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Freiformschmiedepresse mit von Servomotoren öffenbare Pressenventile
DieErfindung betrifft eineFreiformschmiedepresse, deren selbstschließendes Presseneinlaß-
und deren selbstschließendes Pressenauslaßventil mittels wahlweise zu betätigender
Schalter über elektromagnetisch betätigte Schieber von hydraulischen Servomotoren
öffenbar sind, wobei das Presseneinlaßventil in Abhängigkeit von der Offenstellung
des Pressenauslaßventils gesperrt ist, und deren selbstschließendes Rückzugeinlaß-
bzw. Rückzugauslaßventil durch Zusammenwirken von ortsfesten Anschlägen mit den
Pressenbewegungen folgenden Anschlägen über elektromagnetisch betätigte Schieber
von hydraulischen Servomotoren öffenbar sind.
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Bei diesen Freiformschmiedepressen werden immer raschere Bewegungen
angestrebt, so daß die Pressen verhältnismäßig große Ventilquerschnitte erhalten
müssen. Insbesondere wenn die Ventile selbsttätig in Abhängigkeit von der jeweilig
erreichten Pressenstellung durch Servomotoren geöffnet oder geschlossen werden sollen,
sind zur Erreichung bestimmter Pressenendstellungen rasche Ventilöffnungs-und Schließbewegungen
erforderlich. Die Steuerung der Servomotoren in Abhängigkeit von der jeweilig erreichten
Pressenstellung erfolgt auf elektrischem oder mechanischem oder hydraulischem Weg
durch Zusammenwirken von ortsfesten Anschlägen mit Anschlägen, welche den Pressenbewegungen
folgen.
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Da aber die Widerstände, die sich der Pressenbewegung entgegenstellen,
nicht immer gleich groß sind und da in der Steuerung unterschiedlich große Verzögerungen
auftreten, ist nicht genau vorher bestimmbar, in welcher Stellung die Presse zum
Stillstand kommt, wenn beim Durchfahren einer bestimmten Pressenstellung der Steuerimpuls
durch Zusammenwirken der ortsfesten und beweglichen Anschläge ausgelöst wird. Der
Stillstand erfolgt vielmehr innerhalb eines verhältnismäßig großen Streubereiches,
der für viele Arbeiten größer als erwünscht ist. Dieser Streubereich könnte durch
Verminderung der Ventilquerschnitte verringert werden, was aber den Nachteil sehr
kleiner Preßgeschwindigkeiten zur Folge haben würde.
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Zur Verminderung des Streubereiches ist es auch bekannt, Drosselventile
zu verwenden. Diese haben aber im Hinblick auf die angestrebten Preßgeschwindigkeiten
zu große Anlauf- und Bremszeiten. Den gleichen Nachteil hat auch eine ebenfalls
bekannte Vorrichtung zur stufenweisen Drosselung der Pumpenleistung.
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Aufgabe der Erfindung ist es, bei einer Presse der genannten Art den
Streubereich zu vermindern, ohne auf große Preßgeschwindigkeiten zu verzichten.
Die Erfindung besteht darin, daß in der Rückzugeinlaßleitung und in der Rückzugauslaßleitung
je zwei parallele, in gleicher Weise über Anschlagschalter beim Abschließen nacheinander
steuerbare Ventile vorgesehen sind, von denen je eines einen großen Querschnitt
und das jeweils andere einen kleinen Querschnitt hat, wobei beide Ventile des Rückzugauslasses
in Abhängigkeit von der Offenstellung der Rückzugeinlaßventile gesperrt sind.
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Bei entsprechend geringer Bemessung des Querschnitts des kleinen Ventils
kann der Streubereich sehr stark vermindert werden, so daß also der gewünschte Endpunkt
der Pressenbewegung mit Sicherheit eingehalten wird. Die Verhältnisse können beispielsweise
so gewählt werden, daß der Querschnitt des kleinen Ventils etwa 1/s0 bis 1/2oo des
Querschnitts des großen Ventils beträgt.
