-
Vorrichtung zum Überstreifen von schlauchförmigen Hüllen auf ein Abpackrohr
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum tSberstreifen von schlauchförmigen Hüllen
zum Abfüllen von stückigem Gut, insbesondere Kartoffeln, Obst od. dgl., auf ein
Abpackrohr, wobei im oberen Teil eines Maschinengestells eine Abwickelwelle für
die aufgewickelte, vorgefertigte Schlauchhülle vorgesehen ist und im unteren Teil
des Maschinengestells ein Halter für jeweils ein lotrecht aufzustellendes Abpackrohr
angeordnet ist.
-
Stückiges Gut, insbesondere Kartoffeln und Obst, wird den Käufern
häufig in Beuteln oder Netzen angeboten, die aus einer schlauchförmigen Hülle dadurch
gebildet werden, daß diese in gewissen Abständen zusammengerafft und abgeschnitten
wird.
-
Um die Füllung der Beutel bzw. Netze in zweckmäßiger Weise durchführen
zu können, wird eine bestimmte Länge einer schlauchförmigen Hülle zunächst auf ein
Abpackrohr aufgezogen. Sodann wird von einem Ende des Abpackrohres ein Ende der
schlauchförmigen Hülle abgezogen und verschlossen.
-
Durch das andere Ende des Abpackrohres wird dann das stückige Gut
in den am anderen Ende des Abpackrohres von dem abgezogenen Hüllenende gebildeten
Beutel eingefüllt, der auf einer Waage ruhen kann. Nach Erreichen der vorgesehenen
Menge an stückigem Gut wird die Schlauchhülle oberhalb des eingefüllten Gutes abgeschnitten
und der Beutel an seinem anderen Ende verschlossen. Darauf beginnt ein neuer Abpackvorgang.
-
Das Aufziehen der schlauchförmigen Hülle auf das Abpackrohr erfolgte
bisher in mühevoller Weise von Hand mittels einer einfachen Vorrichtung, bei der
im oberen Teil eines Rahmengestells eine Abwickelwelle für die aufgewickelte Schlauchhülle
vorgesehen und im unteren Teil des Rahmengestells ein Halter für jeweils ein lotrecht
aufzustellendes Abpackrohr angeordnet ist. Die schlauchförmige Hülle kann dabei
aus einer Kunststoffolie oder auch aus einem Netz aus Kunststoff- oder Textilfäden
bestehen.
-
Auch ist schon eine Vorrichtung bekannt (deutsche Patentschrift 401348),
bei welcher ein zum Ab füllen von Verpackungsgut dienender Schlauch auf einem Rohr
gebildet, anschließend über die Oberkante des Rohres durch dieses nach unten gezogen
und in ziehharmonikaartigen Falten auf ein Abpackrohr aufgeschoben wird. Das Abpackrohr
dieser Vorrichtung besitzt dabei einen wesentlich kleineren Durchmesser als der
auf dieses aufzuschiebende Schlauch. Bei der Vorrichtung sind ferner keine Mit tel
zum maschinellen Aufschieben des Schlauches auf das Abpackrohr vorgesehen. Infolgedessen
bereitet das Aufschieben des Schlauches auf das Abpackrohr bei dieser Vorrichtung
auch viel Arbeit.
-
Ferner gibt es schon eine Maschine zum Herstellen von mit Schüttgut
gefüllten Beuteln (deutsche Auslegeschrift 1 150 310), bei der Schlauchmaterial
von einem Abfüllrohr mittels einer Vorschubeinrichtung, die aus entlang dem Abfüllrohr
geführten, an dem Äußeren des Schlauchmaterials angreifenden Saugern besteht, abgezogen
wird. Abgesehen davon, daß bei dieser Maschine das Schlauchmaterial nicht auf das
Abfüllrohr aufgeschoben, sondern von diesem abgezogen wird, eignet sich diese Maschine
nur für luftdichtes Schlauchmaterial, nicht aber für textiles Material oder Nelzmaterial.
