DE1270235B - Verfahren zur Herstellung einer gering spiegelnden oder gering reflektierenden Oberflaeche auf Glas - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer gering spiegelnden oder gering reflektierenden Oberflaeche auf GlasInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C03—GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
- C03C—CHEMICAL COMPOSITION OF GLASSES, GLAZES OR VITREOUS ENAMELS; SURFACE TREATMENT OF GLASS; SURFACE TREATMENT OF FIBRES OR FILAMENTS MADE FROM GLASS, MINERALS OR SLAGS; JOINING GLASS TO GLASS OR OTHER MATERIALS
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. Cl.:
C03c
Deutsche Kl.: 32 b -17/24-
Nummer: 1270 235
Aktenzeichen: P 12 70 235.1-45
Anmeldetag: 12. Dezember 1963
Auslegetag: 12. Juni 1968
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines nichtblendenden Glases durch
einmaliges Eintauchen des Glases in eine Ätzlösung. Bei dem gegenwärtig industriell hergestellten
Fenster- und Tafelglas zeigen die erzielten Oberflächen im allgemeinen hohe Spiegelungseigenschaften.
Diese starken Spiegelungen sind häufig recht lästig, wenn das Glas ζ. B. als Deckplatte für ein
gerahmtes Bild, als Schreibtischplatte oder als Vorderscheibe an einer Fernsehbildröhre verwendet werden
soll, da die Aufmerksamkeit eines Betrachters durch die von der glatten Oberfläche reflektierten
Bilder abgelenkt wird.
Bisher mußte zur Herstellung einer gering spiegelnden Oberfläche auf Glas ein mehrstufiges Verfahren
angewandt werden. Bei einem Verfahren z. B. wird das Glas gereinigt und mit einer verdünnten Fluorwasserstoffsäurelösung
behandelt. Dann wird es wieder gewaschen und mit einer geeigneten Mattierungslösung
behandelt. Danach wird es mit einer Ätzlösung behandelt, um die matte Oberfläche vom Glas
zu entfernen.
Bei der Herstellung von Glasgegenständen mit geringer Spiegelung ist wichtig, daß das Auflösungsvermögen des Glases nicht beeinträchtigt wird, d. h.,
die Streuung der Lichtstrahlen sollte nicht die Fähigkeit des Glases beeinträchtigen, die Einzelheiten
eines Bildes hinter dem Glasgegenstand aufzulösen. In dieser Hinsicht kann eine Implosionsplatte für ein
Fernsehgerät höhere Auflösungsverluste als ein Bildglas dulden, ohne den Nutzen des Produktes zu beeinträchtigen.
Für Fernseh-Implosionsscheiben kann daher eine geringere Spiegelung erzielt werden.
In der deutschen Auslegeschrift 1086 405 ist ein Verfahren beschrieben, bei welchem zur partiellen
Abdeckung einer Glasoberfläche gegen den Angriff von Flußsäure ein staubfreier, in der Behandlungsflüssigkeit unlöslicher Stoff aus einem Element oder
einer anorganischen Verbindung wie Calciumfluorid, Silicium oder Bariumsulfat verwendet wird. Erfindungsgemäß
werden die Oberflächenteile in der Weise geschützt, daß aus einer Lösung heraus Natriumsilikatfluoridkristalle
auf der Oberfläche des Glases gebildet werden und daß diese Kristallbildung
und -Verteilung durch die Temperatur und Viskosität der Ätzlösung kontrolliert wird. Das neue Verfahren
läßt eine wesentlich kürzere Arbeitszeit zu und ergibt feinere Oberflächen, da die Kristallbildung auf
der Glasoberfläche vor sich geht und dort wesentlich feinere Kristalle entwickelt werden, als man sie bei
Verwendung von Pulver erhalten kann. Die Anwendung einer Lösung an Stelle einer pastenförmigen
Verfahren zur Herstellung einer gering
spiegelnden oder gering reflektierenden
Oberfläche auf Glas
spiegelnden oder gering reflektierenden
Oberfläche auf Glas
Anmelder:
Pittsburgh Plate Glass Company,
Pittsburgh, Pa. (V. St. A.)
Pittsburgh, Pa. (V. St. A.)
