DE1139971B - Verfahren zur Herstellung von Butylkautschuk enthaltenden Covulkanisaten - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Butylkautschuk enthaltenden CovulkanisatenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von vulkanisierten Mischungen
aus Butylkautschuk und Naturkautschuk, kautschukartigen Mischpolymerisaten aus Butadien
und Styrol und/oder kautschukartigen Mischpolymeren aus Butadien und Acrylsäurenitril durch Zugabe von
Wismutoxyden oder Kupfer (I)-oxyd als Covulkanisationshilf smittel und Vulkanisation dieser Mischungen
auf bekannte Weise mit Schwefel oder schwefelhaltigen Vulkanisationsmitteln. Die erfindungsgemäße Verwendung
der vorstehend genannten Metalloxyde ist besonders wirksam, wenn als Beschleunigungsmittel
sogenannte »Ultrabeschleuniger« verwendet werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren besteht darin, daß man eine Mischung herstellt, die aus 100 Gewichtsteilen einer Mischung von 1 bis 99 Gewichtsteilen
Butylkautschuk und 99 bis 1 Gewichtsteil mindestens einer anderen stark ungesättigten Kautschukart,
Schwefel, etwa 2 bis 30 Gewichtsteilen (vorzugsweise etwa 3 bis 20 Gewichtsteilen) eines Wismutoxyds oder
Kupfer (I)-oxyds, etwa 0 bis 50 Gewichtsteilen Zinkoxyd und einem Vulkanisations-Ultrabeschleuniger
besteht. Diese Mischung wird dann bei einer Temperatur von etwa 120 bis 2050C etwa 1 Minute bis etwa
mehrere Stunden lang oder noch länger vulkanisiert, wobei verbesserte Covulkanisate entstehen.
Man kann auch Mischungen aus unvulkanisiertem Butylkautschuk, regeneriertem Butylkautschuk und/
oder teilweise vulkanisiertem Butylkautschuk mit den vorstehend genannten Kupfer (I)- und/oder Wismutoxyden
und einem stark ungesättigten natürlichen oder synthetischen Kautschuk verarbeiten. Diese
Mischungen können dann nach bekannten Verfahren durch Zugabe von zur Vulkanisation erforderlichen
Mengen Schwefel und/oder eines schwefelhaltigen Vulkanisationsmittels und wahlweise, jedoch vorzugsweise
mit üblichen Mengen (d. h. etwa 0 bis 30 Teilen, vorzugsweise etwa 5 bis 10 Gewichtsteilen auf 100 Gewichtsteile
der genannten Kautschuke) Zinkoxyd, etwa 0 bis 5 Gewichtsteilen an Vulkanisationsultrabeschleunigern,
wie z. B. Tetraalkylthiuramsulfiden, Alkylthiocarbamaten, wie z. B. Diäthyldithiocarbamat
oder Zinkdithiocarbamat, vulkanisiert werden.
Man hat es bisher für unmöglich gehalten, zufriedenstellende
Vulkanisate aus Gemischen von Butylkautschuk mit stärker ungesättigten kautschukartigen
Polymerisaten herzustellen, insbesondere wenn die Menge des stark ungesättigten Kautschukpolymerisats
über 4 Gewichtsprozent liegt. Bisher haben die Mischungen von Butylkautschuk und stärker ungesättigten
Kautschukarten beim Vulkanisieren ein Produkt ergeben, bei dem starke Blasenbildung auf-
Verfahren zur Herstellung
von Butylkautschuk enthaltenden
Covulkanisaten
Anmelder:
Esso Research and Engineering Company, Elizabeth, N. J. (V. St. A.)
Vertreter:
Dr. W. Beil, Rechtsanwalt,
Frankfurt/M.-Höchst, Antoniterstr. 36
Frankfurt/M.-Höchst, Antoniterstr. 36
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 30. Dezember 1955 (Nr. 556511)
V. St. v. Amerika vom 30. Dezember 1955 (Nr. 556511)
tritt und bei dem die Porosität der Vulkanisate hoch ist. Im allgemeinen sind die vulkanisierten Produkte
derartiger Mischungen nicht homogen, sondern bestehen aus Schichten, die zur Lagentrennung neigen.
Weiterhin ist ihre Zugfestigkeit gering.
Die Unfähigkeit von gewöhnlichem Butylkautschuk, sich in allen Mengenverhältnissen mit stark ungesättigten
Kautschukarten vulkanisieren zu lassen, die von G. S. Whitby in »Synthetic Rubber«, Ausgabe
1954, hervorgehoben wird, hinderte bisher die Verwendung von Butylklautschuk in kautschukhaltigen
Gegenständen, wie z. B. verschiedenen Schichtstrukturen, biegsamen Kautschukriemen, Schläuchen und
Kautschukreifen, bei denen eine Mischung verschiedener Kautschukarten erwünscht ist.
Der erfindungsgemäße Vorteil war besonders überraschend, da Wismutoxyde oder Kupfer (I)-oxyd die
Vulkanisation von Butylkautschuk an sich verzögern.
