DE1282925B - Stabilisieren von Polyvinylchlorid - Google Patents
Stabilisieren von PolyvinylchloridInfo
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
Int. α.:
C08f
Deutsche Kl.: 39 b4-29/18
45/58
45/58
Nummer: 1282925
Aktenzeichen: P 12 82 925.3-43 (J 20209)
Anmeldetag: 7. Juli 1961
Auslegetag: 14. November 1968
Die Erfindung bezieht sich auf die Stabilisierung von Polyvinylchlorid.
Aus der USA.-Patentschrift 2 820 774 ist es bekannt,
daß durch die Einarbeitung gewisser Mono- und Bisphenole in Polyvinylchlorid die Verfärbungsneigung
von Polyvinylchlorid verringert werden kann. Die besten Ergebnisse werden dabei mit 2,6-Di-tert.-butyl-4-methylphenol
erhalten. Diese Verbindungen beeinträchtigen aber die mechanischen Eigenschaften
von Polyvinylchlorid, insbesondere wenn dieses der Wärme ausgesetzt wird.
Es wurde nunmehr gefunden, daß Tris-phenylolalkane,
insbesondere das Kondensationsprodukt aus 3-Methyl-6-tert.-butylphenol mit Crotonaldehyd die
mechanischen Eigenschaften, wie z. B. Elastizität und Flexibilität, von Polyvinylchlorid wesentlich besser
bewahren.
Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung von Tris-(hydroxyphenyl)-alkanen in Mengen von weniger
als 1 Gewichtsprozent zum Stabilisieren von Poly- ao vinylchlorid.
Die Alkankette kann andere Substituenten wie daran gebundene Arylradikale haben.
Vorzugsweise sind die Hydroxyarylgruppen unmittelbar in ihren Ortho- oder ParaStellungen an die as
C—CH-CH-Kette in der Alkangruppe des Trishydroxyarylalkans
gebunden, wobei zwei der genannten Hydroxyarylgruppen an die genannte Kette durch
das Endkohlenstoffatom gebunden sind, welches mit einem daran gebundenen Wasserstoffatom dargestellt
ist.
Zur Verwendung gemäß der vorliegenden Erfindung besonders geeignete Trishydroxyarylalkanverbindungen
bestehen aus nichtharzartigen Kondensationsprodukten, welche durch die Kondensation von 1 Mol
eines Aldehyds mit einer Λ-β-Doppelbindung und
einem nichtsubstituiertcn Λ-Kohlenstoffatom mit 3 Mol
einer Hydroxyarylverbindung mit einer freien Ortho- oder Parastellung zweckmäßigerweise in einem geeigneten
Lösungsmittel und in Gegenwart eines Kondensationsmittels
erhalten wurden. Die Hydroxyarylradikale dieser Trishydroxyarylverbindungen sind
vorzugsweise Monohydroxyphenylradikale, insbesondere diejenigen, bei denen die 3- und 6-Stellungen
hinsichtlich der Hydroxygruppe durch Alkylradikale besetzt sind. Bevorzugte alkylsubstituierte Hydroxyphenylradikalc
sind diejenigen, welche sich von 3-Methyl-6-tert.-butylphenol und 2-Methyl-6-tert.-butylphenol
ableiten, wobei jedes Phenylradikal in der Parastellung an die Hydroxygruppe gebunden ist.
Die Alkankette dieser Verbindungen enthält vorzugsweise nicht mehr als 6 Kohlenstoffatome, kann jedoch
Stabilisieren von Polyvinylchlorid
Anmelder:
Imperial Chemical Industries Limited, London
Vertreter:
Dr.-Ing. H. Fincke, Dipl.-Ing. H. Bohr
und Dipl.-Ing. S. Staeger, Patentanwälte,
8000 München 5, Müllerstr. 31
Als Erfinder benannt:
Hugh Wilma Boulton Reed,
Norton-on-Tees, Durham (Großbritannien)
Hugh Wilma Boulton Reed,
Norton-on-Tees, Durham (Großbritannien)
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 8. Juli 1960 (23 901)
Großbritannien vom 8. Juli 1960 (23 901)
substituiert sein, beispielsweise durch eine Arylgruppe. Somit sind bevorzugte Alkanradikale diejenigen,
welche sich aus der Kondensation von Acrolein, Crotonaldehyd und Zimtaldehyd ableiten.
