DE1289459B - Verfahren zum Herstellen von Schuhoberteilen und Vorrichtung zu seiner Durchfuehrung - Google Patents
Verfahren zum Herstellen von Schuhoberteilen und Vorrichtung zu seiner DurchfuehrungInfo
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Description
Bei der Herstellung eines Schuhoberteiles wird Schuhoberteiles mit einem durch Wärmeeinwirkung
normalerweise das aus Textilien oder Leder beste- aktivierbaren Klebstoff beschichtet, mit ihren vorhende
Futter mit Hilfe von Klebstoff an der Innen- bereiteten Löchern auf in bekannter Weise versenkfläche
der äußeren Schicht des Oberteiles befestigt. bar angeordnete, federbelastete Stifte der Unterlag-Es
ist auch möglich, Textilmaterial zu verwenden, 5 platte aufgereiht, die Stifte durch den Druck eines
das mit einem Klebmittelfilm beschichtet ist, der un- Preßstempels in die Platte hineingedrückt, die Einzelter
Wärmeeinwirkung erweicht. Das Futter wird in teile des Schuhoberteiles durch Einwirkung von
diesem Fall gegen das den Schuhoberteil bildende Druck zusammengepreßt und durch Aktivieren des
Material angepreßt oder auf dieses aufgebügelt. In auf ihnen befindlichen Klebstoffes mittels eines
einem weiteren Arbeitsschritt wird eine Zehenkappe io Hochfrequenzfeldes gleichzeitig miteinander vereinigt
mit dem Schuhoberteil verklebt. Danach wird die werden.
obere Kante des Oberteiles mit einem Textilstreifen Durch die Erfindung wird ein sehr zeitsparendes
überklebt, oder daß die Außenfläche bildende Mate- und wirtschaftliches Verfahren zur Herstellung von
rial wird nach innen umgeschlagen, wobei die Kante Schuhoberteilen geschaffen, welches insbesondere
des nach innen geschlagenen Materials entweder fest- 15 den sehr wichtigen Vorteil besitzt, daß es auch von
geklebt oder festgenäht wird. Dieser Vorgang bildet ungeschulten Arbeitskräften durchgeführt werden
also eine dritte Stufe des herkömmlichen Fertigungs- kann und eine sehr leistungsfähige Massenherstellung
Verfahrens. von Schuhoberteilen ermöglicht, wobei die hergestell-
Es ist bei der Herstellung von Schuhoberteilen fer- ten Oberteile durchaus allen technischen und ästhener
bekannt, Futter und Oberleder eines Vorder- ao tischen Anforderungen genügen,
blattes im rückwärtigen Teil durch einen schnell In vielen Fällen kann es fernerhin zweckmäßig
blattes im rückwärtigen Teil durch einen schnell In vielen Fällen kann es fernerhin zweckmäßig
trocknenden, dickflüssigen Klebstoff und im vorderen sein, das erfindungsgemäße Verfahren in der Weise
Teil durch einen leichteren Klebstoff in flacher Lage durchzuführen, daß das Aufreihen der Einzelteile
miteinander zu verkleben, sodann zu lochen, hierauf des Schuhoberteiles auf die Stifte der Platte in der
die Schuhkappe einzulegen und dann endgültig alle 25 Weise erfolgt, daß der beim fertigen Schuh sich
Teile miteinander zu verbinden. Auch wenn hierbei außen befindliche -Schaft nach unten und die sich
zur Sicherung der Teile in ihrer gegenseitigen Lage innen befindlichen Bestandteile nach oben zu liegen
eine Schablone mit Stiften Verwendung findet, welche kommen.
in korrespondierende Löcher der zu vereinigenden Je nach den Anforderungen des fertigen Schuhes
Teile eingreift, kann hierbei die Herstellung eines 30 kann schließlich das erfindungsgemäße Verfahren
Schuhoberteiles nur mit mehreren aufeinanderfolgen- auch in der Weise angewandt werden, daß auf der
den Arbeitsschritten erreicht werden. Außenseite des zuunterst liegenden Schaftes beim
Es ist weiterhin auch bekannt, zwei Teile eines Zusammenpressen gleichzeitig eine Oberflächen-Vorderblattes
eines Schuhes auf einer gewölbten verzierung erzeugt wird.
