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Schußeintragvorrichtung für Greiferwebmaschinen mit durch eine rohrförmige
Greiferstange hindurchführbarem Schußfaden Die Erfindung betrifft eine Schußeintragvorrichtung
für Greiferwebmaschinen mit durch eine rohrförmige Greiferstange hindurchführbarem
Schußfaden und einem an der Greiferstange angeordneten, mit einer Klemmeinrichtung
versehenenFadenmitnehmerkopf.
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Die Schußfadeneintragung durch rohrförmige Eintragelemente ist von
pneumatisch arbeitenden Webmaschinen her bekannt (französische Patentschrift 1261463).
Sie ist aber auch schon bei Greiferstangen-Webmaschinen bekanntgeworden (deutsche
Auslegeschriften 1057 989, 1063 536), wobei in erster Linie der Zweck verfolgt wird,
das Reiben des Schußfadens an den Kettenfäden während des Eintragens zu verhindern.
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Durch die Zuführung des Schußfadens zu dem mit einer Klemmeinrichtung
versehenenFadenmitnehmerkopf durch ein Rohr tritt die Schwierigkeit auf, wie die
Klemmeinrichtung, die in ganz bestimmten Phasen des Webzyklus den Schußfaden festzuklemmen
bzw. freizugeben hat, gesteuert werden soll. Bei den in den obengenannten deutschen
Auslegeschriften beschriebenen Webverfahren wird der Schußfaden während des Webvorganges
im Mitnehmerkopf zeitweilig geklemmt gehalten und wieder freigegeben. Zur Steuerung
dieser Klemmeinrichtung bedarf es besonderer Mittel. In der deutschen Auslegeschrift
1063 536 ist jedoch die Steuerung der Klemmeinrichtung nicht näher erläutert worden.
Bei dem in der deutschen Auslegeschrift 1057 989 erläuterten Webverfahren erfolgt
die Steuerung der Klemmeinrichtung mit Hilfe einer durch eine Nockenscheibe bewegbaren
Schiene, an welcher ein Gleitkolben entlangschleift, dessen Lage wiederum über ein
Hebelgetriebe und zum Greiferkopf führende Übertragungsorgane einem dort gelagerten
Klemmbügel mitgeteilt wird. Nachteilig bei dieser Konstruktion ist der Aufwand für
die Steuerung des Klemmbügels sowie der starke Verschleiß, der an den Steuerorganen,
insbesondere an der Schiene und dem Gleitkolben, zwangläufig auftritt.
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Klemmeinrichtungen für den Schußfaden finden sich nicht nur in den
Fadenmitnehmerköpfen von Greiferwebmaschinen, sondern auch bei Webschützen. Dort
ist es bekannt (belgische Patentschrift 638 516), ein beweglich gelagertes Klemmglied
so lange unter Federspannung in Schließstellung zu halten, bis es durch Anschläge
in den Endpunkten der Bewegungsbahn des Webschützens in die Öffnungsstellung gedrückt
wird. Auch diese Klemmeinrichtung ist, da sie mit äußeren Steuerorganen zusammenwirkt,
gegen welche das Klemmglied anschlägt, starkem Verschleiß unterworfen. Außerdem
bringt wie bei der zuletzt genannten bekannten Ausführung die Abhängigkeit von den
Steuerorganen stets auch eine gewisse Störanfälligkeit mit sich.
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Aufgabe der Erfindung ist es, bei einer Schußeintragvorrichtung der
eingangs genannten Art eine Klemmeinrichtung zu schaffen, die ohne Hilfsmittel arbeitet
und dadurch die Nachteile der bekannten Klemmeinrichtungen vermeidet. Gelöst wird
diese Aufgabe im wesentlichen dadurch, daß die Klemmeinrichtung in dem hohl ausgebildeten
Fadenmitnehmerkopf aus einer verschwenkbar gelagerten Schwingklappe besteht, die
während des Eintragens des Schußfadens unter Eigengewichts- und/oder Federbelastung
selbsttätig den Schußfaden gegen die Innenfläche des Fadenmitnehmerkopfes verklemmt
und beim Zurückziehen der Greiferstange von dem Schußfaden selbsttätig in Öffnungsstellung
verschwenkbar ist, wobei der Schußfaden in an sich bekannter Weise mit seinem Ende
auf der der Eintrittsseite der Greiferstange abgewandten Seite des Webfaches festgehalten
wird.
