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Schreibtisch Die üblichen Schreibtische bestehen aus zwei im Abstand
aufgestellten Unterkästen und einer darüberliegenden Platte. Bei Metallschreibtischen
wird die Platte aus einer Blechtafel hergestellt. Ihre Ränder sind nach unten hin
mit einer ersten Abwinkelung und anschließend mit einer zweiten nach innen gerichteten
Abwinkelung versehen, so daß U-förmige Ränder entstehen. Die Platte wird mit einer
Kunststoff-Folie beklebt, um ein schönes Aussehen und eine glatte, haltbare Oberfläche
zu erzielen. Die Unterkästen werden als Blechschränke gebaut mit einer Öffnung an
der Vorderseite. Die Öffnung dient zum Einsetzen von Schubladen oder Türen. Die
Unterkästen sind meistens durch Schienen miteinander verbunden, welche mit Versteifungsschienen
unter der Tischplatte verschraubt werden.
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Bei Schreibtischen besteht das Bedürfnis, die Schreibtischfläche zu
vergrößern und zeitweise zwei oder mehr Personen Platz zu bieten. Bei einem bekannten
Schreibtisch aus Holz hat man unter der feststehenden Oberplatte ausziehbare Platten
angeordnet. Die Ausziehplatten weisen etwa die halbe Breite der Oberplatte auf.
Die vordere Ausziehplatte ist nach vorn, die hintere nach hinten ausziehbar. Die
Ausziehplatten sind an den Schmalseiten an den Decken der Unterkästen geführt und
werden von den Stirnkanten der Oberplatte überdeckt. Die Stimkanten der Oberplatte
weisen daher eine Höhe auf, welche der vierfachen Plattenstärke entspricht, dem
Schreibtisch ein plumpes Aussehen verleiht und die Raumausnutzung für die Unterkästen
und Schubladen erheblich einschränkt.
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Es liegt daher die Aufgabe vor, auch Metallschreibtische mit ausziehbaren
Platten zu versehen, dabei das Aussehen gegenüber den bisherigen Bauarten nicht
zu verändern und den ausnutzbaren Raum zu vergrößern.
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Bei einem Schreibtisch, Tisch od. dgl. mit einer Tischplatte aus Blech
mit durch Abwinkelungen verstärkten Randteilen ist nach der Erfindung im Hohlraum
der Tischplatte eine Ausziehplatte vorgesehen. Dazu ist die aus Blech gebildete
Ausziehplatte unter Zwischenschaltung von flachen Abstands- und Führungsmitteln
mit ihren U-förmig gestalteten Rändern in den U-förmigen Rändern der Tischplatte
gelagert.
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Dadurch ist es möglich, bei unveränderter Dicke der Oberplatte eine
fast ebenso große Ausziehplatte unterzubringen. Bei Gebrauch liegt die Ausziehplatte
fast in der gleichen Ebene wie die Oberplatte. Als Gleitmittel können Kunststoffgleiter,
-stäbe, -schienen oder -leisten dienen. Sie verhindern eine gegenseitige Berührung
und bewirken eine gegenseitige Ab-
stützung der Platten. Weitere Gleitmittel
sind an der inneren, quer zur Ausziehrichtung liegenden oberen Kante der Ausziehplatte
und an der Unterkante der Ausziehöffnuna, befestigt. Dadurch stützen sich die Oberplatte
und Ausziehplatte gegenseitig ab und verim steifen sich.
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Weiterhin kann auch die Oberplatte samt Ausziehplatte gegenüber den
Unterkästen schiebbar gemacht werden, indem der innere Führungsrand der Oberplatte
mit einem Fortsatz zum Untergreifen einer Z-förmigen Führungsschiene versehen ist,
welche auf der Decke des Unterkastens befestigt ist. Durch die mit geringen Mitteln
erzielbare Schiebbarkeit der Oberplatte werden die Hohlräume unterhalb der Platten
zugäng ,lich und können zur Unterbringuno, C von Gegenständen verwendet werden.
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Auch die der Führung der Oberplatte an den Randteilen und auf der
Oberfläche der Unterschrank-Decken dienenden Teile und Führungselemente tragen Gleitmittel,
die jegliche unmittelbare Berührung ausschließen und die Reibung auf wenige Berührungspunkte
beschränken.
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Trotz der Schiebbarkeit der Oberplatte kann das Schloß für die Verriegelung
des Schreibtisches und seiner Schubladen in der vorderen Stirnkante der Oberplatte
angeordnet werden. Dazu greift der Schließarm des Schließzylinders im -Ruhezustand
durch einen Schlitz der Unterkastendecke und wirkt über einen übertragungshebel
auf die Riegelleiste
ein. Damit sind die Schubkästen verschlossen,
und gleichzeitig ist die Oberplatte gegen Schieben gesichert.
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Die unterhalb der Oberplatte angeordneten Führungsmittel sind nach
vorn durch eine Blende und nach hinten durch eine bewegliche, federnde Blendenklappe
verdeckt. Die bewegliche Blendenklappe öffnet sich beim Zurückschieben der Oberplatte
und klappt wieder in ihre Grundstellung, sobald die Oberplatte ihrerseits die Grundstellung
einnimmt. Beim Ausziehen der Zusatzplatte bleibt die Blendenklappe geschlossen.
