the horizontal plane, e.g. directional gyroscopes
    • G01C19/38Rotary gyroscopes for indicating a direction in the horizontal plane, e.g. directional gyroscopes with north-seeking action by other than magnetic means, e.g. gyrocompasses using earth's rotation

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  • Geology (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Radar, Positioning & Navigation (AREA)
  • Remote Sensing (AREA)
  • Magnetic Bearings And Hydrostatic Bearings (AREA)
  • Vibration Prevention Devices (AREA)

Description

  • Kreiselkompaß
  • Die Erfindung betrifft einen Kreiselkompaß der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Bauart.
  • Bei einem bekannten Kreiselkompaß dieser Art (DE-OS 26 27 037) besteht der Lotfühler aus einem am Kreiselgestell schwenkbar gelagerten Pendel,--an dem Magnete angeordnet sind, die auf den Kreiselläufer mittels ihrer anziehenden Kraft die Führmomente ausüben. Dieser bekannte Kreiselkompaß zeichnet sich dadurch aus, daß der Lotfühler die Führmomente durch unmittelbare Einwirkung auf den Kreiselläufer erzeugt statt, wie'ebenfalls bekannt (DE-PS 23 05 663), elektrische Signale zu erzeugen, die ihrerseits Führmotoren steuern.
  • Der bekannte Kreiselkompaß nach DE-OS 26 27 037 hat jedoch noch drei wesentliche Nachteile: (1) Der Ausschlag des schwenkbar gelagerten Pendels verändert die Gasströmungen in der Umgebung des Kreiselläufers und kann dadurch unerwünschte Driftmomente erzeugen; (2) um die Kompaßfunktion auch. bei Verkantung gegen die Vertikale um die Spinachse zu erhalten, muß z.B. die Pendelaufhängung zusätzlich um die Spinachse schwenkbar ausgestaltet werden, was einen erhöhten Aufwand bedeutet; (3) um den Schlingerfehler zu unterdrücken, muß das Pendel sehr stark gedämpft werden, wozu ebenfalls Aufwand und ein relativ großer Bauraum erforderlich sind.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Kreiselkompaß der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Bauart unter Wahrung seiner Vorzüge so auszugestalten, daß die genannten Nachteile vermieden werden.
  • Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebene Ausgestaltung gelöst.
  • Diese ausgestaltung zeichnet sich auch durch große Einfachheit und hohe Betriebssicherheit aus.
  • In den Unteransprüchen sind zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung angegeben.
  • Die Erfindung ist mit besonderem Vorteil auf einen Kreiselkompaß anwendbar, bei dem, wie in der DE-OS 26 27 037 beschrieben, der Kreiselläufer mit seiner im Kreiselgestell gelagerten Welle zu gemeinsamen Umlauf durch ein Federkardangelenk verbunden ist, das dynamisch abgestimmt ist und daher kein Rückstellmoment auf den Kreiselläufer ausübt, wenn die Umlaufachse des Kreiselläufers aus ihrer gleichachsigen Lage zur Antriebswelle vorübergehend abwandert.
  • In den Zeichnungen, in denen bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung veranschaulicht sind, zeigen Fig. 1 schematisch das Kreiselgestell und seine Aufhängung, Fig. 2 einen lotrechten Längsschnitt durch das in Fig. 1 gezeigte Kreiselgestell, in welchem der den Lotfühler bildende verschiebbar geführte Körper bei waagerechter Lage der Kreiselläuferachse symmetrisch zu der Ebene -III-III gelegen ist, welche die Kardanachsen des Federkardangelenks aufnimmt, Fig. 3 den Schnitt durch die Nabe des Kreiselläufers in der Ebene III-III, Fig. 4 einen waagerechten Längsschnitt durch das Kreiselgestell einer abgeänderten Ausführungsform des Kreiselkompasses, bei der der den Lotfühler bildende verschiebbare Körper in erheblichem Abstande von der die Kardanachsen aufnehmenden Ebene angeordnet ist und bei der Magnete zusätzliche Führmomente ausüben, Fig. 5 einen den rechten Teil der Fig. 4 entsprechenden Längsschnitt einer Ausführungsform, die sich von derjenigen der Fig. 4 durch eine andere Ausgestaltung der Magnete unterscheidet und Fig. 6 ein Diagramm für den Verlauf der Schwingungsdauer und des Dämpfungsmaßes in Abhängigkeit von der geographischen Breite P.
