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DE1289320B - Verfahren zur Herstellung von Aluminium - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Aluminium

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Publication number
DE1289320B
DE1289320B DE1965S0095400 DES0095400A DE1289320B DE 1289320 B DE1289320 B DE 1289320B DE 1965S0095400 DE1965S0095400 DE 1965S0095400 DE S0095400 A DES0095400 A DE S0095400A DE 1289320 B DE1289320 B DE 1289320B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
aluminum
monoxycarbide
nitride
temperature
reaction
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Withdrawn
Application number
DE1965S0095400
Other languages
English (en)
Inventor
Iso Fusao
Marukawa Gohei
Shiba Tadahisa
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
SHOWA KENKO KK
Original Assignee
SHOWA KENKO KK
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by SHOWA KENKO KK filed Critical SHOWA KENKO KK
Publication of DE1289320B publication Critical patent/DE1289320B/de
Withdrawn legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C22METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
    • C22BPRODUCTION AND REFINING OF METALS; PRETREATMENT OF RAW MATERIALS
    • C22B21/00Obtaining aluminium
    • C22B21/0038Obtaining aluminium by other processes
    • C22B21/0053Obtaining aluminium by other processes from other aluminium compounds

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Manufacturing & Machinery (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Carbon And Carbon Compounds (AREA)

Description

  • Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Aluminium durch thermische Zersetzung von Alumim,*umoxycarbid.
  • Es ist bekannt, Aluminium durch Reduktion von Aluminiumoxyd (Tonerde) mit Kohle oder Carbiden herzustellen (vgl. USA.-Patentschriften 2 829 961 und 2 974 032). Bei dem aus der ersteren Patentschrift bekannten Verfahren wird Aluminiumoxyd zu Aluminium reduziert, indem man eine Mischung von 85 bis 80 Gewichtsteilen Aluminiumoxyd und 15 bis 20 Gewichtsteilen Kohle (oder eine dieser Mischung entsprechende Menge Aluminiumcarbid) auf 1980 bis 2100' C erhitzt. Dabei wird annähernd der Umsetzung eine geschmolzene Masse aus Aluminiumtetraoxycarbid (A1404C) und Aluminiumcarbid (A'4C.) gebildet, worauf diese beiden Verbindungen unter Bildung von Aluminium weiter reagieren. Die dabei stattfindende Umsetzung erfolgt nach einem Reaktionsmechanismus gemäß den nachstehend angegebenen Gleichungen:
    1.2 AI,0, i+36C
    ---> 4 A1403 + 4 AI4C3 + 24 CO t (1)
    4 A1203 + 4 A'4C3
    --> 3 A1404 C + 3 A14C3 (2)
    3 A14O4C + 3 AI4C3
    --> 24 Al + 12 CO (3)
    Bei der aus der letzteren Patentschrift bekannten Arbeitsweise wird eine Mischung aus 75 bis 65 Gewichtsteilen Aluminiumoxyd (Tonerde) und 25 bis 35 Gewichtsteilen Kohle bei 2400 bis 2500' C erhitzt und zur Umsetzung gebracht, wobei Aluminiumoxyd mit dem während des Erhitzens gebildeten Aluminiumearbid nach dem nachstehenden Mechanismus gemäß den Gleichungen (4) und (5) reagiert:
    2 Al.,03 + 9 C A14C3 + 6 CO (4)
    Al#,c#3 + A14C3 6 Al. + 3 CO t (5)
    Die vorstehend geschilderten zwei Arbeitsweisen zur Herstellung von Aluminium durch direkte Reduktion von Aluminiumoxyd mit kohlenstoffhaltigen Materialien weisen jedoch die nachstehend geschilderten Schwierigkeiten auf. Bei der ersteren Arbeitsweise besitzt das während der Reaktion gebildete Aluminiumtetraoxycarbid eine übermäßig hohe Flüchtigkeit bei erhöhten Temperaturen, insbesondere oberhalb 1.8001 C, so daß auf Grund des durch die Flüchtigkeit bedingten hohen Verlusts während des Verfahrensablaufs die Erzielung einer stabilen technischen Produktion und von guten Produktausbeuten nicht möglich ist. Bei der zweiten Arbeitsweise wird die Verwendung von Aluminiumtetraoxycarbid als Zwischenprodukt unter Steigerung des Kohlenstoffanteils der Ausgangsmischung und Erhöhung der Reaktionstemperatur wesentlich vermindert, wobei jedoch trotzdem die Bildung von etwas Aluminiumtetraoxycarbid nicht völlig ausgeschaltet werden kann. Dabei ist jedoch die Reaktionsgeschwindigkeit von Gleichung (5), d. h. die Bildung, von Aluminium aus Aluminiumoxyd und Aluminiumcarbid, gering. Eine Erhöhung auf praktisch brauchbare Geschwindigkeiten ist mit dem Nachteil verbunden, daß eine ungewöhnlich hohe Temperatur von 2400 bis 2500' C erforderlich ist. Außerdem besteht dabei die Notwendigkeit, zur Vermeidung der Bildung von Aluminiumtetraoxycarbid die Temperatur des Materials auf eine derartig hohe TemperatÜr rasch zu steigern, wobei dadurch die glatte Ausführung der Reaktion und die Erzielung einer stabilen Arbeitsweise erschwert wird, da diese Temperatur der thermischen Zersetzungstemperatur von Aluminiumcarbid (2500' Q sehr nahe kommt bzw. mit dieser identisch ist.
