-
Schaltungsanordnung für Handfernsprecher mit elektronischer Rufeinrichtung
und mit Sprech- und Ruftaste Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung für
Handfernsprecher mit elektronischer Rufeinrichtung und mit Sprech- und Ruftaste,
bei dem das Mikrophon als Anrufempfänger dient.
-
Es ist bereits eine Anordnung dieser Art vorgeschlagen worden, bei
der die tiefen Frequenzen des Sprachbandes abgeschnitten und die Rufsignale mit
unterhalb dieses eingeengten Sprachbandes liegender Frequenz über einen selektiven
Anrufverstärker dem Mikrophon zugeführt werden. Der selektive Anrufverstärker besteht
dabei aus einem einfachen Resonanzkreis und einem nachgeschalteten, zweistufigen
Transistorverstärker. Es hat sich gezeigt, daß diese Anordnung gewisse Nachteile
besitzt. Erstens muß die Konstanz der Ruffrequenz gewährleistet sein, da die Bandbreite
des selektiven Anrufverstärkers sehr schmal ist. Diese Konstanz ist ohne größeren
Aufwand dann nicht zu erreichen, wenn weitgreifende Bedingungen an den Handfernsprecher
gestellt werden. So können beispielsweise ein erhöhter Bereich der Temperatur-,
Batteriespannungs-und Luftfeuchteschwankungen sowie die Verwendung unterschiedlicher
Kabel und Kabellängen vorgeschrieben sein. Die von diesen Einflüssen abhängige Frequenzverwerfung
des Rufsignals kann ein solches Maß erreichen, daß das Rufsignal nur schwach oder
überhaupt nicht hörbar wird. Zweitens reichen die Dämpfung der Sprachwechselspannungen
im Bereich tiefer Frequenzen - die bei der Anordnung durch RC-Glieder im Sprechverstärker
bewirkt wird -, die Flankensteilheit der Dämpfungskennlinie und die Dämpfung der
Sprachwechselspannungen durch den Resonanzkreis des selektiven Anrufverstärkers
beiderseits seines Durchlaßbereiches nicht aus, um beim Hören die Sprachwechselspannungen
vom Mikrophon fernzuhalten. Die unerwünschte Abstrahlung von Sprachfrequenzen durch
das Mikrophon kann die Verständlichkeit des Gesprächs beeinträchtigen. Drittens
ist, da der genannte Resonanzkreis sowohl als Teil des selektiven Anrufverstärkers
als auch als frequenzbestimmender Teil des Rufgenerators schaltbar ist, mit Abgleichschwierigkeiten
zu rechnen.
-
Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine Anordnung für einen Handfernsprecher
zu schaffen, die die Nachteile der bekannten Anordung ohne einen wesentlichen Mehraufwand
vermeidet. Die Schaltungsanordnung gemäß der Erfindung erreicht dies dadurch, daß
die Rufwechselspannung dem Mikrophon über ein Filter mit Tiefpaßverhalten zugeleitet
wird und dem Fernhörer ein die Rufwechselspannung sperrendes Filter mit Hochpaßverhalten
vorgeschaltet ist und daß beide Filter bei der Umschaltung von Hören auf Sprechen
zu einem Hochpaßfilter mit erhöhter Dämpfung im Sperrbereich kombiniert werden.
-
An Hand eines Ausführungsbeispieles wird die Erfindung näher erläutert.
-
Die in der Zeichnung dargestellte Schaltungsanordnung eines Handfernsprechers
ist für Ortsbatteriebetrieb vorgesehen. Die Anschlußklemme La
ist über eine
Drossel Dr, einen Kondensator C 5 und die Ruheseite des Umschaltekontaktes RT2 einer
Ruftaste mit der Anschlußklemme Lb verbunden. Parallel zum Kondensator C 5 liegt
der Eingangskreis eines mit einem Transistor T3 ausgerüsteten Anrufverstärkers.
Dabei ist der Verbindungspunkt zwischen Drossel Dr und Kondensator C 5 über
einen Ruhekontakt ST 2 einer Sprechtaste mit der Basis und der diesem Verbindungspunkt
abgewandte Belag des Kondensators C5, der gleichzeitig an den positiven Pol
der Batterie B führt, über die Ruheseite eines Umschaltekontaktes ST1 der Sprechtaste
und über einen Gleichrichter G mit dem Emitter des Transistors T3 verbunden. Zwischen
seiner Basis und dem dem Emitter abgewandten Anschluß des Gleichrichters befindet
sich ein Widerstand W5. Der Kollektor des Transistors T3 ist einerseits über ein
elektromagnetisches oder elektrodynamisches Mikrophon M, welches auch als Anrufempfänger
dient,
an den negativen Pol der Batterie B und andererseits über
den Kondensator C 4 an den Eingang eines zweistufigen Sprechverstärkers angeschlossen.
Die mit den Transistoren T1, T2 ausgestatteten Stufen des Sprechverstärkers sind
durch den Kondensator C 3 gekoppelt und mit Hilfe des Umschaltekontaktes St 1 der
Sprechtaste an den positiven Pol der Batterie B betriebsbereit schaltbar.
-
Zwischen den Anschlußklemmen La, Lb für die Sprechleitung liegt weiterhin
eine Reihenschaltung aus einem Kondensator C 2, einem Widerstand W 3, einem Widerstand
W 2, einem Kondensator C 1 und einem Nachbildwiderstand W 1, die einen Teil einer
Gabelschaltung darstellt. Parallel zu den Widerständen W 3, W 2 ist ein Fernhörer
F geschaltet, während an den Verbindungspunkt dieser Widerstände der Kollektor des
in der zweiten Stufe des Sprechverstärkers angeordneten Transistors T 1 angeschlossen
ist. Der Kollektor des Transistors T1 erhält über einen Widerstand W 4 negatives
Potential von der Batterie B.
