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Schaltung zur Einstellung des Farbtons in einem PAL-Farbfernsehgerät
Beim PAL-Farbfernsehsystem wird unabhängig von Phasenfehlern im Übertragungsweg
und von Phasenfehlern des zur Demodulation dienenden Bezugsträgers stets der richtige
Farbton wiedergegeben. In manchen Fällen ist es aber wünschenswert, den Farbton
vom wahren Farbton abweichend einstellbar zu machen, beispielsweise nach subjektivem
Empfinden des Betrachters oder zur Beseitigung unerwünschter Farbtöne, die beispielsweise
durch Abtastung besonderer Farbfilme oder durch eine besondere Beleuchtung bei der
Aufnahme entstehen.
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Beim NTSC-System ist es bekannt, zur Änderung des Farbtones mit einem
Phasendreher die den Farbton bestimmende Phase des Farbträgers oder die Phase des
Farbsynchronsignals zu verändern. Eine solche Farbtoneinstellung ist bei einem PAL-Farbfernsehsignal
nicht möglich, da eine Änderung der Phase des modulierten Farbträgers im PAL-Empfänger
mit Laufzeitleitung als Fehler registriert und ausgemittelt wird, so daß der Farbton
unverändert bleibt.
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Zur Einstellung des Farbtones in einem PAL-Farbfernsehempfänger ist
es bekannt (deutsche Auslegeschrift 1178 982), Mittel zur gegensinnigen Änderung
der Amplitude von zwei Farbsignalen oder Farbdifferenzsignalen, z. B. (R - Y) und
(B - Y), vorzusehen. Hierbei muß aber auch der Farbträger zunächst demoduliert
oder in einer PAL-Laufzeitaufspaltung in seine beiden farbträgerfrequenten Komponenten
aufgespalten werden. Eine Farbtonänderung durch Beeinflussung des komplexen modulierten
Farbträgers ist mit dieser Schaltung nicht möglich.
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Es ist auch vorgeschlagen (Patentanmeldung T 34090 VIIIa/21a1), zur
Änderung der Farbart eines von einem PAL-Farbfernsehsignal erzeugten Bildes eine
der PAL-Umschaltung unterworfene farbträgerfrequente Spannung mit wählbarer Amplitude
und Phase als Zusatzspannung dem modulierten PAL-Farbträger hinzuzufügen. Diese
Schaltung ist in erster Linie für die Studio- oder die Übertragungsseite vorgesehen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine einfache Schaltung
zur Einstellung des Farbtones in einem PAL-Farbfernsehgerät zu schaffen, die im
Aufbau einfach ist und sich auch für einen PAL-Farbfernsehernpfänger eignet.
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Die Erfindung geht aus von einer Schaltung zur Einstellung des Farbtones
des wiedergegebenen Bildes in einem PAL-Farbfernsehgerät durch Beeinflussung der
Phase des modulierten Farbträgers, der nach Demodulation die für die Bildwiedergabe
verwendeten Farbsignale liefert, und besteht darin, daß der modulierte Farbträger
über Phasendreher geführt wird, deren Phasendrehung von Zeile zu Zeile zwischen
zwei Werten umschaltbar ist, die von einem festen Wert um etwa den gleichen, einstellbaren
Betrag in entgegengesetzter Phasendreheinrichtung abweichen.
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Ein Vorteil der Erfindung besteht darin, daß die Farbtonänderung des
Bildes durch Beeinflussung des komplexen modulierten Farbträgers erfolgen kann.
Farbträgerfrequente Zusatzspannungen sind dabei nicht erforderlich, weil lediglich
die Phase des modulierten Farbträgers beeinflußt wird: Auch eine Amplitudenverfälschung
des Farbträgers, die eine Farbsättigungsänderung bewirken würde, tritt nicht auf.