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Die gegenseitige Sperre zwischen den Rückzug einlaß- und Rückzugauslaßventilen
kann hierbei ähnlich wie die bekannte Sperre zwischen dem Presseneinlaß- und dem
Pressenauslaßventil ausgebildet sein.
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Die Verteilung des Rückzugeinlasses und des Rückzugauslasses auf je
zwei ungleichartig gesteuerte Ventile mit ungleichen Querschnitten bringt jedoch
bei Einzelbetätigung der Ventile und infolge der Vielzahl der einzelnen steuerbaren
Ventile die Gefahr von Fehlsteuerungen mit sich, die vermieden werden müssen, um
die gestellte Aufgabe stets mit Sicherheit zu lösen. Hierbei handelt es sich nicht
nur um Fehlsteuerungen, die durch eine falsche Reihenfolge der Handbetätigungen
der Steuerknöpfe oder Steuerschalter entstehen können, sondern auch um Fehler, die
infolge falscher Verlegung der elektrischen Steuer-
Leitungen und
um Störungen, die infolge unbeabsichtigten Kontakts zwischen diesen Leitungen entstehen
können.
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Die Erfindung bezieht sich deshalb auch auf Mittel zur Vermeidung
solcher Fehlsteuerungen, die insbesondere in der Anordnung von Sperren an Pressenventilen
bestehen, welche nur bei bestimmter Stellung anderer Pressenventile lösbar sind.
Um zu verhindern, daß der Rückzugauslaß geöffnet wird, ehe die Druckwasserzufuhr
abgesperrt ist, ist nach einem weiteren Merkmal der Erfindung die Steuerflüssigkeit
den Steuerschiebern der Rückzugauslaß-Servomotoren über die Zylinder beider Rückzugeinlaß-Servomotoren
zuführbar, und zwar in der Stellung der Kolben der Servomotoren, die sie bei der
bei geschlossenen Rückzugeinlaßventilen bestehenden Servomotorkolbenstellung einnehmen.
Hierdurch wird erreicht, daß die Fehlschaltungen sich nicht auf die Betätigung der
Ventile auswirken, da diese bei unvorschriftsmäßiger Betätigung der Steuerknöpfe
oder Steuerschalter geschlossen bleiben.
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Zur Vereinfachung des Steuersystems kann in weiterer Ausgestaltung
der Erfindung die Presse so ausgebildet sein, daß das Pressenauslaßventil und das
kleine Rückzugeinlaßventil gleichzeitig schließen, und zwar vorzugsweise mit Hilfe
des Anschlagschalters. Das gleichzeitige Schließen bietet den Vorteil, daß die Presse
genau nach Schließen des Rückzugeinlaßventils wieder betriebsbereit für den nächsten
Hub eingestellt ist.
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Wenn die Rückschlagventile in der Steuervorrichtung vermieden werden
sollen, kann dies erfindungsgemäß dadurch geschehen, daß die Öffnungsbewegung des
Servomotors des Presseneinlaßventils allein vom Servomotor des Rückzugauslaßventils
großen Querschnitts während dessen Schließstellung gesperrt ist.
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Diese Anordnung ist bei dem nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispiel
vorgesehen, obwohl bei dem Ausführungsbeispiel das Rückschlagventil R V eingezeichnet
ist. In der Zeichnung zeigt F i g. 1 eine schematische Darstellung des erfindungsgemäß
erreichten Steuervorgangs, F i g. 2 eine schematische Darstellung einer Presse mit
Steuervorrichtung gemäß der Erfindung und F i g. 3 bis 6 schematische Darstellungen
der Servomotoren und der Steuerschieber für die einzelnen Servomotoren in verschiedenen
Betriebsstellungen, und zwar F i g. 3 bei Steuerstellung »Halt«, F i g. 4 bei Steuerstellung
»Pressen«, F i g. 5 * bei Steuerstellung »Rückzug schnell« und F i g. 6 bei Steuerstellung
»Rückzug langsam«.