-
Zur Erzeugung des Rufsignals dient eine elektronische Rufeinrichtung,
ein einen Transistor T4 und einen Übertrager Ü enthaltender und in bekannter Weise
wirkender Tongenerator, der gleichstromseitig durch einen Arbeitskontakt RT 1 der
Ruftaste einschaltbar ist. Die mit einem Kondensator C 6 abgestimmte Ausgangswicklung
des überiragers Ü" ist mit ihrem einen Anschluß an die Anschlußklemme
La
geführt und mit ihrem anderen Anschluß durch den Umschaltekontakt RT2 der
Ruftaste an die Anschlußklemme Lb anschaltbar.
-
Die Frequenz der durch den Generator erzeugten Wechselspannung wurde
bei einer Ausführung des Handfernsprechers gemäß der Erfindung auf 350 Hz festgelegt.
Ein mit dieser Frequenz ankommender Ruf gelangt auf die Reihenschaltung aus Drossel
Dr und Kondensator C5, die in bezug auf den angeschlossenen Anrufverstärker T3 ein
Filter mit Tiefpaßverhalten darstellt. Das Filter ist so bemessen, daß Wechselspannungen
mit Frequenzen unterhalb etwa 400 Hz praktisch ungedämpft, oberhalb etwa 800 Hz
jedoch stark gedämpf dem Transistor T3 zugeführt werden. Das ankommende Rufsignal
kann das Filter damit ungehindert passieren und steuert während seiner negativen
Halbwelle den Transistor T 3 aus; der infolge einer entsprechend großen Amplitude
der Rufwechselspannung als Schalter arbeitet. Durch die Arbeitsweise als Schalter
wird erreicht, daß das Mikrophon nicht nur die Grundwelle, sondern auch die Oberwellen
der Ruffrequenz, vorwiegend die weitaus gehörstärkere zweite und vierte Oberwelle
(1050 Hz, 1750 Hz) abstrahlt. Dadurch, daß die Basis des Transistors T3 im Ruhezustand
keine Vorspannung erhält, kann auch kein ständiger Kollektorstrom fließen, der die
Batterie unnütz belastet. Der temperaturabhängige Kollektorreststrom wird durch
den dabei auftretenden Spannungsabfall am Gleichrichter G auf ein vernachlässigbares
Maß reduziert.
-
Das von der Gegenstelle ausgesandte Rufsignal, dessen Amplitude etwa
in der gleichen Größenordnung wie die der zu übertragenden Sprechspannung liegt,
gelangt auch auf die aus den Elementen W 1 ... W4, Cl, C 2
bestehende Gabelschaltung.- Diese ist gleichzeitig als Filter mit Hochpaßverhalten
ausgebildet und derart bemessen, daß Spannungen mit Frequenzen unterhalb etwa 800
Hz stark gedämpft werden, so daß das Rufsignal am Fernhörer F nur schwach zur Wirkung
kommt und damit beim Anliegen des Fernhörers am Ohr nicht zu Gehörschädigungen führen
kann.
-
Bei der Betätigung der Sprechtaste wird durch den Umschaltekontakt
ST 1 die Betriebsspannung vom Anrufverstärker auf den Sprechverstärker geschaltet
und gleichzeitig durch den Ruhekontakt ST 2 das Filter Dr, C 5 von der Belastung
abgetrennt. Die verstärkten Sprechspannungen werden am Kollektor des Transistors
T 1 abgegriffen. Ein Teil des Sprechstromes fließt über den Widerstand W2, den Kondensator
C 1 und den Nachbildwiderstand W l, ein anderer, etwa gleich großer Teil des Sprechstromes
über den Widerstand W 3 und den Kondensator C 2 zur Gegenstelle. Die an den Widerständen
W2, W3 abfallenden Spannungen sind entgegengesetzt gerichtet, so daß der Fernhörer
F nicht erregt wird. Die Dämpfung der zur Gegenstelle übertragenen Sprechspannung
im Bereich unterhalb einer Frequenz von etwa 800 Hz wird dadurch unterstützt, daß
jetzt das Filter Dr, C 5 als reiner Saugkreis wirkt, dessen Resonanzfrequenz
auf etwa 500 Hz liegt. Man erhält somit ein Hochpaßfilter, dessen Dämpfungskennlinie
eine große Flankensteilheit aufweist. Es ist zweckmäßig, zusätzlich den Frequenzgang
des Sprechverstärkers durch entsprechende Bemessung der Kondensatoren C4, C 3 in
solcher Weise zu beeinflussen, daß die Sprechspannungen mit Frequenzen unterhalb
von etwa 800 Hz gedämpft werden.
-
Durch das auf diese Weise beschnittene Sprachfrequenzband wird eine
Fehlerregung des Mikrophons der Gegenstelle durch tiefe Sprachfrequenzen weitgehend
unterdrückt.
-
Bei Betätigung der Ruftaste wird der Rufgenerator eingeschaltet. Um
den abgehenden Ruf - falls gewünscht - kontrollieren zu können, ist dies durch einen
nicht dargestellten Widerstand erreichbar, der mit seinem einen Anschluß an die
Anschlußklemme Lb und mit seinem anderen Anschluß an die Ruhefeder des Umschaltekontaktes
RT2 zu schalten ist. Ein geringer Teil des Rufstromes gelangt dann über diesen Widerstand
auf den Anrufverstärker. Es ist nicht erforderlich, die Frequenz des Rufgenerators
sonderlich konstant zu halten. Die durch verschiedene Einflüsse hervorgerufene Abweichung
von der Sollfrequenz ist in weiten Grenzen für die sichere Auswertung des Rufes
unbedeutend.