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Gerät zum Ermitteln der Vorhalte für Zielgeräte Die Erfindung bezieht
sich auf ein Gerät zum Ermitteln der Vorhalte für Zielgeräte, insbesondere gegen
Luftziele, mit einem zum Nachbilden der Bewegungsrichtung und der Geschwindigkeit
des Zieles in der Horizontalebene dienenden, um eine gerätfeste vertikale Achse
schwenkbaren, mit seiner Längsrichtung radial zu dieser Achse gerichteten, als Spindel
ausgebildeten Flugrichtungsorgan und einem in Längsrichtung des Flugrichtungsorgans
verschiebbaren Laufglied.
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Es ist bereits ein Flakkommandogerät dieser Art bekannt, bei welchem
die Horizontalprojektion des Flugweges durch einen drehbaren Zeiger im Beobachtungsglase
sichtbar gemacht wird. In diesem bekannten Gerät ist das als Spindel ausgebildete
Flugrichtungsorgan um eine senkrechte Achse schwenkbar im Gerät gelagert; das Schwenken
der Spindel um diese Achse wird vermittels eines Differentialgetriebes bewirkt,
und das Verstellen des Laufgliedes in Längsrichtung der Spindel erfolgt durch eine
Handkurbel unter Zwischenschaltung eines zweiten Differentialgetriebes. Dieses bekannte
Gerät erfordert ein laufendes Eingeben der beobachteten Flugdaten entsprechend der
dort gestellten Aufgabe, auch kurvende oder steigende Ziele bekämpfen zu können.
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Die Erfindung geht von der Aufgabe aus, ein möglichst schnell vom
Richtschützen eines Abwehrgeschützes einstellbares Richtgerät zu schaffen, und beschränkt
sich demgemäß auf den Fall, daß nach Eingeben einer anfänglichen Zielentfernung
und Zielgeschwindigkeit keine weitere Korrektur dieser Daten mehr erfolgt. Diese
Aufgabe und die erfindungsgemäße Lösung entsprechen der Tatsache, daß bei den hohen
Geschwindigkeiten der modernen Flugzeuge für deren Bekämpfen nur noch eine sehr
kurze Zeitspanne zur Verfügung steht.
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Die obige Aufgabe wird bei einem Gerät der eingangs genannten Art
dadurch erfindungsgemäß gelöst, daß das als Spindel ausgebildete Flugrichtungsorgan
auf einer horizontalen Flugrichtungsscheibe montiert ist, welche um die gerätefeste
vertikale Achse allseitig drehbar im Gerät gelagert ist, und daß zum Antrieb der
Flugrichtungsscheibe ein gehäusefester Servomotor und zum Verschieben des Laufgliedes
in Längsrichtung der Spindel ein mit dieser gekuppelter, auf der Flugrichtungsscheibe
fest montierter weiterer Servomotor vorgesehen ist.
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Diese erfindungsgemäße Ausbildung des Gerätes ermöglicht im angegebenen
Sinne ein sehr schnelles Einstellen desselben, d. h. vor allem des Flugrichtungsorgans
und des an diesem angeordneten und geführten Laufgliedes, mit Hilfe der genannten
Servomotoren. Außerdem bietet die Ausbildung des Trägers des Flugrichtungsorgans
als Scheibe gegenüber der erwähnten bekannten Konstruktion zwei deutliche Vorteile:
sie ermöglicht erstens ein sehr exaktes Führen des Flugrichtungsorgans in der Horizontalebene
des Gerätes und zweitens eine große Genauigkeit der Winkeleinstellung des Flugrichtungsorgans.
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Im folgenden wird eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Gerätes
im Zusammenwirken mit anderen Teilen der Richteinrichtung und einem Geschütz an
Hand der Zeichnungen näher erläutert.