Die in diesen Stoffzusammensetzungen vorhandene Menge an Trishydroxyarylalkan ist eine geringere
Menge, vorzugsweise weniger als I0I0, und kann nach
jeder üblichen Methode eingearbeitet werden. "Beispielsweise kann sie in dem flüssigen Weichmacher zuerst
gelöst oder dispergiert werden, der zusammen mit dem Polyvinylchlorid benutzt werden soll. Diese Art
der Verwendung des Stabilisators wird bevorzugt.
Wahlweise kann das Trishydroxyarylalkan gleichzeitig mit den anderen Komponenten der Stoffzusammensetzung,
beispielsweise durch Kneten, vereinigt werden.
Die Menge und Art des Weichmachers, der in die Stoffzusammensetzungen der vorliegenden Erfindung
eingearbeitet werden kann, sind üblicherweise beispielsweise 20 bis 120 Gewichtsteile Weichmacher auf
100 Gewichtsteile Polyvinylchlorid; geeignete Weichmacher sind beispielsweise Phthalsäureester von Alkoholen,
wie 3,5,5-Trimethylhexanol, oder von dem
Gemisch von verzweigtkettigen Alkoholen mit 7 bis 9 Kohlenstoffatomen oder Isodecanol, das ist der aus
Propylentrimerem durch Carbonylieren erhaltene Alkohol.
Andere Zusatzstoffe einschließlich anderer Antioxydantien sowie Pigmente können ebenfalls zugesetzt
werden.
809 637Ί2Ο!
Der Vorteil der Verwendung von Tris-(hydroxy- jedoch mit der Abänderung, daß die eine O5I % und
phenyO-alkanen gemäß der Erfindung Hegt darin, daß die andere 0,2% des beschriebenen Antioxydationsdie
Formmasse während des Verarbeitens gegen un- mittels enthielt und der Weichmacher bei beiden
erwünschte Farbbildung besonders widerstandsfähig sogenanntes Diisodecylphthalat war, d. h. der Phthalsind.
Außerdem behalten die hergestellten Form- S säureester eines C10-Alkohols, welcher aus Propylenkörper
längere Zeiträume hindurch eine erwünschte trimerem durch das Carbonylierungsverfahren herkaite
Riegeeigenschaft bei niedriger Temperatur und gestellt worden war.
zeigen einen verminderten Weichmacherverlust bei Die Proben wurden, wie im Beispiel 1 beschrieben,
erhöhten Temperaturen. auf Verfärbung getestet. Zwei gleiche weitere Stoff-
. ίο zusammensetzungen wurden geprüft, wobei die eine
Beispiel 1 ^jn Antioxydationsmittel und die andere als Anti-
Eine Stoffzusammensetzung der folgenden Bestand- Oxydationsmittel 0,5 Gewichtsprozent Bis-phenylolteile
wurde durch 20 Minuten langes Vermischen bei propan enthielt, welches gewöhnlich zu diesem Zweck
1500C hergestellt: benutzt wird.