  • In einem schiffsfesten Gehäuse 10 ist ein Kardanrahmen 12 mittels zweier Zapfen 14 und 16 um eine Azimutachse 18 drehbar gelagert, die parallel zur Hochachse des Schiffes verläuft.
  • Der Zapfen 14 trägt einen Abgriff 20, der den Azimutwinkel zwischen dem Rahmen 12 und dem Schiff abgreift und als elektrisches Signal weitergibt. Der Azimutwinkel kann durch eine parallel zu dem Abgriff angeordnete Kompaßrose angezeigt werden.
  • Um eine zur Azimutachse 18 rechtwinklig verlaufende Achse 2 schwenkbar ist durch zwei gleichachsige Zapfen 24 und 26 im Rahmen 12 das Kreiselgestell 28 gelagert, das den in Fig. 1 nich dargestellten Kreiselläufer 30 trägt.
  • Bei dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel der Erfindung hat der Kreiselläufer im Verhältnis zu den Drehwinkeln des Schiffes im Seegang nur eine geringe. Auslenkfreiheit im Kreiselgestell 28. Daher muß das Kreiselgestell 28 durch drehbare Lagerung vom Schiff entkoppelt sein und dem Kreiselläufer durch Rahmennachführregler nachgeführt werden. Zu diesem Zweck sind zwei Nachführregler mit der Regelelektronik 21 und dem Stellmotor 23 für die Kippachse 22 und der Regelelektronik 25 und dem Stellmotor 29 für die Azimutachse 18 vorgesehen. Unter Nutzung der Signale der in Fig. 1 nicht dargestellten Kreiselabgriffe führen die beiden Nachführregler das Kreiselgestell 28 dem Kreiselläufer nach und sorgen dafür, daß die Auslenkung des Kreiselläufers gegenüber dem Kreiselgestell 28 auf kleine Werte beschränkt bleibt. Die Auslenkungen liegen bei dynamisch abgestimmten Kreiseln in der Größenordnung von Bogensekunden.
  • Die Kreiselabgriffe sind in Fig. 2 dargestellt. Es handelt sich dabei um induktive Winkelabgriffe, von denen der eine um die zur Zeichenebene senkrechte Achse wirksame in Gestalt von Abgriffspulen 19 dargestellt ist, während die zur anderen Meßachse gehörenden Abgriffspulen vor und hinter der Zeichenebene angeordnet sind.
  • Der Kreiselläufer 30 ist mit seiner Antriebswelle 32 zu gemeinsamen Umlauf durch ein Federkardangelenk 34 derart gekuppelt, daß er um jede zweier Kardanachsen pendeln kann, die in der Ebene III-III die Achse der Läuferwelle 32 schneiden, wobei sich die eine dieser beiden Kardanachsen rechtwinklig zur anderen und zur Achse der Läuferwelle 32 erstreckt.
  • Das Kreiselgestell 28, das beim vorliegenden Ausführungsbeispiel als ein zylindrischer Topf ausgestaltet ist, trägt auf seinem Rand 36 einen auf ihm befestigten ringförmigen Körper 38, der den Stator 40 des Kreiselläufermotors aufnimmt.
  • Der Läufer 42 ist auf dem Ende der Kreiselläuferantriebswelle 32 starr befestigt. Außerdem nimmt der Ring 38 die Wälzlager 44 auf, mit denen die Welle 32 im Kreiselgestell 28 gelagert ist.
  • Insoweit entspricht die beschriebene Bauart dem bekannten Stande der Technik.