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F i g. 1 zeigt das Gerät in schematischer Darstellung, welche den
Innenaufbau und das Zusammenwirken der Teile erkennen läßt; F i g. 2 zeigt eine
praktisch ausgeführte Konstruktion des Gerätes nach F i g. 1 in halbschematischer
Darstellung unter Beschränkung auf die wesentlichen Teile; F i g. 3 zeigt ein zusätzliches
Einstellgerät, das für das manuelle Einstellen der Zielentfernung und der Zielgeschwindigkeit
dient; F i g. 4 zeigt die Wirkungsweise der Nachführautomatik für das Flugrichtungsorgan
des Gerätes;
F i g. 5 zeigt im Blockbild die Wirkungsweise der elektrischen
Nachlaufeinrichtung für das Übermitteln der im Gerät ermittelten Vorhalte an eine
Visiervorrichtung; F i g. 6 zeigt eine mit dem Gerät zusammen verwendbare optische
Visiervorrichtung.
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1. Das Zusammenwirken des in F i g.1 und 2 dargestellten Gerätes einerseits
mit dem Geschütz, dem Einstellgerät gemäß F i g. 3 und dem Visiergerät gemäß F i
g. 6 andererseits a) Die Kupplung mit dem Geschütz Die in F i g. 1 und 2 dargestellten
Innenteile des Gerätes sind in einem nicht gezeichneten Gehäuse untergebracht, welches
jedoch in F i g. 1 durch die rechenartig zusammengefaßten Schraffuren angedeutet
ist. Das Gehäuse ist an der Grundplatte des nicht dargestellten Geschützes oder
in einem das Geschütz tragenden Fahrzeug fest montiert. Die durch die Flugrichtungsscheibe
4 im Gerät repräsentierte Horizontalebene ist horizontal, solange das Geschütz bzw.
das Fahrzeug horizontiert ist.
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Die Seitenrichtbewegungen des Geschützes können mit Hilfe einer Schneckenwelle
33, 34 (F i g. 2) auf die Innenteile des Gerätes übertragen werden. Diese Übertragung
kann mit Hilfe einer noch zu beschreibenden Magnetkupplung ein- oder ausgeschaltet
werden.
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Die Höhenrichtbewegungen des Geschützes werden über eine Welle 36
(F i g. 2) auf die Innenteile des Gerätes übertragen, wie dies noch beschrieben
wird. b) Die Kupplung mit dem Einstellgerät gemäß F i g. 3 Am Einstellgerät werden
die im vorliegenden Falle geschätzten Werte der Zielentfernung E und der Zielgeschwindigkeit
vh an den Einstellknöpfen 38 bzw. 39 von Hand vom Richtschützen eingestellt. Das
Einstellgerät bestimmt aus den eingestellten Werten die Vorhaltestrecke A V und
den Aufsatzwinkel a; für diesen Zweck können im Einstellgerät Rechengetriebe bekannter
Art vorgesehen sein.
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Die Vorhaltestrecke wird über die Ausgangswelle 40 des Einstellgerätes
auf die Welle eines dem Motor 16 (F i g. 1) zugeordneten, nicht dargestellten
Potentiometers übertragen. Nach Maßgabe der Einstellung dieses Potentiometers bewirkt
der Motor 16 das Einstellen der Vorhaltestrecke im Gerät, wie dies noch beschrieben
wird.
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Der Aufsatzwinkel wird vom Einstellgerät über dessen Ausgangswelle
37 auf die mit einem Exzenter 31 versehene Welle 35 (F i g. 2) des Gerätes übertragen.
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c) Die Verbindung mit der Visiervorrichtung gemäß Fig.6 Das Gerät
gemäß F i g. 1 und 2 ermittelt aus den unter b) und c) genannten eingegebenen Werten
die Vorhalte, d. h. den Seitenvorhaltewinkel und den Höhenvorhaltewinkel, welche
im Gerät am Seitenpotentiometer 12 bzw. am Höhenpotentiometer 13 durch zwangläufiges
Einwirken auf deren Wellen eingestellt werden. Die Einstellungen dieser Potentiometer
werden, wie dies noch beschrieben wird, durch elektrische Übertragung den entsprechenden
Nachlaufvorrichtungen 11 bzw. 15 der als Periskop ausgebildeten Visiervorrichtung
(F i g. 6) mitgeteilt, die ebenso wie das Gerät fest montiert ist. Il. Beschreibung
der Ausbildung des Gerätes gemäß F i g. 1 und 2 Das Gerät enthält in seinem Gehäuse
zwei Hauptteile, nämlich ein Unterteil und ein Oberteil.
