DE1116427B - Objektiv mit veraenderlicher Brennweite - Google Patents
Objektiv mit veraenderlicher BrennweiteInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf fotografische Objektive mit veränderlicher Brennweite und insbesondere
auf Objektive, die in Kameras für Einzelaufnahmen von Stehbildern, und zwar insbesondere
in einäugigen Spiegelreflexkameras, verwendbar sind.
Brennweitenveränderliche Objektive mit Kompensation der Bildverschiebung sind im Bereich der
Kinematographie, der Fotografie und des Fernsehens bekannt. Der Gebrauch solcher Objektive für die
Standfotografie ist jedoch nicht möglich, weil ein solches brennweitenveränderliches Objektiv den für
unbewegte Kameras normalerweise üblichen Bereich umfassen müßte, der einen erheblich größeren Bildwinkel
zur Voraussetzung hat als die Objektive für die Kinematographie und das Fernsehen. Darüber
hinaus muß die Bildgüte über das ganze Bildfeld hinweg in der Standfotografie sehr viel größer sein
als bei der Kinematographie. In der Standfotografie muß die Baugröße im Vergleich zu den zulässigen
Abmessungen von Kino- und Fernsehobjektiven klein sein. Eine wesentliche Schwierigkeit bei der
Konstruktion von Linsensystemen mit veränderlicher Brennweite ist der Ausgleich der sphärischen und
chromatischen Aberration. Achsensymmetrische Lichtbüschel großer Öffnung werden nicht zu einem
Bildpunkt vereinigt, sie bilden in jeder Auffangebene einen Lichtfleck. Die achsennahen Strahlen schneiden
die Achse in größerer oder geringerer Entfernung vom Linsenscheitel als die Randstrahlen. Im ersten
Fall spricht man von positiver sphärischer Aberration oder auch »sphärischer Unterkorrektur«, im zweiten
Fall von negativer sphärischer Aberration oder »sphärischer Überkorrektur«.
Es ist die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe, eine Korrektur der im Linsensystem unvermeidbar
auftretenden Aberrationen dadurch zu erreichen, daß diese Aberrationen bei der Veränderung
über den gesamten Brennweitenbereich im wesentlichen konstant gehalten werden und daher durch eine
folgende entsprechende Korrektur im gegenteiligen Sinne für alle Brennweiten einfach ausgeglichen
werden können. Die bekannten Systeme versuchen den durch die Aberration hervorgerufenen Bildfehler
dadurch gering zu halten, daß die Linsensysteme so aufeinander abgestimmt werden, daß in jedem Falle
der Gesamtfehler sich zwar mit der Brennweite ändert, über den ganzen Bereich jedoch relativ gering
ist. Diese Lösung ist bei Kino- oder Fernsehobjektiven möglich, da, wie oben ausgeführt, diese
Objektive wesentlich größere Dimensionen aufweisen können als Objektive z. B. für Kleinbildkameras
und dadurch auch die Randstreifen bei
Objektiv mit veränderlicher Brennweite
Anmelder:
Frank Gerhardt Back,
Lattingtown, N. Y. (V. St. A.)
Lattingtown, N. Y. (V. St. A.)
Vertreter: Dipl.-Ing. Dr.-Ing. R. Poschenrieder,
Patentanwalt, München 8, Lucile-Grahn-Str. 38
Patentanwalt, München 8, Lucile-Grahn-Str. 38
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 27. Juni 1958
V. St. v. Amerika vom 27. Juni 1958
Frank Gerhardt Back, Lattingtown, N. Y. (V. St. A.), ist als Erfinder genannt worden
gleichbleibender Lichtstärke in weit stärkerem Umfang ausgeblendet werden können, und außerdem
sind die Anforderungen an die Bildschärfe bei Kino- und Fernsehobjektiven geringer als bei Kleinbildkameras.
Die Korrektur gemäß der Erfindung erfolgt dadurch, daß die Frontlinsengruppe so korrigiert wird,
daß der aus der sphärischen Aberration resultierende Restfehlerbetrag über den gesamten einstellbaren
Brennweitenbereich hinweg für jede beliebige Brennweiteneinstellung konstant oder nahezu konstant ist,
und die hintere Linsengruppe so errechnet und aufgebaut ist, daß sie diesen konstanten Restfehlerbetrag
ausgleicht. Dabei können in diesem Falle alle durch einen Luftabstand voneinander getrennten Linsenelemente
der Frontlinsengruppe derart angeordnet sein, daß ihre Fläche mit der stärkeren Brechkraft
jeweils einem unveränderlichen Luftabstand zugekehrt ist, wogegen ihre Fläche mit der geringeren
Brechkraft jeweils gegen einen veränderlichen Luftabstand zu liegt.