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Die Erfindung wird an Hand der Zeichnung erläutert. F i g. 1 zeigt
ein Zeigerbild zur Erläuterung der Wirkungsweise der Erfindung, F i g. 2 zeigt ein
Blockschaltbild der Erfindung; F i g. 3 zeigt Kurven zur Erläuterung der Wirkungsweise
einer Weiterbildung der Erfindung; F i g. 4 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel
der Erfindung, das an Hand der F i g. 5 erläutert wird. Gemäß F i g. 1 und 2 steht
an einer Klemme 1
zeilenweise abwechselnd der modulierte Farbträger F und
der gemäß dem PAL-Farbfernsehsystem umgeschaltete konjugiertkomplexe Farbträger
F+. Dieser Farbträger wird dem Eingang eines zeilenfrequenten Schalters 2 zugeführt,
deren beide Ausgänge über Phasendreher 3 und 4 an Eingänge einer Addierstufe 5 angeschlossen
sind, an deren Ausgangsklemme 6 ein im Sinne geänderten Farbtons beeinflußter Farbträger
" steht. Der Schalter 2 wird von einem F"@" bzw. F"+, Generator 7, der durch Zeilensynchronimpulse
und die Farbsynchronsignale zeilenfrequent betätigt wird, von einer halbzeilenfrequenten
Schaltspannung 8 zeilenfrequent betätigt.
Die Wirkungsweise der
Erfindung ist folgende: In der Zeile 1 hat der Schalter 2 die dargestellte Schaltstellung,
so daß der modulierte Farbträger F über den Phasendreher 3 auf die Addierstufe 5
und die Ausgangsklemme 6 gelangt. Der Phasendreher 3 bewirkt nun eine Phasendrehung
in positiver Richtung um den Winkel 99, so daß an der Klemme 6 der in F i g. 1 dargestellte
Farbträger F""" entsteht, der um den Winkel (p gegenüber dem Farbträger F gedreht
ist und somit einen anderen Farbton darstellt. Während dieser Zeit gelangt über
den Phasendreher 4 an die Addierstufe 5 keine Spannung. Während der Zeile
2 befindet sich der Schalter 2 in der unteren Stellung, so daß der Farbträger F+
über den Phasendreher 4 auf die Addierstufe 5 gelangt. Der Phasendreher 4
bewirkt ebenfalls eine Phasendrehung um den Winkel 97, jedoch jetzt in entgegengesetzter
Richtung (- p). Der Farbträger F+ gemäß F i g. 1 wird also in der Phase zu einem
Farbträträger F ,1+"u umgewandelt. Da also die Farbträger F und F+ in entgegengesetzte
Richtung phasenverschoben werden, wird eine echte Phaseninformationsänderung bewirkt,
die einer Änderung des Farbtons entspricht und im PAL-Farbfernsehempfänger mit Laufzeitleitung
nicht als Phasenfehler beseitigt wird. In dem dargestellten Beispiel wird der Anteil
der Farbe B - Y
verringert und der Anteil der Farbe R - Y erhöht. Phasendreher
mit positiver und negativer Phasendrehung lassen sich durch konzentrierte Schaltungselemente,
z. B. Spulen, Kondensatoren und Widerstände, aufbauen. Die Einstellung der Phasendreher
3, 4 erfolgt mit einem gemeinsamen Bedienungsknopf 8
im Gleichlauf
in der Weise, daß die Phasendreher 3, 4 eine gleich große, aber in entgegengesetzte
Richtung gehende Phasendrehung bewirken. In der Nullstellung bewirken die Phasendreher
3, 4 keine Phasendrehung, so daß der Farbträger F bzw. F+ im wesentlichen
unverändert auf die Addierstufe 5 gelangt und keine Farbtonänderung eintritt.
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Um den Aufbau der Phasendreher zu vereinfachen, kann es zweckmäßig
sein, beiden Phasendrehern die gleiche Grundphasendrehung, beispielsweise ein ganzzahliges
Vielfaches von 2z der Farbträgerfrequenz zu geben, und bei der Einstellung die Phasendrehung
des ersten Phasendrehers zu vergrößern und die des zweiten Phasendrehers zu verringern.
