DE1137734B - Verfahren zur Herstellung von basischen 1, 3-Dihalogenphen-thiazinderivaten - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von basischen 1, 3-Dihalogenphen-thiazinderivatenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von basischen 1,3-Dihalogenphenthiazinderivaten
der allgemeinen Formel
(D
worin die Substituenten X und Y gleiche oder verschiedene Halogenatome, A eine gerade oder verzweigte
Alkylenkette mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen und R1 sowie R2 Wasserstoffatome oder Alkylreste
mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen bedeuten, welche mit dem Stickstoffatom ein heterocyclisches Ringsystem, das noch ein weiteres Heteroatom enthalten
kann, bilden können. Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß man in an
sich üblicher Weise basische Ester der 1,3-Dihalogenphenthiazin-10-carbonsäure
der allgemeinen Formel Verfahren zur Herstellung von basischen 1,3-Dihalogenphen-thiazinderivaten
Anmelder:
SPOFA, sdruzeni podniku pro
zdravotnickou vyrobu, Prag
zdravotnickou vyrobu, Prag
Vertreter: Dipl.-Ing. A. Spreer, Patentanwalt,
Göttingen, Gronerstr. 37
Göttingen, Gronerstr. 37
Beanspruchte Priorität:
Tschechoslowakei vom 3. September 1958 (Nr. 4508)
Tschechoslowakei vom 3. September 1958 (Nr. 4508)
Dr. Jaromir Hebky
und Dr. Jiri Kejha, Prag,
sind als Erfinder genannt worden
HO —A —N
Ri
R2''
(III)
(Π)
COO —A —N
Ri
R/
worin X, Y, A, Ri und R2 dasselbe wie in Formel I
bedeuten, einer thermischen Decarboxylierung unterwirft, die beim Erhitzen auf 150 bis 250° C erfolgt.
Diese Operation kann entweder ohne Lösungsmittel oder in Gegenwart von inerten Lösungsmitteln,
z. B. Diphenyl oder Chinolin durchgeführt werden. Das Reaktionsprodukt wird dann in ein
geeignetes Salz übergeführt, welches durch Kristallisation weiter gereinigt wird.
Der als Ausgangsmaterial dienende basische Ester der Formel II läßt sich durch Reaktion von 1,3-Dihalogen-phenthiazin-10-carbonsäurechlorid
mit einem Aminoalkohol der allgemeinen Formel
(A, R1 und R2 bedeuten dasselbe wie in Formel I)
gewinnen, das Phenthiazin-10-carbonsäurechlorid ist durch Reaktion von 1,3-Dihalogen-phenthiazin mit
Phosgen, z. B. in Benzol- oder Toluollösung und in Gegenwart von einem säurebindenden Mittel, z. B.
Pyridin, zugänglich.
Die erfindungsgemäß herstellbaren basischen 1,3-Dihalogen-phenthiazinderivate besitzen anästhetische,
histaminolytische ganglio- und neuroplegische, spasmolytische, analgetische und hypothermische
Wirksamkeit. Sie können in Form ihrer wasserlöslichen Salze mit anorganischen oder organischen
Säuren oder in Form wasserlöslicher Anlagerungsverbindungen verabreicht werden.
Vergleichsversuche zwischen l,3-Dichlor-10-(3'-dimethylaminopropyl)-phenthiazin-hydrochlorid und 3 - Chlor-10 - (3' - dimethylaminopropyl) -phenthiazin haben gezeigt, daß die Dichlorverbindung gegenüber der bekannten Monochlorverbindung zwar weniger wirksam ist, dafür aber wesentlich geringere Toxizität und eine bedeutend bessere Verträglichkeit aufweist. Dies zeigt sich z. B. darin, daß nach Verabreichung der gemäß der Erfindung hergestellten
Vergleichsversuche zwischen l,3-Dichlor-10-(3'-dimethylaminopropyl)-phenthiazin-hydrochlorid und 3 - Chlor-10 - (3' - dimethylaminopropyl) -phenthiazin haben gezeigt, daß die Dichlorverbindung gegenüber der bekannten Monochlorverbindung zwar weniger wirksam ist, dafür aber wesentlich geringere Toxizität und eine bedeutend bessere Verträglichkeit aufweist. Dies zeigt sich z. B. darin, daß nach Verabreichung der gemäß der Erfindung hergestellten
209 660/272
Dichlorverbindung kein extrapyramidales Zittern auftritt, und zwar selbst dann nicht, wenn Überdosierungen
gegeben werden. Eine gute Verträglichkeit des Heilmittels ist jedoch bei psychiatrisch
behandelten Patienten von besonderer Wichtigkeit. Die erfindungsgemäß bereitete Verbindung weist
gegenüber der bekannten Monochlorverbindung den weiteren Vorteil auf, daß bei guter sedativ-neuroplegischer
Wirkung keine dem Parkinsonismus ähnlichen Nebenerscheinungen auftreten. Gerade diese Umstände sind wichtig bei langfristigen
Applikationen derselben in der Humantherapie.
