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Verfahren und Vorrichtung zum über die Breite gleichmäßigen Längsverdichten
einer flachen oder strangförmigen Materialbahn Die Erfindung betrifft ein Verfahren
zum über die Breite gleichmäßigen Längsverdichten einer flachen oder strangförmigen
Materialbahn, z. B. aus Papier, Textilmaterial, Metall, Kunststoff od. dgl., wobei
die Bahn durch einen ersten sich verengenden Spalt in einen sich in ihrer Laufrichtung
erweiternden zweiten Spalt und anschließend in einen dritten, von einem Staukörper
begrenzten Spalt geführt wird, und eine Vorrichtung zu seiner Durchführung, bestehend
aus einer umlaufenden Greiffläche, einer mit dieser einen ersten, sich verengenden
und einen zweiten, sich erweiternden Spalt bildenden Führungsfläche und aus einem
Staukörper, der Teil eines in Bewegungsrichtung folgenden und sich verengenden,
dritten Spaltes ist.
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Papier wurde bisher dadurch gekreppt, daß man es gegen den Außenumfang
eines umlaufenden Zylinders preßte oder an ihm haften ließ und seinen Vorschub gegen
eine ortsfeste Rakel bewirkte, die unter einem bestimmten Winkel zur Bewegungsrichtung
eingestellt war, wobei sich das Material periodisch in einen oberhalb der Rakelschneide
vorhandenen offenen Raum hineinwölbte. Manchmal drückte eine Fläche das Papier vor
der Rakel gegen den Zylinder, um ein vorzeitiges Abheben zu verhindern und die Materiallänge
zu begrenzen, die sich jedesmal in den offenen Raum hineinwölben durfte. Diese Fläche
war manchmal eine aufgerauhte Greiffläche und unterstützte den Materialvorschub.
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Auch wurde vorgeschlagen, Papier und Textilien zwischen Rakeln oder
sonstigen Teilen vorzubewegen, die einen länglichen Durchlaß abgrenzten, dessen
Wände sich reibend gegen die Flächen des Materials legten, um es zurückzuhalten.
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Wenn bei diesen Verfahren zum Abheben von Material von einer sich
bewegenden Fläche eine Rakel verwendet wird, hat das Material die Neigung, sich
bei Anwendung hohen Längsdruckes an der Rakelschneide festzusetzen. Ein Grund für
dieses Festsetzen liegt unter anderem darin, daß das Schaben an der sich bewegenden
Oberfläche die Abnutzung der Rakelschneide in Form eines feinen, von der sich bewegenden
Fläche abgekehrten Grats verursacht, der das Material verletzt. Ein weiterer Gründ
liegt darin, daß die Rakelschneide oder der Zylinder von Haus aus etwas uneben ist
oder durch Abnutzung uneben wird, was das Entstehen von Öffnungen zwischen der Rakelschneide
und dem Zylinder zur Folge hat, in die hinein das Material sich festklemmt. Aus
diesem Grund war es bisher nicht möglich, das Material einem hohen Druck auszusetzen.
Selbst bei niedrigem Druck erfordern die Abnutzungserscheinungen das häufige Stillsetzen
der Maschine zwecks Reparatur.
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Beim Zusammendrücken der Wände eines langen Durchlasses zwecks Erzeugung
hohen Längsdruckes verhindert die Reibung den ebenen Vorschub des Materials. Ein
Herausziehen steht dem Zweck des Erzielens hoher Drücke entgegen.
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Das bisher auf das Material ausübbare Ausmaß an Druck (Kraft je Flächeneinheit)
war aus den vorstehenden Gründen stark begrenzt. Es wurden viele Behandlungsstufen
zu Hilfe genommen, jedoch erhöht dies die Kosten, wobei insbesondere im Fall eines
elastischen Materials keine ausreichende bleibende Verdichtung des Materials erzielt
wurde.
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Auch ermöglicht keines der bekannten Verfahren eine genaue Beherrschung
der Kräfte und Wege, so daß die Arten von behandelbarem Material und die erzielten
Wirkungen hier sehr begrenzt sind.