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Diese Lösung wird an Hand der F i g. 3 erläutert, die für den Schaltungsaufbau
nach F i g. 2 gilt. In der Nullstellung des Einstellknopfes 8 bewirken beide Phasendreher
3, 4 die gleiche Phasendrehung von n # 2n (n -= ganze Zahl), die somit den
Farbträger F bzw. F+ in F i g. 1 wieder in die dargestellte Phasenlage bringen und
keinen Einfluß auf den Farbton haben. Es sei angenommen, daß der Farbträger F in
positiver Richtung (gegen Uhrzeigersinn) um h - 2n wieder in die ursprüngliche Lage
und der Farbträger F+ ebenfalls in positiver Richtung um n # 21r in die dargestellte
Lage gedreht ist. Bei Betätigung des Einstellknopfes 8 wird nun die Phasendrehung
des Phasendrehers 3 gegenüber dem Wert n - 2n vergrößert. Das bedeutet, daß der
Farbträger F noch um den Winkel + qp weiter in positiver Richtung (gegen Uhrzeigersinn)
gedreht wird und ein Farbträger F"," entsteht. Im Gleichlauf wird die Phasendrehung
des Phasendrehers 4 verringert, so daß der Farbträger F+ im Uhrzeigersinn um den
Winkel cp zurückgedreht wird und der Farbträger F,1, entsteht, wie in F i g. 1 dargestellt
ist.
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Die Grundphasenverschiebung gemäß F i g. 3 braucht nicht gleich n
- 2n zu sein, sondern kann auch ein unganzzahliges Vielfaches von 27t betragen,
wenn bei der Demodulation die Phase des Bezugsträgers entsprechend angepaßt wird.
Die Grundphasendrehung kann auch 180° sein, wobei dann bei nicht vorgenommener Farbtoneinstellung
die beiden Zeiger Fund F+ in F i g. 1 um 180° umgepolt wären.
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F i g. 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel mit nur einem Phasendreher
13. Der Farbträger wird von der Klemme 1 über einen Transistorverstärker 9 einem
Phasendreher 13 zugeführt, der aus Längsinduktivitäten 10
und Querkapazitäten
besteht, die durch Kapazitätsdioden 11 gebildet sind. Die Kapazitätsdioden
11 sind durch die an einem Widerstand 12 abfallende Spannung in Sperrichtung
vorgespannt. Der Farbträger am Ausgang des Phasendrehers 13 wird über einen Verstärker
14 der Klemme 6 zugeführt, wo der im Sinne geänderten Farbtons veränderte
Farbträger F"e" bzw. F I steht. Den Kathoden der Kapazitätsdioden 11 wird
von dem Schleifer eines Potentiometers 15, das von dem Generator 7 mit der halbzeilenfrequenten
Schaltspannung 8 gespeist wird, über einen Kondensator 16
die halbzeilenfrequente
Schaltspannung 8 mit einstellbarer Amplitude zugeführt.
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Die Wirkungsweise dieser Schaltung wird an Hand der F i g. 5 erläutert.
Wenn der Schleifer des Potentiometers 15 in der unteren Stellung steht, gelangt
über den . Kondensator 16 keine Schaftspannung 8 auf die Kapazitätsdioden 11, die
dann mit einer konstanten Gleichspannung vorgespannt sind. Der Phasendreher 13 bewirkt
dann eine konstante Phasendrehung cpo, die beispielsweise gleich n # 2n ist. Durch
diese in allen Zeilen gleiche Phasendrehung wird der Farbton nicht verändert. Im
Zeitpunkt tl wird der Schleifer nach oben verstellt, so daß eine Schaltspannung
8 auf die Kapazitätsdioden 11 gelangt. Während der Zeile 1 wird durch die Schaltspannung
8 die Kapazität der Kapazitätsdioden 11 vergrößert, so daß die Phasendrehung um
den Wert 99 auf den Wert po -j- 99 gemäß F i g. 1 erhöht und der Farbträger F um
den Winkel -f-99 in positiver Richtung gemäß F i g.1 verdreht wird. In der nächsten
Zeile erfolgt durch die Schaltspannung 8 eine Verringerung der Kapazität der Kapazitätsdioden
11 und daher eine Verringerung der Phasendrehung um den Winkel 99 auf den Wert 990
- 9a, so daß nun gemäß F i g. 1 der Farbträger in entgegengesetzter Richtung
gedreht wird. Die Schaltspannung 8 kann z. B. in einem PALrFarbfernsehempfänger
die zur Steuerung des PAL-Schalters ohnehinvorhandene halbzeilenfrequente Schaltspannung
sein.