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Der Preßstempel 1 ist starr verbunden mit der Traverse 2 und
dem Preßplunger 3, der in einem Zylinder 4 bewegbar ist. Der Zylinder 4 ist
starr verbunden mit einer feststehenden Traverse 5, die durch Zuganker 6 mit einem
nicht gezeichneten Fundamentholm verbunden ist. Die Traverse 2 ist über Stangen
7 starr mit einer Rückzugtraverse 8 verbunden, die einen Rückzugkolben 9 trägt,
der in einen ortsfest angeordneten Rückzugzylinder 10 eintauchen kann. Die
Rückzugtraverse 8 trägt eine Steuerschiene 11
mit einer Schrägfläche
11 a, die dazu dient, beim Rückwärtsgang der Traverse 8 nacheinander Schaltnocken
12 und 13 zu betätigen. Der Schaltnocken 12 betätigt seinerseits einen Schalter
S/RES, der zum Schließen des Rückzugeinlaßventils RES dient. Der Schaltnocken
13 betätigt dagegen einen Schalter S/REL, der zum Schließen des Rückzugeinlaßventils
REL dient. Der Öffnungsquerschnitt des Ventils REL beträgt einen Bruchteil, beispielsweise
1/loo des Öffnungsquerschnitts des Ventils RES, so daß durch das Öffnen des Ventils
REL nur eine langsame Rückzugbewegung, durch das Öffnen des Ventils RES jedoch eine
schnelle Rückzugbewegung erzielbar ist.
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Die Traverse 2 trägt eine andere Steuerschiene 14,
die
eine Schrägfläche 14a besitzt und damit auf Schaltnocken 15 und 16 einzuwirken
vermag, die zu Schaltern S/RAS und S/RAL gehören. Diese Schalter vermögen zwei Rückzugauslaßventile
RAS und RAL zu steuern, von denen das eine Ventil RAS einen großen Querschnitt freigeben
kann, während das andere Ventil RAL nur einen kleinen Querschnitt freizugeben vermag.
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In den Rückzugzylinder 10 führt eine Druckleitung 17, die mit
einer von einem nicht dargestellten Akkumulator oder einer anderen Druckquelle kommenden
Druckleitung 18 über das Ventil RES verbindbar ist. Parallel zu dem Ventil
mit dem großen Ventilquerschnitt RES ist zwischen die Leitungen 17 und 18
das Ventil mit dem kleinen Querschnitt REL geschaltet. Zwischen eine Abwasserleitung
19 und die Druckleitung 17 sind parallel nebeneinander die beiden Ventile
RAS und RAL geschaltet.
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Die Presseneinlaß- und Pressenauslaßventile PE und PA liegen zwischen
der Leitung 20 einerseits und
der Druckzuführleitung 18 bzw.
der Abwasserleitung 19 andererseits. Die Ventile RES und REL können umgangen
werden durch eine Umgehungsleitung 21 mit RückschlagventilRV, das die Leitung 17
mit der Leitung 18 so verbindet, daß Druckflüssigkeit aus der Leitung
17 in die Druckzuführungsleitung 18 zurückgeschoben werden kann, wenn
bei geschlossenen Ventilen RES und REL Druckflüssigkeit in den Arbeitszylinder 4
eingeführt wird. Da der Kolben 3 im Arbeitszylinder 4 einen viel größeren Querschnitt
als der Kolben 9 im Rückzugzylinder 10 hat, vermag nämlich der Kolben
3, wenn er von Druckflüssigkeit beaufschlagt wird, den Rückzugkolben 9 mit vorzuziehen,
wobei der Kolben 9 dann die Druckflüssigkeit aus dem Rückzugzylinder 10 über
die Leitung 17
durch das Rückschlagventil R V in die Druckleitung 18 hinüberschiebt.
Mit DR ist ein Drosselventil zur Einstellung der Preßgeschwindigkeit bezeichnet.