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Diese Feststellungen gelten auch für bekannte Kreppverfahren, zu deren
Ausführung man die zu behandelnde Materialbahn zwischen einer Führungsbahn und einem
Zylinder einklemmte und anschließend gegen eine Rakel führte, wobei an der Rakelkante
ein offener Raum vorhanden war, in den hinein
das Material gefältet
wurde, ohne daß auch noch hinter der Rakelkante eine Kompression auf das Material
ausgeübt worden wäre. Auf diesem Wege ist nur eine verhältnismäßig grobe Kreppung
erzielbar. Eine weiche und gleichmäßige Behandlung des Materials bei hohen Drücken
ist dabei nur unvollkommen möglich.
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Es sind auch Kreppvorrichtungen bekannt, bei denen das Material an
einzelnen Stellen seiner Breite in der Laufrichtung vorwärts getrieben und an anderen
dazwischenliegenden Stellen gebremst werden soll. Dabei sind als bremsende Teile
ortsfeste glatte Flächen und dagegen andrückbare, mit Ausschnitten versehene oder
in Streifen aufgeteilte weitere Flächen vorgesehen, wobei der Vortrieb des Materials
durch eine Gruppe umlaufender Scheiben oder Bänder erfolgen soll, die durch die
Ausschnitte der zuletzt genannten Fläche gegen die zuerst genannten Flächen gedrückt
werden. Mit Hilfe dieser bekannten Vorrichtung läßt sich aber keine genügend feine,
über die gesamte Breite des Materials gleichmäßige Kreppung erzielen, da auch hier
das Material nach dem Verlassen der Bremszone keinem weiteren Verdichtungsprozeß
mehr unterworfen wird.
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Es sind auch Vorrichtungen zum Stauchkrumpfen von Textilbahnen bekannt,
bei denen die Arbeitsgutbahn einem Walzenpaar zugeführt wird, dessen eine, an welche
die Arbeitsgutbahn durch eine sich quer über ihre gesamte Breite erstreckende Schiene
angedrückt wird, verhältnismäßig schnell umläuft und mit einer weichelastischen
Oberfläche versehen ist, während die andere im entgegengesetzten Drehsinn umlaufende
Walze eine kleinere Umfangsgeschwindigkeit aufweist und hierdurch an der engen Durchtrittsstelle
der Bahn zwischen den Umfängen der beiden Walzen zwecks Ausübung einer Kompressionskraft
auf die Bahn auf diese hemmend einwirkt. Dabei ist es unvermeidlich, daß gleichzeitig
mit der Zunahme der Kompressionswirkung der langsamer laufenden Walze der Punkt
der beginnenden Kompression sich entgegengesetzt zur Laufrichtung der Bahn in den
Raum sich vergrößernden Querschnitts verlagert. Dabei verliert die Arbeitsgutbahn
bei stärker werdender Kompression zunehmend an seitlicher Abstützung, was zu unerwünschter
Faltenbildung und Beschädigungen der Bahn führen kann und wegen der Notwendigkeit,
auch nur kurzzeitige, etwa materialbedingte Steigerungen der Kompression unter allen
Umständen zu vermeiden, die Brauchbarkeit und Anwendungsmöglichkeiten der bekannten
Vorrichtung einschränkt. Die Anpassungsfähigkeit der bekannten Vorrichtung an unterschiedliche
Bearbeitungsaufgaben leidet ferner darunter, daß bei ihr der die Kompressionswirkung
ausübende Hemmechanismus aus zwei unterschiedlich schnell umlaufenden Walzen besteht,
deren Drehzahl, Achsabstand und Oberflächenreibungskoeffizient gegenüber der Bahn
von Einfluß auf den Kompressionsvorgang sind. Deshalb ist ein erheblicher mechanischer
Aufwand erforderlich, wenn die Vorrichtung zur Bewältigung wechselnder Bearbeitungsaufgaben
umgestellt werden soll.
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Schließlich sind auch Verdichtungsvorrichtungen bekannt, bei denen
eine Papierbahn zwischen zwei mit Druck gegeneinandergepreßte, angetriebene, glatte,
starre Walzen hindurch und anschließend über eine Rakel mit konkav gewölbter, sich
dem Umfang der oberen der beiden Walzen annähernder Arbeitsfläche geführt wird.
Dabei findet zwischen den Walzen und dem Arbeitsgut keinerlei Gleitvorgang statt.