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Auf diese Weise entfällt jede äußere Steuerung, da sich die Schwingklappe
durch den Fadenzug selbsttätig zwischen Schließ- und Öffnungsstellung hin-und herbewegt.
Verschleiß und Störanfälligkeit sind damit auf ein Minimum reduziert.
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In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung an Hand eines Ausführungsbeispiels
dargestellt. Es zeigt F i g. 1 eine Draufsicht auf die Schußeintragvorrichtung einer
Greiferwebmaschine für den Schußfaden mit einem Teil des Gewebes in schematischer
Darstellung, wobei die Schußeintragvorrichtung in ausgezogenen Linien bei angeschlagenem
Webeblatt und in strichpunktierten Linien bei zum Teil in das Webfach eingeführter
Greiferstange dargestellt ist,
F i g. 2 einen senkrechten Längsschnitt
durch den Fadenmitnehmerkopf der Greiferstange, F i g. 3 einen Querschnitt nach
Linie HI-111 in F i g. 2, F i g. 4 einen senkrechten Längsschnitt durch die Prismenführung
der Greiferstange am unteren Stangenende und F i g. 5 einen Querschnitt nach Linie
V -V in F i g. 4.
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F i g. 1 dient zur Erläuterung der Bewegungsverhältnisse der Greiferstangen
beim Eintragen des Schußfadens bei einer gemäß der Erfindung ausgeführten Greiferwebmaschine.
Diese entspricht im übrigen einer beliebigen herkömmlichen Ausführung, bei welcher
der Schußfaden mittels einer einzigen Greiferstange in das -Webfach eingetragen
und am anderen Fachende von einer auf der Weblade angeordneten Fadenklemme während
der Rückzugsbewegung der Greiferstange festgehalten wird, woraufhin eine Schußfadensperre
den eingetragenen Schußfaden in der Nähe der Webkante vom Zufühführungsstrang abschneidet.
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Mit 10 sind zwischen dem Kettenbaum und dem Warenbaum gespannte Kettenfäden
bezeichnet, in welche bereits eine Anzahl von Schußfäden zur Bildung des Gewebes
12 eingeschlagen sind. Ein schematisch dargestelltes Webeblatt 14 hat in der gezeigten
Stellung gerade einen Schußfaden 24 angeschlagen, und gleichzeitig hat eine Schußfadenschere
18 den angeschlagenen Schußfaden von dem von einer Vorratsspule 20 über eine Fadenbremse
22 kommenden Schußfaden 24 abgetrennt.
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Eine Greiferstange 26 befindet sich in dieser Arbeitsphase der Webmaschine
in zurückgezogener Stellung außerhalb des Webfaches, das bei angeschlagenem Webeblatt
geschlossen ist. Die Greiferstange 26 ist rohrförmig ausgebildet und umschließt
in der zurückgezogenen Stellung mit dem größten Teil ihrer Länge koaxial ein Fadenführungsrohr
28, das mit seinem aus- der Greiferstange 26 herausragenden Ende, wie bei 30 angedeutet,
an der Weblade befestigt ist. Der von der Vorratsspule 20 kommende Schußfaden 24
ist durch das Fadenführungsrohr 28 und die rohrförmige Greiferstange 26 hindurchgeführt
und gleitet an deren Innenwandungen ohne wesentliche Reibung.
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Am eintragseitigen Ende der Greiferstange 26 befindet sich ein Fadenmitnehmerkopf
32 mit einer von unten schräg nach aufwärts verlaufenden Mündungsbohrung 34 und
einer sich an diese anschließenden, nach oben offenen Ausnehmung 36 von viereckigem
Querschnitt, in welcher eine Schwingklappe 38 um einen Schwenkbolzen 40 verschwenkbar
gelagert ist. Der Fadenmitnehmerkopf 32 ist beispielsweise am hinteren Ende mit
einer Verjüngung versehen und mit dieser in die rohrförmige Greiferstange 26 eingesetzt
und verlötet.