Vertreter:
Dr. W. Beil, A. Hoeppener und Dr. H. J. Wolff,
Rechtsanwälte,
6230 Frankfurt-Höchst, Adelonstr. 58
Als Erfinder benannt:
Albert Edward Junge, New Kensington, Pa.;
Joseph Chabal, Curtisville, Pa. (V. St. A.)
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 26. Dezember 1962
(247 390)
V. St. v. Amerika vom 26. Dezember 1962
(247 390)
Ätzmasse bringt weitere Behandlungsvorteile mit sich.
Nach der vorliegenden Erfindung wird ein chemisches Ätzbad hergestellt, das etwa 27 bis etwa 39 Gewichtsprozent
Fluorwasserstoff (berechnet auf wasserfreier Basis), etwa 17 bis etwa 27 Gewichtsprozent
Wasser, etwa 3 bis etwa 4 Gewichtsprozent Ammoniumbifluorid enthält und bei Raumtemperatur
(240C) eine Viskosität von etwa 6 bis 16 cP hat
(gemessen mit einem Brookfield-Viskosimeter unter Verwendung der Spindel Nr. 1, welche sich mit
60UpM dreht). Obwohl der Fluorwasserstoffgehalt der Lösung auf wasserfreier Basis berechnet ist, wird
die Fluorwasserstoffsäure in der Form einer wäßrigen Lösung im allgemeinen in einer Konzentration
zwischen etwa 60 und 70% verwendet.
Die Regulierung der Viskosität mittels eines Viskositätsreguliermittels
ist empfehlenswert, um die Beweglichkeit der Ionen in der Lösung zu regeln. Dadurch wird wiederum die Einfluß- oder Wirksam-
809 559/203
3 4
keitszone der Ionen beschränkt und der Ätzungsgrad der Lösung entfernt, und die auf der Oberfläche des
reguliert. Ein bevorzugtes Viskositätsreguliermittel in Gegenstandes verbleibenden Kristalle, restliche Lögeeigneter
Menge besteht aus etwa 33 bis etwa sung und/oder Reaktionsprodukte werden entfernt.
53 Gewichtsprozent Sorbit. Glycerin und verschie- Die Oberflächen der durch das erfindungsgemäße
dene Zucker, wie z. B. Rohrzucker, Traubenzucker 5 Verfahren erzielten Glasgegenstände zeigen nur eine
und Melasse, lassen sich ebenfalls als Viskositäts- sehr geringe Spiegelung. In der Tat lassen sich innere
reguliermittel verwenden, sind jedoch nicht so wirk- Schaden im Glasgegenstand, z. B. Kratzer, durch das
sam oder dauerhaft wie Sorbit. erfindungsgemäße Verfahren abdecken.
Die Zeit, während welcher der Glasgegenstand in Der genaue Vorgang, durch den sich die unge-
Kontakt mit der Ätzlösung sein sollte, ist von der io wohnlichen Ergebnisse bei der Durchführung des erKonzentration
der Reagenzien in der Lösung ab- findungsgemäßen Verfahren erzielen lassen, ist nicht
hängig. Kürzere Zeiten sind dann erforderlich, wenn vollständig bekannt. Man nimmt jedoch an, daß die
höhere Konzentrationen von HF und Ammonium- Fluorwasserstoffsäure beim Eintauchen des Glasbifluorid
und/oder niedrigere Konzentrationen von gegenstandes in die Ätzlösung die Glasoberfläche anSorbit
verwendet werden. Im allgemeinen genügen 15 greift und einen Teil der Glasoberfläche weglöst, so
Kontaktzeiten von 5 bis 60 Sekunden, um befriedi- daß an der Fläche zwischen dem Glas und der Lögende
Ätzungen zu erzielen. Zur Erzielung verschie- sung eine mit Natriumsilicofluorid gesättigte Schicht
dener Abstufungen der Blendungsherabsetzung kön- der Lösung entsteht. Natriumsilicofluoridkristalle
nen verschiedene Behandlungszeiten verwendet wer- werden aus dieser gesättigten Schicht der Lösung auf
den. Die Eintauchzeit läßt sich dadurch verkürzen, 20 die Glasoberfläche ausgefällt. Die Natriumsilicodaß
man den Glasgegenstand unmittelbar nach fluoridkristalle schützen das Glas unterhalb der
seinem Eintauchen wieder aus der Ätzlösung entfernt Stelle, an der sie entstehen, vor dem weiteren An-
und die dem Gegenstand anhaftende Lösung kurze griff durch die Fluorwasserstoffsäure in der Ätz-Zeit
auf ihm beläßt, bevor sie entfernt wird. lösung. Dieser Vorgang ist unter der Bezeichnung
Abweichungen von den Mengen der verschiedenen 25 Kristallbildbildung bekannt.