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a) Das Unterteil Seine wesentlichen Teile sind 1. das um die gehäusefesten
horizontalen Achsen AA' und BB' in senkrechter Richtung schwenkbare Parallelogrammgestänge
23, 24, 25, 26 mit senkrecht geführtem Bügel 18 und um die Achse AA' schwenkbarem
Lagerbügel 19;
2. die aus dem Magnettopf 2 und der Kugel 1 bestehende Magnetkupplung
mit an der Kugel befestigtem, radialem Nachführorgan 3, wobei der Magnettopf 2 in
der Mitte des Lagerbügels 19 um eine zu den Armen des Parallelogrammgestänges parallele
Achse a drehbar ist; 3. die Eingabewelle 33 mit Schnecke 34 (F i g. 2) für die Übertragung
des Seitenrichtwinkels des Geschützes auf den drehbaren Magnettopf 2; 4. die im
Gehäuse um eine vertikale Achse b durch den Mittelpunkt M der Kugel 1 drehbar gelagerte
horizontale Flugrichtungsscheibe 4 mit gehäusefestem Antriebsmotor 6; 5. die starr
an der Unterseite der Flugrichtungsscheibe 4 in einer senkrechten Ebene befestigte
Kontaktbahn 5 in Gestalt eines elektrisch leitenden Doppelringes mit dazwischenliegenderLücke,
dessen Zentrum der Mittelpunkt M der Kugel 1 ist. b) Das Oberteil Seine wesentlichen
Teile sind 1. das als Gewindespindel ausgebildete Flugrichtungsorgan 7, dessen Längsachse
sich in radialer Richtung zur senkrechten Achse b erstreckt und in der durch die
Kontaktbahn 5 bestimmten Vertikalebene auf der Flugrichtungsscheibe 4
gelagert
ist, mit dem Laufglied 10 und dem Antriebsmotor 16, der ebenfalls auf der Flugrichtungsscheibe
montiert ist; 2. die Übertragungsvorrichtung, welche aus der am Laufglied 10 mittels
Kugelgelenk 17 angelenkten Stange 8 und dem von dieser gesteuerten Kreuzgelenk 9
mit Lagerbügel 20 besteht; 3. das am vertikal geführten Bügel 18 befestigte
Seitenvorhaltepotentiometer 12, dessen Welle fest mit dem Lagerbügel 20 des
Kreuzgelenkes 9
verbunden ist: 4. das Höhenvorhaltepotentiometer 13, welches
an einem der vertikalen Schenkel des Lagerbügels 20 befestigt ist und dessen Welle
koaxial mit dem horizontalen Querglied 21 des Kreuzgelenkes 9 verläuft und mit diesem
bezüglich Drehung gekuppelt ist; 5. die Vorrichtung zum Eingeben des Höhenrichtwinkels
a auf den Bügel 18, bestehend aus der mit - der Höhenrichtvorrichtung des Geschützes
gekuppelten Eingabewelle 36 (F i g. 2) und dem Parallelogrammgestänge mit den hinteren
Armen 28, 29 und 30 (von den vorderen entsprechenden Armen ist in F i g. 1 nur der
untere Arm 27 dargestellt), welches um zwei horizontale, zur Achse AA' parallele
Achsen durch B' und E' in vertikaler Richtung schwenkbar am Gehäuse gelagert
ist;
6. die Vorrichtung zum Eingeben des Aufsatzwinkels a aus dem
Einstellgerät gemäß F i g. 3, welche aus der Welle 35 mit den Exzentern 31 und 32
besteht, durch welche die Arme 27 und 28 einerseits mit den Armen 25 und 26 andererseits
so gekuppelt sind, daß die Arme 25 und 26 gegenüber den Armen 27 bzw.