Vorzugsweise weist die brennweitenveränderliche Frontlinsengruppe in an sich bekannter Weise als
»Variator« ein axial verschiebbares Linsensystem, als »Kompensator« ein mit dem Variator gemeinsam
und gleichförmig axial verschiebbares Linsensystem sowie zwischen beiden, durch Luftabstände von
ihnen getrennt, ein als »Erector« wirkendes feststehendes Bildumkehrsystem auf.
Der Variator besteht vorzugsweise aus einer Anzahl von durch Luft getrennten Elementen, deren
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an die unveränderlichen Luftabstände zwischen diesen Elementen angrenzende Oberflächen' Brechkräfte
besitzen, deren Summe mindestens viermal so groß ist wie die Summe der Brechkräfte jener Linsenoberflächen,
welche an die dem Objekt einerseits und dem Bild andererseits zugekehrten veränderlichen
Luftabstände angrenzen.
Der Erector besteht vorzugsweise aus einer Anzahl von durch unveränderliche Luftabstände getrennten
Elementen, deren an die unveränderlichen Luftabstände zwischen diesen Elementen angrenzende
Oberflächen Brechkräfte besitzen, deren Summe mindestens doppelt so groß ist wie die Summe jener
Linsenoberflächen, welche an die dem Objekt einerseits und dem Bild andererseits zugekehrten veränderlichen
Luftabstände angrenzen.
Die mit Bezug auf den Lichtdurchtritt hintere Linsengruppe ist vorzugsweise aus einem der Korrektur
des Astigmatismus dienenden negativen Element und einer Korrektur der sphärischen
Aberration und der Koma dienenden Linsengruppe aufgebaut, wobei sich an letzteres in Lichtrichtung
ein Negativglied anschließt, das den absoluten Wert der restlichen Verzeichnung mindert. Die der Korrektur
oder sphärischen Aberration und der Koma dienende positive Linsengruppe kann aus einer
Anzahl von Linsenelementen bestehen.
In der hinteren Linsengruppe kann zwischen zwei meniskenförmigen Negativgliedern ein positives
Glied und ein negativer Meniskus dicht neben der Blende liegen, der gegen das Objektiv hin eine konkave
Wölbung besitzt, während das andere meniskenförmige Negativglied auf die Bildebene zu liegt und
seine dieser Ebene zugekehrte Fläche konkav gewölbt ist.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnungen an einem Ausführungsbeispiel näher
erläutert.
Fig. 1 stellt einen Längsschnitt des vollständigen optisch kompensierten Objektivs gemäß der vorliegenden
Erfindung dar und zeigt dessen bewegliche Teile in der Telestellung (lange Brennweite);
Fig. 2 ist eine Fig. 1 ähnliche Darstellung, welche die beweglichen Elemente in ihrer Weitwinkelstellung
(kurze Brennweite) zeigt.
In den Zeichnungen stellt 5 die Frontlinse des brennweitenveränderlichen Linsensystems dar, hinter
dem ein in der optischen Achse verschiebbares Linsensystem 6 angeordnet ist, welches als »Variator«
bezeichnet wird. Eine Linse oder ein Linsensystem 7 ist als sogenannter »Kompensator« durch die
Fassung 9 mit dem Variator verschiebbar gekuppelt. Zwischen den verschiebbaren Linsen 6 und 7 ist eine
ortsfeste Linsengruppe 8 als sogenannter »Erector« angeordnet, welcher dazu dient, das vom Variator 6
entworfene Bild umzukehren.
Eine Blende 10 ist so nahe wie möglich hinter der letzten Linse des Kompensators 7 des brennweitenveränderlichen
Systems angeordnet. Eine Linsengruppe 11 steht in Lichtrichtung hinter der Blende 10
und dient dazu, das Bild in seiner richtigen Lage in die Filmebene zu projezieren. Diese Linsengruppe 11
bestimmt teilweise den absoluten Wert der Brennweite des gesamten Systems.