  • Im Unterschied zu diesem besteht jedoch der- Lotfühler aus einem vom Kreiselläufer 30 getragenen und in dessen Achsrichtung verschiebbar geführten Körper 46, der nachgiebig in der Lage gefesselt ist, in der er den gemeinsamen Schwerpunkt von ihm selbst und dem Kreiselläufer 30 mit dem Mittelpunkt zusammenfallen läßt, in welchem die Achse des Kreiselläufers 30 die Ebene III-III durchdringt. Bei einer Neigung dieser Kreiselläuferachse verschiebt sich dieser Körper 46 längs der Kreiselläuferachse. Das hat dann die Wirkung, daß dieser Körper 46 durch sein Gewicht das Führmoment auf den Kreiselläufer ausübt, das die Präzession in die Meridianebene bewirkt.
  • Beim dargestellten Ausführungsbeis-piel erfolgt die nachgiebige Fesselung des verschiebbaren Körpers 46 dadurch, daß auf dessen Enden Schraubendruckfedern 48 einwirken, die sich an dem Kreiselläufer 30 abstützen. Zum ringförmigen Kreiselläufer 30 gehört nämlich ein topfförmiges Zwischenstück 50, dessen Rand innen an einem Flansch 52 des Kreiselläufers befestigt ist und dessen Boden ein Führungsrohr 54 trägt. Die Blattfedern des Kardangelenks 34 sind durch eingearbeitete Schlitze aus der Wandung eines topfförmigen Körpers 56 herausgearbeitet, dessen Boden starr an der Antriebswelle 32 sitzt und dessen zylindrische Wand in den Raum zwischen dem Kreiselläufer 30 und dem Zwischenkörper 50 hineinragt und mit ihrem Rand an dem Flansch des Kreiselläufers 30 starr befestigt ist.
  • Das vom verschiebbaren Gewicht 46 auf den Kreiselläufer ausgeübte Führmoment wirkt um die waagerechte Führachse rechtwinklig zur Kreiselläuferachse und ist der Elevation £ der Kreiselläuferachse verhältnisgleich nach In dieser Formel ist H = Kreiseldrall Eigenkreisfrequenz der Kompaßschwingung Erdrate geographische Breite Elevation der Kreiselläuferachse regen die Horizontebene Die Achse dieses Führmoments muß zur Veriiieidung einer unzulässlgen Veränderung der Dämpfung der Kompaßschwi ngungen im zeitlichen Mittel mit einer Genauigkeit v-on + 10 waagerecht gehalten werden. Dies gilt im besonderen auch bei einer Verkantung des Kompasses um die Kreiselläuferachse, wie sie infolge einer Krängung des Schiffes eintritt.
  • Da der zeitliche Mittelwert des Krängungswinkels durch Wind-und Trimmeinflüsse erheblich größer als 10 werden kann und in Sonderfällen, z.B. durch Verrutschen der Ladung, Werte von 20 - 30° übersteigen kann, ergibt sich die Unteraufgabe, die hinreichend genaue waagerechte Lage der Führmomentachse im zeitlichen Mittelwert zu gewährleisten.
  • Das verschiebbare Gewicht 46 löst sowohl die Aufg-abe, das Führmoment entsprechend der Formel (1) zu bemessen, als auch die Unteraufgabe, die Achse waagerecht zu halten, um die dieses Führmoment wirkt.
  • Das ergibt sich aus fqlgendem: Ein Elevationswinkel E der Kreiselläuferachse erzeugt eine axiale Verschiebung des Körpers 46 von annähernd ZF Y mF 9 E / c (5) z F m mit mF = Masse des Körpers 46 c = kombinierte Axialsteifheit der beiden Federn 48 und ein proportionales Schweremoment 2 2 MR Z mF g E / c, (6) das als Richtführmoment GR im Sinne der Gleichung (1) wirkt Nun sei erläutert, durch welche Ausgestaltung der beschriebenen Anordnung der "interkardinale Schlingungsfehler" des Kreiselkompasses unterdrückt wird. Dieser Fehler entsteht al Kreuzkopplungseffekt bei Einwirkung horizontaler Wechselbeschleunigungen - durch Seegang - gleicher Frequenz in den Richtungen parallel und senkrecht zur Kreiselläuferachse. Das bedeutet bei eingeschwungenem Kompaß Beschleunigungen gleichzeitig in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung. Da die größten Horizontalbeschleunigungsamplituden in der Regel durch die Rollschwingung des Schiffes aufgrund dessen entstehen, daß der Kompaß in einem Abstand oberhalb oder, seltener, unterhalb der Rollachse eingebaut ist, erreicht dieser Fehler seine Werte auf interkardinalen Kursen 0 größten Werte auf interkardinalen Kursen - 45°, 135 usw. -, woraus sich sein Name erklärt.