28 um den Winkel gespreizt werden können, wie aus F i g. 1 zu erkennen ist,
wobei der vertikal geführte Bügel 18 über die in F i g. 2 erkennbaren horizontalen
Arme in seiner Höhe entsprechend verstellt wird. I11. Beschreibung der Arbeitsweise
des Gerätes Wie bereits dargelegt, ermittelt das Gerät aus den vom Geschütz und
dem Einstellgerät der F i g. 3 eingegebenen Werten die zugehörigen Vorhalte und
gibt diese an die Visiervorrichtung gemäß F i g. 6 weiter. Im einzelnen spielen
sich dabei folgende Vorgänge ab: a) Das Einstellen des Flugrichtungswinkels a (F
i g. 1) ' am Flugrichtungsorgan 7 Dieses Einstellen geht im Gerät in zwei Schritten
vor sich: erstens wird mit Hilfe der oben unter 1I, a), 2 beschriebenen Teile 1,
2 und 3 die Dachebene ermittelt, das ist die Ebene durch den Standpunkt des Beobachters
bzw. Geschützes und den horizontal angenommenen Zielweg; zweitens wird aus der so
ermittelten Dachebene mit Hilfe der Flugrichtungsscheibe 4 und der mit ihr zusammenwirkenden
Teile 5, 6 und 7 die Richtung des Zielweges gegenüber der Nullstellung des Flugrichtungsorgans
7, das ist der Flugrichtungswinkel a, bestimmt.
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Im Ruhezustand bzw. in der in F i g.1 und 2 dargestellten Ausgangsstellung
steht das als Stift ausgebildete Nachführorgan 3 senkrecht nach oben. In dieser
Stellung sind der Seitenrichtwinkel a und der Höhenrichtwinkel A, gleich Null. Die
Kugel 1 und der Magnettopf 2 sind voneinander entkuppelt, und die Spitze S des Stiftes
3 wird durch eine radial nach außen wirkende Federkraft in eine im Mittelpunkt der
Unterseite der Flugrichtungsscheibe angeordnete flache Rast (nicht dargestellt)
gedrückt. Wird nun das Geschütz auf ein Luftziel gerichtet, dann wird zwar der Seitenrichtwinkel
x auf den Topfmagneten 2 übertragen, jedoch folgt der Stift 3 infolge der Entkupplung
und der Arretierung durch die Rast dieser Bewegung nicht. Weiter wird der Höhenrichtwinkel
R über die oben unter 1I, b), 5 beschriebenen Teile auf den Bügel 18 und damit über
die Parallelogrammarme 23 und 24 auch auf den Bügel 19 und den Topfmagneten
2 übertragen, nicht aber auf die Kugel 2 und den Stift 3, da diese entkuppelt sind.
Sobald das Ziel in der Visierlinie liegt, schaltet der Richtschütze die Magnetkupplung
ein, so daß der Stift 3 dann fest mit dem Magnettopf 2 gekuppelt ist und den weiteren
Richtbewegungen des Geschützes, welches auf das Ziel gerichtet bleibt, folgen muß.
Dabei beschreibt die Spitze S des Stiftes 3 einen Kreisbogen, der parallel zu der
Schnittlinie der Dachebene mit einer Kugel um den Mittelpunkt M ist. Durch den genannten
Kreisbogen wird die Dachebene mit praktisch ausreichender Genauigkeit reproduziert,
sofern der Höhenrichtwinkel 2: nicht zu klein ist. Damit ist der erste Schritt abgeschlossen.
