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Form zum Herstellen einer mehrschichtigen, insbesondere zweifarbigen
Sohle aus elastischem Werkstoff Zusatz zur Anmeldung: D 45528 X/39 a2 Auslegeschrift
1 761 Die Erfindung betrifft eine Form zum Herstellen einer mehrschichtigen, insbesondere
zweifarbigen Sohle aus elastischem Werkstoff, vorzugsweise Kunststoff, insbesondere
unter gleichzeitigem Anspritzen an Schuhschäfte, bestehend aus einem vorzugsweise
geteilten Rahmen, mindestens einem verschiebbaren Bodenstempel sowie einer Oberform,
beispielsweise Schuhleisten, wobei in einer Ausnehmung des Bodenstempels ein Zusatzstempel
vorgesehen ist, der gegenüber dem Bodenstempel und den Leisten verschiebbar ist,
nach Patentanmeldung D 45528 X139a2 (deutsche Auslegeschrift 1 260761).
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Der nach der Hauptpatentanmeldung vorgesehene Zusatzstempel ist unabhängig
und gesondert vom Bodenstempel verschiebbar. Der bewegliche Zwl schenstempel bedeckt
einen Teil der Sohlenfläche, der durch den Bodenstempel ausgespart ist. Durch die
unabhängige Beweglichkeit des Bodenstempels und des Zwischenstempels können somit
bei der Form nach der Hauptpatentanmeldung mehrschichtige Sohlen mit unterschiedlicher
Dicke, z. B. Sohlen mit Absatz, hergestellt werden, wobei die zweite Sohlenschicht,
die eine unterschiedliche Dicke aufweist, infolge entsprechender Relativstellung
des Bodenstempels und des Zwischenstempels in einem Spritzgang angeformt werden
kann.
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Die Erfindung befaßt sich ebenfalls mit einer Form zum Herstellen
einer mehrschichtigen Sohle aus elastischem Werkstoff, insbesondere Kunststoff,
die Bereiche unterschiedlicher Stärke ausweist, beispielsweise einen Laufsohlen-
und Absatzbereich. Bei der Form nach der Hauptpatentanmeldung wird ein derartiger
stärkerer Bereich der Sohle, beispielsweise der Absatz, insgesamt mit einem vollplastischen
Querschnitt angespritzt. Dadurch wird im Bereich der größeren Stärke, also z. B.
im Bereich des Absatzes, eine verhältnismäßig große Menge des elastischen Werstoffs
benötigt, die eine Verteuerung des Schuhs zur Folge hat. Darüber hinaus erfordert
der so angespritzte Absatz eine längere Abkühlzeit als die demgegenüber dünnere
Sohle. Schließlich wird der fertige Schuh durch den vollplastischen Querschnitt
schwerer, so daß die Laufeigenschaften nachteilig beeinflußt werden.
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Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Form gemäß Hauptpatentanmeldung
dahin gehend weiterzuentwickeln, daß mehrschichtige, insbesondere mehrfarbige Sohlen
mit Verstärkungen, z. B. mit einem Absatz, hergestellt werden können, wobei die
einen Kern, insbesondere ein Füllstück, aufweisende Verstärkung von einer gegebenenfalls
mehrschichtigen Ummantelung umgeben sein soll.
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Die Erfindung besteht darin, daß zum Anspritzen einer Ummantelung
eines Teils der Sohle, insbesondere des Absatzes, ein den Raum für die Ummantelung
ausfüllender Steg vorgesehen ist, der vor dem Anspritzen der Ummantelung, insbesondere
nach dem Anspritzen einer Zwischensohle, absenkbar ist.
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Die erfindungsgemäße Form ermöglicht die Verwendung von Füllstücken
aus beispielsweise Filz, die eine Materialeinsparung in den Verstärkungen, z. B.
im Absatz, sowie ein geringeres Eigengewicht dieses Teils bewirken. Durch die Möglichkeit,
die Verstärkungen mit Hilfe der Erfindung zu ummanteln, wird das Füllstück nicht
nur nach unten, sondern auch seitlich umschlossen.
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Nach einem weiteren Merkmal ist vorgesehen, daß der Steg mit dem
absenkbaren Bodenstempel verbunden ist. Wenn der Bodenstempel nach dem Anspritzen
einer Sohlenschicht insbesondere einer Zwischensohle, in die Stellung zum Anspritzen
der zweiten Sohlenschicht abgesenkt wird, erfolgt eine selbsttätige Mitnahme des
den Raum für die Ummantelung bis dahin ausfüllenden Steges.