  • Der Fehler ist gegeben durch mit #s = dauernde Azimutfehlweisung durch die Horizontalbeschleunigungen ax, ay axm, aym = Amplituden der gleichfrequenten Horizontalbeschleunigungen in Nord-Süd-und Ost-West-Richtung çax ay = Phasenwinkeldifferenz der Schwingungen a xm und a ym g = Schwerebeschleunigung und erreicht bei üblichen Seegangs- und Aufstellungsbedingungen je nach Kompaßauslegung und geographischer Breite Werte zwischen 100 und 10000. Zu seiner Unterdrückung ist die Wirkung horizontaler Wechsel beschleunigungen in Richtung der Kreiselläuferachs das Richtmoment hinreichend zu filtern.
  • Zu diesem Zweck ist das Rohr 54 hermetisch verschlossen und teilweise mit einer Flüssigkeit gefüllt, die sich bei Drehung des Kreiselläufers, wie bei 58 dargestellt, an die Außenwandung des Rohres anlegt. Infolge der schnellen Drehung des Kreiselläufers um seine Achse schwimmt der verschiebbare Körper 46, ohne dabei die Innenwandung des Rohres 54 zu berühren.
  • Voraussetzung dafür ist es, daß die Dichte des verschiebbaren Körpers auf seine Außenkonturen bezogen nicht mehr als das 1 1/2-fache der Dichte der Flüssigkeit beträgt. Die Federn 48 sind vorzugsweise aus einem solchen Werkstoff hergestellt, daß sie ebenfalls ohne Berührung der Wandungen in der Flüssigkeit schwimmen.
  • Damit ist eine sehr leichteunddefinierte Verschiebbarkeit des Körpers 46 innerhalb des Rohres 54 gegeben. Der Körper 46 verschiebt sich wegen seiner Federfesselung unter der Wirkung axialer Kräfte um einen kraftproportionalen Weg.
  • Der Körper 46 hat eine axiale Bohrung 60, die einen Ausgleich der Gasvolumina auf beiden Seiten gestattet. Vorzugsweise ist diese Bohrung von ihrer Mitte nach den Enden hin kegelig erweitert. Das hat zur Folge, daß Teile der Flüssigkeit, die sich beispielsweise bei Stillstand des Kreisels in der Bohrung fangen können, nach dem Einschalten durch die Zentrifugalwirkung der Drehung schnell abgeschleudert werden.
  • Die Abmessungen des Rohres 54 und des verschiebbaren Körpers 46 sind so gewählt, daß der Verschiebung des Körpers in dem Rohr durch die Flüssigkeitsreibung in dem Spalt zwischen Körper und Rohr ein viskoser Widerstand entgegengesetzt wird, der eine Filterung der läuferachsp&rallelen Wechselbeschleunigungen in ihrer Wirkung auf die Verschiebung des Körpers 46 bewirkt. Diese Filterung reicht dann aus, wenn für die Verschiebung des Körpers 46 eine Zeitkonstante zwischen 25 und 50 Sekunden wirksam wird. Dabei ist berücksichtigt, daß sich diese Anordnung einem System erster Ordnung nähert, in welchem neben der Amplitudenunterdrücku-ng ein für die Schlingerfehlerunterdrückung günstiger Phasenwinkel zwischen Beschleunigungsschwingung und Körperverschiebung von fast 900 einstellt.
  • Die unter der Wirkung des Führmomentes entstehende Kompaßschwingung muß durch zusätzliche MaBnahmen hinreichend gedämpft werden, um ein schnelles Einschwingen in die Meridianrichtung zu gewährleisten. Das ist sowohl nach dem Einschalten des Kompasses wie nach Störungen zum Beispiel durch Schiffsmanöver, wichtig. Diese Dämpfung kann durch Ausüben eines dem Führmoment proportionalen wesentlich kleineren Dämpfmomentes MD erreicht werden, das auf den Kreiselläufer um die vertikale Achse wirkt. Diese Art der Dämpfung ist als "Vertikaldämpfung" bekannt.