  • Es ist ferner ein Verfahren zur Gewinnung von Aluminium aus aluminiumhaltigen Ausgangsstoffen durch thermische Reduktion mit Kohle bekannt, bei welchem in einer ersten Phase geschmolzene Tonerde mit Kohle reduziert wird, anschließend in einer zweiten Phase die in der ersten Phase erhaltenen gasförmigen Produkte, die im wesentlichen aus AL,0, Al und CO bestehen, über Kohlenstoff geleitet7 werden und anschließend in einer dritten Phase das in der zweiten Phase gebildete Aluminiumcarbid zu Aluminium und Kohlenstoff zersetzt wird. Dabei wird Aluminiumcarbid auf 2000' C unter einem verringerten Druck von 20 bis 50 mm Hg erhitzt.
  • Es ist ferner ein Verfahren zur Herstellung von Aluminium bekannt, bei welchem Aluminiumcarbid unter einem Vakuum von 0,5 mm Ha und einer Temperatur von 1650 bis 19000 C thermisch zersetzt wird. Gemäß einer ähnlichen Arbeitsweise wird Aluminiumcarbid unter einem Vakuum von etwa 10-8 Atmosphären thermisch zersetzt, wobei eine Temperatur von etwa 1327 bis 2087' C zur Anwendung gelangt und dadurch das Aluminium im C aasförmigen Zustand extrahiert wird.
  • Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines neuen und technisch vorteilhaft durchführbaren Verfahrens zur trockenen Aluminiumraffinierung und insbesondere die Schaffung eines Verfahrens zur Herstellung von Aluminium aus Aluminiumoxyd und Kohlenstoff oder Aluminiumcarbid. Insbesondere bezweckt die Erfindung die Schaffung eines neuen Verfahrens zur Herstellung von Aluminium, das in wirksamer und stabiler Weise durchgeführt werden kann.
  • Es wurden grundsätzliche Untersuchungen ausgeführt und dabei festgestellt, daß man Aluminium in einfacher Weise durch thermische Zersetzung von Aluminiummonoxycarbid herstellen kann.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß man eine Mischung von Aluminiumoxyd und Kohlenstoff oder Aluminiumcarbid auf eine Temperatur zwischen 1800 und 20501 C in Gegenwart einer geringen Menge eines Nitrids unter Bildung eines Aluminiummonoxycarbids erhitzt und danach das Aluminiummonoxycarbid auf eine Temperatur zwischen 2100 und 2200' C zur thermischen Zersetzung erhitzt.