Der Kreppvorgang vollzieht sich vielmehr erst anschließend in dem sich verengenden,
aus der Oberfläche der oberen Walze und der konkaven Arbeitsfläche der Rakel gebildeten,
sich verengenden Arbeitsspalt, wobei das Arbeitsgut einer starken Reibwirkung auf
geringem Raum, die zu Verstopfungen des Arbeitsspaltes führen kann, unterliegt und
mangels einer Gleitmöglichkeit gegenüber den Wänden des Arbeitsspalts keine Möglichkeit
zu einer Verzögerung hat, die für die Erzielung einer Feinkreppung unerläßlich ist.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, unter zuverlässiger Vermeidung
der vorerwähnten Nachteile der bekannten Verfahren diese Verfahren dahingehend zu
verbessern, daß eine weitgehend unterschiedlichem Material anpaßbare Anwendung eines
hohen Längsdruckes und die Erzeugung einer feineren Kreppung oder einer gewünschtenfalls
größeren Verdichtung des Materials erzielbar ist. Es wird durch die Erfindung die
Abnutzung der mit dem Material in Berührung kommenden Teile der Kreppvorrichtung
vermindert.
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Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zum über die Breite gleichmäßigen
Längsverdichten einer flachen oder strangförmigen Materialbahn, z. B. aus Papier,
Textilmaterial, Metall, Kunststoff od. dgl., wobei die Bahn durch einen ersten sich
verengenden Spalt in einen sich in ihrer Laufrichtung erweiternden zweiten Spalt
und anschließend in einen dritten, von einem Staukörper begrenzten Spalt geführt
wird.
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Die Erfindung besteht darin, daß die Bahn in dem zweiten Spalt durch
Relativbewegungen der Spaltwände derart Scherkräften ausgesetzt wird, daß sie sich
von der als Greiffläche ausgebildeten Spaltwand abhebt und, ohne auf die Leitkante
des Staukörpers zu treffen, gegen die als Führungsfläche ausgebildete zweite Wand
des dritten Spaltes gepreßt wird.
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Ein Auftreffen der Bahn auf die Leitkante des Staukörpers mit erheblichem
Druck würde zum Herunterdrücken der Bahn unter den Staukörper und zu Beschädigungen
der Bahn führen und muß deshalb vermieden werden.
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Eine zur Ausübung des Verfahrens nach der Erfindung geeignete Vorrichtung
besteht in einer umlaufenden Greiffläche, einer mit dieser einen ersten, sich verengenden
und einen zweiten, sich erweiternden Spalt bildenden Führungsfläche und aus einem
Staukörper, der Teil eines in Bewegungsrichtung folgenden und sich verengenden,
dritten Spaltes ist, wobei die Führungsfläche ortsfest angeordnet oder mit geringerer
Geschwindigkeit bewegbar als die Greiffläche ist.
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Beispiele des bei Anwendung der Erfindung erzielbaren Produkts sind
ungewebte, weiche und drapierbare Textilien und synthetische Filme mit einer feinen,
gewebtem Material ähnelnden Kreppung, die gewünschtenfalls bleibend dehnbar sind;
fein gekreppte Papiere mit fest zusammengepreßten Wellungen; in Längsrichtung um
4000/e verdichteter Papierstoff, der zur Aufnahme von Zugbeanspruchungen dehnbar
und saugfähig gemacht worden ist; elastisches Material von beispielsweise zweifacher
Dicke, auf beiden Seiten gleichmäßig schrumpffest gemachter gewirkter Baumwollstoff;
fein gekräuselte, flexible und sehr dehnbare Metallfolien; stark verdichtetes und
schrumpffest gemachtes gewebtes Material ohne Veränderung seiner Oberflächenglätte;
zu einem
dichten Stoff verdichtetes, lose gewebtes Material; Gewebe
aus synthetischem Material, das z. B. durch Wärmeeinwirkung zum Erweichen gebracht
wird, erhält eine bleibende hohe Dehnbarkeit.
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Die Erfindung wird nachstehend an Hand der Zeichnung näher erläutert.