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Der Schwenkbolzen 40 durchsetzt eine nahe der Oberkante der Schwingklappe
38 angeordnete Bohrung, und die Schwingklappe 38 hat eine solche Länge, daß sie
sich vor Erreichen ihrer Senkrechtstellung unter der Wirkung ihres Eigengewichtes
mit der Unterkante auf die die Bodenfläche bildende Innenfläche 42 der Ausnehmung
36 und damit des Fadenmitnehmerkopfes 32 aufsetzt, über welche der Schußfaden 24
verläuft. Hierbei ist die Schwingklappe 38 mit dem unteren Ende zur Mündungsbohrung
34 hin gerichtet, und ein Anschlag 44 verhindert, daß die Schwingklappe 38 während
der Bewegung der Greiferstange in die entgegengesetzte Richtung umschlägt.
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Das Fadenführungsrohr 28 erstreckt sich mit allseitigem Radialabstand
durch die Greiferstange 26 und ist an deren rückwärtigem Ende mit einem Einlaufwulst
46 für den Schußfaden versehen. Die Greiferstange 26 trägt, wie F i g. 4 und 5 zeigen,
vor ihrem rückwärtigen Ende prismenförmige Ansätze 48, 50, die beispielsweise durch
Schweißen an der Greiferstange befestigt sind, und ist mittels dieser Ansätze in
einer Prismenführung 52, 54, 56 auf der Weblade in Längsrichtung verschiebbar geführt.
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Die Prismenführung 52, 54, 56 besteht aus zwei mit gegeneinanderweisenden
Führungsnuten 52 versehenen Führungsschienen 54 und 56, die sich längs dem gesamten
Verschiebungsweg der Ansätze 48,50 erstrecken und mit senkrechtem Abstand zueinander
an einem auf der nicht dargestellten Weblade angeordneten L-Profilträger 58, z.
B. durch Schrauben, befestigt sind. Die Ansätze 48, 50 gleiten in den Führungsnuten
52 der Führungsschienen 54, 56.
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Im Bereich der Ansätze 48, 50 ist an der Greiferstange an einer Seite,
z. B. durch Schweißen, ein Mitnehmerstück 60 befestigt, das einen Mitnehmerzapfen
62 trägt, welcher eine Bohrung in einer an sich bekannten Antriebsschwinge 64 durchsetzt.
Die Antriebsschwinge 64 wird auf dem Mitnehmerzapfen 62 durch Unterlegscheiben 66,
68 und einen Sprengring 70 gehalten. Von der Antriebsschwinge 64 wird die Greiferstange
26 in bekannter Weise derart angetrieben, daß sie beim Rückgang der Weblade, während
sich das Webfach öffnet, in dieses bis zum anderen Webfachende eingeführt und, während
das Fach sich wieder schließt, wieder zurückgezogen wird, woraufhin das Webeblatt
erneut anschlägt.