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Im zweiten Schritt wird die Flugrichtung als Richtung der Schnittlinie
der reproduzierten Dachebene mit der Horizontalebene bestimmt; diese Schnittlinie
ist parallel zum Zielweg. Sobald der Stift 3 ausrastet, wird der Antriebsmotor 6
der Flugrichtungsscheibe 4 in Gang gesetzt und dreht diese so lange, bis die Spitze
S des Stiftes in der Lücke der Kontaktbahn 5 steht. Dann hat die Achse der Spindel
t die Richtung des Zielweges und nimmt den Flugrichtungswinkel a gegenüber ihrer
Nullstellung ein. b) Das Einstellen der Vorhaltestrecke d V am Flugrichtungsorgan
7 Die Vorhaltestrecke d V wird, wie bereits ausgeführt wurde, aus dem Einstellgerät
gemäß F i g. 3 eingegeben und dadurch der Motor 16 in Gang gesetzt. Dieser Motor
dreht die Spindel 6 so lange, bis das Laufglied 10 gegenüber der vertikalen Achse
b um eine Strecke verschoben ist, die genau dem Wert der eingegebenen Vorhaltestrecke
entspricht. In F i g. 1 und 2 ist die Nullstellung des Laufgliedes, welche dem Wert
d V = 0 entspricht, dargestellt.
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Nach erfolgter Einstellung gemäß a) und b) repräsentiert die kürzeste
Strecke zwischen der Achse b und dem Mittelpunkt des Laufgliedes 10 bzw. des Kugelgelenkes
17 die Vorhaltestrecke nach Richtung und Größe (Vorhaltevektor).
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c) Das Ermitteln des Seiten- und Höhenvorhaltes Diese Vorhalte werden
durch Komponentenzerlegung des Vorhaltevektors mittels der oben unter II, b), 2
beschriebenen Übertragungsvorrichtung mit den Teilen 8, 9 und 20 erhalten. Der Seitenvorhaltewinkel
wird auf die Welle des Potentiometers 12, der Höhenvorhaltewinkel auf die Welle
des Potentiometers 13 übertragen. Es sei bemerkt, daß die Einstellung der Welle
des Höhenvorhaltepotentiometers 12 durch den jeweiligen Höhenrichtwinkel @ und Aufsatzwinkel
a modifiziert ist, wie sich dies aus 1I, b), 5 und II, b), 6 ergibt. Mit dem Einstellen
der Potentiometer 11 und 12 sind die Vorgänge im Gerät abgeschlossen.
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In F i g. 4 ist das Schema der Steuerung des Servomotors 6, der zur
Einstellung der Flugrichtung an der Scheibe 4 (F i g. 1) dient, dargestellt. Der
Steuerstift 3 und die von diesem und gegeneinander isolierten Kontaktstreifen
5 a und
5 b der Kontaktbahn 5 sind durch je eine Leitung an den Eingang
der elektrischen Steuervorrichtung 14 angeschlossen, deren Ausgang im Regelkreis
des Servomotors 6 liegt. Die Art der Steuerung des Servomotors, ein mit Gleichstrom
gespeister Umkehrmotor, in Abhängigkeit von der Stellung der Kontaktbahn gegenüber
dem Stift 3 ergibt sich aus folgender Aufstellung:
| Stiftspitze S berührt I Scheibe 4 dreht sich |
| 1. keinen der Streifen 5 a, 5 b nach rechts, bis der |
| Streifen 5 a berührt |
| wird |
| 2. den Streifen 5 a nach rechts, bis beide |
| Streifen berührt |
| werden |
| 3. den Streifen 5 b nach links, bis beide |
| Streifen berührt |
| werden |
| 4. beide Streifen 5 a, 5 b j nicht |
In F i g. 5 ist einer der Nachlaufregelkreise, und zwar beispielsweise
der für das Übertragen des Höhenvorhaltes aus dem Gerät nach F i g. 1 und 2 auf
die Visierlinie der Visiervorrichtung (F i g. 6) dienende Kreis im Blockschaltbild
dargestellt.