  • Für die Begrenzung der Kompaßfehler ist es von entscheidender Bedeutung, daß die Nullpunkte des Richtführmomentes MR und des Dämpfmomentes MD in ihrer gegenseitigen Lage in hohem Maße stabil bleiben. Die Nullpunkte sind hierbei diejenigen Elevationswinkel E , bei denen das Richtmoment um die waagerechte Achse und das Dämpfmoment um die lotrechte Achse durch Null gehen. Eine Veränderung des Abstandes der beiden Null-Lagen gegeneinander um einen Wert te erzeugt einen Azimutfehler der bei üblicher Auslegung je nach geographischer Breite das 12- bis 100-fache der relativen Nullpunktsveränderung beträgt.
  • Um die Stabilität der Nullpunktsdifferenz ae sicherzustellen, wird für die Dämpfmomenterzeugung ein Mechanismus vorgesehen, der von derselben Verschiebung des Körpers 46 Gebrau macht wie die Richtmomenterzeugung.
  • Die Vertikalität der Dämpfmomentachse ist nicht im gleichen Maße kritisch wie die Horizontalität der Richtmomentachse, da das Dämpfmoment nur einen Bruchteil des Richtmomentes beträgt und seine Oberkopplung auf die horizontale Achse nur eine verhältnismäßig geringe Veränderung der Kompaßeigenfrequenz ohne weitere nachteilige Effekte bewirkt.
  • Aufgrund dessen ist die Erzeugung des Dämpfmomentes mit Hilfe einer kreiselgestellfesten Anordnung, die bei Verkantung des Kompasses um die Kreiselläuferachse um Krängungswinkel bis zu beispielsweise 300 eine entsprechende Richtungsänderung der Dämpfmomentachse erzeugt, zulässig. Eine Ausnahme bilden Schuler-abgestimmte Kompasse, bei denen die Schwingungsdauer verhältnismäßig genau eingehalten werden muß, die aber für Kompasse relativ einfache Anforderungen wie die hier in Rede stehenden ohnehin nicht die zweckmäßigste Auslegung darstellen.
  • Der Mechanismus für die Dämpfmomenterzeu-gung wird bei dem in Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel von einem am Boden des topfförmigen Gestells 28 angeflanschten rohrförmigen Halter 62 getragen, der in den Zwischenraum hineinragt, welcher außen vom Zwischenstück 50 und innen vom Rohr 54 begrenzt ist. Dieser rohrförmige Halter trägt auf seiner inneren Wandung einen stabförmigen Dauermagneten 64, der sich parallel zur Achse des Rohres 54 und in der gleichen Höhenlage wie diese Achse erstreckt und eine solche Länge hat, daß er die Eigenlänge und den Verschiebungsbereich des Körpers 46 hinreichend überdeckt. In diesem ganzen Bereich erzeugt dieser Magnet 64 ein Magnetfeld, das über seine ganze axiale Länge hin in hohem Maße homogen ist. Der verschiebbare Körper 46 besteht bei diesem Ausführungsbeispiel aus einem ferromagnetischen Stoff und wird daher von dem Dauermagneten 64 in waagerechter Richtung angezogen. Um das Magnetfeld moglichst gleichmäßig zu gestalten, kann der Dauermagnet 64 auf der dem Rohr 54 zugewandten Seite einen Pol schuh 66 aus einem weichmagnetischen Stoff tragen.
  • Der rohrförmige Träger 62 schirmt das Magnetfeld gegen die übrigen Kreiselbauteile ab. Um Wirbelstromeffekte in den vom rohrförmigen Träger 62 umschlossenen Bauteilen zu vermeiden, bestehen diese aus einem elektrisch schlecht leitenden Baustoff, zum Beispiel das Rohr 54 aus Glas und der verschiebbare Körper 46 aus Ferrit.