Es zeigt F i g. 1 eine etwa maßgerechte und teilweise schematische Ansicht der Maschine,
F i g. 2 eine gleichartige, etwa maßgerechte Ansicht von der entgegengesetzten Seite
her, F i g. 3 einen vergrößerten teilweise schematischen Schnitt durch die Maschine,
F i g. 4 eine stark vergrößerte schematische Draufsicht auf das Behandlungsgut bei
seiner Behandlung, F i g. 5 eine schematische Seitenteilansicht einer noch stärkeren
Vergrößerung als in F i g. 3 verwendet, F i g. 6 ein Diagramm eines freien Körpers
bei Materialanhäufung, F i g. 7 ein Diagramm der Durchlaßdruckkammer, F i g. 8 eine
Ansicht ähnlich F i g. 3 einer das Material erwärmenden Variante der Maschine, F
i g. 9 eine Ansicht ähnlich F i g. 2 einer Variante der Maschine zur Erzeugung von
zwei Effektarten in einem Material, F i g. 10 eine Ansicht ähnlich F i g. 2 einer
Variante der Maschine, die fingerartige Teile besitzt, die Veränderungen in dem
Material und in den Abmessungen der Maschinenteile auffangen, F i g. 11 eine Seitenansicht,
die zeigt, wie ein fingerartiges Teil nach F i g. 10 an einer auswählbaren Stelle
gehalten werden kann, F i g. 12 eine Seitenansicht, die einen über den verengten
Auslaß hinausgehenden Fortsatz der Aufnahmefläche veranschaulicht und F i g. 13
eine etwa maßgerechte Ansicht einer Variante für große Maschinen.
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Gemäß F i g. 1 bis 8 besteht die Greiffläche aus einem sich drehenden
Zylinder 14. Der Staukörper 16 hat eine an den Außenumfang des Zylinders angrenzende
Leitkante 16' (F i g. 3) und eine von dem Abschnitt der Zylinderoberfläche an der
Kante spitz abstehende (Winkel ß, F i g. 7) Fläche 17 (F i g. 2). Die Führungsfläche
ist eine sich sowohl oberhalb des Zylinders als auch oberhalb des Staukörpers 16
erstreckende Platte 34, die durch den Schuh 20 bei T tangential zum Zylinder 14
gehalten wird. Die Platte 34 hat eine Unterseite 87 (F i g. 5), die in Gleitberührung
mit dem Flachmaterial 94 gelangt, und ist mit einem auf die Fläche 17 zulaufenden
elastischen Auslegerfortsatz versehen. Der Zylinder hat in einer Richtung eine wendelförmige
Rändelung 15, deren Riefen sich in einem Winkel a (F i g. 1) zur Zylinderachse erstrecken.
Als ein Beispiel der Rändelung haben die Rippen ein symmetrisches Dreiecksprofil
von 90° Spitzenwinkel bei 40 Riefen auf 25 mm und verlaufen unter einem Winkel a
von 60° zur Zylinderachse. Eine andere geeignete Oberflächenbeschaffenheit sind
zur Zylinderachse parallele, nicht durchgehende Rillen, die beiderseits von im Zuge
der Rillen angeordneten, nicht gerillten Oberflächenteilen des Zylinders begrenzt
sind. Die Leitfläche 20 sowie die Platte 34 sind, wie in F i g. 1 durch die Pfeile
angedeutet, für Vor- und Rückwärtsverstellung eingerichtet.
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Die Platte 34 besteht aus 0,05 bis 0,15 mm dickem schwedischem Stahl.
Beim Anlaufen der Maschine hat ihr elastischer Auslegerfortsatz die in F i g. 3
gestrichelt dargestellte Stellung inne. Mit dem Ansteigen des Druckes biegt sich
der Auslegerfortsatz zu der voll ausgezogen dargestellten Stellung hin.
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Der Staukörper 16 besteht aus starrem Material. Seine Oberfläche 17
ist für eine Gleitberührung in Richtung des Materialvorschubs glatt. Er ist an seinem
Ende abgeschrägt und kann bei 16' gegenüber dem Zylinder 14 einen Laufspielraum
von 0,05 mm haben.
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Während der Staukörper bei Betrieb ortsfest ist, kann er zum Zweck
seines Einstellens natürlich schwenkbar sein. Vorzugsweise wird er durch pneumatischen
Druck zum Ausgleichen von Veränderungen zur Aufnahmefläche hin gedrückt.