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Der Sinn der parallelgeschalteten Ventile RES und REL für die
Rückzugbewegung bzw. RAS und RAL für die Vorschubbewegung wird verständlich
an Hand des Diagramms gemäß F i g. 1. Auf der Abszisse x sind Wege aufgetragen,
die die Presse zurücklegt, während auf der Ordinate y Preßgeschwindigkeiten aufgetragen
sind. Wenn im Punkt Null die beiden parallelgeschalteten Rückzugeinlaßventile
RES und REL geöffnet werden, so bewegt sich die Presse im Rückzugsinn mit
allmählich zunehmender Geschwindigkeit. Anschließend bewegt sich die Presse auf
dem Weg vom Punkt a zum Punkt b mit etwa konstanter Geschwindigkeit. Würden nun
im Punkt b beide Einlaßventile RES
und REL geschlossen oder wäre überhaupt
nur ein einziges großes Rückzugeinlaßventil vorhanden, so würde die Presse nach
einem kurzen Weg zum Stillstand kommen. Der Punkt, in dem die Presse tatsächlich
zum Stillstand kommt, läßt sich aber infolge der Pressenreibungen nur ungenau bestimmen.
Er wird in einem Streubereich liegen, der durch die beiden gestrichelten Geraden
c angedeutet ist und
unten auf der Abszisse x die Strecke a-g ergibt.
Dieser Streubereich ist so groß, daß er für viele Arbeiten nicht brauchbar ist,
und zwar insbesondere dann, wenn es sich um eine halb- oder vollautomatisierte Presse
handelt, für deren Bewegungen stets gleiche Ausgangspunkte gegeben sein müssen.
Es wird deshalb so vorgegangen, daß nach Erreichung des Punktes b lediglich das
Rückzugeinlaßventil mit großem Querschnitt, RES, geschlossen wird. Die Schließbewegung
ist dargestellt durch die Gerade, die mit RES bezeichnet ist, wenn die Geschwindigkeit
genauso abklingt.
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Sie kann aber auch in jeder anderen Lage zwischen den beiden gestrichelten
Linien c liegen. Nach Erreichung des Punktes d wird die Presse nur noch eine langsame
Bewegung ausführen, dargestellt durch die Gerade, welche den Punkt d mit
dem Punkt f verbindet, da jetzt nur noch das Einlaßventil mit geringem Querschnitt,
nämlich REL, geöffnet ist. Die Presse führt nach Erreichung des Punktes d einen
Weg d-f aus, und zwar mit einer annähernd konstanten Geschwindigkeit, die durch
den Querschnitt von REL bestimmt ist. Im Punkt f wird auch das Ventil REL durch
den Schalter S/REL geschlossen. Selbstverständlich liegt auch nach dem Schließen
des Ventils REL die endgültige Stellung der Presse innerhalb eines gewissen Streubereiches,
doch wird dieser Streubereich verschwindend klein gehalten, wenn der Unterschied
zwischen den Öffnungsquerschnitten der Ventile RES und REL groß, beispielsweise
50: 1 bis 200: 1, gewählt wird. Wie aus F i g. 2 ersichtlich, wird bei der
Bewegung der Presse jeweils das Ventil großen Querschnitts RAS bzw. RES zuerst
geschlossen, während das zugehörige Ventil kleinen Querschnitts RAL bzw. REL später
geschlossen wird. Bei der Öffnung der Ventile ist es umgekehrt, doch könnte die
Anordnung auch gemäß der schematischen Darstellung (F i g. 1) so getroffen werden,
daß die einander zugeordneten Ventile RES und REL gleichzeitig geöffnet werden.