Unterlage mit Löchern auf entsprechende Stifte auf- 35 Weitere vorteilhafte Einzelheiten der Erfindung
zureihen und in dieser Lage miteinander durch KIe- sind aus der Zeichnung ersichtlich, in welcher die
ben zu verbinden. Auch hier sind mehrere Arbeits- Erfindung beispielsweise erläutert ist.
schritte zur Herstellung eines vollständigen Schuh- Es zeigt
schritte zur Herstellung eines vollständigen Schuh- Es zeigt
Oberteiles erforderlich. F i g. 1 eine perspektivische Ansicht einer Flach-
Gleiches ist auch bei einem weiterhin bekannten 40 presse mit den den späteren Schuhoberteil bildenden
Verfahren zur Herstellung von Arbeitsschuhen der Teilen,
Fall, bei dem in verschiedenen Herstellungsstufen Fig. 2 eine Draufsicht auf einen bereits geklebmehrfach
Stifte an Leisten Verwendung finden, auf ten Schuhoberteil und
die die jeweils zu verbindenden Teile in vorgeform- Fig. 3 eine Unteransicht des Oberteiles nach
ter Gestalt aufgereiht werden. Die Herstellung des 45 Fig. 2.
Schuhoberteiles erfolgt hierbei auf verschiedenen Wie die Zeichnung erkennen läßt, wird bei einem
Maschinen und an verschiedenen Stellen, wobei die Ausführungsbeispiel des Verfahrens nach der Erfin-Stifte
vor und bei dem Legen einer Naht aus den dung eine getrennte Fersenversteifung 18,19 verwen-Leisten
von Hand herausgezogen werden müssen. der, die es ermöglicht, die Einzelteile in flacher Lage
Die Erfindung hat sich demgegenüber die Aufgabe 50 zusammenzukleben. Hierzu dient eine Presse von
gestellt, ein Verfahren zur Herstellung eines Schuh- üblicher Konstruktion mit einer Vorrichtung, deren
Oberteiles zu schaffen, bei dem sämtliche Bestandteile untere flache Platte mit 10 und deren obere flache
eines Schuhoberteiles gleichzeitig zu einem für die Platte mit 11 bezeichnet ist. Auf der Unterseite der
weitere Verarbeitung geeigneten Schuhoberteil mit- Platte 11 ist eine verhältnismäßig dicke Polstereinander
vereinigt werden, und hierfür eine geeignete 55 schicht 12 aus Gummi oder ähnlichem geeignetem
Vorrichtung vorzuschlagen. Material angeordnet. Die untere Platte 10 ist mit
Die Erfindung geht dabei von dem bekannten Ver- einer Anzahl von an sich bekannten federbelasteten
fahren zur Herstellung von Schuhoberteilen aus, nach Stiften 13 ausgestattet, die normalerweise nach oben
welchem deren Einzelteile, wie Außenschaft, Schaft- gedrückt sind und über die Oberfläche der Platte 10
futter, Zehensteife u. dgl., zugeschnitten und unter 60 vorstehen, jedoch unter Einwirkung des Preßdruckes
Einfügung von Klebstoffen flach übereinandergelegt, in eine Stellung zurückweichen können, in denen sie
gepreßt und durch Kleben miteinander verbunden mit der Oberseite des Schuhoberteiles abschließen,
werden, wobei zwecks Sicherstellung ihrer Lage zu- Die Stifte 13 sind sowohl hinsichtlich ihrer Anzahl
einander eine Unterlagplatte mit an einzelnen Stellen wie auch ihrer Anbringungsstellen so gewählt, daß die
angebrachten Stiften dient, auf welche die mit ent- 65 zu vereinigenden Teile des Schuhoberteiles gegen
sprechenden Löchern versehenen Einzelteile des ungewollte Verschiebung gesichert sind. Aus diesem
Schuhoberteiles aufgesteckt werden, und besteht im Grunde sind die zu verbindenden Teile an geeigneten
wesentlichen darin, daß die Einzelteile je eines Stellen mit Löchern 14 versehen, in die die Stifte 13
eingreifen und so die Einzelteile auf der unteren Platte 10 halten.
Die Oberkante 15 des die äußere Schicht des Schuhoberteiles bildenden Materials 16 ist, wie
Fig. 3 zeigt, umgefaltet. Dieses Materialstück 16
wird auf die untere Platte 10 gelegt, wobei seine am fertigen Schuh außenliegende, sichtbare Oberfläche
16 a zuunterst liegt. Dann werden eine Zehenkappe
17 und die Hälften 18,19 einer getrennten Fersenversteifung
auf die Innenfläche 16 b des Material-Stücks 16 gelegt. Jeder der Bestandteile wird durch
einen oder zwei Stifte 13 in seiner Lage gehalten, und ein durch Wärmeeinwirkung aktivierbarer Klebstoff
wird auf jeweils einer oder beiden aufeinanderliegenden Oberflächen angeordnet. Dann wird das Futter
20 auf die auf diese Weise gebildete Anordnung gelegt, wobei wiederum eine Klebstoffschicht vorgesehen
ist. Nunmehr wird die obere Platte 11 mit der Polsterschicht 12 aufgelegt und Druck ausgeübt.