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Der beste Winkel ß liegt zwischen 40° ± 10° (F i g. 7). Bei einem
Zylinderdurchmesser von 30 cm ist der beste Winkel ß = 45°, während bei einem Zylinderdurchmesser
von 10 cm ein Winkel ß von 37° der geeignetste ist. Von Bedeutung ist, daß der Winkel
ß nicht zu klein ist, da dies das Hineinreichen der Kante in die Zone, in der die
Verdichtung stattfindet, zulassen würde und das Material 94 auf die Leitkante 16'
treffen und somit zerreißen würde. Auch ein zu großer Winkel kann das Einwölben
des Materials 94 an der Kante 16' des Staukörpers 16 bewirken. Die Fläche 17 kann
die sich verengenden Durchlässe in einen stumpfen Winkel zum sich erweiternden Durchlaß
bringen, wobei die Führungsfläche konvex ist, was die geschmeidige Anwendung hoher,
auf das Arbeitsgut 94 ausgeübter Widerstandskräfte ermöglicht.
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In F i g. 5 werden in der Zone A durch den Zylinder 14 Vorschubkräfte
auf das Material ausgeübt. Die Zone B ist die Verdichtungszone. Der verbleibende
Abschnitt des Durchlasses erweitert sich unter Bildung des Arbeitsspaltes
90 bis auf ein Höchstmaß Z, worauf er sich wieder verengt. Das verdichtete
Behandlungsgut erstreckt sich - entgegen der Bewegungsrichtung der Bahn gesehen
- von dem verengten Auslaß R aus durch die Zone C hindurch über Z hinaus in den
sich erweiternden Abschnitt hinein. In der Zone B wird das Behandlungsgut verdichtet
und in bezug auf den Zylinder langsamer bewegt. Wie aus der Zeichnung ersichtlich,
kann die kombinierte Länge der Zonen B und C ein Vielfaches der Dicke des Behandlungsgutes
sein, z. B. das Fünfzehnfache. Aber sie kann auch beträchtlich länger sein entsprechend
dem gewünschten Behandlungserfolg, der Elastizität der den sich verjüngenden Arbeitsspalt
bildenden Flächen und der Kraft, mit der die konvergierenden Flächen zusammengepreßt
werden. F i g. 3 ist eine maßstabgerechte Zeichnung eines durch einen gerändelten
Zylinder mit einem Durchmesser von 10 cm verdichteten Materials von 0,125 mm Dicke,
wobei die kombinierte Strecke von A und B etwa 3 mm, der maximale
Abstand der auseinanderlaufenden Flächen, d. h. die Abmessung Z etwa 0,2 mm beträgt
und die kleinste Öffnung des sich verengenden Durchlasses, d. h. die Abmessung R,
im Betrieb zwischen 0,15 und 0,18 mm liegt.
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Bei der Verwendung der für ein weiches gewirktes Material mit einer
Doppelschichtdicke von 0,82 mm eingestellten gleichen Maschine beträgt die größte
Entfernung Z zwischen den auseinanderlaufenden Flächen 2 mm, was es diesem elastischen
Material gestattet, sich auszudehnen und seinen Druck auf den Zylinder vor dem Staukörper
aufzuheben, wobei die Abmessung der stärksten Verengung R während
des
Betriebes 0,55 mm beträgt. Zum Erzielen eines stark angehäuften Behandlungsgutes
94 mit im wesentlichen glatten Außenflächen - selbst beim Auftreten einer Kreppung,
die Veränderungen in den Eigenschaften des Behandlungsgutes zuläßt - hat die Anhäufungszone
B, beginnend bei dem Abstand Y und endend an dem endgültig verdichteten Behandlungsgut,
eine Länge in der Größenordnung von dem Zwei- bis Zehnfachen der ursprünglichen
Dicke des Behandlungsgutes, wobei der geringste Abstand R zwischen den aufeinander
zulaufenden Flächen weniger als das Zweifache der ursprünglichen Dicke des Behandlungsgutes
beträgt.