  • Als Verbindungen, bestehend aus den drei Elementen von Aluminium, Sauerstoff und Kohlenstoff, wurden zuerst Aluminiumtetraoxycarbid und Aluminiummonoxycarbid von F o s t e r, L. M. u. a. (vgl. J. A., Ceram. Soc., Bd. 39, S. 1 bis 11 [1956]) festgestellt und nachgewiesen. Die dabei erhaltenen Erkenntnisse mit Bezug auf Aluminiumtetraoxycarbid bildeten vermutlich die Grundlage für das Verfahren zur Herstellung von Aluminium, das von Foster u. a. in der vorstehend genannten USA.-Patentschrift 2 829 961 (1958) beschrieben ist. Andererseits wurde von Foster u. a. die Bildung von Aluminiummonoxycarbid in wahrnehmbarer Menge beim Erhitzen einer Mischung von Aluminiumtetraoxycarbid (A14049 und Aluminiumcarbid (A'4C.) während 10 Stunden bei 1800' C beobachtet. Die Bildung von Aluminiummonoxycarbid war jedoch lediglich auf solche Fälle beschränkt, bei welchen Stickstoff infolge Undichtigkeiten im Ofen vorhanden war. Das Produkt wurde als neue Verbindung der Formel AI.,OC auf der Basis von chemischen Analysen, Röntgenanalysen und optischem Brechungsindex ermittelt und bestätigt. Es besitzt eine hexagonale Kristallform mit sehr starken Reflexionen bei 2,75 A und 1,58 A. Außerdem berichten F o s t e r u. a. über einen Versuch zur Gewinnung von Aluminiummonoxycarbid durch Erhitzen einer Mischung aus Aluminiumoxyd und Aluminiumearbid auf eine Temperatur unmittelbar unter dem Schmelzpunkt der Mischung, welcher jedoch nicht erfolgreich war. Sie führen ferner aus, daß die Anwendung von noch höheren Temperaturen mit einer Verdampfung verbunden war, und somit ebenfalls nicht zum Erfolg führte.
  • Danach wurde von Cox u. a. (J. H. Cox u. a., Canadian J. Chem., Bd. 41, S. 671 bis 683, 1963) über Versuche berichtet, bei welchen sie mit Bezug auf die Umsetzung von .#t-Aluminiumoxyd und Kohle bei 1300 bis 18001 C unter Zuhilfenahme der Arbeitsweisen der Partialdruckbestimmung von CO-Gas im Gleichgewicht und der differentiellen Thermoanalyse die Feststellung machten, daß, obgleich die Bildung von Aluminiummonoxycarbid beobachtet wurde, seine Bildungsgeschwindigkeit sehr gering war, während die Bildungsgeschwindigkeit von Aluminiumtetraoxycarbid sehr groß war. Sie geben daher an, daß der Hauptanteil des Produkts demnach vorwiegend aus Aluminiumtetraoxycarbid besteht und daß dieses mit Kohlenstoff bei noch höheren Temperaturen unter Bildung von Aluminiumcarbid reagiert.
  • Trotz der Tatsache, daß das Vorhandensein von Aluminiummonoxycarbid durch diese Versuchsberichte festgestellt und bestätigt worden ist, ist sein Verhalten jedoch nur bei einer Temperatur von 1800 oder höchstens 1900' C bekannt. Sein Verhalten und seine Eigenschaften oberhalb dieser Temperaturen sind bis jetzt noch nicht bekannt. Es wird außerdem bekräftigt, daß seine Erzeugung ebenfalls sehr schwierig ist.
  • Es wurden nun Versuche über die thermischen Eigenschaften von Aluminiummonoxycarbid bei noch höheren Temperaturen, wie den bisher angegebenen, ausgeführt und dabei festgestellt, daß, obgleich Aluminiumtetraoxycarbid eine ausgeprägte Flüchtigkeit in Nähe von 1800 bis 2000' C zeigt, das Aluminiummonoxycarbid einzigartige Eigenschaften insofern aufwies, als seine Verflüchtigung schwierig war, wobei es viel stabiler war und seine feste Phase beibehielt; es wurde dabei außerdem festgestellt, daß seine thermische Zersetzung plötzlich bei Temperaturen oberhalb 2050' C und insbesondere oberhalb 2100' C unter Bildung von metallischem Aluminium stattfand. Es wird angenommen, daß diese thermische Zersetzung entsprechend der nachstehend angegebenen Gleichung (6) stattfindet:
    AWC --> 2 Al + CO t (6)
    Es wurde ferner gefunden, daß ein niedriger Stickstoffpartialdruck hinsichtlich dieser thermischen Zersetzung günstige und vorteilhafte Wirkungen auf diese Reaktion ausübt und insbesondere ein Stickstoffpartialdruck von 10-2 Atmosphären. Ein derartiger Stickstoffpartialdruck erfordert keine besonderen Betriebsmittel oder Arbeitsmethoden, sondern kann dadurch erreicht werden, daß man den Luftstrom von außen eben absperrt oder abschließt. Bei hohem Stickstoffpartialdruck besteht die Neigung zum Auftreten einer Nebenreaktion, bei welcher durch Umsetzung von Aluminiummonoxycarbid mit dem Stickstoff Aluminiumnitrit gebildet wird.