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Die F i g. 3 bis 6 erläutern die Erfindung weiterhin. In jeder der
Figuren sind unten die Servomotoren dargestellt, deren Kolben bei Aufwärtsbewegung
das nicht gezeichnete, zugehörige Ventil vollständig öffnen und dem Ventil bei der
Abwärtsbewegung die Möglichkeit zum Selbstschluß freigeben. Oben auf jeder der F
i g. 3 bis 6 sind die zugehörigen Steuerschieber dargestellt. Ganz links sind die
Steuerorgane für das Presseneinlaßventil PE dargestellt. Es folgen nacheinander
die Steuerorgane für das Pressenauslaßventil PA, für das Rückzugeinlaßventil kleinen
Querschnitts REL, für das Rückzugeinlaßventil großen Querschnitts RES, für
das Rückzugauslaßventil großen Querschnitts RAS und für das Rückzugauslaßventil
kleinen Querschnitts RAL. Die Steuerkolben der Servomotoren sind jeweils mit 30
und dem zugehörigen Index PE-PA usw. bezeichnet. Jeder der Steuerkolben 30 ist in
einem Steuerzylinder 31 (mit einem der Indices PE usw.) verschiebbar. Zu jedem Servomotor
30, 31 gehört eine Schiebersteuerung, im wesentlichen bestehend aus einem Kolbenschieber
32 und einem Kolbenschiebergehäuse 33 sowie einem Magneten 34, der den Schieberkolben
32 entgegen der Wirkung einer Feder 35 anzuheben vermag. Wird der Magnet 34 stromlos,
so fällt der Kolbenschieber 32 in die gezeichnete Stellung wieder ab. Die Magneten
34 werden beeinflußt durch die Schalter S/RES, S/REL, S/RAS und SIRRAL sowie durch
die nicht gezeichneten beiden weiteren Schalter für die Presseneinlaß- und -auslaßventile
PA und PE.
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Die Druckflüssigkeit zur Steuervorrichtung wird durch die Leitung
75 zugeführt. Sie kann von hieraus durch eine Öffnung 36 in den Servomotorenzylinder
31PE und durch eine Öffnung 37 in den Servomotorenzylinder 31PA eintreten.
Die Druckflüssigkeit aus der Leitung 75 kann ferner durch die Leitung 38 in die
Öffnungen 39 und 40 der Steuerzylinder 31 RES und 31 RAS sowie durch die
Leitung 41 in die Öffnung 42 des Steuerzylinders 31RAL eintreten. Die Öffnung 76
des Zylinders 31RAL ist ständig abgesperrt. In der gezeichneten Stellung des Servomotorenkolbens
30PE tritt die Druckflüssigkeit aus der Öffnung 43 wieder aus und wird durch eine
Leitung 44 dem Kolbenschieber 32PA zugeführt. In der gezeichneten Stellung
ist der weitere Weg für die Druckflüssigkeit jetzt durch den Kolben 32PA
versperrt.
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Wird der Kolben 32PA durch Erregung des Magneten
34 PA angehoben, so kann die Druckflüssigkeit durch die Leitung 45 in die
untere Öffnung 46a des Servomotorenzylinders 31 PA eintreten, den Kolben 30 PA anheben
und das Pressenauslaßventil PA öffnen. Nach Erreichen der obersten Stellung des
Kolbens 30PA wird dann der Weg für die Druckflüssigkeit durch die Öffnung
46 frei, so daß die Druckflüssigkeit über die Leitung 47 zu den beiden Steuerschiebergehäusen
33REL und 33RES vordringen kann.
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Wird der Schieberkolben 32REL durch Erregung des Magneten
34 REL angehoben, so gelangt die Druckflüssigkeit aus dem Steuergehäuse 33
REL über die Leitung 48 zur unteren Öffnung 49 des Servomotorenzylinders 31 REL,
hebt den Servomotorenkolben 30REL an und öffnet das Rückzugeinlaßventil REL. Wird
der Steuerkolben 32RES durch Erregung des Magneten 34 RES angehoben, so fließt die
durch die Leitung 47 zugeführte Druckflüssigkeit durch die Leitung 50 weiter und
tritt durch die Öffnung 51 von unten in den Servomotorenzylinder 31 RES ein,
hebt den Kolben 30 RES an und öffnet das Rückzugeinlaßventil RES.