Komponenten Gewichtsteile 15 Bei der Probe ohne Antioxydationsmittel betrug
Granuläres Poivvinylchlorid ......... 100 d«;Z? it nur 30 Minuten, mit01%Tns-antioxydations-
Dikooctvlnhthafat 50 mttel 120 Mmuten und mit 0,2 % Tns-antioxydations-
Cadmiumstearat ■*''"'"'*''*
1 mittel 180 Minuten. Beide Stoffzusammensetzungen
Stearinsäure * 0 5 ""* dem erfindungsgemäß verwendeten Antioxydations-
Antioxvdationsmittel -■-■-·· » ao mittel zeigten daher eine wesentijche Verbesserung
3 "' ■"' ' ' gegenüber dem Kontrollversuch. Außerdem betrug die
Das Antioxydationsmittel wurde erhalten durch Zeit sogar bei 0,5% des Bis-antioxydationsmittels
Kondensieren von 3 Mol 3-MethyI-6rtert,-butylphenol nichtsdestoweniger nur 180 Minuten, d. h., sie war
mit 1 Mol Crotonaldehyd in Eisessig und in Gegen- nicht besser als bei den Stoffzusammensetzungen mit
wart von Chlorwasserstoff. Es kann als Methyl-tris- as nur 0,2% des Tris-antioxydationsmittels, welches da-(p-3-methyl-6-tert.-butylphenoi)-propan
angesehen her mengenmäßig wirksamer war.
werden. . _ . . . .
werden. . _ . . . .
Die gemischte Stoffzusammensetzung wurde bei e ι s ρ ι e l 4
1500C in Platten von 1,27 mm Dicke gepreßt, von Ein gleicher Verfärbungstest, wie im Beispiel'3" be-
denen Proben in einem bei 1500C gehaltenen Ofen 30 schrieben, wurde in diesem Beispiel an Proben vorbeobachtet
wurden und die Zeit aufgezeichnet wurde, genommen, welche dieselbe Zusammensetzung hatten
in welcher eine Verfärbung der anfangs transparenten, mit der Abänderung, daß der benutzte Weichmacher
farblosen Platten zuerst auftrat. Diese Zeit betrug sogenanntes Ditridecylphthalat war, d. h. der Phthalatannähernd
.5 Stunden. ester eines C13-Alkohols, welcher aus Propylentetra-
Es wurde ein Kontrollversuch vorgenommen, bei 35 merem nach dem Carbonylierungsverfahren hergestellt
dem die Versuchsbedingungen im obigen Beispiel war. Die Ergebnisse waren wie folgt:
genau wiederholt wurden mit der Abweichung, daß Die Zeit bei der Kontrollprobe ohne Antioxydations-
genau wiederholt wurden mit der Abweichung, daß Die Zeit bei der Kontrollprobe ohne Antioxydations-
die Antioxydationskomponente aus dem Ansatz weg- mittel betrug 60 Minuten, bei der Probe mit 0,1%
gelassen wurde. In diesem Falle betrug' die Zeit bis des Tris-antioxydationsmittels 150 Minuten und bei
zur Verfärbung nur lty, Stunden. · 40 der mit 0,2% 300 Minuten. Die Zeit bei der Probe
_ . . , ■ mit 0,5% des Bis-antioxydationsmittels betrug
Beispiel 2 270 Minuten.
Aus einer Stoffzusammensetzung entsprechend dem B e i s 0 i e 1 5
Beispiel 1, jedoch mit der Abänderung, daß das
Cadmiumstearat durch 8 Gewichtsteile basisches Blei- 45 Dieselben Verfärbungsteste wie im Beispiel 1 becarbonat
ersetzt wurde, wurden, wie im Beispiel 1 be- schrieben wurden in diesem Beispiel an Proben mit
schrieben, Platten von 1^7mm Dicke hergestellt. gleicher Stoffzusammensetzung wie im Beispiel 1
Die Kaltbiegetemperatur des Plattenmaterials wurde durchgeführt mit der Abänderung, daß das Antinach
dem British Standard Nr. 2571 an aufeinander- Oxydationsmittel durch Kondensation von 3 Mol
folgenden Tagen gemessen und zeigte eine langsame 50 3,6-Dimethylphenol mit 1 Mol Crotonaldehyd her-Erhöhung
von anfangs —15,5 bis —13°C am 5. Tage. gestellt war und als Methyl-tris-(p-3,6-dimethyIphenol)-Eine
gleiche Versuchsreihe dieser Stoffzusammen- propan angesehen werden kann. Die Verfärbungszeit
setzung ohne Antioxydationskomponente zeigte eine bei der Probe mit diesem Antioxydationsmittel betrug
schnelle Zunahme bis zu —12,25° C am 2. Tage, 5 Stunden. Die Zeit bei der Kontrollprobe ohne Antiwonach
Rißbildung auftrat. 55 Oxydationsmittel war I1/, Stunden.