Die bisher in der Literatur bekannten hinteren
ίο Linsensysteme bestehen aus einer starken negativen
Komponente, die von zwei positiven Komponenten eingeschlossen wird. Gemäß der Erfindung jedoch
wird die hintere Linsengruppe so aufgebaut, daß positive Komponenten eingeschlossen werden. Ein
solcher Aufbau wurde deshalb gewählt, weil ein negativer Meniskus, der nahe bei der Blende steht
und gegen diese konkav gewölbt ist, eine astigmatische Korrektur des Frontsystems des Objektivs
bewirkt. Die Zerstreuungskraft des negativen Meniskus läßt die konvergierenden Strahlen des Frontgliedes
divergieren, und dadurch erreicht man eine für Reflexkameras ausreichende Schnittweite. In der
vorhegenden Erfindung ist der negative Meniskus aus Lanthan-Kron mit hoher Brechzahl und geringer
Zerstreuung angefertigt, um eine Überkorrektion der Petzvalsumme zu vermeiden. Wie ersichtlich, folgen
dem negativen Meniskus 12 in Fig. 1 und 2 drei positive Linsen 13, 14 und 15, die dazu dienen, die
sphärische Aberration und die Koma zu korrigieren.
Das an letzter Stelle stehende Element 16 dieses Systems ist wieder ein negativer Meniskus, der konkav
gegen die Bildebene hin gewölbt ist. Die hauptsächliche Funktion des letzteren Elementes besteht
darin, die Verzeichnung, welche nicht durch das Frontsystem stabilisiert werden kann, auf eine solche Weise
zu korrigieren, daß es eine gleichmäßige Verteilung der Überkorrektur in der einen Endstellung und
einer Unterkorrektur in der anderen Endstellung ergibt.
Eine bevorzugte Ausführungsform dieses Relais in Verbindung mit dem vorliegenden brennweitenveränderlichen
Linsensystem besteht darin, daß die genannte erste negative Linse 12 mindestens den
halben und nicht mehr als den dreifachen absoluten Wert der gesamten Brechkraft dieses Teilsystems
ausmacht. Die positiven Komponenten 13, 14 und 15 sollen mindestens den doppelten, aber nicht mehr als
den vierfachen Wert der Gesamtbrechkraft dieses Systems betragen. Das hintere negative Glied 16
weist vorzugsweise mindestens den halben, aber nicht mehr als den anderhalben absoluten Wert der
Gesamtbrechkraft dieses Systems auf.
Die nachfolgende Tafel gibt die optischen Daten eines derartigen Objektivs gemäß der dargestellten
und beschriebenen Bauform an. Die Linsengruppe 11 kann sich wie folgt zusammensetzen:
Linsen-Nr.
Radius
(mm)
(mm)
Dicke
und Abstand (mm)
Glas
Brechungsindex
für die D-Linie
für die D-Linie
Abbesche
Dispersionszahl
Dispersionszahl
12
13
13
R17 =
-22,40
-327,40
-327,40
-68,40
-28,00
-28,00
= 1,50
= 8,75
= 3,70
= 0,50
LaC NDl2 = 1,720 F12 = 50,3
DBC AT013 = 1,620 F13 = 60,3
Fortsetzung
Linsen-Nr.
Radius
(mm)
(mm)
Dicke
und Abstand (mm)
Brechungsindex
für die D-Linie
für die D-Linie
Abbesche
Dispersionszahl
Dispersionszahl
| 14 | ^20 — | OO -63,10 |
da = | 3,00 0,50 |
DBC | NDli | = 1,620 | Vu | = 60,0 |
| 15 | %:= | + 54,10 -231,50 |
3,40 13,50 |
DBC | Nd» | = 1,620 | V15 | = 60,0 | |
| 16 | ^24 ^ | + 38,20 -167,80 + 24,30 |
5,00 1,50 |
DBC |
Nd18
Nd16 |
= 1,620 = 1,721 |
V V IfS |
= 60,0 = 29,3 |
|
Die Brennweite eines mit dieser Linsengruppe aufgebauten Objektivs kann 40 bis 80 mm, die
Schnittweite 41,10 betragen.