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Das als Geber wirkende Höhenpotentiometer 13 (F i g. 1, 2) ist mit
einem als Empfänger wirkenden Potentiometer 15a in eine Wechselstrombrücke
W
(Phasenbrücke) geschaltet. Die Speisespannung für diese Brücke liefert ein
Wechselrichter 41, der aus einer Batterie 45 von 6 Volt Spannung mit Gleichstrom
gespeist wird. Der Wechselrichter 41 erzeugt eine Rechteckspannung von 60
Volt mit einer Frequenz von 400 Hz. Die Ausgangsspannung der Brücke steuert über
Zwischenkreise 42, 43 und 44
den umkehrbaren Gleichstrommotor
15 b, der auf den verstellbaren Abgriff des Brückenpotentiometers
15a
einwirkt, derart, daß der Abgriff, solange die Brücke nicht abgeglichen
ist, im Sinne eines Abgleichs und schließlich bis zum vollendeten Abgleich verschoben
wird.
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Der Kreis 42 stellt einen Wechselspannungsverstärker dar, der
die zugeführte Ausgangsspannung der Brücke phasenrichtig verstärkt. Die verstärkte
Rechteckspannung wird dem Phasenkomparator 43 zugeführt, der diese Spannung mit
einer vom Wechselspannungsgenerator 41 direkt zugeführten Rechteckspannung von 400
Hz phasenmäßig vergleicht. Die Ausgangsspannung des Phasenkomparators
43
beaufschlagt den Umsteuerkreis 44 des Motors 15 b derart,
daß dieser bei einer Phasendifferenz bestimmten Vorzeichens in der einen Richtung,
bei einer Phasendifferenz entgegengesetzten Vorzeichens in der entgegengesetzten
Richtung rotiert und bei Phasengleichheit stillsteht.
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Durch den Motor 15 b wird gleichzeitig die Visierlinie der
Visiervorrichtung (F i g. 6) verstellt, bis sie um den am Potentiometer 13 eingegebenen
Höhenvorhalt gegenüber dem Geschütz zurückgeführt ist. Das Potentiometer 15a bildet
zusammen mit dem Motor 15 b das in F i g. 1 und 6 dargestellte Höhen-Nachführorgan
15 der Visiervorrichtung.
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Die in F i g. 6 dargestellte Visiereinrichtung, im folgenden auch
Periskop genannt, ist so ausgebildet, daß bei feststehendem Okular und feststehendem,
senkrecht angeordnetem Gehäuse ein Absuchen des Außenraumes nach der Seite ohne
Beschränkung des Seitenwinkels und nach der Höhe von einer Neigung der Visierlinie
von beispielsweise -15 bis -f-90° möglich ist.
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Das Periskop, dessen Gehäuse der übersichtlichkeit wegen nicht dargestellt
ist, weist ein Objektiv 52 auf, dessen Achse senkrecht zur Achse des Okulars 53
angeordnet ist. Zwischen Objektiv und Okular befindet sich ein Umlenkprisma
54, vor dem Objektiv ein Aufrichteprisma 55 und über diesem ein Ausblickprisma
51, welches sowohl um eine senkrechte Achse als auch um eine rechtwinklig dazu verlaufende
waagerechte Achse drehbar ist.
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Das Ausblickprisma des Periskops kann mittels einer besonderen, nicht
dargestellten Steuerautomatik zum Absuchen eines zusammenhängenden Außenraumes zwecks
Ermittelns von Luftzielen nach einem festen Programm um seine beiden Drehachsen
bewegt werden. Das Objektiv 52 und das Umlenkprisma 54 sind gehäusefest im Periskop
angeordnet, während das Okular 53 zwecks Anpassens an die unterschiedliche Sehschärfe
der einzelnen Beobachter in bekannter Weise verstellbar ist. Das Ausblickprisma
51 ist ebenso wie das Aufrichteprisma 55 um die durch das Objektiv bestimmte senkrechte
optische Achse drehbar; beide Prismen sind bezüglich dieser Drehung miteinander
gekuppelt, wie dies noch näher beschrieben werden wird. Zum optischen System des
Periskops gehört ferner noch eine mit einer Richtungsmarke 57 versehene drehbare
Strichplatte 56, die koaxial mit dem Okular zwischen diesem und dem Umlenkprisma
54 angeordnet ist und bezüglich der Drehung des Ausblickprismas um die optische
Achse des Objektivs mit dem Ausblickprisma gekuppelt ist. Weiterhin ist zum Erzeugen
einer kreisförmigen Leuchtmarke 58 auf der Strichplatte 56 im Okular eine aus Lampe
59 und Projektionsoptik 60 bestehende Projektionsvorrichtung vorgesehen, die in
der Okularachse hinter dem Umlenkprisma 54 so angeordnet ist, daß der Projektionsstrahl-
im wesentlichen ungebrochen durch dieses hindurchgeht und in der Ebene der Strichplatte
56 die Leuchtmarke 58 erzeugt.