  • Die waagerechte Kraft, die der Dauermagnet 64 auf den verschiebbaren Körper 46 ausübt, ist also bei unverkantetem Kreiselgestell waagerecht gerichtet. Somit wird das durch diese Kraft auf den Kreiselläufer wirkende Führmoment MD allein durch die axiale Lage des verschiebbaren Körpers 46 bestimmt, ebenso, wie dies für das Richtführmoment MR gilt. Weil das Kreiselgestell 28, mit dem der Dauermagnet 64 starr verbunden ist, sehr genau dem Kreisel läufer 30 und dem mit diesem starr verbundenen Rohr 54 nachgeführt wird, bleibt die horizontale Anziehungskraft in hohem Maße konstant.
  • Die symmetrische Lage des Körpers 46 zur Ebene III-III bei waagerechter Stellung der Kreiselläuferachse führt notwendiger weise zu einem großen Durchmesser des Kardanfedergelenks 34 und erfordert die Anordnung des Zwischenstücks 50. Daraus ergeben sich unter Umständen Nachteile für die Stabilität des Kreiselläufers. In Fig. 4 ist nun ein Ausführungsbeispiel dargestellt, bei welchem das Zwischenstück 50 fortfällt und daher das Kardanfedergelenk einen wesentlich kleineren Durchmesser erhält.
  • Bei dieser Ausführungsform ist nämlich das den verschiebbaren Körper 46 führende Rohr 54 in einem axialen Abstand vom Federkardangelenk 34 am Kreiselläufer 30 einseitig befestigt.
  • Zu diesem Zweck hat das Rohr 54 an seinem inneren Ende einen Flansch 70, der an dem Flansch 52 des Kreiselläufers 30 angeschraubt ist.
  • Befindet sich der verschiebbare Körper 46 in seiner veranschaulichten Mittelstellung, dann liegt der gemeinsame Schwerpunkt des Kreiselläufers 30 einschließlich der an diesem befestigten Teile und des verschiebbaren Gewichts 46 an der Stelle, an der die Kreiselläuferachse die Mittelquerebene des Kardangelenks 34 durchdringt. Dann ist das Führmoment MR gleich Null. Um einen Nullpunkt auch für das Dämpfmoment MD zu erzeugen, trägt der rohrförmige Halter 62 gegenüber dem Stabdauermagnet 64 auf seiner Innenwandung einen Magneten 72 mit einem Pol schuh 74 aus Weicheisen. Gegenüber diesem Magneten 72 befindet sich ein aus Ferrit bestehender Anker 76, der an dem vom Kreiselläufer 30 abgewandten Ende des Rohres 54 befestigt ist. Der in radialer Richtung magnetisierte Magnet 72 übt durch seine auf den Anker 76 wirkende Anziehungskraft ein Drehmoment auf den Kreiselläufer 30 aus, das ebenso groß ist, wie das vom radial magnetisierten Magneten 64 auf den Kreiselläufer bei der Mittelstellung des verschiebbaren Körpers 46 ausgeübte Führmoment MD. Dieses Moment wird daher zu Null, wenn der verschiebbare Körper 46 seine Mittelstellung einnimmt.
  • Den konstruktiven und stabilitätsmäßigen Vorteilen stehen bei dieser Anordnung funktionelle Nachteile gegenüber in Gestalt einer geringeren Langzeitstabilität des Dämpfmoment-Nullpunkts z.B. durch unterschiedliche Alterung der beiden Magnete 64 und 72, eines gewissen Einflusses der Auslenkung und etwas höheren Kalibrieraufwandes zur Herstellung der Anfangs-Obereinstimmung der Nullpunkte von Richt- und Dämpfmoment. Die Nullpunktveränderung durch unterschiedliche Alterung der Magneten kann dadurch ausgeschaltet werden, daß man die in radialer Richtung magnetisierten Dauerniagnete 64 und 72 durch Elektromagnete ersetzt, oder durch die später beschriebene Variante nach Fig. 5.
  • Kompasse der beschriebenen Bauart haben typisch von der geographischen Breite 9 abhängige Schwingungsdauer T0 = 2t/so und bei permanentmagnetischer Dämpfanordnung auch gleichermaßen von der Breite abhängige Dämpfung.