Der Variator 6 gemäß Fig. 1 und 2 besteht aus durch Luftabstände getrennten Komponenten 17 und
18. Wie aus der nachfolgenden Zahlentafel erkennbar ist, beträgt die Summe der Flächenbrechkräfte
jener Oberflächen der Linsen 17 und 18, welche an den unveränderlichen Luftabstand zwischen diesen
Linsen angrenzen, mindestens das Vierfache der Flächenbrechkräfte der Linsenoberflächen dieser
Linsen 17 und 18, welche an den veränderlichen Luftabständen auf der Objekt- und der Bildseite dieses
Variators liegen. Der Erector 8 gemäß Fig. 1 und 2 besteht ebenfalls aus einer Anzahl von durch Luftabstände
getrennten Komponenten 19, 20, von denen das Element 20 als verkittetes Duplet ausgebildet ist,
welches in Verbindung mit dem Kompensatorduplet7 den Farborts- und Farbquerfehler des vor
der Blende gelegenen Systems im wesentlichen konstant erhält.
Die charakteristischen optischen Daten einer Frontlinsengruppe sind folgende:
| Linsen-Nr. | k | Radius (mm) |
unc | Glas | Brechungsindex (ND) | Abbesche Dispersionszahl |
| Frontlinse 5 | rI | = +817,00 = +82,00 |
dt
S1 |
EDF | NDl = 1,689 | F1 = 30,9 |
| Variator Linse 17 |
R7
R, |
= +372,20 = -114,00 |
s~2 | DBC | N02 = 1,620 | F2 = 60,0 |
| Variator Linse 18 |
Rio | = +56,70 = +372,20 |
ds | DBC | ND 3 = 1,620 | F3 = 60,0 |
| Erector Linse 19 |
R13 | = OO = +66,60 |
It | LaC | JV04 = 1,720 | F4 = 50,3 |
| Erector Linse 20 |
= -93,50 = +25,00 = +140,20 |
X- | LaC EDF |
ND5 = 1,720 N00 = 1,721 |
F5 = 50,3 F8 = 29,3 |
|
| Kompensator Linse 7 |
= +107,60 = +25,00 = -58,85 |
DBC DF |
ND7 = 1,620 AT08 = 1,621 |
F7 = 60,0 F8 = 36,2 |
||
| Dicke d I Abstand s (mm) |
||||||
| = 2,50 = 6,00 bis 26,00 |
||||||
| = 6,00 = 0,30 |
||||||
| = 8,00 = 22,00 bis 2,00 |
||||||
| = 2,00 = 4,25 |
||||||
| = 1,80 = 3,70 = 1,80 bis 21,80 |
||||||
| = 2,00 = 5,00 |
||||||
| S6 = 21,00 bis 1,00 Blende J7 = 4,50 |
Brennweite / = 35 mm bis 80 mm
In den obigen Zahlentafeln bezeichnen die verwendeten Symbole folgendes:
In den obigen Zahlentafeln bezeichnen die verwendeten Symbole folgendes:
ND = Brechungsindex für die D-Linie.
V = die Abbesche Dispersionszahl.
EDF = Schwer-Flint.
DBC = Schwer-Kron.
LAC = Lanthan-Kron.
DF = Flint.
V = die Abbesche Dispersionszahl.
EDF = Schwer-Flint.
DBC = Schwer-Kron.
LAC = Lanthan-Kron.
DF = Flint.
Es hat sich ergeben, daß die bekannten Korrektionsmethoden nicht die Bedingungen erfüllten, die
für die Herstellung von brennweitenveränderlichen Objektiven für Standbildkameras notwendig sind.
Wenn man Schritt für Schritt jede Komponente eines bekannten brennweitenveränderlichen Objektivs in
sich selbst auskorrigiert, so ist eine sehr große Zahl von Linsen notwendig. Der Lichtdurchgang würde
dabei erheblich verringert werden, und es entstünde ein unhandliches und sperriges Objektiv, das wegen
seines geringen Lichtdurchganges für den praktischen Gebrauch ungeeignet wäre. Wenn die einzelnen
Komponenten nicht in sich selbst korrigiert werden, werden die Bildfehler in den einzelnen Brennweitenstellungen
stark voneinander abweichen, und die Bildqualität des Objektivs würde nur in einigen
Brennweitenstellungen brauchbar sein, nicht aber über den ganzen Brennweitenbereich.
Wenn die Korrektur der Elemente jedoch auf einem solchen Wege durchgeführt wird, daß die Bildfehler
der Linsengruppen vor der Blende über den ganzen Brennweitenbereich des Objektivs ohne
Rücksicht auf ihren zahlenmäßigen Wert konstant gehalten werden, so kann ein hinteres Linsensystem
entwickelt werden, das diese Fehler kompensiert. Es wird dadurch möglich, ein Objektiv mit guter Korrektur
und für den notwendigen großen Bildwinkelbereich bei guter Lichtstärke mit kleinen Abmessungen
herzustellen.