-
Schließlich ist auch schon eine Maschine zum kontinuierlichen Herstellen
gefüllter und verschlossener Einzelpackungen mit parallelepipedischer Form bekannt
(deutsche Auslegeschrift 1146 431). Bei dieser Maschine werden die Einzelpackungen
aus Folienmaterial hergestellt, das über einen Formdorn zu einem Schlauch gebildet
wird. Am unteren Ende des Formdorns ist dieser als Abpackrohr ausgebildet. Ferner
ist dort eine Vorschubeinrichtung angeordnet, die aus einem Paar außen an dem Schlauch
angreifender Walzen und einem Paar im Inneren des Abpackrohres angeordneter, ebenfalls
unmittelbar an dem Schlauch angreifender Gegenwalzen besteht. Der Schlauch wird
dabei jedoch mittels der Walzen nicht auf das Abpackrohr geschoben, sondern von
diesem abgezogen.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Überstreifen
von schlauchförmigen Hüllen zum Abfüllen von stückigem Gut auf ein Abpackrohr der
eingangs genannten Art zu schaffen, mittels welcher das Überstreifen der schlauchförmigen
Hüllen auf maschinellem Wege erfolgt und welche dabei einfach und betriebssicher
ist.
-
Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung eine Vorrichtung vor,
welche sich dadurch kennzeichnet, daß der Halter um die Länge des Abpackrohres auf
und ab bewegbar angeordnet ist und daß etwas oberhalb des oberen Totpunktes des
Halterhubes zwei gegenläufig angetriebene Reibwalzen mit einer dem Durchmesser des
Abpackrohres entsprechenden Profilierung und einem hochelastischen reibfesten Belag,
z. B. aus Gummi od. dgl., in Lagern gehalten sind, die mit ihrem Umfang über das
in dem Halter gehaltene, zwischen ihnen geführte Abpackrohr, die Schlauchhülle ziehharmonikaartig
auf dieses schiebend, streichen.
-
Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung werden durch Zusammenwirken
der Reibwalzen sowie der Aufundabbewegung des Abpackrohres die schlauchförmigen
Hüllen ziehharmonikaartig auf maschinelle Weise auf das Abpackrohr geschoben. Dadurch
läßt sich das Überstreifen der schlauchförmigen Hüllen auf das Abpackrohr viel gleichmäßiger,
einfacher und schneller durchführen, als wenn dies von Hand geschehen würde.
-
Da bei der Vorrichtung gemäß der Erfindung für das Überstreifen der
schlauchförmigen Hüllen auf das Abpackrohr im wesentlichen lediglich ein auf und
ab bewegbarer Halter sowie zwei gegenläufig angetriebene Reibwalzen erforderlich
sind, ist diese auch hinsichtlich ihrer Ausbildung einfach sowie bezüglich ihrer
Wirkungsweise betriebssicher.
-
Eine vorteilhafte Ausführungsform der neuen Vorrichtung besteht darin,
daß die Reibwalzen als mehrflügelige Schaufelwalzen ausgebildet sind, deren Schaufeln
an ihren Außenkanten kreisförmige Ausschnitte und einen hochelastischen, ebenfalls
ausgeschnittenen Kantenbelag besitzen. Vorteilhaft ist ferner vorgesehen, daß die
Lager der Reibwalzen bezüglich ihres gegenseitigen Abstandes verstellbar und feststellbar
am Maschinengestell angeordnet sind, beispielsweise dadurch, daß die Reibwalzen
an gegeneinander schwenkbaren Armen gelagert sind.
-
Um zu verhindern, daß bei Störungen im Betrieb die schlauchförmige
Hülle durch die ständig ange triebenen Reibwalzen beschädigt wird, ist vorgesehen,
daß der Antrieb der Reibwalzen mittels Reibrädern oder anderer rutschfähiger Ubertragungsmittel
erfolgt.
-
Für die Vorratsrolle der schlauchförmigen Hülle ist schließlich zweckmäßig
eine mit konischen, längsverstellbar zueinander angeordneten Hülsen versehene Achse
vorgesehen.
-
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wiedergegeben,
und zwar zeigt F i g. 1 eine perspektivische Ansicht der Vorrichtung, F i g. 2 eine
Seitenansicht der Vorrichtung, F i g. 3 eine Vorderansicht der Vorrichtung, F i
g. 4 eine Seitenansicht der Abwickelwalze für die schlauchförmige Hülle, F i g.
5 eine Seitenansicht eines Flügels einer Reibwalze und Fig. 6 einen Schnitt nach
der Linie Vf-Vr in Fig. 5.
-
Gemäß den F i g. 1 bis 3 besitzt die neue Vorrichtung ein rahmenartiges
Maschinengestell 1, an dessen oberem Ende eine Abwickelwelle 2 für eine von einer
schlauchförmigen Hülle H, z. B. aus Polyäthylenfolie, einem Kunststoff- oder Textilnetz
od. dgl., gebildete Vorratsrolle 3 angeordnet ist.