  • Bei weiteren Untersuchungen über die Möglichkeit der Bildung von Aluminiummonoxycarbid durch eine Umsetzung in fester Phase von Aluminiumoxyd mit Kohlenstoff (oder Aluminiumcarbid) - welche bisher nicht erfolgreich war - wurde festgestellt, daß, wenn die Reaktion unter Zusatz einer geringen Menge eines Nitrids zu der Mischung der vorstehend angegebenen Ausgangsmaterialien ausgeführt wurde, die Bildung von instabilem Aluminiumtetraoxycarbid gehemmt und in überraschender Weise Aluminiummonoxycarbid mühelos und stabil bei einer Temperatur oberhalb 1800' C gebildet werden konnte und daß durch Erhitzen von Aluminiummonoxycarbid auf eine 2050' C übersteigende Temperatur das Auftreten seiner thermischen Zersetzung herbeigeführt werden konnte, um leicht metallisches Aluminium zu ergeben. Nachstehend werden Versuchsergebnisse über das Fortschreiten der Aluminiummonoxycarbidreaktion, welche in Gegenwart des vorstehend beschriebenen Nitrids durchgeführt wurde, im Vergleich mit dem Fall, bei welchem kein Nitrid zugesetzt wurde, beschrieben. Das Fortschreiten der Reaktion wurde an Hand von Röntgenanalysen verfolgt. Wenn eine Mischung aus 74 Teilen -x-Aluminiumoxyd und 26 Teilen Kohlenstoff (Molverhältnis 1 : 3) ohne Zusatz eines Nitrids erhitzt wurde, setzte die Reaktion in Nähe von 1700' C ein, und die Bildung von Al 404C begann. Bei 1800 bis 1850'C wurde die Verflüchtigung von dem gebildeten A14O4C ausgeprägt, und beim Erreichen von 1900 bis 1950' C war die gesamte Menge des A14O4C verflüchtigt, wobei lediglich eine geringe Menge von A14C3 zurückblieb. Die Bildung von Al.OC wurde bei dieser Umsetzung überhaupt nicht beobachtet. Wenn andererseits die vorstehend beschriebene Mischung der Ausgangsmaterialien, welcher 5 Teile Aluminiumnitrid zugesetzt worden waren, erhitzt wurde, änderte sich die Lage völlig, wobei der Beginn der Bildung von Al.OC in Nähe von 1800' C beobachtet wurde. Die Bildung von AI,OC wurde bei 1850 bis 1900' C wirksam, und bei einer Temperatur im Bereich zwischen 1950 und 20501 C betrug die gebildete Menge des Al,OC etwa den theoretischen Wert. Wenn an Stelle von Kohlenstoff Aluminiumcarbid in einer entsprechenden Menge verwendet wurde, wurden im wesentlichen ähnliche Ergebnisse erhalten. Es wird angenommen, daß die Reaktionen entsprechend den nachstehend angegebenen Gleichungen (7) und (8) durch die Zugabe des Nitrids gefördert werden: AI,0 3 1 3 C = AWC 4- 2 CO (7) AI,03 + A14C#l = 3 ALOC (8) Im wesentlichen ähnliche Ergebnisse wurden auch bei Verwendung von Siliciumnitrid an Stelle von Aluminiumnitrid erhalten. Obgleich bekannt ist, daß Siliciumnitrid allein beim Erhitzen auf 19001 C sublimiert, wurde festgestellt, daß, wenn es, wie in diesem Verfahren, in einer Mischung von Aluminiumoxyd und Kohlenstoff vorhanden ist, es seine Stickstoffkomponenten sogar oberhalb 19001 C zurückhält und entsprechende Wirkungen ausübt wie das vorstehend genannte Aluminiunmitrid.