Bestandteile über die obengenannten Bereiche hin- Die Kristallbildbildung entsteht bei unlöslichen
aus führen zu Schäden in dem geätzten Glas. In einer Produkten, die aus der Ätzlösung ausgefällt werden,
Glasscheibe, welche in senkrechter Stellung in eine wenn das Lösungsmittel mit Produkten gesättigt
Ätzlösung mit hohem HF- und/oder niedrigem Was- wird, die aus der Reaktion der Ätzlösung mit der
ser und/oder Sorbitgehalt getaucht wird, erscheinen 30 Glasoberfläche entstanden. Diese Niederschläge entsenkrechte
Streifen. Ungenügende Ätzung findet dann stehen in besonderer Weise, da sie dazu neigen, an
statt, wenn in der Ätzlösung entweder zu viel oder der ursprünglichen Oberfläche anzuhaften, um die
zu wenig HF oder Sorbit enthalten ist. Wenn die für ihr Wachstum erforderliche Energie auf ein
Ätzlösung einen geringen Ammoniumbifluoridüber- Minimum herabzusetzen. Wenn der ausgefällte
schuß enthält, erscheint die geätzte Oberfläche 35 Kristall an Größe zunimmt, schützt er einen zumilchig
und undurchsichtig. Enthält die Ätzlösung nehmend größeren Oberflächenbereich, an dem er
dagegen einen beträchtlichen Ammoniumbifluorid- anhaftet, so daß die vom Ausgangspunkt des Kristalls
Überschuß, so zeigt die geätzte Oberfläche ein un- am weitesten entfernten Oberflächengebiete dem Anerwünscht
glänzendes Aussehen. Ist in der Ätzlösung griff durch die Ätzlösung längere Zeit ausgesetzt
nicht genügend Ammoniumbifluorid enthalten, so 40 sind. Daher neigen die Kristalle dazu, einen umgeentstehen
während des Ätzens verhältnismäßig große kehrten Umriß ihrer eigenen Form auf der Glas-Calciumfluorid-
oder Calciumsilicofluoridkristalle auf oberfläche zu bilden, d. h. ein Kristallbild,
der Glasoberfläche. Dies führt zur Bildung von un- Die Anzahl dieser Kristalle, die auf der Glasober-
erwünschten Erhebungen auf den Glasoberflächen. fläche je Volumeinheit der Ätzlösung entstehen,
Dies gilt besonders für Tafelglas, welches eine höhere 45 stellen den Dispersionsgrad der Lösung dar. Zum
Calciumkonzentration als Fensterglas hat. Beginn der Ausfällung wird ein bestimmter Disper-
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Ver- sionsgrad festgesetzt. Eine weitere Ausfällung des
fahren wird ein Glasgegenstand, wie z. B. eine Glas- unlöslichen Produktes führt nicht zu neuer Kernscheibe,
in die Lösung eingetaucht. Während sich die bildung, sondern steigert lediglich das Kristallwachs-Lösung
in Kontakt mit dem Glas befindet, entstehen 50 tum der ursprünglich entstandenen Kerne. Der Disauf
der Oberfläche des Glases Natriumsilicofluorid- persionsumfang steht in Beziehung zur Größe der
kristalle. Diese Kristalle entstehen in einer durch- entstandenen Kristalle. Je höher der Dispersionsgrad
schnittlichen Dichte von etwa 0,465 · 105 Kristallen ist, desto kleiner ist die Kristallendgröße,
je Quadratzentimeter der Glasoberfläche, wobei der Drei Faktoren beeinflussen den Dispersions-
Dichtenbereich etwa 0,1555 · 105 bis etwa 0,775 · 105 55 umfang: die Konzentration des Reaktionsmittels, die
Kristalle je Quadratzentimeter beträgt. Die Kristalle Löslichkeit und Viskosität des Niederschlags. Zur
zeigen Grundflächen mit einem Durchmesser von Erzielung eines hohen Dispersionsgrades müssen
etwa 0,00381 bis 0,00762 cm, durchschnittlich etwa Lösungen mit hoher Reaktionsmittelkonzentration,
0,00508 cm, und Flächen mit einem Durchmesser geringer Niederschlagslöslichkeit und hoher Viskosivon
etwa 0,00254 bis 0,00559 cm, durchschnittlich 60 tat verwendet werden.