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Bei gleichzeitigem Schalten der Schieber 32REL
und 32 RES kann
erst in der oberen Stellung des Kolbens 30RES die Druckflüssigkeit, die bei 54 aus
dem Zylinder 31REL austreten will, durch die öffnung 52 entweichen und wird von
dort über die Öffnung 51 des Zylinders 31 RES über Steuerschieber 32RES in
die Druckölleitung 47 abgeführt. Solange der Servomotorenkolben 30 REL sich in der
unteren Stellung gemäß F i g. 3 befindet, kann die Druckflüssigkeit durch die Öffnung
55 und die Leitung 56 den beiden Steuervorrichtungen für den Rückzugauslaß zufließen,
die aus den Steuerschiebern 32RAS
und 32RAL sowie den Steuerschiebergehäusen
33 RA S und 33 RAL nebst Magneten 34 RA S und und 34RAL bestehen. Solange
die Steuerschieberkolben 32RAS und 32RAL in der gezeichneten Stellung verharren,
kann die Druckflüssigkeit nicht weiterfließen. Mit 63PE, 63PA usw. sind Abwasserleitungen
bezeichnet, welche Steuerflüssigkeit aus den Gehäusen 33PE, 33PA usw: der Steuervorrichtungen
in ein beliebiges Sammelgefäß abführen können.
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Die F i g. 3 zeigt die Haltestellung, in welcher sämtliche Magneten
34 abgeschaltet sind. Wichtig ist,
daß nach Abschaltung aller Magneten
die Unterseiten aller Servomotorenkolben 30 an Abwasser 63 und die Oberseiten aller
Servomotorenkolben an die Druckquelle 75 angeschlossen sind, so daß sich alle Servomotorenkolben
30 in der unteren Stellung befinden, und sämtliche Ventile geschlossen sind. Dies
bedeutet, daß bei Stromausfall sofort sämtliche Ventile geschlossen werden, was
für die Sicherheit einer ganz- oder halbautomatischen Pressensteuerung von erheblicher
Bedeutung ist.
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Mit den Bezugszeichen 45 bis 64 sind Leitungen und Zylinderbohrungen
bezeichnet, die in der nachfolgenden Beschreibung der Steuervorgänge erwähnt und
aus der Zeichnung ersichtlich sind.
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Soll gepreßt werden, so werden die Magneten 34PE, 34RAL und
34RAS gleichzeitig von Hand unter Strom gesetzt. Hierdurch werden die Kolbenschieber
32PE, 32RAL und 32RAS gleichzeitig nach oben gezogen (vgl. F i g.
4). Es tritt nun Druckflüssigkeit aus der Leitung 75, 38 über die Bohrungen 39,
52, 54, 55, die Leitung 56 und die Steuerschiebergehäuse 33 RAS und
33 RAL in die Leitungen 57 und 64, von wo sie durch die Öffnung 58 unter den Servomotorenkolben
30RAS und von der Leitung 64 aus unter den Servomotorenkolben 30RAL gelangt und
dabei die Rückzugauslaßventile RAS und RAL öffnet. In der oberen Stellung
des Kolbens 30 RAS
wird der Druckflüssigkeitsweg von der Bohrung 59 über die
Druckleitungen 60 und 61 zur Bohrung 62 freigegeben, so daß die Druckflüssigkeit
jetzt über das Steuerschiebergehäuse 33PE unter den Servomotorenkolben 30PE gelangt
und diesen im Ventilöffnungssinn beaufschlagt. Hierbei wird PE geöffnet, und die
Presse arbeitet mit einer durch ein Drosselventil DR einstellbaren Preßgeschwindigkeit.