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Es kann zweckmäßig sein, die Tischplatten-Gesamtfläche nicht nur durch
Ausschieben einer in der Oberplatte angeordneten Unterplatte zu vergrößern, sondern
auch ihre ursprüngliche Lage nach rechts oder links in schräger Richtung zu verändern
um z. B. einem Besucher die Möglichkeit zu geben, seine Unterlagen auszubreiten
und über eine Schreibfläche zu verfügen.
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Dazu sind zwei untere Führungsschienen in einer Richtung des Tisches,
vorzugsweise an den gegenüberliegenden Innenseiten der Unterkästen, und zwei obere
Schienen in der anderen Richtung im vorderen Hohlraum der Oberplatte befestig und
zwischen den sich kreuzenden Schienen ist ein Führunasschieber angeordnet, dessen
unterer Teil in den unteren Schienen und dessen oberer Teil in den oberen Schienen
schiebbar geführt ist. Der in die Führungsschienen eingreifende Führungsschieber
hält die Platten stets in waagerechter Lage und läßt ein Abheben der Oberplatte
nicht zu. Die Seitenwände der Unterkästen sind bündig mit den unteren Führungsschienen
und bilden Hohlräume zur Aufnahme von Gegenständen, welche durch Schieben der Oberplatte
freigelegt oder verschlossen werden können.
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Wie im vorhergehenden Beispiel können an der vorderen Stirnseite der
Oberplatte Schlösser angeordnet sein, welche durch Schlitze in die Unterkästen greifen
und die Verriegelungsstangen betätigen.
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Außerdem können Feststeller, wie Riegel, Klinken od. dgl. zwischen
Oberplatte und Ausziehplatte und zwischen Oberplatte und Unterkasten angeordnet
sein, welche die Platten in bestimmter Lage festhalten.
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Selbstverständlich kann statt eines Schreibtisches mit Unterkasten
ein Tischgestell mit solchen schiebbaren und ausziehbaren Platten versehen werden,
was z. B. bei Konferenztischen nützlich ist. Hierdurch wird der Konferenzraum nur
für gewisse Zeiten durch die ausgezogenen Tischflächen in Anspruch genommen, während
er in der übrigen Zeit anderen Zwecken dienen kann.
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Einige Ausführungsbeispiele nach der Erfindung werden an Hand der
Zeichnungen erläutert. Es zeigt F i g. 1 eine schaubildliche Ansicht eines
Schreibtisches mit etwas zurückgeschobener Oberplatte und zum Teil ausgezogener
Unterplatte, F i g. 2 einen lotrechten Querschnitt durch die obere linke
Seite, F i g. 3 eine Vorderansicht der linken oberen Ecke, F i
g. 4 eine Draufsicht auf die linke Seite, F i g. 5 ein weiteres Beispiel
mit einer nach allen Seiten schiebbaren Platte und einer zusätzlichen Ausziehplatte,
F i g. 6 einen lotrechten Querschnitt durch die Mitte des Tisches, F i
g. 7 eine Vorderansicht der linken Hälfte des Tisches, zum Teil im Schnitt,
und F i g. 8 eine Draufsicht dazu, zum Teil geschnitten. Der in F i
g. 1 dargestellte Schreibtisch besteht aus einer Oberplatte 1, einer
in der Oberplatte schiebbar gelagerten Ausziehplatte 25 und aus zwei Unterkästen
3 mit Schubladen 17. Die Unterkästen 3 sind durch ein Zwischenstück
zu einem Gestell verbunden.
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Die aus kunststoffbeschichtetem Blech bestehende Oberplatte
1 ist an der Vorderseite und an den beiden Schmalseiten mit einer ersten,
nach unten gerichteten Abwinkelung 1 a und anschließend mit einer nach innen
gerichteten zweiten Abwinkelung 1 b versehen. Die beiden Abwinkelungen
1 a, 1 b
bilden einen U-förmigen Rand. An der Rückseite ist
die Oberplatte 1 zur Versteifung mit einem Umbug 1 c
(F i g. 2) versehen.
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Unterhalb der Oberplatte 1 liegt die ebenfalls aus kunststoffbeschichtetem
Blech bestehende Ausziehplatte 25. Sie weist an allen Rändern eine erste,
nach unten gerichtete Abwinkelung 25 a auf. An den Schmalseiten schließt
sich an die erste Abwinkelung (s. F i g. 3) eine zweite und dritte Abwinkelung
25 b
und 25 c an. Die erste und zweite Abwinkelung
25 a,
25 b ist den Abwinkelungen 1 a, 1 b
so angepaßt, daß sich die Ränder der Ausziehplatte in den Rändern der Oberplatte
mit Hilfe von Gleitmitteln, z. B. Kunststoffgleitern 27, führen. Die Platten
selbst und ihre Ränder berühren sich nicht unmittelbar. Die Gleitmittel sind zum
Teil an der Oberplatte und zum Teil an der Unterplatte angebracht. So ist die Oberseite
der Ausziehplatte nur an der inneren Längskante, die Oberplatte dagegen an der Unterseite
nur an der hinteren Längskante mit Gleitern versehen. Weiterhin sind Gleitmittel
zwischen den ersten und zweiten Abwinkelungen der beiden Platten so angebracht,
daß die Ausziehplatte sowohl in der Seitenrichtunc, als auch in der Höhenrichtung
geführt ist. Die Ausziehplatte kann auch nach vorn oder auch nach vorn und rückwärts
ausziehbar gemacht werden.
