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Schaltung zur Einstellung des Farbtones eines von einem PAL-Farbfernsehsignal
erzeugten Bildes Beim PAL-Farbfernsehsystern wird unabhängig von Phasenfehlern im
übertragungsweg und von Phasenfählern des zur Demodulation dienenden Bezugsträgers
stets der richtige Farbton wiedergegeben. In manchen Fällen ist es wünschenswert,
den Farbton vom wahren Farbton abweichend einstellbar zu machen, beispielsweise
nach subjektivem Empfinden des Betrachters oder zur Beseitigung unerwünschter Farbtöne,
die beispielsweise durch Abtastung besonderer Farbfilme oder durch eine besondere
Beleuchtung bei der Aufnahme entstehen.
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Beim NTSC-System ist es bekannt, zur Änderung des Farbtones mit einem
Phasendreher die den Farbton bestimmende Phase des modulierten Farbträgers oder
die Phase des Farbsynchronsignals zu verändern. Eine solche Farbtoneinstellung ist
bei einem PAL-Farbfernsehsignal nicht möglich. Eine nachträgliche Änderung der Phase
des modulierten Farbträgers um einen bestimmten Betrag würde im PAL-Empfänger mit
Laufzeitleitung als Fehler registriert und durch die Wirkung des PAL-Empfängers
wieder beseitigt, so daß der Farbton unverändert bleibt.
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Zur Einstellung des Farbtones bei einem PAL-Signal ist es bekannt
(deutsche Auslegeschrift 1178 892), Mittel zur gegensinnigen Änderung der
Amplitude der beiden Farbsignale oder Farbdifferenzsignale vorzusehen. Hierbei muß
aber der Farbträger zunächst demoduliert oder in einer PAL-Laufzeitaufspaltschaltung
in seine beiden farbträgerfrequenten Komponenten aufgespalten werden. Eine Farbtonänderung
durch Beeinflussung des komplexen Farbträgers ist hiermit nicht möglich.
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Es ist auch vorgeschlagen, zur Änderung der Farbart eines von einem
PAL-Farbfernsehsignal erzeugten Bildes eine der PAL-Umschaltung unterworfene farbträgerfrequente
Spannung mit wählbarer Amplitude und Phase als Zusatzspannung dem modulierten PAL-Farbträger
hinzuzufügen. Diese Schaltung ist in erster Linie für die Studio- oder die übertragungsseite
vorgesehen.
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Bei einer weiteren vorgeschlagenen Lösung wird der modulierte Farbträger
über Phasendreher geführt, deren Phasendrehung von Zeile zu Zeile zwischen zwei
Werten umschaltbar ist, die von einem festen Wert um etwa den gleichen, einstellbaren
Betrag in entgegengesetzter Phasendrehrichtung abweichen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schaltung des Farbtones
bei einem PAL-Farbfernsehsignal zu schaffen, die sich durch große Einfachheit auszeichnet
und auch für einen PAL-Farbfemsehempfänger geeignet ist.
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Die Erfindung geht aus von einer Schaltung zur Einstellung des Farbtones
eines von einem PAL-Farbfernsehsignal erzeugten Bildes durch Beeinflussung des in
einem ersten, direkten Kanal vor der Farbdemodulation verfügbaren Farbträgers und
besteht darin, daß der modulierte Farbträger in einem zweiten Kanal einen 901-Phasendreher
und einen von Zeile zu Zeile um 1800 umschaltenden Phasenumschalter durchläuft
und in einer Gegentaktschaltung mit einstellbarer Amplitude und Polarität als Zusatzträger
dem modulierten Farbträger im ersten Kanal in einer Addierstufe hinzugefügt ist.
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Die erfindungsgemäße Schaltung erfordert nur einen geringen schaltungstechnischen
Aufwand. Sie kann leicht nachträglich in eine bereits vorhandene Schaltung eingefügt
werden. Eine Demodulation oder eine Aufspaltung des Farbträgers in seine beiden
Komponenten ist nicht erforderlich, weil der komple.xe modulierte Farbträger selbst
im Sinne einer Farbtonänderung beeinflußt wird.
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Die Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnung näher erläutert.
