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Einrichtung zum Anzeigen und Begrenzen der Schleiftiefe und des Abtrages
an einer Edelsteinschleifmaschine Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Anzeigen
und Begrenzen der Schleiftiefe und des Abtrages an einer Edelsteinschleifmaschine.
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Schleifmaschinen zum Bearbeiten von Edelsteinen mit an einem um eine
horizontale Achse pendelnden Gewichtsarm, in den ein den Edelstein aufnehmender
Träger einspannbar ist, und mit Einrichtungen zur Anzeige und Begrenzung der Schleiftiefe
sind bekannt.
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Man hat als Taster oder Fühler zum Anzeigen und Begrenzen der Schleiftiefe
an Diamantenhaltern eine gekrümmte Nadel angeordnet, die das Schleifrad berührt
und dabei einen elektrischen Stromkreis schließt. Der Nachteil dieser Anordnung
besteht in dem Verschleiß der Tasterspitze bei jeder Berührung mit dem Schleifrad.
Die Nadel muß daher dauernd überwacht und nachgestellt werden. Die Fühlernadel dient
nur der Warnung. Sie ist keine mechanische Sicherung. Sollte der Schleifarm aus
irgendeinem Grund zufällig auf die Schleifscheibe fallen, so schlägt der zu schleifende
Stein mitsamt dem Fühler auf die Schleifplatte. Soweit durch bekannte, auf elektromechanischem
Wege arbeitende Einrichtungen die Schleif- oder Schnittiefe überwacht wird, war
dies nur mit einem erheblichen baulichen Aufwand möglich.
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Die Erfindung löst die Aufgabe, das Absinken bzw. Fallen eines den
Edelstein tragenden Arms auf eine Polier- oder Schleiffläche zu dämpfen und dabei
gleichzeitig mit sehr einfachen, übersichtlichen Mitteln, ein deutliches Bild des
Fortschrittes in der Steinbearbeitung zu zeigen.
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Durch das Verhindern eines stoßartigen, ungedämpften Aufsetzens des
Edelsteins auf das Schleifwerkzeug wird deren Beschädigung verhindert und durch
die Anzeige- und Schalteinrichtung die überwachung des Schleifvorgangs an mehreren
Maschinen erleichtert.
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Die erfindungsgemäße Einrichtung zum Anzeigen und Begrenzen der Schleiftiefe
und des Abtrages an einer Edelsteinschleifmaschine besteht darin, daß zum Abstützen
ein in einem Zylinder verschiebbarer Kolben vorgesehen und der Zylinder mit einem
vertikalen kommunizierenden Rohr verbunden ist, das eine elektrisch leitende Flüssigkeit
enthält, und in dem mindestens ein elektrisches, durch die Flüssigkeit oder einen
Schwimmer verbindbares Kontaktpaar zum selbsttätigen Abheben des Arms angeordnet
ist, zweckmäßig eine Reihe derartiger Kontaktpaare angeordnet sind.
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Die Erfindung ist in den Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt F i
g. 1 eine perspektivische Darstellung einer Vorrichtung zum Schleifen nach der Erfindung,
F i g. 2 eine perspektivische Darstellung einer Vorrichtung, die bevorzugt für Schneidarbeiten
Verwendung findet, F i g. 3 eine Seitenansicht von Teilen einer Anzeigevorrichtung,
wie sie für die Vorrichtung von F i g.1 und 2 verwendet wird, im Schnitt.
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Aus F i g. 1 ist ersichtlich, daß die dort dargestellte Schleifvorrichtung
einen Arm 4 aufweist, an dessen einem Ende eine Klemmvorrichtung 5 befestigt ist,
die einen Edelstein 6 zum Schleifen auf eine Schleifscheibe 7 führt. Das andere
Ende 8 des Arms 4 ist drehgelenkig auf einer Grundplatte 9 befestigt. Das Drehgelenk
besteht aus einer sattelförmigen, einseitig offenen Gelenkhülse 10, die fest mit
dem Arm 4 verbunden ist und auf einer von Stützen 11 getragenen Stange 11 a drehgelenkig
aufliegt. Diese drehgelenkige Befestigung wurde gewählt, um jede schädliche, parallel
zur Scheibenebene der Schleifscheibe 7 erfolgende Bewegung des Arms auszuschließen.
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Unterhalb und etwa in der Mitte des Arms 4 ist ein Stoßdämpfer 12
angeordnet, der einen Zylinder oder ein Gefäß 13 aufweist, in dem sich ein Kolben
14 befindet. Eine in vertikaler Richtung verschiebliche Stange 15 berührt einerseits
die Oberfläche des Kolbens
14 und andererseits über eine
Kugel 16 die Unterseite des Arms 4. An dem oberen Ende der Stange
15 ist eine Stellschraube 17 angeordnet, so daß ein Ein- bzw. Nachstellen
der Vorrichtung durch Drehen der Schraube in einer der mittels Pfeilen
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angedeuteten Richtungen möglich ist. Eine Einstellung mittels der Schraube
17 dient zum Festlegen des Anfangsspiegels der Flüssigkeit innerhalb des Rohres
19 und gleichzeitig zur Einstellung des ausgleichenden Drucks auf den Arm,
um die Schleifkraft zu überwachen.