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Nach dem Auspressen werden die Ventile PE, RAS und RAL geschlossen
und in ähnlicher Weise PA, RES und REL geöffnet (vgl. F i g. 5). Die Druckflüssigkeit
gelangt aus der Leitung 75 über die Bohrung 36 und 43 in die Leitung 44 und nach
öffnen des Steuerschiebers 32PA über die Leitung 45 und die Bohrung 46a unter
den Servokolben 30PA, der nach Ausführung des Hubes die Bohrung 46 freigibt. Die
Druckflüssigkeit gelangt dann über die Leitung 47, die Schieber 32REL und 32 RES,
die Leitungen 48 und 50 und die Bohrungen 49 und 51 unter die Servokolben 30REL
und 30RES. Beide Kolben fahren gleichzeitig an, bis der Kolben 30RES die Bohrung
52 überdeckt. Nun verharrt der Kolben 30REL so lange in seiner Zwischenstellung,
bis die Hinterkante des Kolbens 30RES die Bohrung 52 wieder freigibt. Dann erst
kann der Kolben 30REL seine Flüssigkeit aus dem Rückzugsraum über die Bohrung 54,
die Leitung 53, die Bohrungen 52 und und 51, die Leitung 50 und dem Schieber
32RES
in die Leitung 47 ausschieben.
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Soll die Presse auf einen bestimmten Haltepunkt gefahren werden, dann
muß kurz vor diesem Haltepunkt RES geschlossen werden; anschließend muß allein
mit dem Ventil REL bis zum Haltepunkt gefahren werden. Um dies zu erreichen (vgl.
F i g. 6), wird der Magnet 34RES abgeschaltet, was automatisch dadurch bewirkt wird,
daß der Anschlag 11 den Schalter S/RES berührt, während der Schalter S/REL noch
unberührt ist (F i g. 2). Nun fällt der Steuerschieberkolben 32RES ab, und der Servomotorenkolben
30RES geht infolgedessen nach unten, d. h., das Rückzugeinlaßventil mit dem großen
Querschnitt RES schließt sich. Dadurch bekommt der Servomotorenkolben 30REL
des Rückzugeinlaßventils mit dem kleinen Durchflußquerschnitt REL Druck von oben,
kann aber noch nicht absinken, da der unter dem Kolben 30 REL befindliche Raum durch
den Steuerschieberkolben 32REL noch nicht auf Abfluß 63 REL geschaltet ist.
Die Presse läuft also mit der durch den Durchflußquerschnitt des Ventils REL bestimmten
geringen Geschwindigkeit weiter, bis der Schieberkolben 32REL infolge Abschaltens
der Steuerspannung des Magneten 34 REL durch Betätigung des Schalters S/REL absinkt.
Das Schließen des Pressenauslaufventils PA erfolgt zweckmäßig zusammen mit dem Schließen
des Rückzugauslaßventils kleinen Querschnitts REL, damit die Presse dann zum Verfahren
vorbereitet ist.
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Zur Vorschubbewegung der Presse mit Niederdruck werden die Magneten
34RAS und 34RAL
erregt, was von Hand geschieht. Dadurch gehen die Steuerschieberkolben
32RAS und 32RAL nach oben, d. h., sie gestatten der Druckflüssigkeit auf
die Servomotorenkolben 30RAS und 30RAL einzuwirken. Hierdurch heben sich
diese beiden Kolben gleichzeitig an. Die Presse fährt jetzt schnell vor, bis der
Anschlag 14 auf den Schalter S/RAS einwirkt und damit den Magneten 34RAS abschaltet.
Infolgedessen geht der Steuerschieber 32 RAS in seine Normalstellung zurück
und gibt den Abflußweg 63RAS frei, so daß der zugehörige Servomotorenkolben 30RAS
ebenfalls abfällt und sich das Rückzugauslaßventil mit großem Querschnitt
RAS schließt. Die Presse fährt jetzt mit geringer Geschwindigkeit weiter,
da nur noch der Magnet 34RAL unter Strom steht und dementsprechend nur noch
das Auslaßventil RAL geöffnet ist. Die Presse fährt infolgedessen langsam, bis der
Anschlag 14 über den Schalter S/RAL den Magneten 34RAL stromlos macht und damit
auch das Rückzugauslaßventil kleinen Querschnitts RAL schließt.