  • Die Temperaturbestimmungen in diesen Versuchen wurden mittels eines optischen Pyrometers ausgeführt. Da jedoch keine besonders große Genauigkeit in der Bestimmung der Ofentemperaturen in diesem erhöhten Temperaturbereich gemäß der derzeitigen Bestimmungstechnik erwartet werden kann, besitzen die angeführten numerischen Werte einen gewissen Spielraum, beispielsweise von ±401 C, wobei ersichtlich ist, daß die angegebenen Temperaturen die unter derartigen Bedingungen erhaltenen Meßwerte darstellen.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung, welches auf der Basis der vorstehend beschriebenen verschiedenen Versuchsergebnisse entwickelt wurde, ist dadurch gekennzeichnet, daß man Aluminiummonoxycarbid therinisch zur Erzeugung von Aluminium zersetzt. Ferner ist gemäß der Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Aluminium vorgesehen, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man ein Nitrid einer Mischung von Aluminiumoxyd mit Kohlenstoff oder Aluminiumcarbid zusetzt, worauf diese Mischung auf eine 2050' C nicht überschreitende Temperatur unter Bildung von Aluniiniummonoxycarbid erhitzt und danach das so erhaltene Aluminiummonoxycarbid auf eine 20501 C übersteigende Temperatur erhitzt wird.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung wird nachstehend näher -erläutert.
  • Zur thermischen Zersetzung wird das Aluminiummonoxycarbid auf eine 2050' C übersteigende Temperatur und vorzugsweise auf 2100 bis 22001 C erhitzt. Unterhalb 20500 C findet praktisch keine thermische Zersetzung statt während oberhalb 21001 C die Zersetzungsreaktion ziemlich rasch fortschreitet und innerhalb einer kurzen Zeitdauer, beispielsweise von etwa 30 Minuten, vollständig ist. Wenn andererseits die Temperatur zu hoch ist, ergibt sich daraus nicht nur ein Nachteil im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit des Wänneaufwands, sondern dies ist auch unzweckmäßig und unerwünscht, da eine Neigung zum Auftreten einer Verflüchtigung des gebildeten Aluminiums vorliegt. Die Verflüchtigung des gebildeten Aluminiums während des Reaktionsablaufs ist überraschend gering, wobei angenommen wird, daß dies auf die Tatsache zurückzuführen ist, daß sein Dampfdruck durch die gemeinsame oder gleichzeitige Anwesenheit des Aluminiummonoxycarbids auf einen niedrigeren Wert herabgesetzt wird, als wenn das Aluminium allein vorhanden ist. Zur Erniedrigung des Verlusts an gebildetem Aluminium auf Grund von Verflüchtigung kann die Reaktion in einem Zustand oder bei einer Stufe abgebrochen werden, wobei die geringe Menge an nicht umgesetztem Monoxycarbid zurückbleibt und das Aluminium zweckmäßig und bequem als geschmolzene Masse, von welcher das Aluminiummonoxycarbid eingeschlossen und mitgeschleppt wird, entnommen werden kann.
  • Nachstehend wird die Arbeitsweise beschrieben, wobei von Aluminiumoxyd und Kohlenstoff (oder Aluminiumcarbid) ausgegangen wird. Da diese Materialien in der ersten Reaktionsstufe zu dem Alnminiummonoxycarbid im wesentlichen in theoretischer Menge umgewandelt werden können, können die Ausgangsmaterialien in einem Mischungsverhältnis verwendet werden, welches dem theoretischen Mischungsverhältnis gemäß den vorstehend angegebenen Reaktionsgleichungen (7) oder (8) entspricht, wobei auch ein leichter überschuß von einem der Materialien zulässig ist. Das theoretische Mischungsverhältnis beträgt für Alurniniumoxyd und Kohlenstoff 74: 26, bezogen auf das Gewicht. Wenn der Anteil an Aluminiumoxyd oberhalb 78 Gewichtsprozent liegt, d. h. der Anteil an Kohlenstoff weniger als 22 Gewichtsprozent beträgt, wird ein Teil der Reaktionsteilnehmer oberhalb etwa 20001 C in den halbgeschmolzenen Zustand übergeführt, und da hierbei die Möglichkeit besteht, daß die Reaktion im Inneren der Masse gehemmt ist, ist dies nicht zweckmäßig. Wenn umgekehrt der Anteil von Kohlenstoff größer wird, steigt der Aluminiumcarbidgehalt in dem Produkt an. In diesem Fall kann jedoch das Aluminiumcarbid nach der Abtrennung des in der thermischen Zersetzungsstufe gebildeten Aluminiums der Beschickung zurückgeführt werden. Bei Verwendung von Aluminiumoxyd und Aluminiumcarbid als Ausgangsmaterial beträgt andererseits das theoretische Mischungsverhältnis von Aluminiumoxyd zu Aluininiumcarbid 41,5: 58,5, bezogen auf Gewicht. Vorzugsweise wird die Umsetzung ausgeführt, indem sichergestellt wird, daß der Anteil des Aluminiumcarbids nicht niedriger als der theoretische Anteil wird. An Stelle der Verwendung von Kohlenstoff oder Aluminiumearbid allein, können diese, wie ersichtlich, auch als Mischung zur Anwendung gelangen. In diesem Fall ist das Verhältnis, in welcher die Mischung mit dem Aluminiumoxyd verwendet wird, in übereinstimmung mit den Ausführungen, welche vorstehend mit Bezug auf diese Substanzen angegeben wurden.