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Das Ausblickprisma 51 ist mittels zweier Winkelarme 63 und 64 um eine
horizontale Achse schwenkbar an einem außen verzahnten Drehring 66 montiert, der
konzentrisch zur optischen Achse des Objektivs 52 und um diese drehbar im Gehäuse
des Periskops gelagert ist.
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Das Ausblickprisma 51 ist so an den Winkelarmen montiert, daß in seiner
Ausgangsstellung (Höhenwinkel Null) ein horizontaler, senkrecht auf seine Vorderfläche
fallender Lichtstrahl durch das Prisma um 90° nach unten in die Richtung der optischen
Achse des Objektivs 52 umgelenkt wird. Das Ausblickprisma kann um seine horizontale
Achse in einem bestimmten Winkelbereich der Höhe nach geschwenkt werden, z. B. im
Bereich von -15 bis -f-90°. Zum Betätigen dieser Schwenkbewegung des Ausblickprismas
ist die Höhen-Nachführvorrichtung 15 vorgesehen, die mit ihrer Welle an den Winkelarmen
63 und 64 gelagert ist. Die Nachführvorrichtung besteht, wie im Zusammenhang mit
F i g. 5 beschrieben, aus einem Potentiometer und einem mit diesem gekuppelten Servomotor.
Dieser Servomotor kann zum Zweck des Suchens eines Zieles durch ein nicht dargestelltes
Programmsteuergerät mit gesteuertem Gleichstrom beaufschlagt werden.
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Durch eine solche automatische Steuerung kann erzielt werden, daß
das Ausblickprisma periodisch ein Schwenken aus seiner Ausgangsstellung bis zu einem
bestimmten, der gestellten Aufgabe entsprechenden Höhenwinkel von beispielsweise
30° ausführt und anschließend schnell in .seine Ausgangslage zurückfällt. Bei manueller=Sfeuerung
kann der Servomotor zum genauen Anvisieren eines Zieles der Höhe nach benutzt werden.
Bei Vorhandensein einer automatischen Absucheinrichtung mit der genannten Funktion
ist die Möglichkeit eines Umschaltens vorgesehen, so °daß nach Auffassen eines Luftzieles
durch automatisches Absuchen ein genaues Anvisieren durch manuelles Nachführen der
Ausblickachse erfolgen kann.
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Unterhalb des Drehringes 66, der das Ausblickprisma 51 trägt, ist
parallel zu diesem ein zweiter, ebenfalls außen verzahnter Drehring 67 konzentrisch
zur Achse des Objektes und um diese drehbar im Gehäuse montiert. Dieser Drehring
67 dient als Halter für das Aufrichteprisma 55, dessen Längsachse in Richtung der
Objektivachse verläuft. Die beiden Drehringe 66 und 67 sind zwecks Verstellens der
Seitenrichtung
vermittels des Servomotors 11 über die Welle 68
und die Zahnräder 69 bzw. 70 gemeinsam antreibbar. Dabei sind die übersetzungsverhältnisse
zwischen dem Zahnrad 69 und dem Drehring 66 einerseits und dem Zahnrad 70 und dem
Drehring 67 andererseits so gewählt, daß der untere Ring 67 jeweils nur um den halben
Drehwinkel, den der obere Ring 66 beschreibt, gedreht wird. Die genannten übersetzungsverhältnisse
verhalten sich also wie 2: 1. Durch ein solches Drehen der beiden Ringe und der
an ihnen montierten Prismen 51 und 55 kann die Seitenrichtung des Periskops im Bereich
von 0 bis 360° beliebig verstellt werden.