Ein Gemisch von 6,5 g l^-Dichlor-phenthiazinlO-carbonsäurechlorid,
2,2 g 3-Dimethylaminopropanol-(l) und 20 ecm wasserfreiem Aceton erhitzt
man 2 Stunden zum Sieden unter Rückfluß. Nach Abkühlen saugt man das ausgeschiedene 1,3-Dichlor-phenthiazin-10-carbonsäure-(3'-dimethylamino-
propyl)-esterhydrochlorid (Ausbeute 8,2 g, F. 190 bis 193°C unter Zersetzung) ab; löst es in 5 ecm
Wasser auf, macht die Lösung mit einer 20%igen wäßrigen NaOH-Lösung alkalisch und nimmt die
freie Base in 30 ecm Benzol auf. Man dampft den
Benzolauszug ein und erhitzt dann den als Ausgangssubstanz dienenden Rückstand (5,6 g) 40 Minuten
auf 180 bis 2000C, bis die CO2-Entwicklung nachläßt.
Nach Abkühlen löst man die ölartige Base in 5 ecm Äther auf, fällt das Hydrochlorid durch Zugäbe
einer ätherischen HCl-Lösung aus, saugt es ab und kristallisiert es aus 5 ecm Chlorbenzol um.
Man erhält das l,3-Dichlor-10-(3'-dimethylaminopropyl)-phenthiazin-hydrochlorid
in einer Ausbeute von 2,9 g (530/0) F. 192 bis 193°C.
Das als Ausgangsmaterial dienende 1,3-Dichlorphenthiazin-10-carbonsäurechlorid
kann man z. B. so herstellen, daß man 56,3 g 1,3-Dichlor-phenthiazin
.unter Rühren in 300 ecm einer 17,5%igen
Phosgenlösung in Toluol zur Lösung bringt und hierzu unter Wasserkühlung innerhalb von etwa
15 Minuten 25,6 ecm wasserfreies Pyridin zutropft. Dann rührt man die Reaktionsmischung 2 Stunden
bei Zimmertemperatur und weitere 2 Stunden im siedenden Wasserbad. Nach Stehen über Nacht
gießt man die ToluoUösung vom ausgeschiedenen Pyridinhydrochlorid ab und engt sie auf etwa ein
Sechstel des ursprünglichen Volumens ein. Nach Abkühlen scheidet sich das 1,3-Dichlorphenthiazin-10-carbonsäurechlorid
in Form von hellgelben Kristallen aus. Ausbeute 50,4 g (76,40/0), F. 142° C
(Benzol—Petroläther 1 : 1).
Die Herstellung der Ausgangssubstanzen wird nicht beansprucht.
Claims (1)
- Patentanspruch.-Verfahren zur Herstellung von basischen 1,3-Dihalogen-phenthiazinderivaten der allgemeinen Formelworin die Substituenten X und Y gleiche oder verschiedene Halogenatome, A eine gerade oder verzweigte Alkylenkette mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen und R1 sowie R2 Wasserstoffatome oder Alkylreste mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen bedeuten, welche mit dem Stickstoffatom ein heterocyclisches Ringsystem, das noch ein weiteres Heteroatom enthalten kann, bilden können, dadurch gekennzeichnet, daß man in an sich üblicher Weise basische Ester der 1,3-Dihalogenphenthiazin -10 - carbonsäure der allgemeinen Formel(H)■uCOO —A —NR2-'worin X, Y, A, R1 und R2 dasselbe wie in Formel I bedeuten, einer thermischen Decarboxylierung unterwirft.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1 011 887;
deutsche Patentschrift Nr. 939 630;
österreichische Patentschriften Nr. 193886,196412, 274, ,198 276, 198 697, 199 189;
schweizerische Patentschrift Nr. 298 685.20» 660/272 10.62
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CS1137734X | 1958-09-03 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1137734B true DE1137734B (de) | 1962-10-11 |
Family
ID=5457466
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES64616A Pending DE1137734B (de) | 1958-09-03 | 1959-08-27 | Verfahren zur Herstellung von basischen 1, 3-Dihalogenphen-thiazinderivaten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1137734B (de) |
Citations (9)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CH298685A (fr) * | 1951-06-28 | 1954-05-15 | Rhone Poulenc Chemicals | Procédé de préparation d'un nouveau dérivé de la phénothiazine. |
| DE939630C (de) * | 1953-10-25 | 1956-03-01 | Basf Ag | Verfahren zur Herstellung von heterocyclischen Verbindungen mit ringstaendiger Iminogruppe, die durch basische Gruppen substituiert ist |
| DE1011887B (de) * | 1955-10-12 | 1957-07-11 | Basf Ag | Verfahren zur Herstellung von in 10-Stellung basisch substituierten Phenthiazinabkoemmlingen |
| AT193886B (de) * | 1955-11-15 | 1957-12-10 | Rhone Poulenc Sa | Verfahren zur Herstellung von neuen Phenthiazinderivaten |
| AT196412B (de) * | 1955-11-22 | 1958-03-25 | Rhone Poulenc Sa | Verfahren zur Herstellung von neuen Derivaten des Phenthiazins |
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| AT198274B (de) * | 1956-07-24 | 1958-06-25 | Rhone Poulenc Sa | Verfahren zur Herstellung neuer Phenthiazinderivate |
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-
1959
- 1959-08-27 DE DES64616A patent/DE1137734B/de active Pending
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| AT193886B (de) * | 1955-11-15 | 1957-12-10 | Rhone Poulenc Sa | Verfahren zur Herstellung von neuen Phenthiazinderivaten |
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