  • Das der Ausgangsmischung zuzusetzende Nitrid ist in seiner Klasse nicht beschränkt; zweckmäßig werden jedoch Aluminiumnitrid und solche Nitride verwendet, welche thermodynamisch instabiler als Aluminiumnitrid sind, sich jedoch bei etwa 1000' C nicht zersetzen. Beispiele für derartige Nitride umfassen Aluminiunmitrid, Siliciumnitrid, Bornitrid, Vanadiumnitrid, Chromnitrid und Calciumnitrid.
  • Obgleich keine besondere Beschränkung hinsichtlich der zugesetzten Menge der vorstehend angegebenen Nitride vorliegt, werden normalerweise 0,1 bis 10 Gewichtsprozent, bezogen auf das Ausgangsmaterial, verwendet. Wenn die zugesetzte Menge nicht ausreicht, nimmt die Hemmwirkung auf die Bildung von Aluminiumtetraoxycarbid ab. Andererseits wird, wenn die Menge 10% übersteigt, ein Nebenprodukt einer Zusammensetzung, entsprechend Al.C.N, erhalten (iin Fall, wenn Aluminiumnitrid als Nitrid verwendet wurde). Zur wirksamen Bildung von Aluminiummonoxycarbid allein wird daher die zugesetzte Men-e an Nitrid vorzu-sweise innerhalb mehrerer Prozent gehalten.
  • Vorzugsweise wird eine gleichförmige und innige Mischung des Ausgangsmaterials und des Nitrids angewendet. Unter betrieblichen Gesichtspunkten ist es beispielsweise zweckmäßig, diese Materialien gründlich in pulverförmigem Zustand zu vermischen und danach mittels Preßformen oder unter Anwendung eines Bindemittels, z. B. Pech, Preßlinge oder Briketts aus der Mischung zu bilden.
  • Wie vorstehend angegeben, ist die für die erste Stufe zur Anwendung gelangende Erhitzungstemperatur, bei welcher Aluminiummonoxycarbid gebildet wird, oberhalb 1800' C, d. h. oberhalb der Temperatur, bei welcher es gebildet wird, und unterhalb 20501 C, d. h. der Temperatur, bei welcher es zersetzt wird, wobei eine Temperatur im Bereich von etwa 1900 bis 20001 C bevorzugt wird. Die Reaktion schreitet ziemlich rasch fort, und die Bildung des Monoxycarbids ist in einer kurzen Zeitdauer, nämlich innerhalb 1 bis 2 Stunden, beendet.
  • Anschließend wird die zweite Stufe der Reaktion ausgeführt, bei welcher das Monoxycarbid thermisch durch Steigerung der Temperatur auf eine Temperatur oberhalb 20501 C zersetzt wird. Diese thermische Zersetzung findet in der vorstehend geschilderten Weise statt.