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Die Oberplatte kann an dem Unterbau befestigt sein. Sie kann auch
mit geringem Aufwand schiebbar am Unterbau geführt sein. In F i g. 1 ist
sie nach rückwärts schiebbar. Dazu sind die gegenüberliegenden Ränder
1 b der Oberplatte 1 mit L-förmigen Fortsätzen 1 d, 1
e versehen, wie F i g. 3 zeigt. Die Fortsätze 1 e greifen unter Z-förmige
Führungsschienen 26, welche an der Decke des Unterkastens 3
befestigt
sind. Am Unterkasten 3 und an den Führungsschienen 26 angebrachte
Gleiter führen die Fortsätze 1 d, 1 e in waagerechter und lotrechter
Richtung. Der Spalt zwischen Oberplatte 1 und Unterkasten wird durch feststehende
Blenden 33
(F i g. 2), an der Rückseite jedoch durch eine klappbare
Blende 34 abgedeckt. Beim Ausziehen der Ausziehplatte wird die klappbare Blende
34 weggedrückt, beim Einschieben schwenkt eine Feder die klappbare Blende 34 wieder
hoch.
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Trotz der Schiebbarkeit der Oberplatte gegenüber dem Unterbau kann
das Schloß 8 zum Verschließen der Schubladen 17 in der Stirnseite
1 a der Oberplatte 1 angebracht werden. Dazu weist das Schloß
8
einen Schließarm 29 (F i g. 2) auf, welcher durch einen Schlitz
28 (F i g. 4) in der Decke des Unterkastens 3 greift und damit
die Oberplatte 1 in der
Ruhestellung festlegt. Weiterhin
wirkt der Schließarm29 auf einen doppelarrnigen Übertragungshebel 30 ein,
welcher an der Unterseite der Kastendecke an einem Halter31 gelagert ist. Das hintere
Ende des übertragungshebels greift in einen Schlitz im Kopfteil12 einer Schubladenverriegelungsstange13
ein, welche durch eine Feder 32 nach unten gezogen wird und dadurch die Verriegelung
löst.
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Ein weiteres Ausführungsbeispiel ist in den F i g. 5
bis
8 dargestellt. Dort ist die Oberplatte 1 nicht nur nach rückwärts,
sondern auch nach der Seite schiebbar. Sie kann in jeder Richtung geschoben werden.
Dazu ist im Hohlraum der Oberplatte an der Vorderseite eine C-förmige Schiene
36, und am Unterbau sind zwei senkrecht dazu gerichtete Schienen
35 mit U-förinigem Querschnitt (s. F i g. 5
und 6) befestigt.
Zwischen den sich kreuzenden Schienen ist ein Führungsschieber 37 angeordnet,
dessen unterer Teil 37 b in die Unterkastenschienen 35 und dessen
oberer Teil 37 a in die Plattenschiene 36 eingreift. Der Führungsschieber
37 kann also mitsamt der Oberplatte 1 nach rückwärts geschoben werden.
Unabhängig davon kann die Oberplatte 1
entlang dem oberen Führungsschieberteil
37 a nach links oder rechts geschoben werden. Durch Schieben nach rückwärts
und nach rechts kann die in F i g. 5
gezeigte Stellung erzielt werden.
Der Führungsschieber 37 ist in den Führungsschienen 35, 36
durch Kunststoffgleitmittel 38 geführt. Dabei sind die Führungsschieber so
ausgebildet, daß sie die Schreibtischplatten stets in ihrer waagerechten Lage halten
und ein Abheben nicht zulassen. Die Unterschränke sind mit ihren drei Außenseitenwänden
so weit hochgezogen, daß sie die Führungsschienen 35 überragen. Dadurch bilden
sich Hohlräume 39 an der Oberseite der Unterschränke, die zur Unterbringung
von Gegenständen geeignet sind und die durch Schieben der Tischplatte freigelegt
oder verschlossen werden können. Zu dem gleichen Zweck kann auch im freien Mittelraum
ein Behälter 40, der nach oben offen ist, unter der Tischplatte vorgesehen werden.
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Auch in diesem Falle können an der schiebbaren Oberplatte die Schlösser
angeordnet sein, die, wie vorbeschrieben, durch Schlitze in die Unterschränke eingreifen
und dort die Verschluß- und Verriegelungselemente betätigen.
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Ergänzend sei bemerkt, daß die Unterplatte zumindest teilweise auf
den Unterschränken bzw. auf oder an diesen angeordneten Teilen oder auch auf Traversen
oder auf einem Tischgestell aufliegen kann, wobei entsprechende Gleitmittel vorgesehen
sind und sie in dieser Weise abgestützt wird.