etwa 0,00381 cm. Die Höhe der Kristalle beträgt Die Kristallgröße bestimmt zum Teil die Angriffsdurchschnittlich
etwa 76,2 · 25,4~6 cm in einem Be- tiefe der Ätzlösung. Bei größeren Kristallendgrößen
reich von etwa 50,80 bis 102 · 25,4~6 cm. Die Kristall- ist die Ätzung tiefer. Die Bildung von großen Kristalgröße
schwankt umgekehrt zur Dichte der Kristalle. len führt zur Herstellung einer Glasoberfläche mit
Die Kristalle decken die unter ihnen liegenden 65 hohen Spiegelungswerten; die Bildung von mäßig
Flächen gegen den Angriff durch die Lösung ab. Die kleinen Kristallen (etwa 0,465 · 105 je Quadratzenti-Ätzung
geht in den Bereichen zwischen den Kristallen meter Oberfläche) bewirkt die Herstellung einer
weiter. Der Glasgegenstand wird anschließend aus Glasoberfläche mit niedrigen Spiegelungswerten, und
die Bildung von sehr kleinen Kristallen führt zur Herstellung einer Glasfläche mit hohen Spiegelungswerten.
Die gewünschte Natriumsilicofluoridkristallgröße und die gewünschte Kristallverteilung über der Glasfläche
werden durch Regulierung der Viskosität der Ätzlösung durch die Verwendung eines Viskositätsreguliermittels,
wie z. B. Sorbit, in der Lösung erzielt. Die auf der Oberfläche des Glases erzeugten
Kristalle führen zu keiner kontinuierlichen Schutzschicht, und somit ist die im Ätzbad anwesende
Fluorwasserstoffsäure immer noch in der Lage, das Glas rund um die verstreuten entstehenden schützenden
Natriumsilicofluoridkristalle anzugreifen.
Der durch die Natriumsilicofluoridkristalle auf der Glasoberfläche erreichte Schutz führt im Vergleich
zu den Glasbereichen zwischen den Natriumsilicofluoridkristallen zur Ausbildung einer Glasoberfläche,
welche unregelmäßig ist, da das Ätzbad die Glasfläche verschieden stark erreicht und angreift.
Der Angriff der Ätzlösung auf das Glas rund um die Natriumsilicofluoridkristalle führt zur Ausbildung
eines Kristallbildes oder im wesentlichen eines Umrisses des um den Kristall entfernten Glases, der auf
der Glasoberfläche unsichtbar ist.
Eine Photographic der Oberfläche einer Glasscheibe, welche nach der vorliegenden Erfindung geätzt
worden war, wurde etwa 170fach vergrößert. Der Abstand zwischen den in weitem Abstand voneinander
befindlichen Linien auf der Photographie betrag 100 Mikron und der Abstand zwischen den in
engem Abstand befindlichen Linien 10 Mikron. Die Glasoberfläche hatte die Form mehrerer in engem
Abstand voneinander befindlicher getrennter, unregelmäßig geformter Plateaus, die auf der Oberfläche
in einer Menge von etwa 0,155 · 105 bis 0,775 · 105 je Quadratzentimeter, durchschnittlich
0,465 · 105 je Quadratzentimeter auftraten. Diese Plateaus hatten eine Höhe von etwa 50,8 · 25,4~6 bis
102 · 25,4-6 cm, durchschnittlich etwa76,2 · 25,4-« cm.