Erfindungsgemäß wurde aber festgestellt, daß die Verwendung von Wismutoxyden oder Kupfer (I)-oxyd
die Vulkanisationsgeschwindigkeit von Mischungen aus Butylkautschuk und stark ungesättigten Kautschukarten
erhöht. Tatsächlich ist die Vulkanisationsgeschwindigkeit der erfindungsgemäßen kautschukartigen
Mischungen größer als die Vulkanisationsgeschwindigkeit eines ihrer Bestandteile.
209 708/353
Der erfindungsgemäße Butylkautschuk besteht aus einem Mischpolymerisat aus einem größeren Teil
eines Isoolefins, z. B. einem relativ niedrigmolekularen, 4 bis 8 C-Atome enthaltenden Isoolefin (z. B. Isobutylen)
und einer kleineren Menge eines 4 bis 14 C-Atome enthaltenden Polyolefins. Das Mengenverhältnis von
Isoolefin zu Polyolefin beträgt vorzugsweise etwa 85 bis 99,5% ™ etwa 15 bis 0,5%. Das Polymerisationsprodukt
von Isobutylen und Isopren wird bevorzugt.
Typische stark ungesättigte Kautschukarten für die Verwendung in den erfindungsgemäßen Gemischen
sind, wie vorstehend erwähnt, Mischpolymerisate von Butadien und Styrol, Naturkautschuk und das Polymerisat
von Butadien und Acrylsäurenitril.
Die Mengen des in Verbindung mit dem stark ungesättigten Kautschuk verwendeten Butylkautschuks
können stark variieren, z. B. zwischen 99 Gewichtsprozent Butylkautschuk auf 1 Gewichtsprozent des
ungesättigten Kautschuks und 1 Gewichtsprozent des Butylkautschuks auf 99 Gewichtsprozent ungesättigten
Kautschuk. Das Mengenverhältnis der Komponenten hängt weitgehend von dem für das Produkt vorgesehenen
Verwendungszweck ab.
Die Menge des verwendeten Wismutoxyds oder Kupfer (I)-oxyds kann gleichfalls verändert werden. Im
allgemeinen ist die Verwendung von etwa 3 bis 30 Gewichtsprozent und vorzugsweise 3 oder 5 bis 20 %>
bezogen auf das Gesamtgewicht des anwesenden Kautschuks, vorteilhaft. Die Menge des Beschleunigers
ändert sich etwas in Abhängigkeit von der verwendeten Verbindung. Im allgemeinen wird die Verwendung von
0,1 bis 2,0 Gewichtsteilen eines Ultrabeschleunigers, bezogen auf die Menge an Kautschuk, bevorzugt.
Die Vulkanisationsbedingungen können bei Temperatüren zwischen etwa 120 und 205° C, vorzugsweise
etwa 140 und 160°C, und Reaktionszeiten zwischen etwa einer Minute und etwa mehreren Stunden oder
darüber liegen. Bevorzugte Reaktionszeiten liegen zwischen etwa 10 Minuten und 2 Stunden. Besonders
günstig ist die Vulkanisation bei etwa 137 bis 160° C in Gegenwart von etwa 3 bis 50 Gewichtsteilen
Zinkoxyd.
bestanden. Bei diesen Versuchen wurden die folgenden
Ergebnisse erzielt:
^vulkanisationsmittel
3
4
5
4
5
1 Bi2O3
2 Bi2O5
Cu2O
SnO
SnO2
6 ThO2
7 ZrO2
8 Fe(SCN)2
9 TiO2
10 MnO2
11 PbS
12 PbCl2
13 MnO2
14 Bariumricinoleate
15 Normales Calciumstearat
16 HgO
17 BaO
Zugfestigkeit (kg/cm*)
90,70 79,80 76,30 43,25 45,00 40,80 42,50 48,70 46,00
42,90 46,40 50,60 42,90 30,25 22,10 47,80 37,60
Es wurde eine Grundmischung aus Butylkautschuk
und Butadien-Styrol-Kautschuk mit üblichen Füllstoffen und Vulkanisationsmitteln hergestellt, die die
folgende Zusammensetzung hatte:
Aus dem vorstehenden ergibt sich, daß die ein Wismutoxyd oder Kupfer(T)-oxyd enthaltenden Mischungen
Produkte mit zufriedenstellenden Zugfestigkeiten von etwa 77 bis 91 kg/cm2 ergeben,
während andere Verbindungen Zugfestigkeiten von etwa 21 bis 49 kg/cm2 ergeben; zufriedenstellende
Zugfestigkeiten liegen oberhalb von 70 kg/cm2. Weiterhin
waren die kautschukartigen Produkte, die in Gegenwart von Wismutoxyden oder Kupfer(I)-oxyd
covulkanisiert worden waren, dichte, homogene kautschukartige Produkte, während die anderen
Produkte poröse, nicht homogene Mischungen waren. In gleicher Weise wurden schlechte Ergebnisse bei
Verwendung von 5 Gewichtsteilen Kupfer(II)-oxyd, Nickeloxyd, Antimontrioxyd, Chromtrioxyd, Vanadinpentoxyd
oder Vanadintrioxyd in Mischungen erzielt, die sonst die gleichen Bestandteile enthielten wie die
ursprünglicheButylbutadien-Styrol-Kautschuk-Grundmischung.