  • Sowohl die Schwingungsdauer T0 wie das Dämpfungsmaß D sind proportional zu Sie verändern sich zwischen + = 0 und + = 750 fast um den Faktor 2. Den Verlauf zeigt das Diagramm der Fig. 6 Trotz der Breitenabhängigkeit hat ein solcher Kompaß in einem großen Breitenbereich gut brauchbare Eigenschaften.
  • Die Tabelle zeigt ein Auslegungsbeispiel:
    Geographische Breite ¢ o° 45° 600 75° 80°
    1/fF5SF 1 1,19 1,41 1,97 2,40
    Eigenschwingungsdauer min
    Dämpfungsmaß 0,7 0,83 0,99 1,38 1,68
    Es tritt ein breitenabhängiger Azimutfehler auf, wobei R den Erdradius bedeutet. Der Breitenfehler beträgt bei der Auslegung entsprechend der Tabelle mit permanentmagnetischem Dämpfmomenterzeuger 4,880 . sinb und kann leicht durch eine Tabelle oder durch Rosenverstellung korrigiert werden. Für eine feste Breite ist er durch Erdratenkompensation über eine feste Axialunwucht des Kreiselläufers zu Null zu machen.
  • Bei elektrischer Dämpfmagneterregung in der Bauart der Fig. 4 kann durch eine zusätzliche Wicklung auf dem an die Stelle des Magneten 30 tretenden Elektromagneten ein breitenabhängiges Moment ausgeübt werden, das den Breitenfehler kompensiert.
  • Die beschriebenen Ausführungsbeispiele können in mannigfacher Hinsicht abgewandelt werden.
  • So können bei der in Fig. 5 dargestellten Variante der Fig. 4 die beiden Magnete 64 und 72 durch einen einzigen, gleichermaßen auf den verschiebbaren Körper 46 und den Anker 76 wirkenden Elektromagneten 164 ersetzt werden, wenn dieser durch Wechselstrom geeigneter Frequenz erregt wird und der verschiebbare Körper 46 aus einem unmagnetischen, elektrisch leitenden Werkstoff hergestellt ist. In diesem Falle übt der Elektromagnet 164 auf den Körper 46 infolge der darin erzeugten Wirbelströme eine abstoßende und auf den aus Ferrit bestehenden Anker 76 eine anziehende Kraft aus. Beide Kräfte wirken zusammen in derselben Weise wie die durch die Magneten 64 und 72 in Fig. 4 erzeugten, doch ist der Nullpunkt des so mit einem einzigen Elektromagneten erzeugten Dämpfmoments weniger abhängig von Alterung und Auslenkung des Kreiselläufers 30 gegenüber dem Gestell 28.
  • Bei Wechselstromerregung des Elektromagneten 164 ist das Rohr 62 zur Vermeidung unerwünschter Wirbelströme z.B. aus Ferrit herzustellen.
  • Auch die Feder 48 in Fig. 2 kann durch eine andere gleichwertige Anordnung ersetzt werden, z.B. durch eine magnetische Feder.
  • Leerseite

Claims (11)

  1. PATENTANSP-R0CHE KompaB mit einem gegenüber dem Kompaßgehäuse schwenkbar gelagerten Kreiselgestell, mit einem darin um einen Mittelpunkt allseitig schwenkbar gelagerten Kreiselläufer und mit einem auf Neigung der Kreiselläuferachse ansprechenden Lotfühler, der Führmomente steuert, die die Kreiselläuferachse in die Meridianebene präzedieren lassen und diese Präzessionsbewegung dämpfen, dadurch gekennzeichnet, daB der Lotfühler aus einem vom Kreiselläufer (30) getragenen und in dessen Achsrichtun.g verschiebbar geführten Körper (46) besteht, der nachgiebig in der Lage gefesselt ist, in der er den gemeinsamen Schwerpunkt von ihm selbst und dem Kreiselläufer (30) mit dem Mittelpunkt zusammenfallen läßt, aber sich bei einer Neigung der Kreiselläuferachse verschiebt und daher durch sein Gewicht das die Präzession in die Meridianebene bewirkende Führmoment ausübt, und daß fest am Gestell (28) ein Magnetsystem (64) derart angeordnet ist, daß sich sein Feld in die Bahn des verschiebbaren Korpers (46) erstreckt und auf diesen das der Dämpfung dienende Führmomen.t ausübt.