Die Höhe der Plateaus stellte die Tiefe der Ätzung dar. Die Plateaus maßen im Durchmesser etwa
0,00254 bis 0,00508 cm, durchschnittlich etwa 0,00381 cm, und sie ruhten auf sogenannten Grandflächen,
welche in einer Ebene parallel zu der allgemeinen Ebene der Oberfläche der Plateaus des
Glases lagen und welche sich unter diesen Oberflächen in einem der Ätzungstiefe entsprechenden
Abstand befanden. Diese Grandflächen hatten einen Durchmesser von etwa 0,00381 bis 0,00762 cm,
durchschnittlich etwa 0,00508 cm. Auf der Photographie waren die Plateaus dunkle Bereiche. Helle
Linien umrissen die Plateaus und stellten die Seitenwände der Plateaus sowie die Oberfläche zwischen
den Plateaus dar. Die geringe und verhältnismäßig gleichmäßige Größe der Plateaus lieferte eine verhältnismäßig
glatte, gering spiegelnde Oberfläche auf dem Glas.
Die nach der vorliegenden Erfindung hergestellten Glasgegenstände können aus Kalk-Soda-Kieselerde-Tafelglas
mit ungefähr der folgenden Zusammensetzung bestehen: 60 bis 75 Gewichtsprozent SiO2,
5 bis 17 Gewichtsprozent Na2O, 0 bis 10 Gewichtsprozent
K2O, wobei die Summe von Na2O und K2O
10 bis 17 Gewichtsprozent beträgt, 5 bis 15 Gewichtsprozent CaO, 0 bis 7 Gewichtsprozent MgO, wobei
die Summe von CaO und MgO 5 bis 15 Gewichtsprozent beträgt.
Der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren zu behandelnde Glasgegenstand soll rein und frei von
Oberflächenmängeln sein, da jegliche Schaumbildung, Flecken, Radabdrücken, Kratzer und Keime auf den
Oberflächen auf dem geätzten Glas erscheinen. Schmutz und Schaum lassen sich durch die Verwendung
von handelsüblichen Glasreinigungsprodukten, z. B. eine wäßrige Aufschlämmung von Ceroxyd,
und/oder üblichen Glaswaschmaschinen und anschließendes Wischen mit einem reinen Tuch entfernen.
Oberflächenabriebe und/oder -kratzer lassen sich durch Polieren entfernen.
Beim Eintauchen in die Ätzlösung sollte das Glas trocken sein. Durch den Zusatz von Wasser zur Ätzlösung
wird die chemische Zusammensetzung der Lösung gestört und der Charakter der Ätzung verändert.
Ist ferner ein Teil der Glasoberfläche trocken und ein Teil naß, so entsteht auf dem Glas eine ungleichmäßige
Ätzung.
Es wurde gefunden, daß Dämpfe aus der Ätzlösung, welche in Kontakt mit dem unbehandelten
Glasflächen geraten, dazu neigen, die Einwirkung der Lösung auf die Glasoberflächen zu verhindern. Dies
führt dazu, daß durch die Lösung eine ungleichmäßige Wirkung erzielt wird. Daher sollte der unbehandelte
Glasgegenstand vom Kontakt mit den aus der Lösung aufsteigenden Dämpfen vor dem Eintauchen
des Gegenstandes in die Lösung ferngehalten werden. Dies erreicht man durch eine angemessene
Belüftung zur Entfernung der Dämpfe aus dem oberen Teil des Behälters, welcher die Ätzlösung enthält.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Bad auf eine Temperatur von z. B. etwa 10° C abzukühlen,
wodurch die Menge der erzeugten Dämpfe herabgesetzt wird. Die Herabsetzung des Umfangs der entstehenden
Dämpfe unterstützt die Aufrechterhaltung der genauen Konzentration der verschiedenen Bestandteile.