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Gleichzeitig wirkt der Seiten-Servomotor 11 über das Zahnrad 71 auf
die drehbare Strichplatte 56, die um denselben Winkel wie das Ausblickprisma 51
verstellt wird. Dabei dreht sich die auf der Strichplatte 56 angebrachte Seitenrichtungsmarke
57 im gleichen Sinne wie die Ausblickachse des Prismas 51 um den Mittelpunkt
der Scheibe, z. B. aus der Stellung I in die Stellung II beim Schwenken aus der
Ausgangslage um 90° nach links. Die weiter eingezeichneten Stellungen III und IV
entsprechen Schwenkungen des Ausblickprismas um 180 bzw. 270° um die vertikale Achse.
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Der Seiten-Servomotor der Nachführvorrichtung 11, der im Gegensatz
zum Höhen-Servomotor 15 b
mit Wechselstrom gespeist wird, kann ebenfalls direkt
oder indirekt manuell oder automatisch gesteuert werden.
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Es wird dadurch möglich, zum Absuchen eines zusammenhängenden Gebietes
des Außenraumes das Ausblickprisma nach einem festen Programm um seine beiden Drehachsen
zu bewegen, so daß der umgebende Luftraum z. B. in einer Sägezahnlinie abgesucht
werden kann.
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Die weiter oben schon erwähnte Leuchtmarke 58 dient, da die Lampe
59 in einem elektrischen Signalkreis liegt oder von einem solchen gesteuert wird,
zur optischen Signalgebung für den Beobachter, womit diesem z. B. angezeigt werden
kann, daß das Periskop eine bestimmte Einstellung erreicht hat oder daß ein der
Visierlinie nachgeführtes Geschütz sich in übereinstimmung mit der Einstellung des
Periskops befindet.
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Die Verwendung des Periskops in der beschriebenen Ausführungsform
läßt sich den verschiedensten Zwecken anpassen. So kann es - bei festgehaltener
Höheneinstellung - auch als reines Rundblickfernrohr eingesetzt werden, oder es
kann - bei gleichzeitiger geringer Steigerung des Höhenwinkels bei jeder vollen
Umdrehung - ein Abtasten des umgebenden Raumes in einer Schraubenlinie von unten
nach oben erfolgen.
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Die konstruktiven mechanischen und die optischen Daten des Periskops
können weitgehend dem jeweiligen Verwendungszweck angepaßt werden. Für Zwecke der
Fliegerabwehr kann das Blickfeld mit 15° und die Vergrößerung vierfach gewählt werden,
bei einer Brennweite des Okulars von 30 mm, einer Eintrittspupille von 20 mm und
einer Austrittspupille von 5 mm. Es läßt sich so eine sehr kompakte Bauweise erzielen,
die einerseits eine Montage des Periskops auch bei beengtem Raum ermöglicht und
andererseits noch eine solche Vergrößerung gewährleistet, daß die Ziele leicht ihrem
Typ nach erkannt werden können.
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Das im Zusammenwirken mit den anderen Teilen der Richteinrichtung
beschriebene Gerät kann nicht nur für horizontale Zielflüge verwendet werden, sondern
auch für sogenannte Stechflüge, bei denen die Flugrichtung einen Winkel bis zu etwa
18° mit der Horizontalen bildet. Der Fehler der ermittelten Vorhaltewerte bleibt
dabei so klein, daß er praktisch keine Rolle spielt.
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Soweit vorstehend Einzelheiten erläutert worden sind, die nicht Kennzeichnungen
in den Ansprüchen entsprechen, gehören sie nicht zur Erfindung.