-
Photographische Kamera mit Einstellern für Blende, Belichtungszeit
und Entfernung Zusatz zum Patent: 1181048 Die Erfindung betrifft eine photographische
Kamera mit Einstellern für Blende, Belichtungszeit und Entfernung, wobei die Einsteller
für Belichtungszeit und Entfernung miteinander gekuppelt und über einen gemeinsamen
Stellring einstellbar sind sowie der Stellring mit dem Stellhebel eines von einer
lichtempfindlichen Zelle beeinflußten Meßwerkes gekuppelt ist, dessen Zeiger den
Einsteller der Objektivblende steuert, nach Patent 1181048.
-
Es ist bereits eine Kamera dieser Art vorgeschlagen worden, wobei
nach Maßgabe einer sogenannten Motivskala sowohl die Bewegungs- als auch die Entfernungsverhältnisse
häufig wiederkehrender Motive mit einem einzigen Stellring eingebaut werden können.
Ein wahlweises Abweichen von der jeweils vorgegebenen Paarung von Bewegung und Entfernung
ist dort nicht möglich.
-
Da mitunter kombinierte Motive, wie Sport und Landschaft, auftreten
und dieser Kombination die Einstellung der Kamera angepaßt werden soll, ist es Aufgabe
der Erfindung, eine zusätzliche Relativverstellung zwischen den Einstellern für
Belichtungszeit und Entfernung vorzusehen.
-
Erfindungsgemäß wird das dadurch erreicht, daß der Zeiteinstellring
mit dem gemeinsamen Stellring in unterschiedlichen relativen Stellungen durch eine
Rastvorrichtung kuppelbar ist, wobei in dem mit dem Entfernungseinsteller starr
gekuppelten Stelltubus Rasten vorgesehen sind, in die der federnde Raststift eines
verzahnten Rastrings eingreift, und daß eine einerseits im Stellring und andererseits
im Anzeigering gelagerte Welle vorgesehen ist, deren Stellritzel mit dem Rastring
und deren übertragungsritzel über ein Zwischenritzel mit einer Verzahnung des Zeiteinstellringes
im Eingriff steht. Das Zwischenritzel ist vorgesehen, um einen Gleichlauf des Stellrings
mit dem Zeiteinstellring zu erhalten.
-
Die Einzelheiten der Erfindung sind an einem dargestellten und beschriebenen
Ausführungsbeispiel erläutert. Es zeigt F i g. 1 einen Schnitt durch die Einstellvorrichtung
und F i g. 2 die Rückseite der Einstellvorrichtung.
-
Mit dem Kameragehäuse 1 ist der Objektivträger 2 mittels Schrauben
3 fest verbunden, der seinerseits über Schrauben 4 die Objektivführung 5 trägt (vgl.
F i g. 1). Durch einen in Richtung der optischen Achse verlaufenden Schlitz 6 in
der Objektivführung 5 ragt der Stift 7 eines in Richtung der optischen Achse verstellbaren
Objektivs B. Besagter Stift 7 greift in die Steuerkurve 11 eines Entfernungseinstellers
12, der ebenfalls durch die Schrauben 4 drehbar am Objektivträger 5 gehalten wird.
Im Objektiv 8 ist eine Blende 42 bekannter Bauart vorgesehen, dessen mit dem drehbaren
Blendenring 9 befestigter Zapfen 10 rückwärts aus dem Objektiv 8 ragt. Der Zapfen
10 steht in starrem Eingriff mit einem Blendeneinsteller 41, dessen erster Lappen
13 im Weg des Spannhebels 14 (vgl. F i g. 2) des Objektivverschlusses 15 liegt,
während sein zweiter Lappen 16 mit einem durch die Feder 17 belasteten Stellschieber
18 ebenfalls starr im Eingriff steht. Im Weg der Treppenkurve 19 des Stellschiebers
18 pendelt der Zeiger 20 eines Galvanometers 21, welches in bekannter Weise von
einem Photoelement 22 beeinflußt wird und durch den Zeiger 20 den Hub des Stellschiebers
18 begrenzt.
-
Am Objektivträger 2 (vgl. F i g. 1) ist mittels der Schrauben 23 der
Objektivverschluß 15 befestigt, auf dessen dem Objektiv 8 zugekehrter Seite ein
Stellring 24 drehbar gelagert ist. Dieser Stellring 24 ist einerseits über den Arm
25 mit dem Entfernungseinsteller 12 und andererseits über den Arm 26 mit dem Anzeigering
30 formschlüssig verbunden, dessen Zeigerkurve 32 einen von einer Feder 33 mit der
Zeigerkurve 32 im Eingriff gehaltenen Motivzeiger 34 steuert. In dem Anzeigering
30 einerseits und dem Stellring 24 andererseits ist die Welle 52 gelagert, welche
die Ritzel 43 (Stellritzel) und 44 (übertragungsritzel) trägt.
