-
Vorrichtung zur Zerkleinerung von strangförmigen Feststoffen Die Erfindung
betrifft eine Vorrichtung zur Zerkleinerung von strangförmigen Feststoffen mit einem
feststehenden Messer mit geradliniger Schneidkante und einer zugeordneten rotierenden
Messerwalze.
-
Vorrichtungen zur Zerkleinerung von strangförmigen Feststoffen sind
in verschiedenen Ausführungsformen bekannt. Insbesondere kennt man solche, bei denen
die dem feststehenden Messer mit geradliniger Schneidkante zugeordnete rotierende
Messerwalze in Richtung der Rotationsachse verläuft und in Umfangsrichtung gleichmäßig
verteilt angeordnete Zähne aufweist, deren Schneidkanten parallel zur Schneidkante
des feststehenden Messers verlaufen. Bei den vorstehend beschriebenen Ausführungsformen
ist die Messerwalze im wesentlichen in einem Mühlengehäuse mit oberem Aufgabetrichter
und unterem Abzugstrichter gelagert, und der Messerwalze ist im Gehäuse das feststehende
Messer zugeordnet. Nachteilig bei diesen bekannten Ausführungsformen ist, daß vollständige
Kontinuität des Zerkleinerungsprozesses nicht erreicht werden kann und insbesondere
die Reproduzierbarkeit des Zerkleinerungsprozesses dadurch begrenzt ist, daß neben
einer Schneidfunktion auch Schlag- und Reißwirkungen auftreten.
-
Bei einer anderen bekannten Vorrichtung zur Zerkleinerung von strangförmigen,
insbesondere bandförmigen Feststoffen sind die Messerwalze und das feststehende
Messer schräg zur Kunststoffbahn angeordnet, und es ist ferner eine Zuführeinrichtung
für die zu zerkleinernden strangförmigen Feststoffe vorgesehen. Diese besteht aus
zwei angetriebenen Vorschubrollen und einem weiteren, dem feststehenden Messer zugeordneten
Andruckelement, welches ebenfalls als Rolle ausgebildet ist. Sowohl die Achsen der
Vorschubrollen als auch die dem feststehenden Messer zugeordnete Andruckrolle verlaufen
in einer horizontalen Ebene und haben gleichbleibenden zylindrischen Querschnitt.
Da die Schneidkanten des feststehenden Messers als auch der Messerwalze mit einander
zugeordneten Zahnausbildungen und Zahnlücken versehen sind und daher mit Spiel ineinandergreifen
müssen, kommt es zu einem Ausschneiden von Vierecken, die auf Grund des erforderlichen
Spiels und der Fertigungstoleranz der einzelnen Zähne in sich einen unterschiedlichen
Aufbau aufweisen. Darüber hinaus bedingen derartige zylindrische Vorschubrollen
keine eindeutige Führung, so daß durch Verlaufen des Feststoffstranges sich der
Aufbau des damit erzielten Granulates od. dgl. verändert. Bei einer weiteren Ausführungsform
(vgl. USA.-Patentschrift 2 812 815) verlaufen zwar die Schneidkanten der Messer
orthogonal zur Vorschubrichtung des Feststoffstranges, sind jedoch auch in sich
gezahnt, wodurch das Andrücken im Bereich der vorderen Schneidkante praktisch unmöglich
gemacht wird.
-
Bei einer anderen bekannten Konstruktion ist lediglich die Andruckwalze
im Bereich des feststehenden Messers durch einen Andruckbalken mit entsprechender
Schrägfläche versehen worden. Bei einem derartigen Aufbau ist eine wohldefinierte
Führung nicht erzielbar. Insbesondere kann es zwischen Vorschubrollen und Andruckbalken
zum Verlaufen und zu Verwerfungen kommen, vor allem, weil die Schneidkanten der
Messerwalze nach Art einer Schrägverzahnung angeordnet sind.
-
Ferner ist eine Vorrichtung bekannt, bei der zunächst eine Feststoffbahn
über schmale Messerwalzen, die in eine zugeordnete Ausnehmung des Führungstisches
eingreifen, in einzelne Stränge aufgeteilt und diese anschließend in der eingangs
beschriebenen Form zerkleinert wird. Auch hier läßt sich ein nachteiliges Verlaufen
nicht vermeiden, was zu einem unterschiedlich aufgebauten Erzeugnis führt.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, mit einfachen Mitteln eine
Vorrichtung zur Zerkleinerung von strangförmigen Feststoffen derart zu gestalten,
daß ein gleichmäßig aufgebautes Granulat aus Kunststoffteilchen erzielbar ist und
insbesondere reproduzierbare Verhältnisse geschaffen werden.