-
Diese Abwickelwelle 2 besteht, wie F i g. 4 in vergrößertem Maßstab
zeigt, aus zwei miteinander fluchtenden Rohren 4 und 5, die mittels einer durch
sie längs hindurchgehenden Spindel 6 miteinander verbunden sind. Auf den Rohren
4 und 5 sind in geeigneten Lagern, z. B. Kugellagern 7, Klemmkegel 8, 9 drehbar
gehalten. Durch Verdrehen der Spindel 6 gegenüber dem Maschinengestell 1 können
die Rohre4, 5 axial gegeneinander verstellt werden, so daß sich die Klemmkegel 8,
9 dem jeweiligen Innenradius der Wickelhülse der Vorratsrolle 3 anpassen können,
wodurch eine genaue Zentrierung der Vorratsrolle 3 erfolgt.
-
Am Fuße des Maschinengestells 1 befindet sich ein an einer senkrechten
Stange 10 geführter Halterll für das Abpackrohr R, auf welches die schlauchförmige
Hülle H aufgestreift werden soll. Mittels eines Gestänges 12 a, 12 b ist dieser
Halter 11 in seiner Höhe verstellbar. Um das Abpackrohr R sicher halten zu können,
besitzt der Halter 11 einen Sockel 13, dessen Durchmesser dem Innendurchmesser des
Abpackrohres R entspricht, das auf ihn aufgesetzt wird.
-
Im mittleren Teil des Maschinengestells 1 sind zwei Reibwalzen 14,
15 gelagert, die mit einem Antriebsmotor 16 unter Vermittlung eines Untersetzungsgetriebes
17 so verbunden sind, daß sie gegenläufig angetrieben werden. Dabei wird die Antriebsbewegung
der einen Reibwalze 14 mittels eines Reibradpaares 18, 18 auf die andere Reibwalzel5,
jedoch gegenläufig, übertragen.
-
Die Achsen der Reibwalzen 14, 15 sind waagerecht angeordnet und befinden
sich in dem Bereich, den das obere Ende des zu überziehenden Abpackrohres R im Maschinengestell
1 bei tiefster Stellung des Halters 11 einnimmt. Die Lager 19, 20 der Reibwalzen
14, 15 werden von schwenkbar am Maschinengestell gelagerten Armen 21, 22 getragen,
die mittels eines Spindelantriebs 23 und/oder eines mit Rasten 24 versehenen Verstellhebels
25 gegeneinander bewegbar und festlegbar sind.
-
Die Reibwalzen 14, 15 bestehen gemäß dem in der Zeichnung dargestellten
bevorzugten Ausführungsbeispiel aus mehrflügeligen Walzen, deren Flügel aus Platten
26 gebildet sind, die an ihrer Außenkante einen bogenförmigen Ausschnitt 27 besitzen,
dessen Krümmung etwa der Krümmung des zu überziehenden Abpackrohres entspricht.
Die Außenkante sowie der Ausschnitt 27 sind, wie insbesondere die F i g. 5 und 6
zeigen, mit einem hochelastischen Belag28, z. B. aus Gummi, versehen, der mit der
Schaufelplatte 26 verschraubt ist.
-
Bei der Benutzung der Vorrichtung wird zunächst ein Abpackrohr R
auf den Halter 11 gesetzt und dieser mittels des Gestänges 12 a, 12 b in seine höchste
Stellung gebracht. Die durch die Achsen der Reibwalzen 14, 15 gehende Ebene schneidet
dann das Abpackrohr R etwas oberhalb seiner Unterkante. Sodann wird die schlauchförmige
Hülle H von Hand von der Abwickelrolle 3 abgezogen und das freie Ende derselben
über das Abpackrohr R bis zu seinem unteren Ende gestreift. Anschließend wird der
Antrieb der Reibwalzen 14, 15 eingeschaltet. Diese streifen dann die schlauchförmige
Hülle H weiter auf das Abpackrohr R. Dieses wird während des Aufstreifvorganges
dem Aufstreiffortschritt entsprechend mittels des Gestänges 12 a, 12 b allmählich
abgesenkt.
-
Wenn auf das Abpackrohr R die gewünschte Länge der schlauchförmigen
HülleH aufgebracht worden
ist, wird diese von der Vorratsbahn abgetrennt.
Das Abpackrohr R ist dann fertig für den weiteren Gebrauch.