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Die Eintragung des Schußfadens geht dabei auf folgende Weise vor sich:
Es sei angenommen, daß sich die vorbeschriebenen Teile der Webmaschine in der in
F i g. 1 mit ausgezogenen Linien dargestellten Stellung befinden, d. h., die Greiferstange
26 ist völlig zrurückgezogen, das Webeblatt 14 ist gegen das Gewebe 12 angeschlagen,
und die Schußfadenschere 18 ist geschlossen und hat den zuletzt eingetragenen Schußfaden
24 gerade abgeschnitten, so daß der von der Vorratsspule 20 kommende Schußfaden
24 mit einem etwa 10 mm langen Ende 72 aus der Mündungsbohrung 34 im Fadenmitnehmerkopf
32 herausragt. Wenn nun die Weblade mit dem Webeblatt 14 wieder zurückgeht, wird
gleichzeitig die auf der Weblade mit Hilfe der Prismenführung 52, 54, 56 verschiebbar
gelagerte Greiferstange 26 in das Webfach hineingeführt und nimmt dabei vorübergehend
die in F i g. 1 gestrichelt eingezeichnete Zwischenstellung ein. Während dieser
Bewegung versucht die Fadenbremse 22 den Schußfaden 24 zurückzuhalten und bewirkt,
daß die Schwingklappe 38 den Schußfaden festklemmt und gegen die Bremswirkung der
Fadenbremse 22 durch das Webfach hindurchzieht, wobei der Schußfaden praktisch reibungslos
durch das Fadenführungsrohr 28 hindurchgezogen wird. Am Ende des Webfaches wird
das aus der Mündungsbohrung 34 herausragende Schußfadenende 72 von der oben bereits
erwähnten Fadenklemme in bekannter Weise erfaßt und während des nachfolgenden Rückgangs
der Greiferstange 26 festgehalten. Da hierbei von der Fadenklemme ein der Greiferstangenbewegung
entgegengesetzter Zug auf den Schußfaden
ausgeübt wird, wird die
Schwingklappe 38 aus ihrer Klemmstellung gelöst, und der Schußfaden gleitet während
der Rückwärtsbewegung der Greiferstange praktisch reibungslos in dieser. Wenn die
Greiferstange 28 ihre zurückgezogene Endstellung erreicht hat, schlägt das Webeblatt
14 den eingetragenen Schußfaden in das Gewebe an, und gleichzeitig wird der Schußfaden
mit Hilfe der Schußfadenschere 18 vom übrigen Schußfaden 24 abgetrennt. Hierauf
wiederholt sich der Vorgang von neuem.
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Wie aus dem Arbeitsablauf hervorgeht, kommt der Schußfaden erst mit
den Kettenfäden in Berührung, wenn er bereits vollständig in das Webfach eingetragen
ist. Er muß dann nur noch vom Webeblatt an das Gewebe angeschlagen werden. Während
des Eintragens und des Rückganges der Greiferstange 26 gleitet der Schußfaden praktisch
reibungslos zunächst an der Innenwandung des Fadenführungsrohres 28 und dann an
der Innenwandung der Greiferstange 26 und wird somit von keinen nennenswerten Reibungskräften
beansprucht. Die auf den Schußfaden wirkenden Kräfte werden lediglich durch die
Fadenbremse 22 und die Beschleunigung des Schußfadens während der Eintragbewegung
der Greiferstange 26 bestimmt und können der jeweiligen Reißfestigkeit des verwendeten
Schußgarnes angepaßt werden.
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Wie F i g. 1 zeigt, sind die Vorratsspule 20 und die Fadenbremse 22
in Richtung der Rückbewegung der Weblade zum Einlaufwulst 46 des Fadenführungsrohres
28 versetzt angeordnet. Die Größe dieses Versatzes wird beim Ladenrückgang während
der Eintragung des Schußfadens vermindert und hat zur Folge, daß eine geringere
Länge an Schußfaden von der Vorratsspule 20 abgezogen wird, als der Länge des Webfaches
entspricht. Diese Längendifferenz wird bei der Anschlagbewegung der Weblade von
der Vorratsspule 20 abgezogen. Auf diese Weise ist eine Steigerung der Tourenzahl
der Webmaschine möglich, ohne die Gefahr von Fadenbrüchen zu erhöhen.
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Bei der Vorrichtung gemäß der Erfindung erfolgt die Eintragung des
Schußfadens von der Eintragseite her mit Hilfe eines einzigen Greifers bis zu der
fest auf der Weblade angeordneten Schußfadenklemme. Es versteht sich jedoch von
selbst, daß die Vorrichtung auch bei Greiferwebmaschinen mit zwei Gewebebahnen und
je einer in jedes Webfach eingeführten Greiferstange verwendet werden kann, wobei
die Klemmittel zum Festklemmen der eingetragenen Schußfäden in der Mitte zwischen
den Gewebebahnen auf der Weblade angeordnet sind.