Das Ätzbad sollte frei von Wellen sein, wenn das Glas darin eingetaucht wird. Es wurde gefunden, daß
sich an dem fertigen Produkt waagerechte Streifen von ungleichmäßiger Ätzung zeigen, wenn das Glas
in ein aufgewirbeltes Bad eingetaucht wird. In dieser Hinsicht sollte es vermieden werden, das Glas in das
Bad fallen zu lassen. Eine mäßige Bewegung des Bades während der Eintauchzeit des Glases ist nicht
schädlich. Eine Bewegung des Bades kann angewandt werden, wenn die Ätzung unzureichend ist. Zeigt sich
außerdem mehr Ätzung im unteren Teil einer senkrecht eingetauchten Glasscheibe als im oberen Teil,
so läßt sich dadurch Abhilfe schaffen, daß man das Bad während des Eintauchens der Glasscheibe in das
Bad rührt.
Der Glasgegenstand kann in dem Behälter mit der Ätzlösung durch geeignete Vorrichtungen eingetaucht
werden. Eine zweckmäßige bekannte Vorrichtung besteht aus einem hydraulischen Tauchmechanismus,
bei welchem vier Messingzangen mit Monelmetallspitzen von einem oberhalb des Behälters mit der
Ätzlösung angeordneten U-Träger herabhängen. Die Zangen sind in der Lage, einen Glasgegenstand, wie
z. B. eine Glasscheibe, mit gleichmäßiger Geschwindigkeit zu heben und zu senken, so daß der Glasgegenstand
vollkommen in der Lösung eingetaucht und vollständig daraus entfernt wird. Beim Eintauchen
einer Glasscheibe in ein Bad sollte die Scheibe etwa 5 bis 10° von der Senkrechtstellung eingetaucht
werden, um die Bildung von Streifen in der geätzten
Scheibe zu vermeiden. Diese Streifen treten bei Schräghaltung der Glasscheibe an der Unterseite auf.
Die Glasscheibe sollte mit einer gleichmäßigen Einführungsgeschwindigkeit in das Bad eingeführt werden,
um die Bildung von waagerechten Streifen (Streifen parallel zur Oberfläche des Bades) im Glas zu
vermeiden.
Die Temperatur des Ätzbades und des Glases sind wichtig. Vorzugsweise sollten beide Raumtemperatur
eigenschaften der Oberflächen der auf diese Weise behandelten Glasscheibe waren ausgezeichnet. Die in
diesem Beispiel verwendete Glasscheibe hatte die folgende Zusammensetzung:
Bestandteil
SiO,
haben. Eine Abkühlung des Bades und die Aufrecht- 10 Na2O
erhaltung einer Temperatur zwischen etwa 10 und CaO 21° C erwies sich als geeignet zur Erzielung einer MgO
gleichmäßigen Ätzung von einem Glasgegenstand Na2SO4
zum anderen, insbesondere dann, wenn das Glas NaCl einen verhältnismäßig hohen, d. h. 16gewichtsprozen- 15 Fe2O3
tigen Natriumoxydgehalt hat. Andererseits erweist sich eine Erhitzung des Bades z. B. auf eine Temperatur
von etwa 26,7 bis 37,8° C als vorteilhaft, wenn das Glas einen niedrigeren Natriumoxydgehalt hat,
d. h. 13 Gewichtsprozent und weniger.
Nach dem Eintauchen des Glasgegenstandes in die Ätzlösung während der erforderlichen Zeit und
nach seiner Entfernung daraus sollten etwa restliche Lösungs- und/oder Reaktionsprodukte von den Glas-Gewichtsprozent
71,6
13,1
11,7
2,5
0,7
0,1
0,1
0,2
Eine Lösung wurde dadurch hergestellt, daß man in einem mit Gummi verkleideten Stahltank 330 Gewichtsteile
70%ige Fluorwasserstoffsäure, 25,6 Gewichtsteile Ammoniumbifluorid, 384 Gewichtsteile
Sorbit und 55 Gewichtsteile Wasser miteinander
flächen entfernt werden. Dies läßt sich am vorteil- 25 mischte. Eine 76,2 ■ 76,2 cm große Glasscheibe wurde
härtesten dadurch erreichen, daß man die Ober- senkrecht in die Lösung eingetaucht und sofort wieflächen
des behandelten Glasgegenstandes unmittel- der herausgezogen und vor dem Spülen 30 Sekunden
bar nach seiner Entfernung aus der Lösung mit Was- gehalten. Die Scheibe wurde dann durch Bespritzen
ser abspült, z. B. abspritzt. Bei diesem Spülvorgang mit Wasser gründlich gespült. Das auf diese Weise
verhindert die Verwendung großer Volumen Wasser 30 behandelte Glas hatte blendungsfreie Oberflächen,
das Auftreten von abwärts verlaufenden Streifen auf Die in diesem Beispiel verwendete Glasscheibe hatte
den Oberflächen.