Die folgenden drei Proben A, B, C wurden auf einer Laboratoriumsmischwalze verarbeitet:
Naturkautschuk (smooked sheets) 100
Zusammensetzung
Butylkautschuk
Butadien-Styrol-Kautschuk
Halbverstärkender Gasruß
Halbverstärkender Gasruß
Zinkoxyd
Stearinsäure
Tetramethylthiuramdisulfid
Schwefel
Schwefel
Gewichtsteile
Zinkoxyd
Schwefel
Stearinsäure
2-Mercapto-benzthiazol
75
25
50
5,0
0,5
1,0
3,0
5,0
0,5
1,0
3,0
55
Butylkautschuk 100
Kanalruß mit mittlerer Verarbeitbarkeit ... 50
Stearinsäure 0,5
Zinkoxyd 5
Tetramethylthiuramdisuhid 1,25
Schwefel 2
Siebenzehn Proben der vorstehenden Zusammen-
setzung wurden bei 152,8°C 40 Minuten lang in 65 Regenerierter Butylkautschuk 166
Gegenwart von 5 Gewichtsteilen der verschiedenen Zinkoxyd , 3
Covulkanisationsmittel vulkanisiert, von denen drei Tetramethylthiuramdisuhid 1,25
entweder aus Wismutoxyden oder aus Kupfer(I)-oxyd Bi2O3 10
Diese Proben wurden dann in den folgenden Gewichtsmengen vermischt und anschließend 30 Minuten
lang bei 152,80C vulkanisiert.
| Probe | 1 | 2 | Mischungen | 4 | 5 | 6 |
| 3 | 3 | 3 | 9 | 9 | 9 | |
| A ... | 90 | 3 | 90 | 45 | ||
| B ... | 90 | 45 | 90 | 45 | ||
| C ... | 45 | |||||
10
Es wurden Produkte mit den folgenden physikalischen Eigenschaften erhalten:
Zugfestigkeit,
kg/cm2...
kg/cm2...
Dehnung,
73,80
560
560
45,70
505
505
114
605
605
75,90
545
545
29,50
475
90,00 570
Die Mischungen 1, 3, 4 und 6, die Bi2O3 enthalten,
haben hinsichtlich der Zugfestigkeit und Dehnung zufriedenstellende physikalische Eigenschaften im
Gegensatz zu den Mischungen 2 und 5, die kein Bi8O3 enthalten. Ferner haben die vulkanisierten
Proben der Mischungen 2 und 5 ein eigenartiges poröses, gesprungenes, blasiges und nichthomogenes
Aussehen, das für »verunreinigten« Butylkautschuk charakteristisch ist.
Eine besonders vorteilhafte Verwendungsmöglichkeit für die erfindungsgemäßen Butylkautschuk-Covulkanisate
ist die Verwendung in Luftreifen mit Schläuchen oder in schlauchlosen Reifen. S.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung zusammenvulkanisierter Gemische aus Butylkautschuk mit einem
stärker ungesättigten Kautschuk, wie Naturkautschuk, Butadien-Styrol-Kautschuk und Butadien-Acrylsäurenitril-Kautschuk
oder Gemischen dieser Kautschukarten, dadurch gekennzeichnet, daß man der Mischung aus Butylkautschuk und
stärker ungesättigtem Kautschuk, Cupro- oder Wismutoxyd zusetzt und das Gemisch mit Schwefel
oder schwefelhaltigen Vulkanisationsmitteln in bekannter Weise vulkanisiert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß als Butylkautschuk das Polymerisationsprodukt aus einer Hauptmenge Isobutylen
und einem kleineren Teil eines konjugierten Diolefins mit 4 bis 10 C-Atomen verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man zu etwa 100 Gewichtsteilen einer Mischung aus Butylkautschuk und
mindestens einem der stärker ungesättigten Kautschuke zur Vulkanisation ausreichende Mengen
Schwefel, vorzugsweise 5 bis 25 Teile auf 100 Teile des gesamten Kautschukkohlenwasserstoffes und
etwa 2 bis 30 Gewichtsteile Cupro- oder eines Wismutoxyds oder Gemische dieser Oxyde zusetzt
und die erhaltene Mischung in Gegenwart von bis zu 5 Gewichtsteilen eines schwefelhaltigen
Vulkanisationsbeschleunigers und etwa 0,1 bis 5,0 Gewichtsteilen eines schwefelhaltigen Vulkanisations-Ultrabeschleunigers
bei etwa 120 bis 2050C vulkanisiert.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Industrial and Engineering Chemistry, 45 (1953), bis 386.
Industrial and Engineering Chemistry, 45 (1953), bis 386.
© 209 708/353 11.62
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US556511A US2897164A (en) | 1955-12-30 | 1955-12-30 | Butyl rubber co-vulcanizates |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1139971B true DE1139971B (de) | 1962-11-22 |
Family
ID=24221646
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEE13456A Pending DE1139971B (de) | 1955-12-30 | 1956-12-31 | Verfahren zur Herstellung von Butylkautschuk enthaltenden Covulkanisaten |
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