Üblicherweise beträgt der Druck etwa 5,6 kg pro ao Quadratzentimeter. Sodann wird die Anordnung der
Wirkung eines Hochfrequenzfeldes ausgesetzt, wobei die Stärke und die Zeitdauer auf das jeweils verwendete
Material abgestimmt werden. Die Bestandteile der Anordnung werden auf diese Weise durch as
Aktivierung des Klebstoffes zusammengeklebt, so daß die aufeinanderliegenden Flächen auf Grund ihrer
Beschichtung mit Klebstoff aneinanderhaften.
Die Wärme, der das Leder oder ein anderer geeigneter Werkstoff während der Durchführung des
Verfahrens ausgesetzt wird, wirkt sich günstig auf die für die spätere Formgebung erwünschten Eigenschaften
aus. Der fertige Schuh hält daher seine Form besser und bietet ein anziehenderes Äußeres auf
Grund dieser Wärmeeinwirkung, wobei zusätzlich alle sichtbaren Säume oder Verbindungsstellen außerordentlich
sauber ausfallen.
Plastifiziertes Polyvinylacetat mit oder ohne Zusatz
von modifizierenden Wirkstoffen bildet einen geeigneten Klebstoff für das erfindungsgemäße Verfahren.
Andere Klebmittel, beispielsweise solche auf Acrylester-Basis mit oder ohne zusätzliche verzweigte
Harze, z. B. Melaminformaldehyd-Kondensationsprodukte, Polyurethane, wiederum mit oder ohne
vernetzte Zusätze, oder andere thermoplastische Werkstoffe, Polyvinylidenchlorid oder Elastomere
wie Polychloropren können Verwendung finden.
In den Figuren ist bei 21 (Fig. 1 und 2) eine
Seitennaht eingetragen, die anzeigt, wie das außenliegende Material 16 in bekannter Weise aus zwei
Stücken hergestellt werden kann, die sich bei 22 (Fig. 1 und 3) überlappen und dort zusammengeklebt
sind. Durch diese Ausführung wird eine Ersparnis an Material erzielt. Das gleiche Prinzip kann
auch dann angewendet werden, wenn das die Außenschicht des Schuhoberteiles bildende Material aus
zwei oder mehreren verschiedenen Materialarten, z. B. aus Polyamid und Leder, zusammengesetzt ist.
Claims (4)
1. Verfahren zum Herstellen von Schuhoberteilen, nach welchem deren Einzelteile, wie
Außenschaft, Schaftfutter, Zehensteife u. dgl., zugeschnitten und unter Einfügung von Klebstoffen
flach übereinandergelegt, gepreßt und durch Kleben miteinander verbunden werden, wobei
zwecks Sicherstellung ihrer Lage zueinander eine Unterlagplatte mit an einzelnen Stellen angebrachten
Stiften dient, auf welche die mit entsprechenden Löchern versehenen Einzelteile des
Schuhoberteiles aufgesteckt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelteile (16,
17,18,19, 20) je eines Schuhoberteiles mit einem durch Wärmeeinwirkung aktivierbaren Klebstoff
beschichtet, mit ihren vorbereiteten Löchern (14) auf in bekannter Weise versenkbar angeordnete,
federbelastete Stifte (13) der Unterlagplatte (10) aufgereiht, die Stifte (13) durch den Druck eines
Preßstempels (11) in die Platte (10) hineingedrückt, die Einzelteile (16, 17, 18, 19, 20) des
Schuhoberteiles durch Einwirkung von Druck zusammengepreßt und durch Aktivieren des auf
ihnen befindlichen Klebstoffes mittels eines Hochfrequenzfeldes gleichzeitig miteinander vereinigt
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Aufreihen der Einzelteile
(16, 17, 18, 19, 20) des Schuhoberteiles auf die Stifte (13) der Platte (10) in der Weise erfolgt,
daß der beim fertigen Schuh sich außen befindliche Schaft (16) nach unten und die sich innen
befindlichen Bestandteile (17, 18, 19, 20) nach oben zu liegen kommen.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Außenseite
des zuunterst liegenden Schaftes (16) beim Zusammenpressen gleichzeitig eine Oberflächenverzierung
erzeugt wird.
4. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 3, bestehend aus
einer Unter- und Oberplatte, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberplatte (11) auf ihrer nach
unten weisenden Fläche mit einer Polsterschicht (12) aus Gummi oder ähnlichem Material versehen
ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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| US3397418A (en) | 1968-08-20 |
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