-
Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe bei einer Zerkleinerungsvorrichtung
der eingangs umrissenen Gattung dadurch gelöst, daß die Achsen der Vorschubrollen
und die Andruckrichtung des als Gleitschuh ausgebildeten Andruckelementes parallel
zueinander und senkrecht zur Achse der Messerwalze verlaufen und die Führungsflächen
der Vorschubrollen und des Gleitschuhs dem Querschnittsprofil des Feststoffstranges
angepaßt sind.
-
Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind vor allem darin zu
sehen, daß mit einfachen Mitteln
eine eindeutige und wohldefinierte
Führung des Feststoffstranges geschaffen wird, wodurch es der nachgeschalteten Messereinrichtung
ermöglicht wird, ein gleichbleibendes Granulat bei reproduzierbaren Verhältnissen
vom Feststoffstrang abzutrennen. Insbesondere besteht dabei die Möglichkeit, selbst
im Bereich der Messerkante des feststehenden Messers den erforderlichen Andrückvorgang
und die erforderliche Führung des Feststoffstranges zu ermöglichen und vor allem
das seitliche Ausweichen vollständig zu unterbinden.
-
Im folgenden ist die Erfindung an Hand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel
darstellenden Zeichnung näher erläutert; es zeigt F i g. 1 eine erfindungsgemäße
Zerkleinerungsvorrichtung in perspektivischer Darstellung, F i g. 1 a einen vergrößerten
Ausschnitt aus der rotierenden Messerwalze, F i g. 2 einen Querschnitt durch die
erfindungsgemäße Vorrichtung, F i g. 3 eine andere Ausführungsform der rotierenden
Messerwalze.
-
Die Vorrichtung besteht im wesentlichen aus einem feststehenden Messer
1 mit geradliniger Schneidkante 1 a und einer rotierenden Messerwalze 2, die in
Richtung der Rotationsachse verlaufende und in Umfangsrichtung verteilt angeordnete
Zähne 3 mit Schneidkanten4 aufweist, die gegenüber der Schneidkante 1 a des feststehenden
Messers 1 parallel verlaufen. Das feststehende Messer 1 weist an seiner unteren
Fläche 5 eine Schrägfläche 6 auf, die im Ausführungsbeispiel mit der oberen Messerfläche
7 einen Keilwinkel 8 von etwa 45° einschließt. Die Zähne 3 der rotierenden Messerwalze
2 haben keilförmiges Profil und sind in Drehrichtung vorgeneigt. Dabei bildet die
vordere Zahnflanke 3 a einen Winkel 9 bis etwa 90° und die hintere Zahnflanke 3
b einen Winkel 10 bis etwa 45° mit der Tangentialrichtung, die in F i g.
2 durch die gestrichelte Linie 11 angedeutet ist. Die Zähne 3 sind gleichmäßig über
den Umfang der rotierenden Messerwalze 2 verteilt.
-
Die die rotierende Messerwalze 2 tragende Welle 12 ist an eine nicht
dargestellte Antriebsvorrichtung ankuppelbar. Die Welle ist mit einer Schwungscheibe
13 fest verbunden. Das feststehende Messer 1 ist in bezug auf die rotierende Messerwalze
2 in der durch den Pfeil 14 angegebenen radialen Richtung verschiebbar gelagert,
so daß auch während des Betriebes die Spaltweite zwischen der Schneidkante 1 a des
feststehenden Messers 1 und den Schneidkanten 4 der rotierenden Messerwalze 2 eingestellt
werden kann. Im übrigen ist eine Zuführungsvorrichtung für die zu zerkleinernden
strangförmigen Feststoffe vorgesehen, die aus selbstzentrienenden, angetriebern
Vorschubrollen 16 zur gleichzeitigen seitlichen F-rung des Feststoffstranges 15
besteht. Weiter ist ein oberhalb der Oberfläche 7 des feststehenden Messers 1 angeordneter,
federbelasteter, dem Profil des Fest-Stoffstranges angepaßter Gleitschuh 17 zum
Anpressen der strangförmigen Feststoffe gegen das feststehende Messer 1 vorgesehen.
-
In F i g. 3 ist angedeutet, daß die Zähne 3 der rotierenden Messerwalze
2 über die Breite des Messers abschnittsweise gegeneinander versetzt sein können,
d. h., daß die Zähne gleichsam gestaffelt varlaufen. Man erreicht so eine Verteilung
der Schneidkanten und eine seitliche Bemessung der Feststoffabschnitte.