Dieselben Proben wurden auch Weichmacher- .
verlusttesten unterworfen. Jede wurde bei 100°C auf- Beispiel 6
bewahrt. Beide Proben zeigten einen im wesentlichen Eine Stoffzusammensetzung mit einem Gehalt an
linearen Weichmacherverlust, wobei jedoch der Ver- Antioxydationsmittel und getestet wie im Beispiel 5,
lust bei der Kontrollprobe größer war. So betrug der 60 jedoch mit einem Gehaltan 8 Gewichtsteilen basischem
Verlust bei der Kontrollprobe nach 5 Tagen 3,2 Ge- Bleicarbonat an Stelle von Cadmiumstearat, wurde
wichtsprozent, wogegen der Verlust bei der Stoff- dem Kaltbiegetest, wie im Beispiel 2 beschrieben,
zusammensetzung gemäß der vorliegenden Erfindung unterworfen. Die Anfangstemperatur war —15° C,
nur 2 Gewichtsprozent war. welche nach 5 Tagen auf —14°C anstieg. Das kann
„,·„·, , 65 mit dem Kontrolltest im Beispiel 2 verglichen werden,
α c ι s ρ ι e ι ϊ» WQ ^β^^^ nach 2 Tagen auftrat.
Bei diesem Beispiel wurden zwei Stoffzusammen- Dieselben Proben wurden auf Weichmacherverlust,
Setzungen entsprechend dem Beispiel 1 verwendet, wie im Beispiel 2 beschrieben, getestet. Die Probe mit
Antioxydationsmittel verlor 1,5 Gewichtsprozent nach 5 Tagen, wogegen die Kontrollprobe ohne Antioxydationsmittel
3,5 Gewichtsprozent nach derselben Zeitspanne verlor.
Die Stoffzusarnmensetzungen in den obigen Beispielen, welche Cadmiumstearat enthalten, sind zur
Verwendung in den Fällen geeignet, wo eine farblose transparente piastifizierte Polyvinylchloridstoffzusammensetzung
gewünscht wird. Andere Polyvinylchloridstoffzusammetisetzungen können hergestellt werden
mit verschiedenen Bestandteilen, um verschiedenen Erfordernissen zu entsprechen. Beispielsweise werden
für elektrische Isolierzwecke Stoffzusammensetzungen unter Verwendung von Diisodecyl- und Ditridecylesterweichmachern
vorgezogen, besonders mit basischem Bleicarbonat oder -sulfat und Calciumstearatbestandteilen
und gegebenenfalls mit einem inerten Tonfüllstoff, wie Bentonit.
Claims (2)
1. Verwendung von Tris-(hydroxyphenyl)-alkanen in Mengen von weniger als 1 Gewichtsprozent
zum Stabilisieren von Polyvinylchlorid.
2. Verwendung des Tris-(hydroxyphenyl)-alkans, ίο das durch Kondensieren von 3 Mol 3-MethyI-6-tert.-butylphenol
mit 1 Mol Crotonaldehyd hergestellt worden ist, zum Stabilisieren von Polyvinylchlorid.
is In Betracht gezogene Druckschriften:
USA.-Patentschriften Nr. 2 816 945, 2 820774.
809 637/1208 11. OS G Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| GB23901/60A GB936154A (en) | 1960-07-08 | 1960-07-08 | Improvements in and relating to polyvinyl chloride compositions |
Publications (1)
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ID=10203139
Family Applications (1)
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