Die Linsengruppen des vor der Blende stehenden Systems weisen dabei an den an die veränderlichen
Luftabstände grenzenden Glasflächen eine kleinere Brechkraft als an den an die unveränderlichen Luftabstände
angrenzenden Flächen auf. Bei diesen Anordnungen ist es möglich, die Restfehler insbesondere
durch chromatische und sphärische Aberration im wesentlichen über den gesamten Brennweitenbereich
in der Frontlinsengruppe konstant zu halten, obwohl diese Restfehler immer noch merkbare zahlenmäßige
Werte aufweisen. Durch ein solches Konstanthalten der Restfehler aber ist es möglich, sie durch Korrektur
des hinteren Linsensystems auszugleichen, wie vorstehend beschrieben.
Die Beschreibung und die Zeichnungen sind auf ein optisch kompensiertes brennweitenveränderliches
Linsensystem abgestellt. Es läßt sich im Rahmen der Erfindung statt dessen auch ein brennweitenveränderliches
System mit mechanischer Kompensation konstruieren, wenn man die dargelegten Prinzipien
beachtet.
Claims (12)
1. Objektiv mit veränderlicher Brennweite für die Standfotografie mit einer auf der Seite der
längeren Strahlungsweite stehenden Frontlinsengruppe, die eine Veränderung der Brennweite
gestattet, und einer auf der Seite der kürzeren Strahlungsweite angeordneten hinteren Linsengruppe
mit unveränderbarer Brennweite, wobei sich zwischen diesen beiden Gruppen eine Objektivblende befindet, dadurch gekennzeichnet,
daß die Frontlinsengruppe (5, 6, 7, 8) so korrigiert wird, daß der aus der Aberration resultierende
Restfehlerbetrag über den gesamten einstellbaren Brennweitenbereich hinweg für jede
beliebige Brennweiteneinstellung konstant oder nahezu konstant ist, und die hintere Linsengruppe
so errechnet und aufgebaut ist, daß sie diesen konstanten Restfehlerbetrag ausgleicht.
2. Objektiv nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß alle durch die Luftabstände voneinander
getrennten Linsenelemente der Frontlinsengruppe derart angeordnet sind, daß ihre
Fläche mit der stärkeren Brechkraft jeweils einem unveränderlichen Luftabstand zugekehrt
ist, wogegen ihre Fläche mit der geringeren Brechkraft jeweils gegen einen veränderlichen
Luftabstand zu liegt.
3. Objektiv nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die brennweitenveränderliche Frontlinsengruppe
als »Variator« ein axial verschiebbares Linsensystem (6), als »Kompensator« ein mit dem Variator gemeinsam und gleichförmig
axial verschiebliches Linsensystem (7) sowie zwischen beiden, durch Luftabstände von innen getrennt,
ein als »Erector« wirkendes feststehendes Bildumkehrsystem (8) aufweist.
4. Objektiv nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Variator (6) aus einer
Anzahl von durch Luft getrennten Elementen (17, 18) besteht, deren Oberflächen, welche an
die unveränderlichen Luftabstände zwischen diesen Elementen angrenzen, Brechkräfte besitzen,
deren Summe mindestens viermal so groß ist wie die Summe der Brechkräfte jener Linsenoberflächen,
welche an die dem Objekt einerseits und dem Bild andererseits zugekehrten veränderlichen
Luftabstände angrenzen.
5. Objektiv nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Erector (8) aus einer
Mehrzahl von durch unveränderliche Luftabstände getrennten Elementen (19, 20) besteht,
deren Oberflächen, welche an die unveränderlichen Luftabstände zwischen diesen Elementen
angrenzen, Brechkräfte besitzen, deren Summe mindestens doppelt so groß ist wie die Summe
jener Linsenoberflächen, welche an die dem Objekt einerseits und dem Bild andererseits zugekehrten
veränderlichen Luftabstände angrenzen.
6. Objektiv nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die hintere Linsengruppe
mit Bezug auf den Lichtdurchtritt aus einem der Korrektur des Astigmatismus dienenden negativen
Element (12) und einer positiven Linsengruppe (13, 14, 15), welches der Korrektur der
sphärischen Aberration und der Koma dient, aufgebaut ist, wobei sich an letzteres ein der Bildebene
benachbartes Negativglied (16) anschließt, das den absoluten Wert der restlichen Verzeichnung
mindert.