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Zur Ummantelung eines Absatzes ist erfindungsgemäß der Steg hufeisenförmig
und weist einen die Ummantelung an der dem Schuhgelenk zugekehrten Seite aussparenden
Quersteg auf. Dadurch wird beim Anspritzen der Zwischensohle ein den Absatz rings
umgebender Raum durch den Steg ausgefüllt, der nach dem Absenken des Bodenstempels
beim Anspritzen der Laufsohle einen Raum zur Aufnahme der Ummantelung freigibt.
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Der Zusatzstempel begrenzt nach der Erfindung die gesamte Unterseite
der Sohle, weiterhin mit einem Ansatz auch die Unterseite des Absatzes, wobei der
Ansatz durch den Steg umschlossen ist.
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Ein wesentlicher Vorschlag der Erfindung besteht darin, daß der Quersteg
über dem Ansatz des Zusatzstempels hinweggeführt ist, derart, daß der Zusatzstempel
durch den Bodenstempel nach dem Anspritzen der ersten Sohlenschicht mit absenkbar
ist.
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Es ist hierbei kein gesonderter Antrieb für den Zusatzstempel erforderlich,
sondern der Bodenstempel bewegt nicht nur den für die Ummantelung zuständigen Steg,
sondern auch den die Unterseite der Sohle begrenzenden Zusatzstempel.
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Die Erfindung wird nicht nur in den einzelnen, in den gesamten Unterlagen
offenbarten Aufgaben und Merkmalen gesehen, sondern auch in den verschiedenen möglichen
Kombinationen der Aufgaben bzw.
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Merkmale untereinander.
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Nachfolgend werden an Hand eines in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispiels weitere Aufgaben und Merkmale der Erfindung näher erläutert.
Es zeigt F i g. 1 eine erfindungsgemäße Form im Längsschnitt nach dem Anspritzen
einer ersten Sohlenschicht (Zwischensohle), F i g. 2 die Form gemäß F i g. 1 im
Längsschnitt nach dem Anspritzen einer zweiten Sohlenschicht (Laufsohle), Fig. 3
einen Horizontalschnitt gemäß III-III der Fig. 2.
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Die erfindungsgemäße Form besteht aus einem Leisten 10 zur Aufnahme
eines Schaftes 11 sowie aus einem vorzugsweise längsgeteilten Seitenrahmen 12.
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Weiterhin ist ein höhenverschieblicher Bodenstempel 13 vorgesehen.
Zum Anspritzen einer mehrschichtigen Sohle an den Schaft 11 wird der Leisten 10
mit dem aufgezogenen Schaft 11 dicht auf den Seitenrahmenl2 aufgesetzt, wobei eine
nach innen weisende Dichtlippe 14 zur Verhinderung von Austrieb die erforderliche
Dichtung erzeugt. Im Seitenrahmen 12 sind mehrere, beispielsweise zwei Einspritzkanäle
15 und 16 vorgesehen, durch die der spritzfähige Werkstoff zur Bildung der Sohle
bzw. zur Bildung der Sohlenschichten in die Form eingespritzt wird.
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Die Einspritzkanäle 15 und 16 liegen vorzugsweise in der Teilungsebene
des Seitenrahmens.
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Bei der Form ist außer dem Bodenstempel 13 ein die Unterseite der
Sohle begrenzender Zusatzstempel 17 vorgesehen. Dieser Zusatzstempel 17, der praktisch
einen Teil des Bodenstempels 13 bildet, ist unabhängig von diesem in gewissem Umfang
verschiebbar.
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Die erfindungsgemäße Form dient zum Anspritzen mehrschichtiger, insbesondere
zweischichtiger Sohlen aus verschiedenartigem und/oder verschiedenfarbigem Werkstoff,
wobei die Form speziell zum Herstellen von Schuhsohlen bestimmt ist, bei denen im
Bereich des Absatzes ein Füllstück 18 vorgesehen ist; dieses kann beispielsweise
aus Filz bestehen und hat den Zweck, den Aufwand an elastischem Werkstoff im Bereich
des Absatzes oder gegebenenfalls auch im Bereich der Sohle zu verringern. Gemäß
der Erfindung ist vorgesehen, daß das Füllstück 18 ummantelt ist, und zwar auf der
Unterseite und an den Seitenfiächen.
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Zu diesem Zweck ist ein im Bereich des Absatzes angeordneter, das
Füllstück umgebender Steg 19 vorgesehen, der aus einem hufeisenförmigen Teil und
einem Quersteg 20 besteht (s. auch F i g. 3). Der Steg 19 ist mit dem Bodenstempel
13 verbunden und somit zusammen mit diesem bewegbar. Der Zweck
des Steges 19 einschließlich
Quersteg 20 besteht darin, zweiteilig einen Raum in der Form auszusparen, der zum
Anspritzen einer Ummantelung dient.
