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Matratzenträger Die Erfindung betrifft einen Matratzenträger für ein
Bettgestell mit einem Sitzteil, einem mit dem Sitzteil in Scharnieren verbundenen
Rückenteil, einer Abstützung am Fußende des Sitzteils und mit einer unter den Scharnieren
angeordneten Hauptabstützung, bei der der Winkel zwischen dem Sitz-und dem Rückenteil
durch eine durch kontinuierliche Verlagerung der Schwerpunkte von Ober- und Unterkörper
der benutzenden Person bedingte Druckveränderung stufenlos zwischen einer Sitz-und
einer Liegestellung einstellbar ist.
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Es sind Matratzenträger bekannt, die aus einem Unter- oder Sitzteil
und einem damit gelenkig verbundenen Rückenteil bestehen, die beide in einem Bettgestell
oder auf einem festen Unterrahmen schwenkbar gelagert sind. Dabei schwenkt der Rückenteil
meist um an seinen Längsseiten näher dem unteren Ende angebrachte Zapfen oder entsprechende
Unterstützungen, während der Sitzteil nahe dem Fußende so gelagert ist, daß ein
Schwenken und eine Längsverschiebung möglich sind. Diese Grundanordnung ermöglicht
einem Benutzer durch zusätzlichen Druck auf den Sitzteil ein Hochschwenken des Rückenteils,
durch zusätzlichen Druck auf die obere Partie des Rückenteils dessen Abwärtsbewegung
zur gestreckten Lage des Matratzenträgers. Es sind auch Konstruktionen bekannt,
bei denen ein besonderer Knie-Knick vorgesehen ist, wobei die kinematischen Gegebenheiten
im Prinzip die gleichen sind.
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Der praktischen Anwendung dieser Konstruktion steht entgegen, daß
folgende Probleme entweder nicht oder nur mangelhaft gelöst sind: 1. Der Schwenkpunkt
des Rückenteils, entweder ein Drehzapfen oder eine sonstige Unterstützung gegen
das Bettgestell oder einen Unterrahmen, kann immer in eine solche Entfernung vom
Scharnier zwischen Sitz- und Rückenteil gelegt werden, daß bei einer mittleren Neigung
des Rückenteils schwerpunktstabile Verhältnisse gegeben sind. Da jedoch bei hochschwenkendem
, Rückenteil die auf den Sitzteil wirkende Komponente des Benutzergewichts sich
vergrößert, bei abwärtsgehender Rückenlehne die auf die obere Partie des Rückenteils
wirkende Komponente größer wird, bedarf es besonderer An- , strengung des Benutzers,
bei flacher Stellung des Matratzenträgers den Rückenteil nach oben zu bewegen, während
der Benutzer bei steiler Stellung der Rückenlehne stark nach vorn gedrückt wird.
; 2. Das Hochschwenken des Rückenteils bedingt eine Absenkung des hinteren Endes
des Sitzteils und zugleich eine Verschiebung des Sitz-; teils nach hinten. Eine
leichte Absenkung ist erwünscht, eine sehr starke, wie sie die Aufhängung des Rückenteils
mit beidseitigen Drehzapfen erbringt, ist sehr unangenehm. Eine Längsverschiebung
des Sitzteils ist immer unerwünscht; auch muß ihr konstruktiv Rechnung getragen
werden.
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Eine andere bekannte Konstruktion, bei der allerdings die vorliegenden
kinematischen Modifikationen nicht praktisch ausführbar sind, versucht die Längsverschiebung
des Sitzteils dadurch auszuschalten, daß das Fußende nur schwenkbar und nicht gleitend
gelagert ist und eine scherenartige Anordnung ein festes Scharnier zwischen Sitz-
und Rückenteil ersetzt. Bei der einen Modifikation ist übersehen, daß die Matratze
ein dehnbares Mittelteil haben müßte, um ein Gleiten auf den beiden Trägerteilen
zu verhindern. Bei der Ausführung mit sich kreuzenden zweiseitigen Scherenarmen
ist die Vorrichtung durch zu viele Drehverbindungen so fixiert, daß eine Bewegung
unmöglich gemacht ist. Bei beiden Ausführungen haben die Scherenverbindungen zwischen
Sitz- und Rückenteil keine stützende Wirkung gegen das Bettgestell oder den Unterrahmen,
so daß von ihnen keinerlei Hebelwirkung ausgeübt und der Gleichgewichtszustand nicht
beeinfiußt werden känn.
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Bei einem weiteren bekannten Matratzenträger, bei dem die Lagerung
des nochmals unterteilten Sitzteils eine Längsverschiebung nicht zuläßt, gleitet
der Rückenteil beim Hochschwenken vermittels unter seinen Seitenholmen angebrachter
Rollen auf mit dem Unterrahmen verbundenen Kurvenstücken abwärts. Die dadurch verursachte
sehr starke Senkung des hinteren Endes des Sitzteils beim Hochschwenken des Rückenteils
ergibt einen so ungünstigen Winkel zwischen beiden Teilen, daß der Unterleib des
Benutzers so zusammengedrückt wird, daß dieser nicht längere Zeit in der Sitzstellune
verharren
kann. Daß beim Hochschwenken des Rückenteils dessen Druck
nach vorn noch zunimmt, also das Gleichgewicht zusätzlich gestört wird, ist offensichtlich.
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Bei einem ferner bekannten dreiteiligen Matratzenträger ist unter
der Gelenkverbindung zwischen Sitz-und Rückenteil ein schwenkbarer Bügel angeordnet,
auf dessen mit Rollen versehenen Enden die beiden Teile gleiten können. Das Problem
der Längsverschiebung des Sitzteils ist dabei, allerdings bei starker Senkung des
hinteren Endes des Sitzteils, gelöst. Ein praktischer Gebrauch ist jedoch kaum möglich,
da sich der Rückenteil sehr leicht abwärts bewegen läßt, ein Hochschwenken aber
von einem Benutzer auch bei größerer Anstrengung nicht erreicht werden kann.