  • Obgleich das gebildete Aluminium in Form einer geschmolzenen Masse, welche nicht umgesetzte Substanzen und Nitrid enthält, entnommen wird, kann ein Hauptanteil des gebildeten metallischen Aluminiums in hoher Reinheit erhalten werden, indem man die geschmolzene Masse in ein bekanntes Flußmittel, beispielsweise in eine eutektische Mischung von Kalium- und Natriumchlorid, gießt. Der Rückstand wird in wirksamer Weise verwertet, indem er als Teil der Beschickung im Kreislauf wieder zurückgeführt wird. Es treten hierbei überhaupt keine Ab- fallverluste auf. Die zur Anwendung gelangende Einrichtung kann auch ein gebräuchlicher elektrischer Ofen, welcher in der Technik verwendet wird, sein, welcher diesen Reaktionstemperaturen widerstehen kann. Es ist außerdem möglich, die Einrichtung zweckmäßig für den kontinuierlichen Betrieb auszugestalten.
  • Wie vorstehend beschrieben, beruht das Verfahren gemäß der Erfindung auf einer völlig neuen Arbeitsweise, wobei zusammenfassend die folgenden besonderen Merkmale und Vorteile erhalten werden: Die Ausgangsmaterialien und die Zwischenprodukte sind im Vergleich mit denjenigen des gebräuchlichen Kohlenstoffreduktionsverfahrens stabile Verbindungen, wobei die Ausführung des Verfahrens ohne Schwierigkeiten durchgeführt wird. Ferner weist das Verhältnis, in welchem die Ausgangsmaterialien gemischt werden, eine größere Variabilität oder Breite auf. Es besteht keine Notwendigkeit für eine erhöhte Temperatur, wie z. B. von 2400 bis 25001 C, wie dies bei einer der bekannten Arbeitsweisen der Fall ist. Die Ausbeute ist hoch, da praktisch keine Verluste an den Komponenten während des gesamten Reaktionsverlaufs vorhanden sind. Bei Vergleich dieser Vorteile mit den verschiedenen Nachteilen von den gebräuchlichen Arbeitsweisen, wie vorstehend angegeben, sind die besonderen Vorteile der Erfindung klar ersichtlich.
  • Die Erfindung wird nachstehend an Hand von Beispielen näher erläutert, in welchen sämtliche Teile und Prozentangaben auf das Gewicht bezogen sind, wenn nichts anderes angegeben ist. Die Beispiele 1 bis 3 betreffen die Bildung von Aluminiummonoxycarbid, während die Beispiele 4 bis 6 die Bildung von Aluminium entweder aus Aluminiummonoxycarbid oder aus Aluminiumoxyd über das Aluminiummonoxycarbid beschreiben.
  • Beispiel 1 74 Teile Aluminiumoxyd (Teilchengröße unterhalb 1 Mikron) von 99,9 %iger Reinheit, 26 Teile pulverisierter Holzkohle (wovon alles durch ein Sieb mit einer lichten Maschenweite von etwa 0,104 mm geht) und 5 Teile Aluminiumnitrid wurden gemischt, worauf die Mischung zu Tabletten oder Preßlingen mit einem Durchmesser von 10 mm gepreßt wurde. Die Preßlinge wurden dann in einen Graphittiegel gebracht, dessen Innenwandung mit Titancarbid überzogen worden war, um Einflüsse der Ofenwandung auf die Reaktion zu vermeiden. Es wurde dann auf 1800 bis 2000' C während 11/2 Stunden erhitzt, eine weitere 1/2 Stunde bei 2000' C gehalten und danach abgekühlt. Das erhaltene Produkt bestand aus einer grünlich-schwarzen, kristallinen Masse, welche einen Glanz aufwies. Ergebnisse der Röntgenuntersuchung zeigten, daß diese Substanz intensive Beugungslinien bei 2,75 A und 1,58 A aufwies, was in übereinstimmung der von F o s t e r u. a., wie vorstehend erwähnt, bestimmten Verbindung von A120C war. Die Ergebnisse von chemischen Analysen zeigten einen A120c-Gehalt von 9311/o und einen AIN-Gehalt von 6,7%, wobei die Ausbeute von Aluminiummonoxycarbid 971% der theoretischen Menge betrug.
  • Beispiel 2 Aluminiummonoxycarbid wurde gemäß der im Beispiell beschriebenen Arbeitsweise mit der Ab- änderung hergestellt, daß als Nitridzusatz 5Teile Siliciumnitrid (Si.N4 einer Reinheit von 9511/e, erhalten durch Nitridbildung von Silicium bei unterhalb 15001 Q zur Anwendung gelangten.