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Das Behandlungsgut berührt infolge der auf es ausgeübten kombinierten
Kräfte, die bewirken, daß es sich infolge von Scherkräften vor dem Staukörper verwirft,
die Kante 16' des Staukörpers selbst unter sehr hohem Längsdruck nicht. F i g. 6
zeigt, daß die auf die Unterseite des Behandlungsgutes ausgeübte Antriebs- oder
Vorschubkraft D und die durch das nachfolgende Behandlungsgut ausgeübten Schubkräfte
E der Reibungskraft F und den auf den Querschnitt des Stapels ausgeübten Kräften
P gegenüberstehen. Durch diese Kräfte wird auf das Gut ein Drehmoment ausgeübt,
das bewirkt, daß das Gut sich vor der Kante 16' wendet und sich gegen die Platte
34 zu pressen bestrebt ist. Gegen das Wenden leistet die durch die Platte 34 ausgeübte
Normalkraft N einen Widerstand. Wie in F i g. 3 und 5 durch die schrägen Linien
angegeben, wird das Material, weil in dieser Ausführungsform die Platte feststeht,
durch Scherkraft infolge der vor der Zone B beginnenden Drehmomentwirkung allmählich
verzerrt. Für einige besondere Materialarten können die nur durch die Platte ausgeübten
Widerstandskräfte dazu ausreichen, das Material so auszurichten, daß es den Zylinder
beim Erreichen des sich erweiternden Durchlasses verläßt. In gleicher Weise können
dort, wo der Winkel ß zwischen 40° ± 10° beträgt und also einen stumpfwinkligen
Durchlaß bildet, die von dem sich verengenden Durchläß über das Arbeitsgut übertragenen
Widerstandskräfte ausreichend sein, wobei in solchen Fällen die Platte 34 durch
ein Teil ersetzt werden kann, das sich mit der gleichen Geschwindigkeit wie der
Zylinder oder langsamer bewegt, oder aber die Oberseite geschmiert werden kann.
Es hat sich für viele Materialarten als zweckmäßig herausgestellt, daß man die vorerwähnten,
das Drehmoment beeinflussenden Maßnahmen entsprechend den Materialeigenschaften
kombiniert.
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Die Anhäufungen 81 bis 86 (F i g. 5) haben je die gleiche Masse. Die
Anhäufung 81 ist unbehandelt und hat eine Dicke Y. Die Anhäufung 82 in der
Zuführzone A ist in die Oberflächenriefung 15 a des Zylinders 14 hineingepreßt,
wobei das Arbeitsgut durch unmittelbare Mitnahme vorgeschoben wird. Die von der
Greiffläche mitgenommene Seite des Gutes bewegt sich mit der durch die gleiche Länge
der Geschwindigkeitsvektoren angegebenen Geschwindigkeit des Zylinders 14, wobei
jedoch die entgegengesetzte Seite durch Reibung an der Platte 34 etwas gehemmt wird.
In der Anhäufungszone B wird die Anhäufung 83 teilweise verdichtet, wobei ihr Geschwindigkeitsvektor
kleiner als der des Zylinders 14 ist. Die schräge Leitwand 88 des Vorsprungs der
Berührungsfläche in der Zahnung 15 b bewegt sich in bezug auf die Unterseite
des Gutes vorwärts und quetscht diese Seite in bezug auf den Körper der Anhäufung
nach oben und nach vorn. Das Verdichten und Wenden des Gutes schreitet in der Zone
B fort, und an der Grenze zwischen den Zonen B und C ist die Gutanhäufung 84 endgültig
verdichtet. Diese Anhäufung stand mit der Zahnung 15 c im Eingriff, die sich weit
über sie hinaus bewegt hat. Während der Bewegung der Anhäufung durch die Zone B
hindurch haben sich eine Anzahl sich bewegender Vorsprünge gegen die Anhäufung angelegt.
Die Anhäufungen 84,85
und 86 sind je ein Teil des Stapels aus bereits verdichtetem
Gut, der auf das Gut in der Zone B Hemmkräfte ausübt. Die Anhäufung 85 trifft auf
die Fläche 17 des Staukörpers oberhalb seiner Kante 16'. Das Gut ist durch das Drehmoment
so ausgerichtet worden, daß es allgemein mit der Mittellinie des sich verengenden
Durchlasses fluchtet, wobei es von vorn durch die aufeinander zu laufenden Wände
gehemmt wird. Die Anhäufung tritt nach der Darstellung durch die stärkste Verengung
mit kleinstem Querschnitt aus.
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An der Leitkante 16' des Staukörpers entsteht ein leerer dünner V-artiger
Spalt, wobei das Gut die Kante 16' überläuft, indem es nach oben gegen die Platte
34 gedrückt wird.
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Das Ausmaß der ursprünglichen Kreppung oder Verdichtung ist im allgemeinen
proportional dem Umfang, in dem das Gut durch den Behandlungsvorgang an Festigkeit
verliert.