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Die zu lösenden Probleme sind, einem Benutzer eines Bettes nicht nur
eine Bewegung des Rückenteils, sondern eine sehr leichte Bewegung dadurch zu ermöglichen,
däß bei jeder Neigung des Rückenteils genaue Gleichgewichtsverhältnisse bestehen
und eine Bewegung vorwärts-aufwärts den gleichen zusätzlichen geringen Druck erfordert
wie eine Bewegung rückwärts-abwärts. Gleichzeitig muß eine Längsverschiebung des
Sitzteils nahezu aufgehoben und die bei all diesen Konstruktionen unvermeidliche
Senkung des hinteren Endes des Sitzteils auf ein Mindestmaß beschränkt sein.
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Die gleichzeitige Lösung beider Probleme erfolgt bei der vorliegenden
Erfindung dadurch, daß die beidseitig unterhalb der Scharniere zwischen Sitz-und
Rückenteil angeordneten Hauptabstützungen jeweils aus zwei Stützstangen bestehen,
die an ihren unteren Enden gelenkig miteinander verbunden sind, während das obere
Ende der einen am Seitenhohn des Sitzteils, das obere Ende der anderen am Seitenholm
des Rückenteils angelenkt ist, und daß eine der beiden Stützstangen als ungleicharmiger
Hebel ausgebildet ist.
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Als Drehpunkt der beidseitig zweiarmigen Hebel dienen eine durchgehende
Achse oder Achsstummel, die an den Seitenteilen des Bettgestells oder auf einem
Unterrahmen ortsfest gelagert sind.
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Die Figuren zeigen ein Ausführungsbeispiel. Es stellt dar F i g. 1
den in einem normalen Bettgestell, dessen Seitenteil auf der Beschauerseite weggelassen
ist, angeordneten Matratzenträger, F i g. 2 die den Gleichgewichtszustand bewirkende
Hauptabstützung bei gestreckter Lage des Matratzenträgers, F i g. 3 die gleiche
Vorrichtung bei Sitzstellung. Beidseitig ist am Sitzteil 8 des Matratzenträgers
das Gelenk 13 für den längeren Arm der Stützstange 11/16 angebracht. Das Ende seines
kürzeren Armes ist im Gelenk 15 drehbar mit der Stützstange 1 2 verbunden, deren
anderes Ende im Gelenk 14 drehbar am Seitenholm des Rückenteils 9 befestigt ist.
Den Drehpunkt des zweiarmigen Hebels bildet die Achse 7, die quer zur Längsrichtung
des Bettes steht, durch die Hebel der beidseitigen übertragungsvorrichtungen durchläuft
und in an den Längsseitenteilen 3 des Bettgestells angebrachten Laschen 6 fest gelagert
ist.
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Die Achse 7 bildet also die Verbindung des Matratzenträgers über den
Bewegungsmechanismus zum Bettgestell. Sie nimmt den größten Teil des Gewichtes des
Benutzers auf, während das Fußende des Matratzenträgers auf Klötzen 4 ruht, die
an den Längsseitenteilen 3 des Bettgestells befestigt sind. Der Rückenteil legt
sich in der niedrigsten Stellung auf eine am Kopfteil 2 des Bettgestells angebrachte
Leiste 5 auf.
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Wird die Stützstange 11 durch den Sitzteil 8 nach unten gedrückt,
so übt die Stützstange 16 eine nach oben gerichtete Druckkraft auf die Stützstange
12 aus, die diese weiter auf den Rückenteil 9 überträgt und umgekehrt. Die bei der
übertragung der Druckkraft zwischen der Stützstange 16 und der Stützstange 12 wirksame
Hebellänge a entspricht der Länge der Senkrechten von dem Hebeldrehpunkt in der
Achse 7 auf die verlängerte Mittellinie der Stützstange 12. Die wirksame Hebellänge
a hängt von dem Winkel zwischen der Stützstange 16 und der Stützstange 12 sowie
von der Länge des Hebels der Stützstange 16 ab. In der Liegestellung ist der wirksame
Hebelarm kleiner als in der Sitzstellung, weil der Winkel zwischen der Stützstange
12 und dem Hebel der Stützstange 16 in der Liegestellung dem 180°-Grenzwinkel näher
ist als in der Sitzstellung. Da in der Sitzstellung vorwiegend der Sitzteil, in
der Liegestellung dagegen in. zunehmendem -Maße der Rückenteil belastet ist, wird
das Gleichgewicht dadurch erhalten, daß mit einer Veränderung der Stellung der Liege
eine konform gehende Veränderung der wirksamen Hebellänge a erfolgt. Diese Forderung
läßt sich durch geeignete Wahl der betreffenden Längen und Winkel an der Stützanordnung
erfüllen.
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Durch die Bewegung des bei bekannten Konstruktionen meist ortsfest
angeordneten Gelenks 14 des Rückenteils 9 in Richtung Fußende beim Hochschwenken
des Rückenteils wird die Längsbewegung des Sitzteils 8 so reduziert, daß sie praktisch
keine Bedeutung mehr hat.
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Durch die gleichzeitige Hochbewegung des Schwenkpunktes in Gelenk
14 wird auch die Absenkung des hinteren Endes des Sitzteils 8 beim Scharnier 10
vermindert und läßt sich durch die Wahl des Verhältnisses der Entfernung des Gelenks
14 vom Scharnier 10 zur Länge der Stützstange 12 wunschgemäß festlegen.