7. Objektiv nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die positive Linsengruppe, welche
der Korrektur der sphärischen Aberration und der Koma dient, aus einer Anzahl von Linsenelementen
besteht.
8. Objektiv nach Anspruch 1 bis 3 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß in der hinteren
Linsengruppe (11) zwischen zwei meniskenförmigen Negativgliedern (12, 16) ein positives
Glied (13, 14, 15) liegt und ein negativer Meniskus (12) dicht neben der Blende steht und gegen
das Objekt hin eine konkave Wölbung besitzt, während das andere meniskenförmige Negativglied
(16) der Bildebene benachbart und seine
dieser Ebene zugekehrte Fläche konkav gewölbt ist.
9. Objektiv nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in der hinteren Linsengruppe
das auf der Objektseite stehende negative Glied (12) eine Brechkraft wenigstens in der
Höhe des halben absoluten Wertes, höchstens aber des dreieinhalbfachen absoluten Wertes der
Brechkraft des Gesamtrelais besitzt, während gleichzeitig das nachfolgende Positivglied (13, 14,
15) eine Brechkraft aufweist, die wenigstens das Zweifache, höchstens aber das Vierfache der
Brechkraft des Gesamtrelais beträgt, und das nach der Bildseite hin das System abschließende
Negativglied eine Brechkraft aufweist, die im Bereich zwischen der halben und der anderhalb-
10
fachen absoluten Brechkraft des Gesamtobjektivs Hegt.
10. Objektiv nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl der verschiebbare
Kompensator (T) als auch der festliegende Erector (8) wenigstens ein verkittetes Duplet (7, 20) aufweisen,
die beide so ausgebildet und bemessen sind, daß sie in gegenseitiger Wechselwirkung
den Restbetrag der Farblängsabweichungen wie auch der Farbquerabweichungen des Systems im
wesentlichen und über den ganzen Bereich der Veränderbarkeit der Brennweiten konstant halten.
11. Objektiv nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine hintere
Linsengruppe mit folgenden optischen Daten:
Linsen-
Radius
(mm)
(mm)
Dicke
und Abstand (mm) Glas
Brechungsindex
für die D-Linie
für die D-Linie
Abbesche Dispersionszahl
Rix =
#17 =
#18 =
#18 =
#20 —
#21 =
#21 =
#23 =
#24 =
#25 =
#24 =
#25 =
-22,40
-327,40
-327,40
-68,40
-28,00
-28,00
oo
-63,10
-63,10
+54,10
-231,50
-231,50
+38,20
-167,80
+24,30
— O, /J
= 0,50
= 0,50
= 13,50
= 1,50
AT016 = 1,721
= 29,3
wobei die Brennweite eines mit dieser Linsengruppe aufgebauten Objektivs 40 bis 80 mm und
die Schnittweite 41,10 betragen kann.
12. Objektiv nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Frontlinsengruppe
mit folgenden optischen Daten:
Linsen-Nr.
Radius
(mm)
(mm)
Dicke rf
und Abstand s
(mm) Glas
Brechungsindex (ND)
Abbesche Dispersionszahl
= +82,00
= 6,00 bis
26,00
Linse 17
#4
= -114,00
= 0,30
Linse 18
#6
= +372,20
= 22,00 bis
2,00
Linse 19
= +66,60
= 4,25
Linse 20
= +25,00
= +140,20
= 3,70
= 1,80 bis
21,80
EDF
Nd,=
1,721
V1 = 30,9
F2 = 60,0 V3 = 60,0
F4 = 50,3
F5 = 50,3 F6 = 29,3
109 737/210
11
Fortsetzung
Linsen Nr.
Radius (mm)
Dicke d
und Abstand s
(mm)
Glas
Brechungsindex (ND)
Abbesche Dispersionszahl
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US745009A US2913957A (en) | 1958-06-27 | 1958-06-27 | Varifocal lens assembly |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1116427B true DE1116427B (de) | 1961-11-02 |
Family
ID=24994846
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEB51085A Pending DE1116427B (de) | 1958-06-27 | 1958-11-14 | Objektiv mit veraenderlicher Brennweite |
Country Status (4)
| Country | Link |
|---|---|
| US (1) | US2913957A (de) |
| DE (1) | DE1116427B (de) |
| FR (1) | FR1210463A (de) |
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