Auf Grund des starken Korrosionsvermögen der Ätzlösung muß beim Lagern und Arbeiten mit der
Lösung außerordentliche Sorgfalt aufgewandt werden. Die Lösung sollte nicht in einem Glastank oder einem
gewöhnlichen Metalltank gelagert werden. Dagegen kann man sie in einem in bekannter Weise mit
Kautschuk, Teflon, Polyäthylen, Polystyrol usw. ausdie folgende Zusammensetzung:
Bestandteil
Na2O CaO MgO
Fe2O3 Al2O3
gekleideten Stahltank aufbewahren. AHe metallenen 40 Na2SO4
Vorrichtungen, welche in Kontakt mit der Lösung NaCl . geraten, z. B. Metallspitzen an Zangen, die zum Greifen
des Glasgegenstandes und Einsenken in die Lösung verwendet werden, sollten vorzugsweise aus
Monelmetall (einer Legierung aus 67% Nickel, 28% Kupfer und 5% Kobalt) bestehen oder damit überzogen
sein. Monelmetall ist sehr beständig gegenüber dem Angriff durch die Ätzlösung. Der die Ätzlösung enthaltende Tank wird vorGewichtsprozent
73,35 13,14 8,30 3,43 0,43 0,04 0,09 1,22
Das Verfahren von Beispiel 2 wurde wiederholt, doch ließ man in diesem Falle die Glasscheibe
30 Sekunden in der Ätzlösung eingetaucht. Dann
zugsweise zugedeckt, wenn er nicht in Gebrauch ist, 50 wurde sie abgezogen und mit Wasser gespült, um die
um den Verlust an Lösung durch Verdampfen herab- übrige Lösung und die Reaktionsprodukte von den
setzen. Ein für diesen Zweck geeigneter Deckel besteht aus Messing und ist mit einer Gummidichtung
verkleidet.
verkleidet.
Oberflächen zu entfernen. Die Oberflächen des Glases zeigten eine sehr geringe Spiegelung. Die
Oberfläche wird in der Photographic gezeigt.
55
Eine Ätzlösung wurde dadurch hergestellt, daß man in einem mit Gummi umkleideten Stahltank
Gewichtsteile 70%ige Fluorwasserstoffsäure, 30,7 Gewichtsteile Ammoniumbifluorid, 384 Gewichtsteile
Sorbit und 82 Gewichtsteile Wasser miteinander mischte. Eine rechteckige 86,4 · 127 cm
große Glasscheibe wurde 30 Sekunden senkrecht in die Lösung eingetaucht. Dann wurde die Scheibe aus
der Lösung abgezogen und gründlich mit einem Wasserstrahl gespült. Die Spiegelungs- und Auflösungs-
In einem mit Polyäthylen ausgeschlagenen Stahltank wurden 129,0 Gewichtsteile 70%ige Fluorwasserstoffsäure,
10,0 Gewichtsteile Ammoniumbifluorid, 130,0 Gewichtsteile Sorbit und 29,3 Gewichtsteile
Wasser miteinander gemischt. Eine 76,2 · 152 cm große Scheibe graues Glas wurde 15 Sekunden senkrecht in die Lösung eingetaucht,
daraus entfernt und durch Spülen mit Wasser gründlich gereinigt. Diese Glasscheibe wurde dann zur
Herstellung einer Fernseh-Implosionsscheibe mit sehr geringer Spiegelung verwendet.