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Ein aufrecht stehendes Rohr 19 von geringem Durchmesser steht in leitender
Verbindung mit dem Zylinder 13. In den Zylinder und in das Rohr ist Quecksilber
eingefüllt. Wenn der Arm eine Abwärtsbewegung in Richtung eines Pfeiles 20 ausführt,
wird das Quecksilber in dem Rohr 19 hochgedrückt. Der jeweilige Flüssigkeitsspiegel
in dem Rohr wird in Verbindung mit einer Ablesevorrichtung auf einer benachbarten,
in Intervalle unterteilten Skala 21 dazu benutzt, um Aufschluß über das genaue Maß
des Abtrags zu erhalten, dem der Stein 6 durch den Schleifvorgang unterworfen ist.
Wie in F i g. 3 dargestellt ist, wird der Spiegel, den die Flüssigkeit in dem Rohr
19 erreicht, zusätzlich dazu benutzt, um den Schleifvorgang zu unterbrechen oder
einen Warnton auszulösen. Wenn beispielsweise der Schleifvorgang beendet werden
muß, da der Flüssigkeitsspiegel innerhalb des Rohrs die vorher festgesetzte Grenze
»6« erreicht hat, werden die Schaltglieder 22 durch die Flüssigkeit überbrückt,
und eine elektrische Leitung 23 wird dadurch geschlossen. Dadurch kann elektrischer
Strom fließen, der den Edelstein 6 von der Schleifscheibe abhebt.
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Nach einer anderen Ausführungsform der Erfindung ist ein Schwimmer
in das Rohr 19 eingesetzt, der derart -ausgebildet ist, daß er nach Zurücklegen
einer bestimmten Steigstrecke ebenfalls eine leitende Verbindung herstellt; wie
beispielsweise eine Verbindung der Leitung 23, der die Schaltglieder
22 angeschlossen sind. Mit Bezug auf die in F i g. 3 dargestellte Vorrichtung
ist festzustellen, daß für viele Verwendungszwecke die elektrische Leitung 23 lediglich
ein Glied einer Vielzahl von Leitungen 23 darstellt, die durch die angeschlossenen,
in die Flüssigkeit eintauchenden oder von einem Schwimmer erfaßten Schaltglieder
zur Bildung eines elektrischen Kreises geschlossen werden.
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In F i g. 1 ist ein Gewichtsstück 24 zu sehen, das auf dem rückwärtigen
Ende des Armes 4 angeordnet ist. Die Aufgabe dieses Gewichtsstückes ist vornehmlich
darauf gerichtet, eine ständige gleichmäßig ausgeübte Abwärtsbewegung des Kolbens
14 in dem Zylinder 13 herbeizuführen. Das Gewicht dieses Stückes wird mit Rücksicht
auf die besonderen Erfordernisse jedes Bearbeitungsvorganges gewählt.
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In F i g. 2 ist eine grundsätzlich ähnliche Vorrichtung dargestellt,
die zum Schneiden von Edelsteinen eingesetzt wird. Hier ist ein Arm 25 drehbar
auf einem Zapfen 26 gelagert, der seinerseits von Lagerböcken 27 getragen
ist. An dem der Lagerstelle gegenüberliegenden Armende ist eine Klemmvorrichtung
28 befestigt, die einen Edelstein 29 während eines Schneidvorganges, der mit der
Scheibe 30 herbeigeführt wird, festhält. Wenn dieser Arm um seine Lagerachse
schwenkt, drückt die einstellbare Schraube 31 den Kolben 32 der auch als Stoßdämpfer
wirkenden Einrichtung tiefer in den Zylinder 33. Die Verschiebung des Kolbens innerhalb
des Zylinders. bewirkt, daß Flüssigkeit aus dem Zylinder verdrägt wird und innerhalb
des Rohrs 34 aufsteigt. Eine neben dem Rohr 34 angeordnete Skala 35 zeigt in jedem
Augenblick die Schnitttiefe an.
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Ebenso wie bei der Vorrichtung, die in F i g. 1 dargestellt ist, kann
auch hier die Höhe, bis zu der der Flüssigkeitsspiegel aufsteigt, innerhalb der
Röhre 34 dazu verwendet werden, den Schneidvorgang selbsttätig zu unterbrechen
und bzw. oder einen Warnton auszulösen, wenn der Schneidvorgang bis zu einer bestimmten
Schnittiefe fortgeschritten ist. 36 ist ein verstellbares Gewicht, dessen
Druck einen stetig fortschreitenden Schnitt des Steines bewirken soll.