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Die Unterseite der gesamten Sohle wird bei der dargestellten Form
durch den Zusatzstempel 17 begrenzt. Für die Begrenzung der Unterseite des Absatzes
ist ein besonderer Ansatz 21 vorgesehen, der mit dem Zusatzstempel 17 über eine
Verlängerung 22 verbunden ist. Der Ansatz 21 ist mit Hilfe von Schrauben 23 an der
Verlängerung 22 befestigt. Der Ansatz füllt lediglich einen Grundrißbereich innerhalb
des Stegesl9 einschließlich Quersteg 20 aus.
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Der Quersteg liegt über der Verlängerung 22. Die Befestigung des Ansatzes
21 mit Hilfe von Schrauben ermöglicht bei einer derartigen Konstruktion eine mühelose
Montage und Demontage des Ansatzes 21.
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Da der Durchtrittsquerschnitt im Bereich des Quersteges 20 in der
Höhe und in der Breite geringer ist als die entsprechenden Abmessungen des Ansatzes
21, muß dieser gesondert an der Verlängerung 22 befestigt werden. Die Verlängerung
22 ist so dimensioniert, daß sie, wie insbesondere aus F i g. 3 ersichtlich, ohne
weiteres den Querschnitt im Bereich des Quersteges 20 passieren kann. Der Zugang
zu den Schrauben 23 wird durch Bohrungen 24 im Bodenstempel ermöglicht.
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In F i g. 1 und 2 sind zwei Stufen bei der Herstellung einer zweischichtigen
Sohle, bestehend aus einer Zwischensohle 25 und einer Laufsohle 26, dargestellt.
F i g. 1 zeigt die Stellung nach dem Anspritzen der Zwischensohle 25. Der Werkstoff
für die Zwischensohle 25 wird durch den Einspritzkanal 15 in die Form geführt. Der
Zusatzstempel 17 befindet sich hierbei in einer leistennahen Stellung und liegt
an dem Bodenstempel 13 an. Dadurch wird auch zugleich die Stellung des Steges 19
sowie des Quersteges 20 bestimmt, derart, daß diese mit der Oberseite des Zusatzstempelsl7
bündig sind. Der hufeisenförmige Teil des Steges 19 ist so bemessen, daß noch ein
Spalt gegenüber der Dichtlippe 14 verbleibt, so daß aus dem Material der Zwischensohle
25 ein rings herumlaufender Rand 27 entsteht. Im Bereich des Absatzes ist das Füllstück
18 auf den Ansatz 21 aufgelegt. Das Füllstück wird gegebenenfalls an den Schaft
11 angepreßt. Eine Besonderheit besteht noch darin, daß die Grundfläche des Füllstücks
18 so gewählt ist, daß sie kleiner ist als die vom Steg 19 und Quersteg 20 umschlossene
Grundfläche, so daß ein Raum zur Aufnahme von Werkstoff entsteht. Wie Fig. 1 zeigt,
ist nach dem ersten Einspritzvorgang seitlich eine Ummantelung 25 a aus dem Material
der Zwischensohle 25 angespritzt.
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Nach ausreichender Verfestigung der Zwischensohle wird der Bodenstempel
in die Stellung gemäß F i g. 2 abgesenkt. Hierbei wird unmittelbar der Steg 19 und
der Quersteg 20 mit abgesenkt. Im Verlauf dieser Abwärtsbewegung erreicht der Quersteg
20 die Verlängerung 22 des Zusatzstempels 17. Bei der weiteren Bewegung wird dadurch
der Zusatzstempel mit abwärts bewegt, wobei die Endstellung durch eine im Bereich
der Sohle verlaufende Anschlagkante 28 im Seitenrahmen 12 begrenzt ist. Die Oberseite
des Steges 19 und des Quersteges 20 sind in dieser Stellung mit der Oberseite des
ebenfalls mit abgesenkten Ansatzes 21 bündig. Es wird nun Werkstoff über den Einspritzkanal
16 eingespritzt, wodurch die Laufsohle 26 mit einer weiteren seitlichen Ummantelung
26a im Bereich des Absatzes und einer unteren
Lauffläche 26 b geschaffen
wird. Damit ist der mit einer mehrschichtigen Sohle versehene Schuh fertig.
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Die erfindungsgemäß verwendeten Stege sind auch zur Ummantelung von
anderen Sohlenteilen geeignet.
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Weiterhin können Bereiche der Sohle, beispielsweise das Gelenk, durch
Ausgestaltung des Bodenstücks ausgespart werden, so daß in der Untersicht der Sohle
verschiedenartige und insbesondere verschiedenfarbige Materialien erscheinen.