Das in diesem Beispiel verwendete Glas hatte die folgende Zusammensetzung:
Bestandteil
Gewichtsprozent
SiO2 69,18
Na2O 15,60
CaO 6,90
MgO 2,75
Na2SO4 0,50
Al2O3 3,25
Fe0O3 0,087
NaCl" 0,024
K2O 0,98
BaO 9,55 1S
As2O5 0,09
NiO 0,027
CoO 0,0042
In einem mit Polyäthylen ausgekleideten Stahltank wurden 129,0 Gewichtsteile 700/aige Fluorwasserstoffsäure,
10,0 Gewichtsteile Ammoniumbifluorid, 95,0 Gewichtsteile Sorbit und 21,0 Gewichtsteile as
Wasser gemischt. Die auf diese Weise entstandene Lösung wurde mittels den Tank umgebender Kühlschlangen
bei einer Temperatur von etwa 10° C gehalten. Eine 76,2 · 152 cm große Glasscheibe wurde
25 Sekunden senkrecht in die Lösung eingetaucht, dann aus der Lösung entfernt und gründlich mit
Wasser gespült. Die Lösung wurde kontinuierlich durch Zirkulation durch Prallwände mittels eines
Monel-Gebläserades leicht gerührt. Eine aus dieser Scheibe geformte Fernseh-Implosionsplatte besaß
ausgezeichnete Auflösungseigenschaften und Blendfreiheit.
Das in diesem Beispiel verwendete Glas hatte die folgende Zusammensetzung:
45
| Fortsetzung vorstehender Tabelle | Gewichtsprozent | |
| Bestandteil | 0,51 0,03 0,09 3,12 0,10 0,004 0,027 0,44 |
|
| S Na2SO4 NaCl .. |
||
| Fe2O3 . Al2O3 . As2O5 . 10 CoO .. |
||
| NiO ... | ||
| K2O ... | ||
| Bestandteil | Gewichtsprozent |
| SiO2 Na2O CaO MgO |
69,32 16,12 7,26 2,76 |
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von gering spiegelnden Oberflächen an Glasgegenständen mittels
einer wäßrigen Fluorwasserstofflösung, dadurch gekennzeichnet, daß Glasgegenstände
mit einer Lösung von etwa 27 bis etwa 39 Gewichtsprozent Fluorwasserstoff (auf wasserfreier
Basis), etwa 17 bis etwa 27 Gewichtsprozent Wasser und etwa 3 bis etwa 4 Gewichtsprozent
Ammoniumbifluorid, die eine ausreichende Menge eines eine Viskosität von etwa 6 bis etwa
16 cP (24° C) herstellenden Mittels enthält, behandelt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Ätzlösung als Viskositätsregulierungsmittel
etwa 33 bis etwa 53 Gewichtsprozent Sorbit zugesetzt werden.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß Kalk-Soda-Silikatglasgegenstände
in der beanspruchten Weise behandelt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß Glasgegenstände behandelt
werden, die etwa 60 bis 75 Gewichtsprozent SiO2, 5 bis 17 Gewichtsprozent Na2O, 0 bis 10 Gewichtsprozent
K2O, wobei die Summe von Na2O und K2O 10 bis 17 Gewichtsprozent beträgt,
5 bis 15 Gewichtsprozent CaO und 0 bis 7 Gewichtsprozent MgO, wobei die Summe von CaO
und MgO 5 bis 15 Gewichtsprozent beträgt, enthalten.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1086 405.
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1086 405.
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US24739062A | 1962-12-26 | 1962-12-26 | |
| US45696365A | 1965-05-19 | 1965-05-19 | |
| US623902A US3374130A (en) | 1962-12-26 | 1967-03-17 | Etching solution and process for producing a non-reflective surface on transparent glass |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1270235B true DE1270235B (de) | 1968-06-12 |
Family
ID=27400039
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEP1270A Pending DE1270235B (de) | 1962-12-26 | 1963-12-12 | Verfahren zur Herstellung einer gering spiegelnden oder gering reflektierenden Oberflaeche auf Glas |
| DE19661596961 Pending DE1596961B1 (de) | 1962-12-26 | 1966-03-08 | Verfahren zur Herstellung einer gering reflektierenden Glasoberflaeche |
Family Applications After (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19661596961 Pending DE1596961B1 (de) | 1962-12-26 | 1966-03-08 | Verfahren zur Herstellung einer gering reflektierenden Glasoberflaeche |
Country Status (5)
| Country | Link |
|---|---|
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