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F i g. 1 zeigt ein Zeigerbild zur Erläuterung der Wirkungsweise;
F i g. 2 ein Prinzipschaltbild der Erfindung, F i g. 3 ein praktisches
Ausführungsbeispiel und F i g. 4 ein Zeigerbild zur Erläuterung einer Weiterbildung
der Erfindung.
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In den Figuren ist mit F der modulierte, als Zeiger
dargestellte Farbträger und mit F+ der umizeschaltete, konjugiert-komplexe
Farbträger bezeichnit.
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F i g. 1 zeigt den modulierten PAL-Farbträger F
der Zeile
1 und den gemäß dem PAL-System spiegelbildlich zur Achse U umgeschalteten
konjugiert-komplexen Farbträger -F+ der zeitlich folgenden Zeile 2. Der durch diese
Farbträger im Bild erzeugte Farbton
ist durch den Winkel o# gegeben.
Zur Änderung des Farbtones wird nun, in einem zweiten Kanal der Farbträger
F um 901 in der Phase gedreht, wodurch ein Zusatzträger E",. entsteht,
der mit verringerter, einstellbarer Amplitude dem Farbträger E hinzugefügt
wird. Dadurch entsteht ein neuer Farbträger E""" der einen anderen Phasenwinkel
gegenüber der Achse U
hat und daher einen -anderen Farbton darstellt. In der
Zeile 2 wird der Farbträger F+ in dem zweiten Kanal wieder um 9011 gedreht,
wodurch zunächst der punktiert gezeichnete Farbträger 1 entsteht. Dieser
wird mit einem 1801-Phasenumschalter, der in jeder zeitlich zweiten Zeile wirksam
ist, in der Phase, um 180'
umgeschaltet, so dall ein Zusatzträger E+".,. entsteht,
der den Farbträger E+ in einen Farbträger E+"", umwandelt. Da die beiden Farbträger
E und E+ erfindungsgemäß in entgegengesetzter Richtung gedreht werden, entsteht
einer echte Informationsänderung, die eine Änderung des Farbtones darstellt und
im PAL-Erupfänger mit Laufzeitleitung auch nicht als Fehler wieder beseitigt wird.
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In F i g. 2 wird der modulierte Farbträger E bzw.
F+ von einer Klemme 2 über eine Leitung 3 einer Addierstufe 4 zuggeführt,
deren Ausgang an einen Farbdemulator 5 angeschlossen ist, der an zwei Klemmen
die demodulierten Farbsignale B-Y und R-Y für die Bildwiedergabe liefert.
Erfindungsgemäß wird der modulierte Farbträger über eine Leitung 6 einem
zweiten Kanal zugeführt, der einen 901-Phasendreher 7 und einen 1801-Phasenumschalter
8 enthält, der von einem Generator 9 von einer halbzeilenfrequenten
Schaltspannung 10 betätigt wird. Die Ausgangsspannung des Phasenumschalters
8 gelangt auf eine Gegentaktschaltung 11, von der ein Zusatzfarbträger
mit einstellbarer Amplitude und Polarität über eine Leitung 12 der Addierstufe 4
zugeführt wird. Der Phasendreher7 dreht den FarbträgerE gemäß F i g. 1 um
90", während der Phasenumschalter 8 in jeder zeitlich zweiten Zeile
(Zeile 2 in F i g. 1) die Phase des Zusatzfarbträgers um 180' umschaltet.
Die Gegentaktschaltung 11 ermöglicht es, den Zusatzfarbträger mit einstellbarer
Amplitude und Polarität dem von der Leitung 3 kommenden Farbträger
E bzw. F+ hinzuzufügen, so daß am Ausgang der Addierstufe 4 ein im Sinne
geänderten Farbtons beeinflußter Farbträger E"", steht, der somit am Ausgang des
Demodulators 5 andere Farbsignale liefert, die im wiedergegebenen Bild einen
anderen Farbton bewirken. Wenn der Schleifer der Gegentaktschaltung 11 beispielsweise
in der Mitte steht, wird der Addierstufe 4 über die Leitung 12 kein Zusatzfarbträger
zugeführt, so daß Farbträger und Farbton unbeeinflußt bleiben. Wenn beispielsweise
der Schleifer nach oben bewegt wird, wird der Farbton in der in F i g. 1
dargestellten Richtung verändert, d. h., der Farbträger-E -
wird mehr
in Richtung der Achse iV verschoben. Wird beispielsweise der Schleifer nach unten
bewegt, so polt sich die Phase der Zusatzspannung in F i g. 1
in allen Zeilen
um, so daß der Farbträger E bzw. E+ in allen Zeilen in entgegengesetzter Richtung
wie in F i g. 1 in der Phase verschoben wird, d. h. in Richtung der
Achse U. Die Polaritätsumkehr kann auch durch Umpolung der, Schaltspannung
10 erreicht werden, weil dann in F i g. 1 der Zeiger 1 nicht,
wohl aber der Zeiger E"". um 180' gedreht wird. Der Generator 9 wird
beispielsweise von Zeilensynchronimpulsen und den in der Phase umgeschalteten Farbsynchronsignalen
in bekannter Weise synchronisiert. F i g. 3 zeigt ein praktisches Ausführungsbeispiel.