-
Das übertragungsritzel 44 kämmt mit einem ebenfalls im Anzeigering
30 gelagerten Zwischenritzel 45, das sich mit einer Verzahnung 46 des Zeiteinstellringes
27
im Eingriff befindet; der Zeiteinstellring 27
steuert in bekannter Weise durch
eine Zeitkurve 55 beliebiger Gestalt eine Regelvorrichtung 56 für unterschiedliche
Belichtungszeiten. Ferner weist der Zeiteinstellring 27 eine Führungskurve 36 auf,
durch die über einen Führungsstößel 39 der von einer Stellfeder 37 gegen den Führungsstößel
39 gezogene Stellhebel 38 des Galvanometers 21 bewegbar ist. In einem als Frontkappe
ausgebildeten Stehtubus 29 sitzt ein Kupplungsstift 28, der mit dem Stellring
24
im Eingriff steht.
-
Das Stellritze143 kämmt mit der Verzahnung des Rastringes
47, der mittels der in Rastkerben 48 des Stelltubus 29 eingreifenden
und durch die Rastfeder 50 belasteten Rastnase 49 in unterschiedlichen
Stellungen mit dem Stelltubus 29 kuppelbar ist. Der Rastring 47 weist eine
Marke 51 auf, mit der er gegenüber der gehäusefesten Belichtungszeitskala
52
und der auf dem Stehtubus 29 vorgesehenen Motivmarke 53 einstellbar ist.
-
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Durch Drehen des Spannhebels
14 im Uhrzeigersinn (vgl. F i g. 2) wird der Objektivverschluß gespannt. Dabei nimmt
der Spannhebel 14 den Lappen 13 des Blendeneinstellers 14 mit,
wobei über den Lappen 16
der Stellschieber 18 entgegen der Feder
17 vom Zeiger 20 des Galvanometers 21 abgehoben wird. In der Spannstellung
werden der Spannhebel 14 und damit der Blendeneinsteller 41 vom Auslösehebel
40 gehalten.
-
Durch Drehen des Stelltubus 29 werden über den Stellring 24 der Entfernungseinsteller
12 und der Zeiteinstellring 27 gemeinsam gedreht. Dabei verschiebt sich das Objektiv
8 in der Objektivführung 5; gleichzeitig stellt sich entsprechend der Ausbildung
der Zeitkurve 55 am Zeiteinstellring 27 jeweils die der eingestellten Entfernung
zugeordnete Belichtungszeit ein. Die Drehung des Zeiteinstellrings 27 bewirkt über
das Zahnradgetriebe 46, 45, 33 eine entsprechende Drehung des Anzeigerings
30. Über diesen wird die dabei eingestellte Paarung von Belichtungszeit und Entfernung
über die Tastkurve 32 und den Motivzeiger 34 an Hand einer Motivskala 35 sichtbar,
so daß jede Überlegung hinsichtlich der dem aufzunehmenden Motiv zufolge einzustellenden
Werte für Belichtungszeit und Entfernung entfällt. Darüber hinaus wird beim Drehen
des Zeiteinstellrings 27 die Belichtungszeit als Führungsgröße dem Galvanometer
21 mitgeteilt (vgl. F i g. 2), indem die Steuerkurve 36 des Zeiteinstellringes 27
über den Führungsstößel 39 das Galvanometer 21 schwenkt.
-
Befindet sich bei der gemeinsamen Einstellung von Belichtungszeit
und Entfernung durch den Stehtubus 29 die Marke 51 des Rastringes 47 gegenüber der
Motivmarke 53, dann erfolgt motivgerechte Einstellung, d. h., die Paarungen der
Werte für Belichtungszeit und Entfernung entsprechen den häufig wiederkehrenden
Motiven wie Sport, Landschaft, Gruppe oder Porträt. Mit Hilfe der Marke 51 kann
an der Belichtungszeitskala 52 zur Kontrolle die jeweils selbsttätig eingestellte
Belichtungszeit abgelesen werden.
-
Von dieser motivgerechten Einstellung kann der Photographierende wahlweise
durch Lösen der Rastverbindung 48, 49 und Drehen des Rastrings
47
gegenüber dem Stelltubus 29 abweichen. Dabei verläßt die Marke 51 die Motivmarke
53 und wird dem gewünschten Wert der Belichtungszeitskala 52 gegenüber eingestellt.
Weil Stellring 24 und Anzeigering 30
während dieser Einstellung stehenbleiben,
dreht der Rastring 47 über das Stellritzel 43 die Welle
54. Über das mitbewegte Übertragungsritzel44 und das Zwischenritzel 45 wird
dabei der Zeiteinstellring 27 gedreht. Der gegenüber der Marke 51 ablesbare Wert
der Belichtungszeitskala 52 wird über die Zeitkurve 55 der Belichtungszeitregelvorrichtung
56 und über die Steuerkurve 36 dem Galvanometer 21 mitgeteilt.
-
Wird dann der Auslösehebe140 betätigt, so läuft der Spannhebel 14
des Objektivverschlusses 15 ab, dem der Lappen 13 des Blendeneinstellers
43 infolge der Feder 17 am Stellschieber 18 so lange folgt, bis sich
die Treppenkurve 19 des Stehschiebers 18 gegen von der herrschenden Helligkeit und
der eingestellten Belichtungszeit beeinflußten Zeiger 20 des Galvanometers
21 legt.