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Auf einige Behandlungsarten, beispielsweise auf Papiere, kann viel
mehr Verdichtung ausgeübt werden als notwendig. In diesen Fällen können die Verdichtungsdrücke
teilweise, beispielsweise durch Ziehen an dem hervorquellenden Gut oder durch teilweises
Vermindern der Staukräfte zwecks Begrenzung der Verminderung der Festigkeit des
Gutes aufgehoben werden.
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Bei der Variante nach F i g. 8 ist die obere Wand des durch die Oberfläche
des Zylinders 14 und die untere Seite 87 der Platte 34 gebildeten Arbeitsspaltes
völlig starr, wodurch die Verdichtung von sehr steifem Material möglich ist. Das
Stauelement 16 ist hier vorzugsweise einstellbar, wobei es durch pneumatischen Druck
elastisch zum Schuh 20 a hingedrückt wird. Eine im Schuh 20 a angeordnete
Heizspirale 77
ermöglicht das gesteuerte Weichmachen von thermoplastischem
Material zum Zweck seiner besseren Erfaßbarkeit durch den Vorschubzylinder und zur
Erzielung gesteuerter Weichheitsgrade oder von Verdichtungsdauerhaftigkeit. Die
Heizspirale kann zum Verringern der Reibwirkung des oberen Schuhes verwendet werden,
so daß ausreichende Antriebskräfte angewendet werden können. In gleicher Weise können
die Flächen gekühlt werden.
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Bei der Variante nach F i g. 9 hat die gezahnte Leitkante der Platte
34 b unter dem Schuh 20 b bis zur Tangierungsstelle T verlaufende Auszackungen,
so daß die Abgrenzung der Verdichtungszone B über die Breite der Folien in Intervallen
unterbrochen ist. Das unter den Zähnen hindurchgehende Material wird wirksam aufgenommen
und stark verdichtet. Das unter den Auszackungen hindurchgehende Material wird durch
von dem Papier verursachte Kräfte seitlich gehemmt und, wie bei 91 gezeigt, ebenfalls
verdichtet, wobei es aber nicht die gleichmäßig fertigbearbeiteten Flächen der unter
den Zähnen hindurchgehenden Anschnitte 92 aufweist.
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Ein Zuführrohr 97 verläuft oberhalb des Preßschuhes, wobei sich von
diesem Rohr eine Vielzahl von Kanälen 98 zu Auslässen an dem Gut nach unten
erstreckt,
die gewünschtenfalls das Einbringen eines Schmiermittels ermöglichen.
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Gemäß F i g. 10 weist die Platte 34 c eine Reihe von in Längsrichtung
verlaufenden Einschnitten auf, die elastische fingerartige Teile bilden, die sowohl
die Veränderungen in der Dicke des Gutes als auch in den Abmessungen der Maschinenteile
aufnehmen.
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Nach F i g. 11 kann über dem fingerartigen Teil 34 d ein Ausleger
37 angeordnet sein, der das fingerartige Teil an der gewünschten Stelle abstützt.
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Nach F i g. 12 ist am Ende der Platte 34 fein sich vom Staukörper
abhebender Fortsatz 34 e angeordnet, der im Vergleich zu dem Abstand zwischen dem
Punkt T und der Leitkante 16' (F i g. 3) erheblich größer ist als bei der in F i
g. 3 dargestellten Ausführungsform. Bei elastischem Gut, wie gewirkten Textilien,
ergibt dies eine gleichmäßigere Längsbewegung des vorher verdichteten Materials
über seine gesamte Breite, verhindert das plötzliche Hervorquellen sowie das intermitierende
Fließen des Gutes und ergibt eine genaue Steuerung des Herausquellens des verdichteten
Materials.
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Bei der Ausführungsform nach F i g. 13 erstreckt sich der Schuh 20
an sich nicht bis zum Tangieren mit dem Zylinder, sondern er trägt eine geschlitzte
Stahlplatte 40 von etwa 3 mm Dicke, die sich bis zu dem Punkt T erstreckt.
Ein biegsameres glattes Stahlblech 42 verläuft unter der Platte 40 hindurch, wobei
es so weit hervortritt, daß es oberhalb des Staukörpers 16 zu liegen kommt. Die
Schlitze bilden elastische fingerartige Teile, die die gleichmäßige Ausübung von
Druck ermöglichen, selbst wenn der Zylinder oder das Gut nicht gleichmäßig ist.