Der an der Klemme 2 stehende Farbträger wird in einer Transistorstufe
13 verstärkt. Als 901-Phasendreher 7 dient ein Allpaß und als 1801-Phasenumschalter
8 ein Gegentakttransformator 14 mit zwei Dioden 15, 16. Diese
Dioden werden durch gegenphasige, halbzeilenfrequente Schaltspannungen 10a und
10 b von Klemmen 15, 16 abwechselnd leitend und nichtleitend gesteuert.
Als Addierstufe4 dient ein Transistor 17, an dessen Basis der modulierte
Farbträger von der Leitung3 und der Zusatzfarbträger von der Leitung 12 addiert
werden. An einer Klemme 17 steht der im Sinne geänderten Farbtons beeinflußte
Farbträger E"", zur Verfügung.
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F ig. 1 zeig daß bei der Farbtonänderung eine geringe Amplitudenerhöhung
des Farbträgers, d. h. eine Erhöhung der Farbsättigung, eintritt. Im allgemeinen
wird diese Farbsättigungsänderung unwesentlich sein, weil für die Farbtonänderung
meist nur geringe Phasenänderungen notwendig sind. Diese Amplitudenänderung kann
dadurch beseitigt werden, daß dem modulierten Farbträger zusätzlich ein mit dem
modulierten Farbträger phasengleicher Zusatzfarbträger mit einer solchen Amplitude
hinzugefügt wird, daß die Amplitude des Farbträgers bei der Farbtoneinstellung unverändert
bleibt.
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Eine weitere Möglichkeit zur Konstanthaltung der Farbsättigung wird
an Hand der Fig. 4 erläutert. F i g. 4 zeigt wieder in Zeigerdarstellung
das Farbsynchronsignal 20, das von Zeile zu Zeile in der Phase spiegelbildlich zur
Achse U um ±451 umgeschaltet ist. Wenn die erfindungsgemäße Schaltung zur
Farbtoneinstellung auch auf das Farbsynchronsignal wirksam ist, d. h. beispielsweise
der Schaltung in F i g. 2 und 3 auch das Farbsynchronsignal zugeführt
wird, so wird gemäß Fig.4 auch das Farbsynchronsignal durch ein Zusatzsignal 21
in der Phase gedreht und somit ebenfalls in der Amplitade angehoben. Wenn nun hinter
der erfindungsgemäßen Schaltung zur Farbtoneinstellung eine automatische Farbverstärkungsregelung
(ACC) vorgesehen ist, so wird in dieser das phasenverschobene und in der Amplitude
angehobene Farbsynchronsignal 22 ausgewertet. Da dieses nun eine größere Amplitude
aufweist, wird die Verstärkung des Farbträgers herabgeregelt, so daß die erhöhte
Amplitude des Farbträgers gemäß F i g. 1 beseitigt wird.
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In den F i g. 2 und 3 wird der Zusatzfarbträger im Farbkanal
dem modulierten Farbträger zugeführt. Es ist auch möglich, den Zusatzfarbträger
dem FBAS-Farbvideosignal hinzuzufügen. Im zweiten Kanal ist dann ein Bandpaß vorgesehen,
der nur die Farbträgerfrequenz zwecks Gewinnung des Zusatzfarbträgers durchläßt.
Wenn auf die 180c'-Phasenumschaltung verzichtet wird, kann die erfindungsgemäße
Schaltung auch zur Einstellung des Farbtones in einem NTSC-Farbfernsehempfänger
oder -Studio angewendet werden.