  2. 2. Kreiselkompaß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der verschiebbare Körper (46) in einem mit dem Kreiselläufer (30) gleichachsig verbundenen Rohr (54) verschiebbar ist, das eine viskose Flüssigkeit enthält.
  3. 3. Kreiselkompaß nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch eine axiale Bohrung (60) des verschiebbaren Körpers (46).
  4. 4. Kreiselkompaß nach Anspruch 3, d-adurch gekennzeichnet, daß sich die axiale Bohrung (60) von ihrer Mitte zu den Enden hin kegelig erweitert.
  5. 5. Kreiselkompaß nach Anspruch 1, 2 oder 3 dadurch gekennzeichnet, daß das Magnetsystem (64) mit dem gegenüber dem Kompaßgehäuse (10) schwenkbar gelagerten und der Kreiselläuferachse nachgeführten Kreiselgestell (28) fest verbunden ist und auf den verschiebbaren Körper (46) eine bei unverkantetem Kreiselgestell horizontale, von der Lage des Körpers unabhängige Dämpfungskraft ausübt.
  6. 6. Kreiselkompaß nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Magnetsystem einen radial magnetisierten Magneten (64) enthält, der von der Innenwand eines am Kreiselgestell (28) gleichachsig zur Läuferantriebswelle befestigten Rohres (62) getragen wird, welches das den verschiebbaren Körper (46) enthaltende Rohr (54) umgibt, wobei sich der Magnet (62) über eine solche Länge erstreckt, daß er die Länge und den Verschiebungsbereich des Körpers (46) überdeckt.
  7. 7. Kreiselkompaß nach einem der Ansprüche 2 - 6 mit einem den Kreiselläufer.(30) mit seiner im Kreiselgestell (28) gelagerten Antriebswelle (32) zu gemeinsamen Umlauf verbindenden Federkardangelenk (34), dadurch gekennzeichnet, daß das den verschiebbaren Körper (46) führende Rohr (54) in einem axialen Abstand vom Federkardangelenk (34) am Kreiselläufer (30) einseitig befestigt ist.
  8. 8. Kreiselkompaß nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das vom Kreiselläufer (30) abgewandte Ende des den verschiebbarer Körper (46) aufnehmenden Rohres (54) einen an ihm befestigten Anker (76) trägt, der von einem am Kreiselgestell (28) befestigten radial magnetisierten Magneten (72) in einer radialen Richtung angezogen wird, die derjenigen entgegengesetzt ist, die der im Anspruch 6 erwähnte Magnet (64) ausübt.
  9. 9. Kreiselkompaß nach einem der Ansprüche 3 - 8, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks Unterdrückung des interkardinalen Schlingerfehlers die Abmessungen des Rohres (54) und des verschiebbaren Körpers (46) einen so hohen Strömungswiderstand der Flüssigkeit herbeiführen, daß dieser die Verschiebung des Körpers (46) bis auf eine Zeitkonstante von typisch zwischen 25 und 50 Sekunden dämpft.
  10. 10. Kreiselkompaß nach einem der Ansprüche 5 - 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Halter (62) das Magnetsystem (64, 72) umgibt und aus ferromagnetischem Werkstoff besteht.
  11. 11. Kreiselkompaß nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der den Anker (76) anziehende Elektromagnet (164) eine zusätzliche, breitenabhängig erregbare Wicklung aufweist, um den Breitenfehler auszugleichen.
DE19803016500 1980-04-29 1980-04-29 Kompaß Expired DE3016500C2 (de)

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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JP2020531751A (ja) * 2017-06-21 2020-11-05 エルケ・エルケ・アラスティルマラリ・ヴェ・ムヘンディスリク・エイ・エス ブレーキ装置およびブレーキング方法

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NICHTS-ERMITTELT *

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