  • Beispiel 3 Aluminiummonoxycarbid wurde unter Anwendung der im Beispiel 1 beschriebenen Arbeitsweise mit der Abänderung hergestellt, daß die verwendete Ausgangsmaterialmischung aus 42 Teilen Aluminiumoxyd (Reinheit 99,9 %), 58 Teilen Aluminiumcarbid (A'4C", Reinheit 98%, erhalten durch Erhitzen von Aluminium und pulverisierter Holzkohle auf 1900' Q und 5 Teilen Aluminiumnitrid bestand.
  • Beispiel 4 Pulverisiertes Aluminiummonoxycarbid einer Reinheit von 9311/o wurde mit einer geringen Menge einer wäßrigen Dextrinlösung geknetet und zu Preßlingen (Briketts) von einem Durchmesser von 20mm geformt. Diese Preßlinge wurden in ein mit Deckel versehenes Graphitgefäß, welches im voraus auf 2150' C erhitzt worden war, eingebracht und nach 30 Minuten entnommen. Das erhaltene Produkt bestand aus 68 Teilen einer gelbgrünlich gefärbten Schmelze, welche sich bei Abkühlung verfestigte. Die chemische Analyse zeigte, daß die Masse dieses Produkts aus 87 D/o Al mit einem Rest aus 5 % A14C33 6 % AIN und 2% anderer Komponenten bestand.
  • Beispiel 5 In 73 Teile eines feinteiligen Aluminiumoxyds (Reinheit 99,904) wurden gründlich 27Teile einer gereinigten pulverisierten Kohle einer Größe, entsprechend einem Sieb mit einer lichten Maschenweite von etwa 0,104mm und 4Teile Aluminiumnitrid einer Größe, entsprechend einem Sieb mit einer lichten Maschenweite von etwa 0,147 mm eingemischt, worauf die Mischung zu Preßkörpem (Briketts) mit einem Durchmesser von 10 bis 20 mm preßgeformt wurde.
  • Diese Preßkörper wurden während einer Stunde bei 1850 bis 20001 C mit einem elektrischen Widerstandsofen in einem mit Titancarbid ausgekleideten Graphittiegel, um die Einwirkung der Gefäßwand auf die Reaktion zu vermeiden, erhitzt. Die Temperatur wurde dann weiter auf 2100 bis 2200' C erhöht, und nach Erhitzen Während einiger Zeit bei dieser Temperatur wurde die geschmolzene Masse herausgenommen. Die Masse besaß die folgende Zusammensetzung: 75% Al und als Rest 19% A120C und 6"/o AIN.
  • Unter Anwendung einer eutektischen Mischung von KCI und NaC1 als Flußmittel und Eingießen der vorstehend beschriebenen geschmolzenen Masse zur Abscheidung und Sammlung des metallischen Aluminiums, war es außerdem möglich, etwa 90% des gebildeten Aluminiums zu sammeln, welches eine Reinheit von 99,7% besaß.
  • Beispiel 6 Das Flußmittel, mit welchem Al gemäß der im Beispiel 5 beschriebenen Arbeitsweise abgetrennt wurde, wurde mit Wasser gewaschen, worauf 30 Teile einer gesammelten Masse, bestehend aus metalhschem Al, Al.OC und AIN, welche in dem Flußmittel zurückblieb, mit weiteren 50 Teilen A120.. 70 Teilen Aluminiumearbid als Reduktionsmittel und 5 Teilen Si.N4 als Zusatz gemischt wurden. Bei Behandlung entsprechend der im Beispiel 5 beschriebenen Arbeitsweise wurde metallisches Aluminium erhalten.

Claims (1)

  1. Patentanspruch: Verfahren zur Herstellung von Aluminium, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Mischung von Aluminiumoxyd und Kohlenstoff oder Aluminiumcarbid auf eine Temperatur zwischen 1800 und 20501 C in Gegenwart einer geringen Menge eines Nitrids unter Bildung eines Aluminiummonoxycarbids erhitzt und danach das Aluminiummonoxycarbid auf eine Temperatur zwischen 2100 und 22000 C zur thermischen Zersetzung erhitzt.
DE1965S0095400 1964-02-11 1965-02-10 Verfahren zur Herstellung von Aluminium Withdrawn DE1289320B (de)

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